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Jüdische allgemeine Zeitung · 1936-07-15 · 29 (15.7.1936) · page 3

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Journal
Jüdische allgemeine Zeitung
Volume
16 (1936)
Issue
29 (15.7.1936)
Date
1936-07-15
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Es wird gemeldet; ■I Die jüdische Gemeinde m NorüsUllvn, der Gcburt±.:»ia<lt de» Dichter.-! Berthold Auerbach, in «ler er meinem Wunsche gemäß neben meinen Eltern »eine letzte Ruhestätte gefunden hat, ist a u f g c 1 u » t worden. -Vor kurzem wurde in, der Synagoge der letzte Gottesdienst ubgehaltcu. * B Der Oberrat der Israeliten Badens bat augconluet,. daß im Religionsunterricht vom vierten Schuljahr an n e!> e n ' d v v a s e li k e n a s i s c li e n auch die s e p h a r d i s e h e A Ursprache des Hebräischen gepflegt werden soll. B Nach einer Anzeiger im „Solinger Tageblatt“ veranstaltet das Kaufhaus A 1 s b e r g in Solingen einen Totalausvnk a u f «egen \uHstäudigcr Geschäftsaufgabe. BS Das „Stuttgarter Neue Tagblatt4* berichtet, daß die jüdischen Kinder in der Stadt U1 in aus der evangelischen Volksschule ausgeschieden und in der neu errichteten jüdische« Privatsehule imtergcbraeht worden sind. Dort werden '24 Kinder von jüdiseheu Lehrern unterrichtet. * QB Wie die „Frankfurter .Zeitung" berichtet, wurde, soweit bekannt, zum ersten Male ein Angeklagter wegen versuchter U a » s c n s e h ä n d u « g verurteilt. Der jüdische Angeklagte, .der sieh >or -der Großen Strafkammer llihleshehn zu verantworten hatte, gab den ihm zur Last gelegten Vorfall zu, bestritt äh‘*r. daß es zu einer vollendeten Tut gekommen sei. Die Frau machte als Zeugin die gleiche Aussage. Das Gericht verurteilte den Angeklagten darauf wegen versuchter Rnsscjischämlung zu einem •Jahr drei Monaten Gefängnis. . * B Aus einem Artikel, den l)r. Johann \<>n Leer» im ..llakrnkreuzhanner" in- .Mannheim veröffentlieht, geht hervorf »laß eine Cherselziing der beiden ersten Bücher des S e h u I e li :i u a ru<- ii unter dem Titel „Blut mul Gold im Judentum** erschienen ist. ■ * Eg Nach einer Mitteilung des Presseamtes der Stadt N ü r n - h e r g ha! der Präsident der Reiehskammer «ler bildenden Künste einem indischen Architekten in. Nürnbergdie Rerufsausühuug als Architekt untersagt, weil er nicht die für'die Erzeugung «h-utsi-hcu Kulturgutes,, erforderliche Zuv erlässigkeit und Eignung besitze.- ... *' BS Das Museum für soziale Hygiene in Nürnberg verauslaliet. ein«*. s t ä n d i ge So n J e r s e h a u ..V oi%*rlumg. Ilas&e. \ olk**. tu der Abteilung, die die Rassenfrage. behandelt, Wird u.' a. «he G: fahr «Irr R a » » c n v «• r m i s e h u u g gezeigt. Ein -Wandbild stellt die Wanderungen des jüdischen Volkes »in Lauf.’ der Jahrtausende und sein ' Vordringen nach Deutschland und Europa dar. El Nach einer Anzeige in der ..Magdehiirgisthcn Zeitmiu" ist das Ka u f h a us B a r a s e h in Magdehurg. über das im Auseliluß an einen Sittlichkeitsprozeß gegen einige »einer Angestellten .wiederholt Erörterungen in der Öffentlichkeit slattfamleu. in rein arische Hände ühergegaugeu. B Die englische Society of Ghenncal Imlu-try ühcrre’nhle Sir Robert Mond in \m-rkeimung »einer hervorragenden Verdienste um «lie «hcinische Wissenschaft iu LixtjkmiI «li«7 GoMeue Rmlolf .M«*.»>«-l-.Vtc«laille. Di«*»c lleiliiille, die in jedem zweiten Jahr verlhdieu wird, ist eine der hücli*>i<*n wi>-«m*-*-Iuiflliehen Aiiszcichmmiicu Englands. B Einer hi Rudii|>est eingetroffenen lelegntfisehen .Mitteilung zufolge.- sind . iu «Icr rumäni-ilien Stadt, Salti .Mare 'sämtliche ,v ie r S y n a g o g e u während .der Nacht "g c p 1 n u «1 e r t worden. Die 'Spemlcnhuchseii wurden rrhroeheu, «lie Gcbcthüclu*r zcrri*-«-n und Vorhänge entwendet. Von «len Tatern fehlt jede Spur. * B Laut Mitteilungen der-Stadtverwaltung um T-e | Awiw wurden «lorl iu «len ersten fünf .Monaten «lie.-es Jahres-1471 Kill«lor gehören. Die Zahl «ler To«lesfälle in «leiiis«*Il>eii Zeitraum Lei rüg 414 eiusehließiich «ler IR im April gefallenen' Märtyrer, ln «U*ms«-Ihcu Zeitraum «les vergangenen Jahre» betrug ..«he. Zahl «ler Geliiirteii 1305. die «ler T»»«lc»fälle 2l>4. Der Gr- IjorH-nübcrschuß i-t Himit ziemlich konstant geh]i«‘heii. B Alis Danzig wird gcmcltlel: Im Stimmer 1935 war czu Ausschreitungen gegen jmli»«*hr Händler polnischer Staats* nngclmrigki-ii auf dem Dominik-Markt gekoium«*n. Da» Gericht hat «len Kaufh iiten 51b’’y der von ihnen gefimh-rteii Entschädigung ziierkauul. Der. Danziger Senat hat sieh bereit erklärt, den jüdiseheu Kaufleutru diese Kntscluuligimg zu gewähren. N Mi ' B Na«*h einer Mehlung aus Bukarest hat König Gnrol 11. 2 2 r n in ä u i s «• h <* J u d e n mit «lein . Eerditiaudstiriien au »- g «‘ z e i «• h n «• I und fünf jfnlis«-h«,n A r z I e n ln Anerkennung ' außerordentlicher patriotischer Vcr«Iieiisle Ausz«'iehnung«-ii für I.ei-tiiMgeu auf deur Gi-hiel der öffentlichen (i<“Min«lheii«pfIi-gc M*rliehen. * B Nach einer vor wenigen Wochen hci-mlctni Volkszählung ergibt sieb, daß in T u it i » 2 7 4l)l> Ju«l«-n g«,gnniber 2541)0 im Jahre 1931 IcIk’ii. Die (»esamtlH-\«"dkenmg «ler Stailt Tunis I.cliägl 220 01)0. B Der Rat de» V cr-hamlr« der jüdi-ehen Gemeind *n ||ali« uliat lK-.-«-hlos»en. «len llc«*ht»anwnli t'arlo Alherio Viterb«* n.u-h A b e » s i n i e n zu entsenib-n, um dort die e r > t «• n j ii d i » e b e n (I;\m e i ml «• u . und zwar zimäch-t iu \ddi- Abeba und in Diiv-Dnua. zu organisiej-vu. Konferenz für jndifdie Sozialarbeit Louilnu.;JTA.) Im Wobiirh llouse iu London wurde am «. Juli die Konferenz für jüdische Sozialarheit eröffnet. Sie steht im Zusammenhang mit der Dritten Internationalen Konferenz für Sozialarheil. «lie während «ler ganzen Woche iu London lagt. Auf «ler jüdischen Konferenz wenleu gewisse Gegenstände hchaudell. die «lie spezifischen jüdischen Verhältnisse iu «I *ti verschiedenen Ländern betreffen und auf «ler allgeuu'iueü Konferenz nicht entsprechend berücksichtigt werden können. Der Vorsitzende Dr. J. M. Karpf aus New York erklärte in seiner Eröffnungsrede. di«;se Konferenz sei .zu «lern Zwci-k cinhrrufcu worden, um Mittel mul Wege zur Erleichterung «ler Arbeit für «lie notleidende jüdisch«; Bevölkerung in .Europa zu' erörtern. Die Konferenz werde sich mit keinerlei politischen Fragen bcfus-cn: sie sei ausschließlich der Beratung verschiedener, Seiten jüilisciier So/.ialarlx-it gewidmet. Ghiefrabbi Dp. J. II. Hertz hieß «lie Teilnehmer an .«ler Konferenz willkommen. Dies«- Konferenz möge der Welt zeigen, «laß «ler Jude ein gewisses Talent für Philanthropie besitzt, für eine, warmherzige Wohltätigkeit, «lie geleitet ist von einer Weisheit «les Herz«*ns. «lie «len Gelier heiligt mul «len Empfänger erhebt. Dr. Claude Gt Monlcfiorc fuhrt«; u. a. aus:.In früheren Zeiten wurde Sozialarheit hauptsächlich -durch Unterstützung} gehustet. Er wolle gegen «liese unmittelbare IÜlfsurhcU. nichts sagen: aber wir alle seien wcitcrgckonimcii mul heute »eien «lie Bemühungen darauf , gerichtet, «lie Ursachen «ler Not ausfindig zu machen uml diese zu beseitigen, damit so I lilfsarl>oit überflüssig wcrtlc. Er halte es - für in|lwendig. «laß Menschen aller Klassen gleiche Möglichkeiten geboten' werden; «loch müsse «lie» begleitet sein vom .Denken und Handeln Tür etwas Höheres im Ix-ben. Er glaube mich, «laß Sozialarheit eine religiöse Basis mul einen religiösen Gipfelpunkt haben müsse. ' ' Er halte es für notwendig, fuhr Claude Montefiore fort, «laß mit «lern W miseh. Eiend und Leid zu beseitigen., heroischer-Opfcrwillc und hohes geistiges Streben verbinden sei. Nur auf «lein Wege von Religion und Moral werde Sozinlarbcil geleistet wenleu können. . Sir Osnumil d‘A\ig«lor Gol«lsini«l sprach über «lie sozial«; Entwicklung in der Wellwlrlseliaft. Die heutige 'S«»zialarheit zeige überall «lie Tendenz von bloßer Uiiterstütziing zii konstruktiven AufgalK-ii üherzugeheiu Der Gedanke liierlud >ei «Icr, junge M<-ii«<*lien unabhängig uud tüchtig zu machen, würdig ihres Landes und ihres Glaubens. Der Ihdncr uuiulte sieh . sodann «ler von «fer Jewisli Colonisation Association iii verschiedenen Teilen «ler Welt geleisteten Sozialarbeit zu und legte die Bemühungen «lar, ik-njenigen, die vom Schick» aal schwer, getroffen wurden, «len Aufliaü eines neuen Lebens zu crinögliehen. Die JGA betreue in Argentinien bereits 30 00Q Menschen, unter ihnen auch . J u «I c ii a ii s D e u t s«; h I a n d. Der nächste Redner. Dr. AL J. Karpf, befaßte sieh mit der sozialen Aufbauarbeit im Judentum. Der Gemcinseiiaftsgedankc Italic,für die Juden eine besonders tiefe Bedeutung. AL» amerikanischer Jude wisse er l>csondersgut. wie sehr "jeder einzelne mit dem Schicksal der Juden überall in der Welt verknüpft ist. Amerika verfüge als Einwandcningslnnd filier eine lange Erfahrung. Diese Erfahrung halte man bei der neuen Kinwandcniiigswelle in den Jahren 1918 bis 1933 verwertet. Alle Länder, in die Einwanderung möglich ist, sollten cs als ihre Aufgabe betrachten, die von anderen Einwandcruugslandcrn gemachten Erfahrungen zu berücksichtigen und eine planmäßige Einwanderung vorzubereiten. Konstruktive Hilfe sei der Leitgedanke in der modernen Sozialarbeit, wahrend unmittelbare Nothilfe nur noch geringere Bedeutung habe. Trotzdem gfdie «•» Notfälle, iu denen umniltelharr Hilfe die konstruktivste Form von Hilfe fittct-lumpt «lutstelll. Es gäbe, fuhr Dr. Karpf fort, auf «ler Konfemiz Sozialarbeiter für all«; »peziellcu .Bedürfnisse und Ililf»mögli« lik« iten. Ihn'li «Ifirfc planmäßige Abhilfe für Masseunöti* nicht außer acht gelassen wrr<l«-in Auch «lürfe man «li«; Quellen jfuliseher Siizialarbeit nicht aus «lem Auge verlieren. Die Ikmpiipn-lle ilie.M-P Arbeit »ei «Re jüdische Familie, Sie »eliaffe jciu: Kräfte «I«*r Opferliereiiscliafl und «ler Geineinsrhafl, «lie sieh iu allen Nöten bevvfdyn». Die nmlcre Quelle sei «lie (»e - m e i u «I e. Di;; Stärke ihres Einflusses zeige »Ich in «l«-r Arbeit «ler jüdischen Gniugmlen in den V'.‘reinigten Staaten uml England» zugunsten «ler jfuUseheu Auswanderer au» Deutschtum!. Dieser G e m «* i u » r h a f t s s i n ii K‘i ein«* der . Kraftijuelleu «ler Judenh«-il. .Mit höchster Bewunderung verfolge er «lie planmäßige konstruktive Hilfe, «lie von den Juden iu Bc-titsrhliiu d seih»! geleistet wird. Es M-i hier das' erste Mal, «laß einheilliih und planmäßig jüdisch«; Sozialarheit «lurehgeführt winl. Sn«hum hielt Herr Sit*mwun»ki ein Referat über Gegenwartsproblem«- «ler Wirtschaftshilf«*. Er in-tont«*, «laß iiieuial» voriu-r Hilfe für Juden «Iriug«‘nder «t-wwii s«-i al» heute. S«» notwendig es am-ii sei. «lie A<i<wandcnuu; zu fördern Töid Hilf«- iu den Eiuwaudeniiigsläuderu zu l«;i»teu. »o besttdie amieren-eit» aui’h die N«>tvvcii«ligk<'it, Hilfe mmiittclhnr «lort zu gewfihvcti. wo »i«- gvhrau«-ht winl. Eiiu-n vv«-»«*ntlic!u*n Faktor In-i den l rsichcii «ler jüdischen Not. »<» führte «hrr Hc<hi«T weiter ans, liege iu der falschen ß «• r u f » g I i e <|«-. r u n g. E» mü»»«' ilureli plaumiißigc lx-niflieh«: Orientierung uml Lhnsehulung zii m-iien lk-rüfen eine A u p a s .» u n g a u «I i ** g «* g c h e n «• n V «* r - h ä 1 t n i » s «• lu-rln-igeführt wenleu. Angoh-ht» «Ii*r «Iringi'ndrn Not »ei«;n allzu teure uml umfa»M*ml«* Maßnahmen ln*i <ler' Um* scliulung zu vermeiden. Einer «Icr WM-htigsteii'- Rerii/f sei «lie!. a n «I w i r » s e h a f t , trotz «ler großen S« liw‘u*rigkeit«‘ii. «li«‘ heute' für sie In-snhen. Man niüs.se «Inrauf hinarbeiieu. daß Jtid<*H iu großer Zahl in landwirtsihnftliihcii Rernfi-n ausgebildel werden und daß sie in der Landwirtschaft unmicsten* ein xu- sätzliehes Mittel zur Ifi-streilung' «les Lvhcnsunterhalls finden. Man müsse alter vor Übertreibungen hei «Icr Ausbildung von Jmh-n iii der Landwirtschaft und d«-n \Vr~u<-!iru. »i«- auf d«*iu Lande nnzu>ie«l«*In, warnen. Die p«-r»önli«iie Eignung «lerjenig«-n. die sieh «ler Laudwirl-ehalt wi«lm«,n vvollcn. »nfisse s«»rgffdtig geprüft'werden uml «li«*»e Prüfung nnV»«* »ich auch auf «lie Familieuanüvlmrinen er»tre«:ken. RECHT im ALLTAG (.Vhlslraf«* für Dcvi-envcrgclien? l’ber. «lie Ik'-trafuug von Devi-.enverg«*heu. liegt ein«* inter- «‘.vaul«* Reieh-gerielH-»nit>eh«‘i«hmg v«ir, «lie «lit^J^i-ag«* aufwi'rft. ob Dr\i-«-mei-gehen. nur «lureh (h-histVafe gealuidet wenleu k«‘innen. Nach «len» »j 27 h «l«*s Strafg<-»«,t/hiu-he> kann »lall «ler an'sieli- \erwirkten Gefätiuui—traf«* auf GcMstralY erkanntwenleu. wenn «Irr- Straf/wcek aueli durch «li«*.i Gehl»traf«‘ «*rtvi«-ht .wird. Da». Rci«-Ii»g*;riclil stellt 'fest, «laß «li«-»«- V«»rM-lirifl aiieh" hei einer Bestrafung wegen" 1 V\iM,uveeg«,hv*u» an .»Ich anwendbar i-»t. In einer D« vi»euslraf»ar|ulialle die Strafkammer eine zweiimnuitige (i«-frmgni».'liat‘r aingesproclicn. «dm«* zu erwähnen, «laß »h‘ eine Geldstrafe niehl für au.-reielwod halle. Der. Verurteilte hiebt «diese Kuistiieiihmg au mit der lU'criimiiiiig. die Strafkatumcr IuiIh* oIfensielilli«*h fdM-r*ehni. «laß au Stelle «ler Gelönt:tii»»trafc GeMstraf«- verhängt wetileu kann. Dall*,irh»geri«-ht hat aber diesen Gesichtspimkl aheelehnl uml au-gcfiihrt. daß Ixd Devbeuvergclieu die S«hlußfolg«rung ualieliegi. «laß «ler. Slrafzweek «lureh eine Geldstrafe niehl em ic'it wird. .IH• 4.1> IR1 3t».} Dir Vlilrgmig v«m Eiden Dj-r Reicii»iu-ti/miui-ter Imt - iu i iu«'iii Erlaß zur Ahiialuu«* v«ui Zi-ugnieideu Stellung ui-mmuiicu. Darin heißt «•». daß auch muh dem Gi-m-iz zur FinscliniuUung «I«t Eide im Strafverfaliren «ler Gnuubatz.he-telien hh-ibt. «laß «li«* Vereidigung der Zeugen «lie Regel, «lie Nh hiv rreidiciiiig «lie \u-<mdim<* InMen »«dl. Demi-iilspr«-i-}ieml '•iml «lie Staal-auwalt»«haften ange««ic»<'H wonleii. mir damt auf «he \rmdigung n'n«> Z« ug«‘u zu ver/i« iitcn. wenn -«-in«- \u-'age unerlu-ldieh «ider «ou uuterge«Mdu«‘tt‘i' Reileiituug i»l. Dagegen i»l bei Vn—agen von ue-cijllieber U«*«lentiing grnml-ätzlirh a.neb dann niehl auf V ereidiaung zu vrrzhhlcn. wenn d« f. Zen^>- * aiuh obm- »i«- glaubwimlig erscheint. In Slrafsmlten wegen* g«*ringlügiger Tar-aeinu >«i «-in Veiviebt mil* «He Vereidigung rlirr zu verancw«ul«,u ab bei .»«-hwerwiegeinlrn Sueben. Kinder im Gr»rhäft «!«*■» Vaj.«T» — Vrliril»* ertrüge mögfii-Ti Auelr nach dem hciitiueu .\r)H*ii»recht ist «lie Re.seliäftigiiug von Kimi«*ni im <ic»cliäft»l)i*lri«‘li de» Vater» an keine amh'ieii \ oraussetztmgeti gebunden al» Malier. llenierkeiiHwert au» di«‘>«-m für viele Ge-ehäftsh-ul«* wichtigen <i«-hi«-| i»t eine Eiilseiiehlung , «Ie» Ri ii-h-fiuau/lmf«-», du* »ieh nul «lei* Frage «fer Re/alihing ’voil Kindern. «Iiiim Geschäft «le» VateVs arbeiten. J»«‘»ehäftigt. .An uud für »ich »imi zwar nach «len Vor»<*hrifieu «ie» Bürgerlichen G«*»«-izl.uche» Kinder verpMiihletr yn llmt»we»eii uml Geschäft «ler Eltern .-«dang«* uncnjgelrlich Dienste zu leisten, al» sie dem llau». »taml der Ellern ungchürcu. Darfde r hinan» köiiiien si<* aber aueli aul Grund eine» Arheitsvertrage^ als Angestellte im Betrieb «Ie» \;«l«-r» be-ehuftigl werden. Sind erwaeli»«*iie uml lH:riifh(‘b vorgeiiihlete Söhne iu eiii'*m gewerblichen itn«l kaiifinätiniseli geffihrlcu BclVu-I» de» Vater» tätig,! »«i gellen imth sleiierrerlitlieh die den Söhnen g«-zahlt«‘n Beträge nicht al» F.inkoininen th'» Vater». Di« -* gilt vor allem immer' «laiin. wenn «Irr Sh-ucrpfliclilige «diuc «lie rütigkeit der Kimler fn*iml«; Arbeitskräfl«* liäll»* 4*in»l«*ll«*u mii-*«ii und nach Lage «h*r Su«‘he «len Sölnn'n «‘ine iinentg««lllielH; Vi-i>eilsh*i»tiing nicht /.ugeimitct werden kann. „Jüdifche Sozialarbeit umlpaiint die Weit“ Die riJi»rheid«‘mle Frage, «lie «lie G«.*genwart in all«:n ihren Leb« u-äiißvning«*n «l«*h Ah*ns*‘lien j«,<lv»e«ler Gruppierung — nationaler. religiöser, kultureller. wirt»«‘liaftli«;her iimv. — stellt, uml von deren B«-antw<>rtimg «la.» zukünftig«; Seiueksal «h*r G«*»anitlieit abhängl, i»t die nach dem Verhältnis von Einzelj»ei>öiili«’]ikeil uml Gemeinschaft. na«*li «ler Stellung uml Wertung «1«*« Imiivhluum» im .Sozialkörper. Die»e» Problem, da» ganz allgemein ist und <!a» vor keinerlei Grenzen irgendwelcher Art Halt macht, muß zu einem besonderen für eine Gemeinschaft, weiden, «irmt sozialpfditiseJieii und damit auch »o/.ialp^ycliischeii Gnimilagcn «lureli umwälzemle Ereignis»«* erseiiüttert werden, und «lie damit vor neue Kragen, Pläne umL Enl^eldüsüC gestellt wird. In einer Milchen Situation, in «fer «lie ..alten Einstellungen «Ie.» Kopfe» uml de.» Herzen» nicht mehr g«-lten oder nicht mehr genügen, in «Icr «ler Mcmoli beginnen iiiiiLv. neu zu denken und, wa» mich schwerer ist, neu zu fühlen4*, befindet »ich «las Jmlcntum in Deutschland, ihm bt in «ler Gegenwart die weit ausgreifende Aufgabe gestellt, nicht nur die * politischen. und geik'tig--eeUs*‘hen Grundlagen .seiner Existenz einer Li’t’Mrhcudr Laden Der PithLmscIu* EimmzminisU r hat l!rlri«'hlennig«,ii fiir l«,er- .'-teiu-ude l.fuhn verfügt. Bekanntlich w<*r«l<;u «len IIau»lieMl/.erfi *lür leei-»lelu*inle Läden S|eu«,n*rh‘iehl«*nmg<‘n g«;wflhrt, «li«* wieiler (««rtfallen. w.enn d«*r l.nd«‘n vermietet wird. lh*r Finjmxmmi.»tci* ha« augetudnei. «laß L»«len. «||e für «ii«* Z«*il bi» zum 31, Angii-I . al» Ausstellungsraum!* benutz^ vv«-rd«*u, initz «li«*»«:r V«’riiii<*limg «li«* Steuervergünstigung'in Aiisprmif m'lniien köum'ii. Dauert die V eriMiciung üln-r «len I. S«*p(«-iulM‘r luumis »<» fällt die Steuererleichterung vyu diorm /eitpimkt au fori. Die Riimne «lürfen jetlueU nur »U Au»-1rRwng-_ und niebl nl» Wrkanfsrfuiine ver* mi«-|cl werile'u. Piüfnng zu ifnler/ii b«*n. »nm!«‘rn i atii'h ghichzcilig' die»«*' »enn* Evis|i-iiy. entspriM-lu'iul «I«*n neuen politi.s«*h«‘n uml ret,lilli<-iii*ii Normen d»‘r Umweh neu zu gestalten. In «Ii«‘»en» «lureh «li«* Z«-i( gegidn’iieu jü«liselieu Aufgalä'iikrei» isvl die Sozialpolitik «l«*r )H-<h‘iitsaui»le S«*klor. Ihr«* Aufgaboi nhdil nur mich der Nfilwi-iMligkt-il und «f«*n Korderuiigen «Ie»' Tage» zu _lösen, M„|drrn »i<* aus/nrieiileu nach «ler uralten l'onlerung jthli- »«•her S«>/ial«-thik uu.l damit «len Ausgleich zu »«huffeu zwi»i-li«*u ble«* uml VVIrkli«-iik«-it — «In» i»t «f«*r Simi mul «In» Programm «l«*r dritten iut«-ruali(«uah-u jütii»«-|i«‘ii \\ «*ldfahrl.»k«mf«*r«‘uz. /ii <l«*r ainli . «Pu- Rei«h^v«*rtri‘limg «b*r Juden in |)«‘iil»«*li!aml ..juliw-rslämlii;«; Pi*r»örilielik(-i«(-u «‘ul»an«il hat. uml über «Icrcu Ergebnisse wir vor»teli4-ml berieliM'u. Aber iuh'Ii ein«* .mder.” uml tiefer«* Bedeutung hat «li«: fxnr- «loner Koub-reir/. In d«*r au» Auh|ß «li«‘»«*r Jägung In‘rau»- geg«-lM*uen Son«b*rnmmner «ler ...I «i d i »r lH-n VVohlfnbrt-«- p f I«‘g e ii u <1 S o/ i a I p «i I i f i L‘ Zl»« hr. «i. U«-iiiralwi*hlfalirt»- »t«’lh‘. Berlin, Juli 192b; umreißl f/«> Bneek diese Anfgala* mit «len W«nten: ..Die jfuliselu* S«i/ialarlH’il muHpannt «lie Well". Di«* *«)/. iah- und wirLsi-haftlieh«; \<räml«'rimg in «l«-n EImiisvt-rhällnisH*» der Jmlcu iu Deutselilnml uml am*b amh’rwäit» hedingt. ..«laß d«-c jüdisch«* s«r/.ial<! Geist IwnU; in Kontinenlr.ii «it-nkni muß. h> wie e» beule »ein G«*»«-lm‘k *i»t, auch iu K«»nlini-uten zu leiilen". Für die Erkenntnis von d«1!* Notwendigkeit «ler XiisammeiuirlH’it «ler Jmlcu tu «ler Welt liei «ler griueiu»aineu lh‘wältigung der iu der Gegenwart gestellten iing«‘!ieurcn AufgalH*u in Bezug auf Au-wamlr-rimg. ' l juM-liidilmig, Jug«*n<Ipfleg«* und F.r/ichtmg i»l «li«- Loudom-.r Konferenz <*in l«4»«*u*liger Aus«lrtn-k. Wie die «lureh «Ii«- m-m* »o/ial|Hiliii»e|ie Lag«; geforderte" Neuoxlumig in Bezug auf D'rgnui-alMin eiuhi-itlieli <bir«*bgi*fübrl wurdet da» erläutert Im '_'hi«li«n Ih'fl Eriedri«'li Br«»«lnitz l'„Jfuli»eh<; So/jalarlwit in Deutschland al» 'Einheit“}. Mit Recht bebt er hervor-, ..daß «-lue Teilung der \r)M-it»g«l»i«-jc iii Migeminiilo ..produktive uml unproduktive Abschnitte“ nie. nm-rkaunt wimlr, weit, richtig verstanden, sieh al!«- 'Peil«; «!«;» Gesaintwerke» 1m*- dingeu, vom inamh’r abhängig »iml und dndnri'h gleicrhmüßig prodliktiv wenleu44. _ .Es würdt* zu weil führen, die Ffdlc «ler Gedanken uml \nr«‘gungi’n. «li«; in den Eui/adlM-ilrügrn diese» S«mderheft<;» (von Dr. (b org Luhin.ski, Dr. Hihi«; LamlenlM-rgcr, Dr. H<*r)H*rt. Kaliu, I lamm. Thon. Dr. H. Iloffinnim. Prag) .g«;gel>cn wer«I«*n, hier v«»r- /iifiihren o«icr gar vom ätandpunkte wziologlselier Betrachtung aus kritbch zu ihnen Stellung zu nehmen. Wir müssen un» «inmit iMx-iieideu, «•» j«*«l«*in dringen«) nn» lf«;r/ zu legen, «li«*M;» Heft zu IcM-n und seine Kragen uml Problem«; in ihrer ganzen Größe utul Tit f«* auf «ieh w-irken zu lasM-n. . Alle organisierte So/jalarlx'it birgt in »ich die Gefahr^ «lureli Ü!«erlietoiiiiug de» Orgniusat«»ris«lieu mit all Meinen „Formularen14 mul ..Instanzenwegen4* zu erstarren, zu vcrljürokratifticreir, 7->t vergr«i»«-n und dadurch die tragisch«; Spannung zu rrli«~Jicu, die an »ich »ehon oft g«*»ug gerade auf «lie»«*rii Arlx‘itsgebirt zwistlicn ,.f«lee uml Wirkludikeit41, iu Erwlieinung tritt. Daß alu;r dieso Gefahr lx-i der Bewälligutig unserer jü«li»«*hcn fhuneinMchafu« aiifgalx.*» uielit akut wenlen wird,! dafür darf tma «Icr Wille- Gewähr M*in. «liese Arbeitau» jenem sozialen Ceiste hrraua.'zu leisti-h. «ler M;it jeher Grundlage jüihsrhcr Klink war und immer »«•in winl: Soziale Ycrpflhditung i»t ein Teil jüdischen Lebcna.

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