Jüdisch-liberale Zeitung
- Journal
- Jüdisch-liberale Zeitung
- Volume
- 13 (1933)
- Issue
- 8 (15.7.1933)
- Date
- 1933-07-15
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Dr. Rudolf Geiger 60 Jahre. Wir kennen ihn nur jung und jugendlich, er ist in den vergangenen 25 Jahren {nicht „alt“ geworden, und so wird er auch in den nächsten 25 Jahren nicht „altern“. Warum wir aber gerade nur von den fünfundzwanzig letztvergangenen Jahren sprechen? Nun, Abraham Geiger nennUman den theoretischen Begründer des religiös-liberalen Judentums,.sein Enkel Rudolf feiger war es, der mit Bernhard Breslauer, Heinemann Vogelstein, Benas Levy und einigen andern die Organisation des religiös-liberalen Judentums schuf, und das war 1908, vor fünfundzwanzig Jahren, also. Seither ist er der allverehrte einigmig für religiös-liberales Judentum, und man kennt ihn als Verfechter eines rein reli Wörter religiöser Reformen, all ticrteii' Judentums, vor allem zionistischen Strömungen: mari1 fiösen Judentums, als Befür- Gegner eines politisch Orientes Zionismus und aller prokennt ihn ferner als Meister der Debatte und der Abstimmung. Alle diese Fähigkeiten, dazu sein religiöses" Wollen, Liebenswürdigkeit haben ihn at ch in der jüdischen^eligionsgemcinde seiner Heimatstadt F ankfurt auf hohe und verantwortungsreiehe Posten geführt religiös-liberalen Gemeindevertreter (Repräsentanten). Noch viel wäre über ihn hier zu schreiben, doch ist heute nicht die Zeit, Feste zu ieiern. seinen 60. Geburtstag: wir allewerden mit guten Gedanken und Wünschen bei ihm sein.' Notwendigkeiten der deutschen als mancher andere, sagf von sich off mit leiser Resignation, er habe stets Recht gehabt t Doch immer siegt dann bei ih und läüt ihn iorttahren: seine ihm vor, von gestern zu sein, Daß dieser, fröhliche Glaube wünschen wir ihm und uns. < Zweite Vorsitzende der Verseine menschliche Güte und er steht-an der Spitze der Am 25. Juli begeht Dr. Geiger Er, der die Situation und die Juden stets klarer erkannt hat nd stets Unrecht bekommen, n der altjüdische Optimismus imierjüdischen Gegner werfen er sei aber von übermorgen, glückhaft in Erfüllung gehe, ' —tz. Errichtung einer Dr. Joseph Lehmann-Stiftung. Die Berliner Jüdische Reiormgemeinde hat beschlossen, zum 1 Andenken an ihren vor Kurzem verstorbenen Rabbiner und Führer des Reiormjudentuins in Deutschland Dr. Joseph Lehmann' eine ‘Stiftung -zu errichten. Die Jüdische Reformgeincinde wendet sich mit folgendem Aufruf an die Oeffentlichkeit: ' „Oft kamen Gebeugte oder Bangende, Sorgenvolle oder Zweifelnde zu unserem Dr. Joseph Lehmann. Ihnen allen warer Berater, Urquell neuer Kraf oder trostreicher Zuversicht. Oft kamen zu ihm Menschen n materieller Not. Jltnen gewährte er Hilfe in Stille und Verschwiegenheit Er hatte ia wie selten einer wohlhabende u td mildtätige Freunde um-sich geschart, die bereitwilligst gab:n, wenn -er es für erforderlich hielt. . . Unmöglich erscheint es uns heute, die Lücke zu schließen, die im Gemeinschaftsleben, deutscher Juden durch den Heimgaug^dieses seltenen Mannes entstand. Was aber in unseren Kräften: steht, das wollen wir zur Fortführung seines Werkes tim. Aus dieser Erwägung hat der Vorstand der Jüdischen Reformgemeinde die Errichtung einer „Dr. Joseph Lehmann- Stiftung“ beschlossen. Sie soll das Andenken an sein soziales Wirken wach erhalten, soll Not er es'tat, lindern helfen. So sollen die Beiträge zur mag es sich dabei um größt sclinell und verschwiegen, wie die der einzelne nach seinen Kräften gibt — Bausteine sein für eitj.-Werk in seinem Geiste, Anerkennung. (Zuwendungen erbeten auf da: Reformgemeinde, Berlin, Nr. 26134't Lehmann-Stiftung.)1 Dr. Joseph Lehmann-Stiftung“ oder kleine Beträge handeln, :in Werk des Dankes und der Postscheckkonto der Jüdischen lit dem Zusatz: für die Dr. Joseph EINLAC >UNG Der KULTURBUND ij ist soeben mit Genehmigun; unter Beteiligung aller grofje gegründet worden. Der Kulturbund deutscher Jl gestellt, die künstlerischen u der deutschen Juden durch ei Theater *(5crauspiel und C zu pflegen. Näheres über di Ihnen unser erster Werbeab hiermit ergebenst einladen. Der Werbeaber Montg./d. 17.7. 33, Synag. Q1/ ■ Prinzregentenstrafje 69/70 (Jf- Es sprechen: Rabb. Dr. Leo Bae Dr. Kurt Singer - Edith Herrnstadt-Oettinger . Musikalische Umrahmung der ster und Orgel. Der Eintritt zu beiden Verans Programm stattfinden ist frei. KULTURB Dr. Kurt Si EUTSCHER JUDEN g der Regierungsbehörden n jüdischen Organisationen den hat sich die Aufgabe nd geistigen Bestrebungen gene Veranstaltungen: per), Konzerte und Vorträge b Ziele unseres Bundes soll 3nd sagen, zu dem wir Sie d findet statt „ Dienstg., d.18.7.33, Synag. r Oranienburger^ Strafe 30 de - Rabb. Dr.. Joachim Prinz - Julius Bab : Rezitationen aus der Bibel Veranstaltung durch Orchetaltungen, die mit gleichem JND DEUTSCHER JUDEN riger Julius Bab Gleichschaltung im Deutschen MetallgrofthandeL Wie die „Börsen-Zeitung“ meldet, hat der Vorstand des Vereins deutscher Metallhändler im Sinne der vom Spitzenverband des deutschen Großhandels, dem Reichsverband des Deutschen Groß- und Ueberseehandels, herausgegebenen Richtlinien für die Gleichschaltung der Handelsverbände eine Umgestaltung erfahren. An Stelle der bisherigen Vorsitzenden sind neun durchweg arische Herren getreten, von denen vier der NSDAP angehören. Der neue Vorstand hat seine Geschäfte bereits aufgenommen und zu seiner Unterstützung einen Beirat bestellt, der sich aus Vertretern jüdischer Firmen der Branche zusammensetzt Studienräte als Religionslehrer. Auf eine öffentliche Anfrage, die in diesen Tagen an die Berliner Jüdische Gemeinde gerichtet wurde und die eine Art Beschwerde darüber darst^Ite, daß man Studienräte zu Reli-. gionslehrern ausbildet anstatt sich der vorhandenen oder in Ausbildung begriffenen Rabbiner oder Religionslehrer zu bedienen, teilt der Preußische Landesverband jüdischer Gemeinden folgendes mit: Die von dem Preußischen Landesverband jüdischer Gemeinden — nicht von der Berliner Jüdischen Gemeinde — eingerichteten Kurse, an denen nur Lehrkräfte mit einer bereits abgeschlossenen pädagogischen Ausbildung teilnehmen können, bezwecken einmal, die Anstellungsfähigkeit dieser . ^Lehrkräfte dadurch zu erhöhen, daß sie zu ihren sonstigen ' Fakultäten auch die Befähigung zur Erteilung des Religionsunterrichts erwerben können. Daneben aber, und bei einem großen Teil der Teilnehmer vorwiegend, soll durch die Kurse den Lehrkräften, die im jüdischen Schulwesen Verwendung zu finden hoffen, dasjenige elementare jüdische Wissen vermittelt werden, das heute von Lehrern an jüdischen Schulen, ganz gleich in welchen Fächern sie unterrichten, verlangt werden muß. — Die Dozenten, die berufen sind, die Kurse zu leiten und die Abschlußprüfung abzunehmen, bieten die. Gewähr daiür, daß sie nur solchen Kursteilnehmern die Lehrbefähigung erteilen werden, die sie nach Vorbildung und Wissen verdient haben. Eine Konkurrenz für die Rabbiner oder akademisch ausgebildeten Religionslehrer ist im Gegensatz zu der Annahme des Herrn Dr. Flatow keineswegs zu beiürchten, weil es sich nur um einen kleinen Kreis von Personen handelt, die zudem nicht als hauptamtliche Religionslehrer Beschäftigung finden dürften, sondern im Rahmen ihrer sonstigen unterrichtlichen Tätigkeit auch einige Stunden Religionsunterricht geben sollen. Aus den Gemeinden Berlin. (Ausgle ich st el le für j ü dis ch es Kranken p fl egep e rsonal.) Bei der Vereinigten Zentrale für jüdische Arbeitsnachweise Berlin-Charlottenburg 2, Kantstraße Nr. 158, ist eine besondere Ausgleichs- und Vermittlungsstelle für jüdisches Krankenpflegepersonal eingerichtet worden. Jüdische Krankenanstalten, Hospitäler, Altersheime, Heilstätten, Erholungsheime, Privatkliniken sowie Privatpersonen werden dringend gebeten, offene Stellen unter Angabe der besonderen Wünsche bei der Vereinigten Zentrale für jüdische Arbeitsnachweise, Abt Krankenpflegepersonal-Vermittlung, anzumelden. . „ ■ . Berlin. (Pe rsönl i ch es.) Am 1. Juli beging Herr Siegmund Sa 1 i nge r-seinen 75. Geburtstag. Herr Salinger, einer der „Stifter“ der religiös-liberalen Organisationen, ist eine, der populärsten jüdischen Persönlichkeiten des Westens, und gehört dem Vorstand der Synagoge Fasanenstraße an. — Nicht weniger populär und bekannt ist unser Gesinnungsfreund^ Herr Albert Silbermann, der am 15. Juni in vollster körperlicher und geistiger Frische seinen 85. Geburtstag beging und rege in unseren religiösen Vereinen mitarbeitet. — Beiden Jubilaren sprechen wir an dieser Stelle unsere herzlichsten. Glückwünsche aus. . Hlndenburg O.-S. (Anschlag auf.die Hindenburger Synagoge.) Auf die Hindenburger Synagoge und die gegenüberliegende jüdische Schule ist in der Nacht vom 25. zum 26. Juni ein Anschlag verübt worden, durch den auch einige Privatwohnungen, in denen nichtjüdische Leute wohnen, betroffen worden sind. Die Täter rissen den die Synagoge umgebenden Holzzaun nieder und zertrümmerten durch Steinwürfe eine große Anzahl von Fensterscheiben. Die Schuldigen, die inzwischen festgestellt werden konnten, sind junge, unvorbestrafte Burschen; sie haben allem Anschein nach in angetrunkenem und völlig unüberlegten Zustande gehandelt. Die Kreisleitung der NSDAP, der di,e Täter angehören, hat sich nach Kenntnisnahme des Vorfalles sofort mit dem Gemeindevorsitzenden Herrn Rechtsanwalt Dr. Guthaner, in Verbindung gesetzt und ihr lebhaftes Bedauern zum Ausdruck gebracht: sie erklärte hierbei, daß sie derartige Exzesse weder billige noch unter irgendwelchen Umständen dulden werde. Schadenersatz wurde in vollem Umfange angeboten. Landsberg (Warthe). (Neuer Gemeindevorsitzender.) An Stelle des von hier verzogenen, um unsere Religionsgemeinde hochverdienten Herrn Rechtsanwalt Dr. Martin Meyer wurde Herr Fabrikbesitzer Arthur Heymann zum Vorsitzenden der Gemeinde gewählt' Regierungsrat Friedlaender und Professor Mühsam. Der preußische Unterrichtsminister Rust hat den Geheimen Regierungsrat Dr. Max J. Friedländer von der Leitung der Direktion der Gemäldegalerie im Kaiser Friedrich-Museum entbunden. Regierungsrat Friedländer, eine international anerkannte Autorität auf dem Gebiet der älteren deutschen und niederländischen Malerei, war länger als ein Menschenalter der engste Mitarbeiter und Freund- Wilhelm v. Bodes. Sein 1916 erschienenes Werk „Von Eyck bis Bruighel“ gilt als eine der besten geschichtlichen Darstellungen der niederländischen Malerei. * , - Nach fast 40 jähriger Krankenhaustätigkeit im Dienst der Stadt Berlin ist der chirurgische Direktor des Rudolf Virchow- Krankenltauses Professor Richard Mühsam im 62. Lebensjahr zurückgetreten. Er ist der Verfasser eines Buches über die Chirurgie der Milz. .Noch vor dem Aufkommen der sogen. Steinach-Operation konnte er über Erfahrungen auf dem Gebiet der operativen Verjüngungstherapie berichten. Kurhaus Konradshöhe ^hÄtraße«? Erholungs- und Dauerheini, Wochenend (4,50) mit und ohne Pension (auch rituell). Tagespension, Malerische Waldwasservilla, Havelpavillon. Fernsprecher: Tegel 307 : Straßenbahn 28. ProLBenjamins Kinflersanalorium und Erzietiunpsheiin I für erholungsbedürftige und nervenzarte Kinder . Zell-Ebenhausen (Isartal) 700 m hoch J Rosenthnl & Sctiey Berlin N- 54, Gormannsir. 1 Telefon: D1 Notden 4747 und 4610 Fleisciihonserven eigener Herstellung unt. Aufsicht d. Rabb. d. Kasdir. Komm. d. Jüdischen Gemeinde, Berlin 11 Nachtrag zur Veröffentlichung der Kaschruth-Kommission || der Jüdischen Gemeinde in der Aiugabe vom 1. Juli 1933 Folg. Restaurationen unterstehen noch d. Aufsicht unseres Rabbinats: Mensa Academica Jndalca e. V., Berlin N 54*, Rosenthaler Strafte 40/41. Durchfahrt 5, parterre (Telefon: D 1 Norden 5950) Kaschruth-Kommission der Jüdischen Gemeinde zu Berlin Vereinsnadjriditen. Geschäftsstelle der Jüdischen Handwerker- und Allttelstandsorganisationen. Der Zentralverband jüdischer Handwerker Deutschlands E. V., der Verein selbständiger Handwerker jüdischen Glaubens E.' V. und der Reichsverband des jüdischen Mittelstandes geben bekannt, daß sich ihre gemeinsame Geschäftsstelle ab 12. Juli in Berlin W-50, NachodstraUe 8 (Telefon: B4 Bavaria 1030) befindet. /----—“—"N EUGEN SCHÖNBERGER EDITH SCHÖNBERGER, geb. Falk Vermählte Mainz, Walpodensfr, 5 * 23. Juni 1933. 9ximiÜen=7lacPicicfUett~ (Aufnahmen in diese Rubrik kostenlos.) . Silberne Hochzeit: Albisheim a. d. Pir.: Ädoli Rothschild - und Frau Johanna, geb. Metzger. 8. VII. 33. Gestorben: Berlin: Bernhard Krisch. Vertreter (-innen) gesucht für erste Bremer Kaffeerösterei “ Carl Max Josephs Bremen- Lieferant von PeBach-Kaffee und Tee Pension Wittenbergplätz KLEISTSTRASSE 22 " r x Telefon: BS Barbarossa 3035 Komfortable Zimmer ‘ Zeitgemäße Preise Zur Hilfe und Vertretung der Hausfrau oder für jegliche Arbeit in Heimen als Vorleserin, Gesellschafterin, Reisebegleiterin einer Dame empfiehlt sich versierte, sehr gewandte Dame. 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