Jüdisch-liberale Zeitung
- Journal
- Jüdisch-liberale Zeitung
- Volume
- 13 (1933)
- Issue
- 2 (15.4.1933)
- Date
- 1933-04-15
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Gam su I’tauwoh — auch dies ist ■zum Guten“: dieser alt jüdische -Spruch bei Schicksalsschlägen wird auch jetzt seine Wahrheit erweisen. ^Millionen, die noch vor kurzem die Frage nach Judentum und Juden für geringfügig hielten, sehensich heut! zu ernstem Studium dieser Dinge -veranlaßt. Das kann uns nur lieb sein: sie werden im Judentum die Menschheitsreligion, in dem Juden den Menschenbrude'r, im deutschen Juden den 4wenn auch’andersgläubigen, so doch; gläubigen Volksgenossen entdecken. Zu-diesem Gewinn der zweite, Unzählige jüdischer Abstammung” zu deri unvergänglichen Alenschheits- und Ewigkeitswerten der Jüdischen Religion zurückgelührt und dadurch unsere Gemeinschaft fester geschmiedet zu sehen —: ist das alles, inmitten der; Schicksalsschläge, nicht;des Segens genug?. - - <{ l, George Goetz. stellen gerichtet werden. — Wo aber-wirtschaftliche Hilfe und Beratung nötig ist. da wende Inan sich an die Zentralstelle. Es handelt sich dabei hauptsächlich um folgende'Gebiete: . j 1.; Rechtshilfe; ’ . 2. ' i Wirtschaftshilfefür Selbständige;! 3. ■ Wirtschaftshilfe'für Angestellte;'- 4.1 Beratungsstelle für Akademiker; ja) Mediziner;!b) Juristen; 5. j Wanderhilfe, j Es hat sich gezeigt, daß die Rechtsuchenden — gleichgültig. , ob‘ es sich' um gekündigte ■'Anstellungs- Verträge, Beamten Verhältnisse oder um zivile' Streitigkeiten aller- Art handelt, vielfach nicht wissen, welche Möglichkeiten sie haben, welche Stellen; iür sie zuständig sind, usw." Es besteht'da vielfach völlige Unkenntnis. Die Zentralstelle hilft hier; setzt z. T. die erforderlichen Eingaben selbst auf und zeigt, wie die allgemeinen wirtschaftlichen oder Berufsverbände, die Betriebsräte usw. zur Mithilfe herangezogen werden können. Sie zeigt z. B. auch de»'Studenten Wege zur Fortsetzung ihrer Studien, sucht durch Zusammenarbeit mit änderen Institutionen im ganzen Reiche Praktikantehstelleu. zu vermitteln usw. Soweit — hauptsächlich für Studenten und Ausländer, aber durchaus nicht j nur für sie — Auswanderung in Frage kommt, leistet die Zentralstelle aucli -liier ratend und unterstützend Hilfe; sie hat gemeinsam mit djyii Hilfsverein der deutschen Juden eine AuswandererbDratungsstelle eingerichtet, der sich wohl auch das Palästinaamt der Zionistischen Organisation ansclilieüen wird. Selbstverständlich hält, sie Verbindung mit den jüdischen Hilfsorganisationen und -komites der verschiedensten europäischen und amerikanischen Länder.;* Die Zusammensetzung der Leitung isF — wie bei allen i sozialen und wirtschaftlichen Dingen' selbstverständlich — völlig überparteilich; das zeigen u. a. die Namen der'an der Spitze stehenden Persönlichkeiten; Dipl.-ihg. Bruno- Woyda und' Dr. Max Kr Uzberger, die dieses vielgliedrige Büro innerhalb weniger Tage aus dem Boden stampfefa mußten, und denen sich ein großer Stab sach- und fachkundiger Mitarbeiter; aus allen Berufszweigen opferwillig an die Seite stellte. Es wird erst in. späterer Zeit möglich sein,!diese Arbeit, ' die damit verbundenen Opfer und den Erfolg zu würdi-; gen. I Dann wird auch allen denen, die ohne viel' Worte und ohne jedes Pathos diese dringendste Notarbeit: übernahmen, in würdigerer Form gedankt werden. Heute gilt es, alle auf diese Arbeit jhinzuweisen, damit! jeder, der sie. braucht, weiß, wohin er sich wenden kann, t- i , Oie' „Zentralstelle für füdlschc Wirtschaftshilfe“ gibt bekannt, daß ihre Rauinc sich Merlin N 24, Oranienburger Straüe 31, beiimlcn. Sprechstunde daselbst Montags bis* Donnerstags 1(1—1 Uhr, 1‘reitags 10—2 Uhr. Zukunftsgefahren, ein Nachwort zum Boykott. j Der I. April 1933 wird hüben und drüben noch auf viele Jahre unvergessen bleiben, bei uns Juden vielleicht auf Jahrzehnte und Jahrhunderte. Würden wir nach unseren selbstverständlichen Gefühlen und Empfindungen urteilen, wir würden sagen: der Tag -,des antijüdischen Boykotts wird in die Geschichte des Judentums eingehen. Nicht wegen seiner ' Wirtschaft}- liehen Auswirkungen — deren Größe vermögen wir im Augenblick nicht abzuschätzen, und es gibt da sehr, verjschiedcne Meinungen. Aber es gibt nur eine Meinung darüber, daß dieser Tag das äußerlich sichtbarste Symibol für all das schwere Schicksal ist, das wir jetzt durchleiden. Und auch dieses Schicksal hat wahrhaftig nicht nur seine wirtschaftliche und politische, sondern ebenso sehr, seine moralische und psychologische Seite. j Angeordnet war der Boykott als Abwehr jüdischer ■Greuelhetze gegen Deutschland. Es widerstrebt uns, immer und immer wieder auf die ungeheuren Kulturieistungen deutscher Juden für Deutschland hinzuweisen und auf die in Krieg und Frieden gebrachten Opfer, dienichf — wie es bei der Begründung für die begrenzte Wiederzulassung jüdischer Anwälte hieß -— einer . „W a h 1 li e i m a t“ galten, sondern nur bei tiefster innerer Verwurzelung in Heimat und Heimatvolk möglich gewesen sind. Ist es aber so weit gekommen, dqü weiteste deutsche Volkskreise tatsächlich glauben, deutsche Juden hätten ihr Vaterland verraten und antideutsche Greuelpropaganda getrieben; und führt dieser Glaube tatsächlich dazu, daß Tausende und Abertausende von Juden um Beruf und Existenz gebracht werden —: sollen wir uns nicht Vorkommen wie u ti - -•verstandene und ungeliebte Kinder eines Elternhauses, dem sie doch — mit ihrer Liebe und mit ihrer wirtschaftlichen Abhängigkeit — seelisch und materiell für immer verfallen bleiben?! j Und nun: unser angeblicher,Einfluß auf die Wejtmeiinmg! Glaubt man etwa, wenn heute in Spanien oder Frankreich die Protestanten oder insbesondere jin Argentinien die Lutheraner in der gleichen Weise als' Rabbiner Dr. Leo Baeck (Berlin), j Vorsitzender des „Allgemeinen deutschen j Rabbiner-Verbandes“, ■ * . j gab dem Berliner Korrespondenten des „fntnmsigeant'' eine vielbeachtete Erklärung über die Stellung Iledeutschen Juden zur Erneuerung Deutschlands abi (Nach dem Gemälde von Eugen Spiro; j Jüdisches Museum zu Berlin.) I „Volksfremde“ behandelt würden, glaubt man, die deutsche öffentliche Meinungwürde nicht auch das Schicksal dieser Hartbedrängten mit Sorge und Anteilnahme verfolgen? Und ist man sichfer,-daß sich in den Schilderungen und Wertungen, die dann in der deutschen Presse stünden, nicht auch Uebertreibungen finden werden? Und werden es nicht auch da zu einem großen Teil die Glaubensangehörigen sein, die sieh für ihre Glaubensbrüder in der Ferne einsetzen?! Was aber die unverantwortlichen Sensations- und Greuelmeldungen über Deutschland betrifft, so wird von ernsthafter Seite versichert, daß Juden daran keinen auch nur nennenswerten Anteil haben (— überhaupt: der „Anteil“ der Juden ist ein Kapitel, über das noch einmal grundlegend geschrieben werden muß); und verantwortliche jüdische Führer waren bestimmt nicht unter diesen Schreibern, sondern höchstens vom Judentum Abgesplitterte, sogenannte „Asphaltliteraten“, die es leider überall gibt, die — soweit sie jüdischer Abkunft sind — sich nie um das Judentum gekümmert haben, aber nun‘ihr Geschäftchen und leichten Aufstieg zur „Berühmtheit“ witterten. Müssen wir wirklich erst beteuern, daß auf diese Unverantwortlichen niemand — und darum auch wir, wir deutschen Juden nicht — Einfluß haben?! Aber, so sagt man, nach dem Tage des Boykotts sind die antideutschen Lügenmeldungen zurückgegangen, der Boykott habe also seine Wirkung getan! Diese Argumentation ist nicht nur'die aller verkehrteste, sie ist auch dieallergefährlichste. Verkehrt ist sie,' weil zwischen diesem Boykott und dem Abflauen der antideutschen Propaganda ' keinerlei Kausalzusammenhang besteht (höchstens ein indirekt e r. T eil Zusammenhang, der weiter unten erwähnt wird). Ist es nicht für' das ganze deutsche Volk gesünder, natürlicher und näherliegend, einen ganz anderen Kausalzusammenhang zu erkennen, nämlich den, daß die Wahrheit sich immer durchsetzt!? . Die Besonnenen im Auslande, Juden wie Christen, haben von Anfang an sich von Uebertreibungen ferngehalten und vor diesen Uebertreibungen gewarnt. Hauptsächlich um der Wahrheit willen; zum Teil ferner, weil sie. die deutschen Juden davor bewahren wollten, das Opfer dieser Uebertreibungen zu werden —: das ist der indirekte, aber höchst natürliche Zusammenhang zwischen den deutschen Juden und dem Ausland.. Und ferner: die antideutsche Greuelpropaganda hatte schon vor dem Boykott nachgelassen; auch das zeigt, daß dieser Boykott und dieses Abflauen sich nicht verhalten wie Ursache und Wirkung. Gewiß haben die deutschen Juden — Einzelpersönlichkeiten, Gemeinden, Gemeindeverbände und Organisationen — mit aller Macht der Leidenschaft das Ausland über die Unwahrheit der Greuelmeldungen aufgeklärt, und — natürlich! — haben sie sich dabei vorwiegend an die Glaubensgenossen im Auslande. gewandt. Und da.sie die Hauptbetroffenen waren, weil man ihnen die Schuld an der Hetze zuschob, so mögen sie wohl aucli am heftigsten sich gegen die Hetze gewandt haben — dies ihr weiterer Teiizusammenhang mit dem Gelingen des Aufklärungsfeldzuges. . Aber dennoch muß , gesagt werden: nicht nur die deutschen Juden, sondern auch viele andere deutsche Stellen — Regierung,. Fresse, Handelskammern, Evangelische Kirchenkörperschaften usw.—haben sich an dieser Aufklärungskampagne beteiligt. Ist diese erfolgreich gewesen, so wollen die Juden hier kein Sonderverdienst, so wenig wie an der Hetze und sonstigem deutschen Unglück 'eine S o n d e r s c h u 1 d. In der Tat: nichts ist gefährlicher als dieser Glaube an jüdischen Einfluß und jüdische Allmacht. Denn wäre es so, daß wir .die gesamte Presse des Auslandes beeinflussen könnten —: was wäre die Folge? Würde zu irgendeiner Zeit Deutschland auf irgendeinem Gebiete mit dein Ausland in Gegensatz geraten — sei es in der Abrüstungsfrage, der Bündnis¬ oder Revisionspolitik oder auf welchem Gebiete immer — und würde in solch einem Falle, der mit Juden und j Zwei JCuczgeschichteu und eine £egeude. j „0, daß es noch wie damals war’....“ Wahres Geschichtchen aus einer Residenz des badischen! Musterländles.! icj waren immer gute Nachbarn und Spielkameraden gewesen. Weder Geburt. Stand, Konfession oder gar Russcabneiguug war jemals hemmend zwischen, den Prinzen des Großlicrzogliclien Hauses und Oskar Frank, dem Sohne! des begüterten und hochgeachteten Kaufmanns, bis eines-Tages, o welch Entsetzen! — das Wort „Judeujungc" dem Gehege der prinzlichen Zähne entfuhr. — Schweigend entfernte sich Oskar vom Spielhofe, schwur im stillen-‘bittere Rache: so lange sollte jedes Spielen mit diesen Herren, wenn cs auch die Vornehmsten des Landes waren, gemieden werden, bis die Beleidigung Sühne'gefunden hatte. -Und dafür sorgte der Knabe auf die originellste Weise. Der Mutter gegenüber bewalirte Oskar größtes'Stillschwcigcn über das Vorgeiallene. — Trotz der heißesten Sommerzeit, in der. auch für das Kasperle- Theater sonst die Bühne geschlossen war, wurden alle vorhandenen Requisiten her;«ngehultj geleimt, geklebt, gebastelt, bis der Airfhau für eine Vorstellung vollendet. Nur dauert es lange, bis; der geeignete Platz iiiir die Aufstellung der Bühne,„worauf diesmal der größte! Wert gelegt wird, gefunden worden ist. >Aber ein ganz anderer. Platz wie sonst dient diesmal alsl Hnlmcnraum. Ami Feilsten, gegenüber dem Uiitcrrichtzimmcr jm Fürstlichen Schlosse, wo Herr Hofrat Proiessor Heinz täglich die Prinzen in die, Wissenschaft entführt, wird das Kasperle auigestellt. Vergeblich fragt die Mutter; „Aber Oskar, das ist doclt ein merkwürdiger Platz für Dein Kasperle!“ \ ...Das wirschde schon seile!“ — t Tilge vergehen, und an jedem Nachmittag treibt der Kasper am Ecnster seine tollen Streiche. — Oskar hat sein Ziel erreicht; seihst Erbprinzen!"reizt ein toller Kasper zu-allen Zeiten; noch mehr als die trockene Unterrichtsstunde des gelehrtesten Hotrats. „Hier muß unbedingt schnellstens Ahhilie geschähen werden: das Theater muß verschwinden.“ donnert der Hofrat. — j „Herr Professor Heinz möchte Frau Frank gerne sprechen.” „Ich habe eine Bitte an. Sie. liebe Frau Nachbarin. Ihren guten. Jungen Oskar zu veranlassen, daß er seinen Kasper doch jiicht mehr am Fenster spielen läßt.“! „Das tut mir aufrichtig leid, ich habe den Jungen schon wiederholt auf den ungeeigneten Platz am Fenster aufmerksam gemacht, aber er wiil nur dort spielen und nicht! im Zimmer, .vielleicht fragen Sie, Herr Hofrat, ihn selber einmal.“ Das geschieht sofort „Erseht misse die Priuze die Beleidigung Judenj itnse* zurücknelime!“ | „Hm, Hm, ja, ja.“ — Darauf wortlose Verabschiedung/des Herrn Hofrat. - 1 * - I Es war mehr als ein bloßer Zufall, daß einige Tage später die wahrhaft gütige Laiidesmutter mit ihren Söhnen ins jüdische Haus eintritt, um dort eine Bestellung wie gelegentlich aus- -zutühren. Dabei bringt sie in vornehmster Art und so, wie es sich für Kinder schickt, eine Aussöhnung zustande. -Der „Judenjunge“ ist rehabilitiert — der Frieden wieder hergestellt. Qoldene <R.üc1zsichtslosig%eit. j In seinem soeben hei K o e li 1 e r & A m e 1 ajn g, Leipzig, erschienenen, 280 Seiten starken Werk „Ca r - men S y 1 v a, Der Lebensweg einer einsamen Königin“ erzählt unser Freund, Professor Dr. Engen Wolib e, u. a. folgendes heitere Geschichtchen. . i Zu den Kammermusiknachmittagen zog die Königin unter anderen namhaften' Künstlern auch den Pianisten Professor Theodor Fuchs, den Sohn des Oberkantors atn Bukarester Choraltempel, hinzu. Eines Nachmittags hat sich Fuchs verspätet. Atemlos'kommt er] angelaufen. Verwirrt stammelt er: „Majestät, entschuldigen Sie“ — Die Königin; „Beeilen Sie sich, beeilen Sie sich. Die Gäste warten schon. Uebrigens,: Sie hätten sich ruhig einen reinen Kragen umbiijden können...“ Professor Fuchs läßt die Königin stehen, läuft davon und kauft sich int-ersten besten Her/ren- -artikelgeschäft einen Gummikragen. Abermals läßt er sich bei der Königin melden. Abermals entschuldigt er sich; „Verzeihen Sie, Majestät, ich wußte ja' nicht,[daß Sie Gäste haben!“ I Die edle Königin, die iür alle menschlichen Schwächen ein mildes Verstehen hatte, war aufs höchste belustigt. Keine Spur von Unmut oder Uebehiehmen. .! Elia beim Seder. > . Pessach-Legende . . von B i n j a m i n S e g e 1 s. A. Tn einer Stadt war einmal ein hochgelehrter Mann aus -*- vornehmem Stamme und sehr reich. Er führte ein frommes Leben, gab reichlich Almosen an die Armen, lernte ständig Thora und übte alle Gebote streng nach den Vorschriften mit allen Kawwanoth, wie ■’ nur einer, der in die tiefsten Geheimnisse der Lehre eingedrungen ist Er mischte sielt nicht unter den gemeinen Haufen, sondern schloß sich ab und saß Tag und Nacht in einem mit Büchern angefüllten Zimmer seines schönen Hauses und widmete sich def Lehre und dem Gottesdienst. Einmal, an einem Pessach, hielt der reiche und gelehrte Mannin dem größten Gemach seines schönen Hauses einen Seder ab. Du kannst dir denken, wie prunkvoll es dabei -zuging und wie streng alle Vorschriften bis. aufs Haar beobachtet wurden. Der Tisch war mit dem herrlichsten Linnen gedeckt und mit kostbaren silbernen und goldenen Geräten geziert.- In kristallenen Flaschen und Bechern funkelte &er Wein in allen Farben, und der .Wein war von den frömmsten Männern von der ersten Minute, seines Wachsens,auf das sorgsamste behütet. Rings um den Tisch saßen viele Arme und fremde Wanderer, die der Hausherr eingeladen hatte, ganz wie die Vorschrift gebietet. „Jeder, der da hungrig ist, komme, 'speise mit uns, jeder der da dürftig ist, komme, feiere Pessach mit uns.“ Der Hausherr saß angelehnt auf seinem mit seidenen Kissen gepolsterten Sessel an der Spitze der Tafel, angetan mit einem mit Goldstickerei verbrämten Kittel, .umgürtet mit einem silbernen Gürtel, und vor ihm stand die goldene Sederschüssel, auf der mit peinlichster Genauigkeit streng nach den Vorschriften Mazzoth, Kräuter und alles. andere schön geordnet dalag. Die Haggada wurde schön und laut gesungen, undder Hausherr holte aus jedem Worte die verborgensten Geheimnisse heraus] und mit jeder Zeremonie verband er den tiefsten Sinn, den die Weisen und Frommen der Vorzeit ihr untergeiegt hatten. Er blickte über die Tafel hin, und als er-sah, daß so viele arme Leute und Fremde an seinem Tisch sich gütlich taten’,