Jüdisch-liberale Zeitung
- Journal
- Jüdisch-liberale Zeitung
- Volume
- 13 (1933)
- Issue
- 8 (15.7.1933)
- Date
- 1933-07-15
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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um im xutdem £and Roman von'Stefan Reginald Marknes (Copyright by Hanns Lucwcnstein und Willi Tisch Verlag,) . -- 3, F-o rtsetzung. — (Den neu hinzu tretenden Abonnenten wird der bereits erschienene Teil des Romans auf Bestellung kostenlos nachgeliefert.) Bisheriger.Inhalt: . : Xaveriiis, Spatredakteur einer bekannten Mitternacbts- ZcituriK. verschlaft die Bekanntgabe der sensationellen l.’ntliihrungsaffäre des Victor ArSgo. Viotor soll von einer Gruppe junger Älädehen verschleppt worden sein. In Wirklichkeit hat er sich freiwillig den Damen an- ' gesclijossen. deren bewunderte Führerin Micaela —.ein halber Findling — ist. Sie llät zwar in der Ferne einen einzigen alten Onkel Cohn, doch wissen beide nichts voneinander. — Victor erfährt im Geheimklub die " - Lebensschicksale seiner neuen Freundinnen, und sein fast erlahmter Idealismus und sein Genius werden neu beflügelt. — Am gleichen Tage versammeln sich im sogenannten „Eguisten-Klub" die Kapitalisten, um über den Ankauf von Victor Aragos Tonfilmerfindung zu beraten. Zu diesem Kreise gehört auch die Familie Laporta, mit der Micaela durch ihre Freundschaft mit der jungen Ruth Laporta und durch ihre Arbeit in dem grollen Kauihausc dieses Namens verbunden ist. Die „Egoisten“ sind zwar in wirtschaftlichen Dingen äußerst scharf und ohne alle Skrupel, aber zum Ausgleich fehlt ihnen nicht Naivität und unfreiwilliger. Humor. . Nachdem der Aufsichtsrat die Lieblichkeit der Schlummer- Ouvertüre ergebungsvol! geschluckt hatte, erhob sich Geheimrat Amigo— uifter Geheimratstitel gehört man nicht in den Egoisten-Club — zur thematischen Behandlung der Tagesordnung, erster und .einzigster“ Punkt: Ankauf und Verwertung der angebotenen Erfindung eines gewissen Victor Arago auf dem Gebiete des Tonfilms. Die Korona erwachte, die Aufsichtsräte reckten sich, jetzt kam Eifer'und Leben in die-Gesellschaft Amigo fuhr fort: „Der junge Mann, welcher draußen darauf wartet, seine Erfindung theoretisch zu demonstrieren, wird von der Geschäftsleitung des Warenhauses Laporta als höchst intelligenter Mensch geschildert“ Rütlis Vater nickte bestätigend. „Und wenn sich nur ein Bruchteil der Ideen in unserer Hand verwirklichen läßt", referierte Amigo weiter, „dann werden wir eine Revolution des Toniilms erleben, gegen die alles Dagewesene in nichts zerfällt Daß wir vor allemdie Patente sehr billig erwerben werden, versteht sich von selbst. Arago ist nämlich Idealist, siehe Auskunft der Molekular-Detektei!" Dabei schwenkte Anfigo das diesbezügliche Aktenstück. Eine Schweige-Sekunde tratein. dann aber füllte seltsames Summen den Grünen Saal, wie wenn ein ungeheurer Bienenschwarm in gewaltigem Wettflug die flüchtige Königin zu gewinnen trachtet Jetzt waren die Herrschaften bei der Sache! Doch schon stand Kommissionsrat Fidele-Carambolo in ganzer Größe, wie ein Held des Homer und der Homeriden da und bedrohte die Mehrheit mit einem Stimmaufwand, der ,;dem seligen Stentor alle Ehre gemacht hätte. „Namens meiner Freunde und der gesinnungstüchtigen Opposition melde ich gegen diesen verhängnisvollen Vorschlag schärfsten Protest an.“ - Man wollte ilin nicht zu Wort kommen lassen, und drei, vier Hitzige* unterbrachen: „Er redet immer von seinen Freunden, wo sind Ihre Freunde? .Er meint sich selbst, er ist sein bester Freund!“ Fidele sprach unerschüttert weiter: „Mit Ihnen, Amigo, werde ich nicht streiten. Mit einem Mann, der Positiv und Superlativ durcheinander bringt und ständig mit seinem .einzigsten“ Punkt Attacken gegen mein Sprachgefühl reitet, werde ich vor dem Kammertribunal das entscheidende' Wort sprechen!“ Amigo nickte verständnislos. „Zur Sache habe ich zu bemerken“, dozierte Fidele weiter, „daß wir unsere Interessen bei der Ouibus G. m. b. H. nicht gefährden lassen und den Staatsprokurator arinifen werden, wenn Sie unsere gesunden Geschäfte ruinieren wollen. Vastehn Se!“ Awigdor, streichelte liebevoll seinen Bart: „Aber meine Allerwertesten! Wo äh ist denn die Rede davon, daß wir das Arago-Patent’ in die Oeffentlichkeit bringen ähä, wenn wir es haben. Wir werden es-in den Tresor rhongg rhongg der Banca Universale legen und nach zehn oder äh X Jahren, ganz wie es'der Konjunktur entspricht herausbringen ähä.“ Die Ordnung schien wieder hergestellt doch da erhob sich Aimee Laporta in ihrem vollem Umfang:. „Sie werden denken, daß ich mich jetzt auf dieeine oder andere Seite werfen werde.“ Respektvoll wichen die Nachbarn aus, aber Aimee lächelte nicht wie sonst: „Hier geht es nicht mehr um meine dreißig Prozent, hier geht es um meinen Verlobten! Victor Arago hat mir; nein, ich habe Victor Arago meine Hand angetragen!" ' Alles blickte überrascht auf. und da sie lebhaft gestikulierte. konnte man klar und deutlich ihre fett gepolsterte, fleischige und mit kostbaren Ringen geschmückte Hand betrachten. . „Das Angebot ist beiderseits akzeptiert; der Mann und seine Ideen gehören mir. Mit mir haben Sie zu reden und sich gut zu stellen, sonst werde ich vor Ihnen mit dem Patent an die Oeffentlichkeit gehen.“ . Aimee knirschte erregt mit den Zähnen, aber kam nicht weiter mit der Rede, denn ihr Gebiß versagte. Irgend etwas in der Mundhöhle war Ins Wanken geraten. — Der gesamte Aufsichtsrat :war empört, Fidele raste. „Wir kennen Ihre infame Schleuderkonkurrenz! — Jetzt .abstimmen! — Holt ihn herein! Holt ihn herein!“, schrie es _aus der Versammlung. . Awigdor klingelte, Enrico erschien: „Lassen Sie Herrn Victor Arago eintreten.“ Enrico meldete prompt: „Draußen wartet niemand!“ „Unmöli!“ lallte Frau Laporta. Sie hatte mit kühnem Ruck die Prothese aus dem Kaugewölbe gerissen und sah jetzt gut und gern noch zwanzig Jahre älter aus. „Sie müssen ruhig sein, liebe Frau, und den Mund halten. Wir erkennen Sie sonst gar nicht wieder!“ dröhnte, höhnte Fidele. „Er wird schon kommen. Spitzel-Riese wird die Sache jn zehn. Minuten haben. Hymans! Telefonieren Sie mal auf 'Ider zweiten Geheimleitung!“ . , Aimöe hatte inzwischen resolut ihre Reservebeißer eingehakt und bekannte neu-bekiefert:;,Meine Herren, ich will nicht zum Spott noch den Schaden haben. Dieser Dr. Porcella mit seinem Extraktor-Patent ist ein Zahnklempner, der bestimmt mit meinen Feinden im Bunde steht Ich wünsche, daß Konkurs-V erhüiung Vergleiche, Verträge, Treuhandverwaltungen. Aelt. SpezialbQro Westdeutscbl. Hugo Heide, Dortmund Poststraße34 Ruf 24016 und 24840 Ihnen das auch passiert; dann würden Sie mich nicht so auslachen! Ich habe einen Garantieschein, der noch fünf Jahre läuft“ Der Geheime Conseilrat drückte sein Monokel fester und bemerkte halblaut zu seinen Nachbarn: „Diese Frauen sind zu sonderbar. Eben sah sie noch wie eine Mumie aus und jetzt gleicht sie schon wieder einem Bulldogg.“ Hymans brachte die erste Meldung: „Victor Arago hat heute früh um neun Uhr zehn-mit sechs Damen das Columbia- Haus verlassen und ist nicht zurückgekehrt.“ Der Aufsichtsrat verharrt im dumpfen Schweigen. Hymans kommt wieder zurück und meldet weiter: „Victor Arago wohnt bei einer Frau Desastro: auch dort ist er gegen alle Gewohnheit nicht zu finden.“ . Schon kommt Hymans mit dem dritten Bulletin: „Im Warenhaus Laporta ist ein Rohrpostbrief von Victor Arago eingggangen, der die üblichen zehn Tagesepigramme für die Konzertzeitung des großen Erfrischungssaales enthält“ Ruths Vater wählte am Tischapparat sein Geheimkontor: „Wer ist im Chefbüro? Geben Sie mir Fräulein Micaela! — — Was, sie ist nicht da? Wo ist meine Tochter?-Sie ist auch nicht da?“ Er ließ den Hörer kraftlos sinken. Fidele nahm wieder das Wort „Meine Herren, wir haben jetzt siebzehn Uhr dreißig. Wenn wir alle Verbindungen ausnutzen; können wir die Sache noch drei Stunden vor der Presse geheimhalten. Bis dahin müssen wir ihn haben. Ich sage Ihnen: Ein Skandal bereitet sich vor!“ „Wie man’s macht, ist es verkehrt“, entschied der Warenhauskönig. „Ich bleibe nicht länger hier; ich muß schleunigst in mein Geschäft. Hier stimmt etwas nicht“, sprach er zu sich weiter. „Ruth nicht da, Micaela fort, dahinter steckt was. Wer weiß, vielleicht haben wir dem Arago zu wenig geboten?“ So flog die Aufsichtsratssitzung auf. Aimöe Laporta verließ wrackartig' den Saal. Der Geheime Conseilrat bemerkte durchaus, daß sie den havarierten Fletschapparat auf dem Tisch hatte liegen lassen, und als Mann der äußeren Formen befahl er dem Diener Enrico: „Tragen Sie Frau Laporta die Zähne nach. Halt! Nicht so. Nehmen Sie ein Klub-Kuvert!“ Die Flucht. Inzwischen hat Victor einen nicht alltäglichen Tag verbracht Er hat sich der Theorie des Mondumlaufes hingegeben, ohne zu ahnen, wie schnell er in intimere Beziehungen zum Erdtrabanten gelangen sollte. Um die Mittagszeit meldete sich sein kerngesunder Magen; da hat er die Bouillabaisse mit großem Behagen verzehrt und zwischen Traum Und'Wachen sein vereinbartes Erscheinen im Egoisten-Club mit Bedacht unterlassen. Punkt siebzehn Uhr merkte Victor, daß draußen ein Auto kam. Neugierig erhob er sich.' Wirklich, es waren Mica und Ruth. Die Mädchen stürzten herein. Beide sahen sehr blaß aus und waren sichtlich höchst aufgeregt: ^„Victor, Du mußt fliehen, sonst ist alles aus!“ Er müßte herzlich lachen, denn nun wurde ihm diese Spielerei doch zu bunt. „Ich fliehen, aber warum, Kinder? Ich denkenicht daran. Ichbleibe hier oder gehe nach Haus oder in mein Büro. Habt vielen Dank! Nett war es schon, Ihr kleinen Weltbeglücker.“ Micaela stemmte die Arme in die Hüften und blitzte ihn an. „Daß doch diese Männer uns immer unterschätzen müssen!“ Ruth rief: „Wie albern stehen wir nun in Deinen Augen da und sehen doch weit mehr als Du. Du bist ein grpßer Erfinder, aber als Mann ohne unseren Schutz verloren." . „Setz Dich hin, Victor!“, befahl Micaela, „wir wissen alles. Also in drei Worten: Egoisten-Club, Tonfilm-Patent, Laporta- Braut!“ Victor faßte noch immer nicht, was ihn bedrohte, so unerklärlich ihm auch die Kenntnisse Micas und Ruths waren und wie peinlich ihn schon die ganze Eröffnung traf. „Ich gebe zu“, sagte jedes Wort abwägend, „die Sache mit der Laporta war eine Dummheit. Ich. bin in Not gewesen. Sie hat mir den Mantel gekauft und mich eine Weile bemuitert. Ich wollte nichts von ihr geschenkt haben, dahabe ich ihr ein Vorrecht auf mein Patent angeboten. Plötzlich kam sie mit dieser Unsinnigkeit, daß ich sie heiraten müßte, da sonst ihre Ehre bedroht sei. Ich habe nie im Ernst daran gedacht“ ■ „Lasten wir das alles“, unterbrach Micaela, „diese Narrheiten kannst Du später erzählen. Aber-Dü kennst die Egoisten nicht Die lassen Dich einstecken und sitzen oder werden Dich alle machen. Die wollen Dein Geheimnis erfahren. Alle Grenzen sind gesperrt. Du kannst nicht heraus! Hier werden sie Dich heute noch nicht suchen, aber morgen früh mußt Du fort sein. Wie willst Du fliehen?“ „Es ist noch etwas anderes, Victor!“, setzte Ruth hinzu. „Um Dich verhaften zu können, wird man Dir bestimmt einen Vorwurf wegen unserer Bekanntschaft machen. Niemand wird glauben, daß wir Dich entführt haben. Du stehst als Wüstling und Verderber von sechs Mädchen da. Mit der Presse sind diese Egoisten schon immer im Bunde, und wenn meine Tante — Gott! dieses Scheusal muß ich Tante nennen! — erst in die richtige Wut hineingehetzt ist, wird sie zu jeder Gemeinheit fähig sein. Heute Nacht ist die ganze falsche Sensation von allen Zeitungen ausgebrüllt, wenn ich nicht schleunigst meinem Vater sage, daß er sich und mich und seine angeschwärmte Mica heillos blamiert Das werde ich auch gleich tun; ich will jetzt fort Bleibt Ihr beiden hier, Ihr werdet Euch wohl ohne mich genug zu'sagen haben. Ich merke schon, ich bin hier überflüssig, aber. Victor, ich gönne Dir Micaela, gönne sie Dir ganz ehrlich. Nun habt Ihr Beide einen Schmatz, lebt, wohl!“ . So bekamen Mica Und Victor je einen sturmgeschwinden Kuß, und schon war Ruth auf und davon. Sie springt auf den. Führersitz und saust in die Stadt zurück. Es ist ein eigenartiges Gefühl, den großen Wagen allein zu fahren, aber wer hätte sie begleiten söUen? .Pappis Schofföre waren noch nie im Club anständiger Leute; diese geschniegelten Burschen gehören. nicht zu uns und dürfen gar nicht wissen, wo wir uns verbergen.* Ruth fühlt sich sehr nervös und vieles flitzt an ihr vorüber: AVer hätte mich begleiten sollen, ich werde wohl immer allein sein! Unsere Freundinnen sitzen jetzt schon in der Girl- Garderobe des Majesfic und verwandeln ihre Menschlichkeit in Puppentänzertum. — Was ist denn mit der großen Straße? Warum rast du so, getreuer Strandweg? Habe ich recht getan, Mica und Victor allein zu lassen? Hätte er nicht mir gehören können? Nein, nein, sie sollen zusammen bleiben, ich werde sie nie trennen: das ist unmoralisch. — Was ist nur mit der guten, guten Straße? Die Palmen fliegen, fliegen vorüber, wo bleibt denn unser schöner blauer Abendhimmel? Die Lu'; wird so stumpf, und die Himmelsglocke scheint so grau. Wissen Sie schm, daß der Reichsverband deutscher Hausfrauenvereine ein Rundschreiben erlassen hat, demzufolge Jüdinnen in Vorständen und Ausschüssen unter dankbarer Anerkennung bisher geleisteter verdienstvoller Arbeit zum Rücktritt zu veranlassen und jüdische Mitglieder nicht mehr aufzunehmen sind? ■ daß der „Verein der blinden Akademiker Deutschlands“ seine ordentlichen und außerordentlichen blinden Mitglieder zu einer Mitgliederversammlung eingeladen hat, deren Tagesordnung die Einfügung des Ariergrundsatzes in die Vereinsstatuten .vorsieht? daß der jüdische Tennismeister Daniel Prenn erneut einen eindrucksvollen Sieg, diesmal in Wimbledon über den Tennischampion-Tumbull, errungen hat? daß die ehemalige Weltmeisterin im Fechten, Helene Mayer, bekanntlich die Tochter eines jüdischen Arztes in Deutschland, die Meisterschaft Amerikas im Florettfechten errungen hat? daß das American Jewish Committee ein Weißbuch herausgibt, .welches einen Ueberblick über die Lage der Juden in Deutschland und über die Reaktion der amerikanischen Oeffentlichkeit auf diese Ereignisse gewährt? daß das Lodzer Kreisgericht drei Mitglieder der polnischen nationaldemokratischen Partei wegen judenfeindlicher Propaganda zu je'einem Jahr Gefängnis verurteilt hat?, daß die australische Regierung als Delegierten für die im September zusammentretende Völkerbundsversammlung den Rabbiner der Jüdischen Gemeinde Perth (Westaustralien), -Dr. D. J. Freedmann ernannt hat? daß die berühmte Amsterdamer Gesellschaft „Arti et Ämicitiae“ an Professor Max Liebermann anläßlich seines Verzichts auf den Ehrenvorsitz der Preußischen Kunstakademie ein Schreiben gerichtet und ihn der Sympathie ihrer Mitglieder versichert hat? daß der bisherige wissenschaftliche Leiter der Frankfurter Gesellschaft für Konjunkturforschung, Dr. E. Altschul, einen ■ ihm von der Londoner Universität erteilten Forschungsauftrag auf die Dauer eines Jahres angenommen hat? ■ ' ' daß der interkonfessionelle „Verein zur Abwehr des Antisemitismus“, der in den .letzten Jahren unter Leitung des Reichsministers a. D. Dr. Gothein stand, sich aufgelöst hat? T)ec tBciefkasiea dec 0J.=LZ. Christlicher Leser. Bei der Kirchenfeier in der Kaiser Wilhelm-Gedächtniskirche am 2. Juli predigte der Vizepräsident. Pfarrer. Hossenfelder über das Wort aus Pauli Röinerbrief: „Jedermann sei untertan der Obrigkeit, die Gewalt über ihn hat“ Für dieses Wort, schreiben Sie uns, habe das Judentum keine Parallele aufzuweisen. Sie irren: es gibt viele derartige jüdische Aussprüche, schon bei dem Propheten Jeremia; am bekanntesten ist das Wort des Mar Samuel:. Dinah d’Malchuthah dinah, d. h.: „Das Staatsgesetz ist Gesetz.“ Die Gesetze der Obrigkeit gelten demnach geradezu als jüdische Religionsgesetze. Rabbiner Dr. S. In F. Sie schreiben uns: „Man braucht kein Wortführer der Reform zu sein, man kann diese sogar ablehnen, und muß es doch als grobe Ungehörigkeit empfinden, wenn der Frankfurter „Israelit“, das Blatt der Separat-Orthodoxie, über den plötzlichen Tod des Kollegen Dr. Joseph Lehmann weiter nichts zu sagen weiß. als: ,,Er gehörte zu den radikalsten Verfechtern der Sonntagsreform.“: Mit den Personalangaben umfaßt dieser sogenannte „Nachruf* sage und schreibe fünf Druckzeilen und spricht nicht für den religiösen Charakter dieses Blattes, das stets behauptet, im Alleinbesitz der wahren Religion zu sein: dann hätte es schon lieber die Nachricht überhaupt nicht bringen sollen!“ — Wir können Ihnen nur völlig beistimmen, machen Sie aber noch auf folgendes aufmerksam: In der’ Nummer vom 22. Juni berichtet der „Israelit“ über die Trauerfeier: „Darauf sprach die Versammlung im Chore das Gelöbnis, dem toten Führer auf der von ihm gelehrten Bahn eines reingeistigen ritusfreien Judentums zu folgen.“ An dieser Mitteilung ist kein wahres Wort; die Trauergemeinde sprach, wie auch in dem Bericht der „J.-l. Z.“ zu lesen stand, das altiüdische Bekenntnis, und da dieses, das Sch’ma, ein reingeistiges Judentum lehrt, so lag darindas Symbol eines derartigen Treuegelöbnisses. Das freilich konnte der orthodoxe Kollege nicht verstehen. W. B. „Postlagerkarte“ Schöneberg. Wir wollen Ihnen gern gefällig sein, aber dann müssen Sie zumindest uns Ihren Namen und- Adresse verraten. - - Das sieht so aus, als wenn ein heißer Aschenregen käme, der unsere Welt verschlingen will.* Solche Fragen. Klagen melden sich viel schneller, als man schildern kann. Doch da erhebt sich hinter ihr im Wagen eine Stimme und spricht höflich und doch im Befehl: „Nicht so schnell, Fräulein Ruth Laporta!! Der Wagen hält es aus, aber Ihnen bekommt-das alles schlecht.“ Ruth bleibt still. Das ist ein höherer Grad erschreckt zu sein. Jetzt hat sie nur die Vorstellung: .Noch schneller, noch schneller! Vielleicht kann ich ihm entrinnen. - Wer hat denn gesprochen? Soll ich mich umdrehen? Natürlich, er hat gesprochen. Soll' ich ihm antworten? Soll ich halten?* Der Mann, hinter ihr meldet sich wieder: „Ich scheine Sie wenig gestört zu haben, und das ist auch nicht meine Absicht Wenn man miteinander schon getanzt hat dann können Sie mir auch Guten Abend sagen.“ . .Ich muß. doch sehr, nervös sein,* denkt sich Ruth, .daß ich die Stimme Godwins jetzt erst erkenne:* „Kleiner Knabe, woher, wohin im grauen Dämmerschein?“ (Fortsetzung folgt.) tmpfeMmswette, 3$emqsqjueUm | Düsseldorf! i Maler Wäschereien EMIL SCHÜMANN MALERMEISTER bekannt für sauberste AusfOhrunqen Paul Harm Düsseldorf, Kreuzstrafje 14 ' Fernsprecher 12330 A DioWSschereiförSie, . preiswert und gut Kaisersweriher Strafe 35 Fernruf 30779 W. SEITZ 1 Rahmenfabrik 1 Birkenstraße 113, Ruf60914 1 Einrahmungen Speualtit: 1 Barockrahmea, GeaSIoeletsten | Erste Spezialaard Inen-Wäscherei Hillenbrands Jabnatrafie 71 . 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