Jüdische allgemeine Zeitung
- Journal
- Jüdische allgemeine Zeitung
- Volume
- 16 (1936)
- Issue
- 28 (8.7.1936)
- Date
- 1936-07-08
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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Zum Schutz der Ausgewanderten Zwifdienftaatlithe Regierungskonferenz in Genf eröffnet — Befchlußfaffung über Identiiätsdokumente Ende des Terrors? Scharfer Kampf /.ut-du'ii Anhängern und Gegnern des Streik-' in* I*u)n>tina Jerusalem. Da» ())«!>«• Mabbcli«' Komin«* hat im Laufe «h*- Sonntags gemeinsam mit den Vertretern der araldsenen Kaitfmaan- M-'haft dringende ib>pr««hung»n nLgclialten, n<iii denen man c ii 1 s e li r i d e n «I «• Vi‘*,inl u n",in der Gesamt Inge erwartet. Ms wirn eine cnlspreelieude Erklärung vnrluTeilel. in der n. a. gesagt werden soll, «laß die arahi-clic Bevölkerung dureii ihr. bisherige.» .Verhallen gezeigt bube, daß sie bereit sei, die größten Opfer zu {»ring«*»; sie werde vim ihren Forderungen nieht abla-»eu, doch wird dh‘ arabische Bevölkerung aufgefordert, den Streik auf- V.ii gehen und den Kampf nach neuen Richtlinien. die in einem Aufruf dargidegt ucidcn sollen, forlzufühmi. Nach den R.*- ratuugen de« Oherst«*» arahi-rhr»' Komilee.s j.-t der Kampf zwischen Anhängern und Gegnern des Streiks im arabischen Lager rnit liesouderrr Seharfe entbrannt. Die Anhänger der Streikbewegung \crhrril«*» m Jaffa Flugblätter, in deneji sie die Bevölkerung zu ihrer Lnterslulzung auf rufen .und etwaige Streikbrecher schwer bedrohen. W'jY die Judistdie Tclegiaphenagenlur erfährt, werden in einer der großen Banken Jerusalems Beratungen z.wiseheu einigen .Mitgliedern des Obersten «rnbisrhrii Komitees. großen arahisdieu Kai<rieuteu und den Direktoren der Hank über «li** Krage der Gewährung eines Moratoriums für dir arahischrn Kaufleuh* gepfheie«- K« gehl liauptsäelilieli darum, zu xerhiiten. «lalA anläßlich'der erwarteten Wiederaufnahme d‘*s gesamten Ge»ehäfl.— verkehrs Gesehfiflszjwuiuneulnüriie infolge der Protestierung von Wechselnnrahisehcr Kaufleuu* erfolgen. Nicht nur in den Städten, sondern auch bei der Lnndlirvölkmmg macht sich zimc’uneud-’ S ( f e i L m u d j g k e i.t geltend.. Um ein Kompromiß London. Die ..Times4* vom 3. Juli vcröflYntlichl einen Herieht aus Jerti-aleui; -woua«*ii zwei Gruppcti au lligh Go in tu i s> i o - ii «• r Sir A r t li u r V a u e h <» p «• mit \ <» r s e h I ft g o n z u r Lösung d e r g c g c n vv ii r l i g <• n Kris«* h<*ra»getreteu .seien. Die eine Gruppe Imin* aus den nmtlielu-u Kreisen fernstehenden Engländern. «lie zweite aus Vertretern der englisrhen, «leiitschen und amerikaiiisehen Miiiwohuer Ix'stauden. \«a beiden Gruppen sei-der dringende Wunsch geäußert worden, daß die Kgl. Kommission inüglirhst hal<l eingesetzt und «hiß eine Formel gefunden werde, lim dies zu ermöglichen, ohne «laß die eiiglisehe Regierung wesentlich von’ ihrer gegenwärtigen Politik in dieser Frage Svbzugelien braueht. Eine dritte', aus gemäßigten Juden und gemäßigten Arabern bestehende Grup[K* konzentrierte sieh, so heißt es iii, dem *.:Tiin«*s*i-Ih ri«'iit wcjjer. auf «las Problem <fer künftigen Gestaltung «1er Dinge uaeh dem Aufliömt der Gewalttätigkeiten. Diese Gruppe ist «|<*r Austritt, daß «li«* lordmuig «ler Araber nach Einstelhmg «ler jüdischen Einwanderung eine Maximalforderung ist, und glaubt, daß beide Bcvölkcnmgslrjhin der Krage «ler Einwanderung auf «in Kompromiß «ing«'heu wfmleiifalls ein solches von «ler englisch«*!! Hegierüng vorgeschhigcn wird. Das 40. jüdifche Todesopfer In «len letzten Tagen konnte «‘in geringes Nachlassen «1er Zwischenfälle iu Palästina fostgcsicllt werden." Die Unruhen haben jedoch keineswegs aufgehört. Di«* Liste der Opfer vcrzcirlmct auch wiede.r zwei .Iud«*u. Hei C.liedera. wur«h* <*iue englische Militarpalnmille^xm araliiseheu W*egclager<*rn h«*sehossen. Daliei fand der als Gluiiiffeur Ihm «ler «*ngliseheit Ih’hörde tätig gewesene Jj/.rhnk G 1 ä s «■ r den T«m1. Der am 29. Juni Ixri «ler Verteidigung «ler Koloirir Siehron Jacob \cruun«h*te jüdi-chr Wacht«;!* Schalom Smitlewiez ist am Sonua)>end seinen Verletzungen «•rlrgen. Stnulcwiez ist das 40. jüdische Todesopf«*r dci" Palästinaimrulien. Der jüdische UilfsjK»lizi>( Jacob Hacher. <h’r sieh .in «ler lclz<«,n Zeit In*i Ahwchrkämpfcu gegen arabische Banditen durch hervorragende Tapferk«*it «ustnv.eieliiiethat. i?-t hei einer iiciierlicht‘n H«*s«*hicßung von Moxa durch Sturz in «ine Grube schwer verunglückt. Zum «•r>l«,n Mal seji Hegimi der Unruhen ist iu «ler Narlit zum Sonntag ein Angriff gegen die durch die heldenmütige Verteidigung im Jahre 1020 itckannt«* Kolonie Hulda gerichtet worden. Der-Angriff, «ler von 11 Llir abends Ins 4 Uhr morgens dauerte, wurde v«m «len .Kuhmisten und jüdischer IHlfs- |Mi!i/«i mit Uutrislülzimg einer später eingetroffenen englischen Maschiuengcuchrahleilimg abgeschlagen. Von den arabischen Angreifern wurden mehrere verwund«*!. Arahisehe Terroristen versuchten auch. jüdische Orangcnpflaiizungcn hei lleehovvot zu '«‘rniehlcn. Es <*ntwiek«*It<* sieh ein Feuergcf«*«*l>t. «las D/s Stunden dauert«-. Der Angriff wurde «lureli jfulisrhc HilfsjK)lizej ahgewehrt. Am Sonntag-Morgen wtinlen drei hei «ler Jcrusulemer W'asscrleituug Ix-srhüfliglr jüdis«*h«* ArlM*iter auf «lern Wege zur Arbeit ln der Nähe von Mea. Schearim.verwundet. Die Siedlung Unmut Hache! ist M*il fünf Tnjicn ohne W*asscr. wrij «Ue llöhren <lur«-h Terrorist«*» bes«*lia«ljgt wurden. Kuno Fisrlicr. zu dessen Füßen’ er lange Zeit in IfeidcIIierji gesessen hat. Der Löwenlcopf dieses TOjährigen hat selion'manchen nüchternen Konfcrenzhesucher aus dem Konzept gebracht. Unvergcl.Mieh die Auseinandersetzung mit ihm über die Frage des Gesetzes im •Vorjahre. Hier sprach nicht mehrein einzelner, hier sprach das beleidigte' Gewissen des klassischen Liberalismus, «las die sachlichen Argumente einer ..verdorbenen“ Jugend als einen persönlichen Affront empfand. \ or zwei Jahren in London hielt er eine grola angelegte Hede, eine Apologie iles religiösen Liberalismus. Nach fünfviertel Stunden Redezeit, in der er sein Riesenmanuskript nieht nur vorlas, sondern verführte, war er körperlich so erschöpft, daß man ernstlich für seine Gesundheit fürchtete. Er mußte die Vorlesung an Ralihi Matturk abtreten, der sieh wirklich korrekt und geschickt seiner Aufgabe entledigte. Aber Schulmann war nicht zufrieden. Von Zeit zu Zeit, wenn Mattuck eine Wendung ihm nicht ausdrucksvoll genug vorgetrageri hatte, hörte man ein dumpfes Donnergrollen aus dem Hintergrund. Die Löwenmähne hob sich, und die Stelle wurde noch einmal mit besserer Betonung ..gebrächt'1. . Das ist Schulmann: Ekstatiker und Rationalist, Jude' und' Amerikaner, Rabbiner und Wirklichkeitsmensch. aber aus einer W irklichkeit, die uns fremd zu werden beginnt. Heinz Kellermann. Gt-nf. LiiK t tirm Vorsitz <h-s Vcrlrctrrs von Uruguay, Guam*, wunlr am "2. «lull di«* wmi \ ölkcjhundskomrtiissar für Ausv.aiul«*rrrfüi>org«‘. Sir N«'iil Malrohn. ciulicrufene zwischcustaallirhir Ihrjurnmjiskoiifcrrnz für Aiiswaudrrrr.-»chulz eröffnet, an "der \Yrln*l«*r Ih l^inis. Englands, der Tscheehoshnvakei, Danemark-s. Kruadm-, ■•Frankreichs, Irlands, Lettlands, Norwegens, «ler Niederlande. Polrii». Kiunaiuens. Srhwcdrns, der Schweiz und Uruguays, trihichiijru. Di«* NYreinighii Staaten von Nordamerika lind Fiunlaud -iud durch Hcoliaeliler vertreten. ln eim*m (aumminiipie der luforiualionsahleilmig des Völkerbundes wird mitgeleilt, «laß der Völkyrhundskommissar Sir Neill Malcolm .hi seinem Heferat den Ahseiiluß provisorischer Vereinharinigen zur llegchuig des H e e ii t S s 1 a t u s aus Deutsch-. 1 :i n il Au * g «• w a ii <1 e r t <• r als «Ii«: erste Pflicht dieser Konferenz hi’/eiehnete, Di’e-e Wreinharuugen sollen den Ausgewan«!.*rt«*n -«» schnell wie möglich einen Heehtsstatus gehen, «ler gellen xdl. bis langfristig«* \ ereinhuriiugeii auf (frund eines Vertrag«*.« in Kraft treten. j)ie Vereinbaningeu sollen sieh* auf f«dg«*mle Punkt«* erstreekeii: Ir Definition «ler Auswamlrrrrkutcgoricn. 1***1 «lenen die \ ereiuharimg«'u Amveudung finden sollen. - 2. Administrative Maßnahmen: a\ Ausgalxyon Ideutiläts- und II i-i.s<-;i iihweisnr — Gültigkeitsdauer «licsei* Vn>w«-ise — Her«*«*hligung «ler Inhaber, inein Land zu kommen uutl es zu Aerhissen — Visa, Eriii’uerung. Ausfertiguugskoslcn für Ausweise und Nisa: h) Ausweisung und Verweigerung «ler Zula-stmg refmile«in*iil). J. Hechlsslallis: a) Heslimmung des. für «len P«*rM)ualstatu-r «h-r Atisgcwnmlerlen maßgeheinlen Gesetzes; h) Gültigkeit von Papier«’», die von religiös<-n Hehrmlen ausgestelH sind; c) auf Grund der Stautsgesctzp erworbene. Ih-rlite (Ehereeht — Heehtsffihigkeit wrh«drateter Frauen): «I) Ehetreiinung; e) das Hecht, als Klfig«-i- oder Beklagter vor «len Gerichten zu erscheinen. Der Ohcrkoinimssar empfahl «ler Konferenz, die auf Grund mehrjähriger Erfahrung zuslamlegekommeiie FluchtIhigskouvciition von 1U33 mit gewissen Änderungen anzunehmeu. Auf Wunsch des Vertreters Jh lgicns stellte der Vorsitzende Guani fest, daß die Konferenz ihre Beratungen auf die Ausgewanderten aus Deutschland einsehrfinken' solle. Dagegen verlas «ler Vertreter Norwegens im Numcn seiner Hegierüng eine Erklärung, in der die Konferenz aufgefordert wird, die Angelegenheit womöglich unter «lein Gesichtspunkt des G e s a m t p r o b 1 e tu s der KI ü e li t I i n g e zu behandeln. Auf \ erschlag des \ ersitzenden wurden «lic von dem Ohcrkommissar erstatteten \ orsclilage für eine p r o v i s o r i s e li e H ege In n g des Heehststatus aus Deutselilaml Ausgewanderte!; von der Konferenz zur Grundlage der Diskussion genommen. Dann begann di«* allgemeine Aussprache. ’Komanicki (Polen) gab der Bereitschaft seines Landes Ausdruck, die Versuche zur Lösung «liescs Problems iu jeder" WYise zu fördern. Der ruuifuiisehe Vertreter. Minister Autouiade, stimmte den 'V«rs«*hlägen grumfsäl/.licli zu. machte jt*do«*li bezüglich ihres Inhalts gewisse Vorbehalte. Kr erklärte, seine. Hegierüng - habe bereits zahlreiche, Atiswantlerer auf ihrem Gebiet aurgenommcii und könne einer Eriiöliiing ihrer Zahl unter keinen Umständen zustimmen. Im Anschluß daran trat die Konferenz in die Beratung der , 'einzelnen Punkte der Vorschläge ein. Zu Punkt 2 einigle sieh die Kimfevouz nach längerer Debatte schließlich auf folgenden Wortlaut: ..Die Signutarstnalcn werden «len aus Deutschland Ausgewamlertcn, die.ermächtigt sind, auf ihrem Gebiet zu wohnen, ein fdnititätszcugnis (entsprechend dem angefügten .Muster) oder ein amlere« Dokument, das den gleichen Zweek^erfüllt, ausslellcn.41 Auf;der zwisclienstaatliclien Hegienmgskoilferenz ist der (*<miicil for German Jcwry dur«*2i .Professor Norman Ilent wich, «las Joint Distrihittion Committee durch Direktor Heruhard KjiIiu mul di»* Jewish Agency for Palostine durch Dr. * Cohhnuiui Vertretern Außerdem widmen den Beratungen je ein Vertreter «I«fr in Frankn*i«h und der in der Tschechoslowakei lohenden Ausgewanderten bei. Die Konferenz hat ihre Beratungen über «las von Ohcrkonimissar Sir Neill Maleolm vorgelegte Projekt fortgesetzt um! «lie Bestimmungen filier Ausgabe und Erneuerung U*r hlontitätspapK-rs*' mit g«*wissen Aliaudemngcn angemunmeu. 538000 jüdifche Auswanderer Haben in den letzten 10 Jahren Europa -verlaffen — Bericht an die Internationale jüdifche. Answanderungskonferenz i Paris. Der Internationalen Aiiswainlenmgskonf«:renz. «lie von «ler IHas-Iea Emigration (Hicem) einlicrufen war, wur«le eiu umfassender Täligkeitsl»eri«*ht vorgeh*gl, der eine ins Einzelne gehende Ubershht über die Entwicklung jüdischer \Auswnm!enmgshewvgnng im letzten Jahrzehnt bietet. Die H i e h 1 u n g «ler jüdischen Auswanderung hat in «len letzten zehn Jahren eine durchgreifende Änderung erfahren. Währen«! in den Jahren 1B8I —1025 72 <yo «ler jüdischen Auswniulon-r aus Osteuropa in tlie Vereinigten Staaten von Nordamerika gingen. 10 nach Südamerika, 4. ü/o nach Palästina, 2 “u nach Südafrika und 12 O/q jiach europäisriicn und .anderen Ländern, sind in «len letzten zehn Jahren von allen osteuropäisch-jüdische» Auswanderern 40,5 “o nach Palästina, 17.6 0,’o hach Nordamerika, 21,7 ('n nach" Südamerika, 3.5 G’o nach Südafrika und 16.7‘»u in andere Länder, gegangen Aber nicht nur «li«* Zielrichtung, sondern auch «ler ganze Charakter «ler Auswanderung ist -ein anderer gcunrtbn. Zu einer Zeit, in «ler es keine Eimvamlerungslicsehräiikiuigen gah. spielt«* auch die Frage einer Auswahl der Einwanderer auf Grund besonderer Eignung keine Holle. Heute hat jedoch «lie riYhligr Auswahl der Wanderer grüßte Bedeutung erlangt^ Die Aufgabe «1er jüdischen Hilfsorganisationen im Zeitalter der Emwimdcnmgsheschnmlamg besteht nicht mehr bloß -in moralischer und juridischer Unterstützung, sondern auch in «ler Auswahl um! Ausbildung eines produktiven Emwamlererelcmcnts. «las geeignet ist. sieh «len Erfordernissen «ler Einwaiulenmgslflndcr anzupasseii. Die größte Zahl jüilis<-hcr Auswanderer, nämlich 186134, hat iu «hu letzt«*» zehn Jahren Polen gestellt. Tm Jahre 1935 allein sind 30 717 Jtulcu aus. Polen ausgcwaiulcrt. Das** Ziel «ler Auswamlercr aus Polen war bei 76242 Palästina, bei 27 755 «lie Vereinigten Staat«*». ln*i 15 466 Kanada, bei 38098 Argentinien. bei 1309B Brasilien, bei 4689 «lie Lander Mittelnnicrikas, bei 4378 Uruguay, bei 1550 Australien, bei 3774 antlcrc .überseeische Lander und Ik*i 17169 vcrstiliiedcnc Länder Europas. Aus Litauen siml etwa 18 000 Juden in «len letzten zehn Jahren ausgewandert, sie machten 37 der Gesamtauswanderung aus. lVr größte Teil «ler jüdisch-litauischen Auswanderung. 4988 Mensihen, ging uncli Südafrika. Das neue Einwnmlrrungsgosetz von j 1930 hat jedo«*h die jüdische Einwanderung na«*h Südafrika Iwdcviteml eingeschränkt. 1935 konnten nur 165 Personen von dem inCEM-Büro in .Kaunas nach Südafrika abgefertigt worden. Auf Gruml eines 1931 getroffenen Abkommens sind 344 litauische Juden na«*h Biro-Ridsehan ’gegangeU. Aus Litauen sind in «len letzten zehn Jahren insgesamt 18 888 Juden nusgewandert, «lavon 6084 nach Pnläsiinn. Von «len 6000 Icttlundisrh-jüdischc» Auswanderern «les letzten Jahrz«*lmts gingen 3100 nach Palästina, 1000 nach «len Vereinigten Staaten. Aus Humänien sind 22 272 .luden - in verse1ne«Iene Lämlt*r ausgewandert, die meisten nach Nordmul Südamerika. Palästina und Südafrika. Der Bericht erörtert weiter den Staml der jüdischen Emigration nach «lern Fernen Osten. In Schanghai sind in den letzten fünfzehn Jahren etwa 5000 russische Juden aus Öinrbin eingetroffen; 2000 jüdische Einwanderer kamen nach Tientsin. Jüdische Gcmeiiulcn entstanden auch in Tsingtau, Hankau, Dairen mul anderen chinesischen Städten. Die jfi<lis«*he Bevölkerung von Mnmlsi’lmkno. China und Japan wird gegenwärtig auf 16 000 Seelen geschätzt. «I. s. 11 <Vo der gesamten im Femen Osten lebenden Europäer. ln «ler Schlußsitzung der Auswanderungskonferenz sprach der Vizepräsident der Hcbrcw Sheltering and Immigrant Aid Society of America. Samuel A. Tclscy. der HICEM den Dank für ihre Leistungen im Dienste der Judcnhcit aus. Die Teilnahme von Delegierten aus allen Ländern an dieser Konferenz habe gezeigt, wie groß die Ausdehnung der jüdischen Diaspora sei. Für die Jitdcimot gelx* es kein Allheilmittel, sondern cs gelte, überall an der Lösung «Jcs Problpms des jüdischen Volkes zu arbeiten, das im Unglück geeint sei. Die Konferenz faßte eine Reihe von Resolutionen, die von der Tntsa«*he nusgehen, daß 538 000 jüdische Auswanderer in den letzten zehn Jahren Europa verlassen hal>cn. Tn den Resolutionen wird die HICEM aufgefordert,’ weiterhin neue Ausw a n d e r u n g s m ö g 1 i c h k e i t e n zu crforsclten. Dagegen wird vor von unverantwortlicher Seite unternommenen Versuchen auf «lein .Gebiet der Entschließung notier Einwandcnmgslandcr gewarnt. WYitcr«* Resolutionen beziehe» sieb auf die Wcilerleitung jüdischer Ausgewanderter »ml auf Frauen- und Mädchenschulz. Mcldeflelle für jüdifdie Wanderung ■ ' Zur mügHchst vollständigen Erfassung der jüdischen Binueu- und Auswanderung Jtul «1er Preußische Lamdcsverhand jüdischer Gemeinden die Einrichtung einer Meldestelle für Binnen- und Auswanderung beschlossen, der von den ihm angesrhlö-seuen Ccmcinilcn alle Wegzüge von Gcmemdeniitglic- «lern (auch Kin<h*rn und Minderjährigen) regelmäßig gemeldet werden sollen. Der .Verband wird.-diese Meldungen de» inländischen Ztizugsgeinciuden weitergehen, so. daß im Gegensatz zu «lern bisherigen Zustau«! eine genaue übersieht über «lic Binnen-*' Wanderung gewonnen 'mul «larmis notwendige Folgerungen für «lie praktische Arbeit, «ler Gemeinden nn<l Organisationen gezogen werden können. Der.Preußeuverband hat sieh mit den ihm nicht angesrlihisscneii außerpreußisehen Verbänden zwecks Durchführung einer cntsrecheiulen Regelung in Verbindung gesetzt. Der Steuerausgleich bei Fortzügen in andere Gemeinden Beim .Fortzug eines Gcmeindctnilglicdcs in eine andere Gcmriiulc entsteht häufig die Schwierigkeit, daß «lic Gcmeiudc «les allen Wohnsitzes satzungsgemäß ihre Kultusstcucr noch für eine Zeit weiter erhebt, währen«! der Fortzielumdc in der Gemeinde: seines ncircn Wohnsitzes bereits für die gleiche Zeit steuerpflichtig ist.* Bohle Gemeinden sind in «lieser Besteuerung an sieh im Recht. Bei der Abwägung der lnddcrseitigcn Interessen verdient eine besondere Rücksichtnahme die nach Lage «ler. Dinge meist kleine Gemeinde des alten Wohnsitzes, die mit «h*m Eingang der Steuer gerechnet und bei dem Verlust eines größeren Steuerzahlers leicht in die Gefahr gerät, ihren Haushalt nieht aiisglcirhen und ihren Verpflichtungen, insbesondere gegenüber Ihren Beamten, nicht nachkommen zu können, wahren«! sich «ler Zuzug für die andere Gemeinde als unerwartete Vermehrung ihrer Einnahmen auswirkt. Aus dieser Erwägung heraus, hat der Große Rat «les Preußischen L a n <1 e s v.<? rh a n d e s einstimmig beschlossen, allen ihm «»geschlossenen Gemeinden eine Übergangs-, regeliing für die Erhebung der Kultusstcucm beim Fortzug eines Gcmeindcmitglicdes in eine andere Gemeinde zu empfehlen, und ihnen «Icn Abschluß eines entsprechenden Abkommens naheziilegcii. Eine große Anzahl der Mitgliedsgcmcindcn. unter "ihnen inshesondere die sämtlichen Großgememdcn, einschließlich Berlins, «lie vorwiegend als Zuzugsgcmcinden in Betracht kommen, haben ihren Beitritt zu dem Abkommen erklärt. Eine Ausdehnung des Abkommens auf die außerpreußisehen Landesverbände ist beabsichtigt. Gefängnis ^regen Verftoßes gegen das Heimtuckegefetz Frankfurt a. M. Nach einer Meldung der ..Frankfurter Zeitung*' hatte si«*h vor. dem Sondergcricdit ein jütlisehcr Geschäftsmann aus . Limburg wegen Vergehens gegen § 1 des Hcimtüekcgesetzes zu verantworten. Dem Angeklagten wurde vorgeworfen, er habe im.Vorjahr einen früher zu seiner Kundschaft zählenden Zeugen besucht, iim ihn w*ie«lcr zur Aufnahme einer Geschäftsverbindung zu bestimmen. Im Verlaufe des Gesprächs habe er auf «lic Erklärung des Zeugen, er könne bei einem Juden kcuie Waren bestellen, geantwortet, «las.sei doch nicht so schlimm, sogar SA-Fülirer l>czögen heute noch Waren von ihm. Vor Gericht wollte «1er Angeklagte sich dieser Ausdrücke' nicht erinnern, er wollte nur von „Parteiangehörigen''’ gesprochen haben, und verwies auf die Stellungnahme des Rcidiswirtschaftsministcrs gegen wirtschaftlichen Boykott. Der Vorsitzende erklärte, dieses Verbot verhindere-nicht, daß ei« hc sch r ink t c r .Pe rsonen k re is v e'rp f 11 cht et werilc, nieht bei Juden zu kaufen.