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Jüdisch-liberale Zeitung · 1933-02-15 · 22 (15.2.1933) · page 7

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Journal
Jüdisch-liberale Zeitung
Volume
12 (1932-1933)
Issue
22 (15.2.1933)
Date
1933-02-15
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Der Zug des Todes. Staatsrat Cohn. Dessau — Felix Makower, Berlin — Rudolf Hallo, Kassel — Dr. Hugo Abraham, Bremen. Die deutsche Judenheit hat in den letzten Wochen eine- Reihe schwerster Trauerfälle erlebt: Männer von Rang und Leistung haben ihren Arbeitsplatz — der auch ein Arbeitsplatz im Dienste der deutschen Juden war — für immer verlassen. Mit Professor Moritz Sobernheitn begann es. Seiner wurde in diesen Blättern bereits ausführlich gedacht; ein Mann von internationalem Ruf ging mit ihm dahin. Es folgte atn 23. Januar Staatsrat a. D. justizrat Dr. H. C o h n . der bedeutende Politiker seines Heimatlandes Anhalt und der bedeutende jüdische Führer. 64 Jahre ist Staatsrat .Cohn geworden: seine jüdische Arbeit galt der von ihm in langen Jahren geführten Gemeinde Dessau, galt dem Centralverein, galt der Gesellschaft „ORT", galt nicht zuletzt dem liberalen Judentum, dein er mit Leib und Seelei angehörte. Zweimal ist er in den letzten Jahren besonders hervorgetreten. Einmal als scharfer Kritiker des jüdisch-nationalen Palästinawerkes. ■Als er gemeinsam mit Dr. Bruno Weil hier in Berlin einen auisehenerregenden Vortrag über die .Gefahren der zionistischen Palästina-Arbeit gehalten hatte, veröffentlichte er, wiederum gemeinsam mit Dr. Weil, diese Arbeit in der „Jüdisch-liberalen Zeitung": sie ist dann später als Broschüre im Philo-Verlag erschienen. —■ Unvergeßlich ist die große Rolle, die er bej der von der Anlialtischen Regierung, von der Stadt Dessau und von der Jüdischen Gemeinde Dessau gemeinsam veranstalteten mehrtägigen Moses Mendelssohn-, Zweihundertjahrfeier spielte. Die deutsche Judenheit verliert an ihm einen ihrer edelsten und fälligsten Führer, in dem die Gäben des Kopfes und des Herzens sich gleichwertig verbanden. — Ein Opfer der Grippe-Epidemie -wurde der Berliner Justizrat Felix Makower. der am 2. Februar siebzigjährig verstarb. Er gehört zu den leuchtendsten Vertretern der jüdischliberalen Bewegung, er war einer der Großen aus jener Generation liberaler Führer, die gekennzeichnet ist durch die Namen Bernhard Breslauer. Leo Lilienthal. Moritz Türk. Georg Minden. In den Werken jüdischer Verwaltung, Kulturuud Sozialarbeit hat er Unvergängliches geleistet. Viele Jahre wirkte er im Berliner Gemeindevorstand, im Rate des-Preußischen Landesverbandes jüdischer Gemeinden, im Hilfsvereiu der deutschen Juden u. v. a. Mehrere Jahre stand er dem von seinem Vater Hermann Makower begründeten jüdischen Waisenliause in Pankow vor. Jeder, der ihn einmal sah. wird 9xiMi£ieH=7lacficichtea~ ' (Aufnahmen in diese Rubrik kostenlos.) 80. Geburtstag: Labes (Pomm.): Frau Rosa Joseph, 11. Februar 1933. Gestorben: Berlin: Justizrat Felix Makower. Bremen:'Rechtsanwalt Dr. Hugo Abraham. Statt besonderer Anzeige. Am24.v. M. verschied sanft nach schwerem Leiden im 64. Lebensjahre mein innigstgeliebter, treusorgender Mann, mein lieber Vater, der Staatsrat a. D. Justizrat Dr. jur. Hermann Cohn Rechtsanwalt und Notar Dessau, im Februar 1933 Elli Cohn, geb. Mendershausen Otto Cohn, Regierungsrat Jüdische Kinderscharen. -I. : ' An einem der letzten Sonntage des Januar luden die „Jüdischen Kindesseharen" (Jugendgemeinschaft für jüd. Sozialarbeit) zu einem „Bunten Abend“ in die sehr gut besuchte Aula der jüdischen Schule Kaiserstraße ein. Wie der Redner des Abends mitteilte, besteht dieser Bund erst seit Oktober vorigen Jahres, und zwar setzt er sicli zu einem erheblichen Teil aus Kindern zusammen, die von der Jüdischen Gemeinde im Sommer nach Arendsee zur Erholung geschickt wurden. Diese jungen Menschen wollte man nicht;, auseinandergehen lassen, man wollte nicht dulden, daß die Zeitungen immer wieder von Kinderdiebstählen in Warenhäusern u. ä. berichten. Die Freizeit der Jungen ünd Mädels mußte gestaltet werden, und so kam es zur Gründung. Wie man nun diesen Aufgaben gerecht wird, dafür legte die Veranstaltung beredtes Zeugnis ab. Wir hörten ans frischen Kehlen ernsten und fröhlichen Gesang, sahen einen chassidischen Tanz, durften uns an hebräischen Melodien erireuen. Aber die Beziehungen zur nichtjüdischen Mitxyelt bleiben gewahrt: wir hören wirkliche Jugendsprechchöre vom Arbeiterdichter Barthel und von Stemmle. Auch Körperkultur wird getrieben. Wir lassen uns von turnerischen Pyramiden überraschen und werden mitgerissen von dem Rhythmus dargebrachter Volkstänze. II. Dieses erfreuliche Bild wird noch ergänzt durch die Nachricht. daß iin neuen Zentral-Jugendheiin der Jüd. Gemeinde Oranienburger Str. 31 von den, Kinderscharen eine Kinderlesestube eröffnet worden ist. die täglich nachmittags zu besuchen ist. Und schon soll in den nächsten Tagen eine Bastelstube im Norden der, Stadt geschaffen''werden. Ein Wunsch: Vorwärts auf diesem Wege. —r. Jahresversammlung des Hilfsvereins. In der sehr gut besuchten Jahresversammlung des Hilfsvereins der deutschen Juden, die unter Vorsitz von Generalkonsul Eugen Landau im Brüdervereinshaus abgehalten wurde, erstatteten die Herren Dr. Sigmund Was.sermann und der Generalsekretär Dr.'Mark Wischnitzer Bericht über das umfassende Hilfswerk im Jahre 1932. Im Vordergrund der Arbeit in Deutschland stand die Emigrantenhilfe, die angesichts der verschärften Einwanderungsbeschränkungen in den meisten Ländern von ganz besonderer Bedeutung ist Für Zwecke der Jugendfürsorge, für Schulen und Anstalten aller Art für Hilfeleistung bei Katastrophen stellte der Hilfsverein Mittel zur Verfügung. Es konnten nahezu 200 000 RAI für charitative Arbeit aufgewandt werden. Dem Vorstand wurde für seine unermüdliche -Arbeit in schwerster 'Krisenzeit der besondere Dank seitens der Versammlung ausgesprochen. An die Jahresversammlung schloß sich eine Gedenkfeier für den im Mai 1932 verstorbenen Präsidenten des Hilfsvereins, Dr. James Simon. - ihn für immer im Gedächtnis tragen: diesen Charakterkopi, der den starken Geist und unbeugsamen Willen erkennen ließ, mit dem er seinen Idealen bis zur Selbstaufopferung diente, mfd diese Augen, aus denen die Liebe und Milde hlickten. von denen all sein Werk getragen war. — Einen besonders tragischen Todesiall bedeutet das Ableben des Kunsthistoriker^ Dr. Rudolf Hallo (Kassel), der — nur 37 jährig! — aui einer Vortragsreise in Hamburg ebenfalls ein Opfer der Grippe geworden ist. Seine Werke sind auch , in diesen Blättern besprochen worden: seine Heimaigemeinde aber verliert in ihm einen Mann, der „zu den feinsten Kopien des Kasseler Geisteslebens" gehörte, den Schöpier des Kasseler. „Jüdischen Museums", den Mitarbeiter der Staatlichen Kunstsammlungen, dessen Direktor Professor Dr. Luthmer ihm einen ehrenden Nachrui widmete: verliert einen Mann, der in jugendlichem Alter schon Werke schul, die seinen Rui weit über die Grenzen seiner Heimat trugen.— Ebenfalls relativ jung, im 59. Lebensjahre, und ebenfalls als Opier der Grippe, starb Rechtsanwalt Dr. Hugo Abraham. Repräsentant der Israelitischen Gemeinde in Bremen. Urenkel des Begründers der Gemeinde. Hesekiel Abraham, war er durchdrungen von der Ueberzeugtmg. daß der Fortbestand des Judentums nur durch Fortbildung seiner Formen gewährleistet ist, und wurde so zu einem der Vorkämpfer des liberalen Judentums in Bremen. Die Lücke, die sein plötzlicher Heimgang reißt, wird sich so bald nicht schließen. — Der Tod hielt reiche Ernte in dieser Zeit. Wir aber wissen: „Die Edleit sollen leuchten wie des Himmels Glanz und. die zum Heile der Gesamtheit lebten, wie die Sterne für und für!" Versammlungskalender Liegnitz. Donnerstag, 23. Februar, Vortrag Rabbiner Dr. Albert Wolf (Dresden): „Autorität und Freiheit.“ Aus der Bildangs- und Werbearbeit der Berliner Gemeinde. Immer mehr tritt an die Gemeinden die Notwendigkeit heran, ihren Mitgliedern mehr zu bieten als nur das Kultische, d. h,- Gottesdienste, Trauungen, Beerdigungen. Eine Fülle neuer-Einrichtmigen sind im Laufe der letzten Zeit entstanden: und aus der Reihe der Veranstaltungen sei heute zusammen-' iassend berichtet. . Da sind zunächst die religiösen Sonn tags Vorträge. Nach Heinrich Manu und Dr. Ludwig Holländer, über deren Vorträge seinerzeit ausführlich berichtet worden ist, sprach .am 22. Januar in der Synagoge Prinzregentenstraße Ernst Cas'sirer, Professor der Philosophie an der Universität Hamburg. Er brachte einer zahlreichen Hörerschaft die Religionsphilosophie Hermann Cohens nahe. Gesäuge von Emanuel List (Staatsoper) und Gesangsvorträge des Syuagogenchores Friedenstempel unter der Leitung des Herrn Musikdirektors' Max Wachsmann und mit Hermann ■Schwarz an der Orgel umrahmten-die Feier. In der. Reihe der G e m c i n d e a b e n d e fand eine Veranstaltung in Neukölln statt. „Der Weg der Gemeinde" hieß das Thema: es sprachen der Gemeindevorsteher fitichdruckereibesitzcr Moritz Rosenthal über Mittelstandstrageu ünd der Repräsentant Wilhelm Marcus über „Zwei Jahre üemeindearbeit". Besonders Herr Marens wußte durch den volkstümlichen Ton seiner Rede die zahlreich erschienenen Hörer zu fesseln und ihnen die praktischen Probleme der Gemeindearbeit näherzubringen. Dr. Alfred Wiener hielt das dritte Referat des Abends („Juden in der Großstadt“): die Herren Dberkautoreii Gollau in und David soll u verschönten den Abend durch Gesänge.' Eine wirkliche Großtat ist der Gemeinde durch die Schaffung des „ersten zentralen jüdischen Jugendheims“ in den früheren Räumen des Hospitals Oranienburger Straße gelungen. Die feierliche Eröffnung fand am 21. Januar statt: der Leiter des Jugendpflegc-aiutes, Gemeindevorsteher Wilhelm Graetz. und Rabbiner Dr. Leo BaecJt wiesen in ihren. Reden , auf Sinn uiid Bedeutung dieses Heimes hin. welches sie dann dein Jugendreferenten, unserem Freunde in der Repräsentantenversammlung Martin S o b o t K e r, in die Obhut übergaben. Musikalische Darbietungen der Jugend verschönten die Feier, der u. a. Herr Stadtrat H e r in a n nvom Bezirksamt Berlin-Mitte beiwohnte. Das Heim umfaßt zwölf schön ausgestattete Räume, eine'Kinderlesestube, in der eine Hortnerin beschäftigt sein wird,1 ein Musikzimmer und eine Badeeinrichtung. Der Selbstverwaltung der Jugend unter Führung des aus der Jugendbewegung hervorgegangenen Heimleiters ist weiter Spielraum gewährt. Die Bedeutung dieses Heims ist u. a. auch daran erkennbar, daß dem Gemcindevorstand vom Reichsarbeitsministcr. vom Wohlfahrts- und Jugendamt zier Stadt Berlin sowie vom Landeswohlfahrts- und Jugendamt herzliche Begrüßungsschreiben zugegangen sind. Wieder aui einem anderen Gebiete der, Gemeiudearbcit liegt die Schaffung des Jüdischen Museums, das am 24. Januar in seinen neuen Räumen, Oranienburger Straße, feierlich unter Mitwirkung des Wittenberg-Trios eröffnet würde. Von allen Seiten .wurde betont, daß diese Schöpfung nicht nur für die Berliner und deutsche Judenheit eine große und in der Welt einzigartige Errungenschaft bedeutet, sondern daß auch die Stadt Berlin um eine Sehenswürdigkeit ersten Ranges bereichert worden ist. Der Feier, welche mit Ansprachen des stellvertretenden Gcmciudevnrsitzcndcu, Kammcr- ..gerichtärat Leo Wolff, des Dezernenten für Bibliothek und Museum. Dr. Aron Sandler, und des Kustos Dr. Karl Schwarz eröfinet wurde, wohnten außer Vertretern der jüdischen Oeffcntüchkeit viele bekannte Persönlichkeiten des Berliner Kunstlebens bei. — Eine eingehende Schilderung und Würdigung des Jüdischen Museums soll hier später erfolgen. Bei der Gelegenheit wird dann auch zu der Frage Stellung genommen werden, ob die Bezeichnung „Jüdisches Museum“ sehr .zweckmäßig war und ob nicht gerade vom liberalen Standpunkt aus gewisse Forderungen für das neue Institut zu erheben sind. Die Zeiten sind hart für uns Juden. Aber Trost und Zuversicht bedeutet iür uns die Tatsache, daß unsre Not zu neuen, immer größeren Leistungen anspornt. Dem Gemeindevorstand sei Dank, daß er auf die Zeichen der Zeit nicht mit müder. Resignation reagiert, sondern daß er unsre Not als das Feuer und den Hammer deutet, in und mit dem wir hartgeschmiedet werden. M.Assen-SchocheL Dr. jur. et rer. pol. Bertel Preuß-Lehmann Gericbtl. beeid. Dolmetscher der holländischen-Sprache für sämtliche Berliner Gerichte, Notare und Standesämter BERLIN W 30, Eisenacher Str. 121 Telefon: B 7 Pallas 5700 Beglaubigungen, Uebersetzungen, auch unbeeid., engl. u. franz. Rechtsbeistand Max Hähnel Berlin-Steglitz, Leydenallee 75 (Nahe Bairnii). Tel: c 2 steim* rose, . Übernimmt Rechtsvenretunz und Beratung in alles Angelegenheiten. Sprechstundent 3—7 Uhr nachmittags; au! Wunsch Konterenzen auch außerhalb des Hauses. Referenzen vorhanden. Was diesmal bemerkte: Etwas über Geopolitik, Schulpolitik und Burgfriedenspolitik. Genpolitik ist eine Lehre, welche behauptet, das Treiben der Menschen sei abhängig vom Klima und geologischen Vorgängen. Wenn also in einem Laude bestimmte-.physikalische Dinge geschehen, müssen die Menschen sich zanken. Burgfrieden ist der Frieden, den die verschiedenen miteinander verzankleu Insassen und Parteien einer Burg zum Zwecke gemeinsamer Abwehr schließen, sobald und solange ihre Burg von außen bedroht wird. Es liegt aut der Hand, daß die schönsten Absichten. Burgfrieden zu halten, nichts nützen, wenn die gcopolitischcu Zeichen aui Sturm deuten. Die Burg der deutschen Juden ist arg bedroht, „sie möchten Burgfrieden halten: aber in dem Lande, in dem ihre Burg steht, deutet nun einmal alles'aui Sturm. Was passiert also? In Hannover vergleicht ein zionistischer Repräsentant Mas Verhältnis der dortigen 'Svnagogengemeinde zu den Ostitiden mit dem der Nationalsozialisten zu.den Juden! Folge dieser Ungeheuerlichkeit: Rudolf llerzherg. der Führer der Liberalen in Hannover, der sich, durch diese Bemerkung aus besonderen Gründen auch persönlich beleidigt sah. legte seine Acnitc? nieder und schied aus der .Repräsentanz ausuer hat Unvergängliches iür die hannoversche Gemeinde geleistet, mul sein Scheiden bedeutet einen''kaum ersetzbaren Verlust. .’ Mußte inan “diesen Manu lautersten Wullens und grüßten Könnens so beschmutzen, wenn der Feind \or den Toren stellt? Geopolitik! Aus Dortmund, aus. Düsseldorf hört mau ähnliche Dinge, über die teils schon berichtet worden ist,_leils noch zu berichten sein wird. Und Berlin? In Berlin ist es vor allem die Schulpolitik. . die die ■'Gemüter' ertiitzt. Auch wir werden zu ihr noch Stellung iiehmeii müssen, ist es aber nötig, daß zionistische .Gruppen Erklärungen joslasscu. iu denen sie bewußt Fragen des Religionsunterrichts mitdenen des Profauschiilwesens vermengen, als wüßte die liberale Gemeindeverwaltung nicht, daß Religionsunterricht zu dcjL-lluuptaiiignhcu der Religiousgemciude gehört, den sie -- entgegen der zionistischen Dar- Stellung nicht ahhuiicii. .sondern aushuueu will?! Ist cs ferner , nötig, iu diesen Erklärungen so zu tun. als gehöre das indische Profansehulwesen iu den -Aufgabenbereich der Kcli-- gionsgcmcindc. während nach dem geltenden Gesetz 'wenig- -stetis das Volksscluihveseii in den Aufgabenbereich dcsülaatcs - gehört, dem man ja gerade heule am welligsten mehrere’ hiiiiderltaiisend Aiark .jüdischer. Slctierg'clilcr zu schenken braucht?! — Jawohl, diese Verdrehungen scheinen notwendig, iiuiuriintwendig: Geopolitik. Und aus gleicher Naturnotwendigkeit heraus müssen die Auseinandersetzungen .mit .Ueschimpiitngeii gehässigster Art verkniipit werden. Der zionistische Professor l. o e w e vergleicht in einer öiientiiclieii Versammlung unser liberales Einbciisgebeilmch mit einem Reicliskiirsliucb. die Anweisung darin mit einem Fahrplan tur liberale Svnagogcn! Er macht „geist- - volle" Witze: „Die„Vergangenheit der Reioringeineiiide liegt aui dem Tauiwasser!“ Was würde er sagen, wenn ein Vertreter der Reiorin oder des Liberalismus so von dem Gebetbuch und -den Gemeinden der Orthodoxie spräche? Vom“ Vortragsimit herunter spricht er von „Moritz Rosent|ial und anderen Freunden des Schweinefleisches": selbstverständlich mit Mnkkaliäcrmiit in A Ir Wesenheit des Herrn Moritz Roscuihal. Ein anderer zionistischer Professor, namens;P i c k . erklärt mit Beziehung aut einen hohen liberalen Gctiiciiidehcamten: das indische Gehalt ist hei ihm größer als der iiidischc Gehalt! Das Thema des Vortrages, ja dem diese Bemerkung fiel, lautete: „Wie lüncheii wir die tuhmidisehe Haggadalt iür den modernen Menschen nutzbar?“ Man muß scheinbar Professor’.1rein, mit hei einem so gelehrten Tliciuu solch demagogische Agitation treiben ztt kömicit! Warum ich dies alles diesmal bemerke? Lieber Leser: es könnte sein, daß wir in den indischen Körperschaften Berlins and Preußens sehr bald mit Energie auf Durchführung liberaler Förderungen drittgett müssen. Füllt uns_ dunu nicht in den Arm. wir störten den so nötigen -Burgfrieden! Seht auf die zionistische Sehiitipipolüik oder glaubt au die Geopolitik. wie ihr wollt. Aber treibt vor'-nllein eure eigene dcutscliiiidisclic und liberale Politik! Man bedroh) unser Lcbcnsrccht in Deutschland? Gerade darum treibt eine Politik. die unsere Rechte hier in Deutschland wahrt! Auch unter Streifband ^jg wird die »Jüdisch-liberale Zeitung" JEj zugestellt.. Bll Wer die Zusendung unter Streitband ==v* dem Postabonnement vorzieht, teile ■pH dies dem Verlag umgehend mit. —■ 5-9 Die Überweisung der Abonnementsgebühren (RM 1,62 pro Vierteljahr) ga erbitten wir alsdann auf Postscheckm konto: „Jüdisch - liberale Zeitung" - ■ -> Berlin 227 64. Synagoge Prinzregentenstralje 78/79 ■ Donnerstag, 23. Februar 1933, abends 8.15 Uhr zugunsten der Wohlfahrtspflege unter dem Protektorat des Vorsitzenden des Vorstands der jüdischen Gemeinde. - Alexander Kipnia Tony Splwakowsky Mitgl. der StaaUoper Geige 300 Jahre Synagogengesang Wilhelm Friedmano Hanns John, verstärkter Chor der Synagoge, an der Orgel Erwin Jospe. Musik, Leitung; Leb Kopf. Preise der Plätze 1 bis 5 RM Vorverkauf: Synagogen Prinzregentenstraße, Fasanenstraße, Hauptkasse jud. Gemeinde, Theaterkasseo-Tietz und KD.W.

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