Jüdische allgemeine Zeitung
- Journal
- Jüdische allgemeine Zeitung
- Volume
- 16 (1936)
- Issue
- 34 (19.8.1936)
- Date
- 1936-08-19
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Beilage 19. August 1936 JÜDISCHE AUGEMilNE ZEITUNG — Der Hafen Von ALICE STEIN-LANDESMANN 0 0 Auf einer Siedlung nahe Jerusalem arbeitete eine etwa 55jährige Frau schweigend und unermüdlich. Dir mageres, verblühtes Gesicht zeigte eine wunderbare Ruhe und Festigkeit, selbst an Tagen, da Müdigkeit und .Hitze sie anscheinend schwer angegriffen hatten. Alan erzählte mir die Geschichte dieser Frau, die Ruth Hagen hieß. ... „ Vor vielen Jahren, zu Hermann Hugcns Lebzeiten, war die. grüne Wildnis seines Parkes wie ein eingezäuntes Stück unberührter Natur gewesen. Vor der Villa breitete sich ein üppiger Rasen aus, der durch geheime gärtnerische Künste den Eindruck einer AValdwicse machte. Auch das Haus zeigte den Stil einer großzügigen und harmonischen Persönlichkeit: der Fabrikherr war nicht nur ein geschätzter Fachmann in Jutcspiimerci — die Vielseitigkeit seiner Begabung äußerte sich auf praktischem und künstlerischem Gebiet in gleicher Starke. So war es für niemanden verwunderlich, daß Ruth eben nur l Ingens Frau war und auch mir als solche gewertet wurde. Er besaß die große beherrschende Persönlichkeit, und .auf ihrer \isiteukarte stand bezeichnenderweise „Frau Hermann Hagen*1» Sie war sein Schälten, sein Echo, seine Schülerin. Und* das blieb sie auch nach der Ccburl des einzigen Kindes« Josef wurde in des Vaters Geist erzogen. Als nicht mehr zu verkennen war. daß dieses Kind in jedem Zuge' des feinen Gesichtes, in der leisen Stimme, dem schüchternen Wesen ein völliges Abbild der Mutter zeigte — du war der Vater bei aller Enttäuschung nicht so getroffen wie Ruth selber. Ihre unbedingte Unterordnung. ihre Hingabe an diesen Alaun vertrug sich nicht mit der Tatsache, daß dieser Sohn in jjeder Faser ihr Kind war. Sie haßte und verachtete die eigene'Schwäche und Unsicherheit. Und mm wuchs vor ihren Augen dieses*- stille passive Gcschüpfcheu auf, das ängstlich zusaninienzucktc, "wenn der Vater mit lautem Lachen und dröhnendem Schritt ilberraschcnd das Kimlcrzimmer. betrat. So hatte Josef ke'ne Stütze an seiner .Mutter: dennoch lichte er sh: mit einer schmerzlichen, verborgenen Anbetung, .während ec den Vater in einem seltsamen Doppelgoffihl zugleich*fürchtete und bewunderte. Das .blieb auch so, als cs au der Zeit war. Josefs Beruf zu bespreche» — vielmehr ihn zu hestinuncu. Aber gerade dieser Zeitpunkt brachte die ersten Fehlschläge in Hägens erfolg-* •reiches Dasein. Wenigstens empfand er cs so: Josef weigerte sich., in die Fabrik einzutreien, er weigerte sieh überhaupt, einen kaufmännischen Beruf zu ergreifen. Hagcu sah sich verständnislos dem plötzlich verwandelten Sohn gegenüber. Er konutc cs nicht fassen, daß Josefs Interesse nicht diesem Werk gehörte, das vom Vater geschaffen, größte Geltung in der Indiistricwell erworben hatte. Die Abneigung gegen diesen Beruf war so intensiv, daß sic dem jungen Menschen neue Energien verlieh. Er .fand keinen Aüswog — die lauten Szenen trieben ilui aus dem gesicherten Rahmen des Elternhauses in eine fremde Umwelt. Und so sing Josef eines sehr frühen Aforgcns durch die riesige Pforte des Parkes; er sah nicht zurück auf die blumige Wiese, und der plätschernde Strahl des Rasensprengers traf sein Ohr als letztes Geräusch von Luxus und Gepflegtheit. ■» Niin sali «las gastliche Hamburger Haus nur noch die vertrautesten Freunde. Nach dem JTehlschlag seiner Hoffnungen zog er sieh völlig aus der großen Geselligkeit zurück und verdoppelte seine Wohltätigkeit in» Stillen. Ruth — in einem unklaren Schuldgefühl — Juble «ein Leben mit, ohne jemals mehr von diesem Verschollene» zu sprechen, als könne sic dadurch den geheime» Kummer verringern, der.an Hagen nagle. . . Die Jahre vergingen — der Gedanke an den'* Sohnwurde zu einem dumpfen, hohrenden Schmer/, der beinahe mit zum Alltag gehörte. Als die große Umwälzung einsetzte, wurde auch Hauen von dem Sturm ergriffen. Seine Stellung als Fabrikherr war bedroht -- aber'cs war ihm gegönnt, mitten aus lebendigster Aktivität heraus zu sterben: an einem Aloulngmorgcn betrat er die Fabrik, um im Büro die Post durchzuschcn. Der gewohnte Willkobmisgruß, das Surren der Maschinen, empfing ihn — I Ingen lächelte und sank zu Boden. Es blich ihm erspart, die Briefe zu* lesen, die ihm eine cin-clitieidcmlc Wendung seiner Stellung nnkundigicii. Bisher umsorgt von der zärtlichcu Nachsicht des Gälten, dem Rudis ästhetisch-sanftes Wese» durch 32 Jahre wie eine wohltuende, sich unterordnende Begleitmusik zu scim?m wuchtigen- Arl>eitsrliythmus gewesen war, stand die verwitwete Frau min ratlos und .ungewappnet den hcranstürnicndcn ‘Ereignissen gegenüber. Die Situation war kritisch — Ilagcn hätte sic vielleicht retten können. Der Sohn lebte irgendwo im Ausland, niemand kannte seine Adresse. Ein Vierteljahr nach Hagcns Tod . befanden sich Hägens Fabrik, Park und Villa tu anderen ‘ Händen. Es blieb ihr nur eine winzige Summe zurück, und sic Itczog, in trostlose Apathie versunken, -zwei kleine Zimmer m einem Vorort Hamburgs. Eine Zeiihmg kümmerten sieh Freunde uni die Habenseite Witwe. Schließlich halte man in den» reichen Hause großzügige: Gastfreundschaft genossen: „Arme, kleine, unbedeutende Frau — " Was man ihr tat, tat man für Hermann Hägens Andenken — —. Alier Ruth blieb teilnahmslos, und bald nannte man sie unzugänglich tuid undunkbur. Nach wenig Monaten war sic völlig allein. Gegen Abend, nach 'Eintritt der Dämmerung,, pflegte sic das frühere Besitztum auf Ansuchen. Wie. magisch aiigczogcu, um-, kreiste sie das Crundstück und starrte in das Dunkel der grünen Tannen, die ihr den Bück auf «las verlorene Paradies verwehrten. Aber sic wußte, daß jetzt bunte, gezirkelte Blumenbeete ihre geliebte Waldwicsc verdrängt halten. Sie hliel» Zuschauerin mit Zum» — sie hatte kciuc Kraft für neue Pflichten. Hagen war schon fast ein Jahr tot. Um diese Zeit erreichte' sie ein Brief des Sohnes. Er kau» aus Jerusalem. Die Frau, ganz in ihre Trauer eiimcspotmen. hatte wohl häufig an «len einzigen Solui gedacht. Sie hätte ilm sicher ülicraU gesucht, wenn sie hätte hoffen können, in seinem Wesen oder seinem Äußern irgendeinen Zug des schmerzlich vermißten Gatten wiederzufinden. Aber ihr graule vor «lein eignen Abbild. - Uml so war sie mm angesichts «Hoscr - lickaimtcu Schriftzüge plötzlich wie aus einem Dämmerzustand in grelles Licht gezerrt. Sie zögerte, den Brief zu öffnen. Das Bewußtsein einer, vergessenen Pflicht hemmte sie — —. Sie!>etr««‘htcte kopfschüttelnd die Adresse, tlie früher einmal «lic ihre gewesen war. Josef schrieb: „Y«»r einer Stund«- erfuhr ich Vaters T«h1. l«h sage nicht: „durch einen Zufall“ — ich nenne es «rin«* gnädige Fügung, die mir dies«: alle Zeitung in die liäudc spielte. Nun -halte ich «las Recht, an Dich zu schrcilM*n. Alutier! Du nmßt sofort zu uns kommen! Du wirst sehen, «laß ich in Vaters Sinne lebe! Aufbau — «las ist es doch, was erJ wollte! Ich hin Lehrer gew«mleu und habe immer gewußt, «laß nur «lies mein Beruf s«*iii kann. .Meine Frau arltciier auf dieser Siedlung, wo auch unser Kind auTwachst! Ilermaim ist vier Jahr«* alt. er sieht »ennu aus wie Vater! Telegraphiere mir. «»1» Du genügen«! Geld hast für «He Reise, und mit welchem Schiff wir Dich erwarten können! Uh umarme. Di«'h — Dein Sohn J«»scf.“ Die Frau saß Itetäulil vor «lies«*]« Zeilen; aber dann riß cs sie mit Zaultcrkraft aus dieser Versunkenheit. Sie tauchte als eine Verwnmlclte aus dem Heilbad «liesrr Erschütterung. Es sebhm, als habe sich «h*s 'roten Aktivität plötzlich auf sie übertrugen. Ihr Blick fiel durch das Fenster auf «len vorülierflicßcudcn Strom — es war längst dunkel gew«m!eu. und auf «lern Fluß lag selion herbstlicher Ahvnü»»ebeh Daß sie nicht sogleich auf «li«* Behörden «‘ileii konnte, um «lie Formalitäten zu erle«ligen, die mit einer Auslandsfahrt verbunden waren! Von einer längst verloren geglaubten Kraft erfüllt, begann sie planmäßig und beherrscht alles zu notieren, was eine Palästina-Reise erforderte. Am nächsten .Morgen-war sic von früh an auf allen Ämtern und Hilms — —. Cl»er Nacht war ein Ziel in «lie «pialvolle Ziellosigkeit iim-s Daseins getreten: dieser Enkelsolm, der ihres Galten Züge trug -- — —. Zum ersten Male schrieb sie sieh in «lie Schi fislist i: «du als „Ruth llngeii“ — —. Aber das Schicksal batte «*ine grausame Prüfling für sie auf« gespart: als «las Schiff im Hafen anlegt«*, standen zwei .schweigende «Menschen zu Ruths Empfang bereit — eine rasche Krankheit halte «las Kiii«l fortgoriss«-n. JuscUuud seine Frau konnten sie nur an das Gral» geleiten. Und mm erst, am Ramie «*iucr fast überwältigenden Verzweiflung, erstaml in «Heser Frau «Hc lang _.vcrkfnmmTle. .Mütterlichkeit* Ans «Heser schwersten Krise lauchli: Ruth als eine (»«-läuterte — ungeahnte Kräfte erwuchsen ihr; sie dachte zum ersten Male im Indien nicht -mehr an «las eigne Leiil. Jetzt fühlte sie sich nur von einen» glühenden Wunsche durchdrungen: «Hex* Inddeu Trauernden zu siüt/.rn! Die junge Schwiegertochter war wieder m «1er Hoffnung — Ruth übernahm mit Selbstvcrstämlliirhkeit die neuen und schweren Pfiiehti-u. Sir vermochte allmählich, sieb in «lie x> »nigc-wohntcn Anforderungen au fügen, sie bewies eine innere uml äußere Energie uml Elastizität. «lie Hermann Hagen in tiefstes Erstaune» versetzt bätt«*. und «He «Ich Sohn wie. ein Wunder numtitcte. „Mutter — —V Mi ver-Mie nicht — —.*• Ruth lächelte — «•*, war das gereift«* Lächeln, «Ins aus inner-»-»» Schmerz sich «lurchrmgt. Sie blickte auf ihre hart geuor<l<-i»cn Hände .herab — —, ..lei» danke Gott für jeden Tag sagte Ruth, und selbst ihre Stimme« schien «•in,* fremde Stetigkeit aiiszudrüi-ken. „Es ist mir vielleicht niemals — —“ Sie stockte; aber gleich darauf fuhr sie tapfer - fort; ..Es ist mir Itcstiniml niemuU so gut gegangen. Josy! Denke doch mir, wie überflüssig ich im Grunde immer war! Und nun —• Ihr Zwei braucht mii-h <l«»«-h* Sehr bald wird mich «bis nem: Kleine auch brauche».. Uml außerdem .— in dir halte ich Vater wie«l«?rgefumlen — ln**ser und tiefer, als wenn du seine schwarzen Haare und Augen 'hättest!“ Der Sohn blich stumm, in einer wehmütig-stolze» Fremlc. * Ruth legt«* sanft ihren 'Arm um «He junge Frau: „Es ist Gnade, «laß ich mit Euch leiten «larf — —“, sagte aie, uml sie sah bittend, «hinkend in «Ins ernste Gesicht von ihres Sohnes Frau. Ein Film - und ein Theaterprozeß Zukor und Goldwyn streiten um Gary Coopcr — ..Judischr» Kuiisithcatrr“ eiu Afonopol? Zwischen dem Präsidenten «Icr P a r.a m o u n t - Filmgesellschaft Adolph Zukor und Samuel Goldwyn, dem Leiter von Metro Goldwyn, ist ein Kampf entbrannt, jn den» yicht weniger, als fünf AHlUoncu Dollars auf dem Spiele stehen. Zukors Schadenersatzklage in dieser Höhe stützt sich, nach einer Alcldung der United Press, auf die Begründung, Goldwyn habe Gary Coopcr. dazu gebracht, die Paramount zu verlassen und zu Metro Cöhlwyn überzugehen, ln der Klageschrift wird Goldwyn zur La-l gelegt, er halte (Vtoper durch Itetrügerix-he Angaben über die Lage der Paramount dazu bewogen, mit Goldwyn ein Abkommen zu unterzeichnen, «las ihn nach dem Ablauf seines Vertrages mit «Icr Paramount an Metro Goldwyn bindet. Goldwyn dagegen erklärte, wenn «lie Sachlage so sei. wie sie von den» Kläger dargcstcllt werde, könne nur Coopcr, nicht aber die Paranuwnt-Kiimgesellschaft Klage crhelte». Und ' jede Partei versucht ilcn Nachweis zu führen, daß sie Coopcr „entdeckt“ und ihm «leu Weg von der Farm bei Helena, Alon-** tana, -in die kalifornische Filmmctropolc geebnet halte. Zukor Itehauptet: „Als Gary Coopcr nach Hollywood kam, war er hur ein unerfahrener Schauspieler, in dem die Paramount Alöglich- keilen sah. Er war ein Heltcnswfirdiger, angenehmer junger .Mann, als unsere Gesellschaft Iteschloß. ihm eine Chance zu geben.“ Goldwyn. der damals noch Oberhaupt und einer der Organisatoren der Paramount. war, stellt «I«-m die Behauptung entgegen, daß mir -er allein „tlie Alöglielik«*iten, »die in Gtoper verlmrgrn lagen11, erkannt halte. Er halte ilm aus einer Schar von (owhnystntistcn Iicraiisgcnommtti und ihn zusammen mit Ronald Colmnii in dem Film „The Wiiiing of Barbara Worth1* licrausgcsteiil. Der Vertreter Goldwyn* konnte sich in sein«:r Gegenschrift a«if «lie Klage Zukors einer ironischen Bemerkung nicht enthalten. Er regte an, Zukor solle doch noch eine .Million Schadenersatz mehr verlangen „für «lie publicity, «Hc er uns gibt. Jeder weiß jetzt nämlich, daß wir C«to|tcr haben.11 In New York wir«! c.s demnächst zu einem interessanten Prozeß Uiiimrn. Der Schauspieler Josef Bülow hat im New Yorker Thrntervicrtcl ei»«: Bühne eröffnet, «fer «:r «lic Rczcn-hnnng ...l n «I i s c h e s K u n s t 11» c a t c r11 gab. also «len Namen des' von Morris Schw arz in allen Welt l eilen berühmt gemacht™ Theaters. Das Programm des neuen Unternehmens ist ungefähr «lnsscllic wie das «1er älteren Bühne gleichen Namens. Direktor Schwarz erfuhr von -«len» Plan wahre.»»«! seines europäischen Gastspiels und legte durch seinen -Anwalt Protest ein. Der neue* Direktor meint jedoch, «laß jedes jü«lis«*he. nach künstlerischen Gruntlsälzen geführte Schauspielhaus «len Gattungsnamen eltcnso benutzen dürfe wie sein Vorgänger, etwa so. wie man «He Bezeichnung „Operettentheater“ o«fer „Bauerntheater11 nicht monopolisieren könne. Bulow kündigt an. «laß er trotz «le» Einspruchs sein ‘Haus unter dem gewählten Namen führen werde, wenn «las Gericht cs ihm nicht verbieten werde. * ,JJas kann ich Ihnen nicht sumnten!“ gebiet .suchen, »imlemcu. Das Umstellung heißt das inhaltsxdiwero Wort, «lim unsere __ Zeit geprägt hat. Umstellung: den Bein I wet*ksehi, ein neues Arbeit»- bedeutet auch gleichzeitig ein« Umstellung «1er geistigen Kiiipoxumg in i»cugc**M*h,,Ueiie limi tieugef«irderte Verhältnisse. „Sie miWn »Mi eh©» umstellen“ — t»t hören «He, die es lietrifft uii«I oiigchl. ülk-rnll, wo ^ic »ich in. bis vlu gewohnter Arbeit lM*n»ühen. , * „Sie müsset» si«*h umstell«*»“, «las heißt mich »imlcnir». in anderer Beziehung. Wir wi^eii, wie viele unserer Glmiltcn»- geiiosM'ii un«l nicht nur in Palästina, niclit-'iiur aU Auswändert? in der Fremd«*, um*)» «lie geringste* 1mv»xt gesagt, «lie primitivste Arlteit angenommen IiuIm-u, um ihr Ia'Ik'ii fristen zu können. Nim sind «Rex* Meu-rlicn, naclulcm sie sich mit hnrteiii Zwang <lan.r«’iigerungeti halten. .schließlich zu «lein Eulsehhiß gekommen, si«*Ji umzusteUni und auf Gebieten mul in' Bezirken tätig zu x*iii. «He ganz äbx-it* von ihren ehemaligen Berufen Hegen. Ein Jurist — um nur ein paar Rctsjiiele zu Heimen — ist in einem Hause Diener g«*w«»rdeu; ein Ingenieur mit «len» .Doktonliplom fährt «las Aut«» eines mu-U h«'»it/.emh*u Mannes; ein \ «‘rbigsbuebhändler bi<‘te| sieb zmfi r«-ppichklopfeu mul Parkeltfußbmlenreinig«‘ii an. Dicx: Miiimer hals-ii verstamleu, den Ciltsc.ln-iilemlvn Schritt zu ton. SchUnuner ist «*s x-hun bei il«-m weiblichen G«-*c|ilecht. Meist ungelernt«- Kraft«*, wollen sie mm ihre KennlnisM* von Haushalt, Wirtschaft «sler Ximb-rpfleg«* nach «fer Führung eigener gntßer twlvr kleinerer I Imishahiingen für mnlcre nutzbringend verwerten. Sit» bn’ten sieh zu dinu’ii an,' v^«» >i«* bisher zu .,herrseli«*u,k gi-wolnit waren. * . * Vi«*llei«*hl ist «*s leiehler, '*m einen» Beruf »u einen uttdemt ülH-rzulreteii, als aus «h-r gex-hützleu t'mhegimg und Aerwöhmmg in «bis n«,ii«* barte I.e|M*n■ . über/ugeh«*». ' Niriit je«l«*m ist «lio Fähigkeit «|i*r Aii|>asMmg, «Icr Eiufüliluug mul Unterordnung «egvhen. Wenn Wunsch und Fähigkeit xdcher Frauen, „Dame** zu blciln-u. -g'-paart ist mit Takt mul Eiufüliluug, «li«* Erzielumg uml l.clH'nsfühnmg geprägt halH-n, x» wird sie «He beste Vorimsx-t/ung x-in. siib In alle leigen «l«*s Is-Im-iih zu schicken* Sic wird ntii'h jen«’ gleii-hlH-i’i-cliligte A erlraulit’hkeit sich dn<lnrc1j erring«‘n. «H<* xuist oft g«-iuig zum störemb'ii Hemmnis vvinl, il«-mi ...Dmiu-nliafligki-ii4vermag aurii «las IkrufslelH’ii zu er- M'bw«-rei». * '* I)i«*x‘ Fram'ti hälHtu aber mit einem x-hweren lliiiderum zu käinpfen. Das ist «las oiuiuöx* Wort: „Das kann Mi Ihnen niritt zumute»!“ Wie oft scheitert ein Engagf’meiil^eine Arltcits- Zuweisung, die Aussicht auf einen Verdienst daran: „Don kann irit Iluieu iiieht zmmih'ii!** Grobe Arln-it, Sclmmtzarfteil, Kraftaiistn'iigimg. <'„«ier .Mülleimer“ — ach. wenn «Hc llmisfruiieu Und «lic Arlx-ilgeluT «hielt nicht noch iH-fiingcu IiHcIh:ii Jn^deii Aiyx*haumigen von früher! Wenn sie d«H-h verstehen möchte», «biß .nicht nur di«: Suchenden. «He sich Bcwcrltcji«lcn sieb umstellen müssen, auch <Ji<\ «lie Arlx'it zu v«*rg«,lM*n ImiIh*ii um«| «H«: Arlku'tskräfle suebeu! Wi^un sic d«ich wüßten, «laß scImhi «lie Möglichkeit eines Versn«*lies, «biß rin bißeben guter Wille und Verständnis ih-m amh-n-u Aufrichtung und Halt gi-lnrn, sieb einmal versuche» zu «lürfeu, seuu* Kräfte zu crpmltr». Ein M»ielu*s Verank«-rtx-in in früb«*ren Gt-w«ihnlu*il«n steht vvetler dem Arlndtg«-Jn-r noch «lern Ar!>e»nclii»er zu. Gewiß, es g«*hörl Takt «lazu, IiüIh*ii uml «Irülteu. Auf «Icr einen Seite «‘ine Unterordnung, «lic uii-Jits voiPServilität hat, auf der amlere» . Seile eine •fon»c»wnhre»de mul doch brstiniluU'J SiclH*rhcit, wenn Aminlnuiig<‘ii gegeben wenle». Also nicht immer von jener Warte mis deji Mcnx-hni iH-gcgncn, «He einst lt«:sN<*r<i Tage g«-M*h<*n balM'ii uml sich umstelle» müssen, «laß inan ihnen nicht zumute» kü»u«*, was man selbst zu hm mK’h von sidil seluebt. Wenn alle «I<h’Ii luah-nkcn wünle», daß midi für sic «lie .S(tihd<-.kommcii kmm, wo sie den Schritt tun müssen, sich umzus|cl|«'ii, uml wie x-lunerzlielrxihueii dann «las Wort, wemr sic arlx’itsgewHIt uml mttg«‘zwuug«*u konuueu, entgegi-uklingcn würde: „Das kann teil Ihne» nicht ziTmuteii!“ Fririla Vallenlit). Die neue Kulturbunä-Saifon Der Berliner Jfidix lir Kulturbund gibt soebni -ein Progrumm für «lic kommende \\ inl«*rHpirlz«*it l«rkaiuit„ Jn*«lcm Spielplan ist auch ein* Erfolgsstück «les Pariser 'Ilieatre fiymmisr von Ilcnry ' Bcnvslctri ‘vorgesehen, «tas «len optimistisrhrn Titel „LVspolr1* (Ibtffmmg) führt. Di«: ghVklirli«: Wahl «Icr jetzt im. Spielplan stellenden Koniinlie „Große Lirl»r“ von Kranz Afolnur uiul «lic reizend«: Aufführung sind ein verheißungsvoller Auftakt für «lic neue Sawni, m» «luß mau mit und ohne Henry Bernstein -dh* Ihjffmmg IiuIh-ii darf, «laß es «lern Intendanten Dr. Singer gelingen wird, mit diex-m Programm «lern Kulturbund bisher abseits Stehende, neue Fnhimlc uml Mitglieder, in größeren» Umfang zuzuführeii, um so im-hr, als in «lern llei>ertoire viele AVfmx-hterfüllt sithl, «lic in «Irn teinjtrramrntvollrfi Diskiissiou«n um de» Kulturbund in «ler letzte» /.«*it «rlmlien w«mlcn sin«!. Dein Utarakler des Monats ih*r ernsten Kmttage entsprechend, beginnt'der. Kiilturbimd in» Srpirmltcr mit «lern in Berlin noch nicht aufgcführtcii Dramaeiner i-bassidisc-lien Iiunilic: „Die golden«; Kette1* von J. L. Per«:/.. Als erste Oper schließt 'sich Verdis „AI a s k e n h a I I“ .aii. So«laim winl Frist Wiste» Sliakcs|^ares „Soin m «: rn n ch t s t r a ii n»‘k mit der Musik vort Felix Mcn«l«*hs<)lm-BarihoMy inszenieren, Bruno Frank kormnt mit seinem Sulor-Drama „D er General u u*«I «In» (# o 1 d‘* zu Wort. Nach Henry B e r n s t« i u s (/Csellx-huftsHtfiek „L’espoir“ (Hoffnung) bringt «ler Knllurbuml zur .150. Wie«lerkehr des Julires «Irr Uraufführung Mozarts „Don Giovanni“. Außerdem sind geplant Scholaun» AUjchcm* lieiteres. Stück, aus- «l«m <tsljü«li-clK*n Lehen „A’mcha14 („Dein Volk“), „D o» Pas«juale‘2 von Donizetti und als Sommcroperettc öffenltacha .,()_!* p h e ii s in <1«: r U u I c r w r ) t**. Von «len Orchcstcr-KrmzcHcu werden zwei imter I^eihing von Han» Willtehii Steinberg stehen. In. der. ..Reihe der 'Sondcrveranstaltungen sin«! u. a* vorgesehen: Hamlels „.Joseph in Ägypten“, «las große Gliorwerk „Die 1 Iagn«lah“ v«n» Dessau und „Vier Predigten über «las Judentum“ von Joachim Prinz: Die l*eriihinte -nincrikanix-he piseuse, Isa Kreme r, dem Publikum von ihren Gastspielen im ..Blauen Vogel“ her -k*L*nc Unltekannle, wir«t einen eigenen Altend gelten* Auch Cloire Fel- <Iem wird mit ihren Chanson» zum erstenmal im Rahmen des Kulturbundes erscheinen. Außerdem werden Professor Carl Flesch un«l «fas-Mayer Mahr--Trio Gastspiel«; gelten* Ein Programm also, das sieh sehen und hören lassen kann.