Jüdisch-liberale Zeitung
- Journal
- Jüdisch-liberale Zeitung
- Volume
- 12 (1932-1933)
- Issue
- 21 (29.1.1933)
- Date
- 1933-01-29
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2613366-2613456-2613475--4304-2615972- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Bewegung ist hier — im Vergleich zu andern Ländern — spät gekommen, doch m. E. nicht zu spät Sehr viele sind zu einer für sie annehmbaren Religiosität zu bringen, doch diese Arbeit verlangt eine geistige Führung, geistige Kraft,, die „Makkah bepattisch“, wovon die Mischna spricht, den entscheidenden Stoß, zur rechten Zeit gegeben. Was unsere Bewegung hierzulande nötig hat, kann ich in drei Punkten zusammenfassen: 1. Einen Kern überzeugter Streiter. Dieser besteht.; wenn auch in kleinem Ausmaß. Und er besitzt die nötige Ueberzeugung. Auch den Willen, um die Arbeit durchzuführen. Es ist mir eine Freude, hier erklären zu können, daß trotz aller Enttäuschungen, trotz der Schwierigkeiten und der nötigen Opfer, dieser Kerntrupp nicht daran denkt, die einmal begonnene Arbeit aufzugeben. Und wenn die Orthodoxie und diejenigen, die jetzt noch zu ihren Anhängern zählen, obwohl sie im Denken und Fühlen zu uns gehören, glauben, daß diese Bewegung bald eines langsamen Todes sterben wird, sa irren sie sich erheblich! 2. Die finanziellen Mittel. Die Finanzfrage spielt in jeder neu aufkommenden Organisation eine wichtige Rolle und macht auch uns Sorgen. Doch dank der Zusammenarbeit in der liberal-jüdischen Gemeinschaft, dank der Opferwilligkeit derer, die den Kern hierzulande bilden, braucht die Bewegung allein finanzieller Gründe wegen nicht 'festzulaufen. 3. Die geistige Führung. Die Leser werden begreifen, daß ich diese drei Faktoren in einer Steigerung aufgezählt habe. Die geistige Führung ist der Kardinalpunkt. Was wir suchen, was wir dringend nötig haben, was eine Lebensfrage für diese Bewegung ist, kann ich kurz wie folgt formulieren; es ist der geistige Führer, mit Kenntnis, Erfahrung, mit Ueberzeugungskraft und Vertrauen, mit der großen Aufopferungsfreude, der die schöne Aufgabe vollbringen will, auf den die liberal-religiösen Juden in Holland warten, und der sich hier niederläßt, der sich bemüht so bald wie möglich die holländische Sprache zu erlernen und die Mentalität der Juden in Holland zu verstehen, welche in mancher Hinsicht anders ist als wie z. B. in Deutschland. Den Kern haben wir selbst zu bilden-gesucht-- Die Finanz frage ist von diesem-Stammtrupp und durch die weitherzige Unterstützung der, World Union for Progressive Judaism zu lösen. Den Mann — suchet wir! Aus besonderen Gründen möchte icli gerade in diesem Blatt ausführlich über diesen Mannsprechen. Begreiflicherweise kann das liberal-religiöse Judentum in Deutschland unsere Stammtruppe nicht bilden. Das Geld kann Deutschland unter den heutigen -Umständen nicht verschaffen. Aber wohl den Mann. Ich bin davon überzeugt, daß unter den liberal-religiösen jüdischen Geistlichen in Deutschland jemand gefunden werden kann — mehr als einer sogar — der die Eigenschaften des .Geistes, des Herzens und des Verstandes hat, um uns zu helfen, der auch yon der Ueberzeugung und dem nötigen Feuer beseelt ist, | um im Dienst der Sache sich notwendige Opfer aufzuerlegen. Doch wir wissen nicht, wer dieser Mann ist, wp er wohnt, wo er zu finden ist. Glücklicherweise hat uns unser Dr. Norden, der Rabbiner von Elberfeld, seine Dienste und Ratschläge zur Verfügung gestellt Doch er erkennt selbst die schwierige Tatsache, daß ihm die Sorge für seine Gemeinde als Hauptsache aufgebürdet ist Und daß er. sich' deshalb der unvermeidlichen Notwendigkeit. regelmäßig in' Holland zu sein und sich, wenn nötig, wieder und. wieder uns zur Verfügung zu stellen, nicht fügen darf. . . Man kann es begreifen, daß die Leitung der jüdischliberalen Bewegung in Holland nur mit Zögern an die große und verantwortungsschwere Aufgabe herangeht, einen Menschen an sich zu binden, der sich ganz und gar zur Aufgabe stellt für das Fußfassen dieser Bewegung zu sorgen, und das in einem Land, das momentan mehr Nachals Vorteile zu bieten scheint. Dieses Zögern muß überwunden werden. Und — ich erkläre es hier unumwunden — der Hauptzweck dieses Artikels ist der Versuch, diesen Mann zu finden. Was muß er kennen und was muß er bieten? Was können wir ihm bieten? Ich möchte diese Fragen beantworten. Seinerseits viel, unsererseits wenig. Er muß ein überzeugter liberal-religiöser Jude sein. Er muß die geistigen und geistig-philosophischen Kenntnisse besitzen, die sein schweres Amt fordert, muß gleichfalls' ein überzeugender Propagandist sein in Wort und Tat. Er muß den Aufopferungswillen haben, der nötig ist, um im Anfang allein, ohne Mithilfe, vieles zu tun, was in den gut organisier- Bruchleidende / Fußleidende nur bei Emil Hempel, Orthopädie, Bandagen Berlin V 35, Lützowstraße 39 Telefon Bl Kurfürst 4529 Lieferest «amtlicher Krankenkassen Versammlungskalender Berlfn-Oberspree. ' Sonnabend, 4. Februar, 20.30 Uhr, Brückenklanse, Nieder- Scbönewelde, .Brückenstraße 15, gemütlicher Unterhaltungs¬ und Aussprache-Abend. Mttwirkende: Gerhard Gottschalk, Hildegard Caspary und Chordirigent Martin Epstein. Weddlng-Relnlckendorf-WesL Dienstag, 14. Februar, pünktlich 20 Uhr, im Restaurant „Zum Sieinacher“, Seestraße 44, Ecke Müllerstraße, Unterhaltungsabend. Redakteur Alexander Szantö spricht über: „Fortschrittliches oder reaktionäres Judentum? (Wodurch unterscheiden sich die Liberalen von den Zionisten and Orthodoxen?)“ Daran anschließend reichhaltiges Unterhaltungsprogramm unter Mitwirkung von Herrn Gerhard Gottschalk. Gesangsyorträge_yon_herrn Oberkantor Wilhelm Frtedmann. Bielefeld. Montag, 30. Januar 1933, abends 8.30 Uhr. 1m Lindenhof, Vortrag des Herrn Landgerichtsrat Dr.. Arthur Lilienthal (Berlin) über „Unsere Stellung ln Staat und Gesellschaft“. ten Gemeinden Deutschlands mehreren Personen oder Funktionären obliegt. Er muß ein Organisator sein. Ferner muß er Psychologe sein, der rasch begreift, wie er die Organisation für dieses Land, diese Menschen und unter den obwaltenden Umständen einzürichten hat, der die Kunst verstellt, die Situation und die Mäuschen in Holland zu begreifen. Ein genaues Uebertragen der Organisationsformen. wie sie z. B. in Deutschland bestehen, ist liier nicht allein zureichend. Nein! Das Neuschaffen einer Organisation unter Beibehaltung dessen, was nach seiner innersten Ueberzeugung als geistiger Kern beibehalten werden muß. wird von ihm verlangt Was wir dagegen bieten können? Den Enthusiasmus, die Mitarbeit einer verhältnismäßig kleinen Gruppe und ein mäßiges Honorar, dessen Sicherheit und progressive Steigerung vom Erfolg der eigenen Tätigkeit und des Einflusses des Mannes, der sich hierfür geben will, abhängt! ' Sollte irgendein Leser dieses Blattes mir die Frage stellen: „Glauben Sie, daß ich einem (am liebsten noch jungen) Geistlichen' mit praktischer Erfahrung, mit den nötigen Kenntnissen. Kraft und Ueberzeugung. welcher außerdem für keine große Familie zu sorgen hat, anraten darf, sich Ihnen zur Verfügung zu stellen?“, so habe ich hierauf nur eine Antwort: Wäre ich der Mann, der unter den erwähnten Umständen heute in Deutschland lebte, und ich hätte die nötigen Kapazitäten und Eigenschaften, dann würde icli sofort dieses Amt antreten, denn diese Arbeit kann eine schöne und herrliche Lebensaufgabe sein! Und icli würde dabei denken an Abrahams Worte: (Gen. 15. 6.) „Und er glaubte an Gott, und dieser rechnete es ihm al^Tugend an.“ L. Levisson, Erster Vorsitzender des Verbandes der religiös-liberalen Juden in den Niederlanden. Eine liberale Chewra Kadischa. Aus der Musiergemelnde Plauen. Liberal in dem Sinne, daß a u c li liberale Wünsche berücksichtigt werden, neben den orthodoxen; eine Einheits- Chewra sozusagen, wie es Einheitsgemeinden gibt. Gerade die Chewra wird fast überall ja als Reservat der Orthodoxie und als Tummelplatz orthodoxer Intoleranz in Anspruch genommen. Sehr zum Schaden der Chewroth selber, da die Liberalen sich immer weniger um sie kümmern. Einäscherungen sind kein liberales Postulat, wohl aber ist die Zulassung der Einäscherung ein Postulat des Liberalismus. In den Chewroth pflegt alles, was mit dem Krematorium zu tun hat. streng verpönt zu sein — Religionsgesetz. Schulchan Aruch, auch für die, die in alledem bewußt kein Gesetz mehr erblicken. Wie wohltuend modern und tolerant wirkt demgegenüber eine Nachricht aus der hier so oft gerühmten Gemeinde Plauen i. V.l Wir lassen diese Meldung kommentarlos hier, folgen: Pfauen. Am 7.' Januar 19.73 fand die alle zwei Jahre stattün- . dende Generalversammlung der Chewra statt, in der nach Entlastung des Kassierers, Herrn Knriel. dem Gesamtvorstand der Dank für seine Tätigkeit ausgesprochen wurde. Aus dem Jahresbericht . ist besonders erwähnenswert, daß die Chewra aus eigenen Mitteln der Gemeinde die Leichenhalle umgebaut und erheblich vergrößert hat. Ferner hat die Chewra einen eigenen Urnenhain innerhalb des Friedhotsgeländes angelegt, um den Wünschen derienigen Gemeindemitglieder entgegenzukommen, die die Verbrennung letztwillig verfügen.. Als Vorsitzender wurde Herr M. Pohoryles mit überwältigender Mehrheit wiedergewählt, ebenso als sein Stellver- . treter Herr A. Rath. Neu in den Vorstand wurden die Herren Binder. Lutzki und Rautenberg gewählt man auf einer Seite steht, man billigen muß, was man auf der andern Seite in den Staub gezogen hat. Immer .zustimmen! Das beste ist, die Dinge auf die leichte Schulter zu nehmen und zu allem „Ja“ zu sagen, sogar ■wenn es sich um den-Krieg handelt, meine Herren. Aber Gott (welch ein schier nimmer endenwollendes Lachen). Der Herr Daniele Catellani nahm sich vor — es war im letzten Jahr des Weltkrieges —, seinem Schwiegervater einen Streich zu spielen, den er sein Lebtag nicht vergessen würde. Wir müssen vorausschicken, daß Herr Pietro Ambrini trotz der Nöte der Zeit das Weihnachtsfest prächtiger als je zu feiern ge-, dachte: Er hatte sich eine Krippe aus Moos, Kork und Sand und kleinen Figuren herstellen lassen. Mit Kork und Moos ahmte er Felsen und Rasen nach. Da sah man kleine Bäche und Seen, aus Spiegelscheiben verfertigt, die das Wasser darstellten. . Bäumchen, Häuschen aus Pappe oder Kork und andere kleine Gegenstände wurden aufgestellt, um eine schöne Landschaft vorzutäuschen. Auf geschmückten Eseln ritten die Drei Heiligen Könige, mit ihrem stattlichen Gefolge kamen sie von weit her. um das Christkind zu sehen,-das auf einem Haufen Stroh zwischen Maria und Joseph gebettet war. Die Heiligen Drei Könige und eine Gruppe von Hirten, kleine Figuren aus Terrakotta, beteten das Jesuskind an. Mehr als einen Monat hatte er an der Herstellung der Krippe, mit Hilfe zweier Handwerker, gearbeitet. Dudelsackpfeifer sollten an dem Abend, wie es Landessitte war, aufspielen. Die Enkelkinder sollten nichts von den Vorbereitungen erfahren. Wenn alle, eingemummelt und fröstelnd von der Christmetfe zurückkehrten', würden sief in seinem Hause die große Ueberraschung vorfinden. Nachbarn, Freunde und Verwandte würden an dem festlichen Schmaus teilnehmen, den der gute Großvater mit so viel Fleiß vorbereitet hatte. Mein Freund hatte •diese geheimnisvollen Vorgänge beobachtet und sich im geheimen darüber lustig gemacht. Der Teufel, der sich in ihm eingenistet hatte, ließ ihn nicht zur Ruhe kommen. Vergebens wehrte er sich gegen sein Anstürmen. „Beurteilen wir die Dinge nüchtern“, glaubte er die Stimme des Teufels zu vernehmen. Sind nicht jene Krippen und die mit Eiern gefüllten Körbchen nichts weiter als ein Scherz? Wer möchte es leugnen? Auch wir wollen uns einen nicht minder guten Scherz leisten. Der Heilige Abend brach herein. Kaum hatte' Pietro Ambrini mit seiner Familie und der Dienerschaft das Haus verlassen, um sich zur Mitternachtmesse zu begeben, als Daniele Catellani, außer sich vor Freude, sich in das Zimmer zur Krippe schlich. Er räumte auf mit den Heiligen Drei Königen, mit den Hirten, mit den Binsenkörbchen, mit allen Gaben, die dem Jesuskindchen zugedacht waren. Was sollten diese Dinge in einem Kriegsjahr? hatte ihm sein teuflischer Ratgeber. eingegeben. An ihrer Steile setzte er Bleisoldaten; alle, große Nationen waren da vertreten, so standen sie da, die Gewehre schußbereit auf die Grotte von Bethlehem gerichtet. -Auch Kanonen jeden Kalibers standen in Angriffsstellung gegen dasselbe Ziel. Ein wirklich eigenartiges Schauspiel! Daniele Catellani versteckt sich hinter der Krippe und bricht in ein satanisches Lachen aus, als der Schwiegervater mit seiner Familie und den Gästen das Zimmer betritt, indessen Weihrauchduft das Zimmer erfüllt und die Dudelsackpfeifer ihre Schalmeien ansetzen. (Aus dem Italienischen übersetzt . von Studienrat Moritz Simon, Tilsit) Eine mittelalterliche Synagoge In der Steiermark entdeckt. Eine aus dem Mittelalter stammende Synagoge wurde in Bruck an der Mur (Steiermark), am Kirchplatz, zwischen Meßnerhaus und Schulhaus, entdeckt Dieser alte Judentempel ist seit einem Jahrhundert im Besitze einer christlichen Traffikantenfamilie und dient als Tabak-Laden. Das Haus ist ein typischer zweischiffiger Synagogenbau. wie er im Mittelalter üblich war. Der Amtmann der Gemeinde Bruck hat auch wichtige Dokumente über die Geschichte der Synagoge entdeckt Das österreichische Bundeskanzleramt mißt diesem Fund große "wissenschaftliche Bedeutung bei und wird das Gebäude unter Denkmalschutz stellen. Aus Dokumenten gebt hervor, daß die Synagoge Ende des 14/ Jahrhunderts erbaut worden war. Was diesmal bemerkte: Ein jüdischer Zwickel-Erlaß. immer wieder ist cs ein mißlich Hing, öffentlich zii den Angelegenheiten der Orthodoxie Stellung nehmen zu müssen. Wir Liberalen sind tolerant, wir achten die ehrliche Ueherzeugung des gläubigen Nebenineiischen. ja. in der Verwaltung treten wir iiir restlose Erfüllung der orthodoxen Bedürfnisse ein: und doch gibt es Fälle und Vorkommnisse, bei denen diese Toleranz gegen eine jüdische Richtung sich zu einer Getuhr oder Herabwürdigung für das ganze Judentum auszuwachsen droht. - Das taugt eigentlich schon beim Koscheressen an. Denn das Gerede, das jedesmal anlicbt, sobald in Berlin verlangt wird, dali-von den soundso viel Altersversorgungsajistaiten wetftgsteus eine . unrituell' geführt werde: die ständige Redensart bei jeder Beratung zum Reiehsverbandsentwurf. subald die Gleichstellung liberaler mit orthodoxen Anstalten geiordert wird:, „dem Liberalen sei es kein Opfer, auch einmal koscher zu essen”' —das ist ia nur haibwahr; die ganze Wahrheit ist. daß wir nicht aus Bequemlichkeit. sondern aus religiöser Ueberzeugung unser Judentum nicht mit Brauchen identifiziert wissen wollen, die in lnuerafriku bereits anfangeij. unmodern zu werden. Das entspricht nicht unserem Bilde von einer „Weltreliguin". und. wären wir Liberalen nur konsequent, wir würden denken und handeln wie jener Rabbiner aus Newurk (USA.), der dem Veriasser dieser Zeilen einmal sagte: „ich halte mit der Kaschruth-business nichts zu tun!“ Mail möge mir verzeihen, wenn ich an dieser Stelle, die meist für humoristische Glossen bestimmt ist, auch einmal ernsthaft spreche: wir können tolerant sein gegen die, die .heute» noch daran glauben, aber unser Glaube ist dus nicht: unsere Gottcsvorstcllung und unsere Welt- und -Lebensauffassung sind anders. Und nun zum Thema: Alle Welt bog sich vor 'Lachen, als zu Herbstbegiim. also hei Schluß der Badesaison, der Zwickel-Erlaß der kommissarischen Preußenregicrung erschien. Eure Sorgen möchten wir haben, dachte man. Das wird aber wohl niemand geahnt' hahcti, was wir letzt hier enthüllen werden: die Nazis jverden ihre helle Freude daran haben, zu hören, daß ein prominentes Mitglied der ihnen damals so verhaßten Papen-Regicrung und des ihnen heute nicht minder verhaßten Schleicher-Kabinetts ein Jude ist. und ein Rabbiner dazu. So ist es alter in der Tat. der Urheber jenes Zwickelerlasses. Dr. Bracht, ist ein orthodoxer Rabbiner! Vielleicht hat er das selbst nicht gewußt, aber giht es denn eilte andere Erklärung für die Tatsache, daß der .orthodoxe Rabhincrverhaitd. der Anfang Januar hei last 10 Grad Kälte in Frankfurt a. M. tagte, auch nichts Wichtigeres zu tun hatte, als in einem großen Aufruf „tmchdrUcklichst vor der Benutzung der s og e n a n n reit Fa mili entlüde r zu warnen“! Auch hier müssen wir fragen, ob die. Führer der um ihre Existenz ringenden Gemeinden, der um ihre Existenz ringenden Gcmeiiideitiitglicdcr keine anderen Sorgen haben- Und —: wenn in dieser Wuntun’g vor den .„sogenannten Faniüicnbädcrii“ auf die „klaren Religiotisgesetze“ Bezug genommen wird, so können wir als Liberale nicht umhin, diese Gesetzesbestimmungen unter AnwcnJuiig der Riehtliiiicn-Tcrmitiologie als. sehr „zeitbedingte-Erscheinungsformen“ einer gotllob längst überwundenen Kulturepoche anzuselten. Für uns Menschen von 1933 ist cs ein Unding, die Lüsternheit und eingeklemmte Sinnlichkeit der Animier- und Nachtbetriebe auf eine Stufe gestellt zu selten mit der Gesundheit, . Frische. Uiivcrdorbcnhcit einer sportfrcudigeit, ihres eigenen Körpers in seelischer Reinheit frohen Jugend. Geschieht solche Gleichstellung der Schmutzerei mit der Natur- 11114. Sportfreude aber namens der Religion, so müssen wir. bei aller Toleranz, dagegen protestieren, weil wir. von ttnserm Standpunkt ‘aus. darin eine Herabzerrung des Judentums sehen, das keine Muckcrrcligion ist. so wie cs auch keine KUchenreligion Ist. WobnungsleUungen F assadenpulz—Reparaturen _ Beratung und Vorschläge jederzeit unverbindlich Baugeschäft Artur Walter CharloHenbuTYf WilmersdorferStr.112 - Telefon CI Stemplet*9910 K. ERNST HANKE, Meiermeister BERLIN SW 61, Hagelberger Str. 36 FERNSPRECHER: F5 Bergmann 5012 - um Mittelmeerreiseit M.-S, »MONTE ROSA« 10.M81 Fahrpr«l»4|^B^% M von RM, I WS* an einschließlich votier Verpflegung Irz ab HAMBURG - 28. März ln GENUA Ober Madeira, TenorH«. Casablanca (Rabat, Tanger, Tetuir). Ceuta (Tetuin), MAJaga (Granada), Vdle/rancho (Ntwa, Monte Carlo), 24. April! ab VENEDIG - 13. Mai ln GENUA Ober Cattaro, Corfu, Kea (Delphi), PhalOron (Athen), Konstantmopei, ~ .Biierte (Tunis, Karthago), Neapel (Rom), Capri. . , 16. Mal ab GENUA - 4. Juni in HAMBURG Ober Capri, Neapel (Rom), Palermo, Palma de Mallorca, Ceuta (Tetuin, Tanger, Rabat). Casablanca (Rabat), Cidii (SeviUa), Lissabon, Vigo, Hamburg. . Kostenlose AuikOnlte IUMBUR6-SUDEMERIXJINISCHE DJUIPHCHIIfflUlinS-BBEUSaUH MAMiuaa e houirOcki Generalvertretung Berlin Unter den Linden 4 (Hotel Bristol), Atlantic Expra* O.m.b'H* Berlin Hu, Fried ridtstr. ttt