Jüdisch-liberale Zeitung
- Journal
- Jüdisch-liberale Zeitung
- Volume
- 13 (1933)
- Issue
- 12 (15.9.1933)
- Date
- 1933-09-15
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2613366-2613479-2613492--4452-2616135- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Ich Kann-mir nicht denken, daß es heute noch Menschen unter uns gibt, die glauben, beiseite stehen zu dürfen, die nicht bereit wären, von ihrer Behaglichkeit zu opfern, sowie auch alle die Führer jüdischer Gemeinden und Organisationen heute Kraft, Gesundheit, ja unter Umständen sogar ihre Existenz opfern oder aufs Spiel setzen. Wir wollen von diesen Opfern nicht viel reden; sie müssen — von allen — schweigend gebracht werden. Wir dürfen sogar froh sein, daß wir sie bringen können! Die Not, die eine Menschengemeinschaft aniaßt, kann sich auf zweierlei Weise auswirken. Sie kann die betroffene Gruppe panikartig und führerlos auseinanderstieben lassen; dann mögen sich vielleicht einzelne retten, die Gruppe als solche aber-geht zugründe — und 'es werden keine Opfer mehr verlangt! Die Not kann aber auch die Wirkung haben, daß sie die von ihr betroffene Gemeinschaft nur noch fester zusammenschmiedet. Dann werden alle brachliegenden Kräfte wach, alle Lebenstriebe vereinigen sich,' und jeder gibt sein Letztes für die Gesamtheit der Seinlgen her, jeder bringt Opfer! Er bringt sie, weil er überzeugt ist: es gibt eine Zukunft! Die Not, durch die wir jetzt hindurch müssen, wird besseren und gesegneten Zeiten Platz machen. Dies ist noch allemal die Wirkung und der Verlauf jeder der in vieltausendjähriger jüdischer Geschichte so zahlreichen Leidensepochen gewesen, und wer an die Ewigkeit dieses unseres Judentums glaubt, der weiß, es kann auch diesmal nicht anders sein. Aus dem Dunkei dieser Tage müssen und werden wir uns emporarbeiten zur Helligkeit einer besseren Zeit Heinrich Stahl. Stellung, dadurch die bösen Schicksalsgeister zu verscheuchen — einen „Heidenlärm“. Gewiß liegt dieser Brauch so wenig int Sinne der christlichen Kirche wie in dem unseres Judentums: auch das Christentum will ja nach jener berühmten Stelle des Korinther-Briefes den „natürlichen“ zu einen: geistigen Menschen umwandeln. Aber gerade deshalb weiß sich auch das Judentum hierhergehörig. Spricht, man von „Anderssein des: Judentums'', so spreche man deutlich: nicht anders als das .Deutschtum, sondern „anders als die Welt" wie, auch das Christentum der Welt ein „Anders, anders!- züruft —: als Befehl! Die Welt möchte allemal vergessen: das Judentum aber malmt zum Erinnern. Darin liegt seine Macht über seine Menschen, und darin liegt die Macht seiner Menschen, der Juden. Eine sehr seltsame Macht ist das. Sie richtet nichts aus gegen das Schicksal und ist doch stärker als dieses. „Glück im neuen Jahre“ — das bedeutet nicht: ä.Keiri Unglück im neuen Jahre“: das Schicksal ist unsern Wünschen nicht gefügig, und auch das Judentum w jener Ohnmacht, die Faust empfindet: Der Gott, der mir im Busen wohnt.' kann tief mein Innerstes erregen: Der über allen meinen Kräften thront. -Er kann nach außen nichts bewegen. Aber das Judentum fährt dann nicht fort: Und so ist-mir das Dasein eine Last. Der Tod erwünscht, das Leben mir verhaßt! Das Judentum kennt kein Verzweifeln und sucht kein Vergessen. Denn wer vergißt., dem ist alles verzweifeln freilich muß, wen gehäuft des Schiel uiiujLi ui»«-**—-jfciAjeiixe cies Judentums, nRüf-rnhSJutn m fältur das Schicksal des Judeseins geschlagen haben. Was bringt das neue/Jahr? Schicksal, Gutes und Böses; wie noch jedes Jahr Böses und Gutes gebracht hat. Mensehenschicksäl und Judenschicksal — auch dieses ist wahrlich nicht von gestern und ehegestern: und wir haben erinnern, daß die Weltgeschichte nicht erst mit unserer Geburt .begonnen'hat.' Sind wir so arm: kennen wir bildete“. die wir sind, die besten Geschiclüswerke, r Vergangenheit bis jns Kleinste nd wir Verloren: dann wird die nächste.Schicksalswelle IS hinwegnehnien. In der Besinnung aber wachst uns die Kraft, die uns Halt verleiht. Die uns stärker macht als das Schicksal. Die den Juden — nicht zum „Herrscher wohl aber zum Meister macht über die Welt. Und solche Meisterschaft ist keineswegs nur ein Scliutz- ,-all für jene Einzelnen, die mit ihr sich wappnen, sondern ie ist auch eine aktive Macht, die als ein Geistesstrom verändernd eingreiit in das Leben der Menschheit. Ja. noch mehr: daß der Einzelne sich besinnt, das stärkt ihn: aber auch alle die Vielen, die nicht wissen - — sie leiden zwar heftiger als die Wissenden, aber auch unwissend sind sie: Israeliten“, Gottesstreiter und Kampfer tur die prophetischen Ideale des Judentums Denn ■ diese Ideale stehen nicht nur in den Büchern, sondern sie sind Machte der Wirklichkeit geworden, haben sich diese iüdtsche Gemeinschaft geiormt, die — auserwählt zu schwerstem Schicksal — durch' ihr Vorhandensein, durch ihre geschichtliche Besonderheit, durch ihr Wechselverhältnis zur nicht- Jdischen Umwelt der V— -o— wirklichung dieser Ideale dient. noch einmal fragen und antworten: was r? Es bringt uns alle ein Stück voran auf dem Wege zur Vollendung. Ist .der Weg steinig: die ‘ ' ienden kennen das Ziel und sind stark und freudig auch schwerster Mühsal. Ute Nichtwissenden aber werden stöhnen und nähern sich dennoch dem Ziel. Sie sollen die Binde von den Augen reißen, dann werden sie fröhlich wandern. Denn eine Gabe ist uns gewiß im neuen wie in jedem Jahre: der immer weiter sich ausbreitende Sieg der Idee, der auch die Rückschläge nur Mittel ” ■■ ■ ind.. Und eine, andere Gabe haben :i Jahre darzubringen: uns selbst als selbst -dem Herum deshalb das Blatt und fröhlich die neue Seite Lebenshuche aufgeschlagen. Alles hier Gesagte will get . werden, und an dieser Stelle ist oft genug davon gesprochen worden, was getan werden soll. Heut galt es. noch einmal, die Besinnung. Aber folgen muß, nach einem Fest der Erinnerung, ein Jahr der Arbeit. Denn die Idee, von der wir sprechen und in deren Dienst wir uns zu wissen haben, will das lebendige Leben, will es erhalten, gestalten, ordnen, heiligen. Blicket nur hin aui die neue Seite im Buche des Lebens, und ihr findet dort die Richtschnur eures L< (Kohle) Zeichnung Rabbiner Dr. S. Samuel, der langjährige Gemeinderabbiner von veröiientlicht In der vorliegenden Ausgabe der „J.'-l. Z.“ - J u d e n t u i Emzelhandelsverbände und jüdische Firmen. Die September-Nummer (S. 69) der Deutschen Einzel handels-Zeitung“ veröffentlicht unter obiger Ueberschrift einen bemerkenswerten Artikel, den wir unseren Lesern nachstehend im vollen Wortlaut zur Kenntnis bringen. Die genannte Zeitung schreibt: , . . Immer wieder erhalten wir Anfragen, ob jüdische Firmen einem Handelsverband: angehören dürien oder nicht. Ja, es gibt blindwütige Fanatiker; die unter allen Umstanden die Juden den Verbänden fernhalten bzwam liebsten zum Jeutel jagen möchten. , Die „Hauptgemeinschaft des deutschen ‘Einzelhandels als unsere Reichsspitzenorganisation teilt in dieser Angelegenheit f0,fi?DieS Idee des ständischen Aufbaues hat zur Voraussetzung, daß sämtliche Angehörige eines Standes zusammengefaßt werden. Hierdurch ergibt sich die Unmöglichkeit, einen Ten eines Standes, nämlich die nichtarischen Standesangehorlgen, herauszulassen. Infolgedessen müssen auch die jüdischen Einzelhandelsgeschäfte den Einzelhandelsverbänden weiterhin angeüören. Würde man von diesem Grundsatz abweichen, so würde das für ganze Einzelhandelsbranchen, z. B. für den Textileinzelhandel bedeuten, daß zur Zeit ein sehr erheblicher Teil der Mitglieder dieses Einzelhandelszweiges, weil er aus jüdischen Firmen besteht, von der Standesorganisation nicht, erfaßt werden kann. Damit wäre die ständische Zusammenfassung der verbleibenden arischen Einzelhändler zwecklos * verfehlt. ' Aufgabe der Standesorganisation muß es vielmehr gerade sein, das kaufmännische Gebaren und die Geschäftssitten aller in Frage kommenden Einzelhändler zu überwachen, in erster Linie also auch der jüdischen Firmen. Dies ist nur mogiicn, wenn auch nichtarische Einzelhändler den Einzelhandeisverbänden angeschlossen sind. Hinzu kommt, daß auch diese Kreise, die die Vorteile der Einzelhandelsverbände und ihrer Arbeiten genießen, finanziell zu ihrem Teil an den Lasten beitragen müssen. , „ ■' . Das Ziel des Nationalsozialismus ist die Brechung der jüdischen Vormacht Dies ist in den Einzelhandelsverbanden durch Ausschaltung aller mchtarisclien Personen in den Vorständen, Ausschüssen oder sonstigen Gremien erreicht worden. Die Aufgabe für die Zukunft besteht darin, darüber zu wachen, daß nichtarisclie Einzelhändler nicht wieder Einfluß im Verbandsleben gewinnen. In sachlicher Beziehung muß jedoch auch nichtarischen Einzelhändlern die Mitarbeit im Einzelhandelsverbande möglich sein.,Unnötige Beunruhigungen jüdischer Mitglieder sind zu vermeiden. Auch diese Mitglieder sind zu den Mitgliederversammlungen einzuladen. Dort sind auch sachliche Aniragen zu beantworten. Selbstverständlich müssen alle Uebergriffe nichtarischer Einzelhändler sofort unterbunden und jüdische Einzelhändler, die sich in Mitgliederversammlungen usw. in unzulässiger t Weise benehmen, aus den Versammlungen entfernt werden.“ Die künftige Behandlung der Juden in Oberschlesien»' Erklärung auf einem Schulungsabend der NSDAP. Wie in einem in den Oppelner Blättern veröffentlichten Bericht der dortigen Kreisleitung der NSDAP mitgeteilt wird, sprach* der’ Oppelner Rechtsanwalt Dr. Glauer auf einem Schulungsabend der NSDAP über das Thema „Recht und Rechtsprechung von gesteTn und heute“. Laut Meldung der J. T. A. iührte er aus: ‘ ■ , „ , , Rechtsprechung ist eine Personenfrage. Deshalb ist es vom Standpunkt des Nationalsozialismus undenkbar, daß ausgerechnet ein Jude übet, einen .Deutschen zu Gericht sitzt. anTE* restlosen Durchführang unsS?erftÄlJsr§iten!,CdaC es Sfös 1937 wirksam ist und wir bis dahin die Juden in Oberschlesien duldeu. müssen. Aber kommt Zeit, kommt Rat. Und die Zeit ist immer noch unser bester und treuester Bundesgenosse gewesen. Und unser erhabener Führer wird auch diese Frage meistern. Entlassung jüdischer Bezirksärzte in Breslau. Einer Mitteilung des Städtischen Presseamtes zufolge sind auf Grund des § 3 des Gesetzes zur Wiederherstellung des Beruisbeamtentums 16 jüdische Bezirksärzte entlassen worden JQdische Erbforschung und Eugenik. Wir erhalten folgende Zuschrift: In weitestem Ausmaße wird von neuem der Gedanke bewußt, erbbiologische Güter zu pflegen und zu erhalten. Wir deutschen Juden haben die Verpfiiciitmig, mit den modenisten wissenschaftlichen Erkenntnissen und mit den modernsten Methoden in: Zeiten der Not - und höchster Sparsamkeit' mit Liebe und Ernst an diese Fra-e heranzutreten. Viele gilt es zu fördern, vielen gilt es. bei der Eheberatung krankhaften Nachwuchs zu verhüten, viele gilt es aut der Siedlungs-Scholle zu beraten und auch .dorthin zu folgen;'wohin den einzelnen Auswanderer der Weg führt Daher ergeht zunächst der Aufruf an einen jeden von uns seine Ahnentafel bereit zu halten: d. h. Angaben befr. der Eltern und Großeltern. Geburtstag und -ort, sowie Beruf bereit zu stellen, und Kopfbildcr (von vorn und von der Seilcl beizubringen: ferner sämtliche Zwillingsadressen (männlich, weiblieh, jeglichen Alters) im Bereich der Familie und Bekannten zu sammeln. Durch Nachfrage (kaum Unkosten) können Feststellungen gemacht werden bei den Standesämtern, die seit 187-) bestehen, den Provinzial-Rabbiuaten. den Gemeindeältesten (Frauungslisten. Ranglisten. Moliel-Büchem). Reichs- Archiv der deutschen Juden, Berlin N 24| Oranienburger Straße 29 31).: Zweckdienliche Angaben mit Lichtbildern werden möglichst umgehend erbeten au den Unterzeichneten Verband (bzw. die Unterzeichnete Geschäftsstelle). Evtl Rückfragen (nur schriftlich unter Beifügung von Rückporto) werden umgehejid erledigt. Arbeitsgemeinschaft für iüdische Frhforschuiig und Eugenik, »r. W. Nußbaum. Berlin W 57. Pots- •damer btraße 92. . . i Berelnlfflns für das literale JiHentmn r. u Einladung. I zu eittec - | aaPemcdeHd.9lauplvecsammluHg. am Montag, 2. Ohto&ec f933, nachmittags 6 Wie, im. üoqettAaas, SSedin 11) 62, Jädststcafe. 10. Eimigec %mftt dec Zagesocdmng: ‘Umwaudtung des Tlamens dec(üeceinigung. Berlin, 6. September 1933. . * Vereinigung für das liberale Judentum E. V. j gez. Heinrich Stern (Rechtsanwalt) Städtische Juden in Brasilien wollen siedeln. Unter'der jüdischen Bevölkerung der Siädie Sao Paolo und Rio de Janeiro macht sich in letzter Zeit eine starke Bewegung geltend, die städtischen Berufe mit dem Landleben zu vertauschen. Viele Juden hoffen, durch Siedlung auf dem Lande dauernde gesicherte Arbeit an Stelle ihrer jetzigen Beschäftigungen, die vielfach nur zeitweiligen Charakter tragen, zu erlangen. Es wird erwartet, daß die Bestrebungen der in Sao Paolo und Rio de Janeiro ins Leben gerufenen Siedlergruppen seitens der Regierung jene Unterstützung finden werden, die landwirtschaftlichen Kolonisationsversuchen in der Regel gewährt wird. Die fortschreitende Erstarkung der Siedlungsbewegung hat den Repräsentanten der JCA in Brasilien Oberrabbiner Dr. I. Rafalowitsch veranlaßt, in Unterhandlungen bezüglich des Ankaufs eines Landgutes in der Nähe von Sao I aolo,'einer Gegend, deren Klima den europäischen sehr ähnlich ist, ejnzutreten. 557000 Juden in acht Ländernlandwirtschaftlich tätig. Aus Montreal wird gemeldet: Anläßlich der Getreideweltkomerenz in Regina Sask hat die Jewish Colonisation Association (JCA) eine statistische Uebersiclit über Juden iin landwirtschaftlichen Beruie veröffentlicht. Aus diesen Aufzeichnungen ist zu ersehen, daß 557 000 Juden in acht Ländern derzeit landwirtschaftlich tätig sind. Die Gesamtfläche der von Juden bestellten Ländereien beträgt 5 410 750 Acres. Produziert werden verschiedene Getreidearten, Nüsse, Orangen, Weintrauben. iahak. Alandcln. Johannisbrotu. v. a. Auf der Ausstellung selbst wurden neben zahlreichen Produkten der jüdischen Kolonien Palästinas auch solche der jüdischen Kolonien m Kanada, Argentinien, den Vereinigten Staaten, Sowjetrußland, Polen. Brasilien und Rumänien gezeigt Einer Statistik der kanadischen Landwirtschaftskammer zufolge produzieren die jüdischen Landwirte Kanadas jährlich eine halbe Million Busheis Weizen, genug, um die gesamte jüdische Bevölkerung Kanadas zu versorgen, d. h. mit änderen Worten, die Juden Kanadas erzeugen ihr Brotgetreide .selbst. Rudolf S. Mosse gestorben. Im Alter von 43 Jahren ist der Rittergutsbesitzer Rudolf - . Mosse. einer der tatkräftigsten'Förderer der Bewegung zur Rucksiedlung deutscher Juden aufs Land, gestorben. : Rittergutsbesitzer Mosse war ein Neffe des bekannten Zeituiigsverlegcrs Rudoli Mosse. -Im Weltkrieg war er um seiner militärischen Leistung willen zum Oberleutnant betordert und mit dem Eisernen Kreuz 1. und 2. Klasse, dem öajenschcn Mihtarverdienstkreuz und dem goldenen Verwundetenabzeichen — er war fünfmal verwundet worden — ausgezeichnet worden. Der Sachverständige für Rasseforschung Im Innenministerium läßt die Quellen der Geschichte der Juden In Deutschland erforschen. WJe Üine Nürnberger Zeitung mitteilt, hat Dr. R. Kummer \om sachverständigen für Rasseforschung im Reichsministenum des Innern den Auftrag erhalten, die Quellen der Geschichte der Juden, in Deutschland, ganz besonders für das 18. . und 19. Jahrhundert, zu studieren. Keine Pressekarten für nichtarische Kunstkritiker. Wie wir hören, hat der Theaterausschuß einer siiddci. sehen Großstadt beschlossen, den nichtarischen Press benchterstattern keine Pressekarten ■ mehr zur Verfügung; stellen, d. h. ihnen nicht mehr den freien Eintritt in d; Theater zu gestatten. — Es ist uns nicht bekannt, ob diese Verfügung nur in diesi btadt oder auch anderwärts besteht. Es -will''uns abi scheinen, daß man den Kunstkritikern gegenüber zumindc die gleichen Ausnahmen machen sollte wie bei den Angehi ^e5twf,r. -anderen /eistigen Berufe. Sind heute allerem die Nichtarier von der Gleichberechtigung ausgeschlossen. < S,„e.nHan id°-ri. dl.e Frontkämpfer und diejenigen, die'schc vor 1914 als Theaterrezensenten tätig waren, nicht zwinge ihre Eintrittskarten selbst zu bezahlen. Gastspiel jüdischer Schauspieler in Straßburg. Uraufführung des Werkes eines jüdischen Autors. Für das Straßburger Stadttheater' wurde zur Aufführung von deutschen Stucken eine eigene deutsche Schauspielertruppe zusammengestellt, die unter Leitung von Robert Klupp auch in Colmar, Hagenau, Mülhausen und Saargemünd spie- 1 m Yird',,m Spielplan ist neben Aufführungen von Lessings „Nathan der Weise , Hebbels „Herodes und Mariamne“. Grillparzers „Die Jüdin von Toledo“ die Uraufführung eines neuen Stuckes von Unger„Der jüdische Lord“ vorgesehen. An dem Theater sollen Max Pallenberg, Fritz Kortner und Fritzi Massary gastieren. * 88 Lehrkräfte der Universität Frankfurt a. M. beurlaubt. Die in Düsseldorf erscheinende „Junge Front“ meldet: Ein beachtliches Vorlesungsverzeichnis ist das der Universität Frankfurt a M. Aus ihm erlährt man. daß im Hinblick auf die neuen Richtlinien über Abstammung und politische Einstellung insgesamt 88 Lehrkräfte dieser Universität beurlaubt sind