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Jüdisch-liberale Zeitung · 1932-04-15 · 2 (15.4.1932) · page 4

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Journal
Jüdisch-liberale Zeitung
Volume
12 (1932-1933)
Issue
2 (15.4.1932)
Date
1932-04-15
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Aus; der Bewegung ‘ BerHo. (Liberaler Verein für die Angelegen; hei tes der ittdischen Gemeinde zu Be r I j n E. V., Be-, z i rksgr u p p c W e d d i n g; R e i n i c k e n d ot f.) Ara S. April fand die. zweite Wcrbeveranstaltung der Bczirksgruppc Wedding-; Reinickendorf sfatt; . Erfreulicherweise war wieder eine Anzahl neuer 'Gesichter zu sehen, für die: der! Leiter des Abends, Herr Rockmacher, in einer Begrüßungsrede Zwecke und Ziele des Vereins erläuterte. Er erwähnte den erfreulichen Mitgücdcrzugang seit dem ersten Werbeabend. Als Hauptredner! des Abends sprach Herr Rechtsanwalt Dr. Max~Maycr über »Religiosität und religiöse Tat in der'Großstadt“. In dem. interessanten1 Vortrag führte er aus, wie wichtig es heutzutage ist,/daß die Glaubensgenossen an der Großstadt- : Peripherie sich; kennen . lernen imd Zusammenhalten. . Einen solchen Zusammenhalt hat der Liberale Verein bereits in allen Stadtgegenden geschaffen, und .der Redner-sprach die Hoffnung aus. daß dies auch der Bezirksgruppe Wedding-Reinickendorf gelingen möge. — Im ge- ' «eiligen TeiF des"Aben<h brachte zunächst Herr Hauptkantor Bcrthold Friedmana, von Herrn. Zepkc begleitet, einige Gesangsstücke tief empfunden zum Vortrag; ebenso auch die Altistin Fräulein Baer. Herr Gottschalk und Herr Lewin erfreuten wieder durch ihre humoristischen Vorträge. i * •. (M. L.) i Danzig. Im Rahmen [einer gesellschaftlichen Veranstaltung: der Vereinigung für das liberale j Judentum. Ortsgruppe Danzig; sprach - Rechtsanwalt Dr. Erwinj Lichtenstein (Königsberg) Überdie /Bedeutung des liberalen. Judentums für die. Zukunft der Dahziger Juden“. Der Redner ging von einer geschichtlichen Darstellung des . Jüdischen Liberalismus aus. Seihe Ausprägung im Deutschland des .19. Jahrhunderts sei nur eine, neue Erscheinungsform der zahlreichen; auf dem Entwicklnngsgedanken beruhenden Geistesströmungen, die im Judentum Immer wieder; Perioden der Starre abgelöst hätten. Befähigung, das] Gewordene und Erstarrte stets.durch neues ^'-Werden: In eine, der neuen Lage gemäße Daseinsform zu wandeln, . unterscheide <hjs- Judentumvon den andern uns bekannten histo- " rischen Völkern und höbe csidavor^bewahrt, wie diese mit der Zerstörung der staatlichen Form Idie Lebensmöglichkeit und Lebensfähigkeit einzubüßen. In diesem Zusammenhänge verwies der Redner auf die Bedeutung des Prophetismus, der Pharisäer und anderer Verkörperungen des Entwicklungsgedankens. Das geschichtliche! Verdienst der liberalen Juden des 19. Jahrhunderts liege darin, daß es den ans den K1 a m m'e rri des Gfrctto her ausfallenden und der Gcfah.r deF Auflösung gegenübersteilende n tJ u d c n gc m e ind e n eine neuh Dasein sform auf der Grundlage der Religion sQr emeinde schufen. Die Danzjger Gemeinde wurde vom Redner als markanter Typ einer liberalen Gemeinde geschildert. Der Plan, das Judentum in das auf- - gegebene staatliche Eigenleben zurückzuformen, stellt den Versuch •*; dar,-, das Rad der jüdischen und der vorderasiatischen Geschichte zurückzurollen. Es ist! eine Assimilation an die an der .heutigen : Zerklüftung Europas mitschuldige Irrlehre des Nationalismus, daß die! gemeinsame Abstammung einer Menschengruppe ein staatenbildendes . und staatenforderndes Element sei. Nicht der mehr oder weniger reine Stammbaum, sondern die Landschaft mit den aus ihr sich entwickelnden Verkehrs-, Wirtschafts- und Sprachbindungcn ist der :Ausgangspunkt politischer Organisation zum Staat. Deshalb, ii.cgen die politischen “Bindungen der Juden nach wie vor in den Ländern, in : denen sie sprachlich, wirtschaftlich und kulturell ihre Heimat gefunden haben.' Ihre Jüdischen Gemeinschaftsaufgaben kann, auch nicht die' Rechtsform der nationalen Minderheit gerecht werden, die für abgesprengte Siedlungsgruppen als notwendige Ergänzung zu den neugebüdeten Nationalstaaten der Nachkriegszeit geschaffen wurde. Vielmehr stellt die Religionsgcmcinde die für alle Bedürfnisse jüdischen. Gemeinschaftslebens aufnahmefähige Lebensform dar. Dabei . .wird-allerdings-die Betätigung jüdischer Religion nicht festgclegt werden dürfen auf die zufällige Form, die in der bürgerlichen Kultur des 19. Jahrhunderts der Jüdische Kultus gefunden hat. Neben die vielen heilte! noch entsprechende Formder Synagoge, wie; sie nach - der Epoche des nationalen Tempels in Jerusalem und der Zelt der Lchrhfiuser und Schulen zeitbedingt sich entwickelte, wird sich gleichberechtigt der Gottesdienst .der sozihlcn Tat stellen. Die Betätigung altjüdischer! Nächstenliebe, heute zu^cincm großen Teil neben : der Gemeinde cinherläufend; wird für die auf veränderter wirtschaftlicher! ~und sozialer Grundlage; sich wtederfindenden deutschen wie Danziger Juden das' Rückgrat ihrer Rcligionsgcmeindc . bilden. i Danzig. In einer gut besuchten Versammlung d^r Jüdisch-; Liberalen Vereinigung hielt Geraeia'derabbiner : Dr. Grün einen Vortrag über »Religiöse Entwicklungstendenzen lim Judentum“.! Nach einem großen geschichtlichen Rückblick kam der Redner auf jlic Ereignisse der letzten Jahre, die Gründung des liberalen Welt-! Verbandes und auf das neue liberale Einheitsgebetbuc l zu sprechen;! seine Ausführungen gipfelten in dem Ergebnis: Die ßescbichte des' jüdischen Liberalismus beginnt nicht erst mit der Emanzipation, son-! jdern diu ganze Geschichte Israels ist mit wenigen Unterbrechungen die Oeschichtc eines religiösen Liberalismus, religiösen Wachsens! •und' Werdens, sich entfaltender und .entwickelnder. Kräfte und lEnergien. Der Vorsitzende der Vereinigung, Herr Georg Berg- {hold, dankte dem Redner für seine Ausführungen. '! Dortmund. Die Vortragsreihe der hiesigen Ortsgruppe der Ver-| Reinigung für das liberale Judentum wurde; unterbrochen durch eine gelungene Purimfeier, bei der Herr Max Dbcrnberger über die Zahl Sieben plauderte, Herr Kantor Kober Jüdische Gesänge vortrug und der Vor-, sitzende der Ortsgruppe, Herr Arthur Ros’enberg, nicht nur die Gäste; sondern auch die Arrangeure, unsere Fraji Vorreuter [und Frau Gans begrüßte. Den fröhlichen Teil leitete Herr Max Neuberg; es wirkten mit Fräulein Dina Heide, Herr Helmut Jacoby, Fräulein Gerda Pincus, Fräulein Helga Herz, Herr Heinz Schwarz. Wie man bei Erfüllung einer Mizwah schon eine folgende vorbereiten soll, so meldeten sich' bereits Teilnehmer für unsere bevorstehenden Sederäbcnde. j Berliner AuBenarbelt' J Der Vorstand der Berliner Jüdischen Gemeinde veranstaltete am 6. April einen Gemejndcabend in Oranienburg. Die Tatsache, daß diese Veranstaltungen nunmehr auch auf die Vororte am äußersten Rande Berlins ausgedehnt werden, ist sehr anzuerkeijnen. Trotz der Ungunst der Witterung hatte sich in dem altehrwjlrdigen Tempel,' der von der Berliner Gemeinde durchgreifend renoviert worden ist,, die Oranienburger Gemeinde vollzählig eingefunden. Der Auftakt des Abends wurde durch Oberkantor Magnus Dalvidsohn' mit drei Liedern religiösen Inhalts stimmungsvoll 'gegeben. Dann bcj grüßte* das Mitglied der Berliner Repräsentantenversummlung, Direktor A. Ja ul us, die Versammlung und gab ein interessantes Bild der Verwaltungsarbeit der Berliner Jüdischen Gemeinde.. Er berichtete von dem gewaltigen Ausmaß der religiösen, sozialer und kulturellen Aufgaben, die diese große Gemeinde zu erfüllen hat und die in der jetzigen Zeit der. Sorgen besonders schwierig sind.' Dem wertvollen Bericht, der viel Neues und Wissenswertes enthielt, fügte sich ein Vortrag des Studiendirektors Dr. Gutmann ary der über das Thema „Vorgeschichte Israels“ sprach. Den Abschluß des Abends bildeten wieder Gesangsvorträge yon Oberkantor Davidsohn, der von dem jungen Organisten Max J a n o w s k i ausgezeichnet begleitet wurde. Die Gemeinde blieb mit-den Gäs en noch längere Zeit in ihrem Gemeindehause beisammen nnd war voll Dankbarkeit für die wohlgelungcne Veranstaltung, aus der die Berliner Gemeindeverwaltung gern die Lehre ziehen wird, sich der Außenbezirke mehr als bisher anzunehmen. Yereinsnadiriditen. Studentenhllie. Die Jüdischen Studentenverbände veranstalten gemeinsam mit der Jüdischen Studentenhilfe zu Gunsten notleidender jüdischer Studierender am Sonniag, dem<-17. April. 1932, vormittacsll1/: Uhr. in der Alhambra, Kurfürstendamm 68, eine Filmmatinee mit vorangehenden; künstlerischen Darbietungen. Mitwijkendc: Resi Langer und Ruth Harris vom Ballett des Großen Schauspielhauses. Es gelangt der NerorFilm „Kameradschaft“, der bisher überall mit großem Beifall aufi:eiiommen wurde, zur Aufführung. Karten zu 1,—. 1,50,: 2,— und 3,-- RM. sind beffn Wohlfahrtsamt der Jüdischen Gemeinde, Abteilung Studentenhilfe. Roscnstr. 2—4 (Norden 6711), sowie bei sämtlichen jüdischen Studen tenverbindungen erhältlich. Die Jugendgruppe des liberalen Vereins, veranstaltet jeden Dienstag 8 Uhr im Jugendh Allee 40,. Hof links. Heimabende. Am 12. April M. Sobottker: „Jugend und Gemeinde.4* Am 19.' April Rabbiner Dr. Rosenthal: „Die Gesc lichte der liberalen Idee.44 Am 26. April R. Rabow: „Erziehung zum Sozialismus.4* Nähere Auskünfte über die Arbeit der _ . Gerhard Neumann, Berlin O 112, Wühlisc^str. 15/16, und Ruth Rabow. Berlin O 112, Gärtnerstr. 12. Bezirk Osten,;im Frankfurter Seder-Abende Liberaler Verein für die Anselesenbelten der jüdischen Gemeinde zu Berlin E. V. Berlin; SW 11, Hallesche Straße 1, Tel.: F 5. Bergmann 3358. Zum Pessachiest veranstalten wir lotsende Sederaben de: , j Westen. AdoU Veit. Kurfürstendamm 22 (telefonisch zu erfragen unter Bergmann 3358, Liberaler Verein). Mittwoch. 20- und Donnerstag, 21. April, abends 8V< Uhr. (Trocknes Gedeck 330 RM.) Wilmersdorf. - Parkrestaurant Landhaus. Kaiserallee 42 (Tel.: H 2. UHand 198, jüdischer Besitzer). Mittwoch, 20. April, abends 8 54 Uhr. (Trocknes Gedeck 330 RM.) I Zentrum. Schneiders Hotel. Königstraße 39 (Tel.: E 2, Kuplergraben 3851). Mittwoch, 20, und Donnerstag; 21. April, abends 854 Uhr. (Trocknes Gedeck 230 RM.) Leitung: die Herren j Kantoren Max Gordon. Kurt Jacubowskt'-friedrlch Lichtenstein u. a. ReciuZeitige Anmeldungen erbeten. Das Jli-Programm BerBn. A. Gemeinsame. Veranstaltungen. Sonntag, den 17. April. 5410 Uhr, Rosenstr. 2—4. Ordentliche Mitgliederversammlung. B. Gruppen-Veranstaltungen. Western Montag, den 18. April, 8 Uhr abends, Heimabend bei Hildegard Neumann, Prinzregentenstr. 7. Thema: Hermann Cohen: „Deutschtum und Judentum". — Montag, den 25. April, 8 Uhr abends. [Heimabend bei Krotoszyner. Slemenssfr. 14 (Bahnhof Jungfernheide).! Thema: Fortsetzung. — Montag, den 2.'. Mai, 8 Uhr abends, j bei Heinz Kellermann. Knesebeckstraße 56/57. Thema: Fortsetzung. Oliva. Ort und Zelt nach Verabredung. Thema: „Der Begriff der PersönUchkelL“ Pankow-Osten. Sonnabend, den 16. April. Gemeinsamer Besuch zum Vortrag des Herrn Rabbiner Dr. Wiener: „Gott und unsere Not.“ 8/4 Uhr, Levetzowstr. 7—8. — Montag, den 18. April, 2054 Uhr. Heimabend bei Erwin Zimet,-*Winsstr. 63. Thema: Religiöse Erziehung. — Sonnabend, den 23. April, 4 Uhr. Beisammensein bei Else Schlag. Schönbauser Allee 134 b. — Montag, den 25. April, 2054 Uhr. Heimabend bei Hilde Sailer. Kraushlckstraße 15. Thema: Religiöse Erziehung. - j Moabit. Donnerstag, den 28. April. Heimabend bei Marianne Israel, Ottostr. 5. Thema: Büber, Reden über das Judentum.! Savfghy. Mittwoch, den 20. i April, bei Lucie Schlesinger, Prlnzregentenstr. 53. 8 Uhr.— Mittwoch, den 27. April, bei Annl Jacobsohn. Schlüterstr. 31, 8 Uhr. ' Jüngeren-Gruppe. : Sonnabend, den 23.! April, 454 Uhr. Helmnachmittag bei Ilse Lore Graetschus. WuÜenweberstr. 7. — Donnerstag, den 28. April, 5 Uhr. Heimnachmittag bei Gerhardt Kroto. Elberfelder. Straße 5.; , i i! BERLIN tmp^efitenswede J^tmqsquMm IRLIN x 0 Autoreparaturen | Karosseriefabriken [| Maler H. M Ä D L E R CkarMttnbargor llftr 76 .1/ -Telefon: Stein platz 5703; Aaftef eaaratareav Spex. Llchtmaschln«,; ~ ■: Aatataar» Beterin a. Magnets : | Bücherrevisoren Adolf Eilend! Karosserlelabrlk ] Berlin so 36, Cöpenlcker Sir. 154 A Mob—» I QuUtltMrbeit: bUUgat RSattleref, Scfalowrei,! Lackt ereirl, SteUmacberri {Richard Boedeckerl Kartonfabriken MuH. bestellterI vereidigter; Bfldierrevlsor; : Am Karlsbad 10 „Telefon: B 2. Lützow 7100 (3100) Diplom - Kaufmann ADOLF. 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