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Jüdisch-liberale Zeitung · 1932-05-15 · 4 (15.5.1932) · page 8

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Journal
Jüdisch-liberale Zeitung
Volume
12 (1932-1933)
Issue
4 (15.5.1932)
Date
1932-05-15
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Aus den Gemeinden Berlin. (Letzter G c m e i n d c a b e u d.) Am Mittwoch, li. Mai, findet -der letzte Gemeindeabend dieses Winterhalbjahrs statt. Ls sprechen .die liberalen Gemeindevorsteher Graetz, Rosenthal, Stahl. Recht zahl/eicher Besuch soll auch an dieser Stelle empfohlen werden. Näheres siehe Inserat. Berlin. (Synagoge, pasan-enstra ii e.) . Zum Vorsitzenden “des Vorstandes der Synagoge Fasänenstraße, ist, an Stelle! des verewigten Benas Levy, Herr Rechtsanwalt l)r. Julius L. iSeligsohn gewählt, worden. Als neue Mitglieder des Vorstandes dieser Synagoge sind, die Herren Landgerichts™* J)r. Martin Lesscr, Charlotteriburg, und' Louis Flater berufen Vörden. Sämtliche Herren sind : bekannte und fahrende Persönlichkeiten innerhalb der liberalen Bewegung. * - Berlin, .(Konzerte in den Altersheime n.) Im Verlauf des vergangenen Winters fanden in den Altersheimen der Jüdischen Gemeinde zehn Konzerte unter der Mitwirkung namhafter {Künstler statt.- Die Leitung dieser Konzerte lag in den Händen des Oberkantors'Magnus Davidsohn,' der auch seine Gesangskunst in den Dienst dieser guten Sache stellte. Die letzte Veranstaltung: fand im Krankenhause Kxerzierstraüe vor einer grollen Anzahl von Patienten statt. Künstler vom Range einer Paula Lindberg. Alfrfcd lind Sara Wittenberg, Rosl Roth u. a. m. bestritten das Programm. Der Chef des Krankenhauses dankte den'Künstlern für die selbstlose Wirksamkeit und bat um eine baldige* Wiederholung dieser hervorragend gelungenen .Veranstaltung. Viele Ajte und Kranke sind der Gemeindeverwaltung unendlich dankbar ^für diese schöne charitative Einrichtern*. , 1 - . ’ ■ ' Berlin. (H5, Geburtstag.) Am 2. Mai feierte Herr Louis Grumach ln völliger geistiger und körperlicher Kriselte seinen H5. Geburtstag. Herr Grumach ist seit Jahren treues Mitkl’cd. des Liberalen Vereins und hat sich stets in aufopfernder Weise in -den Dienst i unserer Sache gestellt. Die von ihm gegründete Firma Gebrüder Grumach in der .KönfüKtr. 57a kann in diesem Jahr auf ^in öüjähriges Bestehen zurückblicken. . ’ . . ■?!!'•. Frankfurt a.. M. (G o e t h e - E r i n n e r u n g.) Die : Deutsche Volksspende riür Goethes' Geburtsstätte gibt hübsche Hririnerungs* marken mit Bildern von Goethe und seiner Umgebung heraus, welche, für Briefversehluß, Exlibris und dergleichen verwendbar, zu 20 Stück in Werbchcften zusammengestellt sind, um damit Fünfzfc-Pfennig- Spenden in Freundeskreisen zu sammeln. Wer zum Besten des. (ioethehauses sich hieran beteiligen will, verlange die kostenlose Zu* sendung eines Werbehefts vom Hauptausschuß der Deutschen Volksspende, Groller Hirschgraben 23, Frankfurt am Main, Postscheckkonto 1751H). Die Einsender des Erlöses von lü Mark erhalten zum Dank die in Leinen gebundene; bildgeschmuckte Schrift von Wilhelm Schäfer „Goethes Geburtshaus'5. ' ' Kassel. (90. G e b u r t si a g.) Am 27; Mai vollendet Herr Alexander F i o r i n u , ein in allen Kreisen der Bürgerschaft hochgeachtetes Mitglied der Kasseler 'jüdischen Gemeinde,. sein 90. Lebensjahr. Seltene körperliche Gesundheit und geistige iFrische zeichnen den Neunzigjährigen aus. Als Freund der Künste und Wissenschaften weilt er noch gern im Theater, bei Konzerten, und überall da, wo es gilt, den Musen zu huldigen. Seit Jahrzehnten stellte ersich in den Dienst gemeinnütziger Bestrebungen, dem Kuratorium des Israelitischen Waisenhauses gehört er seit 1875 an; seit 1905 führt er den Vorsitz mit unermüdlicher Fürsorge und Gewissenhaftigkeit.' Die Gesellschaft .(Humanität“ besah in ihm den langjährigen, verdienstvollen Führer, der Handwerk' und wissenschaftliches Streben unter der jüdischen Jugend zu fördern suchte. Auch i der Israelitische Frauenverein und manche andere gemeinnützige Vereinigung durften sich der regen und geistig wertvollen Mitarbeit des Jubilars erfreuen. Hervorragende Sprachkenntnisse und ausgezeichnete berufliche Erfahrung als Bankier befähigten Herrn Fiorino, in zahlreichen Ehrenämtern als Dolmetscher vor Gericht und in dem Kriegsjahren zu fungieren. Vor fast 50 Jahren half A.,Fiorino die Sinai-Loge, des Ordens U. O. B. B. begründen; als ältestes Mitglied wohnt er auch jetzt noch den Sitzungen bet. Groß ist die Zahl der Verehrer unseres Jubilars, die ihm zu dem seltenen Ehrentage die besten Wünsche für weiteren ungetrübten Lebensabend übermitteln. Wir schlieüen uns diesen Gratulanten gerne an , und erhoffen für den Neunzigjährigen noch lange die .ihn jetzt; auszeichnende Rüstigkeit des* Körpers und des Geistes. j : i Königsberg (Pr.). (Konstituierung, des Gemeinde- Vorstands.) Der Vorstand der Synagogengemeindc gibt in den Amtlichen Mitteilungen des „Königsberger Jüdischen Gemeindeblatts“ seine satzungsgemäUe Konstituierung für das Geschäftsjahr 1932/1933 bekannt. Die Vorstandsdezernate wurden wie folgt besetzt: Vorsitzender: Geheimrat Prof. Dr.F al k e n.h ei m; erster stellvertretender Vorsitzender: Sally Joachim; zweiter stellvertretender Vorsitzender und Schriftführer: Bankdirektor Hermann Marx: stellvertretender Schriftführer: Rechtsanwalt Dr. Fr'aenkel; Synagogenvorsteher: Lesser Hirsch, stellvertretender Synagogenvorsteher: Rechtsanwalt Dr. Jucobi II; Kassenpfleger: Sally Joachim; stellvertretender Kassenpfleger: Bankdirektor Marx. — Gleichzeitig würden auch die Verwaltungsuusschüsse neugewählt. Mainz. (Neues Mitglied des Gemeindev.or.standes.) Unser Parteifreund und langjähriger Vertrauensmann der Vereinigung für das liberale Judentum, Herr Moritz B e r n e y, ist in den Vorstand der hiesigen Kulturgemeinde gewählt worden. . ' Plauen L V... (Ne u k o n s t i t u i e ru n g des V.orstandcs.) Am 14. April fand diel zweite diesjährige Gemeinderatssitzung statt, in der die neugewählten Mitglieder des Kollegiums begrüßt und verpflichtet wurden. Die satzungsgemäß aus dem Vorstande ausscheidenden Mitglieder, nämlich: der Vorsitzende,/Dr. jur. Goldberg, und der Kassierer, Alex- Löwenthal, wurden durch Zuruf auf die Dauer von 3 Jahren wiedergewählt. Hingewiesen wurde auf den Empfehlungsvertrag, deji die Gemeinde mit der jüdischen Versicherungsgesellschaft „die' Hilfe“ | abgeschlossen 'hat. Der Gemeinde Vorstand bittet auch im Interesse der Gemeindefinanzen diesem Empfehlungsvertrage Folge zu leisten. Nach. Erstattung-des Kassenberichts für das Jahr 1931 durch den Kassierer, Herrn Alex Löwenthal, und nach Erteilung der Entlastung berichtet der Vorsitzende, Dr.. Goldberg, über die Tagung des Reichsvcrbandes der Deutschen Juden und des Sächsischen Landesverbandes der jüdischen Gemeinden. Das Wichtigste hieraus war, daß gegenwärtig ein neues Religionssteuergesctz in .Vorbereitung ist, welches, sofern es vom Landtage gebilligt wird, allen ReligionsgesellscÜaften eine neue Steuergrundlage gibt, die deshalb dringend notwendig ist, weil das" gegenwärtig geltende Steuergesetz nur* die Reichseinkommensteuer als Grundlage für die Gemeindesteuer anerkennt. Weiter ist auch die Frage des Religionsunterrichtes behandelt "worden. Jedes schulpflichtige Kitid ist demnach zur Teilnahme am Religionsunterricht solange verpflichtet, als der Erziehungsberechtigte nicht dem Leiter der weltlichen Schule gegenüber ausdrücklich die Erklärung abgibt, wonach ein Religionsunterricht nicht gewünscht wird. - Ueberschußvertellung für Wohlfahrtszwecke. In der Generalversammlung des Familienschutz, gemeinnütziger Verein für Hinterbliebenen-Versicherung der Mitglieder jüdischer Gemeinden wurde statutengemäß der Verwaltungskostenübcrschuß der jüdischen Wohlfahrtspflege aus dem Geschäftsjahr 1931 zur Verfügung gestellt. Obwohl der Verein erst am 1. September 1931 seine Tätigkeit aufnahm, konnten doch bereits 4 220,73 RM. der jüdischen Wohlfahrtspflege überwiesen werden. Ein erheblicher Teil wurde für allgemeine Wohlfahrtszwecke der- Zentralwohlfahrtsstelle der deutscher) Juden überwiesen,' der Rest wird der jüdischen Tuberkulosenfürsorge, dem jüdischen Frauenbund für sein Heim in Isenburg und der neu errichteten Wanderarbeiterkolonie, der Hauptstelle tür jüdische Wanderfürsorge, zugeteilt. Soeben erschien: Jüdisches Jahrbuch 1932 1. Teil. Das Jahr 1931 im Leben der deutschen Juden. Von Dr. Hans Engel. Stimmen deutscher Juden zum Weltfriedensgedanken. Prof. Dr. David Baumgardt, Prof. Georg Bernhard, Dr. Emil Bernhard- Cohn, Alfred; Döblin, Prof. Simon Dubnow, Dr. Ismar Freund, Dr. Wilhelm Kleemann, Dr. Leo Löwenstein, Dr. Joachim Prinz, Prof. Dr. Heinrich Silbergleit, Staatsrat Jacob Teitel, Dr. Meier .J_ .Hildesheimer, Lina Wagner-Tauber, Kammergerichtsrat Leo Wolff. I Bibliographische Notizen. Von Dr. S. Kaleko. I. Vom Wesen des Judentums. II. JüdisdieWissenschaft. III. Jüdische Wirtschaftsfragen. IV. Palästina und Zionismus. V. Belletristik.. ■ VI. Verschiedenes. 'S Die Juden und das Badewesen. Von DrJ Ernst A. Ascher. 1 Nekrologe. | r Gereon Simon,1 Prof. Josef Horovitz, Eugen Caspary, Nathan Strauß,. : Benjamin Segel, Ernestine Eschelbacher, Dr. Isidor Kastan, Lesser | Ury, Arthur Schnitzler; 2. Teil. . Organisationen und Vereine. 3. Teil. Berliner Gemeinde-Verwaltungen und Einrichtungen. 4. Tcsil. Die Jüdischen|Gemeinden in Deutschland.; 5. Teil. Jüdische Zeitungen und Zeitschriften in deutscher Sprache. 6. Teil. Tätigkeitsberichte. Abbildungen.. - | i 1. Porjträts: Prof. Dr. Nikodem Caro,: Ernestine Eschelbacher, Prof. Dr. med. Oskar Fehr, Georg Hermann,: Direktor Dr. Wilhelm . Kleemann, Manuel Schnitzer, Lesser Ury. 2. Bilder von Lesser Ury: Jude in Tallis, Potsdamer Platz, Moses | sieht das gelobte Land. i 3. Sportbilder.: 4. Bilder! vori\ Neübauten: Frankfurt a. M„ Friedhof der Isr. .Gemeinde. Mannheim, Isr. Altersheim. München, Ostjüdisches | Bethaus. Würzburg, Isr.. Lehrerbildungsanstalt Das Jüdische Jahrbuch kostet bei vorzüglich. Ausstattung In. Halbleinen gebunden RM 4,80 abzüglich 10 % Rabatt, ' -Zu beziehen durch: ’!!! Verlag-Jüdisches Jahrbuch Berlin S 42, Luisenufer 34, Postscheck-Konto Berlin 80032. Berlin-Schöneberg,: Innsbrucker Strafje 31 Fernruf: Sammelnummer Gl Stephan 6512 -tomr 7000 Wofen in allen SiafllneoenilED Per l.April oder wer zu vermietende Heubauwolinungeii. 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