Jüdische allgemeine Zeitung
- Journal
- Jüdische allgemeine Zeitung
- Volume
- 16 (1936)
- Issue
- 31 (29.7.1936)
- Date
- 1936-07-29
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Beilage 29. Juli 1936 JÜDISCHE AUGEMEINE ZUTUNS, Ein Raftelli unter Rabbis Hiftorifches Variete — Der Conferencier vor dreituufend Jahren — Mujikkloivns — Schriftgelehrte als Jongleure TaJchcnfpicler und Das Wort Salomouis: „Was war, das ist, und was ist, das' wird sein — cs gibt nichts Neues unter der Sonne**, «las von Gut/kow, dem Dichter «los ,,Urtel Akostä“, verändert seiner Dramenfigur Uahhi hem Akilm*. — „Alles ist schon «lagewesen** — in den Mund gelegt wurde, dieses Wort Saiomoms ist wahrlich der Ausspruch eines Weisen. Die Form mid «He Ausführung mögen sieh — technisch, industriell — geändert haben: die Idee war gewöhnlich immer schon da und ist uralt. Auf sehr ernsthafte und auf sehr scherzhafte Dinge trifft «lies zu, und mau braucht sieh also nicht zu wundern, daß auch Zirkus, Variete und Kabarett sehr alte Einrichtungensind mul auch den Juden in alter Zeit nicht unbekannt waren. Andeutungen finden sich in der Bibel und im Talmud, und hinter dem Schleier ernster Ermahnungen sieht man das hwhendc Gesicht und die buntscheckig gekleidete Figur des. Schalksnarren. d«'s - Spaßmachers. Bunt ist auch das Programm, das man. sich aus einzelnen Slelleu der alten Schriften zusammciisuchcn. kann. Es. ‘fehlen Weiler Conferenciers noch Musiealclowns, wc«Ier Zauberkünstler noch Jongleure, 'weder Tänzer und Tänzerinnen, Sänger und Sängerinnen, noch Sketches. Also auch der C o u f e r c n e i e r fehlte nicht. .Zwar seine Art das Ansagens war natürlich eine etwas andere als die heutige, aber cs unterliegt keinem Zweifel, daß der Leiter einer Veranstaltung oder ein von .ihm’ beauftragter. Mann eine Art von sprechendem Programm darzustellcn hatte: Diese Rolle übernahm wahrscheinlich einer der Lczim, die'in der Vortragsfolge selten fehlten. . Die Lezlm waren eigentlich Musiker. Aber ihr Name’ — Iczim heißt Spalter — weist ’ eindeutig darauf hin. daß cs sich mehr um Chansonnicrs-gchaiulcll hat, also Leute, die humoristische Lieder vortruge», vermischt mit Anspielungen auf Anwesende — wie das ja auch heute gewandte Ansager zu machen pflegen —, und sicher auch , gewürzt durch allerlei politische Satiren. Die Ijczim, dir sich zu ihren Liedern selbst begleiteten, waren zu-, weilcu auch Meister verschiedener Instrumente mul somit auch di«? Vorbilder für Musikclowns. Neben ihnen waren es «He .Taschenspieler und «He Illusionisten, die das Publikum zu unterhalten, zu fesseln, flh’cr auch zu erschrecken wußten. Es ist bekannt, daß die Alten mit der Technik der Hypnose und Suggestion nicht unbekannt waren, und die Kunststücke der indischen Fakire waren auch den allen' jüdischen Zauberkünstlern nicht fremd. Nur auf «iicsc , Weise * Ifißl sich ein Zwiegespräch erklären, das Rabbi Clujja mit Rai» hatte. -R. .Chijja erzählte: „Ich habe gesellen, wie ein Aralwr sein Schwert zog und sein Kamel zerteilte. Dann.klingelt«* er mit einer Schelle und sicht?! «Ins Kamel richtete sich wictler auf.’*1 Daraufhin fragte Rah: „Hast du Blut und Mist gcscheij?“ Und als Ruhla Chijja das verneinte, bemerkte Rah sehr richtig: „Dann war cs nur Blendwerk.1*. Da der Abcrglaul>en noch nirgendwo auf der Wtdt ausgcslorhen ist. so «larf nfan sich nicht vvuwlcrn, daß er im Altertum -ebenfalls’ innerhalb der Volksmasse und — genau so wie heute — auch linier „Gebildeten11 zu finden war. Man unterschied aber damals schon zwischen' echter Zauberei und vor-, getäuschter. Ilam’chascltcph hoausseh m’assch war ein Zaul»crer. der wirklich zaubern konnte, aber ham’chaschcph hoauehes' cs höenajim war ein Zauberer,' der „bloß «lie Augen ergreift*1.-also eine Täuschung hervorruft. Während in der Bibel jede Art von Zauberei verboten ist — Taschcnspiclej wenlcn nicht bcsou«h*rs '•erwähnt — wird im Talmud darauf hingewiesen, daß auch die Taschenspielcrei sündhaft und daher zu verwerfen sei. Das geschah sicher mit Rücksicht darauf, daß eben viele .Menschen alles ihnen Unerklärliche, weil Unverständliche, zu glauben geneigt sind und Tascbcnspielerci für echten Zauberballen. Mancherlei Erscheinungen wurden dann als Wimtlcr angesehen. «He dem Verständigen als durchaus natürlich Vorkommen und ihn gar nicht sonderlich ..verwundern“. Dieser — wie, gesagt, noch immer weitverbreitete — Ifang, zum Aberglauben hat wohl auch Anlaß gegeben, ,1m* rühmte Schriftgclclirte mit überirdischen Kräften auszustatten. So wird. von Rabbi Eliescr heil ITyrkanos erzählt, «laß er. mit einem Zauberwort einen Acker mit Gurken Itesäcn'.und die reifen im Nu an einer Stelle .zusammenbringen, konnte. Vernünftiger scheint-jedoch zu sein, was von Rabbi Jostia ben CUananja berichtet wird. Dieser bedeutende Schriftgclchrtc soll alle fremden Zauberer und Hexen besiegt haben. Allerdings nicht dureh •seine gewaltigere Magic, wie angcileutct wird, sondern «latlurch, «laß er den Schwindel dieser Leute durchschaute und schonungslos enthüllte.. Alle «H«*sc Darbietungen — die der „Zauberer“ und die der Gelehrten,, die den Schwindel aufdeckten — geschahen natürlich vor „versammeltem Volke“ zumeist an Tagen, an denen gelegentlich eines Festes von weit un«I breitviele Menschen sich emgefunden hatten. ., Unter «len Zauberkünstlern, müssen auch die „Feuer* s p e i c r und Fcucrfresscr“ erwähnt wcnlcn. die sich schon" damals produzierten. Manche taten es auch, um sich als Wundertäter Einfluß auf das Volk zu schaffen. Wenn aber von Bar Kochba, dem Schützling Rabbi Akibas, erzählt wird, es sei Feuer ans seinem Munde gegangen, so ist das zweifellos nur bildlich gemeint, wie man ja auch heute noch an einer „feurigen“ Rede und einer „zündenden“ Ansprache sieh begeistert. Daß hei allen Festen Tänzer und Tänzerinnen, Sänger und Sängerinnen auftraten, das geht ans manchen Bibclstcllcn hervor, darübci schrieben Joscphus. Flavin? und andere' Autoren aus jenen Zeiten. Stimmphänomenc gab es zu «allen Zeiten, ebenso tänzerisch besonders begabte Menschen, deren Darbietungen Aufsehenerregten und den Beifall der Menge errangen. Unter den Varictekünstlcm sollen >die -.Ton gl cu re nicht vergessen werden, die eine Kunstfertigkeit besaßen, die sich vielleicht. fast bi« zur Geschicklichkeit eines RastelK erhol». Die Namen solcher Rastellis des Altertums sind nicht überliefert, hingegen die Namen berühmter Rabbis, die in ihrer religiösen Extasc auch auf dem Gebiete der Jonglicrkunst Höchstleistungen vollbrachten. Am zweiten .Abcnd-dcs Sukkausfestcs wurde zu Jerusalem das ..Fest des Wasserschöpfens“ gefeiert, wohl das größte Volksfest im alten Israel. Eine feierliche Prozession bewegte sich aus dem Tempel. Zahlreiche Musikanten. Sänger und Sängerinnen ließen ihre Melodien ertönen. Vom -Temj»el -aus wurde an diesem Tage au« '-18 — sonst nur aus 12 oder 24 — Trompeten geblasen Im Zuge gingen alle Priester und Leviten im Ornat und mit dem Volke tanzten auch die Schriftgelehrten und'Rabbis, wie einst David vor der-Bundcslade .getanzt hatte. Es war ein Fackcltanz. Und cs wird ereählt. daß dergroße Gelehrte Rabbi Simon ben Gnmlicl. wenn er sieh an der .Wasserprozession beteiligte, mit acht Fackeln jonglierte, «lie eine warf, dir aml«*re auffing, ohu«? «laß sic eiuau«h*r herührlcu. B«*im Suduiirelcrwcrfcu stemmte er heule Daumen auf den Boden, küßte ihn mul richtete sich dann auf. Niemand könnt«' ihm «las nachalmieu. U. Lcvi. der vor llavV «las nachahmen wollte, wurde d;dx*i lahm, das heißt, er bekam einen Hexenschuß. Dagegen jonglierte er mit acht Mosern. Ein gewisser Samuel macht«* Was gleiche Kunststück -vor dem K«~»iiig Sapor mit acht Gläsern Wein, ohne eine» Tropfen zu verschütten uml Abbayc tat es mit a»*ht Eiern. - Muuche behaupteten allerdings, cs seien nur vier genesen, was «hum kein großes Kunststück sei. Juden als Schauspieler waren “im Altertum berühmt.' Einer «ler bedeutendsten war AHlvrps. «ler zur Zeit des Kaisers NiTd in Rom Hof und V«»lk hegei-irrte. Das. was man h«‘Utc einen Sketch nennt, kam auch ilumals schon in .Mode — es fehlte al«o nichts, um ein auch nach heurigem Geschmack wirksames Variete- «»der KahareUpro«ramm unterhaltsam zu gestalten. Dr. B. Sri»—f. THEATER, KUNST, LITERATUR ln «ler Erstaufführung von Moluars ..Große Liehe“, die am 3. August in der Berliner Kulturhuiid-Bülme unter Leitung von Fritz Wisten stattfindet, sind iu «len Hauptrollen tascbäfiigl: die Damen Bernstein-- geh. Schaffer. Kanu, Ruth .Mannheimer, Ginn Pctrusehka und Ellen Moses, sowi«* die Herren llcrz. Jn-i*. - Frne.ito, Lew und Nimberg. * * ’ fti / fi r i c h bcgiuut demnächst ein Kn>eud»lcga>t*piel unter Leitung von Sicgnumd K lato w mit dem mitsikuli-eiien Lustspiel „Frischer Wind aus Kanada,“ * Pas augenblicklich in «ler W iener lhduml-Bütmc ga-lierendc .lfidi>«h-ain<:rikani-elic Kunsttlicatcr unter Ii«*iiniig von Morris Selmartz hat „Tcwje, «1er M i 1 «* h h ä n «11 «• r“ von Selndcm Alcjchcm in seinen Spiclplau aufgcmmunni. > lt»i n«*ueu lieft des Kainpfhlaltes für Völki-Hi.* Kn hur und Politik, „Das Volk1* wird fcstgcMellt. «laß «las Vorbild «ler aus d«*n Dichtungea’S l c I’a n George* larkannten Gestalt M a \ i - m i ti s c»ig«*geu amlcrslautemleu Gerüchten „nirht von Juden absiaimrn»“. Der Hebräische Pm-Klub Palästina« hat Saul I* > i* It c mich o w s k v zu scim*m Wrtretcr bei «lern im August in Argentinien stall fiudcmleu Internationalen P c n - K I u b - K o u g r c ß bestimmt. 1» der kürzlich erfolgten General«ersiumnlung der Jüdischen Buchvercinigung wurde «ler bisherige V«»rstaud, «lie 1 (crrt'ii Justizrat Dr. Dr. Magnus. Prof. Ismnr Elliog«*», Direktor CferHm Bach, auf zwei w«*it«?re Jahre wie«(erg«*wähll, «*Ih?iih> di«* Literaris«*he hYmiinission, bestehend aus Dr. Berta R a «I t - S l r a u ß . Margaret«* E «1 e I ]i«? i tu , Dr. Ludwig F «• iiV h t w a n g c r , llahhim*r Dr. Max W i «• u e r. * - Am 30. Juli kehrt zum hundertsten Mal «ler Geburtstag des Imlologcn Gustav Op perl wi«*der. Nach einer ehrenvollen Laufbahn in Indien wurde «?r Pnifosor an der Berliner Universität uml starl» als .solcher im Frühjahr 1908. Unter seinen zahlreichen wissenschaftlichen Arbeiten sind Studien filier die «‘iiigeiMirem’ii Jud«*u Indiens und biblische Forsclmng«*n ü!»er Tarschisi*Ii und Oph’ir zu nennen. W'ähreml s**incr Berliner Zeit gehörte erden» Kuratorium der Lehranstalt. für die WisVaisehaft «les Judentum* au, der er auch Ictzlwillig sein Vcruwigcn liiulcrlh'ß. Handzeichnungen unter dem Hammer =* 700 Blaitcr «let* Sammlung Ilenrv Opp,*nhcip»«*r brachl.-n 91 91.1 Pfund Im Jahr.* I7ü(> giim«l«*(c Jaim*s G h r i > t i c «las Lomioncr Auktimisliau-. «las in «li«*s«*u Tag«*u sein I7(ljührigc* B«*st«*!i**u f«*i«*rt. W»*r beute «lie «eiten uml '«•hüiicii Raume «ler Wellfinua (Iwi-ib*, Ahm-mn ii. W oimI- «lut-chuamlcrl. hört voll Inter«*«*** von jenem Gründer James (hri-ib* 1730 I8IKP, il«*r «len Grundslciii legte zu dem l nternchmen. /u «|i«h;m .Inbilämn sieh . Kmis|fi<-iiiiilc uml Sammler. Vnti«|iiiiiit«*nfirnit'ii d«*r gan/.en W i ll vereinigen. D«*r sechsbändige Katalo”. der hnt dem Bild vnil Jaiiu’s Gbristie goclmiücktin aller Herren Länder «malerte, ist der Kütultig «l«*V Sammlimu. Ilvnrj tt \» p n h «■> i m e r. F.> ist in der Ie(/t« n Zeit viel <H<* Ue«le u«*«« *en von Henry ihtpeidiidincr. «ler in W a-bingtou geb<»r<*n. in l'raiiMuel aufgrwachse« ist, um -«*l»)h*ßliel» bU /mn \ii-bnn li «l«*s W «•Ukri«*ge7- Teiüudwr »les ■ L«iiidon«*r Bai»khaus«*.s Speyer Bros /n^sein.; des llmis«*.*«, dessen StniPinfirma. Sinver-K|li->en niimli«h. an «kn I lern «he alten Maiicladi Frankfurt steht. - Weil über «lie .Gv«*nz«*u FnglamL hinaus halt«* «Ii«* Gidleelion Henry Op|M'nh«‘iiuerBriletilung h<*- >«s>«*ti. Waren ihr «loch, um die Jaiiriiuudcrl««'ude die bi'kanuten .graphii*hcn . Ilestäml'e «ler vielliespr«t«-h«'n«*n Sammlung I le>«*liin.' angeglic«|ert wonlen. K«*iu W umler ahn. daß* sieh au den «Irei' «*rsun \ «*rst(*igcrutig.slagi*ii bei Christi«* «He Kuustkreise «ler Alt»*» uml «ler \«*»e». Welt «-inf;md«*n. -aU «li«*s«- 7BU Uand/.eii*biitiiigi*it . auf den .Markt kaim*u. Am l«*l/len ‘Pa*:«* kam di«* Seu-alion dieser (1irisli«*-\«*rsU'igevuug: «*ine Silhri>tih/r'nhmmu i*im*s piipsj|ieli«*M Legal«*» von Jean l’'ou<|ii«*t luaihtc- IO2tltl Guineas iimi damit d«*n h öe h > t <* ii Pr«**is, «b*r ülM’rlmupl für eine Zeichnung gezahlt . wurde, Cnwillkürlich stellte sich' bei den H«'sin‘h«arii «ler Yersli'igeruiig di** Eriiim'rung ein. «laß seinerzeit 1(1 (HK) Guineas in •der berühmten llnlfov.l-Suktinu im Jahn* 19*21 für Ueuihramlls PurU-fitzviehnnng s« im*s Fn*uml«*s Moritz lluygi'iis iing«?h*gt wurden. Damals kaufte kuoedler in Limlou, der übrigen* mich iu th*r Versteigerung Ilenrv Oppenheimer ab Käufer auflrat. Er beteiligte sieb um Ausgrhni iler sehi»m*ii R u h «* u * I» I fl t"t e r , mit «lem’ii «Ii** Auktion Ix'gann. Sieben /«‘iehnungen des' f|flmis«*hen M«*is|er.s «Tgabeu /iisamineu fast 3IHHI (ndioAis. Das I lauplslib'k. ein Bauernhaus iM sebwar/.e.r Kreide.- kos|«*(i> Hl.*i() Guineas, eine Laml-cbafl ging für 810 Giunra-. naeb Autw«*r|*«'n. vu'ihreud Knm*dh*r «bei Suidieu zur .Aeiiits** fijr (i-llj <hum*a* erwarb. Dam*l»eu ging, es um Dürer. Alldnrb'r. GniuewaM. tun Pe|er \ is« b«*r. I rs Graff und viele süddeutsche .Meister. ITmf I) ii r j r - Zeichnungen erbrachten fast dOIID Guinra.s. Das beiieiiti'mlste Blatt, ein«* Nürnberger Madonna, war im Jahn* 1927 für 1232 Pfund .Sterling zu haben und ern'irhl«* mm «ien Preis von 2300 Guineas! Ähnliche Beobaehlungeu l.ouute mau b>‘im Verkauf «*im*r Piusi'lzeii hming von Goya uiarhnr: l)i«*H*n .. \ngler unter F«*|s«*n** halle Henry ()ppeuh«'iiu<*r für 7(t Pfund Sterling g«*kaufl, nml mm gal» <*s |H*i CJiristi«* «lafiir IlKl (iuiweas.- Auel» «|»«* /.vivbming eim*s Hilters des Ihisenliamlordeiis des Englflnders Peter L«*ly erfuhr mit 131 Guineas gegeiüilM*r den 24 Pfuud Sterling vom Jahr«*' 1919 «dm* erheblirhi* Preissteigerung. * AI- Käufer traten «He Smumh*r tun! Kiinstlmmller «ler ganzen Welt auf. für «lie «ler Naim* Henry -Oppenln-imer ehr k>unIuälslM:griff Ut, Als mun «lie llauptatlvaklnm «ler Yersteige. rimg. j«*m*s Blatt von Fompiel. mit 1111)0 Guineas tuilmt. stieg «*s m-Iuu'U bis zu 8000 Guineas. Schließlich beherrschten nur mich y.vvt?i Bieter «las F«*l«l:' Der Kmisthflutllrr ls»r«l Dnveen . und Dr. t.ugl iu Amsl«*r«Iain. I nter großer Spannung wurde «hin» «lie Zi'ielumng für 10 200 Guineas Lord D ii v een /.iigesi-hlngi'if? Das Gesamtergebnis «ler Haml/«‘ieiinuiigss;miinliiiig. die nur <‘iucn T«*il des Oppenheimerseheii Besitzes misium-iit, «lie ergänzt wird dureli .den Nerknuf «ler Goldsehniiedearbeiteu. 7 Gemülvb*, Plastiken, Münzen, M«*«lailb*n.. «ler griechisch«*» nml i'ömisehen Aiisgnibungen. belrfiyt 91!H1 l*fmi«l Sterling. Das - Resultat ist uni so b«*a(*btcnswert«4r. wenn inmi bürt, daß Ilenrv Oppenheimer seinerzril 41900 Pfund Sterling für «l»e Samnduug bezahlt hat. _ Olga Blorh. Der Packer — die Hauptperfon — Hinter den KuliJJeti einer Speditionsfirma. — Wie in einem Ausicundererheratungsbüro — Ein Buddha reift nach Tokio „Was — jetzt, mitten im Jahr, wolb*n Sie was ül«*r Umzüge schreiben? W'o d«ich gar keine Zicbzeit ist .?** Allgemeines Erstaunen, Kopfsehüttclii, Mißbilligung. Lud dann fahre* ich am nächsten 'Pag zu «h*r großen jü«H.-eheii Sj>c«ntion-firma hinaus, «lie im Sfalosleu «ler Stadt ihre Kontore liat. Zwei 8-Mctcr-Lifts stehen auf dem Hof und ein „kleiner“. Gepackt bereits uml nhfahrtbercit. „Jerusalem“ stellt auf dem einen, „Tel Awivv“ und „Haifa“ auf den liehleu anderen. An der Rampe zum großen Lagerschuppen halt das Rahjiauto. Kisten und Ka»t«*n werden verstaut, die -Einrh'hiung einer Berliner Dreizimmerwohiuing. Wohin dies alles gelicn m»)1? Na« b Frankreich.. In «Re Provence. Dort haben jfidls«*!»«? Siedler <*im*. neue Heimat gefunden und .sind, nachdem sic ca «Ire» Jahre lang haben 'cnthidircn müssen, jetzt endlich in der Lage, sieb ihre Sachen nachkommcn zu lassen. „Ganze Geschiehten lassen sieh hier cr/ahl«*n von Menschen und ihren Schicksalen . . .“ llinülHT zum Kontor. Das T«*lephon surrt. „Ja. bitte? Sic'wollen «ich wegen eines Umzuges nach Durban beraten lassen ...?“• .Die Beratungen sin«l hier.wichtig. Und werden nicht weniger ge.wis-enhaft erteilt als auf irgendeiner offiziellen jfulisclnrn AuswamlererstcIIc. Da pbtes lausend Dinge zu liedcnkcn. Die Art «les Trans- |H)rtcs .zunäidiit. Und die Art-«ler Verpackung. Und «Innn die Devisenfrage. Kann eine Lieferung frei Haus versprochen werden 'was nur in den seltensten Fällen angängig ist) «xlcr nur frei Bord? Wie lange Z«*it hach erfolgter Auswanderung gelten «He Sachen als Umzugs gut? Wer ist, den Bestimmungen entsprcchcml, Deviscniuländcr un«I wer Dcviscnfluslämlcr? Wo; liegt iu den verschiedenen, Ländern die Zoll frei grenze für Umzugsgut? Darf man für-einen Vicrpcrxmcnhaushalt tn Palästina zwei Eissehränkc mitm.hmen? Da will jemand von Augsburg nach Athen., ziehen. Uml fragt, weil er nicht persönlich vorsprechen kann,. alles Wissenswerte schriftlich an. ..Wie lange dauert der Transport? Bin irh berechtigt, Sachen, «He meinem in- Athen h*l>«*mlen Urinier gehören umF «lie -.i«*h zur Zeit in m«'i.i(*in Ifairehali InTimlen. iiiil/iimlinien uml /iiniimmcu mit im*iiien «’igeueit zu «lekbiriere«? Gibt «•* \Yr*i«*h«?rungeu, «lie »m b für 'l’iiMiiillschrideii hafo uV Empfehlen £»ic. Lift oder Waggon? Sind die von Ihnen liemiizlcn Ki-M*nb(ihnwngen üihg«*|*»lsterl? Muß ich «lie mir flberxnmllcu ZoBinbalLse.Fklflruiige» ilvni Mmiplzollmnt in B«;rlin einsemlen oder inrim*iii hiesigen -zirelämligen ZollAmt? Von w«*jii muß di«* liilH’«leiiklielik«*itserkläriuig ausgestellt werden?“ ’ Und so . gebt e* fort. CIht Seiten und Seiten. -- . «► ’ Um! j«*«!«*r einzelne Punkt wird geuiwuhaft lM*antw«»rtet, D«*»i: bi«*r spnvhen Fachleute. Männer mit jahrrelmtclangen Erfaliningen.. * ' In den P a «• k r flai ui e ii i«*t der Ohcrpnekcr gerade l»ri «ler Arbeit. Ein** Bücherkiste, dt«? nm*h Omaha gehn» soll. in| an der Reihe. Und «Imiacli heißt es. zwei riesige (;«•„ rnäbli* zu verpacken. „Si<? sehen, auch x» etwas nehiiu'ii «He Leute mit. •- Wohin? — Nach Tokio.“ Kimstgegensläml«*,^ alte* Porzellan, ja, >elb*.t ein s«*hwen*r hronzener Buddha harren «!«•* Eiiigcpa«'klwen!«*iis. Der Packer ist, da« wissen wir alle, der .Matador je«|er .Mannschaft. Kr hat. damit unterwegs nichts uinfflUt wier. wackelt, «ein cig«*»e* System:.und er ist, In den Worte* ureigeiwter Bedeutung,-, «in Baumkfuisller. Packer von Hang sind liegehrte Vrs<~iiiiicliki*ii<*r«. Und e» koimnl ni«*ht «eiten vor. «laß sie einen JX ageu iu fremde Stfuite liegleiteu, um Hui dort eigenhändig' atisziipacken. Das I»b der Männer iu den blauen Blusen ist kcIumi oft gcsiruge» wor«h*n. Sie sind das Geschledit «ler »türken Männer. Sie iiehmeu Klehlcrschränke. boebkantauf den llfiefcen, lind damit sie nirht mit leeren Hunden . gehen, .nehmen »ic auch uo«*,U ein i»anr Matratzen mit wler ein« Br«»nzekronc. Sic haben ihr«: Trick«. Sic schaffen Möl»clMü<‘kc «He Trep(»e hinunter, von denen wir nie geglaubt hätten, daß sie .«ich auch mir v«m ihrem Platz l»ewej*t?n ließen. Und' wenn wir ihnen sogen, daß sie \or-ichlig s**in mögen mit «len Suchen, weil sie «loch eine