Jüdisch-liberale Zeitung
- Journal
- Jüdisch-liberale Zeitung
- Volume
- 13 (1933)
- Issue
- 4 (15.4.1933)
- Date
- 1933-04-15
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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13. Jahrgang Nummer 4 JttöifriHtbetflle 5ettung Beilage 15. Mai 1933 - wie ■■min Der Mensch rief den Namen seines Weibes: Cbawa, Leben! Denn sie ward Mutter alles Lebendigen. — Aber sie wurde auch Mutter des geistigen Lebens; Rebekkah und Mirjam waren stets dle b e 1 - den Prototypen jüdischen Frauentums; gerade beute braucht die jüdische Gemeinschaft Vertreterinnen beider Arten: die Gattin und Mutter, die dem jüdischen Hause — Inmitten unserer heutigen Welt und auf eine Welse, die unsrer Zeit entspricht — das Gepräge gibt; und dje Prophetin and Priesterin, die sich mit ungebrochener Lebensbejahung und Arbeitsfreudigkeit dem Ganzen widmet. Mutter des Lebens der Familie, Rebekkah, Mutter des Lebens der Gesamtheit, Mirjam —: wir wissen, daß beide noch unter uns wellen, unter dem beute lebenden jüdischen Frauengeschfecht. Sie aufzurufen, damit sie hervortreten und mit ihrer Kraft Leben zeugen — das ist der Zweck dieser Aufsätze. Rebekkah und Mirjam — wir rufen Dich! Frauenarbeit ist not. Von Paü'IineLeudesdorff. Wie auf einem leckgewordenen Schiff alle Mann an die Pumpen gerufen werden, so wird heute von der deutschen Judenheit jedermann aufgerufen, alle seine Kraft in den Dienst der Gemeinschaft zu stellen. . Jedermann? Ob man die Frauen wieder vergißt? Aber schon höre ich den Einwänd: was soll denn wieder ein besonderer Ruf an die Frauen, als differenziere man uns wieder einmal von dem „höherstehenden“ Manne? Wir verzichten darauf, das heutige Weltgeschehen zu degradieren, indem wir es als Gelegenheit für den Beweis benutzen, daß wir schließlich auch noch zu etwas gut sind und gewisse Rechte haben, uns den Männern gleichzustellen — de jure wenigstens; denn de facto liegt das noch weit im Felde, heute mehr denn je. Nein, so. ist es mit dem Ruf .'an die Frau dieses Mai nicht gemeint Weshalb muß man denn überhaupt bei Vergebung von Aemtem und Arbeiten fragen, ob Mann oder Frau, und vielleicht wird man am Ende, nach einem gerade uns Juden nicht angenehmen Vorbild, daran gehen, die Frauen nur nach einem bestimmten Prozentsatz heranzuziehen? (Jns Frauen könnte das recht sein: wir sind wohl über SO Prozent! Aber wir werden großmütig auf die Geltendmachung der Ansprüche verzichten, die wir aus diesen „Mehrheitsverhältnissen“ herleiten könnten, gerade wir Frauen, die wir stets für. die Frauenrechte eingetreten sind, möchten am liebsten, daß die Frage Mannode-rFrau überhaupt nicht mehr aufgeworfen würde,’wenn nur der richtige Mensch überall an der richtigem Stellestünde! -rr- Aber. Tmd das ist-der Grund,;-warum wir uns immer wieder melden müssen: man macht es uns Frauen furchtbar schwer, uns als der richtige Mensch an . der richtigen Stelle zu erweisen; heimlich und innerlich betrachtet man noch immer'von vornherein den Mann als den geeigneteren Vertreter der Gattung Mensch, und -eine Frau muß schon etwas ganz besonderes sein, um sich durchzusetzen,- muß das Dreifache des' Mannes leisten, um anerkannt zu werden. Ich will nicht boshaft darauf hinweisen, wie leicht es manchmal den Männern gemacht wird und wie es da sehroft gar nicht auf wirkliche Leistungen ankommt — — aber das muß ich doch aussprechen: es ist ein Schaden, daß nicht jede Arbeit für jüdische Dinge von Frauen in größerer Zahl mitgemacht und mitgeleitet wird. Denn wir Frauen haben in manchem eine andere Art zu sehen und zu fühlen, eine Mannigfaltigkeit in die Arbeit hineinzutragen, die dem Ganzen nur förderlich und zuträglich sein kann. Deshalb soll man uns mehr und mehr zur vollen Mitarbeit heranziehen und heranerziehen. , : Das ist der Grund, 'weshalb auch heute ein Ruf an,die Frauen ergehen muß. Frauenarbeit ist not, die jüdische Gemeinschaft braucht, ihre Frauen nötiger .als je! Was heute die Frau ihrem Manne, ihren Kindern sein kann und muß, daswird in einem anderen Aufsatz und von anderer Seite in diesem Blatte dargelegt werden. Die Frau als Gattin und. Mutter kann und soll heute den religiösen Geist im Hause bewähren. Aber sie soll ihn auch pflegem Und das ist nun der eine - Punkt, bei dem man die Frauen vergessen könnte. Ueberall spricht man heute von den vielen Menschen, die der jüdischen Gemeinde wieder Zuströmen. „Menschen“ sagt man, aber, Hand aufs Herz: man denkt wieder nur an die Männer! Man denkt an die berufslos gewordenen Akademiker, an die abgebauten Angestellten, denen von außen her auf schmerzvolle Weise fühlbar gemacht wurde, daß sie Juden sind, und die nun dieses Judentum innerlich kennen lernen wollen. Aber — haben sie keine Frauen? Müssen nicht die Frauen angeleitet werden, mit ihren Männern und Kindern als Juden zu leben? Und ist es also nicht nötig, daß diejenigen jüdischen Frauen, die längst in der jüdischen Arbeit drinstecken, sich regen? Jüdische Frau!— du wirst gerufen, deine neuen Kameradinnen ein Judentum zu lehren, das sie weitertragen können zu Mann und Kind! Und das ist wohl eine schwere Aufgabe; denn, bei aller Achtung vor den früheren Formen jüdischen Lebens: nach der Weise unserer Großmütter gehl’s nicht mehr, so zauberfein diese Weise damals gewesen sein mag, als sie noch paßte.; Heute ist die Welt anders; und ganz neue Wege sind zu beschreiten, soll die neugewordene Jüdin das werden, was sie doch muß: religiöses Vorbild im Hause. Der neugewonnenen; Glaubensgenossin erwächst noch eine andere Pflicht Sie weiß das auch: ist sie nun ihrer Zugehörigkeit zur jüdischen Gemeinschaft bewußt geworden, so will sie Wir kaufen in-festem Aufträge Wohngrundstücke In Berlin und größeren. Städten gegen Barauszahlung Beilajmaen; Bdojahr 1900-1314 Sr.lVolumgn nicht fljurJZlmwr EreditvereiD lür Handel and Gewerbe e.G-dlb.H. Berlin M 14 * Oranienburger Strafe 3 für diese Gemeinschaft auch arbeiten. Denn: wer beute nicht für die. Allgemeinheit arbeitet, der ist überflüssig! Aber wie und wo kann sie ihre Kräfte einsetzen? Das muß ihr gezeigt werden; und zwar wieder von jenen Frauen, die seit langem in den jüdischen Organisationen mitarbeiten. Diese müssen es als ihre Aufgabe ansehen, ihre neuen Schwestern zu suchen, aufzusuchen, zu gewinnen! Alle Kräfte werden gebraucht, keine Kraft darf verloren bleiben! Jüdische Frauen, regt Euch! . - Die Kameradin des Mannes. Iii diesen furchtbar schweren Zeiten, durch die die deutschen Juden jetzt zu gehen haben, tritt die jüdische Frau wieder d i e Stellung an, die ihr als Höchstes schon in unserer alten jüdischen Bibel zugedacht ist; nämlich „dem Manne eine Gehilfin zu sein, die um ihn sei“. Gerade in solchen Zeiten zeigt es sich, daß trotz Frauenemanzipation, trotz der Gleichberechtigung der. jüdischen Frau im Leben ihrer Gemeinde ihr die Rolle wieder zufällt, die schon ihre Urahninnen vor Jahrtausenden in der jüdischen Geschichte, ausgefüllt haben: die Kameradin, die Stütze ihres Mannes zu sein. Man weiß, daß der Rat der jüdischen Frau in ihrer häuslichen Gemeinschaft von jeher viel gegolten hat Kein Entschluß von weittragender Bedeutung wurde gefaßt, ohne die Frau, ohne die Mutter zu hören, ln guten Zeiten, wenn alles normal und gerade geht, kommt der Mann allein zurecht Seine beruflichen Sorgen und Angelegenheiten macht er meist mit sich allein aus. Er will seine Frau nicht unnötig mit geschäftlichen Dingen beschweren. ' Anders in Krisenzeiten.. Da sucht er nicht nur Rat. und , Hilfen sondern, auch. Aufrichtung und Zuspruch bei ih£”.,UmPstiö:Vi&geblichn,DSg ■sef¥zftr''Ehre unserer jüdischen Frauen gesagt Stillschweigend wird auf Vieles verzichtet, was kurz vorher noch unentbehrlich schien. Die Arbeit im Büro des Mannes, sei er kaufmännisch tätig, gehe er einem freien Beruf nach, wird mitEifer und Pflichttreue aufgenommen. Der Haushalt vielleicht einmal groß und ausgedehnt, wird in bescheidenstem Maßstab weitergeführt Der Kampf ums Dasein, täglich schwieriger, wird aufgenommen und durchgefochten. "Dem Manne wird nach Möglichkeit der Kleinkram des Lebens ferngehalten, er soll durch häusliche Unannehmlichkeiten nicht noch mehr beschwert und belastet werden. Und mag es in der Frau selbst noch so trüb, noch so verzweifelt aussehen, sie wird nicht aufhören, ihrem Manne Mut zuzusprechen Und die Hoffnung auf eine Wendung zum Bessern immer wieder neu in ihm zu entflammen. Groß und schwer, fast unüberwindbar ist die Aufgabe der jüdischen Frau unserer Tage. Welche Probleme treten an ihre Kinder heran, Probleme, an deren Tragik nie zu denken war. In seiner Not kommt das Kind zu ihr, sucht Rat und Hilfe verzweifelt bei der Mutter. Und blutet ihr auch selbst das Herz, sie wird auch hier nicht versagen, durch gütlichen Zuspruch, durch inniges Mitverstehen erleichtert sie dem Sohn, der Tochter die Situation, sinnt Tag und Nacht auf Mittel und Wege, um der Not, der Bedrängnis Herr zu werden. Viel Bitterkeit muß sie zu lindern verstehen und auch hier, wie bei ihrem Manne, die Hoffnung nicht erlöschen lassen. Und wie im Hause, wie um ihre eigene Familie, ist sie auch bemüht, ihrer Gemeinschaft noch zu dienen... In den Wohlfahrtsämtern unserer Gemeinden, in den Auskunffs- und Fürsorgestellen steht die Frau'in vorderster Reihe. ’ Keine Bürde ist ihr zu groß, keine Arbeit zu schwer, wenn es gilt, noch Verzweifelteren zu helfen, Kummer und Elend zu lindern. Es wird wohl keine jüdische Gemeinde in Deutschland geben, die heute auf die Mitwirkung ihrer'weiblichen Mit: glieder verzichten könnte und die nicht die allerbeste Erfahrung mit ihrer Tätigkeit gemacht hat. Der Wirkungskreis der jüdischen Frau hat sich der veränderten Lage vollkommen angepaßt Jede einzelne hat sich den Forderungen des Tages gefügt und füllt ihren Platz mit eisernem Pflichtgefühl, mit hingebender Treue aus. Gefährtin des Mannes, Beraterin der Kinder, Dienerin der Allgemeinheit, so steht sie vor uns, die jüdische Frau von heute. E. D: der Ehe zur Welt kommenden Knaben, nach dem Vater, der evangelischen Konfession zuzuführen und die. Mädchen, nach der Mutter, dei; jüdischen. Das Verhängnisvolle dieser Ab- . machung hätten i sie erst erkannt, als die Kinder. Knabe und , Mädchen, heranwuchsen. Das. Blut des Knaben rebellierte ' - scheinbar. Denn-gerade die jüdisch-religiöse Betätigung der Mutter war es,; die ihn anzog. Nie versäumte er, sie ln die •- Synagoge zu begleiten und nach allen Einzelheiten des Gottes- ' dienstes zu fragen, der ihn immer wieder gefangen nahm. Dem Vater gegenüber, der mit ihm kaum jemals Uber religiöse Dinge sprach, legte er eine" gewisse Unfreiheit an den Tag. Diese Familie, durchweine ethische Lebensauffassung und ein starkes Zusammengehörigkeitsgefühl ausgezeichnet, schien bestimmt. eine innige Einheit zu bilden. Und doch konnten ihre " Glieder, durch die verschiedenen Glaubensbekenntnisse behindert, sich nicht restlos nahekommen. Am „Freitag-Abend“, den wir uns mit einem andersgläubigen Fainilien-Ubcrliaupt .am Tische nicht vorstellen können, machte dies sich besonders bemerkbar. Wenngleich auch Frau und Kinder an diesen - Abenden in dem. auch ihm in Freundschaft verbundenen schwiegerelterlichen Hause weilten, so hielt sein Zartgefühl ihn gerade bei: den religiös-feierlichen Anlässen fern. Die * wöchentlichen Weihestunden trennten also die durch das Schicksal Zusammengefügten, anstatt sie. wie es '-natürlich wäre, besonders innig zu verbinden-. Daß solche Eindrücke auch auf das geschwisterliche Verhältnis der beiden Kinder ungünstig wirken mußten,- ist jedem klar. Ihr Leben wurde ein Zueinander-: und Ausemanderstrebcn,. was nicht dazu beitrug, ihre Liebe zur Religion überhaupt zu stärken. Ein zweiter Fall: Hier war der Vater Jude, jedocli Indifferent, und die Mutter konfessionslos. Drei Kinder wuchsen. / in Uebereinstimmung der Eltern, freireligiös auf. Eins .von ' - ihnen, ein begabter Knabe, fühlte sich zu. jüdischen Kindern ' besonders hingezogen und freundete sich in der Schule sehr. bald mit einem jüdischen Mitschüler an, dessen Eltern ein religiöses Haus führten. Die Knaben machten ihre Schularbeiten gemeinsam, und so lernte der Kleine mit seinem Kameraden auch dessen Aufgaben für den Religionsunterricht Er begriff es nicht, daß er von diesem Schulfach, das ihn so stark interessierte, ausgeschlossen war, und verfolgte und . lerntefreiwillig alles genau so eifrig, wie sein Freund. Das - Allerschönste für ihn aber war, wenn er von seines Freundes . Eltern zum „Freitag-Abend“ eingeladen wurde. Dann kam er •' stets ganz aufgeregt nach Hause und erzählte nach Kinderart, / wie feierlich es ist wenn die Lichte brennen und der Vater mit seiner Familie betet und singt und — viel mehr noch hätte, er gern, hrzählt,- doch Vater, und Mutter.hörten ihm gar-* nicht.au, nndjnur.fBf das: Mehle; gerade zar Schule gekom-- - .mene Schwesterchen, das als einzige mit großen leuchtenden-. - Augen seinen | Worten folgte, mochte er nicht sprechen. So schwieg er denn,, doch seine Gedanken ließen sich nicht zum Schweigen bringen, und sie ^mündeten schließlich in -dem Wunsche, auch Religionsunterricht und auch einen „Freitag-. Abend“ zu haben. Und er bat seine Eltern darum. Diese jedoch schlugen ihm seine Bitte ab. Sie hatten für die Seelenvorgänge ihres Kindes kein Verständnis. So war der erste Anlaß zur Entfremdung des Knaben von seinem Elternbause gegeben, und diesem folgten zwangsläufig weitere. Der Junge sehnte-sich nach religiöser Belehrung und Betätigung. Er suchte Lebensbilder t aus Mischehen. Von Regina Isaacsohn. Wenn wir uns zur Mischehe äußern, so geschieht dies nicht in wissenschaftlichem Sinne. Das sei Berufeneren überlassen. Uns interessiert das seelische Erleben der durch Mischehen begründeten Familien, und das nur soll hier beleuchtet werden. Der Betrachtung liegen Ehen zugrunde, die nach der Auffassung jeder jüdischen Richtung Mischehen sind. Ein kurzes Vorwort sei gestattet: Alle, die den Wunsch haben, das Judentum erhalten und blühen zu sehen, sind sich einig, daß jedes erzieherische und gesellschaftliche Moment unterstützt werden muß, welches dazu -beitragen könnte, Mischehen zu verhindern, damit dem Judentum keine Seelen verlorengehen. Dieses Bestreben möge auch aus diesen „Lebensbildern“ herausgelesen werden, die im übrigen nicht Anspruch auf Abgeschlossenheit oder Alleingültigkeit erheben. Einige Erlebnisse sollen nun für sich sprechen. Unter ihnen ist das folgendebesonderer Teilnahme weit, weil es sich um sittlich und kulturell hochstehende Menschen handelt Die Ehefrau erzählte, daß bei ihrer Heirat beschlossen wurde, die in FOTOS?!! Porträt«. -Reklame-, Hochzeit«-, Kinder- «owie technische Aufnahmen jeder Art fertigt an: Pfalzburg 8228 — ARNO KIKOLER, Berlin-Grunewald, i DouglajitraBe 30. und fand sie; auf_ Umwegen. Auf diese Welse zerriß das Familienband vollends. „Meine Kindheit“, so meinte er als Erwachsener, ,!,war eine einzige Sehnsucht nach religiöser-Erfüllung. Daß sie mir im Elternhause nicht wurde, beschattete meine ganze Jugendzeit.“ . Der dritte!Fall ist wegen seiner Besonderheit interessant Ein aus religiösem Hause stammender jüdischer Akademiker heiratete eine; Christin aus kleinbürgerlicher .Familie. Zwei Knaben erwuchsen diesem Bunde, die bei der Geburt ins Judentum aufgenommeh wurden. Die junge Frau hatte ein trübes Ehelos: gezogen, denn der Mann verlor infolge der Wirtschaftskrise seine Existenz, und sie - mußte die Familie mit ihrer Hämje Arbeit durchbringen. Als sie dann noch ernstlich erkrankte; bat sie jüdische einflußreiche Menschen, sich doch ihrer schulpflichtigen Kinder anzunehmen. „Denn,“ so meinte sie, „hört mein Vater, wie schlecht es mir geht, so würde er wohl für. meine Jungen sorgen, aber nur unter der ~f. Bedingung, daß sie die christliche Taufe bekämen. Doch das möchte ich nicht, da die Kinder starke Jüdische. Interessen haben und sich nur in einem jüdisch-religiösen Hause, wie das ihrer Großeltern, wohl fühlen.“ — Schon aus diesen wenigen Beispielen enthüllen sich uns die verschiedensten seelischen Gefahren, denen Eltern und Kinder aus Mischehen ausgesetzt sind- Wir erkennen aber apch, daß konfessionslose Erziehung meistens gleichbedeutend mit religionsloser -Erziehung, und ' daß , Glaubens-Indifferentismus als Untreue zu werten ist. Für jeden von uns darf! es deshalb nur ein unbeirrbares, durch nichts zu erschütterndes Festhalten an unserm Judentum geben, und das ist ohne Religionslehre und Religionspflege nicht möglich.. ■ E. Horstmann Büchermiior Wlrfchqft«- and Steuerberater NIEDERSCHÖNEWEIDE, HAINSTR.47