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Jüdisch-liberale Zeitung · 1933-08-15 · 10 (15.8.1933) · page 2

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Journal
Jüdisch-liberale Zeitung
Volume
13 (1933)
Issue
10 (15.8.1933)
Date
1933-08-15
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Adaunoj aus l’ammau jitten, adaunoj j'wordch es- ■^*-ammau wascholaum — Der Ewige gibt seinem Volke Krait, der Ewige segnet sein Volk mit Frieden. Geilt es nicht wie Hohn in unseren Ohren? Krait — und wir hartem Geschick unterworfen; Frieden — und unser Leben verzweifelter Kampf! Glauben wir wirklich noch unser Gebet „Dein Wort ist wahr und —treu, und von deinen Verheißungen bleibt keine unerfüllt? . - - Jüdische Menschen früherer Zeiten, die schwerer noch litten als wir, sie hätten diese Frage nicht gesteift. Inmitten des Kampfesum ihr friedloses Dasein fanden sie Seelenfrieden in der Versenkung in die Lehren ihrer ' Religion, Lebenskraft Jn ihrem unerschütterlichen Glauben. Freilich war diesen Menschen Thora und Schrifttum tägliches Brot Das ist es eben, was wir liberalen Juden in der Emanzipation verloren haben und nun erst wiedergewinnen müssen — die Verbindung des täglichen Lebens mit dem Gotteswort. Haben wir sie gefunden, .dann wird es auch uns die Stütze sein, die es unseren Vätern zu allen Zeiten war. HansBIoch, Hamburg. Verkündigung Gottes bestand, die aber nicht zaubern und deshalb auch nicht die Zukunft Vorhersagen konnten — samt den Zeitgenossen der Tempelzerstörung den Untergang des Heiligtums und des Staates beweint, haben sie, was wir keinen Augenblick verkennen oder vergessen dürfen, Gut und Blut ~"opfern, an Leib und Seele unsagbare Schmerzen tragen und folglich den Untergang ihres Vaterlandes als göttliche Strafe empfinden'inüssen. so betrachten doch die moderne Theologie und wir alle, die .wir rückschauend die mit jenen Ereignissen begonnene Entwicklung überblicken, - den nationalen Untergang Israels und seine Zerstreuung unter die Völker als Voraussetzung der Emanzipation. Diese aber ist uns und war uns nie. Selbstzweck. Wäre sie das, so würde ja unsre ganze Betrachtung jüdischen Seins auf nichts anderes hinauslaufen, als daß wir-frei und sicher leben wollen; ein solches Leben in der Freiheit und Sicherheit haben aber unsere Väter 'nt .altjüdischen' Staate gehabt, um der Freiheit und Sicherheit willen bedurfte es daher nicht erst der Zerstreuung. Vielmehr war diese Mittel .zum Zweck; denn die Emanzipation ist — geschichtlich betrachtet und auf das Ganze des Judentums gesehen statt auf das relative Glück der einzelnen Juden — nichts Geringeres als, die realpofitische Seite dessen, was uns in unserem religiösen Glauben der Messianismus ist. So-führt eine gerade Linie vom Sinai über die Tempelzerstörung in die messiaiiisclie Zukunft. An diese Zukunft glauben wir; wir bejahen rückhaltlos die Entwicklung des Judentums von einer Nationalreligion zur Universalreligion, und so müssen wir auch das Unglück und den Schmerz unserer Almen bejahen, weil in dem Untergang' jener Tage das Neuwerden eingeschlossen war. Deshalb wehren wir uns mit aller Kraft gegen diejenigen, die aus dem heutigen Geschehen falsche Folgerungen ziehen, die uns auf den .Irrweg locken und in Verhältnisse zurückführen wollen, die vor zweitausend Jahren mit ihrer Wirklichkeit ihren Sinn verloren; denn: das messianische Ziel zeigt uns: wer ja sagen will zum Judentum, der muß aucli ja sagen zur „Galuth“. zur Zerstreuung unter die Völker, muß ja sagen dazu, daß wir religiös Juden blieben, national aber den Völkern der Erde allgehörig wurden. Jedoch: scheint es nicht fast, als ginge uns nach der alten Heimat nun auch die „Galüth“ verloren? Sagt nicht.Deutsch fand zu uns, es wolle unsere Heimat' nicht sein, und sind nicht in fast allen andern Ländern Kräfte am Werk, die uns dort in eine ähnliche Lage bringen wollen wie hier? — Ja, es scheint, doch muß es gerade bei dieser Frage sich entscheiden, was stärker ist, die äußeren Verhältnisse oder unser Glaube. Und ih der—Tat werden wir zu Trugschlüssen gelangen, wenn wir nicht den alten Weg wieder ins Auge fassen, ■wenn wir nicht die Emanzipation in ihrem Zusammenhänge mit der Gesamtgeschicltte Israels betrachten, nach rückwärts und sodann in die Zukunft blicken. Denn das war unser Irrtum: wir betrachteten die Emanzipation als eine Art Endzeit; wir vergaßen über dem individuellen Glück, das die Gleichberechtigung uns brachte, die jüdische Sendung, die das Heil nicht; für die Juden nehmen, vielmehr für alle Menschen es bringen will. Und viele standen fassungslos, als mit der Gleichberechtigung ihr individueller Wohlstand und ihr Lebensglück ihnen genommen wurde. In völlig welthafter, weltverhafteter Gesinnung jammern sie nun nach Wiederherstellung im eigenen oder im . andern Land. Alles Bemühen um solche Wiederherstellung soll anerkannt, soll unterstützt werden, wir geben unsefn Ansprucli auf unser Lebensrecht im deutschen Vaterlande, und auf unser Lebensrecht. überhaupt, nicht auf. Aber wir sollten über all unsenn redlichen Bemühen um den Tag das mellt vergessen, woran wir lins alle aufrichten können, worin wir Ruhe und Trost finden, selbst wenn uns Hilfe im Augenblicke versagt bliebe. Nämlich dies: daß wir alle Leiden 'und Entbehrungen tragen wie die Soldaten im Felde, als Kämpfer für eine Idee, die Wirklichkeit werden will iin Gang der Geschichte. Hat man geglaubt, der Messias werde kommen, ohne daß wir etwas dazu beitragen müßten? O nein. Wie unsere Ahnen ihren Staat, Vaterland, Heiligtum. Freiheit, Besitz und LebenTiergeben mußten, damit der religiöse Gedanke und das ethische Ideäl des von den Propheten gekündeten Judentums unter die Völker gelange, so müssen auch wir alles das erleben, was die Augen der Völker auf das Judentum. seine Lehren und seine Menschen lenkt. Muß es uns uichf lieb sein, daß Millionen und Abermillionen, die noch vor kurzem die Frage -nacli Judentum und Juden nicht kannten oder für geringfügig hielten, heute auf dieses Judentum sehen, und müssen wir.nicht erfüllt sein von der Zuversicht, daß das von Leidenschaft verzerrte Bild immer mehr dem objektivem und wahren Bilde des Judentums Platz machen wird? und kann es also ausbleiben, daß letztlich, letztlich unser Leid die Menschheit — und. in ihr auch uns. — wieder ein großes Stück voranbringen wird? j Dieser Gedanke gibt unserem Leiden-Sinn, gibt uns dic_ Ruhe und die innere Freiheit wieder, denn er reiht das Ge-1 schclien dieser Tage sinnvoll ein in den Weg des Judentums von der Urzeit bis hin zu seinem fernen Ziele. Das ist ein Ja-Sagen zum Judentum, "welches nicht ein hier verlorenes Glück dorten wiederlierstelleri will, sondern welches mit dem Judentum das jüdische Leid bejaht, weil dieses Leid Kampi ist für das Heil aller. Unter diesem Heil der Menschheit aber, an dem wir ebenso teilhaben werden wie alle, wird nicht nur ein materielles Glück verstanden, sondern dieses Glück soll verklärt und getragen sein vom Geiste, von der Wahrheit und von der Liebe. Wer das erkennt, der wird nicht von äußeren Mächten zum Juden und zum entrechteten Juden gemacht, sondern er nimmt, in .einem neuen Sinne, auf sie das „Joch der Thora“; fast möchte man sagen, daß er die heilige Rolle auf seiner Schulter trägt wie der Soldat das Gewehr, im Kampfe für die,Idee, die das Judentum der Welt zu bringen von einer Macht bestimmt wurde, höher als alle Mächte dieser Erde. In solcher Felsengewißheit des Geistes trägt sich die irdische Not, die Ungewißheit unseres Lebens, unserer politischen und wirtschaftlichen Stellung leichter. Wir tragen schweres Leid um das, was man uns nahm. Aber wie man am Freitagabend.die Leidtragenden im Tempei begrüßt mit den Worten: „Gott tröste Euch mit allen, die um Jerusalem und Zion trauern!“, so sind auch wir getröstet in dem heiligen Wissen, daß unser Leid einverwoben ist in das Planen der Vorsehung. Der Weg, den sie uns weist, ist unser Weg, der jüdische Weg; und wohin er führt, das wissen wir, seitdem das prophetische Judentum die messianische Lehre kündete. Mag auch immer unsere Vorstellung von der messianischen Zeit sich von dem Bilde unterscheiden, das unsere Alten vom Messias sich machten: unverändert in aller Ver- Richilinien für künftige Einbürgerungen in Deutschland. Jüdische Abstammung auch entferntesten Grades bedingt - Ablehnung. In einer Veröffentlichung der Pressestelle des badischen Staatsministeriums werden die Richtlinien mitgeteilt, die. künftighin bei Einbürgerungen in. Deutschland gelten sollen. Nach einem Hinweis darauf, daß voraussichtlich in absehbarer Zeit mit einer Neufassung des Reichs- und Staatsangehörigkeitsgesetzes zu rechnen sei. wird betont, daß für die Zwischenzeit im Rahmen des noch gültigen Gesetzes die Einbürgerungspolitik im Sinne der nationalen Regierung geregelt werden müsse. Es sei davpn auszugehen, daß der Staat grundsätzlich kein Interesse daran hat, nichtdeutsche Personen in seine Gemeinschaft aufzunehmen. Einbürgerungen müßten also besonders begründete Ausnahmen sein. Von den elf für die Prüfung von Einbürgerungsgesuchen: aufgestellten Richtlinien beschäftigt sich die erste mit der arischen Abstammung. Der Staat lege auf Bevölkerungszuwachs von Nichtariern keinerlei Wert. Zwecks Verhütung einer weiteren Rassenvermischung lehne er es von vornherein ab, Nichtarier aufzunehmen. Bereits die Möglichkeit, daß der Gesuchsteller in entfernterem Grade als dem der Großeltern von Nichtariern abstamme,, gebe genügenden Grund zur Ablehnung des Gesuches. Fremdstämmige dürften grundsätzlich nicht eingebürgert werden. Ausnahmen gelten nur, wenn sich der Gesuchsteller besondere Verdienste in Deutschland erworben habe. Wenn sicli der Gesuchsteller mit einem Angehörigen einer fremden Rasse, besonders der jüdischen- Rasse, verheiratet, sei die Einbürgerung grundsätzlich zu versagen. * Im Zusammenhang mit den neuen Bestimmungen ist noch mitzuteilen, daß allein in Preußen mit der Ausbürgerung von etwa 10000 Ostjuden gerechnet werden muß. Martin Sobotker, Mitglied der Berliner jüdischen Repräsentantenversammlung und zielbewußfer Vorkämpfer der deutschjüdischen Jugend- und Sportbewegung. .- I Rechtsanwälte und Mündel. Wie der k. Bürgermeister Hafemann in einer Rundverfügung mitteilt, ist die Bestellung nichtarischer Rechtsanwälte für arische Mündel mit den Maßnahmen der nationalen Regierung nicht in Einklang zu bringen. Gegen die Bestellung jüdischer Rechtsanwälte für jüdische Mündel bestehen keine Bedenken. Die nidi torischen Anwälte in Thüringen. Einer Mitteilung der Thüringischen Staatlichen Pressestelle zufolge hat das Justizministerium an die Gerichte des Landes eine Verfügung gerichtet, in der angeordnet wird, daß bei der Beauftragung als Armenanwalt, Konkursverwalter, Zwangsverwalter usw. hinsichtlich der Entscheidung der Frage, in welchem Umfange in Zukunft noch h i c h t a r i s c li e Rechtsanwälte mit solchen Aemtem betraut werden sollen, ebenso die Interessen der in jedem Einzelfalle Beteiligten wie auch die berechtigten Auffassungen des deutschen Volkes zu berücksichtigen seien. In keinem Falle sollen daher Rechtsanwälte nichtarischer Abstammung gegen den Willen der zu vertretenden Partei, aber aucli sonst nur in besonderen Fällen mit den erwähnten Obliegenheiten betraut werden. Nur arische Modeschöpfer. Das Deutsche Modeamt teilt mit: In verschiedenen großen Tageszeitungen wird mitgeteilt, daß in unserer Mitte August stattfindenden Modellschau auch nichtarische Firmen zur Beteiligung an der Anfertigung deutscher Modelle hinzugezogen worden sind. Diese Bekanntmachung entspricht nicht den Tatsachen. Zur Ausstellung auf unserer Modellschau vom 17. und 18. August, die in den oberen Räumen des Zoologischen Gartens stattfindet, sind überhaupt keine Firmen, sondern nur arische Modeschöpfer zugelassen. änderung blieb die Lehre, daß der Tag der Zerstörung der Geburtstag des Messias ist Und wer diese Lehre begreift, der lobt in allem Leid den Gott, der dieses Leiden ihm schickte, indem er ihn zum Juden erschuf. Wohin unser Weg? Dorthin, wo kein Unrecht und kein Leid mehr wächst, und an dessen Ende sich alle, alle mit uns’vereinen. Nur glaubet nicht, dieser Weg sei gangbar ohne Arbeit. Wer Jude sein will, der muß erst wieder Jude werden. Der Sendling des Himmels wurde Bürger der Welt; das war richtig. Daß er seines göttlichen Ursprungs und Zieles dabei vergaß, das war falsch. Erst wer wieder lernt, völlig im Sinne des alten Glaubens ein Jude zu sein! erst der wird auch seinen Platz wieder finden. Religiöse Einkehr und Arbeit erst wird uns reif machen für jene .ethische ’ Gesinnung, die wir in der Mitwelt so schmerzlich zu vermissen glauben, die aber wahrlich auch unter uns in Vergessenheit geriet, seitdem Glück und Wohlstand uns das vergessen ließ, was allein dem Wohlstand Sinn verleiht: unsern jüdischen Weg in der Geschichte der Menschheit Einwanderung nach Argentinien. Reuter meldet aus London, die argentinische Regierung habe trotz den Einwanderungsbeschränkungen beschlossen, 500 Juden aus Deutschland aufzunehmen. Der amtlidie Sachverständige für Rassenforsdiung. Maßgebend für Fragen des Berufsbeamtengesetzes. Der preußische Innenminister teilt im Namen sämtlicher Staatsminister den nachgeordneten Behörden mit, daß Dr. Gercke als Sachverständiger für Rasseforschung beim Reichsinnenministerium bestellt worden sei. Er sei ausschließlich zuständig für die Ausstellung von Gutachten, die im Vollzüge des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums not- 'wendig werden. Nur dieser Sachverständige dürfe die Amtsbezeichnung „Der Sachverständige für Rasseforschung“ führen. Die Bestellung "anderer Sachverständiger für Rasseforsclmng, die Einrichtung sogenannter Rasseämter oder dergleichen in den Ländern und Gemeinden aus diesem Anlaß sei nicht zulässig. Im übrigen, so besagt der Erlaß, „sind alle Bestrebungen, über die Rassenfrage aufzuklären, bei ihrer großen Bedeutung selbstverständlich nur zu begrüßen. Aus Gründen der Einheitlichkeit ist es jedoch erwünscht, dabei stets die Mitwirkung des Sachverständigen für'Rasseforschung beim Reichsinnenministerium in Anspruch zu nehmen, der über besonders umfangreiches Material und erhebliche Erfahrungen auf dem Gebiete der Rasseforschung verfügt.“ Warnung für Arzte. Aus Anlaß eines bestimmten Vorfalls nehmen wir Veranlassung, unsere Leser dringend vor Angeboten von privater Seite betreffend Arbeitsvermittlung nach überseeischen Ländern für Aerzte zu warnen. Es sind hierbei trotz anfänglicher Zusicherung kostenloser Vermittlung erhebliche Forderungen für angebliche Auslagen für Kabel und Uebersetzungen erhoben worden, ohne daß ein Ergebnis erzielt wurde. Wir bitten, vor irgendwelchen Verhandlungen bei der „Zentralstelle für jüdische Wirtschaftshilfe“. Berlin N 24, Oranienburger Straße 31, nachzufragen. Zulassung nichtarischer Arzte bei den Krankenkassen am 1. September beendet, i Durch Verordnung des Reichsarbeitsministers werden alle Kassenärzte in der „Kassenärztlichen Vereinigung Deutschlands“ zusammengefaßt. -Die Kassenärztliche Vereinigung erhält Rechtsfähigkeit und untersteht der Aufsicht des Reichsarbeitsministers. Sie ist Träger der Beziehungen der Kassenärzte zu den Krankenkassen. Reichsführer der ■ Kassenärztlichen Vereinigung ist der Vorsitzende des Hartmannbundes Dr. Wagner. . Eine gleichzeitig vorgenommene Aenderung des ärztlichen Reichstarifs für das Versorgungswesen bestimmt u. a„ daß-die Kassenärztliche Vereinigung in der Reichs versorgung mit Wirkung vom 1. September ab die Zulassung der nichtarischen Aerzte für beendet zu erklären.hat, sofern sie nicht unter die bekannten Ausnahmebestimmungen fallen. Arierklausel für Zahnärzte. Der Reichsarbeitsminister hat auf dem Gebiete der strafferen Organisation des kässenärztlichen Wesens eine neue Verordnung erlassen. Danach wird eine kassenzahnärztliche Vereinigung Deutschlands mit dem Sitz in Berlin gegründet, die der Aufsicht des Reichsarbeitsministers untersteht. Der Reichsführer der Kassenzahnärztlichen Vereinigung' Deutschlands ist der Vorsitzende des Reichsverbandes der Zahnärzte Deutschlands. Zugleich gibt der Reichsarbeitsminister eine Verordnung über die Zulassung von Zahnärzten und Zahntechnikern zur Tätigkeit bei den Krankenkassen bekannt. Sie bestimmt, daß. bei der Kassenärztlichen Vereinigung Deutschlands ein Reichs-Zahnarztregister geführt wird, während der Reichsverband deutscher Dentisten ein Reichs-Zahntechnikerregister führt. Zur Praxis ist nur zugelassen, wer in-diesen Registern aufgeführt wird. Ueber die Eintragung in die Register gelten ähnliche Bestimmungen wie für die. Eintragung in die übrigen Arztregister, Insbesondere ist eine Arierklausei vorgesehen für die Zulassung der kassenärztlichen Behand- lung. Doch soll die nichtarische Abstammung kein Hindernis für Frontkämpfer auf deutscher Seite sein. Von Bedeutung ist-noch, daß nach den neuen Zulassungsgrundsätzen auf je 15 000 Kassenmitglieder insgesamt zehn Zahnärzte und Zahn- -techniker zugelassen werden, und zwar verteilt sich diese Quote so, daß von diesen zehn Zahnärzten und Zahntechnikern sechs Zaiinärzte und vier Zahntechniker sein müssen. Regelung der Zulassung für : . Kassenzahnärzte. In den von der Reichsregierung erlassenen Verordnungen zur Regelung' des Zulassungswesens für Kassenzahnärzte und Zahntechniker wird die vom jeweiligen Vorsitzenden des Reichsverbandes der Zahnärzte Deutschlands zu führende kassenzahnärztliche Vereinigung als Bindeglied zwischen Aerzten und Krankenkassen bestimmt. Voraussetzung für die Zulassung von Zahnärzten und -technikem zur Tätigkeit für Krankenkassen ist die Eintragung in die von den Oberversicherungsämtem geführten Register, wobei deutsche Reichsangehörigkeit und arische Abstammung (mit Ausnahme der Kriegsteilnehmer) nachgewiesen werden müssen. LINOLEUM einfarbig und gemustert für Zimmer, Treppen, Läden, Korridore u. Küchen Größtes Lager itn Zentrum — Kostenanschläge gratis F. STOEHR Miinzslraße 17 (beifit Jetzt Membardvtrafic IS) Fernsprecher: E 1 Berolina 1266

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