Jüdisch-liberale Zeitung
- Journal
- Jüdisch-liberale Zeitung
- Volume
- 12 (1932-1933)
- Issue
- 17 (1.12.1932)
- Date
- 1932-12-01
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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12. Jahrgang Nummer 17 Jtt.ijtfdj'Uliecale 3etlung Beilage : 1. Dezember 1932 Siedlung ist 'Not! Von Moritz Rosenthal. Mitglied des Vorstandes der Jüdischen Gemeinde zu Berlin. Das erste Siedlungsgut der Jüdischen Landarbeit Groß- Gaglow bei Kottbus ist aufgeteilt. Bis zum Ende dieses Jahres werden dort besiedelt werden: 15 Gärtnersiedlungsstellen. 10 Kleinbauernstellen, 3 Großbauernstellen, 1 Handwerkerstelle. Die Erfahrungen, die die Siedler in dem ersten Jahr ihrer Tätigkeit gemacht haben, übersteigen unsere Erwartungen. Jetzt heißt es: Weiterarbeiten. Pflicht aller deutschen Juden ist, die Siedlungsbewegung zu unterstützen, ln der letzten Repräsentantensitzung der Berliner Jüdischen Gemeinde waren sich alle Parteien mit der Verwaltung darüber einig, daß es ein Gebot der Stunde ist, nach den Erfahrungen, die man mit Groß-Gaglow gemacht hat, die Möglichkeit auszunutzen, mit staatlichen Geldern eine größere Anzahl jüdischer Familien wieder auf das Land zu bringen und so in Berührung mit der eigenen Scholle ihnen eine eigene Existenz zu gründen. Um dieses Ziel möglichst schnell zu erreichen, um zu erreichen, daß in allen Gegenden unseres deutschen Vaterlandes, in West und Ost, iif Nord und Süd, jüdische Siedlungen errichtet werden, muß die Jüdische Landarbeit ein Gesellschaftskapital_in Höhe von mindestens einer Viertelmillion Mark haben. Dieses auizubringen, ist Pflicht aller Gemeinden. Es muß verlangt werden, daß jede Gemeinde pro Kopf ihrer Bevölkerung 50 Pf. für diesen Zweck als Gesellschaftsanteil übernimmt Es ist nicht nötig, daß die Gemeinden, von denen wir wissen, daß sie mit schweren Sorgen zu kämpfen haben, diesen Betrag sofort äufbringen. Es genügt, wenn 25 Prozent des gezeichneten Kapitals eingezahlt werden. Aber Zeit ist nicht zu verlieren, die Vorarbeiten für Beschaffung weiterer Siedlungsgüter sind im Gange, und die Siedlungsbehörden verlangen den Nachweis, daß hinter der Jüdischen Landarbeit in Wirklichkeit das gesamte deutsche Judentum steht Nach den bisherigen Erfahrungen kann das Stammkapital als durchaus gesichert angesehen werden, es muß jedoch vorhanden sein als_Kreditunterlage gegenüber_den. staatlichen .Stellen. Mein Appell geht dahin, bis zum 15. Dezember d. J. der Jüdischen Landarbeit G.m.b.H., Kurfürstendamm 200, zu erklären, daß man ber.eit ist, Anteile in oben angegebener Höhe zu zeichnen; die Einforderung der 25 Prozent wird alsdann von der Jüdischen Landarbeit’ erfolgen. Deutsche Juden zeigt, daß Ihr gewillt seid, eine Tat zu vollbringen! Vorbildliche Propagandaarbeii der Berliner Gemeinde. Heinrich Mann in der Synagoge. — Gemeindeabende. Alsbald nach- Beginn der neuen Aera, d. h. nach Amtsantritt der in ihrer Mehrheit liberalen Gemeindeverwaltung, hat der Vorstand begonnen, durch öffentliche Veranstaltungen die Gemeindemitglieder in persönliche Verbindung mit der Gemeinde zu bringen. Es waren zwei Arten von Veranstaltungen: die religiösen Feiern am Sonntagvormittag in der Synagoge' und die Gemeindeabende*, Mit beiden Arten der Veranstaltung hat der Gemeindevorstand auf Grund der außerordentlich fruchtbaren Initiative seines zuständigen Dezernenten, Herrn’Moritz Rosenthal, auch in diesem Winterhalbjahr wieder begonnen. Am 13. November sprach Heinrich Mann in der Synagoge Prinzregentenstraße vor einem so zahlreich erschienenen Publikum, daß das fast 4000 Personen fassende Gotteshaus lange vor!Beginn polizeilich geschlossen werden mußte. Es ist dem Dichter hoch anzurechnen, daß er, dessen politische Ueberzeugung ja bekannt ist, keinen Augenblick davor zurückschreckte, dieser Ueberzeugung auch durch das äußerlich demonstrative Sprechen in einer Synagoge Ausdruck zu verleihen. Sein Vortrag: „Nach der Wahrheit leben“ entsprach dem, was er äußerlich versprach. In tiefster geniehafter Verbundenheit mit dem Geiste einerseits und mit der Nation und Menschengesamtheit andererseits zeigte der Dichter, daß der Stolz des vorigen Jahrhunderts, die kosmopolitische Besinnung auf die Vernunft, einem romantischen Irrationalismus, der Blutmystik und dem Haß gewichen sei: er glaubte aber, für die Zeit von 1940 an in dieser Beziehung Umschwung und Aufschwung prophezeien zu dürfen und erweckte damit Hoffnung und Optimismus in allen denen, die nicht selbst, wie unsere Zionisten, von Blutmystik angekränkelt sind. Bedauerlich war, daß in der .Rede ein Passus über die Notwendigkeit deutsch-französischer. Annäherung dem Rotstift gum Opfer ge- ' fallen war; gerade der religiöse Liberalismus, den der jetzige Gemeindevorstand bekennt, vertritt ja die Auffassung, daß die Religion das Leben gestalten soll, und da darf man vor der Erörterung von Tagesfragen nicht zurückschrecken. — Hochkünstlerische Chor- und Orgelvorträge unter Leitung von Leo Kopf umrahmten diese dank Heinrich Manns Vortrag wahrhaft heilige Stunde. Die'Reihe der'Gemeindeabende wurde am 14. November im Lehrervereinshaus eröffnet Herr Moritz Rosenihal. der den Abend leitete, gab ein umfassendes Bild von. der Altersversorgung unserer Gemeinde. Studiendirektor Dr. G u t - mann sprach eindrucksvoll über unsere jüdischen Gebete, und Bruno Woyda mit einem Referat „Religion der Tat“ schilderte, wie die der Tat zugewandte junge Generation, anstatt die Religion zu verlassen, aus ihr geradezu den Antrieb für ihr ideales und gemeinnütziges Tun schöpfen müsse. — Oberkantor Neumann, von Musikdirektor Alexander Wein-, bäum am Piano begleitet erfreute das Publikum mit musikalischen Darbietungen. Die mehr als 2000 Zuhörer brächten auch hier den Beweis, daß der Vorstand mit.der Schaffung dieser Veranstaltungen das Rechte getroffen hat Nicht minder erfolgreich gestaltete sich am 28. November der Gemeindeabend im Rathaus Schöneberg, für dessen musikalischen Teil Herr Oberkantor Hanns John seine reife Kunst zur Verfügung stellte. Ueber das Thema des Abends: „Gemeinde in der Krise“ sprachen der Vorsitzende des Vorstandes. Direktor h. c. Wilhelm Kleemann, der Finanzdezernent, Bankier. Wilhelm Graetz, und der Leiter des Wohlfahrtsamtes, Direktor Heinrich Stahl. Die Vorsteher schilderten, wie gerade in dieser Krisenzeit von der Gemeinde erhöhte Leistungen erwartet und vollbracht werden, und sie richteten einen warmen Appell an die Gemeindemitglieder, den Vorstand bei seiner schweren Arbeit zu unterstützen. * Warum sind und bleiben wir Juden? Im Rahmen der religiösen Vortragsreihe spricht am 11. Dezember Dr. Ludwig Holländer über das Thema „Warum sind und bleiben wir Juden“. Vor und nach dem Vortrage Chor und Orgel. Die Feier beginnt pünktlich um-'11.30 Uhr vormittags. Jugend und Politik. Von Sbcuno Wogda. Nur daun ist das politische Lied ein garstiges Lied. wenn, seine Sänger garstige Menschen sind. Und es kommt aui die Zahl der Lebensjahre der Sänger bei diesem Urteil wahrhaftig nicht an. Gewiß drängt die Jugend stärker als die ältere Generation zur Entscheidung, und das heißt heute leider meist zu einem Extrem, gewiß übersieht sie mitunter das weite Feld, das zwischen dem Entweder — Oder liegt; aber werdie Krise des politischen Lebens in Deutschland glaubt auf das Wahlrecht der Jugend zurückführen zu dürfen, der sollte sich ■ jenseits der Grenzpfähle über die Krisis der Gegenwart belehren und sich erinnern, daß das deutsche Volk — und zwar wohl kaum immer durch eigenes Verschulden"— zwischen Krieg und Inflationstaumel. Siegeshoffnung und Zusammenbruch. Hoffen und Entsagen nicht eben einen geraden Weg zu klarem Ziel gehen lernen konnte. Kein Wunder auch, daß in der Dunkelheit unserer Tage nicht selten die Sehnsucht nach dem Sonnenlicht verdrängt wird durch die Hoffnung auf Kerzenschimmer. Man darf einen Menschen nicht nacli seinen Ficbergesprächen beurteilen. Noch weniger ein Volk. Und wenn sich wegen der Ansteckungsgefahr die Gesunden von den politisch Kranken fernhalten, so kann das Ergebnis nicht gut sein; politisch Kranke können nur mit Gesunden gesunden. Deshalb dürfen die Menschen mit klarem Blick sich nicht selbstgenügsam abseits der Politik' sonnen. Treitschkes Wort gilt heute mehr denn je: „Die Moral muß. politischer werden, wenn die Politik moralischer werden soll, d. h. es müssen die Moralisten erst erkennen, daß man das sittliche Urteil über den Staat aus der Natur und den Lebenszwecken des Staates und nicht des einzelnen Menschen schöpfen muß. Dann wird ihnen auch das politische Leben unendlich moralischer und sittlicher erscheinen.“ Illusionen in der Politik sind immer gefährlich: und die Jugend neigt zu Illusionen. Aber weshalb sollten sich die Erfahrenen 'für so schwach halten müssen, daß ihnen das xm 1,62 kostet die „Jüdisdizlikecale [Zeitung" einschl.' Zustellgebühren lüc ein Vierteljahr. Zwischen dem 15. und 25. Qezem&ec kassiect der "Postbote die Qebühren für das 1.Quartal1933 ein. yhirrfieJFififjisfin'j-derJjPpstguittHnQ^fwcjArtfistet pünktliche undtegelmähigeZustetlungdecZeitung. Befreiungswerk der Jugend von dem Blendwerk der Illusionen nicht gelingt? Jugend besitzt aber vor allem die Urkraft des Idealismus, den ungebrochenen Willen zur Gestaltung des Weltbildes aus geistigem Sehnen — und darauf kann die Politik nicht verzichten. Ja, trotz aller daraus entstehenden Gefahren, muß man sagen: lieber irrender Idealismus als er- ■ töteter, als nur noch nach Nützlichkeit gestaltete Politik. Irren- - der Idealismus kann geleitet werden, ertöteter Idealismus erwacht nicht mehr zum Leben. Wie also soll Jugend in der Politik wirken? Sie soll die Grundlagen des öffentlichen Lebens lernen, dann erhält sie die Möglichkeit und die Verpflichtung zur Verwirklichung. Wer im Traum ein Haus zu erbauen vermag, der ist im Leben der Wirklichkeit noch keineswegs dazu imstande: hier ist die Grundlage der Leistung die Kenntnis. Aber die Jugend er-, halte sich auch die Blütenträume, obwohl sie nicht alle reifen. Nur sehe sie aus der Natur, daß nicht alle Blüten gleichen, und daß die Schönheit des Lebens in der Mannigfaltigkeit und nicht in der Uniformität beruht. Auch die jüdische Jugend soll nicht voll Resignation, diesem entsagenden Kopf-hängen-Lassen, abseits bleiben. Sie soll sich ihr Recht erkämpfen, erkämpfen, wenn nötig, in einem neuen Kampf um die Emanzipation. Sie soll die Zukunft mit gestalten, weil sie Zukunft in. sich.trägt,-die zur Gestaltung drängt Ihr sei hier ein Wort gesagt, das vor jnehr denn, einem Jahrzehnt Walther Rathenau Deutschlands Jugendzunef: „Beginnt ihr zu zweifeln und fühlt ihr" euch Im Kampf ermatten, so erfüllt euch mit dem Bilde des ragenden inneren Deutschland, das wir im Herzen tragen, des Landes der Wahrheit, der Treue, der Geistigkeit, der Innigkeit, des reinen Glaubens; tränkt und sättigt euch mit diesem Bilde und blickt um euch. Seht ihr dann noch das kreischende, gierige Werben, i!$ „rAMILIINSeHtTZ-x Erste jüdische Familienversidierung auf gemeinnütziger Grundlage Empfohlen durch: Den Rat des Preußischen Landesverbandes Den Rat des Bayrischen Landesverbandes Den Vorstand der Jüdischen-Gemeinde zu Berlin Den Jüdischen Frauenbund -Den Reichsbund Jüdischer Frontsoldaten usw., usw., uiw. ■’ Niedrige Monaflbeiträge, hohe Leistungen, günstige Bedingungen Verlangen Sie unser Angebot! FAMILIENSCHUTZ GemalnnQfzIgar Varaln für Hlnterbllebanenfanorg« d«r Mltgll«fir JQdisdiar Gemeinden e. V. Berlin-Charlottenburg2, Kantstralje <58 Telephon: J t Bismarck 1065 die vergifteten Genüsse, die zynischen Gestalten der frechen List und der brutalen Schaustellung, die unwürdigen Gebäude und barbarischen Schaustücke: daunhat das neue Reich das alte noch nicht überwunden, und der- Kumpi geht weiter.“ Es liegt Tragik in der Anwendung dieses Wortes eines jüdischen Deutschen, der von dem ..erwachenden" Deutschland gemeuchelt wurde.-auf die jüdische Jugend Deutschland.*. Aber von dieser Tragik kann die deutschen Juden keine Fata Morgaua befreien. Und im letzten ist es die Tragik alles Judeseins. An diesem Judesein soll die jüdische Jugend auch li-slhalten allen Verlockungen zum Trotz, die heute einesse- oder gar antireligiöse, kommunistische Lehre der lat ihr verzeichnet. Gewiß haben die konkreten Gebilde der Religionen, die Kirchen und Gemeinden, nur zu oft in der I.eheuspraxis versagt. . Halsen sie Bestehendes trotz der Mängel toleriert, sich, mit der Reaktion statt mit dem Fortschritt verbunden, Haß und Feindsehait gesegnet, statt Gerechtigkeit. Frieden und Versöhnung zu fordern. Aber wer nach 'Wahrheit strebt mul - nicht um eines Dogmas willen-die Dinge auf den KopTzii stellen trachtet, der kann den Grund (iir all das Irren nie und nimmer in der Religion finden, er muß ihn vielmehr in dem Mangel an Religion, in der zu geringen Religiosität auch zahlreicher Kirchengläubiger erkennen. — . Nichts ist verfehlter, als das Werk, das heule in SowieJ- Rußlaud errichtet wird, verkleinern zu wollen. Das Piepsen von Spatzen wird. niemals- Tatsachen aus der Welt schaffen. Aber so viel ist gewiß, muß gerade dem gewiß sein, der den unseligen Bruderkampf in der deutscheif Arbeiterschaft kennt: alle materiellen Lcbensverhessernngen sind ungeheuerlich wichtig, entscheidend aber für das Werden einer neuen Menschheit sind ihre geistigen Grundlagen. Die aber sind nie und_ nimmer nur eine von der ökonomischen Lage abhängige Funk--.,. * tion. Man sehe doch, wie in allen Klassen und Gruppen sich' Wille zur Gewalt, zur Unterdrückung, zum Niclit-geltcu-Lassen anderer findet. Oft sind die Vorzeichen verschieden, aber im tiefsten gleicht sich der Ungeist. Soll.ein Bau von Bestand sein, so muß er auf dauerhaftem' Fundament rulien. Das aber gibt-die Religion. Sie nur gewährt das Wissen -von der Einheit, von dem Ewigen, von der Ebönbiidlichkeit des Menschen zum göttlichen Bildder Vollkommenheit. von der üottcskindschaft aller Menschen und ihrer-Aufgabe, nach der Vollkommenheit zu streben. Sie nur gibt den unerschütterlichen Glauben an den Sieg des Guten, den Glauben, der nicht schwankt im Geschehen des Alltags. Au! diesem Fundament haue die jüdische Jugend, mag sie dett Bau wie immer gestalten. Dann wird sie ihrer Aufgabe in der Gegenwart gerecht werden, dieser Aufgabe, die fordert: Schaffung der Religion der Tat. Bekenntnis der Jugend zur Gemeinde. Vou.Arfred Hadra. Jugeiidgciucinschaft .der Jüdischen Rcfurmgemeiitde. Jeder Jugendliche, mag er gesonnen sein, wie er will, hat seine Idee, die er verfolgt, und hat sein bestimmtes Ziel, das er sich gesetzt hat' So ist es'im öffentlichen Leben, in dem der junge Mensch sich betätigt'so ist es hei uns im Judentum. Und wie draußen, so bedarf, auch bei tuts die Jugend der Unterstützung durch die.ältere Generation. Es darf nicht sein, daß, wie es heute leider öfters geschieht, mancher Jugendliche meint, das, was uns von unseren Eltern gesagt wird, habe keine Gültigkeit mehr für uns. wir wissen cs allein ’ besser. Wäre es so, dann könnte man alles, was von den - Generationen vor uns aufgebaut wurde, Zusammenhalten, und jede Jugend müßte von heuern anfangen; zu welchem Zwecke aber lebte denn eine-jede Generation, wenn das von ihr Geschaffene nachher nicht anerkannt wird? Das bedeutet nicht, daß nun alles, was uns überkommen, verwendet werden solle,, aber das Gute soll man hcrvorhchcn und weitertragen, und auf dem sollen wir aufbaucn. So braucht jeder einzelne Jugendliche in seinem Leben die Unterstützung seiner Eltern,-so braucht auch jede Jugend— gcmeinschaft dje Unterstützung der Acltercn. Wir als Berliner jüdische Jugend benötigen aus diesem Grunde die tatkräftige Mithilfe der Berliner Gemeinde, und wir begrüßen daher afle Einrichtungen, die für die Jugend geschaffen sind und werden. Ueber manche von diesen mag man geteilter Ansicht sein — ich erinnere nur an die_.Einrichtung des .jüdischen. Sportplatzes a-; die'HüiiplsücIitf fst.~ iÖßfüberhaupf „etwas für die Jugend geschieht — . '* - ia! , " TSuizTtirrz'^öimicrtfie Arrfmerlrkamkeit auf 'einzelne Zweige. ’ der Jugendarbeit unserer Gemeinde gerichtet werden. Es bestehen Erwerbslosenheime in der.August- und in der Weltlauer Straße. die leider durch die riesige Arbeitslosigkeit mehr als überfüllt sind. Gern kommen die Jugendlichen in diese Räume, sie werden dort aus dem Getriebe des Alltags Iterausgerissen und hängen nicht so sehr den trüben Gedanken nach, was ihnen der morgige Tag bringen mag. Es wird dort gebastelt, Kurse auf den verschiedensten Gebieten werden unter fachmännischer Leitung abgehaltcn. Theater werden mit verbilligten Karten gemeinsam besucht, große Wirtschaftsuntcrnehmen und Museen werden besichtigt' und zahlreiche Ausflüge werden veranstaltet Audi wird die erwerbslose jüdische Jugend im. freiwilligen Arbeitsdienst verwendet; zu diesem Zwecke steuert die Gemeinde wöchentlich für jeden Jugend-“ liehen 1.20 RM bei und das zuständige Arbeitsamt 9 RM, so Mao Sonntag, den 11 .Dez., vorm. 1130 Uhr Synagoge Prinzregenfenstra&e 69/70 Pr. Ludwig Holländer „Worum sind und ‘ wir Juden?" Orgel ood Chor Eintritt frei! Vorsianil der jDdisctieD Gemeinde i 43