Jüdisch-liberale Zeitung
- Journal
- Jüdisch-liberale Zeitung
- Volume
- 12 (1932-1933)
- Issue
- 9 (29.7.1932)
- Date
- 1932-07-29
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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- Botho Laserstein 2× ep/1027214
- Karl Kraus 2× ep/1025266
- Ludwig Börne 2× ep/1005809
- Alfred Kerr 1× ep/1025227
- Bethel Henry Strousberg 1× ep/1003794
- Elberfeld 1× ep/1047889
- Jakob Wassermann 1× ep/1005248
- Ludwig Fulda 1× ep/1026697
- Max Liebermann 1× ep/1025314
- Mohel 1× ep/1006163
- Moritz Julius Bonn 1× ep/1025928
- Sholem Asch 1× ep/1000021
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- werden Brandenburger, Preußen, Deutsche.. Die fürsti liehe Huld beschert ihnen Schulen und Kirchen; Obwohl sie jahrzehnte-, ja jahrhundertelang an ihren Sitten '■und Gebräuchen festhaiten und mit Stolz auf ihre Abstammung hinweisen. Die Juden aber stehen vor dem Tor der Gemeinschaft. Denn sie werden) nicht eingedeutscht. Sie schwejgen ergeben. Sie dulden ihr Schicksal trotz ihrer Leistungen für die neue! Heimat. -!‘ Die' deutsche Schwerindustrie am Rhein und an der Ruhr ist ohne jüdische Mitwirkung entstanden. Aber stehen den Krupp und Kirdorf, den Stumm und Stinnes i Männer wie die Caros, die Huldschinskys, die _ Friedländers nach, die aus Oberschlesien das zweite _ deutsche Ruhrrevier geschaffen haben? Mußnicht neben dem Unternehmen August Borsigs das Werk Lu)dwig Loewes genannt werden, der als erster in Deutschland die amerikanische Präzisionsmechariik ein- . geführt! hat? Neben den Henschels und Hofmanns die Gründung Benno Orensteins und Arthur Koppels, als eine der ersten deutschen Lokomotivfabriken? Die Ent- Wicklung des deutschen Eisenbahnwesens ist ohne Henry Bethel Strousberg undenkbar. j Neben Werner von Siemens steht ebenbürtig Emil Rathenau. Er wird der Schöpfer der deutschen' Elektrizitätswirtschaft. Er allein erkennt die wirtschaftliche Bedeutung der geheimnisvollen Kraft der Elektrizität für die Menschheit: So steigt er auf zu den ganz großen Führern der neuen deutschen Wirtschaft. Ihm vergleichbar unter den modernen deutschen Juden ist nur! Albert Ballin, der Admiral der größten Handelsflotte der,, Welt - -Was die Inflation begonnen, hat die Deflation vollendet. iDie Kapitalien sind verschwunden. Die Ersparnisse längst Tfirtgezehrt. Reserven nicht vorhanden. U n aufhaltsam)' schrei tet die Proletarisierung der deutschen Juden fort. Sie müssen! in Reih und Glied mitmarschieren. Denn der Zwang|\nicht-aufsteigen zu können, kennzeichnet das wahre Schicksal des Proletariats. Hinter einer künstlich aufrechterhaltenen Fassade birgt, sich oft bitterste Not. Ist es! nicht so, wie es Jacob Wassermann im „Etzel Andergast“ schildert: „Bürgerliche Wohnungen sind 'eigentlich noch trister, wenn sie sich krampfhaft bemühen! das Gesicht zu wahren. Die abgebauten Beamten,) zugrunde! gegangenen Kaufleute, kleinen Adeligen, die sie innehaben, sind wie . die Nachzügler einer geschlagenen- Armee, die mit schlotternden Knien noch ein bißchen Parademarsch markieren.“" Bilden nicht die Juden heute in Deutsch- -Iahd leine geschlagene Armee.? Das Heer der - Entthronten wird noch vermehrt durch jene, die, durch.Boykottjoder Verhetzung vertrieben, gezwungen sind, [sich ein''neues Leben zu zimmern. Aus den - Dörfern, aus den kleinen Städten läßt man sie ziehen, nur weil sie Juden sind. Mit ihrer ganzen Kraft haben die deutschen Juden am Bau der deutschen Wirtschaft mitgewirkt, haben, Deutschland in harter Arbeit zu seiner i Blüte mitemporgeführt. Denn sie haben dieses 7 Land mit ganzer Inbrunst geliebt, auch wenn es sie als Stiefkinder behandelte. Sie lieben es auch heute in seinem Unglück mit heißem Herzen und mit all der Hingebung und Begeisterungsfähigkeit, die immer jüdisches Erbteil: war. So sind sie nationaler als viele, denen das Wort Vaterland zur Phrase geworden ist. Bisweilen sieht es so aus, als ob ein neues Ml11ela 11er heraufzieht, das die Juden abermals in Knechtschaft und Rechtlosigkeit hinabstoßen will. Gegen;■ diese, falschen Propheten des ■ Deutschtums werden' die Juden ihre Rechte zu wahren wissen. Denn sie glauben, daß es für Deutschland kein. Zurück, sondern nur ein Aufwärts gibt! . — . Aus den Gemeinden Berlin. (Todesfall.) Eine iri_ weitesten jüdischen Kreisen bekannte'Persönlichkeit, Frau Margarete Fried, ist durch das Ableben ihres Gatten, Patentanwalt Dr. Hermann Friedl intiefe Trauer versetzt worden. Mit ihm ist ein Mann von vorbildlicher Charaktergröße und seltener Güte dahingegangen, dem ein ehrendes Andenken gewiß ist. Dresden. (Persönliches.) Am 25.; Juli .vollendete Herr Rudolf Apt sein 50. Lebensjahr.' Herr Apt ist in weitesten Kreisen, und zwar über die Grenzen Dresdens und Sachsens hinaus, bekannt als Vorkämpfer der deutsch-jüdischen und det) liberalen Bewegung; er ist der Vorsitzende der Dresdner Ortsgruppe des C. V. und liberaler Gemeindevcrtreter der Dresdner Kultusgeineiude. Seine jugendfrische und liebenswürdige Art.hat ihm nicht nur viele persönliche Freunde ■gewonnen, sondern kommt auch der von ihm vertretenen Sache stets zugut. Dein treuen*Freunde, herzliche 'Glückwünsche!;! ' ) - ) Elberfeld. (-M u t i gic T a t.) Der lö jährige Schüler Werner Hamm, bjolm des'] Barmer Straße 96 wohnenden Herrn Alfred Hamm, hat;gelegentlich einer mit gleichaltrigen, zum - größten Teil nieijtjüdischen Kameraden in die. Nähe von Zons am Rhein unternommenen Wanderfahrt zwei) seiner Freunde unter Einsetzung seines eigenen Lebens vorn Tode des Ertrinkens aus dem Rhein gerettet. Vom Direktor seiner Schule ist ’ ihm ] vorläufig das nachstehende Schreiben ausgehändigt worden:) i 1 ] . /.Am Sonntag, dem! 10. Juli d. J.. haben Sie bei Zons am Rhhin mit jeigener Lebensgefahr zwei Menschen vom Tode durch Ertrinken -gerettet. Ihre. Tat zeugt‘von Mut und Entschlossenheit und gibt ein leuchtendes Vorbild edler . Nächstenliebe. Die Schule blickt mit Stolz;auf Ihr kühnes Verhalten und I spricht ‘Ihnen hierdurch eine lobende Anerkennung aus. j Gez. Cramer, Direktor.“ Ein ehrendes Zeugnis für die mutige Tat des Jungen und ein Kiddusch haschem, namentlich in der gegenwärtigen Zeit. Frankfurt a. M. (Tra;u erf ei er für Rabbiner Dr. Lazarus.) Am 6. Juli, abends 8 Uhr, fand in der Wesfendsynagoge -eine Gedächtnisfeier für den kürzlich verstorbenen Rabbiner |Dr. Ambld Lazarus statt. Eine stattliche Anzahl’ Gemeindemitglieden füllte das Gotteshaus. Die Feier begann mit dem Gesang „Adonaj moh odomV von dem( Chordirigenten Studienrat Frank Rothschild hach einer alten traditionellen Weise für 2 Stimmen kompo- Jjeiden Kantoren Fleischmann und stimmungsvoll vortrugen. niert,- dän die S chen ermann ■T: Dann hielt Rabbiner Dr. Salzfyerger die Gedächtnisrede. Im Anschluß an das Wort aus den Sprüchen der Väter „Schön ist das Studium der Gotteslehre“ in Verbindung mit weltlichem Tun|| charakterisierte er die Persönlichkeit des Verstorbenen. Der Redner führte aus, daß sich in Arnold Lazarus rabbinische Wirksamkeit mit der Wirksamkeit für die .Gemeinde, Arbeit für das Judentum mit der Arbeit für die größere Gesamtheit und schließlich Deutschtum und Judentum harmonisch! vereinten. Das „Heilig" von Schubert; das der Chor a cappella ergreifend und erhebend Vortrag, beendete die Feier. |) . ' Hamburg. ({[Persönliches.) ‘Am 10. August begeht Herr Ignatz Mandl seinen 70. Geburtstag. Herr. Mandl ist in weiten Kreisen der Gemeinde bekannt. Erst im vorigen Jahre konnte er] sein 45 jähriges Amtsjubiläum am Hamburger Tempel begehen. Den größten Teil seiner Amtszeit, 37-Jahre hindurch, war Herr Mandl zweiter Kantor und führte außerdem alle Kassen-, Buchführungs- und Sekretariatsarbeiten aus. Seit ueunjj Jahren hat Herr Mandl die Kultusiunktionen niedergelcgt und ist seither als Büroleiter des Hamburger Tempelverbandes tätig. Alle diejenigen, die dem Hamburger Tempelverband | nahestehen, wissen, wie untrennbar die Geschichte ' des Tempelverbandes mit der Persönlichkeit, des Herrn Mandl verbunden ist, da sich in ihm keineswegs nur die ältere Generation, die. „Aera Henle“, verkörpert, sondern er vielmehr mit der Gesamttende'nz lind den Aufgaben der [TempelKemeindt aufs' Innigste verwachsen ist. Die Uebercinstimmung. djeser Tendenz mit den Grundgedanken des liberalen Judentums mußte Herrn Mandl zwangsläufig auch in die liberale Bewegung führen, in der er seit Jahrzehnten das. nicht immer dankbare Ehrenamt des Schatzmeisters der Hamburger Ortsgruppe der Vereinigung für das liberale Judentum führt. Es ist uns ein aufrichtiges Bedürfnis, diesem prachtvollen Freunde, dem niemand den Siebziger ansieht, unsere herzlichsten Glückwünsche auch an dieser Stelle auszusprechen. j . Kassel. (Persönliches.) Auf [eine 40 jährige Tätigkeit im Sanitätsdienst blickte Herr Rudolf Nußbaum, der Vorsitzende des Aeitesten-Kollegiums unserer Gemeinde, zurück. Der Jubilar, der seit vielen Jahren auch mit unermüdlichem Eifer dem Israelitischen Krankenpflege-Verein - vorsteht, hat durch die Ernennung zum Kolonnemührer und Ehrenmitglied der Kasseler Ortsgruppe vom Roten.Kreuz wie durch die Verleihung mehrerer Ehrenzeichen die verdiente Anerkennung für sein cliaritatives Wirken gefunden. (i- ■ Köln. (Hohes Alfer.) Das Mitglied der Liberalen Fraktion des Repräsentantenkollegiums, Herr Moses F r a h - ken, beging am 11. Juli seinen 75. Geburtstag. Der Jubilar, der seit vielen Jahren die Köln-Ehrenfelder Filialgemeinde führt, nimmt noch’ immer regsten Anteil an den Arbeiten im jüdischen Leben Kölns. Er erfreut sich wegen seines herzgewinnenden Wesens bei allen, die mit ihm wirken, größter Wertschätzung.- - - | Köln a. Rh. (Todesfall.) Im Alter von beinahe 80 Jahren ist der angesehene Frauenarzt Geheimrat Dr. Apfel ^am 14. Juli verschieden. Trotz schwerer beruflicher Lasten - fand der Heimgegangene Zeit, sich! im jüdisch-öffentlichen Leben zu betätigen. Er gehörte eine! Reihe von Jahren der Gemeindeverwaltung an, leitete mehr als drei Jahrzehnte den Verband Rheinischer Synagogengemeinden und nahm regen Anteil an der Arbeit des DJGB.. zu dessen Mitbegründern er gehörte. Das Haus dieses gütigen, schlichten und von goldnem Humor beseelten Mannes war einst ein geistiger und geselliger Mittelpunkt. 1 Königsberg T. Pr. (S i lberhoch'zeit Kantor- Wollh e i m.) Der Kantor Hermann Wollheim, und seine) Gattin Lisa, geborene Klein, begingen am 23. Juli das Fest der Silbernen- Hochzeit. Kantor Wollheim'. ist eine Persönlichkeit, die innerhalb des jüdischen Lebens der Provinz Ostpreußen an führender Stelle stellt und sich Ansehen und Hochachtung über die Kreise der ostpreußischen Judenheit hinaus -erworben hat. Er wirkt seit Jahrzehnten an der Königsberger Neuen Synagoge als Kantor und gleichzeitig auch als Lehrer sowie als Mohel. In letzterer Eigenschaft ist er fast der einzige in der ganzen Provinz Ostpreußen. Er ist Vorsitzender des Verbandes jüdischer Lehrer.iund Kultusbeamter für die Provinz Ostpreußen und gehört!seit einer Reihe von Jahren dem Repräsentantenkollegium!-, an. Magdeburg. (Dr. Franke nstein 70 Jahre.) -Am 28. Juli begeht der erste Vorsitzende unserer hiesigen- Gemeinde. Sanltätsrat Dr. Emil Frankenstein, seinen 70. Geburtstag. Er ist eine der markantesten Persönlichkeiten; des hiesigen jüdischen Lebens, gehörte längere Zeit idem Preußischen Landesverband jüdischer Gemeinden an, war Präsident der Loge und ist einer der Mitbegründer! der hiesigen Ortsgruppe der Vereinigung für das liberale Judentum. Wir wünschen dem jugendirischen Freunde noch viele Jahre bester Gesundheit zur eigenen'Befriedigung und. zum Wohle unserer Gemeinschaft! ’ |- ) . Nürnberg. (Persönliches.) Am 9. Juli beging) hier Justizrat G a 11 i n g e r seinen 60. Geburtstag. Der Jubilar, einer der Führer des C. V., ist auch ein treues und bewährtes Glied der liberalen Bewegung. Den zahlreichen Ehrungen, die ihm dargebracht wurden, schließen wir uns mit einem herzlichen Glückwunsch an. j Stuttgart (Sitzung des Vorsteheramtes.) iDas Vorsteheramt hielt nach längerer Pause) eine Plenarsitzung ab. Im Vordergrund stand die Beratung über das [ neu errichtete Jugendheim. Obgleich dasselbe bei der Jugend) viel Freude zeitigte, wird von einer ganzen Reihe Steuerzahler diese Neuschöpfung in Anbetracht der wirtschaftlichen Verhältnisse als eine „unbefugte“ Gründung des Vorsteheramtes angesehen. Eine nach dieser Richtung hin schriftlich gegebene Protestkundgebung wurde verlesen und ohne sachliche Diskussion zur Kenntnis genommen, j nachdem festgestellt war. daß sich der Beschluß, die Schaffung eines Jugendheimes zu ermöglichen, im Rahmen der Befugnisse des Vorsteherämtes hält * Aus der Statistik des Jahres 1931! geht hervor, daß in Stuttgart innerhalb der jüdischen)) Gemeinde 29 Eheschließungen vollzogen wurden, im Jahre 1930 waren es 36; leider waren hiervon 18 Mischehen gegen 12 im vergangenen Jahr und nur 8 Ehepaare ließen sich’ kirchlich trauen. IDen 22 Geburten standen 67 Todesfälle gegenüber. Am bedauerlichsten ist die große Zahl von Austritten; waren es im -vergangenen Jahre nur 2, so erklärten 1931 13 Mitglieder ihren Gustav Dornieden ’ . J . I Bau- und Dachdeckungsgeschäft SW 61, \Baruther Straße 6 Telefon:\F5 Bergmann9081. ~Gehr. Friedfflaim, HeKiromoi. Berlin O 34, Heidenfeldsfr. 20 Tel. :j E 3 ’Königsfadf 6349 Elekfromofor-Repäraf. u. Ankerwickelei Lidilu. Kraftanlagen _Nähmasdi.-Mofor. Rundfunkenfstör.; Wissen Sie schm, daß nach Polen nun auch England Maßnahmen gegen die im | Preußischen Landtag beschlossene Entrechtung der Ostj - jeden in Aussicht gestellt hat? - daß die neugegründete nationalsozialistische Partei in Holland, welche in Mussolini ihr Ideal verehrt, dagegen-mit dem deutschen Nationalismus Hitlers nichts gemein haben will,! als dritten Punkt ihres Programms „Strikte Abkehr vom ■ Antisemitismus“ aufgestellt hat? daß sieben junge' deutsche Nationalsozialisten in brauner Uniform, hakenkreuzgeschmückt, das Judenviertel von Amsterdam durcbradelten und jüdische Kaufleute beschimpften, wodurch es zu einem Handgemenge kam, bei dem die nationalsozialistischen Friedensstörer so schlecht abschnitten.. daß sie in; Schutzhaft genommen werden; mußten? . : ' ’ daß auch in Kopenhagen uniformierte Nationalsozialisten, die | einen Aufzug mit Fahnen und „Militärkapelle“ ver- ). anstalteten, in Schutzhaft genommen worden sind? daß Max Liebermann aus Anlaß seines 85. Geburtstages von I der Preußischen Akademie der Künste, deren Präsident I er zwölf Jalirehindurch war. zum Ehrenpräsidenten eri nannt worden ist? - | daß dem Dichter Ludwig Fulda, über dessen 70. Geburtstag die „Jüdisch-liberale Zeitung“ berichtet hat, vom Reichspräsidenten die Goethe-Plakette verliehen worden ist? daß der Frankfurter Privatdozent Dr. jur. Ernst Cohn mit Wirkung vom 1. Oktober dieses Jahres zum persönlichen L Ordinarius für bürgerliches Recht an der Rechts- und- 1 Staatswissenschaitlichen Fakultät der Universität Breslau j; : ernannt worden ist? daß der bisherige Rektor der Berliner Handelshochschule, Pro- | . t'essor Moritz Julius Bonn, für die Ämtsperiode vom | 15. Oktober 1932 bis zum "14. Oktober 1933 abermals zum Rektor gewählt worden ist? daß Dr. A. Z. Idelsohn, Professor für jüdische Musik am j . Hebrew Union College in; Cincinnati (USA.), der als j -Komponist vieler Werke synagogaler Musik bahnbrechend : gewirkt hat und in der Alten und -Neuen Welt einen großen Ruf genießt, kürzlich sein 50/Lebensjahr ’ voll-. [ endet hat? Austritt aus der württembergischen jüdischen Religionsgemeinschaft. Zum Judentum traten zwei Erwachsene über. Im ganzen zählt Württemberg 9500 Juden, Stuttgart davon 4888. — ’ Vom israelitischen Oberrat wurde mitgeteilt, daß die Geimeindeh zur Deckung ihrer laufenden Bedürfnisse die Hälfte i der im Vorjahre von den Gemeindegenossen entrichteten Kult- ) Steuer als vorläufige Zahlung für das Etatsjahr 1932. zu erj heben haben; in gleicher Weise ist auch der im Vorjahre erj hobehe Betrag für Landesumlage von den Gemeindegenossen einzuziehen und an .die Zentralkasse als Teilzahlung der Gesamtforderung. zu entrichten. Diese Maßregel ist vor allem notwendig, damit die Gehälter für die Rabbiner und Lehrer weiiergezalilt werden können. Wattenscheid. (Ableben des Geme.lnde Vorsitzenden.) Nach langer Krankheit .verstarb das ge-; schätzte Mitglied unserer-Gemeinde, Herr Nathan Röttgen. Seit 20 Jahren war er Mitglied des Vorstandes.-seit 8 Jahren Vorsitzender der Synagogengemeinde. Der imposante Leichenzug, der ihn zur letzten Ruhe geleitete, in dem auch die Spitzen der Behörden, Vertreter der katholischen und evangelischen Geistlichkeit neben den Abordnungen der Nachbargemeinden bemerkt wurden, zeugte von . der allgemeinen Wertschätzung des Verstorbenen. Werden. (Ehrung.) Die Gemeinde hat Herrn Samuel Schragenheim, der nach 25 jähriger Tätigkeit als Vorstand und Rechnungsführer sein -Amt niederiegte, in Anerkennung seiner Verdienste um die Erhaltung der religiösen Institutionen zum Ehrenmitglied ernannt Wesermünde. (Hohes Alter.) Am 18. Juli beging- Herr’ Heinrich Kayser, das älteste Mitglied der Gemeinde, seinen 90. Geburtstag. Sechs Jahrzehnte war der Jubilar Repräsentant und Vorstandsmitglied der Synagogengemeinde Wesermünde-Bremerhaven. Bücherschau Dr. Botho Laserstein: „Ludwig Börne oder Die tieberwindung des Judentums.“ Verlag der Bucbhandlimg Richard Länyl, Wien. 1931. 32 Selten, 1,50 RM. Diesel Schrift enthält nicht, wie der Titel vortäuscht, volkstümlich dargesfellt, einiges über Börne, sondern sie ist ein Sammelsurium von Abgeschmacktheiten und Redensarten von einem Verfasser, dem — in intellektueller Hinsicht — die' Lektüre .von Karl Kraus schlecht bekommen ist, dem aber — in stilistischer Hinsicht — eben diese Lektüre-nfehts genützt hat. Dieser Mangel aber wird ausgeglichen durch andere Fähigkeiten; z. B. durch die Fähigkeit, einen gewissen Heinrich Heine einen „großen Feuilletonisten und kleinen Grünkramhändler des Geistes“ zu nennen.1 Durch die Fälligkeit, einen Seitenhieb auf Alfred Kerr zu machen, wie sich das für einen Karl Kraus-Jünger gehört Daß Karl Kraus selber für die Ünverantwortlichkeiten seines Epigonen kaum verantwortlich sein dürfte, sei. der Gerechtigkeit halber hinzugefügt,- auch Ludwig Börne ist. es nicht. Und was die im Titel angekündigte Ueberwindung des [Judentums durch Botho Laserstein anbelangt, so müssen.wir beschämt gestehen: wir haben von diesem zweifellos) geschichtlichen Vorgänge nichts gemerkt. Bitte der nächste Herr! —tz. „Die Gefangene Gottes“, Roman von Schalom Asch. Verlag Paul Zsoinay, Berßn.Prels; Ganzleinen 6 J0 RjM. ) Mit der ihm gemäßen psychologischen Einfühlsamkeit hat in seinem neuen- Roman „Die. Gefangene Gottes“ Schalom Asch ein Frauenschicksal zu gestalten versucht Heinz Marcus lnu. ausländische Parfümerien Engros und Detail Gediegene aparte HOBEL billig und doch gat F.Schoenfeldt Berlin W Potsdamer Straße 90. ■ sämtl. Markenartikel Lieferung frei Haus Berlin - Schöneberg Grunewaldstr. 27, v. hodip. Telefon; B6 Cornelius2680 Beachten Sie Etagel