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Jüdisch-liberale Zeitung · 1933-04-15 · 4 (15.4.1933) · page 4

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdisch-liberale Zeitung
Volume
13 (1933)
Issue
4 (15.4.1933)
Date
1933-04-15
Page
– (sequence 4)
Language
German
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-w m mit einer Unbekannten „Jüdische Frauen in dieser Zeit.“ Ja, das ist nun einmal so: in Berlin kannst du wochenlang auf Straßen und in Verkehrsmitteln dich bewegen, ohne einem einzigen Bekannten zu begegnen. Aber setze dich an jedem beliebigen Orte Deutschlands in den D-Zug, und du mußt schon hervorragend unbegabt sein, wenn du nicht liebe Freunde triffst Nebenbei bemerkt: man kann auch Freunde haben, die. man gar nicht kennt. Wieso, das wird sogleich deutlich werden, aber jedenfalls brauchst du es durchaus nicht so zu machen wie jener Betriebsamling, der mir einmal erzählte, daß er auf jeder Schnellzugsfahrt so lange von der Lokomotive bis zum letzten Wagen den Gang herauf und herunter läuft und in alle Abteile hineinsieht, bis er einen Bekannten erwischt. Auf die gleiche Art hatte er auch mich zu fassen .bekommen,. riß die Tür auf und sagte: „Wie sonderbar, daß wir zusammen fahren!“ Worauf ich verbindlich antwortete: „Wenn ich Sie sehe, fahre ich immer zusammen.“ Ueberhaupt: im Eisenbahnzuge bin ich gern still für mich allein, wenn ich auch nicht direkt zur Kategorie derer gehöre, die man in der Touristenfachsprache die „konsequenten Schweiger“ nennt. Sehe ich z. B„ daß die Dame mit dem reifen und ausdrucksvollen Gesicht, die mir — bisher in ein dickleibiges, offenbar wissenschaftliches Werk vertieft — gegenflbergesessen hat, das Fenster öffnen oder schließen will, so bin ich ihr nicht nur behilflich, sondern ich sage auch wohl irgendeine Freundlichkeit. So geschah es auch neulich, als mein Zug mich in der Gegend etwa zwischen Karlsruhe und Mannheim nach Norden trug. Aber nun geschah etwas Seltsames: gerade als wir beide mit dem Fenster ’• "beschäftigt waren, tauchte draußen ein Hügel auf, auf dessen- Spitze ein Friedhof lag. Doch hatte keiner der Grabsteine ■ Kreuzesform, und deutlich waren auf einigen die hebräischen Schriftzeichen zu erkennen. Meine Begleiterin bemerkte mein Interesse und sagte: „Sie brauchen nicht zu meinen, daß Sie sich, geirrt haben — bei der Schnelligkeit unseres Fahrens i könnte man ja wirklich leicht falsch sehen. Aber es ist tatsächlich' ein verlassener jüdischer Friedhof; ich schaue ihn jedesmal an, wenn ich hier vorbeikomme.“ Jetzt galt mein — fragender Blick meiner Begleiterin, aber auch den Grund meines erneuten' Zweifels erkannte sie. „Doch, doch; ich bin Jüdin,“ sagte sie, „und außerdem:- ich kenne Sie ganz genau.“ Es stellte sich zwar heraus, daß sie mich nur von einem Bilde her kannte, aber sie behauptete, vor einigen Jahren auch ausführlich mit mir korrespondiert zu haben. „Ich wußte übrigens gar nicht, daß Sie auch in Süddeutschland herumbummeln.“ — Doch, mit Vorliebe, sagte ich höflich, was meiner unbekannten Bekannten mit der unverkennbar, badischen Aussprache sichtlich, gefiel. Tatsächlich berichtete sie mir denn'auch, daß sie1 aus der ziemlich äußersten Südwestecke des Reiches sei, aus einer zwar recht kleinen, abef doch berühmten und an- . gesehenen Gemeinde. „Es gibt ja nicht viele Kleingemeinden mehr,“ sagte sie dann, vom Persönlichen zum Sachlichen ‘ zurückkehrend, „die die Mittel zur Entfaltung eines geistigen Lebens noch aufbringen können. Denken Sie an den Friedhof, . den wir eben sahen. Die Gemeinde, der er einst gehörte, ist längsteingegangen.alles in die Großstadt gezogen. Die Gemeinde selbst hat das alles nun lange hinter sich; aber was meinen Sie, wie es in all den Kleingemeinden heute aussieht, die nur noch ein paar Familien zählen? Die geistige Not und; seelische Einsamkeit dieser Menschen hat man in all den vergangenen Jahrzehnten viel zu wenig erkannt Erst in Allerneuester Zeit wird das ein klein wenig anders. Ich kenne da einen Rabbiner, der Sonntag für. Sonntag in die kleinen Orte fährt und Vorträge hält Einmal ein religiöses oder historisches Thema, dann über jüdische Wirtschaftsfragen oder übergroße jüdische Persönlichkeiten, jüdische Maler, Dichter; Wissenschafter usf. Früher hat es solche Vorträge in diesen Orten nicht gegeben. :Aber sobald sich ein Mensch finde.t der damit anfängt,, zeigt sich, daß es mit. der berühmten .Entfremdung vom Judentum' nicht stimmt: die Leute hungern " geradezu nach Belehrung und Aussprache über jüdische Dinge, nach dem Zusammensein mit Glaubens-, und das heißt doch Leidensgenossen; sie sind so dankbar, wenn aus der Großstadt jemand zu ihnen kommt, ihnen von Ergehen und Schicksalen der Juden in anderen Städten spricht und durch sein bloßes Erscheinen in der Kleingemeinde zeigt: man denkt an euch, man kennt eure geistigen und wirtschaftlichen Nöte, man hilft euch — es soll und darf nicht so gehen, wie mit jener Gemeinde, von der wir vorhin nur noch den Friedhof sahen.“ Richtig erregt war mein Gegenüber geworden. Hätten : nicht schon ihre Worte Vertrautheit mit allen jüdischen Dingen erkennen' lassen, so würde man an ihrer inneren Bewegtheit gemerkt, haben: hier spricht eine Frau, die aktiv an der Verwaltungsarbeit teilnimmt, der die Arbeit für das Judentum Lebensinhalt, ist. Längst hatte sie ihr Buch aus der Hand gelegt, jetzt, in einer scharfen Kurve, die der Zug machte, .fiel es herunter. Als ich es ihr aufhob, sah ich den Titel. Wieder bemerkte sie meinen interessierten Blick. „Von unserer neuen Jugend handelt dieses Buch, jawohl. Auch die Jugend ist heute, unter einer Eltern-Generatioir, die aus versunkener Zeit stammt, vielfach vereinsamt, fühlt sich unverstanden. Aber sehen Sie diesen großen Zug: Jugend will der. Jugend helfen. Keine Arbeit ist heute den jungen Studierenden, Angestellten oder auch Erwerbslosen zu grob". Sie können da oft angehende Akademiker sehen, die für die Wohlfahrtsküchen Kartoffeln schälen, undvieles dergleichen. Die heutige Zeit ähnelt darin selir derjenigen des Weltkrieges. Und übrigens: nicht nur . was die Jugend anbetrifft, sondern weit mehr noch in bezug auf die Stellung der Frau “ Der Schaffner kam herein und kontrollierte die Fahrkarten. Als er wieder gegangen war, sagte meine Begleiterin: „Wissen Sie noch, wie das während des Krieges war? Da standen die Männer im Felde; und wären wir damals hier gereist, so hätten wir unsere Fahrkarte einer Schaffnerin zeigen müssen. Es gab Briefträgerinnen, Straßenbahnführerinnen, auf dem Lande bestellte, die Frau Garten und Feld, und in den kaufmännischen Kontoren erledigten die Frauen die Geschäftskorrespondenz. Die Frauen-Emanzipation ist ein hohes Ziel, für das wir nun seit Jahrzehnten erfolgreich kämpfen; aber sie ist nicht das Letzte, was sich für die Frau erreichen läßt. Dieses Letzte und Höchste steht in unserer alten jüdischen Bibel: Eser. k’negdö — eine Gehülfin, die um ihn sej. Und das ist die Frau eigentlich nur in den bösen Zeiten: die wirkliche Kameradin des Mannes; denn in guten Zeiten ist der Mann allein. Da geht er seinem Beruf nach und kommt abends nach Hause; die.' Frau weiß und erfährt nicht viel von seinen beruflichen Auigaben und Sorgen — es genügt, wenn sie ihr Wirtschaftsgeld pünktlich und möglichst reichlich erhält So •ist es jdoch gewesen, nicht wahr? Aber schon während des Krieges wurde es vielfach anders. Und heute? Heute zeigen die Frauen die wahre Größe, deren sie fähig sind, und zwar nach beiden Richtungen: im Verzichten und im Arbeiten. Wir sehen's doch überall, wie ganz verwöhnte Frauen heute auf allen Komfort und_ Bequemlichkeit verzichten, klaglos; und wie sie, soweit es irgend geht, alles dem Mann abnehmen. Sie helfen j ihm im Büro, ob es nun das kaufmännische Kontor oder die Anwaltskanzlei ist und ähnlich auch in den anderen Berufen. Ich brauche Ihnen ja nicht zu erzählen, wie sich unsere ganze Judenschaft heute umstellen muß: alles wird verkleinert, die Betriebe und die Haushalte. Es ist kein Zufall, daß die .Wendigkeit1 — auf dem Gebiete von Gesinnung und Charakter ein schwerer Makel — im praktischen Leben als Tugend gilt; die jüdischen Frauen haben sie in ganz besonderem Maße bewiesen. Sie haben-sich den total veränderten Lebensverhältnissen angepaßt und den Kampf ums Dasein unter j gänzlich neuen Bedingungen aufgenommen und., durchgeführt Gewiß, auch die Männer. Denn wenn man von den Verdiensten der Frau spricht so soll das ja nicht etwa die des Mannes in den Schatten stellen. Der Mann muß auch oft genug, und gerade jetzt, Wendigkeit beweisen. Aber wenn er esj nun geschafft hat und sieht: um so und so viel wird sein Einkommen in Zukunft geringer sein als bisher, dann bleibt! der Frau immer noch das Äl!erschwerste: der Nahkampf mit dem Leben. Sie muß mit dem, was da ist, auskomrrien, und doch muß das Essen immer pünktlich auf dem Tisch! sein. Viele Männer wissen gar nicht, was das bedeutet Der Mann kann, ist das Geld einmal sehr knapp, auf die Straßenbahn verzichten und zu Fuß laufen, ja er freut sich trotz jder verschwendeten Zeit dann der ersparten Groschen. Aber-die Frau kann ihn und die Kinder nicht mittags empfangen: Hört mal, es gibt erst morgen wieder etwas zu essen. — Sie muß mit dem Verdienst des Mannes auskommen, und hat damit, zu den Sorgen des Mannes, die sie ja völlig miteriebt, noch die eigenen Sorgen hinzu. Von der Kindererziehung ganz! zu schweigen.“ Die Sprecherin machte hier eine Pause, und auch ich war nachdenklich geworden. Eser k’negdö, eser k’negdö, klang es in mir nach, und der Rhythmus dieses biblischen Wortes ging über! in den Gesang, mit dem die Räder unseres Zuges über die Schienen ratterten. Eine Gehilfin, die um ihn ist. Kameradin.,das ist in der Tat mehr als Frauenemanzipation, die wir deshalb nicht gering zu achten brauchen. Es schien, als habe mein Gegenüber ihre Gedanken in der gleichen Richtung fortgesponnen. Denn ohne jeden Uebergang sprach sie jetzt von der öffentlichen Tätigkeit der Frau, die man' mehr und mehr anzuerkennen beginnt Es sei keineswegs mehr so, daß die Frau nur zur Wohlfahrisarbeit, hinzugezogen wird, die verschiedensten Dezernate werden ihr bereits übertragen. — Längst hatten wir Mannheim hinter uns gelassen und näherten uns der alten Reichsstadt Frankfurt. Dort würde es einen längeren Aufenthalt geben, und sogleich nach Beginn der Weiterfahrt sollte irri Speisewagen das gemeinsame Mittagessen beginnen. Ein Boy in Livree stand im Türrahmen: „Platzkarten zum Mittagessen gefällig?“ Meine Begleiterin dankte. Als wir wieder allein waren, sagte sie: „Erstens fahre ich 'heute nur bis Frankfurt; zweitens aber bin ich noch ein wenig vom alten Schlage: aus dem Elternhause her war ich’s gewohnt, und ich hab es in all den Jahren, seitdem ich einen eigenen-Haushalt habe, durchgeführt. Wie es nun, nach dem Schächtverbot, werden soll, weiß ich nicht. Aber halten Sie mich deshalb nicht für orthodox. Ich habe mich nie als etwas anderes gefühlt wie als liberale Jüdin. Das entspricht meiner ganzen Auffassung von Religion und Judentum. Nur wenn die Erscheinungsformen sich der Umwelt und dem Zeitgeist anpassen, kann das, was den ewigen Kern bildet, sich, erhalten und fortwirken. Das zeigt sich z.' B. gerade auch bei der Rolle, die die Religionsgemeinschaft der Frau zuweist. Das Judentum war früher eine Männerreligion.“ Ich wollte etwas bemerken, aber schnell und heftig fuhr sie fort: „Sagen S|e| nichts dagegen: ich kenne alle Einwände, die man dagtgeji macht: aber es ist doch so. Das paßte, wie .vieles andere, nicht in die neue Zeit. Die jüdisch-liberale Bewegung hdt! diesen Mangel zuerst erkannt. In den Gemeinden, wo das liberale Judentum stark genug war, sich durchzusetzen, wurde diesem Uebelstande abgeholfen und den Frauen das aktive und passive Wahlrecht gegeben. Die Gemeinden, die frühzeitig Frauen in ihre Gremien beriefen, ernten jetzt die Früchte. Denn die Frau ist gegen früher bedeutend vielseitiger geworden. Nur ein Beispiel: wer von den Eltern geht zum Lehrer und spricht über die Zensuren, über die Versetzung? Nur sehr selten der Vater, fast immer die Mutter. Und darum ist /es gut, wenn eine Frau auch einmal im Schulausschuß sitzt. Ich sagte schon, die verschiedensten Aufgaben sind in unsem Gemeinden Frauen übertragen worden.. Ich selbst bearbeite u. ä. die Austritte, die bis vor kurzem in unserem Bezirk hin .und wieder vorkamen, wenn es auch nicht so schlimm war, wie in einigen Großgemeinden. Ich kenne Gemeinden, wo die Frauen sogar das Dezernat bearbeiten, welches man gemeinhin für ein Reservat des Mannes hält: das Finanzwesen. In einer süddeutschen Gemeinde ist eine Frau im Friedhofsausschuß, und in Duisburg, das haben Sie ja selbst in Ihrer „Jüdisch-liberalen Zeitung“ berichtet, haben die Repräsentanten der jüdischen Gemeinde eine Dame zur Vorsitzenden gewählt Ich könnte Ihnen viel von diesen Leistungen der Frau erzählen und von dem Segen, den Frauenarbeit den Gemeinden gebracht hat — Wir Frauen sind nicht wenig stolz darauf“, fügte sie nach einigem Zögern lächelnd hinzu. | Die Bremsen zogen an, die Räder knirschten, dann ging es; donnernd über die Brücke: drüben der charakteristische Blick auf den Frankfurter Dom, den Römer und die Paulskirche. unter uns das Wasser des Stroms. „Diese Leistungen der Frau für die jüdische Gemeinde“, schloß mein Gegenüber die Unterhaltung ab, „findet man, wie gesagt, nicht nur bei mir zuhause. Heute abend werden Sie ja wieder in Ihrem schönen Berlin sein, dessen jüdische Gemeinde Frauenarbeit stets zu schätzen wußte: hier in Frankfurt ist es nicht anders, und wo immer im Sinne des jüdischen Liberalismus Frauen in die Gemeindearbeit berufen wurden, da haben die Gemeinden den Nutzen davon gehabt. Schauen Sie hier den Strom, der Jahrhunderte hindurch Deutschland in zwei Teile zu trennen schien, — aber im Leben der deutschen Juden gibts keine Alainlinie.“ —tz. Wissen Sie schon, daß in den Synagogen ■ zahlreicher jüdischer Gemeinden in Deutschland an dem Sabbath vor dem 1. Mai von den ' Rabbinern auf die hohe Bedeutung hingewiesen wurde, die die Lehre und' das Religionsgesetz des Judentums der Arbeit und der Freude an der Arbeit beimessen? daß Dr. Ludwig Fulda auf einstimmigen Beschluß des Preisrichterkollegiums der Jakob Lippowitz-Burgtheaterriug- Stiftung unter Vorsitz des Kultusministers Prof. Dr. Anton Rintelen, sowie in Anwesenheit von Ältbundespräsident Dr. Michael Hainisch, Perhart Hauptmann, Hermann Bahr. Karl Schönherr u. a. in Anbetracht seiner besonderen Verdienste um das Burgtheater den Burgtheaterring für das Jahr 1933 zugesprochen erhielt? daß die holländische Quäkervereinigung in einer Erklärung an den jüdisch-aschkenasischen Gemeindebund ihr Mitgefühl mit den deutschen Juden zum. Ausdruck gebracht und .hinzugefügt hat, sie werde alles tun, um eine Ausbreitung des Antisemitismus in Holland zu verhindern? daß Präsident Roosevelt den jüdischen Rechtsanwalt Laurence Steinhardt aus New York zum Gesandten der Vereinigten . Staaten in .Schweden nominiert hat? daß an den Schulen der -Vereinigten Staaten der jiddische Sprachunterricht als — selbstverständlich fakultatives — Lehrfach eingeführt werden soll? daß der Budapester Stadtrat der jüdischen Gemeinde Budapest einen jährlichen Beitrag von 177000Pengö für die Zwecke des Religionsunterrichtes bewilligt hat? daß in Brüssel eine Konferenz der Weltorganisation Agudath Israel unter Teilnahme von .Delegierten aus Frankreich, Italien, England, Belgien und Holland stattfand, welche durch eine Resolution die jüdischen Gemeinden der ganzen Erde auffordert,-eine prozentuelle Abgabe von allen Einkünften der pemeinden zur Stützung der jüdischen Gemeinden in Deutschland einzuführen? daß die kürzlich von Jabotinsky aufgelöste deutsche Abteilung des zionistisch-revisionistischen Jugendbundes Brith Trumpeldor als selbständige Organisation weiterbestebt? daß in Jerusalem ein Zentralhilfskomitee der palästinensischen Judenheit für deutsche Juden gebildet worden ist? Auslands-Chronik Saloniki, (Neuer Oberrabbiner.) Die Regierung hat die Ernennung des Berliner Rabbiners' Dr. Zwi Hirsch Koretz zum Oberrabbiner von Saloniki bestätigt. Oberrabbiner Dr. Koretz wird am 10. Mai in Saloniki eintreffen, um seinneues Amt anzutreten. Das seit mehreren Jahren unbesetzte Oberrabbinat von Saloniki war im Jahre 1925 dem gegenwärtigen Oberrabbiner von Stockholm Dr. Ehrenpreis angeboten worden. Mit dieser Stellung sollte gleichzeitig die eines Landesrabbiners von Priechenland verbunden sein. 'Man erwartete von der Errichtung eines Landesrabbinats .eine durchgreifende Reorganisation der 25 größere jüdische Gemeinden mit insgesamt etwa 125000 Seelen umfassenden Judenheit Neugriechenlands. Von einer solchen Reorganisation erhofft män einen weitgehenden Einfluß auf die Erneuerung der gesamten sephardischen Judenheit. New York. (Sabbäth ruh ege setz.) Der Senat von New York hat ein Gesetz beschlossen, demzufolge denjenigen, die die Sabbathruhe beobachten, die Ausübung ihrer Beschäftigung an Sonntagen gestattet wird. Dasselbe Gesetz wurde auch vom Stadtrat von Albany angenommen. Chlkago. (Ein „Jüdischer Tag“ auf der Weltausstellung.) Im Rahmen der Chikagoer Weltausstellung wird am 3. Juli .ein „Jüdischer Tag“ veranstaltet werden, an dem zahlreiche jüdische Organisationen ihre Jahresversammlungen in Chikago abhalten werden. Man erwartet die Teilnahme einer -Reihe hervorragender jüdischer Persönlichkeiten aus allen Ländern an den Veranstaltungen des ,;Jüdischen Tages“. Auf dem Soldier Field zu Chikago wird an diesem Tage vor 100 00Ö jüdischen Besuchern die Freilichtaufführung eines Ausstattungsstückes „Romanze eines Volkes“ stattfinden. London. (Der Gründer des „Jewish Guardian“ gestorben.) Im Alter von 61 Jahren verstarb in London der Gründer der im Jahre 1917 gegründeten Zeitung „Jewish Guardian“, Laurie Magnus. Er leitete das Blatt bis 1931, in welchem Jahre es sein Erscheinen einstellte. Magnus war Mitglied des Council der West London Synagogue, des Jews’ College und der Jewish Hospital Society. Er war seinerzeit Präsident des Verbandes der jüdisch-literarischen Gesellschaften und Ehrensekretär des Jewish Board of Guardians (Armenbehörde). Er gehörte auch dem juristischen Parlamentsausschuß, dem Presseausschuß und dem Palästina-Komitee des Jewish Board of Deputies an. Gottesdienste Liberale Synagoge Gottesdienst Predigt Norden Schönhauser Allee 162 Osten Aula Kaiserstr. 30 Westend Aula Leistikowstr. 7 Frtg., 19.5., 19.15 Uhr Sbd., 20.5., 10.00 Uhr Frtg., 26.5., 19.15 Uhr Sbd., 27.5., 10.00Uhr Frtg.. 19.5., 19.30 Uhr Frtg., 26.5.. 19.30 Uhr Frtg., 19.5., — Frtg., 26.5., 19.15 Uhr Rabb. Dr. Hirschberg Rabb. Dr. Salomonski Rabb.-Kd. Dr. Sänger Rabb.-Kand. Mehler Kein Gottesdienst Rabb. Dr. van der Zyt Liberaler Gottesdienst Schmargendorf Altersheim BerkaerStr.32 Frtg., 19.5., 19.00 Uhr Sbd., 20.5., 10.00 Uhr Frtg., 26.5., 19.00 Uhr Sbd., 27.5., 10,00 Uhr Dr. Blumenthal (Neumondweihe) Jüdische Reform- Gemeinde Johannisstr. 1.6 Kleiststr. 10 (Logenhaus) Stg., 21.5., 10.00 Uhr Stg., 28.5-, 10.00Uhr Mtch. 31.5., 10.00 Uhr Frtg., 19.5.. 18.30 Uhr Frtg.,-26.5., 18.30 Uhr Dr. Rosenthal Dr-Jelski Wochenfest m.Seefenfeler: Dr. Rosenthal Dr. Jelski Dr. Lehmann Ver einsnadiriditen. Berlin. (Konzerte der Gemeinschaft jüdischer Musiker.) Es hat sich eine Gemeinschaft jüdischer Musiker gebildet, die mit Konzerten zum Besten der in überaus schwie- - riger Lage befindlichen erwerbslosen Musiker an die Oeffentlichkeit tritt. Die Veranstaltung, von denen die ersten beiden am 22. und am 29. Mai in der Synagoge Prinzregentenstraße stattfinden, werden auf hohem künstlerischen Niveau stehen. Ein reger Besuch ist im Interesse der guten Sache sehr erwünscht Herausgeber: Hanns loevtnsttin und Willi Tisch Verlag.1 Berlin SW 11, Verantwortlich für den .Textteil: George Goetz, Berlin W35: für den Inseratenteil: Willi Tisch, Berlin NW87 - Druck: Berliner Spezial-Druckerei GmbH., Berlin NW21, Alt-Moabit 105. ©l iVs-i - mL

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