Jüdisch-liberale Zeitung
- Journal
- Jüdisch-liberale Zeitung
- Volume
- 12 (1932-1933)
- Issue
- 23 (1.3.1933)
- Date
- 1933-03-01
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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r Jüdisch-liberale Vereinigung Öesterreichs gegründet. Wir haben hier des öfteren über die Vorarbeiten berichtet, die den Zusammenschluß der jüdisch-liberalen Kreise Öesterreichs /.um Ziel hatten. Dieser Zusammenschluß ist jetzt erfolgt: die „Vereinigung für fortschritt- 'liches Judentum in Wien“ hat sich konstituiert und ihre Tätigkeit in der jüdischen Oeffentlichkeit Oesterreichs aufgenommen. Zum. Vorsitzenden wurde Medizinalrat Dr. Heinrich Hause, zum Schriftführer und Propagandaleiter Herr Ignatz K u r a n d a, ein Enkel des gleichnamigen berühmten jüdisch-liberalen Politikers und Parlamentariers, gewählt. Dem Arbeitsausschuß gehören ui a. an: Regierungsrat Dr. Lenk und Ing. Kant i ii k aL ein Solm des jüdischen Gelehrten Prof. Dr. Armandj Kaininka. Der Vereinigung sind viele bekannte Mitglieder der jüdischen Intelligenz und des jüdischen Bürgertums Wiens beigetreten. ■ - Aus der Bewegung Berlin. (H o c h h e rz i g c s V e r m ä ch t n i s.) Unser vor einigen Monaten verstorbenes Mitglied, Herr Leopold Domnauer.lder bereits vor einigen Jahren „Stifter" der* „Vereinigung) für das liberale Judentum'“ geworden war, bat in seinem Testament der Vereinigung und dem Berliner „Liberalen Verein“ einen Betrag von 500 RM vermacht. Der Verewigte bat sieb hierdurch sowie durch sein allzeitiges reges Eintreten für die Ziele des liberalen Judentums ein bleibendes Andenken gesichert, für das wir auch an dieser Stelle unsere Dankbarlkeit aussprccUeu. Berlin. Die Liberale-Synagoge Nordosten hielt gemeinsam mit der Bezirksgruppe NO. des Liberal cn VH; re>i u s ihren ersten Gemeindeabend ab. Den Vor- 1 sitz führte Herr Bruno Silberberg, der eine herzliche Begrüßungsansprache hielt. Oberkantor Neumann vom Friedenstempel erfreute die Zuhörer durch seine wundervollen Gesänge. Im Mittelpunkt des Abends stand ein Referat des Berliner Gemeibderepräsentanten Martin Sobotker, der in anschaulicher Weise einen Ueberblick über alle Zweige der Verwaltungsarbeit giib. sowie ferner ein tiefschürfender Vortrag unseres Freundes find Vorkämpfers Hermann Falkeriberg über den Gottesdienst des Großstadtmenschen. Die zahlreich erschienenen Mitglieder und Gäste folgten den Ausführungen beider Redner mit großem Interesse, so daß Hert Silberberg seiner Befriedigung über den harmonischen Verlauf Ausdruck geben konnte. | Berlin. (Bezirksgruppe.Oberspree.) Am Sonnabend. 1.1. Februar, veranstaltete die Bezirksgruppe Oberspree einen wohlgelungenen und recht gut besuchten Unterhaltungs¬ und Ausspracheabend. Nach der Begrüßung der Anwesenden -durch deif Vorsitzenden der Bezirksgruppe, Herrn Kurt Lublin, sprich Herr Dr. Wolfgang Matzdorff über das Thema- ,',Deni 5.[März entgegen!“. Seine interessanten Ausführungen wurden von den Anwesenden mit großem Beifall aufgenommen. — Es'folgte dann der Uuterhaltungsteil, für den sich Fräulein Hildegard Caspary (Rezitationen) und die Herren Gerhard Gottschalk (humoristische Vorträge), Walter Schneemann (Gesang), Albin Belitzer (Tanzmusik) freundlichst zur Verfügung gestellt hatten, i Bprlin. (Bezirksgruppe Wedding-Reinickendorf-West.) Am 1-!. Februar fand ein Unterhaltungs- und Werbeabend statt, der außerordentlich gut besucht war. Rednerdes Abends war Herr Redakteur Alexander Szanto, der' die «frei ^großen Strömungen innerhalb unserer Glaubensgemeinschaft schilderte. Im Gegensatz zu Orthodoxie und Zionismus stellt der Liberalismus, der die Entwicklung der religiösen ünpfeMensatecte SüezttQsqxteMm! | Düsseldorf! r 31 Maler Wäschereien 1 EMIL SCHUMANN MALERMEISTER ' bekannt für sauberste Ausführungen Kaiserswerlher Strafe 35 Fernruf 30779 Paul Harm Düsseldorf, Kreuzsfrafje 14 Fernspredter 11330 k Die Wäscherei für Sie, f . preiswert und gut' W. SEITZ Rahmenfabrik BirWstraße 113, Ruf 60914 Einrahmungen Spczialtit; Barockrahmen, Gemäldelclaten Erste speziai- Gardlnen-Wäscher et Hillenbrands Jahnstrafie 71 Ruf: 26633 Gardinen werden nach Muster gefärbt; kunstvolle Ausbesserung Formen der Zeit entsprechend unter Betonung des deutschjüdischen Charakters anstrebt Reicher Beifall dankte dem Redner: der Vorsitzende, Herr Eitel'Rockmach er, dankte ebenfalls Herrn Szanto für seine interessanten Ausführungen. Au das Referat schloß sich ein Unterhaltungsteil mit Tanz, der in vorzüglicher Weise von Herrn Gerhard Gottsclialk geleitet wurde und in dem Herr Hauptkäntor Berthold Friedmann, Kantor Ernst Lewandowski, Frau Minni Ring und Herr Chordirigent Martin Epstein mitwirkten. Für die Tanzmusik hatte sich freundlicherweise Herr Albin Belitzer zur Verfügung gestellt Es war ein erfolgreicher Abend, eine größere Zahl, von Neuaufnahmen war zu verzeichnen. Berlin. (Bczi r.ks grupp e Nordwesten.) Der bisherige Vorsitzende der Bezirksgruppe _ Nordwesten, Herr Studiendirektor Dr. Joseph üutmann, hat sein Amt aus Gesundheitsrücksichten niederlegeti müssen. Der Liberale Verein bedauert dies sehr, da Herr Dr. Gutmann eine rege Tätigkeit in diesem Bezirk entfaltet bat. Außerdem hat er es verstanden, den Bezirk musterhaft zu leiten und den verschiedenen Strömungen, die sich in ilim befinden, gerecht zu werden. Den .Vorsitz bat nunmehr Herr Kammergerichtsrat Felix Naumann übernommen; den zweiten Vorsitz behält nach wie vor Herr Dr. Max Ginsberg. Herr Dr. Giitmann bleibt selbstverständlich, im Vorstand der Be/irksgruppe Nordwesten. Bielefeld. In der hiesigen Ortsgruppe der Vereinigung für das liberale Judentum sprach Landgerichtsrat Dr. Arthur Lilienthal (Berlin) über „Unsere Stellung in Staat und Gesellschaft“. Er warnte vor zu weitgehendem Pessimismus angesichts der heutigen politischen Lage. Ein treffendes Bild entwarf er von den soziologischen Wandlungen der deutschen Judenheit. Der Radikalisierung der Jugend müsse man durch soziale Taten und ferner dadurch entgegentreten, daß man die heutigen Probleme vom Standpunkt des Judentums aus beantwortet. Die Anwesenden folgten den gedankenreichen Ausführungen mit großer Aufmerksamkeit. An der anregenden Aussprache beteiligte sich erfreulich stark auch die Jugend. Breslau. (Besprechung liberaler Provinzialvertreter.) Im Zusammenhang mit dem Jli-Jubiläum vereinigten sich am Sonntag, 15. Januar, nachmittags, eine größere Anzahl interessierter Männer'und Frauen zu einer geistig angeregten Teestunde, an der u. a. auch der Vorsitzende der Liberalen Vereinigung, Herr Rechtsanwalt Heinrich Stern (Berlin), und der Festredner vom Vormittag, Herr Rabbiner Dr. Wolf (Dresden) teilnahmen. Nach einer Begrüßung durcli Herrn-Lachs setzte Herr Rechtsanwalt Spitz den Zweck dieses Zusammentreffens auseinander. Wir wollen liberale Anregung in die Provinz tragen, wollen durch das Gefühl naher Zusammengehörigkeit unseren Gesinnungsfreunden in der Provinz ihre Arbeit erleichtern, die in den kleineren und Mittelstädten erheblich schwieriger ist als in den Großgemeinden mit ihrem regen jüdischen Leben. Rechtsanwalt Scheyer (Liegnitz) berichtete von sehr lebhafter Arbeit in Liegnitz, besonders von der Aktivität der Jugend, durch die sich kürzlich, ganz selbständig, eine liberale Gruppe der höheren Schülqr zusammengeschlossen hat. — Rechtsanwalt Weber (Ratibor) berichtete von seiner sehr eifrigen Arbeit auf dem besonders schwierigen, aber auch besonders wichtigen Gebiet Obersclilesiens. — Rechtsanwalt Heinrich Stern, Rabbiner Dr. Woli, Rabbiner Dr. Vogelstein, Herr Davidsohn, Frau Bial, und von der Breslauer Jugend Herr Günther-Riesenfeld beteiligten sich an der Aussprache. Es ist zu hoffen, daß'manche Anregungen bald in die Tat umgesetzt und zur Belebung der liberalen Arbeit in der Provinz führen werden. Weit über die Kreise der Berliner Judenheit hinaus hat die Nachricht vom plötzlichen Heimgange unseres Freundes Emil Colin größte Teilnahme hervorgerufen. Viele Jahre hindurch war er Gemeindevorsteher in Krotoschin; und wer den Zusamnfenlialf der ehemaligen Bewohner der Provinz Posen kennt, kann’sich allein daraus ein Bild davon machen, wie Emil Cohn hier in Berlin wieder zum Mittelpunkt eines großen Kreises werden mußte, um so mehr als er aucli im Berliner jüdischen Leben eine umfassende Tätigkeit ausübte. Seine jüdische Arbeit war diktiert von jüdisch-liberalem Geiste. Er war einer der Mitbegründer und dann jahrelang der Schatzmeister der „Vereinigung für das liberale Judentum“; als Vertreter des Liberalismus zog .er. auch für mehrere Jahre in die . Berliner Repräsentanz ein; seine besondere Liebe galt der Synagoge Fasanenstraße, in der er seit ihrer Erbauung — Seite an Seite mit dem vor zwei Jahren verstorbenen Herrn Benas Levy — das Amt des Vorstehers ausübte. Auch xjem Deutsch-Israelitischen Gemeindebund gehörte er führena an und widmete seine Tätigkeit insbesondere dem Erziehungsheim Beelitz. Er war ein Mann umfassendster Geistes- und Herzensbildung, mit Klarheit des Verstandes und Rüstigkeit des Körpers begnadet bis zum letzten Tage seines 83jährigen Lebens. An seiner Bahre in Weißensee vereinigte sich alles, was Namen hat in der Berliner Jüdischen Gemeinde: nach dem ehemaligen Krötoschiner Rabbiner Berger sprach Dr. Julius L. Seligsohn für die Gemeindeverwaltung und für die Synagoge Fasanenstraße: für den D. J. G. B. sprach Dr. Neu mann, upd als Vorsitzender der „Vereinigung für das liberale Judentum“ hielt Rechtsanwalt Heinrich Stern einen tiefempfundenen Nachruf. Oberkantor Magnus Davidsohn gab durch seinen wundervollen Gesang der Trauerieier die künstlerische und sakrale Weihe. Das Andenken Emil Colins wird in der Geschichte vom jüdisch-religiösen .Liberalismus geprägten neuzeitlichen Judentums für immer fortbestellen. —e— Gottesdienste Liberale Synagoge Gottesdienst . Predigt Norden Schönhauser Allee 162 Osten Aula Kaiserstr. 30 ■ Westend Aula Leistiköwstr. 7 Nordost - Aula Carmen- Sylva-Str. 25 Wedding- Reinickendorf Aula Ofener Str. 6 . Liberaler Gottesdienst Schmargendorf Altersheim . BerkaerStr.32 Jüdische Reform- Gemeinde Jobannisstr. 16 Kleiststr. 10. (Logenhaus) Frtg., 3.3.. 19.15 Uhr Sbd., 4.3., 10.00 Uhr Frtg., 10.3., 19.15 Uhr Sbd., 11.3., 10.00 Uhr Frtg.. 3.3.. 19.30Uhr Frtg., 10.3., 19.30Uhr Frtg., 3.3., 19.15Uhr Frtg., 10.3., 19.15 Uhr Frtg., 3.3., 19.15 Uhr Frtg., 10.3., 19.15 Uhr Frtg., 3.3., j9.45Uhr Frtg., 10.3., 19.45 Uhr Weitere Angaben in den Tageszeitungen Frtg.. 3.3., 19.00 Uhr Sbd., 4.3., 10.00Uhr Frtg., 10.3., 19.00 Uhr Sbd., 11.3., 10.00 Uhr Sbd., 11.3., 18.45 Uhr Stg., 5.3., 10.30Uhr Stg.. 12.3., 10.30 Uhr Frtg., 3.3., 19.15Uhr Frtg., 10.3., 19.15 Uhr Rabb. Dr.Swarsensky Rabb. Dr.Swarsensky Knabeneinsegnung Rabb. Dr. Salomonski Rabb. Dr. Salomonski Purimieier Rabbiner Dr. Plotke Dr. Hirschberg Purimfeier Dr. Sänger Dr. van. der Zyl Purimfeier Rabb.-Kand. Zimet Dr. Sänger, Purimfeier Rabb.-Kand. Trämer ® Rabb.-Kand. Mehler Dr. Rosenthal Dr. Lehmann Dr. Lehmann Dr. Rosenthal Das Jli-Programm **erlln Gruppe Westen. Montag, 13. März, 8 Ubr, bei Hildegard Neumann, Prinzregentenstraße 7. Thema: Gottesidee. Gruppe Savlgny. - Mittwoch, 1: März, 8 Uhr, bei Eva Simon, Tannenbergallee' 9—12. Thema: Cohen, Einheit und Einzigkeit Gottes. — Mittwoch, 8. März, 8 Uhr, bei Gerda Löwenstamm, Feldstr. 11. — Mittwoch, 15. März, 8 Uhr, bei1 Heinz Schneemann, Lletzenburger Straße 6. Thema: Gottesbegriff und Offenbarung. Gruppe Tiergarten. ‘ Montag, 13. März, 8 Uhr, bei Margot Frank, Jagowstr. 4: Juden ln China. — Montag, 20. März, 8 Uhr, bei Herbert Schwarz, Jagowstr. 43: Juden in China. Gruppe Pankow-Osten. Mittwoch, 1. März, 8 Uhr, Jugendheim, Oranienburger Str. 31: „Grundfragen des Liberalismus“. — Dienstag, 7.'März, 8 Uhr, Auguststr.: „Das Buch Kobelet“. — Sonnabend, 11. März, Jugendheim: Purimfeier. — Dienstag, 14. März, 8 Uhr, Auguststraße: „Das Buch Kohelet“. Breslau Hauptgruppe. Mittwoch, 1. März, Hans Bernstein: „Kulturreaktion". — Freitag, 10. März: Freitagabend-Feier in eigener Ausgestaltung. — Mittwoch, 15. März, Dr. Ludwig Korn: „Aktuelle Fragen der Gemeindepolitik". - Arbeitskreis. Montag, 6. März: Aussprache über die Wahl. — Montag, 13,’März, Gert Tichauer: „Rassetheorie“. Jüngeren und Jüngsten-Gruppen erhalten Benachrichtigung, Näheres über die Purim-Feier wird in den Veranstaltungen bekanntgegeben. Gruppe Wesel. Jeden Sonntag vorm. 10 Uhr im Jugendheim. Ort sämtlicher Veranstaltungen: Jüdisches Jugendheim, Schweidnitzer Stadtgraben 28. — Zelt: 20.30. Uhr. Zuschriften an Dr. Alfred Fabian, Moritzstraße 35. Kaufe und -verkaufe - jeden Posten gebrauchte deutsche Eierkisten Klsfen-vertrleb Friedrich Lehmkuhl Reinickendorf-West, Spahdauer Weg (ehern. Mumtionsanstalt) Telefon: D9 Reinickendorf 1958 i Gegen Knechtung und Entrechtung! Liste Für Arbeit, Ordnung, Geistesfreiheit! Diesmal wählen alle da jede Stimme gesichert ist und auch jede staatsparteiliche Stimme nur der Staatspartei zugute kommt, i B