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Jüdisch-liberale Zeitung · 1933-01-29 · 21 (29.1.1933) · page 6

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Journal
Jüdisch-liberale Zeitung
Volume
12 (1932-1933)
Issue
21 (29.1.1933)
Date
1933-01-29
Page
– (sequence 6)
Language
German
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9BBS! Ein Gedenktag. Am 30. Januar il. J. würde Albert Kellermann, der langjährige Dirigent der Neuen Synagoge (Oranienburger Straße). seinen 70. Geburtstag begehen, .hätte ihn nicht Vor fünf Jahren ein Unglücksial! jäh dahingerafft — 1863 in München geboren, studierte er dort an der Musikhochschule, 1892 ltam er als 1. Kapellmeister an die Deutsche Oper nach Berlin. 1893 wurde er Nachfolger von Lewandowski an der Neuen Synagoge und Musiklchrer an der Knabenschule und der Lehrerbildungsanstalt der Jüdischen Gemeinde. Er war nicht nur als Dirigent und. Gesanglehrer, sondern auch als Komponist und Bearbeiter hebräischer Gesänge und Melodien bekannt. Im Jahre 1903 gründete er den Verein zur Pflege hebräischer Gesänge und machte es sich zur dankenswerten jAufgabe. die Berliner mit den hebräischen Werken der jüdischen Komponisten aller Zeiten und Länder in alljährlichen Konzerten und Veranstaltungen bekanntzumacheii. — Er war auch der Erste, der (1926) im Rundfunk über die Entwickelung der hebräischen Gesänge und Melodien sprach. Er selbst hat -f durch Bekanntmachung bisher weniger bekannter Komponisten und ihrer Werke, sowie durch eigene Kompositionen — Erhebliches zur Fortbildung der synagogalen Musik getan. Sein Wirken bleibt unvergessen. K..M. 1 Heinrich Schalits Freitagabend-Liturgie I erscheint im Druck. j Die neue Liturgie für den Freitagabend-Gottesdienst in der Vertonung von Heinrich Schallt ist soeben im Selbstverlag des Komponisten (München 23. DegenfeldstraBel) erschienen. Alle Gemeinden, die auf die Ausgestaltung und Fortbildung der musikalischen Seite ihrer Gottesdienste Wert legen — und welche, Gemeinde täte das nicht? — sollten sich dieses Werk zulegen, ebenso auch die Kantoren, Organisten und Chordirigenten und alle, die an der Fortbildung unserer Synagogenmusik mitzuarbeiten berufen sind. Schalits Freitagabend-Liturgie, in der Berliner Synagoge Lützowstraße oft aufgeführt (und in der „Jüdisch-liberalen Zeitung“ s. Zt. ausführlich besprochen), gehört zu den synagogalen Werken, die jeder kennen muH, der aui diesem Gebiete Fachmann sein will; und es wäre zu wünschen, daß nach Berlin auch andere Gemeinden einen Versuch mit diesem Werke machen. | Für das I religiös-liberale Judentum in Holland wird ein qualifizierter Rabbiner gesucht, der außer der geistlichen Führung unseres Verbandes und neben den religiösen Funktionen (Predigten! und Kasualien) die gesamte öcganisatorische und 1 propagandistische Leitung unseres Verbandes übernimmt. Nur Herren, die gewillt und befähigt sind, sich mit j ihrer ganzen Persönliaikeit in den Dienst der jüdisch-! liberalen Bewegung zu stellen, werden gebeten, sich unter; Einreichung eines aüsführl. Lebenslaufes zu melden beim 1 Verbond van liberaal-relioienze joden in Nederland i Sekretariat: Frankenslag 179, den Haag. Adolph (xoldschmidis 70. Geburtstag.! Am 15. Januar wurde Geheimrat Professor Dr. Adolph 'Goldschmidt, der langjährige Ordinarius für Kunstgeschichte an i der Universität Berlin, 70 Jahre. Er wurde in Hamburg geboren und lehrte an den Universitäten Berlin und Halle, zuletzt als Nachfolger Wölffiins wieder in Berlin, wo er 1929 emeritiert wurde. Er gilt als einer der bedeutendsten Kenner mittelalterlicher Kunst in Deutschland und hat eine große Zahl von Kunsthistorikern ausgebildet, yon denen manche Museumsleiter oder Hochschullehrer von Rang, manche wieder angesehene Kunstschriftsteller geworden sind. Die Werke des bedeutenden Kunsthistorikers und Kunstkenners haben das Ausland angeregt, Adolph Goldschmidt, nachdeni er an der Universität Berlin die „Altersgrenze“ überschritten hatte, sich als Lehrer zu sichern. Goldschmidt folgte dem Rufe, er ging an die Harvard-Universität in Cambridge, man holte ihn nach Spanien und anderen Ländern, und überall schuf sich der Berliner Gelehrte neue -Kreise von Verehrern und Freunden. Auslands-Chronik Paris. (Kampagne der Antisemiten gegen Leon Meyer.) Antisemitische Zeitungen vom Schlage „Action Francaise“ führen eine Kampagne gegen den französischen Marineminister Leon Meyer, dem sie die Schuld an der Brandkafastrophe des Riesen-Luxusdampfers „Atlantique“ zuschreiben und dabei auf sein Judentum anspielen. Diese Blätter haben zwar schon führenden Politikern der Linken, wie etwa dem Führer der französischen Sozialisten Leon Blum, ihre jüdische Abstammung vorgeworfen, nie aber wagten sie sich an holte Regierungsbeamte heran, um ihnen wegen ihrer jüdischen Abstammung, die Eignung zur Bekleidung ihrer Aemfer. abzusprechen. Im Falle Leon Meyer ist es das erste Mal, daß antisemitische’ Zeitungen einem Minister eine schwere Schuld'aufbürden wollen, nur'weil er Jude ist; dies obwohl die ,.Atlantique“-Katastrophe wenige Tagenach der Berufung Meyers auf den Posten des Marineministers erfolgt ist und der neue Minister noch gar keine Zeit gehabt hat. solche •Reformen im Seeverkehr einzuführen, die Katastrophen verhüten können.. Die antisemitischen Zeitungen schreiben, es sei eine 'Gefahr für das Land, daß ein Jude eine so hohe Position _ ciiminnut: sie fordern ferner, daß zwei Mitglieder der Kommission] zur Untersuchung der Ursachen der „Atlantique“-Katastrophe aus der Kommission zurückgezogen werden, weil sie Juden sind. Diese antisemitische Propaganda erinnert wenig angenehm an die Verhältnisse in Deutschland, doch scheint es zurzeit unwahrscheinlich, daß sie in der französischen Oeffentlichkeit Beachtung findet Bukarest (Die Krise in der Gemeinde überwunden.) Der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Bukarest;und des Jüdischen Gemeindebundes für Altrumänieu. Vereidigter Bücherrevisor GUSTAV PALM Steueifacfamann von den Landesfinanzämtem Berlin und Brandenburg zugelassen Berlin-Sctöneterj, Tempelholer straOe 18 Telefon: G I' Stephan 8913 Beratung bei Zahlungsschwierigkeiten zur Abwendung des Konkursverfahrens, außergeriditl. Vergleiche, Wirtschafteu. Finanzberatung. Vorschußlose Beitreibung von Forderungen. Prima Referenzen. Erste Besprechung gebührenlos. Erbitten Sie Unseren Besuch. Dr. jur. Heidke u. Skapowker, Wirtschaftsberater,-W 35, Steglitzerstr. 66, Kurf. 851. Dr. W. Fildermanh, hat — der vom Bukarester Gemeindevorstand einstimmig an ihn gerichteten Bitte entsprechend — seine vor einiger Zeit gegebene Demission als Gemeindevorsitzender zurückgezogen. Dr. Fildermann hat seihe Funktionen im Gemeindevorstand bereits wieder übernommen und arbeitet gemeinsam mit den übrigen Mitgliedern der Leitung an einer Reform der Gemeindeverwaltung. Man rechnet mit einer baldigen Ueberwindung der augenblicklichen Schwierigkeiten der Bukarester Jüdischen Großgemeinde. Aus der Bewegung Berlin. (Liberaler Verein.) Die Bezirksgruppe Nordenhatte unter Leitung von Herrn Benno Simonsohn zu einem wohlgelungenen Vortragsabend eingeladen, zu dem sich eine zahlreiche Hörerschaft eingefunden hatte. Es sprach zuerst der Vorsitzende der Vereinigung für das liberale Judentum, Rechtsanwalt Heinrich Stern, über den „Stand der liberalen Bewegung in Deutschland und in den anderen Ländern“. Der Redner hielt seine Zuhörerschaft besonders dadurch im Bann, daß er ihnen gleich zu Beginn seines Vortrages ankündigte, mit ihnen eine Fahrt ins Blaue zu machen. Die Fahrt führte in schnellen Zügen von Deutschland nach Frankreich, wo sich nur eine kleine Gruppe liberaler Juden befindet, von dort nach England, wo das liberale Judentum unter der Leitung von Claude ü. Monteliore und Miß Montage führend ist. Er erzählte von der Arbeit der englischen Freunde, von ihrer Arbeit für die Ostjuden in Whitechapel und weiter von ihren Bemühungen, dem Liberalismus in der ganzen Welt Geltung zu verschaffen. Von da führte uns die Reise weiter, über den Ozean bis nach Amerika, wo das liberale Judentum, dort unter dem Begriff „Reformjudentum“ bekannt, an erster Stelle steht Führer des liberalen Judentums in Amerika sind Vogelstein, Morgenstern u. a. Selbst in Indien besteht eine kleine Gruppe liberaler Juden, und der liberale Weltverband ist dabei, immer neue Fäden jenseits des Ozeans anzuknüpfen. Wieder zurück nach Europa führte uns die Reise zu den Ländern Oesterreich,1 Ungarn und der Tschechoslowakei, in denen erst jetzt der Gedanke des Liberalismus Platz greift und wo ihm noch ein großes Arbeitsield bevorsteht Von da führt uns unser Weg nach Polen, das auch dem Liberalismus immer mehr erschlossen wird. Von Polen ging es in ein für den Liberalismus noch neues Gebiet, nämlich nach Holland. Selbst das orthodoxe Holland konnte sich den Regungen des religiösen Liberalismus nicht länger verschließen. Hier fand im Sommer 1932 die Weltkonferenz des liberalen Judentums statt. Von dort ging es zurück nach Deutschland. Der Redner berichtete dann noch über den Stand der Bewegung in Deutschland. Mit einem Appell, weiter für den .Liberalismus zu wirken, schloß der Redner seine interessanten Ausführungen. — Nach Herrn Rechtsanwalt Stern ergriff der Repräsentant der Berliner Jüdischen Gemeinde", Wilhelm Marcus, das Wort zu seinem Vortrag über „Gemeindepolitik“. Herr Marcus berichtete über die Arbeit der Berliner Jüdischen Gemeinde nach dem Antritt der neuen Repräsentantenversammlung. Er sprach über die Leistungen des Wohlfahrtsamtes, das in mustergültiger Weise geleitet wird, über die Fürsorge für die Jugend, über die Versorgung des Alters und Mittelstandes, über die Veranstaltung von Gemeindeabenden und Weihestunden und vielem anderen mehr. Wenn auch heute noch nicht alles verwirklicht sei, was auf dem Wahlprogramm gestanden, so sei nicht die Verwaltung der Gemeinde daran schuld, sondern die wirtschaftlichen Verhältnisse zwingen auf allen Selten zu Ersparnissen. Aber er hofft, daß bei allgemeiner Besserung der Verhältnisse sich auch die Leistungen der Gemeinde noch steigern werden. Reicher Beifall wurde beiden Rednern zuteil. — Musikalisch umrahmt wurde der Abend durch Gesangsdarbietungen von Herrn Hauptkantor Berthold Friedmann, begleitet von Fräulein Aronsolm. Herr Max Kohn und Gattin erfreuten durch ihr meisterhaftes Violinspiel. Mit Dank an die Referenten des Abends schloß der Vorkitzende die gut besuchte Versammlung. - Berlin. Die „Liberale Synagoge Osten“ veranstaltete am 14. Januar einen außerordentlich stark besuchten Gemeindeabend, der unter Leitung des Chordirigenten Martin Epstein stehend, ein reichhaltiges Programm künstlerischer Darbietungen auiwies. Nach einleitendem Harmoniumspiel und Gesang des verstärkten Synagogenchors und Sangesfreunde 1927 begrüßte der Vorsitzende unter Hinweis auf die Bestrebungen unseres Vereins die zahlreich Erschienenen. Im Mittelpunkt dieser Veranstaltung stand das Referat. des Gemeinderepräsentanten Tapezierermeister Louis Wo 1 f f über den „Mittelstand im jüdischen Gemeindeleben“. Hier sprach kein Theoretiker, sondern ein Mann, der, selbst im Mittelstände wurzelnd, die schwere Sorge um das tägliche Brot und den Kampf um das nackte Dasein in seiner ganzen Totalität kennt, und dessen Forderung deshalb darin gipfelt, daß die Arbeit der Gemeinde mehr als je auf die soziale Tat abgestellt sein muß, um die religiöse Idee zu retten. Auf dieses tiefgründige Referat, das ungeteilte Zustimmung .fand, folgte der musikalische Teil, in dem besonders Oberkaritor Hanns John künstlerisch vollendete Gesangsvorträge bot, von Musiklehrer Alfred L o e w y verständnisvoll begleitet. Ferner wirkten die Damen Lindemann, Kaiser und Baer (Gesang), sowie Frau Elli W e i ß m a n n (Violine) mit. Die Kleinkunst fand in den Herren Gottschalk und Lewinski ihre geeigneten Vertreter, Umrahmt vom Gesang des von ihrem Dirigenten Martin Epstein vorbildlich geleiteten Chors darf diese Veranstaltung als voller Erfolg bezeichnet werden, als Erfolg, für den nicht nur die Mitglieder der „Liberalen Synagoge Osten“, sondern für den auch die Vertreter der ganzen jüdisch-liberalen Bewegung in Berlin dankbar sind. Breslau. Herr Philipp Lachs, der 2. Vorsitzende des „Liberalen Vereins der Synagogengemeinde Breslau“ begeht am 30. Januar seinen 50. Geburtstag. Er ist. eines der treuesten Mitglieder unserer liberalen Bewegung, dem wir auch an dieser Stelle herzlicli gratulieren. Geschäftliche Mitteilung. . Frühlingsfahrtcn ins Mittclmcer! i ■ Die durch ihre außerordentlich preiswerten Mittelmecrreisen bekannte HamburK-Südamerikanische Dampfschiffahrts-Gcscllschaft veranstaltet auch in diesem Jahr wieder mit ihrem beliebten Motorschiff „Monte Rosa'* Fahrten an die sonnigen Gestade des Mitteimeeres. Fiue Fahrt findet vom 10. März bis 28, März statt und führt von Hamburg über die atlantischen Inseln (Madeira. Tenerife), Andalusien. Marokko zur Riviera. Weiter ist eine Griccheniand-Türkci-Tunesien- Süditalicu-Reise geplant, die in der Zeit vom 24. April bis' 13. Mai slattiindct. Die letzte Reise führt über Italien. Marokko. Südspanien und Portugal nach Hamburg. Dauer vom 16. Mai bis 4. Juni. Billigster Fahrpreis ab 190 RM einschließlich voller Verpflegung. Kaufe und verkaufe jeden Posten gebrauchte deutsche Eierkisten Klsieiwertrieto Friedrich Lehmkuhl Reinickendorf »West, Spandauer Weg (ehemJ. Munitionsanstalt) Telefon: D9 Reinickendorf 1958 Stadtküche Veit Berlin W, Kurfürstendamm 22 (a.dJoadiimsthalerstr.) rel.BIsmardc2245 Unter Aufsicht der JQd. Gern. Berlin Ausrichtung vonFestlichkeitenjederArf Mittag- und Abendtisch Berlinsbeste rit.Kiiche Aus den Gemeinden Berlin. (Persönliches.) Malermeister Robert Gutheim und seine Gattin konnten kürzlich das schöne Fest der Silberhochzeit begehen. Herr Gutheim ist einer der markantesten Führer des Zentralverbandes jüdischer Handwerker, und er .gehört dem Aufsichtsrat des Kreditvereins für . Handel und Gewerbe an. Mit dem liberalen Judentum ist er so eng verwachsen, daß er vor einigen-Jahren als liberaler Abgeordneter in den Preußischen Landesverband jüdischer Gemeinden gewählt wurde. Wir gratulieren dem oft bewährten Freunde und seiner Gattin-herzlich. Eschwege. (Persönliches.) Lehrer und Kantor Bacharach schied nach 40jähriger Tätigkeit aus dem Amte und wurde durch Ueberreichung eines sinnigen Geschenks geehrt. Sein Nachfolger, Lehrer Wiesenfelder, wurde gleichzeitig in das Amt eingeführt Iserlohn- (Jubiläum.) Auf 25 jährige Tätigkeit als Vorstandsmitglied der Gemeinde blickte der derzeitige erste Vorsitzende, Herr Sall^_ Becker, zurück. Durch Ueberreichung einer Ehrenurkunde ehrte die dankbare Gemeinde ihren auch im öffentlichen Leben als Handelsrichter und Mitglied des städtischen Wohlfahrtsamtes um das allgemeine Wohl verdienten Jubilar. Königsberg i. Pr. (Gemeindeabend.) Auch die Synagogengemeinde Königsberg hat nunmehr die Einrichtung der Gemeindeabende eingeiübrt Die erste derartige Veranstaltung in der Aula des Löbenichtschen Realgymnasiums war außerordentlich stark besucht und nahm einen überaus eindrucksvollen Verlauf. Nach künstlerischen Darbietungen von Hedwig Wieck-Hulisch und Cäcilie Hirsch-Nemenoff (Violine und Klavier) gab der Gemeindevorsitzende, Geheimer Medizinalrat Prof. Dr. Falkenheim in einem Vortrag über „Begriff und Aufbau der Gemeinde“ ein Bild von der historischen Entwicklung der Gemeinde zu den gegenwärtigen Verhältnissen, sowie von dem'segensvollen Wirken des Preußischen Landesverbandes jüdischer Gemeinden. — Gemeindevorsteher Bankdirektor i. R. Hermann Marx sprach über die .Wirtschaftslage der Gemeinde, die ihre Ausgaben um 60000RM in den beiden letzten Etats herabgesetzt habe. Für das laufende Steuerjahr mußte eine Erhöhung des Zuschlages zur Staatseinkommensteuer von 21 Prozent auf 25 Prozent vorgenommen werden. — Gemeinderabbiner Dr. Lewin referierte sodann über die kulturellen und sozialen. Leistungen der Gemeinde, wobei er, nach einer. Schilderung der Gottesdienste, des Religionsunterrichtes und der Gemeindebibliothek, auch die Hebräische Sprachschule für Erwachsene der angelegentlichen Förderung durch die Gemeinde empfahl! Hannover. (Einweihung des neuen Jugendheims.) Endlich ist ein alter Traum der hannoverschen-jüdischen Jugend in Erfüllung gegangen.. Ein Heim (mit einem Hauptsaal, drei Gruppenzi.mmem, Küche und Lesezimmer) für die gesamte jüdische Jugend ist eingerichtet und seiner Bestimmung übergeben. — In seiner Begrüßungsansprache dankte der 1. Vorsteher der Synagogengemeinde, Herr Kommerzienrat Berliner, all denen, die durch freiwillige Spenden das Heim mit aufbauen und einrichten halfen. — Her{ Rudolf Herzberg, der Führer der Religiös-liberalen Vereinigung, dessen Tatkraft die Verwirklichung des Planes in erster Linie zu verdanken ist, sprach sodann über die Entstehung des Heims. Er wüijschte, daß sich die Jugend auf dem neuen Gemeinschaftsboden des Heinis weiterbilden möge, um in Frieden und Freundschaft mit der Gemeinde und ihren Vereinigungen zu leben und dereinst gereift das Erbe der Gemeinde zu übernehmen. Rabbiner Dr. Schorsch deutete das neue Heim als ein Sinnbild gegenseitigen Verstehens zwischen Alt und Jung. Cello-Soli umrahmten die würdige Feier. Das J!i-Programm Berlin. Heimabende. Gruppe "Westen. Montag] 6. Februar, 8 Uhr, bei Hildegard Neumann, Prinzregentenstr. 7. Thema: GottesbegrlB. — Montag, 13, Februar, 8 Uhr, bei Hilde Weglein, Sybelstr. 23. Führer: Heinz Kellermann, KnesebeckstraBe 56—57, Tel.: Bismarck 6171. Mittwoch, 15. Februar, 8 Uhr, Vortragssaal der Synagoge 'Fasanenstraße. Vorträg Rabbiner Dr. Julias Galliner: ,J)ie religiösen Bewegungen innerhalb des Judentums in ihrer Auswlrkung auf die Jugend." _"_ Breslau. Haüptgruppe. 1. Februar: Günther Sachs: Sozialismus ln der mosaischen Gesetzgebung. — 8. Februar: Jose! Weinsaft: Gedanken zu Montefiores „Umrissen des liberalen Judentums" (Aussprache* abend). — 12. Februar: Fahrt nach Obernigk. Abfahrt 7.47 Uhr. Ankunft 20.22 Uhr Hauptbahnbof. Kosten 1.40 RM. Arbeitskreis. 6. Februar: Sexuelle Not der Jugend. — 13. Februar: Adolf Hitler: „Mein Kampf“ (Buchbesprechung). Sämtliche Veranstaltungen: Jüd. Jugendheim, Schweld* nitzer Stadtgraben 28, Beginn 20.30 Uhr. .. tr» der HaupthaUr: DAS GROSSE MONSTRE-KONZERT TäglichUhr abends untei dem Motto zujainmenqesteJlt udingitiri von RUDOLF PERAK Aujae fuhrt vun dem gesamten vxaieiter*Perion<UBniere» to KAPELLEN and das große Faschingsprögramm Kapelle: Hermann vonStacbow mit »einen Solisten Betrieb /f\ KEMPINSKI Steuer Fachbearbeiter, prominenter, zahlt für Auftrsgsverraittlung hohe Ver» gutung, übernimmt Bearbeitung an allen Platzen des Reiches. Chiffre B. F. 263 an die JüdMib. Zeitung, Berlin SW 11.

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