Jüdisch-liberale Zeitung
- Journal
- Jüdisch-liberale Zeitung
- Volume
- 12 (1932-1933)
- Issue
- 4 (15.5.1932)
- Date
- 1932-05-15
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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Fahrplanaufstelhmg hätten sich Betriebsunfälle ergeben. „Es gibt keinen ernsthaften Volkswirt, der nicht wüßte, daß jede, auch die scheinbar sinnreichste und wohlüberlegteste Organisation der planmäßigen Binnenwirtschaft in ihrem wirtschaftlichen Wirkungsgrad unendlich viel schlechter und in ihrem Kostenaufwand viel teurer arbeiten müßte als das fruchtbare System der natürlichen oder historisch entwickelten Arbeitsteilung.“ Für dieses Prinzip der internationalen Arbeitsteilung gerade in der jetzigen Zeit der. handelspolitischen Verirrung und Zerrüttung wolle die Konferenz wirken. -Zu ähnlichen Schlüssen kam Professor Dr. M. J. Bonn- Berlin, der über die „Kapitalfehlleitungen als Ursachen . und Folgewirkungen der Handelspolitik“ sprach. Infolge der schutzzöllnerischen Handelspolitik fast aller Länder der Erde, so erklärte er, zieht ein Land nach dem andern innerhalb seiner Grenzen Industrien empor, die vom Standpunkt der Weltbelieferung vollkommen überflüssig sind. Aber gerade' diese U.eb erk apazi tat der Industrieanlagen der Erde, die heute das hervorragendste Kennzeichen der Krise sei. habe hauptsächlich in der Handelspolitik ihre Ursache. Die Schutzzollmaßnahmen hätten zu einer Intensivierung mit gepumptem.' Gelde und damit zur Uebersetzung des Finanzmarktes geführt. In den Referaten und den Diskussionsreden versuchte man also nicht nur die Probleme der Handelspolitik im weitesten Sinne zu erörtern; man war bestrebt, die Gründe der Weltkrise zu erforschen' und Mittel zu ihrer Abhilfe zu ersinnen. Professor Lederer -Berlin und Professor Eulenburg-Berlin sprachen über die „Großraü inwirtschaft“. Lederer erklärte die Schaffung der Großraumwirtschaft als kein ökonomisches Problem. Sie führe auch nicht zur ■ Autarkie. Er betonte besonders, daß eine fortschreitende Erschwerung des Außenhandels eine Senkung des Lebensniveaus aller Schichten mit sich bringen müsse. So einig man sich deshalb indem Kampfe um eine liberale Außenhandelspolitik und in dem Bestreben nach der Bekämpfung aller Autarkieströmungen war. so schwer wäre es wohl möglich gewesen, Männer wie z. B. Lederer oder Bonn hinsichtlich der Beurteilung über die zukünftige Entwicklung des Wirtschaftssystems untereinen Hut zu bringen. Trotzdem fand die These Lederers, daß Autarkie nichts mit Planwirtschaft zu tun habe, allseitige Zustimmung. Auch seine Behauptungen, eine vernünftig aufgebaute Planwirtschaft könne sich derjenigen Vorteile versichern, die in der Ausnutzung'der billigen Auslandsarbeit hegen, und die Idee der Autarkie sei nicht aus' plan wirtschaftlichen Gedanken, sondern aus der hemmungslosen Auswirkung beschränkter privater Interessen erwachsen, wurden .vielfach gebilligt. Es ist natürlich unmöglich, an dieser Stelle auf sämtliche Referate oder Diskussionsreden einzugehen. Durch sie sollte versucht werden, drei große Problemkreise zu durchforschen, und zwar die Fragen der Kapitalverflechtung lind des Welthandels, der neuen Wege der Handelspolitik und die der internationalen Handelsorganisation und Handelstechnik. Besonders hingewiesen sei aber noch auf die interessanten Ausführungen von Ernst Kahn-Frankfurt a. M. über die nationalen und internationalen Bevölkerungsprobleme, die von Dr. Curt Nawratzki in seinem Vortrag über den „Einfluß des Altersaufbaus auf das Wirtschaftsleben“ ergänzt wurden. Kahn ist auch in jüdischen Kreisen, durch seine bevölkerungspolitischen Schriften bekannt geworden. Er hast erst vor kurzem die Juden einen „aussterbenden Volksteil“ genannt. Die gleiche Prognose wie für die jüdische Bevölkerung Deutschlands, stellte er in seinem Referat auch für fast sämtliche Völker der Länder des europäisch-amerikanischen Kulturkreises. So kam er zu'dem Schluß, daß gerade der Geburtenrückgang aus dem Mangel an Menschen die Autarkiebestrebungen ad absurdum führen müsse. Im Geiste des echten Liberalismus klang deshalb die Weltwirtschaftskonfercnz mit der Annahme einer Entschließung aus,’ welche betonte, daß „das System der weltwirtschaftlichen Arbeitsteilung und des möglichst freien Handels zwischen den Nationen nicht nur .das wirtschaftlichste, sondern das einzig wirtschaftliche System zur Hebung und Erhaltung der Produktivkräfte, zur Befriedigung wachsender und steigerungsfähiger Konsumbedürfnisse der Welt und aller einzelnen Nationen dastellt."- Es wäre zu wünschen, daß die •Stimmen all dieser Männer von internationalem Rang, die sich hier in Berlin zusammengefunden hatten, um Wege aus der Wirtschaftsnot der Welt’zu weisen, nicht ungehört verhallen. : Abermals zwei Friedhofschändurigen. Kürzlich wurde auf dem Friedhof der jüdischen Gemeinde in Rückingen, Kreis Hanau, ein Grabstein völlig zertrümmert, mehrere Inschriftplatten wurden beschädigt Auf dem Waldfriedhof in Wanne-Eickel wurde die Grabstätte einer jüdischen Familie geschändet An der Rücklehne einer Bank wurde durch Wegschneiden verschiedener Verbindungsstücke ein Hakenkreuz ausgesägt und. die Inschrift „Juda verrecke“ eingeritzt i . mene Ausführungen über die zivilisatorische Mission — Ausdrücke, wie sie zum ehernen Wortschatz aller Kölonialpolitikcr gehören. Hätten die Zionisten'damals den „Charter“ bekommen, so wäre er ebenso wenig wert geweseg und hätte die Konflikte mit den Arabern ebensowenig erspart, wie später die Balfour-Dekläration. Aber der Sultan gab den „Charter“ nicht.' Theodor Herzl sank im Juli 1904 ins Grab, zermürbt von Arbeit und Enttäuschungen, ohne „sein Volk“ nach Palästina geführt zu haben. . . Nicht Herzl und nicht Nordau, nicht die Baseler Kongresse und nicht die Literatengrüppen in den westeuropäischen Metro- - polen haben dem Zionismuszum Aufschwung verholten. Seine Blütezeit, begann erst, als die jüdischen Massen in Osteuropa sich'zu regen begannen. Im russischen Polen, in Weißrußland, in der Ukraine, auch in Galizien und an den Hängen der Karpathen saßen die Nächkommen der im Mittelalter aus Deutschland vertriebenen Juden zu Millionen. Geistig im Banne derreligiösen Orthodoxie, versanken sie wirtschaftlich in immer furchtbareres Elend. Die Unterdrückungsmaßnahmen der verschiedenen Regierungen, die Zwangsansiedlungen in bestimmten Rayons, die Ausschließung aus vielen produktiven' Erwerbszweigen trugen dazu-bei, das. Gros derOstjuden aUf ein ökonomisches Niveau herunterzudrücken, das eine menschenwürdige Lebenshaltung nicht mehr ermöglichte. Gemeinsame Not, gemeinsames Elend, gemeinsam ertragene Unterdrückung können zwei verschiedene Wirkungen auslösen. Sie können entweder ein gemeinsames Klassen-, bewußtsein erzeugen; das sich ^entsprechende politische Aktionen umsetzt Das ist der Weg des europäischen Proletariats gewesen — ein Weg, der gewiß schwer und von Rückschlägen nicht frei war, der aber doch zur Hohe führte. Oder aber es tritt eine, andere Wirkung ein: eine geistige Flucht der Hoffnungslosen . in eine Irrlehre, ein Jagen nach dem Phantom eines vermeintlichen Ideals, das . sich erst später —: zu spät für die Betroffenen — als Täuschung erweist und sie noch tiefer ins Unglück, führt Diesen zweiten, diesen verhängnis- . vollen Weg haben große Teile der Ostjuden .beschritten. Indem sie der zionistischen Irrlehre zufielen, verschafften sie dieser eine Anhängerschaft und gäben dem jüdischen Nationalismus erst ein Rückgrat Gleichzeitig aber, trennten sie sich von Versammlungskalender BerUn-Ober-Nlederschönewelde-JohannlstliaL Liberaler Verein für die Angelegenheiten der Jüdischem Gemeinde zu Berlin E. V„ Bezirksgruppe Ober-Nlederschönewelde-JohannisthaL Sonnabend, 28. Mal, 20)4 Uhr, Im „Restaurant am Sternplatz“ 2. Werbeveranstaltung. Relerenten: Redakteur George G o e t z: „Hebräisch oder Deutsch — ln welcher Sprache sollen wir beten?“ Rabbiner Dr. Manfred Swars e.n s k y: „Jüdische Gemeindearbeit ln der Großstadt“ Für den Unterbaltungstell haben Ihre Mitwirkung zugesagt: Fräulein CharL Lucle Baer, Fräulein Hilde Caspary und die Herren Gerhard Gottschalk; Kapellmeister Martin Epstein. - Gottesdienste Berlin-Norden. Liberale Synagoge Norden. Schönhauser AUee 162. Freitag. 20. Mal, abends 7.15 Uhr: Predigt Dr. van der ZyL — Sonnabend 21. Mal. vorm. 10 Uhr: Knabeneinsegnlmg. Rabb. Dr. Swarsensky. — Freitag. 27. Mal. abends 7.15 Uhr: Predigt L. Mehler. — Sonnabend. 28. MaL vorm. -10 Uhr: Knabeneinsegnung, Rabb. Dr. Swarsensky. Berlin-Osten. Dr. Traubs Hexeneinmaleins! .Aus Eins mach Zehn!“ An diesen Vers aus'derSzen e \fon ab Fausts Verwandlung' mußte man denken, als'neuiith andrer Verwandelter gar seltsammit den Zahlen Ein, Zehn jonglierte. Vielleicht kann man dein Redner nieqtmal vorwerfen, daß er sich selbst gewandelt habe Michael Traub, denn um diesen handelt es sid), sicli immer als Zionist bekannt und ist es geblieben seine Tätigkeit hat sich gewandelt und mit ihr bemejrke werterweise seine Argumentation., Traub ist bekannt seine immense Leistung in langlqhriger Arbeit als üilnei Sekretär der Gesellschaft „ORT“ Abt. Deutschland. D Seilschaft betreibt ihr Aufbau- und Umschiclituugswerk den osteuropäischeniJuden auf völlig unpolitischer Gruiidh Man kann in diesem! Werk ein Werk der Emanzipation giiederung der osteuropäischen .Juden in die. osteuiupi Nationen*'}, man kann darin ein nationaljüdisches Werk kung der jüdischen Substanz“) selten, und nur die .Ges :li wird entscheiden, wer recht hat; Das ist die Stärke „ORT“ und sein Vorzug z. B. vor dem durclt Balfourration und Völkerbundsmaudat auf, den Zionismus festgi Palästina-Aufbau. Mit welcher Grundgesinnung tnat auch dem „ORT“ diene, immer muß es mit dem GI a an die realeiGröße und Bedeutung isc |i ,S.iä Itic In : ll Del! i Jett ti Werkes geschehen, j Daran hat es bisher bei Dr. Tr: üb gefehlt, der, öbschon Zionist; stets erklärt hat, Palästina’kö|ii die Millionenmässen entwurzelter, Ostjudcn doch nicl t auf nehmen, die Produktivierung müsse deshalb in den Ost! Int ern selber erfolgen: die Meinung, Palästina könne für diese,.Alllionenmassen eine Lösung der Judenfrage werden, siji tjare Utopie. j Ub dit si :lm„ lind ein-' Dr. hat ier tsdu ch ’ lalle Gern ter J ge; („Einen - rte les a-- :en aber en es nie ne Liberale Synagoge Osten, Kalserstr. 30. Aula der Mädchenschule. Freitag. 20. Mal, abends 7,30 Uhr: Predigt' L. Mehler. — Freitag, 27. Mal, abends 7.30 Uhr: Predigt Dr. Hlrschberg. Westend. Liberale Synagoge Westend. Lelstlkowstraße 7—8. Aula. Freitag, 20. MaL abends 7.15 Uhr: Predigt Dr. Hirschberg. — Freitag. 27. Mal. abends 7,15 Uhr: Predigt Rabb. Dr. Swarsensky. Liberaler Gottesdienst Schmargendorf. (Altersheim Berkaer Straße 32.) Freitag, 20. Mal, abends 7 Uhr: Predigt Rabbiner Dr. Swarsensky. — Sonnabend, 21. Mal, vorm. 10 Ubr: Gottesdienst — Freitag, 27. Mal, abend 7 Uhr: Predigt' Rabbiner Dr. Salomonskl. — Sonnabend, 28. Mal, vorm. 10 Ubr: Gottesdienst Jüdische Reformgemeinde. Sonntag, 15. Mal, Johannlsstr. 16, vorm. 10 Uhr: Predigt Dr. Lehmann. Kleiststr. 10, vorm. 10 Uhr: Predigt Dr. JelsU. Sonntag, 22.:Mal, Johannlsstr. 16, vorm. 10 Uhr: Predigt Dr. Jelsld. Kleiststr. 10, vorm. 10 Ubr: Predigt Dr. Lehmann. Sonntag, 29. MaL Johannlsstr. 16, vorm. 10 Uhr: Predigt Dr. Rosentbat Kleiststr. 10, vorm. 10 Uhr: Gastansprache Studienrat Dr. Arthur Galllner, FranUurt a. M. Wahlrechtskämpfe in der Hamburger Gemeinde^ Seit einer Reihe von Jahren versucht die Volkspartci, eine Aenderung des Wahlrechts zum Repräsentanten-Kollegium herbeizuführen. Sie will innerhalb des Systems der Verhältniswahl die gebundene Liste cinführen, während das heutige Wahlrecht jedem Wähler gestattet, innerhalb der Liste seine 28 Stimmen auf einen- oder mehrere Kandidaten zu häufen. ■ ■ *■ ■ > Zum Beginn der Session wurde vom Repräscntanten- Koliegium eine Kommission eingesetzt, die eine Ucberprüfung des Wahlrechts vornehmen sollte. Diese erstattete in der letzten Sitzung ihren Bericht. Die Gegensätze fanden in der Kommission keinen Ausgleich und traten auch bei der.Beratung des Kommissionsbericlrts in der letzten Sitzung des Repräsentanten-Koliegiums hervor. Die liberale Fraktion lehnt eine, Veränderung des Wahlrechts ab. Sie erblickt in der Stellungnahme der Volkspartei zu dieser Frage den Ausdruck des Willens, der Gemeinde einen jüdisch-politischen Charakter, zu verleihen im. Gegensatz zu dem vom liberalen Judentum betonten Standpunkt, daß die Gemeinde eine Religionsgemeinde sei. Auf diese Grundursache der zionistischen Wünsche wies insbesondere Herr Dr. U r i a s hin. der. den Bericht für die Mehrheit der Kommission erstattet hatte' und sich — ebenso wie Herr Dr. Löwenberg — mit weiteren gewichtigen Argumenten für die Aufrecbtcrhaltüng des bestehenden Wahlrechts einsetzte. Mit besonderem Nachdruck wurde darauf hingewiesen. daß die Stimmenhäufung dem Wähler die Möglichkeit schaffe, nicht nur Richtungen, sondern Persönlichkeiten zu wählen, und daß ja auch in der Politik die Stimmen sich mehren, die die gebundene Liste aufgeben wollen, um den Wählern die Wahl von Person fl clike i t-e n zu ermöglichen. Das Kollegium stimmte in seiner ’ überwiegenden . Mehrheit dem liberalen Standpunkt zu. ihren nicht jüdischen Klassengenossen, vertieften die Kluft zwischen sich und ihren Heimatvölkern und begründeten so eine Entwicklung, die weder ihnen noch der Gesamtjudenheit Zum Heile gereichen konnte, — eine Entwicklung, die nach vorübergehendem Aufstieg mit einem Fiasko enden mußte. Alle diese Vorgänge und die dazugehörigen Dokumente aus der Jugendzeit des Zionismus sind viel zu wenig bekannt Es schien geboten, an sie zu erinnern, bevor in den folgenden Aufsätzen Höhepunkt und Niedergang des Zionismus geschildert werden. (Weitere Artikel folgen.) Der Maler Oskar Haberer gestorben. Nicht viel Menschen, die neulich an dem lichten Frühlingstage bei der Beerdigung des Malers. Oskar Haberer zugegen waren, werden gewußt haben, was für ein ausgezeichneter, einzigartiger Künstler mit ihm zu Grabe getragen wurde. Ein Badenser, erst 65 Jahre alt ein unendlich gütiger, stiller, feinsinniger Mensch, der mit tiefer Herzensfrömmigkeit unif inniger Liebe am überlieferten jüdischen Glauben hing. Zeit seines Lebens hat er nie viel von sich her gemacht und nie die Beachtung gefunden, die er verdient hätte. Seine hellen, in bestem impressionistischen Stile gemalten Landschaften fanden im Auslande mehr. Anerkennung als bei uns. Aber auch viele deutsche Museen kauften seine Bilder. Ein Prachtstück erwarb vor drei Jahren daß Wilmersdorfer Rathaus. Schon vor dem Kriege erhielt eF auf der Internationalen .Brüsseler Kunstausstellung die große, goldene Medaille,. und in Amerika war er merkwürdigerweise berühmt Die Holzeinlegekunst, die Intarsie, die in der Renaissancezeit ihre höchste Blüte erreichte, bat er mit bisher noch nicht erreichter handwerklicher Fertigkeit zu neuem Leben erweckt Hier war er Meister. Seine Zeichnungen. Aquarelle und Radierungen hätten internationalen Ruf. Mitten aus einem arbeitsreichen, in künstlerischem Sinne höchst erfolgreichen, materiell eingeengten Dasein hat ihn der Tod abberufen. Sein Andenken wird noch lange fortleben, nicht nur in der Kunstgeschichte. J. G. Iien __ der i Rußder enn sjllen an ng er W chi :öi was Nach Tische liest man’s anders. Wenn inan dim lta- Bericht vom 3. Mai glauben darf — und warum dürfe inan nicht: eine Berichtigung ist nicht bekanntgeworden — so hat Dr. Traub. der seit einigen Monaten seine Tätlgkei beim „ORT“ aufgegeben hat und Propagandist des Keren H lj-. jessod geworden ist, auf einer Kundgebung des ,J)ei|t$i Komitees Pro Palästina“ folgendes gesagt: „Acht Millionen Juden, die Hälfte der' Judenhtii Welt, lebt im Osten Europas, davon 2,9 Millionen 1 ’ land, 3.3 Millionen in Polen, 950 000 in Rumänicp, Rest in den übrigen ehemaligen Randstaatem . . . wir auch darangehen, das jüdische Wirtschaftsleben diesen Ländern zu prödüktivieren, so dürfen .wir n ’ der Tatsache Vorbeigehen, daß das Tempo der Z unseres Lebens jln allen Ländern des Galutli viel ist als das Tempo des. Aufbaus. Auf einen priduktiv, umgeschichteten! Juden kommen ze h n Wirtschaft!! Ji Entwurzelte, auf einen Geretteten zehn Opfef. Im Lichte dieses wirtschaftlichen und geistigen Entwur tlungs- _ Prozesses wird Palästina für den Ostjuden Aipfwpg und Rettungsanker.“ Vielleicht hat Dr. Traub wirklich rccht.-daß alles, in Osteuropa schafft, nur den zehnten Teil der vorh Not zu lindern vermag. Wenn dem aber so ipäre, so es uns nur anspornen, unsere Tätigkeit ffltr den „0 verzehnfachen, nicht aber den In Osteuropa nach „zehn“ Produktivierten immer noch verblümendcn s lionen zwcihunderttauscrid Juden zu erzljililen. Paläsilni ihr „Rettungsanker:*.- Palästina. ciiKxauu so groß wiq Preußen oder Schleswig-Holstein, wird niemals ein anker sein: das Bild, dä’s uns ffttrr Dr. Traub mit neuen Redeweise i bietet, ist 'nicht nur s t i I i s Schlecht, und was er seinen armen Ostjuden da vori einer wird an Ort und Stelle' gerettet. produktiver, aber, die als Opfer bleiben, müßten oder könnten e pach Palästina-das ist ein wahres Hexeneinmaleins. In der Hexenküche, bei’den Acffclipn und Meerkater i, Iragt 1 Mephistopheles: So sagt mir doch, verflachte Puppen! Was quirlt ihr in dem/Brei herum? Dr. TVr'a u b : Wir kochen, breite Bettelsuppeu. Ab: ui sieben Ri tti AI e p h i s t o p h e I e s: Da habt ihr ein groß Publikum. Allen Mitgliedern' und Freunden geben wir in tlc Trauer davon Kenntnis, daß unser Vorstandsmitglied cand. Erich Vulkan, Breslau, f: ndqm > kö! CT*' u igsccl inet. -iz. er ] ir. im hoffnungsvollen Alter von nur 24 Jahren von uns g ig, — trotz dieser Jugend schon ein Führer, dem smschnli :hc Gefolgschaft ward. . .. Religiöser Liberalismus und deutsches Judentum, die beiden Pole unserer Arbeit, sie fanden' in ihm nichf nur Ri um und Widerhall; sie gäben ihm den Lebensantrieb, drängten ihn zu unermüdlich neuem Schaffen im Dienste dieser uns« rer Weltanschauung. Voll aberschäumender -Lebenskraft, rastlos in sein;m Wirken für die Allgemeinheit, seiner selbst nicht achte id, wenn cs galt, den andern, der Idee, zu dienen,, so steht er Vor uns, ein bis zur Rücksichtslosigkeit gerader. offcnberzi er Mensch und selten guter Preund.- Wir danken ihm für alles, was er uns gewesen, ind geben ihm als letzten Orufl das dauernde Versprechen, sein sr, unserer Sache die Treue zu bewahren. ' I. Dr,Hugo Holtmann, Frankfurt a.M., Vorsitzender der , AmitstiwiistMiiiisdhitBiriiiruintvmiiiOeitsciiB u Der Weg der Gemeind Ein Ruf zur Sammlun; GemeMßflbend der Berliner Jüdischen Gemeini Mittwoch, den 18. Mai,,abends 87a Uhr; im Saalbau Friedrichshain, Äm Friedrichshain 16-j23, Wilhelm Graetz: Das Werk des Aufba|us.| Heinrich Stahl: Juden in Not. Moritz Rosenthal: Aufruf zur Elnh« ItJ Gesinget Oberlcäntoren Hanns John, Manf edj Lewandowski, Leo Gollanln, Karl Neumain Eintritt frell Vorstand der jüdischen Gemeinde zu Berlin]