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Jüdisch-liberale Zeitung · 1932-09-15 · 12 (15.9.1932) · page 5

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Journal
Jüdisch-liberale Zeitung
Volume
12 (1932-1933)
Issue
12 (15.9.1932)
Date
1932-09-15
Page
– (sequence 5)
Language
German
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jjustizraf^E^OskairFran^enJ Man soll mit dem Wort „unersetzlich“ nicht unvorsichtigumgehen. Wenn aber je dieses Wort Berechtigung hatte, so hier, wo es gilt, einige Worte ehrenden Andenkens dem langjährigen Vorsitzenden der SynagogengemeindeJ Aachen zu sagen, durch dessen am 8. September nach langer, tückischer Krankheit erfolgtes Hinscheiden die Aachener Gemeinde einen, so weit man voraussehen kann, wirklich unersetzlichen Verlust erlitten hat War doch Dr, Francken ein Gemeindeleiter, der nicht nur rein verwaltungsmäßig seine Gemeinde in'Ordnung hielt, sondern auch ein Mann, der für einen Laien seltene jüdische. Kenntnisse besaß und allen jüdischen . Fragen ein nie ermüdendes Interesse entgegenbrachte. Von der kleinsten Steuerabzugsfrage bis zu den großen Problemen, des Judentums beherrschte er die Materie in so bewundernswertem Maße, daß, wenn es eine Schule für Gemeindeleiter gäbe, man ihn hätte zum Lehrer an.ihr ernennen müssen. 1 : Mit diesen gründlichen jüdischen Kenntnissen, mit denen er seiner Gemeinde seit 1906 als Mitglied des Vorstandes, seit 1919 als Vorsitzender des Vorstandes opferbereit (diente, verband sich ein Interesse für diese Arbeit, das grenzenlos genannt werden muß. Die jüdische Gemeinde war der Sinn jnd Inhalt seines Lebens, erst im Abstande kamen für ihn seine, eigenen Familien- und Berufsinteressen. Auf dem mehrmonatigen Krankenlager galt seine Sorge nicht sejner Krankheit, sondern seiner Gemeinde. Es kann nicht wundernehmen, daß Dr. Francken bei solpher Führung sein und (seiner Gemeinde Ansehn mehrte, und wenn Aachen in der jüdischen Oeffentlichkeit den Ruf hat, eine der bestverwalteten Gemeinden Deutschlands zu sein, wenn es ihr z. B. möglich ist, bis heute ihren nicht kleinen Etat mit einem Steuersatz von 8 Prozent zu decken, so ist es das Verdienst der musterhaften Verwaltung Dr. Franckens, seiner Umsicht und seiner klugen Leitung. Dieser Ruf trug seine Früchte auch für die weitere jüdische Oeffentlichkeit: bald nach der Gründung des Preußischen Landesverbandes fiel die Sachkenntnis Dr.Franckens so auf, daß man ihn zum Vorsitzenden des Haushaltausschusses und zu dessen Berichterstatter im Plenum wählte. Schon während der letzten Verbandstagung im April d. 1 J. wurde sein kluger Rat und sein liebenswürdiges Wirken schmerzlich vermißt - ' f | Dr. Francken war der Typus des liberalen Juden, wie wir der liberalen Bewegung recht viele wünschten: eingesessener Rheinländer von vielen Generationen her, Deutscher mit heißem Gefühl für sein Vaterland; allem Jüdischen pietätvoll verbunden, an den Traditionen jüdischen Brauchtums eher konservativ festhaltend, in allen entscheidenden Grundfragen jedoch freizügig und freisinnig. j Seine hervorragenden menschlichen Eigenschaften gipfelten in seiner Friedensliebe; selbst ein ausgeglichener Mensch, verstand er es, ausgleichend auf andere zu wirken. Insbesondere verlieren auch die Beamten der Aachener Gemeinde in Dr. Francken einen warmherzigen Gönner, der sich nicht auf die notwendigen amtlichen Beziehungen beschränkte, sondern an allen Sorgen und Freuden in persönlichem Verkehr freundschaftlichsten Anteil nahm. - Die jüdische Gemeinschaft hat einen wertvollen Führer verloren. Möge das Andenken dieses Mannes ein Segen sein für seine- Gemeinde und das Judentum!! -lt: Aus den Gemeinden Berlin. (Persönliches.) Am 16. September begeht einer unserer ältesten Vorkämpfer und Mitbegründer der Vereinigung für das liberale Judentum, Herr Louis BlumenthaC in Cbarlottenburg, seinen 70. Geburtstag. Dem bewährten Freund herzlichste Glückwünsche! | _ Chemnitz. (Eine Frau hält eine Traueransprache auf dem Friedhof.) Hier verschied Frau Berta Beck, eine durch Wohltätigkeit lind tiefe Gläubigkeit besonders ausgezeichnete Frau. Sie war (früher über 20 Jahre lang die Präsidentin der Schwesternvereinigung der hiesigen Saxonia-Loge ,UOBB und hat als solche) nicht nur der Vereinigung ihren Stempel aufgedrückt, sondern auch eine Anzahl Institutionen ins Leben rufen helfen. An ihrem Sarge sprach außer dem Rabbiner auch die jetzige Präsidentin der Schwesternvereinigung, Frau Rahel Fuchs. Es war das erste Mal, daß eine Frau hier auf dem Friedhof und überhaupt bei einer religiösen Feier sprach. Abgesehen yon dem Inhalt ihrer Worte machte, schon der Umstand, daß eine Frau in frauenhafter Weise sprach, einen tiefen Eindruck auf alle Teilnehmer der Trauerfeier. — Am selben Tage vyie Frau Beck wurde auch Herr Josef Weber bestattet, den greise Ehrenvorsitzende des Vereins Einigkeit, der zweimal, zusammen etwa 20 Jahre lang, den Vorsitz dieses Vereins geführt hatte und in dieser Zeit dem Verein ein geistiges Gepräge gegeben. hat Dresden. (Bedeutsames Heimjubiläuin.) Das zehnjährige Bestehen des im Ferienheim der Fraternitasloge zu Oberrochwitz betriebenen Erholungsheimes des UOBB Logenverbandes gab Gelegenheit, mit den!Gästen des Heims Brüder, Schwestern und Freunde der Loge! in einem glänzend gelungenen Gartenfeste zu vereinen. Wetterglück und die Seltenheit solcher Feste hatten einen Massenbesuch zur Folge. Dfe in jeder Weise vorzügliche Ausgestaltung durch die Herren Max Lesser und Baumeister Brauer bewirkte.) daß trotzdem jeder einzelne. Alt wie Jung, in Spiel, Tanz, Kunstgenüssen volle Befriedigung bis-hinein in die späten Sommerabendstunden' fand. Einleitend gingen ganz ungezwungen auf buntgeschmücktem Rasen einige Begrüßungs-, Glückwunsch- und Dankansprachen vonstatten, so von Frau Elli Lesser (Prolog), Herrn Rabbiner Dr. Wolf als dem Präsidenten : der gastgebenden Loge. Frau Minna Schwarz (die auch für ihre Person gefeiert wurde, ebenso wie man in Wehmut! Ernestine Eschelen Wfcrt ma :ede >t-. Lc ge bachers gedachte) und Frau Cilly Neuhaus, der Delegiert des Schwesternverbandes. Neben dem hohen ideellen dieser geselligen .Veranstaltung ist auch ein sehr gutes rielles Ergebnis zugunsten der seit vielen Jahren außero lieh segensreich wirkenden Ferienkolonien der Dresdner zu verbuchen. Geseke. (Todesfall.) Herr Julius Schild. VorJtel der Repräsentanten-Versammlung, ist im Alter von 71 ren verschieden. Ueber 25 Jahre hat er sich mit Kienjie und Tatkraft für die Interessen der Gemeinde eingesetz vor dein Kriege auch lange Jahre als Stadtverordneter Allgemeinheit wichtige Dienste geleistet. Göppingen.. (A m f s j u b i I ä U m.) Rabbiner Dr. 1 än^er beging am 1. September sein 25 jähriges Jubiläum al: Gemeinderabbiner in Göppingen. Dr. Tänzer ist als Mitai DClter an vielen jüdischen Zeitschriften allgemein bekannt Alt raler Rabbiner gehörte er 1912 zu den Unterzeichner „Richtlinien“. Bad Klsslngcn. (RabbInerwahI.) Nachdem bisherige Rabbiner mit Wirkung, ab 1. Juli d. J. pensianin worden Ist, wurde Herr Rabbiner Dr. Ephraim aus reppach nach Bad Kissingen berufen. 3uig- Am 8. September d. J. verschied der Vorsitzende unseres Vorstandes, Herr Rechtsanwalt - Justizrat Dr. Oskar Francken im 64. Lebensjahre. Der Verstorbene gehörte seit 1906 dem Vorstande der Synagogengemeinde an und war seit 1919 dessen Vorsitzender. Ausgestattet mit hervorragenden Gaben des Herzens und-Geistes, durchdnmgen von tiefster Religiosität und begeistert für das Judentum, leitete er mit vorbildlicher Pflichttreue, größtem Verantwortungsbewußtseln und einer seltenen Selbstlosigkeit , die Verwaltung der Gemeinde. Seine stete Hilfsbereitschaft, sein liebenswürdiges, ausgeglichenes und Immer auf Ausgleich bedachtes Wesen erwarben ihm Wertschätzung und Verehrung weit über den Kreis der Gemeinde hinaus. Sein Tod bildet für uns einen unersetzlichen Verlust. .Dankbare Treue wird das Andenken an ihn und sein segensreiches Wirken bei uns nicht erlöschen lassen. Der Vorstand and die Repräsentanten der Synagogengemelhde Aachen. £*np4eMensuiecte $ezugsque£leu | Bücherrevisoren II W- HEISER 'Treabui-Blditttnisit, Sttinn-htadnUst. (Hb.laijikr.ftgkuist iltatATmlml-ItaltallJL-ü. Fernsprecb-AnschlaB; F 6 Bärwald 7850 Berlin SW 61, Urbanstraße 171b Slelnholzlegerel „Cito Paul SdirSder Reparaturen preiuwert- 8016, UldiaaUdMbpUtsSS Telefon F 7 JaaQOwitx4236. 30-jihr. Praxi* I Dachdecker Gustav Dornieden Baua. Dackdeckungsgesctiäft SV 61, Bamther Straße 6 TeL: F 5 Bergmann 9018 Emst Grüner . Dachdeckermeister ■ Berlin N 54, Kl. Rosenthaler Str. 11 Telefon: Dl Norden2611«Ausführung •11er Dachdeckerand Klempnerarbeiten | . Jalousiefabriken ~f Dacharbeiten aller Art fahrt aus Will&elmlseiiz Dachdedcennelsler Berlin N 20, Grunthaler Sfr. 30 Telefon: D 4 Humboldt 5889. Jalousien, Rolladen Neuanfertigung, Reparaturen, Qualitätsarbeit billigst if. schnellstens Ferdinand Bergenroth Bln.-Llchteaberg, Frankfurter. Allee 101 Fernspr.: E 8 Andreas 8358 J. 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