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Jüdische allgemeine Zeitung · 1936-06-17 · 25 (17.6.1936) · page 3

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Journal
Jüdische allgemeine Zeitung
Volume
16 (1936)
Issue
25 (17.6.1936)
Date
1936-06-17
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Es wird gemeldet ■ Ein Erlaß des Rcidiscrzichungsministers besagt, daß Anträgen auf zeitweilige ' Bc,f re iun g von Kindern vom Schulunterricht Zeugnisse jüdischer Arzte außer bei jüdischen Schülern) n i c h t, beigefügt werden, dürfen, da sie keine geeignete Unterlage für Befreiungen vom Schulunterricht o'dcr einzelnen Fächern oder für die Entschuldigung von Schulvcrsuumuisscii bilden könnten. ES Der Berliner Obcrkanlor Aron Friedmann ist im 81. Lebensjahre gestorben. Mil ihm ist ein Manu heimgegangen, der nicht nur dem Gottesdienst die Kunst und Weihe seines kantoraleu Vortrags geliehen hat, sein Name wird auch in der Geschichte der jüdischen Musik seinen Platz behalten. 'Fricdmaun. dessen Lehen und Wirken hier aus Anlaß seines 8U, Geburtstags gewürdigt wurde. hatte bei seinem 25jährigen Amtsjubiläuin den Titel eiues Kgl. Musikdirektors erhalten. " * B9 In Frankfurt a. M. hat der 'Polizeipräsident auf Vorschlag des Oberbürgermeisters die Wimlthorststraßc in Eupener Straße und die P a u I - II e v sc-S t r a ß in Chamisso-traße umbenanut. —- Der Dichter Paul Heyse war Ilalbjude. B W'ie «li: „Berliner Börscu-Zeitung“ berichtet, hat hei der am 8. Juni abgehaltcncu 6. Vcrwaltungsralssitziuig der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ), der von deutscher Seite Ucichsbankpräsident Dr. Schacht und Geheimer Finanzrat- Voeke beiwolmtcn, der Präsident Dr. Trip dem vor kurzem in Berlin gestorbenen Dolmetscher des Vcrwaltungsrnts, Oberregierungsrat a. D. Dr. "Georg Michael i s, ehrende Worte des Gedenkens gewidmet. —• Dr.i Michaelis, der Jude war. hat in den Jahren nach dem Weltkrieg an zahlreichen bedeutenden politischen Konferenzen als Leiter :des-Spracheiulienstes tcügenomtnen. , “ * r B Aus Westerland wird den „Husumer Nachrichten" gemeldet, daß der dortige Bürgermeister Dr. Sehuldt einen öffentlichen Appell an die Vermieter und Geschäftsinhaber mit der Aufforderung gerichtet hat, die Schilder „Juden uuerw ü n s c h t‘; oder ..Deutsches Gcsclrüft" in deutlich sichtbarer Form au den Häusern anzubringen. Der Bürgermeister betont, daß imtcr keinen Umständen Westerland .wieder nach und nach in-- erheblichem Umfange von jüdischen Gästen besucht werden dürfe, weil dies dem Gcsamlintcrcssc des Bades nicht dienlich sei. * -B 'Die ..Hummer Nachrichten“ melden aus Fricilrichstadt, Kreis Schleswig: Am Freitag starb der Kaufmann Moses Bohrend, der jüdischen Gemeinde angchörend, im Alter von 75 Jahren. Wahrend noch’ vor fünfzig Jahren über 500 Juden, ,!>ci 2500 Einwohnerzahl, liier lebten, ist die Israelitische Gemeinde . jetzt n u r noch 2 5^ Personen stark, also von 20 v. II. auf 1 v. If. zurüekgegangen. *" . . B Wie ans Zürich gemeldet wird, ist der vor drei Jahren begonnene Baseler Pro z e ß u m d i e ,.P r o t o k o 11 e d e r Weisen von Zion" durch einen N erg lei eh beendet wurden. Der Beklagte Dr. Zander gab eine Erklärung ab. durch die er seine Behauptung, der Stockholmer Obcrrnbbincr Dr. Ehrenpreis habe in einem Vortrag die Echtheit der Protokolle liezcugt, mit dem Ausdruck des Bedauerns zurückzog. l\ a. gal» er ferner. zu, daß «Urse „Protokolle1* mit dem cr>ten ZiotuMrnKoiigrrB nichts zu tun haben. Daraufhin haben die Kläger ihre Klagen zurückgezogen; B Der Verband «I e r Polen in Danzig hat eine Satzungsänderung beschlossen, wonach dein Verbände künftig k e i n e J u d e n a u g e h ö r e n dürfen. * B Bei einer Feier zum Andenken au die jüdi sehen K r 1 e g s g c* f a 1 1 e n e n Amerikas teilte »las Mitglied des* Kongresses D. W. Harter mit, «laß mehr als 200 000 Juden Amerikas rieh freiwillig zu «leu Fronten im Weltkriege gerne Ulet haben: 1000 Juden fielen. 28 000 wurden v«*ruuml«?t. Mehr als 101)0 jüdische Offiziere mul Soldaten wurden ausgezeichnet, d»\on 700 «iurch die amerikanische. ' 300 durch die französische und 33 durch die engü-ehc Regierung. * B I» der Zeit vom 27. Juni bis 4. Juli wird in Wien «1er Zweite Weltkongreß jüdischer Frontkämpfer slattfindcn. Au «lern Kongreß, «ler von dem Rund jüdischer Frontsoldaten Österreichs cinberufen ist, werden jüdisch«* Front-' -iddatcn-Orgamsntioucn folgender Staaten teilnehmen: Ägypten, Belgien, Bulgarien, England, Frankreich, Italien, Lettland, Litauen. Polen, Rumänien, Tschechoslowakei, Ungarn, Vereinigte Staaten von Amerika und Südafrika. B Der amerikanische Kongreß hat auf Antrag «les Abgeordneten Guy M. Gillette einstimmig beschlossen, den Innenminister aufznfordern, «laß er in Washington einen Platz für die Errichtung eines Denkmals für Hy am Salomo n zur Verfügung stell«*. Ilyam Salömon. ein aus Polen stammender jüdischer Finanzier, halt«? seincr/ccit die Mittel für den amerikanischen Unabhängigkeitskrieg zur Verfügung gestellt. * B Vor kurzem faiul in Paris die Eröffnung des von «l«*r Pariser Jüdischen Gemeinde anläßlich des 800. Geburtstages des Bamham geschaffenen M a i in o n i «I <• s - G y m ii a s i n in s statt. Das Gymnasium wird jetzt von 102 Schülern besucht. L«*ilrr ist ^.Professor Marc Golm. Direktor «les Kiirnt«»rniiiis ist Kdmoml FI cg, «ler an «ler Schule aiu*h jüdische Geschichte und Literatur unterrichtet. * B Der Snii«Icrkorrcs[*oml«*nt «les ..Daily Express" in Palästina hat hgraiisgefnndcii, «laß cs in ganz Palästina kein«' Pfandleihe gibt. Jetzt trägt sieh ein eing«*wan‘h*rt«*r Jude mit «Irin Gedanken, in Tel Au iw die erst«* Pfandleihe «*inzurieiitcii. Kulturbund-Dämmerung? Dinge. Erstens, uii«! da halt«* der V«*rfass«*r ruhig auch andere Beispiele wählen können, /.. B. «Io* „Junge Dculsehhtnd4* Reinhuriils, "muß in jeder „eigenwilligen4* Theatcrsituntum für eineschon gcgelk’ne Literatur »les Atißcnsettcrluin* einc-~ffpeziell«*- Btilim* gefunden wer«l«*n. Es wäre tatsächlich für ein** Jü«Ii*eh« Bühne in Dentscliland, bes»m«h*rs in Berlin, «las Öegelwm*, »li«' heutige neue jfulisel»«* Dramatik auf einer" be>«inih*reu Biihne zu zeigen der Einseiulcr «lenkt liiögliclierweis«* an «lie durehaits «*rwägeiiswerle l«lee eines Studios, im Raluneu «les K'iilturhuutls. Di: Sehriftltg.) ■—' ln zweiter l.inie aU*r. auch das Ih'IoiiI *>ih*r Nerfasscr des— Artikels mit vollem llcchl, mfißien. wenn schon ein ’Hieater gegründet ist. «las keinen speziell«*» Spielphm hat. dies** hier erfor»h*r!i«‘hen. nicht «*\isiicren«h*n Stück«* g «• s «• li r i e 1» «• n wcriü'ii, sofern etwa Werfel, »las 1 h*r/.l-Drania und an«l«‘.re Slüeki*. nicht als udfupiat erseheitien. was ich uatürlieh von außen nicht l«*- nrtcilcii kann. Da könnte tatsächlich «li«: Dramaturgie Reinhardts, der Dramaturg Reiuhanlt seihst, ein gutes Beispiel muh. Denn von seinen Anfängen an hat er.in .«ler Tat fast all«- repräsentativen, — die sogenannten ..H«*inlumh**-Sliirh«‘. für sieh s«’hn*il»«*n. iniiuh’stens aber bearbeiten * kr—cn. Mit Ree)n ist auf das Dramaturgen- K«>llektiv Ri'inhanll-I bdlncmlcr-l h»fuiaim>llial-Kolum«* v«*n» ieseu. Reinhardts erstes Berliner Werk war bekauntlieh jener .■Sonniieriineht-tramn4’ am Sehiffhuundamni, der gt*rad«‘. deshalb um den l.itrrarhistnrikiTii x» sehr angegriffen* winde, weil* «*r «‘in«* ganz . neue, nämlich eine sp«*zi«*lle H**iuhar«lt-BearlH*itm«g «larstellle! Aber aneli ,.l.v»i»lrala’1 ließ Reinhardt hiielisläi»li«'h iia«*h M’iiiem «•ig« neu Szenarium für. «las Gruß«* Schauspielhaus ..limi<*n**. '%(*•«• unser Fa«-hausilmck heißt,' weil «*Im*ii auch du*. Große Selimtspiel- __ haus «ler Fall einer Bühne war. für »He Kein«* 1> r a m e ii 11 t «* - ratur licstaml, als sic ins. Lehen trat. Den ..Ordipn*4* .ließ Reinhardt. naeli seinen genauen ..Angaliooi*. möchte mail «*» neunen, hauen. Den „Jedermann4* ließ cvfür seine Bedürfnisse als Frei- 'lieht-Slfuk sehreiheu. Mauehes Drama von llauplinntiu ist int Kopf Reinhardts zur Ge-Ialf gow«mh*ii. Die n«*u«*-' ,.Fle«l«,rinaus*f hat Reinhardt «‘iiiworfeu und für «las Deutsche *rh«*iiler sehreiheu _ -lassen. Das letzt«* Beispiel ist w«»hl «ler n«nu* Werfel, «ler jetzt in Amerika lieraiisk«muul. liier stmmnl alles, «lie hlee und «ja» Szenarium, «Ins jetzt endgültige allerdings, von Reinhardt.'- Für i «*.«1 «* neu«* Bühne, für «lie keim* Literatur du ist, muß «lies«* hu 'lTu*ater selbst " «1 u r «• h f n s p i r a t i«» u mul durch tätige dramaturgische Arbeit entstehen. Dies Ist «les ..Pudel» Kern“’ * Ichmöchte wünschen, «laß inan in «len jiulisi'hen Thenterkr«*iN«,it Di’iiist'Idamls «1!«* erforderlieiie Auw«*iuhiiig hiervon herh’itet- Dr. Stefan Hock« “ _ Der Artikel „Kullurhuml-Dnniiucrung?4* wird vtel«*n Lesern aus «Irr S«*elc gesprochen sein. Zinn Vortrag wfire.itoeh zii"5«ag«*n. daßeiii Hauptproblem. «li«* 11 «•' r a n z i <• h ii n g «l e r J u g «' u «I , iii ganz iiugenügeiul«*r .WVwt hehanilelt wurth*. Der Tul«‘iulaiit _.sugt«* auf eine Anfrage, er „vrrhamlle1* mit «len Zhnuslcn. mit «len jütlisriien Verhandeltum! mit «Irr' Gemeinde um «lie Jug«*n«l mehr als bisher ins KB.-Thrntrr zu führen. Er verwies auch darauf, daß er im xorigen Jahr «len ..Rnrhmr“ für «lie Jugend gespielt hals*. Duß «li«* Jugend «lern KB.-Thcater fern bleibt, liegt al»er darin lH*grümlet.; daß sie es aldeiml, sieh in uiiilehnäßigeii Aufführimgen aligesiau- «lern* Opern, Schauspiel«*, Operetten äii/u-4*h«'ii. Das i-t il«u*h ein** Spielplanfrage und keim* Organisalhm-frag«*. Mau niög«* das jüdische Theater spielen. «las heute In allen .Schichtni, verlangt* wiril. liiul mau wir«! selieji. xvi<* schnell, wie spontan, wiejigg«:istert «li«* Jagen«! mitgehen xvinll IL K* Die kritischen und xvcgweisenden Bemerkungen., die die „Jüdische Allgemeine^ anläßlich des Recliensehartsherichtsdes Intendanten* Dr. Singer über das Theaterpridilpin «les Jüdischen Kulturbunds veröffentlicht hat. haben ei» lebhaftes Erruf gefunden. Zahlreiche Zuschriften bpwei-en. wie außerordentlich stark das , Interesse am jüdischen Theater in Deutschland ist. Sic zeigen abrr auch, welche Aufgaben hier noch der IJisung harren. Wir hoffen, mit - -den hier gegehenen Anregungen einen positiven Beitrag für den weiteren Aufbau und die erfolgreiche Ausgestaltung . «les ...Tildi-rhcn Kulturbundes”.' der allen jüdischen Men-chen in Deutschland am Ilcrzen liegt, geliefert zu haben. Julius Bab antwortet Sehr geeinte Herren! Gestatten Sie ein paar Bemerkungen zu Ihrem Artikel „Ku 11n rb un<1 il iimmermig?" — und zwar Bemerkungen, die ganz von einer einigermaßen zuverlässigen Kenntnis der neueren Theatergcschielite ausgehen sollen. Der Verfasser des Artikels helehrt den Laien int verführerisch sicheren Ton des Fachmannes darüber,' daß neue Tlieaterkunst von Bedeutung überall nur aus dramaturgischer Zusammenarbeit der Bülmenleitung mit jungen Literaten entstanden sei. (Und diesen Weg müsse also selbstverständlich! die unschlüssige Kulturbundleitung auch gehen.) Leider sind-die vom Verfasser mit so großer Geste zitierten Tatsachen, sämtlich -falsch! ■ Otto Brahm spielte in der ..Freien Bühne” die vorhandene neue Dichtung des Auslands: Ibsen. Zola, Tolstoi und suchte lange und vergeblich gleichwertige, deutsche Produktion — bis ihm Emariuel Reicher das nicht nur vollendete, sondern bereits gedruckte Werk des jungen Gerhart Hauptmann ..Vor Sonnenaufgang” brachte. Stanislawski mühte seine neue Bühnenkunst so lange an wesensfremder Dramatik ab. bis ihm das Schicksal die kongenialen Werke Tschcchoffs und später Gorkis zuführte, in denen seine Stilart Vollendung fand. Röinhardt fand für seine Anfänge die längst bekannte, aber theatralisch brachliegende Literatur der Neuromantik vor: Maeterlinck, Wilde. ITofrniannsthal: er schritt dann mit „Minna von Bamhelm“ Oder ..Sommcrnaehtstrnum” zur Höhe , seiner Kunst empor und entfaltete sie triumphal in Werken Shakespeares und deutscher und skandinavischer Meister von klassischem Rang. Seine ganz wenigen Versuche zur ..kollektiven” Dramatik, etwa die Pantomime „Sunuirun”, die Zirkusschau ..Mirakel1"', und die-ganz verunglückte ..Piiaca” bedeuten wahrhaftig nicht die Höhepunkte seiner Kunst! — In der vom Verfasser des Artikels gezeichneten Art haben nur die Bühnen in Neurußland und ihr Schüler Piscator gearbeitet. — aber ihr Beispiel hat weder der Art, noch dem Erfolg nach etwas Verlockendes. . Vielmehr ist cs so, daß überall die zu Neuem 'willige Bühnenkunst für ihren Erfolg angewiesen ist. auf den dramatischen Dichter, der fern von ihr und frei sein eigenstes Werk nach innerstem Zwang schafft. Solange der fehlt, kann sie nur am vorhandenen dramatischen Gut ihre Kräfte üben und ihr Publikum empfänglich halten und reif machen. Im Falle des Kulturbundes hieße das also, aus dem Gut der dramatischen Wcltdichtung immer wieder Bestes wählen und dabei naturgemäß das künstlerisch Reife aus jiddischer und hebräischer Bühnendichtung nach Möglichkeit heranziehen. Im übrigen heißt es warten, oh in einem Menschen die Gabe reift, die geistige Situation der Juden im heutigen Europa in deutscher Sprache zum Drama zu bilden. vDic Möglichkeit, einem jener hurtigen Literaten, die vorgestern dcutschnational. gesternkommunistisch „dichteten“ und heute mit der Konjunktur auch Jüdisehnationales liefern möchten, ein aktuelles Stück in Auftrag zu gehen — die Möglichkeit bestellt wohl, — aber oh mit ihrer Ausführung der Kultur in irgend einem Sinne gedient wäre? Sicher eine zu verneinende Frage! Julius Bah. * Tn öankcnMvcrlcr "Weise lenkt «ler Berliner Knltnrlnnul- Dramaturg - Julius Bai» «!«•» Blick auf «las Literarisch- IT i s t o r i s n li e. Cher «lioses Gebiet ist selbstverständlich sehr \ivL zu sajrcii; es »oll j«*<lo<*h hier nur «larauf Iiingcwicscfff wri-drtu «laß sieu die von Herrn Bai» erwähnten Bühnen zu einem Teil zwar zuni Sprecher junger und neuer Bühnenautoren gemacht haben, daß zum nmlercn Teil jedoch «ler Spi«*Ip!an'. dic-er Bühnen auder dramaturgischen Initiative \ou Männern wie Moriz Ifciinaim entstanden Lt. Zu «lem aufgerolheu Thema selbst soll hier nur bemerkt ivcnlen, «laß .M*lh-t\<*rständlieh mit keinem Wort etwa «*me jüdisch«* p o 1 i t i s «• li e Bühne oder gar <*hie solche mit Kampfcharakter propagiert wurde o«ler ‘propagiert werden soll. Es gellt lediglich um F r o -J ü d i s r li e s und Le h e n «1 i g - J ü dis« h e s! Der Hinwei-, de» Herrn Bai» auf Piscator geht schon «icshal!» fehl, weil l'i-cator bekanntlich kein Jude i-t. Ein Fachmann fchreibt Auf der Durchreise jn Berlin hatte ich Gelegenheit. \«*r- Mhiedrntlich die Debatten um «las Kulturbund-Theaterzu erleben. Nunmehr legte mir «ler Zufall auch Ihren Artikel „KnJlurliundtDäinmrrung41 in «li« Hand. Als einer der ältesten uikI sicherlich intimsten Mitarbeiter des Herrn Pr«»f. Dr. Max Reinhardt. d«m in’ New York anfzusuehen ich übrigens gerade in «ler Wcrfid-Angclegenhcit im Begriff hin, «larf i«:h mir wohl gestatten, etwa» zu «lem Thema un«l hesomlers über den in diesem Zusammenhang zitierten Max Reinhardt zu sagen. Der Verfasser Ihres Artikels führt als Musterbeispiel Bühnen (Jung«: Bühne etc.)'der frühen*» Epochen an, um zu zeigen, wie ..«•s gemacht werden müßt«*“. In der Tat nun, das darf ich ebenfalls au« meiner zwanzigjährigen Reinhardt-Praxis sagen, ist hier prägnant des Pudels Kern mifgczcigt! Es dreht sich um zwei . tu Ihrem Irtikcl ■..Kiiltiirlmml-Däiiiincnmg4’ in Nr. 24 «l«*r ..Jüdischen Alli!cmcin«,nu wird, wie ich- »ehr, /iiui. er**t«*numl offen und klar gewagt, uni wjh es gehl. 'Jede Di-«kii***‘ion üIht dieses Thema, «las beule wie katun' eiu zweite.» in Berlin uinl hi «ler Prnxiu/. \«m Juileu in allen Kn'tsen <*rortert wird, ist fruehf- * Inir. wenn «Je «la» Kiiul .hehu Naineu iieiuit und - saeldieh bleibt. Es ist <*in grnßes Verdienst, «las Sie st«*h hei all«*u geistig inler- es-4erten Juden erwerln'U. w«*uu Sie «lie Wege %t*ig«*u. auf welehen das Ri'tlürftus n*a«,)i etucin zeitgemäße» jüdisehen _-i1i/*ater befri«*«ligt wenlen kann. I*—r* Aus Entfchcidiiiigeii ohepster Gerichte W r t t b e w c r I» s v v. r h«»t r zwisidien Unlenu hmem »hui mit anderen Maßsirdien zu messVn als Welllnrwerhsvcriole zwix-hen Ui>t(*ni(*limer und AngertrlRen. Ein WetlUwerbsviMot, «Ins eun*n Angestellten nlwniiäßig länge liindet, kann xv«*g«*n Ers«*hwenmg de» l*orlkonun«*us «les AngeHteRten aus verschiedenen Gründen nl« *»c‘M.*n «lie* *rut«*n Sitten verstüß«*n«I angeM,li«*ii wrrtlen. Ilnmhdt «•» sicli dagegen um «leu V%* r k a u f «* i n «* s (»CHehäftw, tin.I ührrnimmt «ler Verkäufer die Verpfliihtung, niemals ein K«»n- ~kurren/.ges«*hfift selhstäiniig zu l»«*lreilK,ii, auch an keinem »idi zu lieJciligr», so!>I«*i)»t er für immer «hiran gebumlen. ^RG II^ 2l9/35.) *B « i- M i c I s v e r t ragen mit s|H*kiilnlivem Eiiiwhlng hat «ler Eiuwniul d«*s Miet-swuehers keinen Erfolg. Wenn ein Mi«*ter au bestimmten Mictsräunien aus |»er.sönlieli«:n «wirr g«*seliäftlii'luMi Gründen ein ganz h«*soinIere.« Interesse hat, «lami darf sieh «ler _ Vermieter mich ein« über «las gcwühiilielm Maß funnusgehenilo Vergütung aiisi>e«lingen. Aueh «ler snekiilntivr Eimudilng eine» Mietsxertrngqs gehört zu «leu Vrrlmltuiss«*u. «Ii« hei «ler ' B«turlrilitii" «ler Ang«*rness« nlii il «les Mielszins«rs zu herfleksiVhti'gen sind. (RG IV '325/34.) Di« Anfechtung einer Eh« wegen Irrtums über per- Huilieli« Eigenschaften «Ich Ehepartners nach § 1333 BGB erklärte «las Reichsgericht in einem Falle für zulässig, in dem di«: Möglichkeil heKtänd, «laß «lie •ntieheUe.h,,gelaiceii« Eliefrau von einem ril«! i s e Ue n Vater nbstauuTH un«! diese»- Dunkel dei^ Ah- - stammung «lem Ehemann lud «I«*r Ll»**s«*liließiimf. nicht l>cknniit war» Unterstellt muß nl»cr «lalnd wenlni, «laß «lie Kenntnis ilicucr T«t- •sache den Ehemann nirh Heiner ganzen Einstrlhing von einer Elicsehließiiug abgchaltcn lialH*u wfinfe, HtG IV 128'3ü.) W a r e n h ä ii sc r hnlHm. nnlicdingt für «Hc Verkehrssicherheit ihrer Räume umf Trep[H?n zu sorgen. Di« Haftung wegen «ine» Mangels «Icr VerkrhrssielK-rheit ist schon dann gegclicn, wenn «ler Abssinglicschlng von Treppenstufen .»ich gelockert hat, dk**er Zustand in«*\irere, A'age U stihen lileihi und «*.»» Käufer infolg*- «lirsos Mangels zu .S«lnulen kommt. Ein Mitverselmhleil «ler Warenhaus!»«rsneher ftt nieht daraus her/iileiten, wenn sie «lie Tr*;pj»en in gmß**r Eile benutzen un«l d«?n whnilhaflen Zustand übersehen.* (HG—-VI 824/35.; Für «len L'n fall «ler U « i n«: in a c h e f r a n , so heißt e» in einer anderen. Hntscbchhing, braucht «1er Wohnung.sinhfcbcr im allgemeinen nur «lann zu haften, wenn -«lieser Unfall «lureh »eine Uiia<*htsainkeit entstanden »st. In «lem zur-EntÄchcbhing atehen«lciu— Fall war ein Schrank umgefallcn» Mein «du Bein fehlte, was aller äußerlich nicht erkennbar war. Der Wohnungsinhalicr brauchte nicht damit zu rechnen, «laß «ler Schrank ein«; bcsomlcrc Ccfahren- «liiellc 'darstelltc und konnte auch nicht amiehmen, «laß die Frau versuchen würde, einen schweren Schrank allein von «1er Stelle zu rücken.. (RAG 32/35.)

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