Jüdisch-liberale Zeitung
- Journal
- Jüdisch-liberale Zeitung
- Volume
- 13 (1933)
- Issue
- 3 (1.5.1933)
- Date
- 1933-05-01
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Durch Nach! a^um Lichl! Von Rabbiner 2Je. Joseph £efu*tatui. T iebc hebt das Gleichgewicht auf, Haß hebt das Gleichgewicht auf", lautet ein nur allzu wahres Talmudworf (Sanhedrin 105). Ja, - die Liebe macht bliAd und auch der Haß macht blind. Liebe und Haß sind Affekte; Handlungen im Affekt entbehren jeglicher Objektivität. Liebe"macht blind. Wir rufen dieses Wort oft.vorwurfsvoll den natürlichen Erziehern, den'Eltern, zu. Allzugroße Elternliebe' hat oft zur Ueberschätzung der Gaben ihrer Kinder geführt Diese Art hat auch ihren Segen gehabt: - wieviel Energie und Gaben sind doch dadurch in dem heranreifenden Geschlechte geweckt worden! Aber ohne Zweifel ist die Ueberschätzung der Kinder j durch ihre Eltern oft auch schädlich gewesen. „Erziehe den Knaben nach seiner Welse", heißt es in den Sprüchen Salomos, und das bedeutet: Habe acht auf die Individualität deines Kindes! Liebe sollte nicht blind, sie sollte scharfsichtig machen! Der Haß macht blind. Wer hat dies nicht schon in seinem persönlichen Leben erfahren, wo gibt es eine Gesamtheit, die nicht. von dem. Haß, der blind macht, schwer getroffen worden ist! Aber wer hat die Schwere dieser Blindheit mehr tragen müssen als wir Juden?: Alan haßt uns, weil man uns_ nicht kennt. Trotz allem sind wir die großen-Unbekannten geblieben. Um so mehr, ist es unsere Pflicht in unseren Tagen, auf unsere Geschichte, auf unser Leben hinzuweisen. Möge beides vor dem Richterstuhle der Geschichte einst bestehen. Rabbiner Ör. Julius Galliner. Auslands-Chronik Genf. (Die evangelische Kirche in der. Schweiz zur Luge der Juden in Deutschland.) Die Delegierten der evangelischen Kirchen Briquet und Wible haben dein Genfer Oberrabbiner'Salonion Meyer einen Besucli abgestattet. Sie erklärten namens der evangelischen Kirchen,' daß sie die Zurücksetzung der Juden in Deutschland mißbilligen, und versicherten die Jüdische Gemeinde ihrer Sympathie. Am folgenden Tag statteten die Mitglieder'des Rates der Jüdischen Gemeinde Genf. Henri de Toledo und Albert Meyer dem evangelischen Konsistorium einen -Dankbesuch ab. Außerdem hat eine Reihe hervorragender schweizerischer Intellektueller aii die verschiedenen evangelischen Gemeinschaften der romanischen Schweiz einen Aufruf gerichtet, in dein daran erinnert wird, daß der evangelische Geist Liebe, Sicherung der Unabhängigkeit und gegenseitige Hilfe fordert. Die Unterzeichner „erwarten von den Kirchen, daß diese ihre Stimme erheben, um für die Juden dieselbe Gerechtigkeit zu fordern, die .sie für jede ande.re zurückgesetzte Minderheit verlangen müßten“. Prag. (Verbesserung , der Einbürgerungs- -praxis gegenüber Juden in de r Tsc liech oslowakei.) Die amtlichen Berichte des statistischen Staatsamtes weisen für^das Jahr 1931 eine Erhöhung.der Einbürgerungen von Juden Gegenüber den vorhergehenden Jahren auf. Während in diesen Sour mehrere Hundert Juden eingebürgert wurdeh, erhielten 1931 2230 Juden das Staatsbürgerrecht. Von diesen wurden in Böhmen 144, in Mähren-Schlesien 215, in der Slowakei 1340. und in Karpathorußland'531 Juden, meist ■i^hÄmalige...ungarische, polnische und rumänische,.Staaffangeliörige, eingebürgert Von allen iin Jahre 1931 neuäui«nommenen Staatsbürgern waren 18 Prozent’Juden. Amsterdam, (Der holländische Rabbiner Dasberg sestorben.) Im Alter von 61 Jahren verstarb in Amsterdam Rabbi S. Dakberg, einer der beliebtesten Prediger der holländischen Judenheit. -Er war der Vater des Oberrabbiners von Groningen S. Dasberg jun. und Mitglied, der Exekutive des Verbandes indischer Religionslehrer „Achawah". Er wurde in Dordrecht;. wo er früher gewirkt hatte, beerdigt. Berufung jüdischer Gelehrter ins Ausland. Wie die Stockholmer Tageszeitung „Nya Degligt Alleliandu“ mitteilt, werden gegenwärtig Verhandlungen geführt mit dem Ziele, dem berühmten Gynäkologen Professor 'Bernhard. Zondck aus Berlin die Fortsetzung der Forschungsarbeiten-in Schweden zu ermöglichen. In den Kreisen der Warschauer Medizinischen Fakultät, verlautet, daß der Berliner Professor br. Hermann Zondek auf die derzeit vakante Lehrkanzel für innere Medizin berufen werden soll. ' T^as Prophetenwort des letzten Pessachtages zeigte uns eine Gestalt, die für das Wesen und die Aufgabe des Judentums von besonderer Bedeutung ist, die Gestalt des Messias. Der Ursprung dieser Symbolgestalt ist älter als das'Judentum, und ihre Erscheinung blieb nicht auf das Judentum beschränkt. Allüberall regt sich, besonders in Unheilszeiten, der Glaube ah einen Erlöser, der neues Heil bringen soll. Im Judentum aber ist, seinem Wesen entsprechend, auch diese Gestalt ins Ethische gehoben. Der Messias wird zum Bringer des Gottesreiches auf Erden, des Reiches der Gerechtigkeit und des Friedens. Und so ist schon gleich beim Aufkommen dieser Vorstellung im Judentum die Person des Messias hinter die Idee zurückgetreten, so daß in der berühmten Verkündigung des Messiasreiches im 2. Kapitel Jesajas von dem Messias' selbst gar nicht die Rede ist. In der Idee von eineip Gottesreich auf Erden, einem Reiche der Gerechtigkeit und des Friedens offenbarte sich der ethische Optimismus des Judentums. Aber ist dieser Optimismus nicht vielleicht ein Illusionismus? Ein Reich der Gerechtigkeit und des Friedens — sah es jemals so aus in der Welt, oder sieht es heute so. aus auf der Erde? Die Propheten waren keine Träumer. Sie kannten die Welt und (Be Menschen. Sie sprachen von den Leiden und Wijhen, die der Messiaszeit vorangehen. Der Messias ist für sie das Ziel, das erst nach schwersten Prüfungen! nach herbstem Leid als. Krone des Weltenplanes und Weltensinnes auftaucht. Der Messias ist das Ziel! Aber der Weg ist in einer anderen Gestalt symbolisiert, die für das Wesen und die Aufgabe des Judentums nicht minder bedeutsam ist und die zu der Messiasgestalt die Ergänzung bildet. Das ist die Gestalt des leidenden Gotteskne.chtes, wie der große Prophet des Exils sie vor uns hingestellt hat. , Wir wissen, welche Rolle der leidende Gottesknecht des Jesaja-Buches in der Religionsgeschichte -spielt, wie er wortwörtlich das Urbild Wurde für die Leidensgestalt, die dem Christentum Weg und Ziel gegeben hat. Worte des biblischen Propheten sind es, die die Bilder und Embleme umrahmen, auf denen das Leiden des christlichen Heros dargestellt ist: „Meinen Rücken Dipl.-Ing. Bruno Woyda! wurde von der „Reichsvertretung der deutschen Juden“ als Vorsitzender und Leiter der „Zentralstelle für jüdische Wirtschaftshilfe“ eingesetzt. bot ich denen dar, die mich schlugen, und meine Wange denen, die mich rauften, mein Angesicht verbarg ich nicht vor der Schmähung, noch vor denen, die mich anspieen.“ — „Verachtet war er und verloren unter den Menschen, ein Mann der Schmerzen, mit Krankheit vertraut.“ — „Er wurde mißhandelt, und er. duldete doch sanftmütig und tat seinen Mund nicht auf, er war .wie ein Lamm, das zur Schlachtbank geführt wird.“ i Es ist nicht unsere Aufgabe, zu zeigen, welche Deutung das Christentum dieser Leidensgestalt des Propheten gegeben hat und ob diese Deutung nicht auf einen Weg führte, der von der Gedankeniinie der Propheten abwich. Eher, könnten wir' schon die Frage stellen, ob selbst die Ideedes sühnendes Leides in christlichen Kreisen richtig erkannt und beachtet wird. Vom Standpunkt des Judentums aus —und das ist heute auch die Anschauung der Wissenschaft — ist die Gestalt des leidenden Gottesknechtes im Jesaja-Buche kein Rätsel und kein Geheimnis. Wir .kennen ihren Ursprung, ihren Sinn'und ihre Bestätigung bis auf diese Stünde. Entstanden ist diese Vorstellung im Judentum in Anlehnung an den Marin des Leidens, den Propheten Jeremia, der von sich sagen mußte: „Ich bin der Mann, der das Elend sah unter der Rute seines Grimmes.“ Jeremia ist die tragischste Gestalt unter unseren Propheten, ein Mann, der alles Leid der Welt erfahren — Verfolgung, Schmähung, Mißhandlung, Todespein und Todesgraus — der dazu die tiefste innerste Tragik erlebte, in persönlicher Verkennung, und in persönlicher -Verkündigung des Zusammenbruches alles dessen, woran sein Herz hing, und der doch nicht in Verzweiflung fiel, sondern im Sieg über das Leid Künder der Hoffnung und der Zukunft wurde. In Anlehnung an diesen großen Leidensmann und Gottesknecht entstand das Bild, das von da an als Israels Abbild und Spiegelbild seinen Weg durch die Jahrtausende begleitet hat. Denn “wir sind keinen Augenblick im Zweifel überden Sinn dieses Bildes. Selbst wenn der Prophet nicht immer wieder mit klaren Worten Israel selbst als den- Gottesknecht bezeichnet hätte: wer den Sinn seiner Worte erfaßt, kann nicht verkennen, daß er mit dem ' leidenden Gottesknecht Israel, und nur Israel, Israel als Gottesgemeinde, als religiöse Gemeinschaft gemeint hat. Und hat Israel dieses Bild nicht in seiner Geschichte bestätigt? Weist nur immer hin auf die großen Märtyrer, die für die Wahrheit und das Recht sich dem Tode darboten! Sie leuchten in der Verklärung, die sie. in der Geschichte der Menschheit gefunden haben: Sokrates, Huß, Giordano Bruno und alle, die sich ihnen würdig anreihen unter den sittlichen’Heroen der Weltgeschichte. — Aber ein Märtyrer Volk hat es. nur einmal gegeben, eine ganze Gemeinschaft, die als leidender Gottesknecht das Martyrium ihrer Sendung auf sich genommen hat, — das ist Israel! VGottesknecht,.und damit Gotteszeugei so, wie der. Rfeihet gekündet hat: „Ihr seid meine Zeugen, spricht der Herr, und mein Knecht, den ich erkoren habe!“ Im Leid geläutert; im Leid erprobt und bewährt — so konnte Israel'Zum Gotteszeugen werden,, zum Zeugen für den Wert des Göttlichen auf Erden: der Wahrheit, des Rechtes, der Liebe und des Friedens. Wenn man solches Leid auf sich nimmt, trägt, und duldet, so müssen die Güter, für die man leidet, unersetzlich und unentbehrlich sein für den Menschen und für die Menschheit, so daß ein Leben ohne sie nicht lebenswert und nicht lebenswürdig ist, eine Menschheitsgeschichte »ohne-sie ohne Würde und Ehre, ohne Sinn und Zweck. Darum macht das Leiden und Dulden allein noch nicht den Gottesknecht und Gotteszeugen, sondern die Würde, mit der er leidet, und das stolze Bewußtsein, daß es ein Hohes und Heiliges ist, für-das er leiden muß. Eine ernste"’ Mahnung an alle unter uns, die von dieser Würde noch nichts wissen, die die Verpflichtung 3)ie7love£ie du „Jüdisch:liberalen2>eüanq." ■" Der Grabstein. Von Heinrich Kurtzig. Aden erschien er so, als ob er niemals jung gewesen wäre, der alte Baruch Pastemack.- Es gibt solche alten Männer und- Frauen, bei denen man sich nicht vor-- stellen kann! daß sie einmal frisch und blühend durchs Leben gingen. Wie?jder weißhaarige, gebückte zitternde Greis dort .mit den-triefenden Augen und dem spitzen, hervortretenden Kinn, ■ dem langen zerzausten Bart, sollte eimiial ein strahlender, flotter Jüngling gewesen sein? Alle sagten, Baruch hat wohl immer so ausgesehen, der war wohl -nie jung.' < Er schien anders zu sein, als alle anderen Menschen in der Stadt. Die missten hatten ihn noch nie gesehen, und kauni einer hatte ihn sprechen hören. Er pflegte mit niemandem eine Unterhaltung, und so erfuhr man aucli nicht, was vorher mit ihm war, als er noch im Dorfe wohnte.' Daß Baruch eine schwere Zunge hatte, kam nicht in Frage."'Sehi Nachbar im Tempel hörte, wie er seine. Gebetedeutlich murmelte. Und das „Sch’ma Jisroel" spracii .er sogar immer ganz laut. Er hatte nur den einen Tempeiuachbar. Auf der . anderen Seite seines Platzes war eine Säule. In diesem Eckchen in .der allerletzten Reihe hatte Baruch seinen Platz. ' Dort saß er immer in seinen Gebetmantel gehüllt. ’ Nicht nur au den-hohen Feiertagen, wenn die Synagoge bis zum letzten Platz gefüllt war; auch an. den gewöhnlichen Sabbaten, wenn der Tempel fast leer war. und an den Wochentagen. Sommer und Winter, alle Tage, war Baruch frühmorgens und abends im Gotteshause. Er. hatte nicht weit zu gelten. Seine .Wohnung war ganz in der Nähe, wenige Schritte von der Synagoge entfernt, in einem der niedrigen Häuschen am „Beth hamidrasch“, dessen Fenster so winzig klein und fast in gleicher Höhe_mit der Straße waren. Das war der ein- .zige Weg, "den Baruch regelmäßig ging. In den Straßen außerhalb des Judenviertels sah man ihn nie. Noch nie hatte man den Alten lachen hören, nicht einmal lächeln sehen, aber auch nicht weinen. Hatte er auch in seiner Jugend nie gelacht, nie wenigstens gelächelt, nie geweint, nie geliebt? •In sein Haus kam selten jemand. Einmal humpelte ein altes Mütterchen, auf einen Stock'gestützt, heran. Die Frau-ging ganz gebückt mit krummem Rücken, und ihr Gesicht schaute nicht nach vorwärts, sondern tief nach unten, als ob sie einen Gegenständ auf der ‘ .Straße suchte. Sie kam aus dem Dorfe, tastete sich durch die Hauptstraße über den Marktplatz, bog in die Gasse ein. die zur Synagoge führte, und ging in Pasteriiacks Häuschen. Sie'war bei ihm in dem ärmlichen Stübchen und sagte: „Baruch“. und er .sagte: „Lea“. Und er lächelte ein wenig freudig, als er die Jugendgeliebte nach so langen, langen Jahren wiedersah. Dann weinten beide. Ach. warum hatte Lea ihn einst zurückgewiesen! Er war doch ein braver Junge gewesen. Doch, er war nicht „gebildet“ genug. Sie wollte höher>-hinaus. Als Lea fortging, geleitete der alte Baruch sie noch einige Schritte, dann begab er sich in den Tempel, depp die Zeit der Abendandacht (var gekommen. Diesen einen ÄVeg ging er nun schon viele Jahre,' und er ging ihn auch an den nächsten Tagen und in den nächsten Wochen. Monaten und Jahren. Endlich ging er doch einmal einen anderen Weg. Ueber den Markt durch die Hauptstraße. Er bog in die schmale -Klostergasse ein, wo der Synagogenvorsteher sein Amtszimmer hatte. Er trat an den Würdigen heran und sprach (Baruch konnte liier ganz gut und laut sprechen); „Herr Vorsteher“, sagte er, „ich komme mit einer Bitte. Ich möchte mir eine Grabstätte kaufen, ein schönes, ruhiges Plätzchen, wo ein Baum in der Nähe ist, auf dem die Vögel Gott Loblieder singen. Ich möchte liegen, wo ein Baum blüht und ein Vogel singt. Und einen Grabstein möchte ich mir jetzt schon setzen lassen. Es soll nicht viel auf ihm stellen, nur mein Name und der meiner seligen Eltern. Ich will alles fertig machen, bis auf den Todestag, den, so möchte ich bitten, soll der geehrte Vorstand, wenn die Zeit' gekommen sein wird, dann noch einmeißeln lassen. Das Geld für den Platz'und den Stein habe ich mitgebracht, so viel habe ich gesammelt.“ Und der- Alte holte einen Beutel mit lauter harten silbernen Talern hervor und übergab ihn dem Vorsteher mit den Worten: „Zu einem Eisengitter reicht es nicht, aber für den Platz und auch zu einem Stein, wenn er auch nicht aus Marmor ist, wird es wohl genug sein.“ „Baruch! Ihr sollt den schönsten Grabstein aus Marmor und mit Goldbuchstaben bekommen“, sagte der Vorsteher ergriffen. Und der christliche Schlossermeister, der zufällig dieser Szene beiwohnte, fügte hinzu: „Und ich spende ein kunstvolles Eisengitter, das ich mit eigener Hand in meiner Werkstatt schmieden und selbst aufstellen werde-“ Nun saß Baruch nicht mehr immerzu in seinem einsamen Stübchen. Jeden Tag, außer Sonnabends, machte er seinen Spaziergang nach dem Friedhofe, „zu seiner Villa“, wie er sagte. Mit freudigem Stolz blickte er auf den Platz mit dem kostbaren Grabstein und dem kunstvollen Eisengitter, wo er einstmals ewig ruhen würde. Da war es, wo man ihn lächeln, selig lächeln sehen konnte.- Er pilgerte noch viele Jahre hinaus. Es schien, als ob er immer jünger würde: Jetzt konnte man sich vorstellen, daß Baruch einmal jung war. Man konnte sich ein schönes Bild von ihm aus früherer Zeit machen. — Aber einmal kam der Alte frühmorgens nicht in den Tempel, und an diesem Tage ging er auch nicht auf den Friedhof. Er war gestorben. Man trug ihn hinaus in sein Heiligtum, und aus dem Dorfe kam Lea und weinte an seinem Sarge. —- Im Dorfe konnte man lange Zeit einmal im Jahre in einem :Stübchen ein kleines, flackerndes Oellämpchen brennen sehen. Einmal im Jahre, immer am Tage von Baruchs Jahrzeit. Es brannte vor, einem Abend, zum anderen, bis es knisternd verlöschte. Einmal brannte das Lämpchen aber nicht. Lea war dem Jugendfreunde in die' Ewigkeit nachgefolgt. — — — Baruch Pasternacks Grab auf dem kleinen Fried-