Jüdische allgemeine Zeitung
- Journal
- Jüdische allgemeine Zeitung
- Volume
- 16 (1936)
- Issue
- 32 (5.8.1936)
- Date
- 1936-08-05
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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Stellung der Weißen zu den. Schwarzen und regiert vor allem nach dem .Vaßslah, wer am schnellsten verdient und ..wieviel einer (im Geldsiimc) wert ist". All diese Tatsachen und Jmpuudcraliilicu sollte jeder vun vornherein mit in Ileiclmuug stellen, der nach Süd-Afrika geht, und außerdem sollte er in sein Gepäck eine große .Menge G eil u I d mit einschnüren, wenn er im neuen Laude eine lixislenz aufhauen will. Von den KinWanderern der letzten ilrei Jalirc.haben his auf wenige traurige Ausiiahmeii alle •ihren Platz im Wirlschaftslehen gefunden. Kinigcn geht es.sehon gut, die meisten sitzen in hesclnddencn Positionen. Ahc.r sie werden, wenn siearbeitsam, fleißig ifhd ideenreich sind, ihren Weg machen. Nur an das Märchen, «laß inan schon Geld scheffelt, wenn man nur das Land betreten hat. sollte, keiner glauben. Dann werden viele Lultäuschungen vermieden werden. Mit Geduld sollten sieh auch die wappnen, die noch darauf warten, daß Gatten oder Söhne oder Töchter sie rufen. Die nachkommende Familie nämlich bedeutet nicht nur emc Mehrbelastung im Etat. Sie macht " auch den Neuling drüben unbeweglich. Man ist in Süd-Afrika nicht so seßhaft wie in Europa.und vor allem in Deutschland. Lud wenn einer in Kapstadt beginnt, und es bietet sich ihm einige Zeit später in Durban ein besserer Posten, dann muß er die I! e w c g I i e h k e i t Indien, dorthin zu fibersiedcln. Das kann er aber nicht ohne weiteres, wenn er schon eine ganze l'amilie und einen entsprechenden liallast an Mobiliar mitzuschleppen hat. Wenn auch die Trennung eine große seelische iiclastung ist. gleich groß für: den zu Hause Wartenden wie für den im fremden Laude di;; verwandle Seele Entbehrenden — manclnnäl kann eine kurze Verlängerung der Wartezeit, also etwas mehr Geduld, von entscheidender licdculung für die Zukunft der ganzen l'amilie sein. in. Soll man 11 u ii nach Süd-Afrika gehen? Immer wieder wird einem diese; Präge gestellt, wenn mau heimkehrl. Es wäre vermessen, nach kurzem Iicsurh im Laude ein'endgültiges UrteiL abgeben zu wollen. Aber das eine ist sicher, es gibt Arbeitsin ö g I i e h k e i 1 e n . wenn auch in Iterufen. die bei den Juden nach ihrer bisherigen llerufsslriiktur nicht, allzu häufig sind. Denn das, was dem Lände fehlt, sind Handwerker und fachlich geschulte Facharbeiter. mul zwar Männer und Frauen. Aber die Vorbildung muß gründlich sein und die englische Sprache muß beherrscht werden. Junge kräftige Männer ohne spezielle Vorbildung oder Ingenieure können in den Minen Arbeit finden, junge Mädchen in Haushaltungen und. wenn sie wirklich perfekt in ihrem Fach sind, als fremdsprachige Sekretärinnen im Ilüro. Am stärksten gesucht sind alle Kräfte, die mit dem Hau wesen zu tun haben, miiii Architekten bis zum llaukleinpiier und vom Straßenbau-Ingenieur bis zum Maschinenbauer. Was das Land schon au Cb er maß hat. sind Kaufleute. Die Entwicklung geht auf I crdrängimg des Imports zugunsten eigener Erzeugung . im Lande, das bedeutet, wenn auch der Kaufmann im gewissen Maße zur Wären'crtcilung notwendig bleibt, _ einen ungleich größeren 'bedarf au Industriearbeitern als au Kaitflcutcn. Am schwersten ist "es natürlich Für die a k a <1 e m i s <• h e u und freien II er ule. Sie setzen entweder, wie schon erwähnt, Staatsprüfungen oder eine so souveräne lieherrsehung der englischen Sprache voraus, wie sic nur wenige besitzen. Die einzigen Gruppen, die vielleicht Chancen haben, sind Fotografen oder Zeichner, da ja diese Künste ■ durch ihre Unabhängigkeit von der Sprache ..transportabel" sind. Die Musik aber ist im Lande so reichlich . vertreten, daß man die Einwanderung der Musiker sehr erschwert, ja fast unmöglich macht. Die Einwanderung nach Süd-Alrika erfordert ein \ nrzcigegeld von mindestens 100 Pfund. Die Hilfskomitees haben der llegierung gegenüber in manchen l allen die Garantie dafür gestellt. Es ist verständlich, und im Sinne einer planvollen Auswanderung begrüßenswert. wenn sie die Garantien vorallem für Mcnsclien jener Hernie geben, die dem Lande fehlen. Denn von dem Gesichtspunkt einer gesaintjfidisehen \ eraulwhrtung aus wird die Zuwanderung in ein neues Diaspora-Land nur daun erfolgen dürfen, wenn die Juden sich dort herufsstrukturell dem sonstigen sozialen Aufbau des Landes entsprechend cinordnen können. IN'. Die letzten Jahre haben uns gelehrt, «hiß es keine Entfernungen auf der Welt gibt. Denn überall haben wir Freunde oiler Angehörige. Und wenn auch manche - Eltern, die ihr Kind nach Süd-Afrika ziehen sehen, meinen, es gehe ans Ende der Welt, so sei ihnen gesagt, daß die Heise ja nur sechzehn Tage dauert. Und so eine Fahrt auf italienischem Schnelldampfer gibt gerade genug Zeit, um die .Vorfreude auf das Wiedersehen in Süll-Afrika zu steigern oder den Abschiedsschmerz, wenn der Besuch-vorbei ist, zu lindern. Das Meer und der südliche Sternenhimmel, die flache Küste von Ostafrika und. die steilen Ufer voll Marokko, der spitze Felsen'von Gibraltar und das herrliche lllait des Mittclmcercs, das znrückstrahlt auf die Küste von Spanien und Südfrankreich — das alles beschäftigt Auge und Herz, läßt Wirklichkeit unwirklich werden und hebt durch die Stärke des. Erlebens die Schwere der Gegenwart auf. - Die Repräfentanten berieten Die neuen Berliner Gemeinderabbiner — Steuersätze nie bisher luter «Inn \or.-itz von Rechtsanwalt Heinrich Stern fanden am 2- und am 27. Juli Sitzungen der Repräsentanten-Versammlung Midi. Vor Eimtju ln die Tagc.sjrdnnn« am 1' Juli ««lachte «1er Präsident «h*.s Ableben? von Salium Sokolow mul Juslizrat Julius!>ri)dnil/.. Heiden PersönhVhU'itcn widmete der Vorsilzende Worte der Würdigung und de? ehrenden Gedenkens. Der Vorsitzende Direktor Heinrich Stahl machte hierauf Mitteilung von der erfolgten Beurlaubung des Verwaltungsdirektor? Dr. Breslauer, der auf eigenen AVunsch infolge Krankheit seiner Gattin einen dreimonatigen Urlaub erbeten hat. Zu Vertretern «!«*-. Verwaltungsdirektors sind Rechtsanwalt Wilhelm Wulff und A??«*asov Seidiger l>c*udll worden. - Mit Rücksicht darauf, «laß die Legislaturperiode der Keprä- M*niaui«-n\er?ammhmg im Herbst dieses Jahres beendet ist, beantragt der <ienn inde\i>rstaml die Bewilligung eines Betrages von ItlOllU Mark zum Zwecke der Aufstellung einer 'Wählerliste. Gemi-indevorsitzemliT Direktor Stahl hebt hervor, daß die WfihlerlMr entsprechend den statuarischen Bestimmungen fertiggestellt 'werden wurde. Oh es zu einer G e in e i n d e w a )i I kommen werde, könne im Augenblick noch nicht "»sagt werden. E? müßten «*»l?pre«*heiide Informationen eiugezogen werden, von deren Ausfall /um Teil die Kntseheidimg ahhäuge, Die .Versammlung he?rhlii*ßl hierauf. «len erforderlichen betrag zur Auf Stellung der Wählerliste zu Iiewilligcn. Im . weilereu ■ V erlaufe der Beratungen liesehließt die - Versammlung, «len bisherigen lh*e«Iiger der Gemeinde, Dr. Manfred S w a r * e n s k y , und den llnhhiucr des Religion-Vereins Westen, Dr. A 11 in a u ii , zäi Gemeinde-Kahhinem zu wählen. Die Wahl wurde seilen? des Gemeiudcvorstamlcs in-einer Vorlage empfohlen und .wird seitens «1er YrrsammUing einstimmig yorgenonunen. Die neugeufddten Gemeimlerahhiner sind in der Gemeinde bereits weitgehend bekannt, .-ie üben seit Jahren die Pre«ligcrtutigk«*]l und die seclsorgerisrhen Funktionen aus. Die Verstunndung beschäftigt sieh sodann mit «ler Beratung kleinerer Vorlagen. Die Sitzung vom 27. Juli wurde von R<*«*htsanwall IIeinrieh Stern mit derMitteilung eröffnet, «laß für die aiisgesehi<*deneii Herren l.c»er mul Ittmann die Herren Dr. Bernstein und llosenihal als Milglieder-in ihr Versammlung 'eingetreten sintl. Sodann wird in die sachlich«* Tag«*?nr<lnuiig e’mgelreten. Die Vorlage, des GrineindeMirslandc? wegen der Festsetzung der Steuer«juott* von Mit» wird «‘iusiuuntig angenommen. Dit Steuersätze bleiben danach die glcirhrn wie bisher. Der Ceimhtdcvorsiatul beantragt, Herrn Dr. M a y b a tt m aus Frankfurt a. (). als Gemeinderahliim r. und Herrn Dr. J o s p e aus St'hneidennthl zum Pre«liger zu wählen. Die Wahl der beiden Herren wird um «Irr Beprfisenlnnlen-Versammlung einstimmig IiCselllossen. Die Versammlung erledigt sodann einige kleinere Vorlagen, ii. a. wird dem Jtig«TnlpfIege«Iezernat für «lie Funlmmg des Sports ein weiterer Betrag von 1000.— UM. bewilligt. Annahme findet aueh eine Vorlage des GctiuumlcvorsUmdcs auf Bewilligung eines Betrages von 6U0Ü.— HM, für Tagesfcricnkolouien. Eingehende Erörterung findet eine Vorlage des Gemeindcvorstandes wegen der Herausgabe ,von Broschüren zum Zwecke der Unterrichtung «ler Gemeimiemilglieder über «lie wichtigsten f u s t i t u t i o ii c n u n (I Einrichtung c n d-c r Gemeinde. Namens des Ausschusses, der die Vorluge yorheral«,u hat, beantragt Herr Kreindlcr die Bewilligung des vom Gemciudevor- * stände angeforderlen Betrages. In der Diskussion ueluncu vom Yorstandätischc der CeniciiidcvorsHzenilc Direktor Stahl und Herr Moritz Hoseuihal das Wort, um die Vorlage zu begründen und ihre Annahme zu empfehlen. Aus dein Hause sprechen die Herren Rechtsanwalt Kozower, Dr. Fleischer, Dr.. Fines, Wilhelm Marens und Dr. Kau. Es wird Iicsehlossen, den erforderlichen Betrag für die Herstellung und Versendung-von Broschüren zu bewilligen. Dem .Verein „Frctimle der Taubstummen“ wird ein Betrag von 3000 JIM. bewilligt. Um der Verwaltung des- Krankenhauses zu ermöglichen, auch solche bedürftigen Patienten aufzunehmeu, für «lie^die Ycrpflegungsgeltler weder von einer Krankenkasse noch von einer sonstigen Stelle bezahlt werden, ' wird entsprechend ' einem \on der Versammlung in der vorigen Sitzung gefaßten Bc.-chhiss»* mul gemäß einer vom .GemeiiKlevorstaml unterbreiteten Vorlage ein Betrag für die Aufnahme von Bedürftigen im Krankenhaus und' für die Anschaffung von Heilmitteln )>cwilliiii. ♦ ” * Von «len jetzt zu Berliner Gciucimlrrabhincrh. berufenen Theologen ist Dr. Manfreil Swarsensky hei «ler jüdischen Bevölkerung Berlins seil Jahren bekannt. Swarsensky, der zu Beginn seiner Laufbahn an der Ilermaim-Falkeiiherg-Syuagoge gewirkt' hat, hak sieh in den Jahren seiner Berliner Predigcrtäligkeil eine große und treue Anhängerschaft erworben. Wie I)r. Swarsensky ist auch Dr. Ignaz. May ha um aus Frankfurt n. «l.*Oder ein Schüler der Lehranstalt für «lie Wissenschaft «les Judentums in Berlin. Vor seiner Tätigkeit in Frankfurt hat er in Bing«*u amtiert. Sein im vergangenen Jahr er-, schienen«?.*» Buch „Parteibefreiles Judentum“ hat in weiten jüilisehcn Kreisen größte Beachtung'gefunden. Er hall seine An- .tritlspredigt am kommenden Freitag in der Synagoge Prinznrgeninislraße. Dr. Alexander A1 t iii a un , der schon in Berlin in «ler Synagoge Pn-sauer Straße amtierte. wir«! «las Rabbiuat-aml in «ler Synagoge .Münchener Straße uhernchmen. Er ist «ler Sohn «les Trierer Oherrahhiners mul Absolvent «les Berliner Kahhinerleminais, in «lern er s«*it einigen Jahren als* Dozent tätig ist. Dr. Jospe, «ler bisher als Bcztrksrahbiner in Schneider iitultl tätig war, hat «las JudiscSi-ThcoIogische Seminar in Breslau absolviert und seit einiger Z«*it im Aufträge des Preiißiseheu Landesverbands jüdischer Gemeinde «He Gemeinden der Gr«*uziuark betreut. Dr. Max N u ß b a u in ist gl«*iehfalls Absolvent «los B«*rliner Seminars. De. Hcrkowils ist aus «lern Berliner Unbbinci-snmnar hervorgegangcii. Standrecht zu erwarten? Jeru-alem. .ITA.} Man «*rw:artct, «laß «He ' Palaslinaregierung in «leti nächsten Tag«*« «la? Stand recht verkünden .wird, um ihr.* Aktion zur AVit*derhei*?ttdIuiig von Bube lind Ordnung <*rfolgr«*i«li zu Kiule führen zu können.. Di«* Notwemligkeit der Wihfuigung de? B«*Iag<*nmgsziL?lau«les ist besonders «Iringen«! ge- \vw*ili*ii angr?h*hts der Haltung «les palfisiinensisehcn Obersten Gerichtshofs. «Irr «Ii«* K o I I e k t i v s t r a f e von 1()0(I Pfund für «lie Stadt Gaza a u f g «• h <» Ii c it und erklärt hat, «ler; High (’oimnis-hmer habe durch «len Erlaß «ler betreffenden Nolver- «u<lumig«*w -eine Befugnisse überschritten. Arahi-rh«* T«‘iToii?t<*ulian«len hab«*n am Sonnabend die Ölleitung der 1i’ak-P<‘troleum-(h*.-cllsehaft, zwei Minien vom Jonlanufer <‘ntf«*rnt, b«*?«*hädigt tut«! angezfliulet. Nach der Tat siml sie nach Trausj«irdaui«*u «*uHloh<‘n. Die K«*gi«*rung hat daraufhin^ «len V n? u a h in e / ii s t a u .1 für <*iii je 2(10 m breites Gebiet zu beiden Seil«*n «ler Pipe-Line in ihrer' ganzen Atisthdumng verhängt. Naehdrin es am Sonntag in vnsihhdenrn Gt*gend«*n «les!.andi*s zu Scliicßricicn und Xu^ammensliößen /.whidien den Aufirtliieni' uiiii Militär gekommen war, wurde am Montag vormittag «Irr - 3(»janrigi* jnili-rhe I lilfspohzi?! M«*iulel Baratt o w? k I aus Kfm* Ezhm schwer verwundet’, als er jüilbrlu* Arbi‘iu*i* zu ihrer Arh«vilssläiLr begleitete. \’oir «len Arbeitern wm«h* Jakob (iohen leicht verwundet. Beide wurdenin das Ila<la??n-Krankcnhaus nach Jerusalem gebracht. Der bei einem Anschlag arabischer'Terroristen verwundete Jeehiel Haimo \ i t z Ist -einen Wrl«*t/.nngen erlegen. Er ist «In? oO. j rill is che 'I* o d «* s o p f «* i* «lei* Paklslinamiruhcii. Militär und JNilizei hahrii «*i»r Aktion zur S a u I» e r u t» g «1 e s j u d ä i s e ii e n B «• r g 1-a n «1 «* s . \on‘«h*n «Ii«* Straße Jerusalem—Tel Awiw bedrohenden Baitül«*n nnieniomimn. M«hr«vre Höhlen. <lic deji \\ t*g«*lagi*ri*in al? Unterschlupf «Jienten, wurden mit Dynamit gesprengt. . Gntcrrudiungskommiffion lind Einwanderung Lnftdon. Die Zusammensetzung «ler ' Königlichen Unters ii c h n n g s k o in tu i s s i o u für Palästina wurde in der Sitzung «les Unterhauses vom 20. Juli in einer Erklärung des Kolimicnininistcrs Orttisbv-Gore liekanutgegehen. UIkt die Persönlieh- . keilen «ler Mitglieder ist folgendes bekannt: Jhr Vorsitzender Earl Peel war von 1922 bis 1924 mul von* 1928 bis 1929 Staatssekretär für Imlien. F.r war früher Verkchrsminister und Lordsiegvlliewahrer. -Mitglied «ler imliseheu Koitml-Tahle-Konfercuz tttul der Kouml-Tahle-Konferenz für Burma. Er ist 69 Jahre alt. Sir lhirare 11 um hold war früher englischer Botschafter in Berlin. Mndriil mul Konstnntinopcl.' Bevollmächtigter hei «len Friedensverliandlimgeii in Lausanne mul Mitglied «ler Saeliverstfm- (ligeukoiiünissioit des \ ölkerhmulsrales, «He «las Problem der Fürsorge für die aus Deutschland Ausgcwamlcrtcn zu begutachten hatte. Kr l>eherrs«*ht fließend «lie arabische Sprache. Sir Laune lla m moii tl ist Gnmcntrtir \on Assam uml Cliefsekretar «1er Kcgienmü v«iu Biliar und Orissa -gewesen. Sir. Morris Carter war früher OlaTster Hieltter voit L-giuida und Tanganjika, sowie Vorsitzender «ler Bodrnkomniissum von, Sftd-Bltodesieit. Sir Harold M «i r r i s ist Vorsitzcmler «les Nationalen Lohnrnles für die Eisenhalinen und Präsident des Goworhegorichls. Professor Reginahl ('.du |ihi n il ist Professor der Kolonialge.-ehiebte an «1er Universität Oxfonl. Er war im Jahn* 1923 Mitglied der Kgl. Komtni??inn für «len hührn*n Verwaltungsdienst in Indien. Ein«* Entscheidung der englischen- Ilegienmg über die Frage, der jfu(is<‘h<*n K i n w a n «1 e r u u'g nach Palästina ist bisher noch ni<»it getroffen wonlen. In der Sitzung des Lnterhnuscs vom .‘50. Juli gab «ler Kolouienministcr auf eine . diesbezftgliehc Anfrag«* «les Abgeordneten Sir Nieholas Grattan-Doyle eine .titsweieheiule Antwort. In einem Leitartikel warnt der ..Maiu'hcstcr Guardian“ «He eugliselie Hegicruug vor einer zeitweiligen Einstelhimr «ler jfulisclien Einwanderung. Das cngliCdic Ililfswerk für Juden aus Dcutfdiland f)er Cmmvil’for German Jewry vevöffvnllielu «li»* 15. Spcn- «lenlisti* .seiner Sammlungen zugimsteu «ler Jiuleu aus Deutschland. Die Liste enthält 132 Beiträge von 30 Pfund aufwärts. An «ler Spitze ’ sieben L. ‘Allrn mit 4316, «lie Familie Kisch mit 1625 und Philip Kmnmtel mit 1291 Pfiuul. Insgesamt haben nimnt«*lir «He Sammlungen in England G79 295 Pfund erreie/it. über 320 000 Pfund Vollen n«»eb aufgebraebt werden. Jüdifdic Werke in deulfdicr Spradic München« lm Halunen «ler rassenkmidliehcn Schulungswoche iler baverisehen Erzieberseuaft in München sprach Dr. Johannes Alt filier Sprache und Schrifttum als Ausdruck vers ehi e (I e n r a s s i g e r Haltung. Nach dem Bericht der ..Münchener .Zeitung“ über diesen Vortrag sagte* er u. u.: ..Die «leutsehen Literarhisi«nik<*r. vor allem die junge Generation, mögen einmal «larangehen, aus der Fülle «les deutschen Sprachgulcs ins Hampeulieht z.citgi*mäßcr Betrachtungsweise zu stellen, was jü- «lisehcii Ursprungs ist! Es gäbe nneh keine zusatnmenfassendo Darslellimg. di:* betitelt wäre: ..Jüdische .Werke in dcittsriier Sprn»*he“. Es?ei aber notwendige Aufgabe, diese AS erke einmal ziisanunenziistcllcu. .bezeielmemle Zfigb daraus klar zu niaeheu, um Nonnen aufsiellen zu können. Es habe einmal eine Zeit geg«*hen, in «ler man eine Literaturgeschichte, die ängstlich bemüht -war. Fremdwörter feniztihallen, für vorbildlich «leutseh erklärt Iiätt«*. obwohl der Verfasser ein Jude gewesen sei. und gl(*ieh/.«i(ig «lie Lilera(urg<*s<*hichte eines deutschen Sprachforschers ahgelclmt habe, wi*ij?ie Fremdwörter benützt Iinl>e. Deutsche Litcraturges«;!m*ht<\ aiifgehaut auf der Grundlage rassischer Erkenntnisse, sei ein Erfordernis unserer Zeit.“ Zum Tode Emil Friedlieims Am 22^ Juli verstarb unser Hamburger Korrespondent Herr K m i I F r i c d h c i m nach kurzem Leiden. Sein bescheidenes Äußert* und si*iii noch hcsehehleneres Wesen Heß kam« vermuten, welch liefe Geistigkeit sieh in ihm barg. Der in «len mannigfaltiir-leu Wissenszweigen gründlich bewanderte Mann beherrschte u. a. nicht weniger als sichen Sprachen und ihre'Literatur. Seine s«*h wanne rische Li ein* galt «ler Afusik, der er sich in «ler .Tugend ganz lyidn'.cu ijolln*. von der er aber durch «lie Verhältnisse zum kaufmännUchen Beruf aligedrängt wurde. Er war .viele Jahre lang «{er Generalvertreter einer Zigarettenfabrik, von der er vor ‘Jahren näch Argentinien, seinem Geburtsland, entsandt wurde, um dort ein«? Zweig fab rik und «len Verkauf einzurichten. Seine geliebte ATusik war aber stets der Gegenstand seines Interesses, und cs war cr.-taunlh'h, welch tiefe theoretische und wissenschaftliche Kenntnisse er in ihren Disziplinen besaß.'auch in der jüdischen Musik. Erwarb <*r sieh so «He Schätzung aller, die ihn kannten.?o gewann er auch aller Herzen durch den Grundzug seines Ar esens: Gute und Menschenfreundlichkeit. Tn «liesem Sinne ließ bei «ler Bestattung Rabbiner Dr. Italiener das Lelienshild «les ihm freundsehnftlicli verbundenen A erstorbenen .entstehen, mit Hecht wandte er auf ihn das Bibclwört* an: ..Tsch. aselier runeh Im, ein Mann, in'dem Geist war“. Oberkantor Koruitzer, aueh er ein Freund des Daluugcschicdcncn. umrahmte in «lessen Sinne «He Trauerfeier auf dem Harmonium mit jüdischer Musik. Die Kuiistlerhilfc der Jüdischen Gemeinde sucht für einen bekannten Komponisten kostenlos eine Schreibmaschine. Mitteiluni^Ti erbitt«’t die Künstleriijlfe. Giiarlottenburg 2. Kant- ■?traße 153. Telefon: Bisniarek.'J 1 6023.