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Jüdisch-liberale Zeitung · 1932-12-01 · 17 (1.12.1932) · page 4

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Journal
Jüdisch-liberale Zeitung
Volume
12 (1932-1933)
Issue
17 (1.12.1932)
Date
1932-12-01
Page
– (sequence 4)
Language
German
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daß sich ein Wochenverdienst von ca. 10 RM ergibt. Be-. schäftigung findet diese Jugend auch noch-in den Wohlfahrtsämtern und in der. Kleiderkammer. Diese Aufzählung könnte noch sehr lange fortgesetzt werden, aber wir ersehen daraus schon, daß die Gemeinde alles tut, um die Jugend, die von der Not der Zeit betroffen ist, zu versorgen. Was leistet nun die Gemeinde für den Teil der Jugend, der noch in der glücklichen Lage ist, Beschäftigung zu haben? Hier ist in erster Linie die Schule der jüdischen Jugend zu nennen, die im Schulhaus Auguststraße ihre Zusammenkünfte hat Sie will der Jugend auf allen Gebieten jüdisches Wissen vermitteln. Leider aber besucht die jüdisch-liberale Jugend. die Schule sehr wenig, und so dürfen wir uns nicht wundern, wenn sie eine bestimmte Tendenz verfolgt, die uns nicht genehm ist. Darum rufe ich hierdurch dje jüdisch-liberale Jugend au/, sich aktiv an dieser Arbeit zu beteiligen. Noch auf vielen Gebieten wird der Jugend geholfen. Die Gemeinde läßt sich z.B. sehr angelegen sein, die unorganisierte Jugend zuArbeits- ' kreisen zusammenzuschließen, um sie für die Jugendarbeit zu interessieren. Außerdem unterstützt sie die Jugendgemeinschaften an’ den einzelnen Synagogen, sie gewährt Jugendvereinen, die für ihre Veranstaltungen Räume mieten müssen, Mietszuschüsse und vieles andere mehr. -In aller Erinnerung ist nocli die Sammlung, die für das jüdische Kind veranstaltet wurde. Durch die Einnahmen aus dieser Sammlung sind etwa 2000 Kinder im letzten Sommer verschickt worden. Aus alledem ersehen wir, daß die Gemeinde die Arbeit der Jugend eiirigst fördert, und wir sind der Gemeinde dankbar für alles, was sie für uns schafft. Ich hörte vor einigen Tagen, daß in der Oranienburger Straße das schon so lang ersehnte Jugendheim .eingerichtet werden sollte. Wir freuen uns über diese Einrichtung und werden dieses Heim häufig besuchen. ” . Wir bekennen uns als jüdisch-liberale Jugend zur Gemeinde und hoffen, daß sie uns weiterhin so fördern wird wie bisher. Dann ist mir nicht bange darum, daß die Jugend, die jetzt heranwächst, würdig ist, das Erbe anzutreten, das uns überkommen ist. ..Was du ererbt von deinen Vätern hast, erwirb es, um es zu besitzen." Hilfe durch „Die Hilfe".' - - Ein interessanter Bericht. _ Die „Jüdische Telegrafen-Agentur (J.T. A.)-verbreitet folgenden bemerkenswerten Bericht: Die „Hilfe“, Versicherungsverein a. G. für Mitglieder jüdischer Gemeinden des Deutschen Reiches“ (Berlin N24. Oranienburger Straße 1) zählt nach zehnmonatlicher Tätigkeit ca. 5200 Mitglieder. Trotz der schwierigen wirtschaftlichen Verhältnisse hat sich der Verein glänzend entwickelt und war in der Lage, an den Preußischen ^Landesverband jüdischer Gemeinden und an jüdische Gemeinden und Organisationen, die mit ihm einen Empfehlungsvertrag abgeschlossen haben, größere Summen für ihre Wohlfahrtseinrichtungen abzuführen. Der Gedanke des Versicherungsschutzes für den Sterbefall findet in jüdischen Kreisen immer größeren Anklang.. Zufallsangebot Unfallshalber Heisch-, Aufschnittu. Gefifigelgeschäfi (Berlin, Hansovieriel) ca 30 Jahre bestehend, 80 RM Miete, fOr nur 2500 RM sofort, spfiiestens zum 1. April 1933 za verkaufen. Anfragen erbetenlinter M. 2611 an di< - Jüdisch-liberale Zeitung, Berlin SU/11 ■ f A „ndmedCharlotte Mecklenburg Apotheker Rudolf Friedlaender Verlobte „Chemnitz Charlottenburg Berlin-Lankwitz Dehlmannsir. 32 Langkofelweg 7a November 1932 - J Voll tiefen Schmerzes geben wir Kunde von dem am 27, d. M. nach langem Leiden erfolgten Heimgange unseres lieben Kollegen und Freundes, des Professors Dr. med. Carl ^Marcus. Als an ihn der Ruf zur Uebernahme des Amtes eines Kurators der Kommerzienrat Fraenckel’schen Stiftungen erging, war es für ihn, der tief im Judentum verwurzelt war, eine selbstverständliche Pflicht, mit uns an der Erfüllung der Aufgaben zu arbeiten, die die von uns betreuten Stiftungen namentlich in der schweren Zeit der Gegenwart an uns stellen. Förderung der Wohlfahrt seiner Glaubensgenossen und der Andersgläubigen war ihm ebenso Herzenssache wie tätiges Interesse an dem Blühen der jüdischen Wissenschaft. Mit der ihm eigenen Frische des Wesens meisterte er die an ihn herantretenden-Fragen. War es ihm leider nur wenige Jahre vergönnt, seines Amtes zu walten, so hat er sich doch durch sein Wirken lind seine' Gesinnung ein dauerndes Denkmal gesetzt Aus der gemeinsamen Tätigkeit hat sich zwischen dem Heimgegangenen und uns ein Bund wahrer Freundschaft entwickelt. Auch hierfür werden wir ihm stets dankbar sein. Breslau, den 28. November 1932. Siegbert P e i s e r Hans K-o b e r Kuratoren d. Kommerzienrat Fraenckel’sdben ^Stiftungen. Nach schwerer Krankheit verschied der Kurator der Kommerzienrat Fraenckel'schen Stiftungen Herr Professor Dr. Carl Marcus. Nachdem er Jahre hindurch dem Verein der Freunde des jüdisch-theologischen Seminars angehört hatte, trat der Heimgegangene in das Kuratorium der Fraenckelschen Stiftungen ein. Aus tiefer Verehrung für die religiöse und kulturelle Tradition des Judentums stellte er sich mit der ganzen Kraft seiner Persönlichkeit in den Dienst unserer Hochschule. Wir alle fühlten, mit welcher Herzlichkeit, Vornehmheit und Treue er der Unsrige geworden war. Sein Andenken wird in unserem Kreise unvergessen bleiben. Das Dozentenkollegium des Jüdisch-theologischen Seminars - (Fraendcel'sche Stiftung) Wissen Sie schon, daß Lady Erleigh, die Tochter des Lord Melchetts (Sir Alfred Monds), die hier in Berlin vom Keren Hajessod und einigen mehr oder minder religiösen jüdischen Führern . mit großem Tam-Tam öffentlich empfangen und begrüßt wurde, s. Z. in London in einer christlichen Kirche getraut worden ist und ihre Kinder ohne jede Verbindung 4 mit dem Judentum aufwachsen läßt? daß die Bezirksgruppe Berlin-Westen des Jüdischen Frauenbundes es für richtig gehalten hat, Frau Tilla Durieux, deren große Künstlerschaft hier nicht angezweifelt werden soll, die aber bei der Eingehung der Ehe mit dem „katholischen“ Generaldirektor Katzenellenbogen aus dem Judentum ausgetreten ist, zu einem Vortrag auizufordern? daß am gleichen Tage, als Adolf Hitler zwecks Besprechung mit dem Reichspräsidenten nach Berlin gekommen und im Hotel Kaiserhof sein ebenso zahlreiches wie lautes und betriebsames Heerlager aufgescfilagen hatte, die Jüdische Altershilfe im Hotel Kai.serhof ein Wohltätigkeitsfest veranstaltete? daß der vor zehn Jahren vom Reichspräsidenten Ebert wegen antisemitischer Umtriebe verbotene „Deutschvölkische . Schutz- und Trutzbund“ in mehreren deutschen Ländern Wieder zugelassen ist? daß kürzlich in London eine Parade der jüdischen Frontsoldaten stattfand, an der über 4000 ehemalige jüdische Soldaten teilnahmen? daß das jüdische Wohlfahrtsamt in Amsterdam für das Jahr 1931 ein Defizit von 119 556,— holländischen Gulden aufwies und daß das Defizit für ■1932 auf 46 500 hfl geschätzt wird? daß Else Lasker-Schüler mit dem Kleistpreis 1932 ausgezeichnet worden ist? Aus der Bewegung Berlin. (Liberale Synagoge Westend.) Am Sonntag, 23. Oktober, fand unser Simchasthauro-Gottesdienst statt, der, wie alljährlich, neben einer großen Zahl von Erwachsenen über 100 Kinder zu unserer Andacht rief. Der Tag erhielt noch dadurch seine besondere Weihe, daß die Kinder Ruth und Ilse unseres ersten Vorsitzenden, Dr. Alfred Caro, eingesegnet wurden. Die Festpredigt hielt Herr Rabbiner Dr. Gallfner, als Kantor fungierte Herr Lichtenstein. Der schöne . Verlauf der Feier hat sicherlich dazu beigefragen, unseren Bestrebungen neue Freunde .zuzuführen. * Mit Rücksicht auf den besonderen Charakter dieser Jugendnummer mußten die Berichte über die Veranstaltungen der Ortsgruppen der Vereinigung für das tiberale Judentum in verschiedenen Gemeinden des Reiches sowie des Liberalen Vereins für die Angelegenheiten der jüdischen Gemeinde zu Berlin zurückgestellt werden; sie folgen ln der nächsten Nummer. BERLIN Empfehlenswerte j8 eaugsqueUen BERLIN | J. SCHOPKER . TISCHLERMEISTER WERKSTATT FÜR GUTE MÖBEL U. INNENAUSBAU BERLIN SW29, ZOSSENER STRASSE 10 BERGMANN 277 •Uürgereteige) Finanzierung von Hausrepanluren Robert Wolf er. Kurfflrstendajnm 163, Tel. H 2 Uhland 565 II [ Apotheken lalernalionale ApottiBKe Palast-Hotel /- Potsdamer P Tel.: A 2 Flo.. 2223 A 1 1 frei Haus | Asphaltierung Humböldtztr. 36. Tri. 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