Jüdisch-liberale Zeitung
- Journal
- Jüdisch-liberale Zeitung
- Volume
- 13 (1933)
- Issue
- 8 (15.7.1933)
- Date
- 1933-07-15
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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13. Jahrgang Nummer 8 JfiöiftHUietflle geilnng 1. Beilage 15. Juli 1933 Mischehen in dieser Zeit. Von Dr. E. Nisch. Wißt Ihr noch; wie das gewesen ist — jahrzehntelang? Alle Predigt und Belehrung hat nichts genutzt und konnte nichts nützen, denn der jüdischen Religion und ihren, berufenen Hütern fehlt es an äußerlich autoritativen Machtmitteln, innerlich aber, in den Gemütern — der jungen Menschen wie ihrer Eltern — herrschte nicht der Geist des Judentums sondern der Geist der Zeit, vielmehr: der Ungeist der Zeit. Gewiß — es gab und gibt Ausnahmen. Es gibt „gelernte“ Jüdinnen, die ihrem Gatten und ihren Kindern ein besser jüdisches Haus bereitet haben, als manche „geborene“ Jüdin es vermag. Das soll dankbar und rühmend anerkannt werden. Aber die Regel war und ist es nicht, und alle Aus-' nahmen ändern nichts an dem Gesamtbild. Wohl ist es richtig, daß eine wirkliche Mischehe im eigentlichen'Wortsinne nur da besteht, wo die beiden Ehegatten auch nach der Eheschließung noch ihren verschiedenen Religionsgemeinschatten angehörig bleiben, und daß also eine Mischehe im religiösen' Sinne dort nicht vorliegt, wo der eine Ehepartner die' Religion des andern annimmt. Aber ganz so wie es bei Luther von der Taufe heißt: „Das Wasser tuts freilich' nicht“, so tut es bei keiner Religion und auch beim Judentum nicht der äußere Ucbertritt. Wo wirklich der ganze Mensch den Glauben annimmt, da ist es wie bei Ruth: sie, die gebürtige Moabiterin und Nichtjüdin wurde von der Bibel für würdig befunden, Stammutter König Davids und also auch des Messias zu sein (da ja der Messias aus Davids Geschlecht erwartet wurde). Der ganze Universalismus des Judentums liegt in diesem Gleichnis: die Juden mochten damals ein Volk und eine Nation sein, aber die Lehre des Judentums hatte, wie jede echte Religion, die Tendenz, Weltreligion zu werden, nicht aber die Nationalreligion eines kleinen Stammes zu bleiben. Eine gebürtige Nichtjüdin als Stammutter des jüdischen Alessias — aus dieser Erzählung spricht das große Ideal unserer Lehre, und alle Frauen, die I zunt Judentum übertreten, tragen seither den Namen dieser Moabiterin Ruth. Jawohl, sie heißen, aber sie sind deshalb.doch kaum wie Rutil. Und die Wirklichkeit bleibt hinter dem Ideal zurück. Sieht man ab von jenen vorhin gerühmten Ausnahmen, die sich mit ihrem ganzen Leben in das Judentum .versenkten —: die meisten blieben doch verstrickt in die Auffassungen der Zeit. Dabei sind diejenigen Fälle noch die menschlich erfreulicheren und für die Ehepartner selber ersprießlicheren, bei denen es die wahre Kameradschaft, die Interessengemeinschaft in Büro, Laboratorium oder Betrieb gewesen ist, die die jungen Menschen zueinanderiührte. Die Ehe selbst ist ja nach einer geistvollen philosophischen Definition nichts anderes. als das völlige Zusammenlegen aller Interessen dieser zwei einander heiratenden Menschen, und wo wichtige Lebensinteressen bereits vorher beiden gemeinsam sind, da steht also die Ehe wahrlich auf gutem Grund. Ganz anders aber, wo es sich nicht um wirkliche L e b e n s - Interessen sondern nur um Fiktionen und Vorurteile oder gar um krassen Egoismus handelt. Solche Ehen konnten kein Segen für das Judentum sein, und sie mußten ihre innere Bestandlosigkeit in dem Augenblick enthüllen, da ein Sturm das Kartenhaus solcher Familiengründung umbrauste. Solche Stürme gab’s oft. Aber sie waren-dänn individueller Natur. Mit einer Alischehe war eine gute gesellschaftliche Stellung erkauft worden, und dann zeigte ein finanzieller Zusammenbruch, daß auch die familiären Bindungen, die die betreffenden Menschen zusammengehalten hatten, äußerst brüchig waren. Dergleichen ereignet sich übrigens keineswegs nur in Mischehen: jede Ehe, die nicht im rechten Geiste geschlossen ist läuft Gefahr, daß in der Not jeder sich vom andern verraten sieht und trennt, anstatt daß sie beide gemeinsam tragen. Hat aber nun gar einer dem andern das „Opfer“ des Religionswechsels gebracht: welch unheilvoller Zündstoff ist das in der Stunde der Feuersbrunst! Ein solcher Feuersturm kam nun heute —: nicht mehr individuell für diese oder jene Familie, sondern für uns alle, iür die Gesamtheit der deutschen Juden. Und dieser Feuersturm vernichtete zunächst einmal alle Vorteile, die es bei den Mischehen für die Einzelnen immerhin gegeben hatte. Ja freilich — es ist heute alles ganz anders geworden. Karriere? Wer jüdisch versippt ist, wird zu uns’ gerechnet, Kinder und sogar Enkel aus Mischehen sind nicht mehr fähig, irgendwelche führenden Stellungen zu bekleiden, und ein" neues Reichsgesetz soll bestimmen, daß, wer jüdisch verheiratet ist, nicht Reichsbeamter werden kann, sowie umgekehrt daß Reichsbeamte, die sich jüdisch verheiraten, zu entlassen sind. Es ist klar, daß solch ein Gesetz sich nicht nur auf die relativ wenigen betroffenen Reichsbeamten, sondern, infolge der gesellschaftlichen Verhältnisse und Beziehungen, auf allerweiteste Kreise auswirken muß. Ahnt man, welche Tragödien sich da anbaimen, ahnt man terner, was sich schon heute in den Familien abspielt? Hier ist ein reinrassiger Arier, der aber den orthodoxen Schwiegereltern zuliebe Jude wurde, entlassen worden und mit Frau und Kindern brotlos; dort hat eine karrieresüchtige Frau den Weg ins Judentum genommen.1 weil die mehr oder minder hohe Stellung des Mannes sie reizte, und ist nun nichts weiter mehr als Jüdin und Frau eines aus dem Amt entlassenen Juden. Falsche Rücksichten hier, falsche Lebensziele dort — in jedem Falle aber eine allzu .flache Auffassung vom Judentum und vom Sinn einer jüdischen Ehe. Was auf so unsichere’h Grund gebaut ist, das -stürzt und muß wohl auch stürzen: zu be- - klagen nur das Schicksal der unschuldigen Kinder,-die darein verstrickt sind! Zu beklagen ferner wohl auch jeder einzelne Mensch, der in Unzulänglichkeit des Geistes solch Schicksal auf sich zog Und vielleicht auch jetzt sich als diesem Schicksal nicht gewachsen erweist Jawohl — zu beklagen sind alle leidenden und schwachen Menschen. Aber nicht zu beklagen ist in diesem Falle das Judentum und die jüdische Gemeinschaft. Gewiß, das Judentum ist universalistisch, und wer gläubigen Herzens kommt. Lehren und Pflichten der jüdischen Religion anzunehmen und auf sich zu nehmen, der ist vollwertiges Glied der Gemeinschaft, der höchsten Würden fähig — wie Ruth und wie, um hier nicht immer nur von Frauen zu sprechen, „der bekehrte Heide, der dem Hohenpriester gleichzuachten ist". Aber dennoch: die Religion macht Proselyten, weil sie Anhänger ihrer Lehre sucht; die Proselyten aber kommen oft aus ganz andern Gründen, und mögen, diese Motive menschlich ehrbar sein, so haben sie doch mit dem „neuangenommenen Glauben" .sachlich nichts zu tun und bilden in ihrer Religionsircmdheit eine Gefahr für die Religion und Religionsgemeinschaft. Wer wiH. behaupten, daß eine einzige der in Deutschland-bestehenden Religionen Nutzen von der Leichtigkeit gehabt habe, mit der man bisher den „Glauben", den man nicht hatte, wechselnkonnte? Das wird jetzt anders, und daß es anders wird, ist gut. Wer jetzt noch Auinulime ins Judentum sucht, der weiß, was er sucht und was seiner wartet. Nach rabbiuischer Vorschrift soll man einem Auinahmeheischenden dreimal abraten; besteht er dann noch darani. so soll man ihn anfnelmien. Dies Abraten scheint heute kaum mehr nötig: das Leben rät jedem genug ab. und wer trotzdem kommt, dem muß es heiliger Ernst sein. Wir sind künftig gesichert, daß die neu zu uns Kommenden. sehr wertvolle Menschen sind: wir sind ierner gesichert, daß' unsere eigenen Menschen so leicht und leichtfertig nicht eine judentumsfremde Mischehe entgelten. Auch das ist eine Eliestandshilfe. Von der großen Eheschließungsbeihilfe der Reielisregiehmg werden wir Juden ausgeschlossen sein: die indirekte Beihilfe aber, die wir durch die von uns nie gewollte Betonung des Rassenprinzips erhalten, ist in der großen jüdischen Verlustrcclmuug dieser Tagee immerhin ein Gewinnposten, der für uns noch große Bedeutung erlangen kann. Es durite nicht versäumt werden, diese Tatsache vor der jüdischen Oenentlichkeit zu registrieren und darauf hinzuweisen: Aus dem Unglück strömen uns neue Kräfte zu: wir kennen sie nicht, aber sie kommen, wie: sie immer kamen, solang es eine jüdische Geschichte gibt. Die Entlassung jüdischer Notare. Auf Grund des Gesetzes zur Wiederherstellung des Bertifsbeamtentunis sind 62 jüdische oder dem Judentum entstammende. Notare entlassen worden, darunter auch Dr. Julius ßrodnitz, der Vorsitzende des Centralvereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens. Es handelt sich dabei um die Auswirkung der gesetzlichen Bestimmung, daß nichtarischc Notare, deren Ernennung nach dem 1. August r91-t eriolgte und die nicht unter die Ausnahmen iür Frontkämpfer fallen, zu entlassen sind; individuelle Sondermaßnahmcn gegen bestimmte Persönlichkeiten liegen nicht vor. Lloyd George auf einer jüdischen Tagung. Der frühere englische Ministerpräsident Lloyd George hielt auf einem Bankett des. Jewish Religious Education Board in London eine großangelegte Rede, in der er sich eingehend mit der Lage der Juden in Mitteleuropa befaßte und den Unterricht in jüdischer Geschichte und Literatur als ein Mittel zu erhöhter jüdischer Widerstandskraft bezeichucte. Von Deutschland sagte er u. a.: „Es darf nicht vergessen werden, daß die Deutschen im dreißigjährigen Krieg den größten Kampf aller Zeiten um religiöse Freiheit geführt haben. Ich glaube nicht, daß die Zurücksetzung der Rasse, zu der der Stifter von Luthers Religion gehörte, das letzte Wort sein wird, das das deutsche Volk der Welt in der Frage menschlicher Freiheitzu sagen hat.“ Nationale Arbeiterpartei Englands bedauert die Zurücksetzung der Juden in Deutschland. Die Executive der Nationalen Arbeiterpartei hat eine Resolution gefaßt und. dem Ministerpräsidenten MacDonald überreicht, in der erklärt wird, die Executive, die an das Prinzip bürgerlicher Freiheit glaube und der Mitwirkung Deutschlands in der Vergangenheit bei der Aufrichtung allmenschlicher Ideale sozialer Verbundenheit eingedenk sei, bedaure die durch die deutsche Regierung weiter fortgesetzte Politik und Praxis . einer gegen die Juden gerichteten Diskriminierung. » „Im Namen der Britischen Christenheit.“ In der Oueen’s Hall zu London fand eine von über 3000 Personen besuchte Massenversammlung führender christlicher Persönlichkeiten statt. Den Vorsitz führte Lord Buckmaster, ehemaliger Lord Chancellor, der von sich sagte, er habe keinerlei Beziehungen zu Juden, aber wie er nach dem Kriege allen Bestrebungen entgegentrat, mit den Deutschen in "England in ähnlicher Art zu verfahren, wie es heute mit den Juden in Deutschland geschehe, so fühle er sich heute be- Techtjgt, für diese einzutreten. — Im Mittelpunkt der Versammlung stand eine Rede des Erzbischofs von Canterbury. Dr. Cosmo Gordon Lang, des Oberhauptes^ der englischen Hochkirche. Die Rede gipfelte in einem Appell an den deutschen Reichskanzler und an j das deutsche Volk und stellte die Begründung einer von der Versammlung angenommenen Resolution dar, die folgenden Wortlaut hat: „Ohne das Recht in Anspruch zu nehmen oder den Wunsch zu hegen, sich in die inneren Angelegenheiten eines anderen Landes einzumengen, und von dem Wunsche erfüllt, daß die höchst freundschaftlichen Beziehungen zwischen Groß-, britannien und Deutschland aufrecht erhalten werden mögen, hält es die Versammlung für ihre Pflicht,, ihrer Meinung Ausdruck zu geben, daß die derzeit gegenüber den Juden in Deutschland geübte Zurücksetzung den Grundprinzipien der Toleranz und Gleichberechtigung widerspricht, zu denen sich die moderne Welt in bezug äuf die Behandlung von Minderheiten der Religion oder Rasse nach bekennt.“ Auf der Versammlung sprachen ferner der Vorsitzende der United Conference of Methodic Churches Dr. John Scott- Lidgett. und Earl of Iddesleigh namens der englischen Katholiken. „Andachisshmden." — Bemerkungen zum Aufsatz.von Dr. Sachs. Im Anschluß an den Aufsatz „Wege ins Neuland" von Dr. H. Sachs (vgl. Nr. 7 der J.-l. Z. vom 1. Juli jd. .1.) d.m ’ ich darauf hiuweisen. daß derartige Andachtsstuiiden lnii. sagen Feierstunden) schon seit drei Jahren bei deri^Kolmr ..Gemeinschaft'' bestellen. Es handelt'sich dabei nicht uni Vorträge, wie sie jetzt in Berlin unter dem gleichen Namen 'veranstaltet werden, sondern nm neue kultische' Veranstaltungen. Der Kreis, der sielt in der „Gemeinschaft“ zusammeugefiuuk-ii hat. war und ist ein "solcher, .wie er Herrn Dr. Sachs vnt-’ schwebt. So konnte ich' denn die von mir seit langem propagierte neue kultische Form für- Neureligiöse hier leicht und schnell Wirklichkeit werden lassen. . Die Feierstunden, die nicht regelmäßig stattfiiideir. di h. nicht wöchentlich und fast nur abends, dauern in der Regel, auch an den Feiertagen. 511 Minuten. Sie sind eiltet Mischung von Musik. Vorlesung mid - Ansprache. Musik und Vorlesung tragen religiös-weltlichen ii n d biblischen Charakter. Neue iüdische Autoren werden;ebenso berücksichtigt wie: alte, auch nichtjüdische kommen zu Wort. Die Feierstunden finden ohne Kopfbedeckung und ohne Talith statt, Herren und Damen sitzen nebeneinander. Die letzte Feierstunde, am-Wocheniest. ging . unter Mitwirkung der reifen Jugend vor sich. Sie enthielt: Einleitungsworte. von mir seihst gesprochen, abschließend miL einer kurzen Lesmrg aus Ezechiel (über den „neuen Geist“)., ein neueres jüdisches Gedicht, eitle Lesung aus Steiutlial und Rathenau. Ansprache mid wieder ein Gedicht (Musik War diesmal fortgefalleu). Fiir die Kinder veranstalten wir an jedem Feiertag eine Feierstunde, die auch — im obigem Sinn — religiös-weltlich gehalten ist und bei der ich selbst nur die „Ansprache" halte, die als Unterhaltung vor sich geht. Alles Andere liegt bei den Kindern. . - Der „Unterricht" findet in Gruppen in den einzelnen Familien statt und trägt „tlciiif-Charukter. d. h. mischt Ernst und Gemütlichkeit, als Vorlesung tider Spiel (fiir diese Umformung des „Unterrichts“, auch für größere Gruppen, hin ich seit langem eiugetreten). [ " 'f' Eine „Einsegnung" von Knaben lind Mädchen jfaml -- im obigen Sinn — im vorigen-Jahr als Hekcnntuisfeicr statt. Ein Bericht darüber stand iii der J.-l. Z. I _ An den Hohen Feiertagen bedielten wir uns der Musik der Reiormgemeiude (Schallplatten) und wesentlicher iStticke der Liturgie. Am. Versölmuugsfest werden drei Feierstunden veranstaltet (die zweite mit Scelenfeicr. die dritte als Feier der Jugend). Jede Veranstaltung datiert im Durchschnitt eine Stunde (abends, vormittags, nachmittags). Hebräisch nimmt hei uns denselben Raum wie in der Rcfornigcmcindc ein. Rabbiner Dr. B. Gottsclialk, Köln. Jüdischer Massenblllgottcsdlcnst. Der in der Albert Hall zu-London unter Beteiligung .von Führern aller Richtungen des englischen Judentums und dun Rabbinern des konservativen, lihcralcu und— seplmrdlschen Ritus abgehaltcne Masscubittgottesdienst nahm einen eindrucksvollen Verlauf. Ueber 5(100 Personen, unter ihnen bekannte Persönlichkeiten des jüdischen öffentlichen Lebenvwle Sir .Herbert Samuel, Lord Mclchett und d'Avigdor Goldsmld, hatten sich zu dem Gottesdienste eingefunden, i Die Predigt hielt Chief Rabbi Dr. J. H. Hertz. Er schilderte In ergreifenden Worten die Lage der Juden in,Deutschland und mahnte zu Gottvertrauen und Festhalten 7m den großen ethischen Grundsätzen des Judentums. Die Predigt gipfelte in der Forderung, außer der materiellen Notlage der 'deutschen Juden auch ihrer geistig-seelischen Not eingedenk zu sein und die religiösen Uiiterriclitsinstitutionen der deutschen Juden vor Untergang zu bewahren. ' * . ' - * I | Das Unterhaus. Auch im Unterhaus ist das deutsche Jiidcnprnblem neuerdings wieder mehrfach erörtert worden. Reden, die Sir Austen Chamberlain und der Außenminister Sir John Simon gehalten, haben, sind von der deutschen Presse als. unziemliche Einmischungen in die deutsche Innenpolitik zurückgewiesen worden, Das halbamtliche W, T. B. verbreiiete einen Kommentar, in dem es den englischen Politikern sowohl das nötige Verständniswie auch die Richtigkeit ihrer Informationen Uber. die deutschen Vorgänge bestreitet und dannfortfährt: „Daß . ferner die Judeufrage nicht, wie es immer wieder geschieht, als Rassenirage schlechthin behandelt werden darf, sollte Sir John Simon bekannt sein, handelt es sich doch iir erster I-iiiie da/unt, d a s i ü d i sch e El e m e n ti n -De u t sc lila ii d auf das. Maß an Beteiligung am öffentlichen Leben und an sonstigen Einflüssen-in ficrul-tmv. zurückzuführen, wie ihm nach seiner anteiligen Bevölkerungs- Ziffer tatsächlich zukommt“ Weiten Beleidigungder jüdischen Kriegsveterancn verurteilt. Die 12. Pariser Strafkammer hat, den bekannten Parfümfabrikanten Francois Coty wegen Beleidigung jder jüdischen Kriegsveteranen zu einer Geldstrafe von 100 Francs und Veröffentlichung des Urteils in sechs Pariser Tageszeitungen verurteilt. Die Klage gegen Coty war vom Verband der ehemaligen^ jüdischen Kriegsfreiwilligen wegen, einiger Artikel In . Cotys~„Aini du Peuple“ und „Figaro" erhoben -worden, lir> denen' beiiauptet wurde, die jüdischen Kriegsteilnehmer- Organisationen seien geheime revolutionäre- Zellen,. Vor’ Gericht erklärte Coty. er habe keine antisemitische Kampagne geführt und richte seinen Kampf nicht gegen die Juden als Volk, sondern nur gegen Finanziers. Bolschewiken uni) An-~ archisten. Zahlreiche Zeugen bekundeten die Tapferkeit und Opferbereitschaft der jüdischen Soldaten während des Weltkriegs. Zur selben Strafe wie Coty wurde auich der verantwortliche Schriftleiter des „Ami du Peuple“ verurteilt. Jenseits des Kanals. NEUES SUMATRA-VOjiM SANDBLAJT*;* SORTIMENT zu15>20 25 3&m KISTCK ZU SO STOCK ' ’ HERVORRAGEND FEINE r ■'.* QUAUTATS -ZIGARREN: ■ tflor jrript/» ~ $SaenLck&-Schlagjer :■ HAUSMARKE COPOAMS-SOPT/MEN T Pein - überseeisch zu 10-12.15.18 - 20 Pf. _KISTEN ZU 50 STQCn NEUE JLLUSTP. PREISLISTE nOSTENFQEI: *oTto boenicke BERLIN W. 8 FRANZÖSISCHE STR. 21 u. ZWEIGGESCHÄFTE