Jüdische allgemeine Zeitung
- Journal
- Jüdische allgemeine Zeitung
- Volume
- 16 (1936)
- Issue
- 32 (5.8.1936)
- Date
- 1936-08-05
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Beilage 5. August 1936 JÜDISCHE AUfiEMHME , ZE1TUNQ Beim, Meifter des Blitzfpiels Sulo Flohrs Lebensroman — Gefpräch mit einem zukünftigen Schachxcellmeifier Die kleine Prager Wohnung mit dem Türschild ..Salo Fiohr” kiuni man sich gar nicht schön aufgeräumt vorsteÜen. Immer wird ein- oder ausgepackt, immer stolpert der Besucher über heimtückisch herumUcgcnde Koffer,’ immer herrscht die Atmosphäre des Ahreisens oder Ankonuncns ... Schachspieler — das wareinst ein gerulisamcr Nebenberuf,' so recht zum stillen Daiiiulebcn für nachdenkliche Naturen geeignet. Unsere Zeit hat auch aus dem Versenken in die Koni. Iiiuutiousniugiiehkeitcn der 64 Felder eine ..Branche*4 gemacht. Der Borufsschnchsmclcr wird mellt weniger in der Welt hermngeheizt, von Match zu Match und von Turnier zu Turnier, als seine Sportk<dlegeu vom Fußball oder Tennis. Solange. Salo Fiohr noch -Junggeselle war, hinderteihn nichts an, diesem ein wenig aufregenden Lcl>en. Jetzt ist er jungverheiratet. Wie wird sich seine Friiu damit abfinden? Salo Flohrs Leben ist niemals ruhig dahingeflosscn. In Polen geboren, verliert er in frühester Jugend seine beiden Eltern: sie werden von Kosakcnhordcn bei einem Pogrom erschlagen. Man bringt den Jungen und -seinen Bruder Moses nach Brite und dann nach Lehme ritz; wo sie von der jüdischen Kultusgemeinde versorgt und aufgezogen wenlen. Man will die Ixudcn Jungen» etwas lehieu lassen. Moses kommt zu einem Tischler iu die Lehre, halt sich brav und ist heute Tischlermeister im Prager Filmatelier am Barrandov. Salo aber, den man iu vor- M-hicdentt Büros steckt, tut nicht gut als Kaufmann. Einmal brennt er-einfach durch, ein anderes Mal ärgert er seine Chefs so sehr, dal» sie ihn hinauiwerfen. Man ist erzürnt über diese« schwarzen L'iylank des Jungen. Taugt er überhaupt zu etwas? Er scheint eine Bohemien-Natur zu sein, ein unruhiger Patron, der es nirgends lange aushäh. Das einzige Gemeinsame der beiden verschiedenen Brüder scheint ihre gemeinsame Liebe zum Schachspiel zu sein. Aher' während Moses darin einen intero-anton Zeitvertreib erblickt, wird das Spiel für Salo immer mehr zum eigentlichen Lebensinhalt. In kurzer Zeii entwickelt sieh Salo Fiohr zu einem Spider ci>len Banges. Man wird auf den unbekannten, 18jährigen jungen Mann mit einem Schlag aufmerksam, als er im Karlsbader Turnier 1928 ein Blilzmatch gegen den Meister Bogoljubow gewinnt. Er wird als Sehacliwa»der angestaunt, und seine lic.-omlere Starke erregt Begeisterung: die Gabe der blitzsehnclleu Kombination, die ihn dazu befähigt, .jede Situation der Figuren sofort zu‘erfassen. Th seinem ersten internationalen Turnier wird er zweiter hinter Buhinstein. Bald rückt er in vielen Turnieren an die erste Stelle auf. Sein Mateh mit Botwinnik im vorigen Jahr, «las unentschieden ausfiel, erregte Sensation. Man hat daher sehr gestaunt, als dieser unerhört iH'gabte, heule erst 26jährige Meister vor kurzem im internationalen Schachturnier in Moskau nur den dritteu Preis orliielt. Aber die-- Eingeweihten wissen, «laß «lieses eigenartige Vertagen kein Zeichen für einen Abstieg Flohrs ist, sondern ganz andere Gründe hau Gleich zu Begum versagte er überraschenderweise in einer schon gewonnenen Stellung gegen Capablauea. Man weiß, «hiß s«dchc Falle plötzlicher „S e h a c )i b 1 j n «1 h e i t” um) Nervosität infolge Zeitnot jc«lcm Weltmeister gelegeullich zustoßen. Auf «len jimgeu, außerordentlich ehrgeizigen Fiohr wirkte sein Versagen sodeprimierend, daß er währeml «Ies ganzen Turniers nicht so konzentriert spielte wie sonst. Und dazu kam «‘in Moment, das auch anderen Sportleiiteu manchmal zum Spielverhängiu» wir«!:' die Liehe . . . Denn was er aus Müskuu außer «leiu dritten Preis mithrachtc, war seine junge hühsehe Frau, eine russische Jüdin, «leren Vater einst Fahrik«lirckl«>r war und heute Arlicitcr ist. Wer die huiulerlprozeutigc Konzentration k«‘im(, «He zum Durrhkänipfcn eines Turniers erforderlich ist, «Irr kann sieh denken, daß schon ein absehwelfemler Gedanke genügt, um geschlagen zu werden. * Alier die Kundigen sind sieh darüber einig, «laß Fiohr über kurz oder lang seinen Verlust im Ktllcin|M> «‘inluden und #in nicht allzu ferner Zukunft Sehaehvveltmeister sein wird. Er ist vielleiehl «ler einzige aus dem Nachwuchs, dem man mit unbedingter Sicherheit <lie>e Prognose stellen «larf. Er hat übrigens vor «lern letzten Wettkampf in Holland mit dem jetzigen Weltmeister. Eiiwe, als «Icsseii Trainer gespielt. Unser Interview zwischen halhgcpaektcn K«iffmt ist lircitdet. Flohrs junge Frau macht darauf aufmerksam, «laß «ler Zug zum nächsten Turnier iu einer Stunde abfährt. Aber vorher muß sie ihn doch noch cimnal ans Schachbrcit holen und fragen: ..Abo, Salo, wie war das: hier stand «lh* Dann* -uml hier der König. Jetzt ziehe ich mit «lern Bauern ...” Lronliaril Ifcinrirh. * Auf dem Wclt-S«‘hnehliirnirr In Bad Podlcbrad blieb, wir «ler Jlu gemeldet wiril, «ler ts«*lie«‘b<isl«iwaki-«lic Meister Floht* mit Fl Punkten Sieger, miehdem er den Wehuudster l)r. A I.- jeehin in «ler letzten «>nlseheidcml(*ii Partie geschlagen halle. Aljechm wurde mit I21/« Punkten Zweiter. Vorn Familienfinn zum Familienbild Von JULIUS GLCCKSOIIN. Lin Weg, der von einem uns oft uaehgesaglcn Begriff, .wie es «ler Familiensinn ist, zu einer Sache, einem Bilde, führt, das man getrost bei sich tragen kann? Gibt es denn so etwas? Jawohl, denn das Verlangen, Bilder von Angehörigen und Verwandten zu besitzen, wird vom Familiensinn «likticrl. Und in «ler Gegenwart, einer Zeit der Trennung und Wanderung, gewinnt o? für uns Juden erhöhte Be<lcutung. Gewiß, mau kann zum Berufsphotographen gehen — mul man soll es sogar — er wird uns ein gutes Konterfei herstcllen. in «ler Aufmachung, iu «1er er uns sicht. Ja, wie er uns sieht . . , Der Alltag, die Arbeit im Beruf und im - I lause, «Icr Vater beim Lesen, die Mutter beim Nähen, Kimler beim Spiel — alle «liese Gelegenheiten und noch viele; andere sind «lern Fachphotographen weniger zugänglich als «lein Amateur. Das liegt 'ganz in «ler Natur der ■ Sa«*hc. Und der .Amateur soll «liese Möglichkeiten ausnutzen, um sieh, seinen Verwandten und Freunden «liese Eindrücke von bleibendem Wert zu vermitteln. Denn von einem Wert kann man wohl spreche«, wenn ein derartiges Bild geeignet ist, dem Chaluz in Palästina ebenso w:c dem in andere und noch fernere Z«mcu Ausgewanderten die Erinnerung au «len Familienkreis - und seine Teuren waehzunifen. Ms ist gar nicht so schwer,' die Wege zu gehen, die zum gut«*» Bible min auch zum guten Familicnhilde führen. Man muß nur von M'im’r Kamera mit dem meist lichtstarken Objektiv und von der, hohen Lichtompfinplielikeit «Ies modernen Negativmaterials den richtigen Gebrauch zu machen wissen. ‘ Dazu gehört. «laß man sich von Vorstellungen frei macht, die vor Jahren uml Jahrzehnten angebracht waren, - Damals war cs notwendig, lange Belichtungen durclmiführert, <L h: unsere Angehörigen mußten mehrere Sekunden, manchmal auch halbe Minuten, wälirciul «ler Aufnahme slillsitzcn oder -stehen. Daß sie «larüher nicht gera«le erfreut waren, kam «Innii meist auch auf den Bildern mit zum Ausdruck. Heute ermöglichen die erwähnten Lichtstärken iin«! Empfindlichkeiten nicht nur im Freien, sondern auch in hellen Räumlichkeiten Aufnahmen mit verhältnismäßig kurzer Belichtimg«daucr-zu machen, <1. h. lebenswahre und ungezwungene Bilder, deren Heiz gerade in ihrer Natürlichkeit liegt. Eine Kamera, die derartige Aufnahmen ermöglh-ht, braucht gar*- nicht einmal "roß zu sein. Im Gegenteil, die Parole’ «ler Amateure lautet )icutc: „Kleine A ufnahmen, g ro ß c Bilder!” Was so zu verstehen ist, daß man mit «len sogenannten ..KIcinkamcras** Aufnahmen kleinen Formates »t\rslellt, um die guten — oder Teile von ihnen — zu vergrößern oder vergrößern zu lassen. Man kann sagen, daß «lic Anschaffung einer wertvollen Kleinkamera rationeller ist als" die eines billigen Apparates größeren Formates, der unverhältnismäßig hohe Kosten für da» Negativ material verursacht. Uber die \\ ege, die zum guten Bilde führen, wäre noch einiges zu sagen, z. ß. daß man auch auf den Hintcrgnm«! achten soll. Bei einer Personenaufnahme ist cs unangebracht, wenn hinter und neben dem Kopf noch allerhand .TKIeinig- - keilen4* wie Bilderralmicn. Nippsachen, Blumcnvascn mit und ohne Inhalt. Bücher. Tapetenmuster uml dergleichen 'sichtbar .werden. Man soll im Gegenteil auf einen möglichst gleichmäßigen und ruhigen Hintergrund achten. Deshalb wirken auch Aufnahmen im Freien, bei denen dem Dargestclltcn Bäume und Strüucher scheinbar aus dem Kopf und den Schultern wachsen,' so unschön. CTicrhaupt zeigt sich auch hier in der Beschränkung der Meister. Es kommt nicht darauf an, möglichst viel auf ein Bild zu bringen, sondern mit wenigem einer Idee, einem' Motiv zum Ausdruck zu verhelfen. Oft. JH*gegnrt mau auch dem Fehler einer vorwiegcml «'inseitigen Beleuchtung von Personen. «!i«‘ dazu führt, «laß eine Gesirhtshfilfte hdl, die andere jedoch vollkommen in S«*liutlcn getaucht und ohne Einzelheiten erscheint. Man achte daher auf die Richtung des L i e h t e i n f a I I s , «lic mi gewählt wc’rtlrn soll, daß möglichst das ganze Gesicht, wenn auch nicht vollkommen gleichmäßig, vom Lieht getroffen wird, fsl «Ixt eine schliche Beleuchtung nicht zu vermeiden, so tut man gut, dttreii eine vv<‘ißc Flach«: die Schattenseite nuF/.iihellen; eine derartige Fläch;*, die ans-einem Bogen Papier, einer Tisclnlcckc oder älmliihem bestehen kann, wirkt geradezu Wunder. Daß die Bc I i c h t tt ii gs z c i t sieh mich der Empfindlichkeit des Ncgativmateriab. den Liiluverhältnissc» und der Lichtstärke des Objektivs, bzw. narb dessen Abblcndting riclilct. dürfte allgi'iucin bekannt sein: doch kann mau oft gcuijg Iwobacbicii. daß von dieser Kenntnis falscher Gebrauch gemacht wird. Es hat zum Beispiel keinen Zweck, Iwi einem iteweglielien o«ler bewegten Objekt die Blende zu verkleinern un«l länger zu beliebten, um <*iii „scharfe*** Bild /ii erzielen. Halt mau den Apparat in freier Hand, so muß mau erst recht Werl darauf legen, bei großer Öffnung mit möglichst kurzer Relichtuugsdauvr un>zi:kominen. Und K i n «I e r a ii f ii a h m e n? Erster Gesichtspunkt ist liier gleichfalls die Natürlichkeit! Nii'ht die Kleinen erst iu den guten Anzug stecken, in dem sie sich nicht wohl fühlen. Am besten photographiert man sie, indem man sic nichts incrk<‘ii läßt, also z. B. wenn sie ganz ihrem Spiel «»der ihrer Beschäftigung hiugegrhc» sind. Der Raum g«*»taUctc nicht, «liese amlcutungswciscn Ausführungen ausführlicher zu gestalten. Hoffentlich trngcu die Anregungen «iazu bei. unseren Lielien hier mi«l in d«*r Ferne iirauchbaic und natürliche Familieuhildcr zu vermitteln. Deuteronomium und Jlias ln Manchester wurde iu der John Hylaiuls Library eine griechische Handschrift des Alten Testaments aus «lern 2.Jahrhundert v. gefunden. Die Handsi’Jirift ist .'100 Jahre älter als <la*» bi-hcr.älteste Bil>e|fr>gmcnt. Rs bandelt sieb zunächst um vier Bruchstücke einer Papymsrollc mit Teilen «Ich Ruche» Deuteronomium in griechischer Sprache. Der Herausgeber G. H. HolyCrts beschreibt jetzt in seiner Veröffentlichung -Zwei biblische 'Papyri** auch die merkwürdigen Umstände, unter «lenen dieser Fund in der Bibliothek gemacht wurde. In einem Bündel vermlrehter Papyri, die Iwreits im Jahre 1917 für die Bibliothek .gekauft wurden, l«cfand .»ich auch ein«* Umhüllung, «Ii«* zwei Stücke einer Art Karton enthielt, Papyrusliüllen, wie sie für menschlich«: Mumien oder, auch gelegentlich für «lic heiligen Krokodile gebraucht wurtlcn. Ms fand sich keinerlei Hinweis dal»ei .auf «len Urspningsort o«!er den Händler, von dem «Icr Pjjpyni* gekauft war. Wenn Papyrus für die Einwi«‘kclung von Mumien verwendet wenlen sollte, so wurde er in-Streifen geschnitten, in «frei oder vier Lagen zu«ammen"eleimtv so «laß ein .Papiermach«5 daraus entstand. un«l das Außere vvunle mit Mörtel-bedeckt und bemalt; «las Ganze Micnte nur als Hintcrgnm«! für 'die Ausschmückung von Mumien während der ersten «Ire» Jahrhunderte v. In «liesem Fall war «Ile Arbeit der Auflösung noch schwieriger, «In «Ile Masse mehr aus Papierfetzen als aus sorgfülti" goclmiltcncu Stücken bestand und übcreinaiuh'rgcsfnpft war. Noch «Inzu waren die Bruchstücke gedreht uml zusnmmcngefaltet, so daß sieb «las seltsame Ergebnis zeigte, daß «las Bruchstück den I>‘iiternnnmiumtcxtcs mit einer Rolle zusnmmcngcwi«*kelt war, «lic das erste Buch der Ilias enthielt. THEATER, KUNST, LITERATUR Lrnlwig. l'iililas ,.J u g «• u d £ r «• u ii «1 «•** im Berliner Kulturhuml lialwu einige L inbcwl/nnucn erfahren.' Für. Martin Brandt steht jetzt Werner ilinzeluwinu «Uc Wrlegeulwiten d«‘s . Mu>ikM,hriftsleller> W inkler nu>, t’iir Ellen Moses ist «Ii«* temperamentvolle Ruth UotidcII «•ingc-priingeu. Kl friede B«»rodin kann «lie verträumte Riiih .Mauulicinit'r aL Dora Iwuz iiit'ht ganz ersetzen. Stück und .Vufffihrungcii fanden auch in «lirser Gruppierung lebhaften Beifall. Der Tenor Paul Fclicr, der eine /clilaug auch «Irin' ()|K'nieii>cmbIe drs Ihiliiicr JudiM'lim Kulturbuiulthcalcrs augehört«*, i»l anläßlich «Irr vor kor/ciu in Wien abgchallrucii Festspiele, bei «lenen er in einer \ nr-ielluug als Hauptdarsteller mitwirkte, als erster lyrischer Tenor atu-ilie Mit riebe r Oper wrpflirhtct vvonle». % In «ler im Uabmen «ler Salzburger Festspiele veranstalteten Aufführung von Mo/arts -Don Gimanui” linier Brun«» Wallers Leitung saug Emauuel Lisi den l'nmlur., Direktor Artur 11 «*-linier, «Irr frühere. Direktor d«;s__N«*ueu Tlieaters in Frankfurt a. M.. eröffnet am L Sc|»temU'r «las- T Ii «* «Icr an der Wien mit «ler Uraufführung eines om-ik'a- . list’hcn Lustspiels von llalpii’ Bmat/Ly: ,.A\e| au der I lmuucl»tm;\ zu «(cm Adolf Schütz und Paul Morgan *U*ii Text giscliricheu lialH'ii. * In Ahhuzin hat «;ine K .i ) m’Ji n - F«*stapielworlie begMiinen, die die iH'kmmK'stcn Operetten Emmerich Kalmans unter Mutung de> Komponisten bringt. Die Ti|clro)!<‘ iu Kalmans nciii'»ii*m Werk -Kaiserin -.1 o s «• p b i tt e*\ dessen Uraufführung im •vergangenen Winter iu Zürich staltfnnd, singt Rita Georg, den •Napoleon Igo Gutmaim. — Wie aus Paris genieltlet wild, beabsichtigt Mav He iuliardt. Homain (ioliands -Danton” zu v«‘rfilmen. Der ..Danton” w«rde den or-l<‘M Tc'Üeiner Filmtrilogie der französischen Bevolution bilden. ' ■ * t ' Iu Bad Ist*IiI ist «las Ehrenmitglied des Wiener. Burgtlieaters, Hofseliauspieter .J«»s«*f Moser. ge-|Milxn. Der Tnmerf«*H‘r i» «ler Zereimmu'iwnille der israeliliscb«'» Abteilung «Ies Wiener Zentralfriedhofs wolmleii u. a. in Vertretung «Ies Unlerriehtsmiiiisiers Dr. P« rnH r und der' Ihimlcslhcalrrvrrwuliini" .Ministerialrat l)r. Kosak. Bnrgthealerdii-ektor a. D. Ilofrttl Heine; die Burgschmispieler Slraßny, IIuImt. Müller, Braun. Lilly Karoly, Baron \. Nadhernv vom Riog der Büliuenküiistler, Seliauspielpr 'IheiHlor Weiß und viele Angehörige der Wiener Privalbfilincii beb * Der New Volker juldisehe Pen-Klub bat zu seinem Vertreter bei dem \nfatig September iu Buenos Vires staiirimbuideu luternatiuiialiu IVn-Klub-Kongreß den Dichter und DramalikiT II. L e i w i k licstimmt. Eine Anfführuog von Leiwtks dramatischer Dichtung „Der (io lern**, dir zuerst io hebräischer. Sprach«* von der llabima aufgeführt wurde, wird, wir gemeldet, vom Berliner .iüdi-rheit Kulturbund erwogm. Heinemann Vogelftein Y zum Gedächtnis Das i«T»gi»s-lil>cride Jmlcntum blickt lienl«* auf Heineii) a n u V <i ge ) s l e i u . s.iuerzeit Ibibldiwr in Slctliit. 2T»Mahr«? iijii h dessen AMelnn — am 4. August FH l •— als auf einen M iner lösten N'ertreler' und einflußreichsten Wortführer zurück. In ein<*r religiös mullm und utifruelilbareii Zeit stand er auf schwierigem Posten. Gleichgiltigkeit uml Lauheit batte er bei «Irr Menge. Fanatismus bei einer rührigen Minderheit gegen *d«‘b; dazu denersten Ansturm des ervvaeliemlen, jüdi-eheu Nnliounli»niii». Um Mi höher zu bewerten i«| die Auerkenmiug, dir *4*II»hI ,«IiV heftigsten (H'gnrr «lern lauteren M«‘nsi.*heiB filHT/engleii Jlieologrn uml voriielimen Widersacher /.ollen mußten. In* «li«*M*ii seltenen Eigenschaften und iu d«‘i* feinen Grenzziehung zwischen Prpmii und Sache, sowie in der Wahl seiner geisiigru Waffen lag ca Ih:- gnindet, daß er dem religiös rorlsrlirittlii'hrii JnileiitiuireTleii Bang erntrilleii hat, den i*s lunite bei allni Wblilgesiunleu eiiluiiumt . . , Eine bedeutende f^'istutig war »ein -I s r a e I i t i s e ler h G <• - bet blich*. iH'aihriid im Aufträge des Verbanden der Synagogen« (H’ioeindeii Westfalens iu zwei Bänden. IB’M - IB9b. Da der für* ilje Holten Feste l»c»liiimi|r 'Feil eim*- do|ipelte Fassung ,'für w;rstiiiid os|«leiitM'Iu*u Bims) iM'aiispmehte; ferner eine Beilage der Tornvorlesungen und Haft«»rans für. die Feiertage und eine Agende für Jtigemlgoll«''«liensli* hin/ukain, m» hat dieses Werk Anspruch auf volle WTirdiguii". -Ehat zweifelh»H eine wichtige Funktion uusgeßlit uml bedeutet eine der vviehtigften Vorarlwilen für du* spatere -F.inbeitsgebetlmeh“. Di«*s um h» mehr, als en dem gut («''-dienstliehen Leben eims weiten Bezirk» «leirbgeriehtrtei- Gemeinden feste, lilurgiseji«: Gestalt verlieb. MW die Grund« sät/.e. die 1 leiheinanu Vogelstein leiteten, hat er siel» in der Vorre«Ie (vom Mai 1894) ausgesprochen. .Wahrheit nueh vor Gott war sein .wirbligstes Anliegen; ilmt zufolge—mußten »Amtliche Bitten um Wiederherstellung der Opfer, Krrirlihnig «le» jüdischen Staate» mil«:r einem Sprößling David», .»owic da.» Er- .»elieineneine.» persönlichen Messia» au»si‘liei«lcn. Beil»e9ialtvn. war di«: Anserwäliltmg Israel» al» einer Berufung zu iiricHterli<‘hrm Dienste an «ler Abuisebbeit. In «liewni Dienste »oll Israel'»eine 'Freue erwiuH-n, und für »eincaBrhifiuig (hilt Dank und Huldigung «larbringeu, V«»g«*lstein tragt kein Bedenken gegen «lic Anrede „Du, o Gott, uiul Gott tinurgr Väter**. Was mehr besagen will: er lmt sämtlieb«* Segrn»»prüeh«* mit ihrem „Inmirh nllo** auch l*ci rabbinisrhen Vorschriften l»eU>ehnl|en. „Gerade vom Stand(Minktc einer . freisinnigen, «lic Entwicklung in religmsrn Dingen anerkennenden Auffassung*', sagt er, „schien e» mir nidit ri'htig, nur die in «ler Tora enthaltenen Vorschriften als. von •_-aGolt ge)»ot«‘n zu iM'-zeiehnen, den Anordnungen der vom Gottes« geisir rrfüllt«*n Führer in Israel alnrr «lir»c Bezeichnung vorzumthalten**. Heimur.anu VogeI»t«*in war ein lebhafter Gegner <lrs nnfänglielHm Zionismus, wie die meisten Vertreter «ler «lamoligen Rabbiner-Generation. ,.D«t Zionismus,'eine Gefahr für die/ gedeihli«*Iie Eiitwieklung «le» Juilentums“ war «ler Titel* eines «After -wic«icrlHilt<‘ii, 1906 auch' nl» Broschüre gedruckten Vortrags. Er erlebt«: w«*«lcr den Weltkrieg noch die Balfonr-Deklaralion; wir wissen uielit, wie er «ieli zum Kultur-Zionismus «nler zum Aufbau Palästinas gestellt haben wurtle. So zeitl»c<|jugt nlx:r auch manche seiner Aii-elmnungen gewesen sehnnögen: «lic große Linie seines Wjrkens^wird nicht nur von reinem Sohne Hermann Vogelstein in Breslau, einem unserer heutigen .rcligiös-liberolen Führer, klar und cntschie«b*n fortgesetzt, somlem vom gesamten religiös-liberalen Judentum', und wird iu ihm noch lange in leuchtcmlcr Spur Mchthär hl«’ihen. Dr. S« Samuel. \