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Jüdisch-liberale Zeitung · 1932-05-15 · 4 (15.5.1932) · page 6

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Journal
Jüdisch-liberale Zeitung
Volume
12 (1932-1933)
Issue
4 (15.5.1932)
Date
1932-05-15
Page
– (sequence 6)
Language
German
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er bald in die Führung des Vereins hineingewählt und hat dort diese Jahre hindurch als \ Schriftführer und als 2. Vorsitzender gewirkt,: Wie wenig besagen aber diese Bezeichnungen seiner Aernter; gegenüber dem, was Erich Vulkan wirklich für den Breslauer lli geleistet hat! Mit ungeheurem Mute, der. ilun auch! sonst in allen Lagen seines Lebens zu eigen war, machte er sich bald an eine völlige Umgestaltung der Arbeit unserer :Ge-] meinschaft Er' schreckte nicht davor zurück, die Kräite.j die' ihm -für den . Posten einer iugendlichen'-Uemeinschaitnicht förderlich zu sein schienen, auszuschaiten, und durch Ge-j winniing neuer, junger Menschen die Reihen wieder zu schlie-j ßen. Dazu war er durch sein feuriges und jedem einzelne!) gegenüber besonders kameradschaftlich sich zeigendes Wesen in seltener-Weise befähigt.- Und als es ihm dann gelungeij war, die Menschen heränzuhölen, deren er zur Neubelebung - religiöser Arbeit, bedurfte, da ging er im Verein mit einigen andern, die ihm fördernd zur Seite standen, an die geplante Neugestaltung. Mit nie erlahmender Kraft verfocht er seine Pl|ne, die aus einer tiefinneren religiösen Ueberzeugung gef- ■boren waren, und wußte ihnen durch seine eindringlichen Worte, beflügelt von einem feurigen .Temperament, Geltung zu schäften. Er konnte .Menschen mitreißen, wie selten eiji anderer — und hier*in jugendlichem Kreise, wo ein junger Mensch zu jungen Menschen sprach, steigerte er sich zu ungeahnter flöhe. Wir alle folgten ihm gern, denn seinem inneren Wollen und Streben, dem er in feurigen Worten Aufdruck .gab, entsprach auch die vorwärtstreibende Tat. ln übermenschlicher Arbeit war er mit Erfolg bestrebt, mit an erster Stelle das zu verwirklichen, was er im Kreise der Freunde jund Mitkämpfer an, neuen Ideen vortrug. Er gehörte zu deii .wenigen Menschen, die; mit ihrer Begeisterung für cincj'Idee jauch-das notwendige Verständnis für die Welt der Tatsachen -verbanden. So zeichneten , sich alle seine Pläne dürchl eine seltene Klarheit aus, oft bis in feine Einzelheiten durchdacht und doch nie im, rein Organisatorischen sich verlierend.'So1 'gelang ihm auch'der geplante Umbau unserer Vcreinsa'rbeir. viele neue junge Menschen kamen' zu uns, oft durch (seine 'Worte-zum Beitritt-ermuntert oder seinen Ideen begeistert folgend. Und als dann ein großer Kreis von jungen Menschen für die religiös-liberale Idee gewonnen war, da ging er daran, diesen neugewonnenen Mitkämpfern feste Grundlagen für ilife religiöse Auffassung zu' geben, sie in ihren Anschauungen zu' festigen, ihnen Glaubend- und Wissenshalt zu schaffen. Wieder setzte, von ihm ausgehend, eine Umgestaltung unserer Arbeit ein; auch hier wieder; betätigte er sich an führender Stelle, um seinen Plänen Lebenskraft zu geben und sie in den Kreisen unserer Freunde zu verwirklichen. Sein nächstes Ziel war dann: Gewinnung ganz neuer junger Menschen aus anderen Altersschichten als die, aus denen sicli unsere Jugendvereipe bis dahin hauptsächlich zusammensetzten. JEr rief zunächst eine Jüngcren-Gruppe ins Leben, der bald auch neu von. ihm geschaffene Jüngsten-Gruppen nachfolgten, ln der ■ näheren (Ausgestaltung solcher Pläne stand er mitten drin, und viele ( Gedanken in dieser Richtung erfüllten ihn fast bis zum letzten! Atemzuge'. Seine' Arbeit galt aber nicht allein der. Kräftigung des (liberalen Gedankens m seiner Heimatstadt: er erkannte: sei on : frühzeitig, wie große Bedeutung einer über das ganze-Rech j verteilten, gut arbeitenden Dachorganisation zukommen mußte. | Auch hier war er mit rastlosem Eifer bemüht, den Zusammen-! halt innerhalb der deutschen llis zu festigen und ihren organii satorischen Zusammenschluß in der „Arge“ nach innen rlnd außen besonders stark sielt auswirken zu lassen. Auch diesem Kreise hatte er sich. Aufgaben gesteht, deren Lös ng an les er wieder mit an führender Stelle versuchte. Ebenso wie anderer Stelle wirkte er hier durch die große Kraft sei persönlichen Mutes, durch die Fülle anregender und vorwärts am zu zu Zl n| zi weisender Gedanken. So erfüllte er diese Organisation wieder mit regem Leben und schaffte ihr neues Betätigungsfeld. Auch in' seiner engeren^ Heimat war er unermüdlich Werke, die kleineren Ilisln den Provinzstädten lebensfähi erhalten .und auch ahnen wieder neuere Arbeitsaufgaber weisen. Oft weilte er persönlich im Kreise unserer schlesischen Freunde und gab auch dort aus der Fülle seiner jGedanken Anregungen und Vorschläge zur Neubelebung religiöser Arbeit Ebenso wie jeder einzelnen Organisation wandte er sich auch Innerhalb dieser jedem einzelnen jungen Menschen mit besonderer Kameradschaftlichkeit und Herzenswärme| zu, ihn damit Jest an die gemeinsame Idee bindend. Erich Vulkan ist nicht mehr! Mit doppeltem Schmerze empfinden wir es,jetzt, nach diesen wenigen Worten,! die die Dinge nur streifen konnten, was er für uns und unsere Be-; wegung.gewesen! Und doch kann alles das nur eine schwache Ahnung von dem geben, was uns fehlen wird. Uns wird fehlen der liberale Führer im Kampfe für die Erneuerung religiösen Lebens, der begeisterte und begeisternde Streiter für die Ausbreitung der religiös-liberalen Idee unter jungen .Menschen, — uns wird vor allem fehlen der Kamerad und Freund mit seinem beglückenden und frohen Wesen, mit der1 ganzen Lebendigkeit seiner feurigen Natur! Er ist ein Mensch gewesen, der gerade im Menschlichen sich allen anderen verbunden fühlte und der vielen anderen gerade dieses: ihr Menschentum durch die Macht seiner Persönlichkeit erst recht zum Bewußtsein brachte. Und das ist vielleicht das Höchste, was man; von ihm sagen kann: sein Leben und sein Streben war sinngebend für viele junge Menschern denen er Freund und“ Führer zugleich gewesen ist Dieser Arbeit für andere hat er einen entscheidenden Teil seiner Lebenskraft geopfert. Wir werden es ihm nicht vergessen. A. F. Aus der Jli-Bewegung f Breslau. (Jüdisch-liberale Jugendgemeinschaft „Abraham ßeigur“ Breslau.) Die Arbeit des Breslauer lli wurde im neuen Jahre eröffnet durch einen Vortrag Kurt Metzgers über „Die religiöse Krise der Gegenwart“. Im .Februar sprachen in einer Vortragsfolge „Emanzipation und Reaktion“ Dagobert Heinrich über Person und Zeit Moses Men-, deissohns und M. Danzig er über Gabriel R i e-s ser., Herbert Fischer leitete eine Unterhaltung „Uebcr die Bibel“, wahrend Erich Bayer über „Ideal und W i r-k 1 i c h k e i t“ sprach. Im März hielt Herr Rabbiner Dr. G r ü nDanzig, ein Referat über „Die religiösen Entwicklungstendenzen im Judentum“, wobei in der Diskussion im Wesentlichen über die religiöse Gestaltung der; Gegenwart gesprochen wurde. Rabbiner Dr. Sänger sprach zu |uns über „R e 1 i g i o n i d e r Wertung unserer Zei t“, und Curt Kassel,1 Oppeln, von „Problemen der Mystik“.;Als letzter dieses Monats war Studienassessor Bernstein bei uns. Hier ging es uns vor allem um Probleme des Antisemitismus und um .wirksame Bekampfungsmethoden. U<;bcr die durchaus in die Tiefe gehenden; Probleme aller dieser Vorträge diskutierten wir im April. Wir :hatten dieser Aussprache den Namen ,’,Die Stellung des religiösen Liberalismus zu den Problemen dieser Zeit“ gegeben. Die lebhafte Aussprache erwies die Berechtigung dieser Veranstaltung. Ueber diese’ Arbeitsgebiete hinaus, wurden religiöse Feiern veranstaltet- Eine Generalversammlung brachte unsere technische Arbeit zur Erledigung. Wir beschlossen u. a., uns von nun ab „Jüdisch-liberale Jugend g e meinschaft Abraham Geiger“ zu nennpn. Ratlbor. (Generalversammlung.) Auf der GIciwitzcr Führer-Tagung der C.-V.-Jugend war den Delegierten des IH-Ratibur eröffnet worden, daü der C.-V. beabsichtige, in Ratiboi* eine Jugendgruppe zu gründen. Der Ili-Ratibor sollte dazu Stellung nehmen. Der Vorstand des lli beschloß, diese Angelegenheit der Generalversammlung zu unterbreiten. Zu dieser waren als. Vertreter des C.-V. Herr Dr. Jacobowitz (Beuthen), als) Vertreter“ der „Arge“ Herr Fabian (Breslau) erschienen. Dr. Jacobowitz führte aus, pr würde es begrüßen, wenn es . gelänge, den Ul in seiner bisherigen Form weiterzuführen. Es wäre auch auf dieser Grundlage eine Zusammenarbeit mit dem C.-V. möglich. Weder.' vom liberalen Hauptverein, der faktisch nicht bestehe, noch von der „Arge“ sei in der letzten Zeit sehr viel Unterstützung ausgegangen. Anträge des Vorsitzenden, Herrn Dr. Weber, den lli we/terzuführeD und als Ortsgruppe dem C.-V. korporativ beizutreten, wurde angenommen. Herr. . Dr. Weber legte sein Amt als erster- Vorsitzender :des lli nieder. An seine Stelle wurde Herr Referendar Kurt Fraenkel, zum zweiten Vorsitzenden Herr Fritz Bacndel gewählt. Das Amt ■, des Kassierers wurde wiederum Fräulein Eva Calmann übertragen, i Eine neue liberale Jugendgruppe in Berlin. Die Jugcndgruppe des Liberalen Vereins, Bezirk Osten, ■ -ltä!t-reKclmäßig_.ilire-Heimabendo am Dienstair, abends 8 Uhr. im Juirendlieim Frankfurter Allee 4(1. Hof links,; ab. Da die Themen unserer nächsten Heimabende sehr interessant sind, richten wir an die jüdisch-liberale Jugend. die Bitte, reclii zahlreich zu erscheinen. Am Dienstag, 31. Mai, spricht Rabb. Dr. A. Rosenthal über das Thema: „Aus jüdischliberaler Gedankenwelt“. . Auf diesen Vortrag möchten wir besonders hinweisem Am Sonntag. 29.;Mai, soll eine gemeinsame Wanderung stattfinden, zu der wir die Jugend herzlichst einladen. Auskünfte erteilen bereitwilligst: Gerhard Neumann. Berlin O 112, Wühh'schstraße 15/16 und Ruth Rabow.-Berlin 0 112, Gärtnerstraße 12, Andreas 0462. Schule der jüdischen Jugend. Wir machen unsere Ili-Mitglieder auf das neu eröifnete Trimester der „Schule der jüdischen Jugend“ aufmerksam. Wir veröffentlichen zunächst aus diesem Programm: Dr. Elias Auerbach: Historische Texte aus der Bibel, Montags, 8t—10 Uhr, Aüguststr. 13. Dr. Manfred Swarsensky: Einführung in das Gesamtwissen vom Judentum, Mittwoch, 8—10 Uhr, Fasanenstraße. Das vollständige, Programm liegt in allen jüdischen Buchhandlungen aus. j Das Jli-Programm -Berlin Gemeinsame Veranstaltungen. Dienstag, 31. Mai, 8 Uhr, Rosenstr.2—4, Vortrag Rabbiner Dr. Manfred Swarsensky: „Hat der Liberalismus eine Zukunit?“ ' Gruppen-Veranstalfungen. i Westen. Montag, 23. Mai, 8,00 Uhr. Heimabend bei Hilde Weglein. Sybelstr. 23. — Montag, 30. Mai, 8.00 Uhr. Heimabend bei Erika Smoliansky, Treptow. Moosdoristr. 14. Thema: Martin Buber. Chassidismus. i OUva. Mittwoch, 18. Mai. 8,00 Uhr, Heimabend bei Herbert Schwarz. Jagowstraße 43. — Mittwoch. 25. Mai. 8,00 Uhr, Heimabend bei Eva Marcuse, Taunusstr. 23. — Mittwoch, 1. Juni, 8,00 Uhr, Heimabend bei Hildegard .Neumann. Prinzregenlenstr. 7. Thema;' Die Beziehung des Humanismus zum modernen Denkern j j Pankow-Osten. Sonnabend, 7. (Mai, 18,00 Uhr. Beisammensein bei Gerda Jacobsohn. Niederschönhausen. Kaiser-Wilbelm-Straße 5. . — Donnerstag, 12. Mai, 20,30 Uhr. Singabend bei Paul Löwenstein, Jagowstraße 1. — Mittwoch. 18. Mai, 20,15 Uhr. Helm-, abend bei Erwin Zimet,-Winsstr. 63. — Mittwoch. 25. Mal. > 20,15 Uhr, Heimabend bei Ilse Cohn. Schönhauser Allee 132. Savlgny. Mittwoch, 18. Mal. 8.00 Uhr. Heimabend bei Anni Jacobsohn, Scblülerstr. 31. — Aliftwoch. 25. Mai. 8.00 llbr. Heimabend bei L'uzie Schlesinger. Prinzregentenstraße 531 — Mittwoch. 1. Juni, 8,00 Uhr, Heimabend bei Lore Bergmann, Dortmunder Straße 4„ Thema: Materialismus. Die Berliner j Gruppenführer werden gebeten. Ihr Programm Jeweils bis zum 5. und 20. eines ieden Monats an Helmut Galliner, Charlottenburg 4. Sybelstraße 19, zu senden. Jugendgemeioscbaft der Jüdischen Reformgemeinde. I. Gemeinsame Veranstaltungen. Sonntag, 22.' Mal, vorm. 11V« Uhr, Besichtigung der Meierei-Betriebe von Bolle. Treffpunkt vor dem Hause Alt- MoabU 98—103. Dienstag, 24. Mal, abends 8. Uhr, im Mosse-Haus, Leipziger Platz-15, Vortrag Dlpl.-Ing. Bruno Woyda: „Die Technik — Fluch oder Segen?“ (IL Arbeitsgemeinschaften. Donnerstag, 19. Mai, abds. 8 Uhr, bei Senta Warschawskt, Halensee, Schweldnitzer Str.4: Collegium musicum. . j „UL Jüngerengruppe, Dienstag, 24. und 31. Mal, nachm. 4 Uhr: Zusammenkünfte bei Frau Rose Hoffmann, Friedenau, Wiesbadener Str. 85. Gäste sind zu allen Veranstaltungen willkommen. Artikel und Berichte für die UI-Rubrik sind Jeweils 10 Tage vor dem 1. und'15. jedes Monats an Dr. Ellen Liftmann, Charlottenburg 9, Bayernallee 27, zu senden. i £mp(eMeaswecte!BezuqsqueUea BERLIN Autokühler £ Autozyllndecschieiferelen | Fuhrgeschäfte | Kartonfabriken | Maler | Tischlereien „Bl k 1 T z k E CARL RUDEL 1 staglltx.KSrn-ntr.lB K5m.rundAPpTr«.h“oi.“ | Telefin: G 2 Steglitz 2629 „ Iz^totouliMtoral Kulb«- und nutotolto- Berltn SO 16, »Mchro™t™B« 39-0 ■ hvtMlug, . EntUzisIg. tulfDtirung Spizii ii*t: JlotoHUtlei^Beiisriünrea 1 Fuhrgeschüft Richard Klinke Berlin-'Wettensen, FrisdrtdutnuBs 1 Fernsprecher: E6 Welßenaee345! EUsind Ferntransporte aller Art Speslalltltf Umzüge mit geadüou* MSbelwagen KARTON-FABRIK MAX BUCHWALD BERLIN SIL Dresdener Str. M-19 Telefon: F7 Jannowifz 3823 Spezialität: Kartons f. Lederwaren-, Galanterie-, Tapisserie, Metallwaren-, Spielwaren-, Knopfu. Luxuspapier-Fabriken MALERMEISTER ERNST F. 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