Jüdische allgemeine Zeitung
- Journal
- Jüdische allgemeine Zeitung
- Volume
- 16 (1936)
- Issue
- 24 (10.6.1936)
- Date
- 1936-06-10
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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zwei' Tot«». «im* 82jährige Frau mul «‘inen 5Ijähj*ig«-u Manu.;iitffuml mul bestattete: <l»:r" «Iritl«: Toi« kouul«* uirlit gefunden werden; aiiM'lii’iiu iui i-l «t vrrM'hl«*ppt worden. Di« eDrtspoJizci wurde «l«*s Du‘n-1«» enthoben mul «Iur«*h \Vaisehnucr Poliz«» «Ts-olzl.. Di« Polizei liat Il«f«lil. erhalt»'». im Fall «ine?» Wiederaufflammens »Irr Unruhen Triumiiga» zu vrrwrjidrn. Di« Ausschreitungen «-in«! hnupt*rii‘hH<'h «lureh jn»«iHlli«li«_ El«*m«*»le )>ogaug<*n wor»I»'n. _'2ö. lYrHiiicn nml . wegen ’i «ilnaluii« an <i«,yi AOf'S«lir«*ituii"i-ii verhaftet wor»I«*ii. liu llinliliek auf »lie rM<*rgi>«*h«*ii Maßnahme» «Irr Polizei hofft mau. »laß «- »hu Flüchtling»'» zjnii größte» Teil haM iuöglich -«in wird. in <li« Stadt zurü<'kz»k«'hrc». Aiirli in anderen Ort-riial’teii Polen-. *s|' «*s yai >r||\\ereil jiideiifeiudlieii«u Au— elireitun^eii . “»'kommen. In R e in li« r I o w hei W nr-ehaii wurden di« jndir«li«u Kaiifb-ule .loM'jdi Grünhamu, M«ndel (odd-lrm und W eint rauh dureh McsseotH'Iir whw«*r verletzt, ihr« Wohnungen uu«l G«*- ‘•ehnft-daden wurden zerstört. D«r Pljähri”»- Solm <!»•» Gcmi*uid>*- vorxitzcinlcu, Miehael lto-ei^eheh), «rliielt tief»: Mew^r-tieh« in den Rückt:». Kr wurde in-» Krank«n)iaus gchrachl. Am Bahnhof wiinl«. «ine Groppe au- W’ar-ehau.eintreffi-uder .Imlen üliejfallen. wobei mehrere. P«r>oueuerheblich verletzt wurden, ln der Nacht wurden an zahlieiehen. jüdischen Häusern und Ceschuftälüdcn Fenster und '1'ürcn zertrümmert. Zwei Angreifer .wurden verhaftet. In Skola Dstgalizicn) kam cs im Anschluß an eine Schlägerei zwischen ..ukrainischen Nationalisten und Radikalen, die mit jüdi.-ehen Dingen nicht da.- Mindest« zu tun halte, zu Judencxzcsscn. Mehrere jüdische Lüden wurden demoliert. Zahlreiche Juden wurden verletzt, einer von ihnen, Mose» Glazstein, schwer, Polizei stellte die Ordnung wieder her. Auch in der wealgulizhjchen Ortschaft Limuiiowa ist cs infolge der Hetze «iuieer antis»'»ulisch»:r Ffdirer der Bauernpartei zu judenfeiudli«h«u 'Aitsseiucitimgeii gekommrti. Die Meng« drang in die jfidi-chcn Gr-ehäftc ein. meiner« jüdische Fimvolmer wurden durch Messerstiche verletzt. Jn zahlreichen jüdischen Häusern uimli’ii ilie Fenster zertrümmert. Die Ordnung wurde nach kurzer Zeit uirderhcrgcslelll. ‘ In W awer wurde von einer aus vier Agitatoren aus Warschau aiifgehetzten Menge »las Hau» des O r I s r a h I* i n e rs Kc.-tenberg gestürmt. Der Rabbiner wurde schwer mißhandelt, sein Sohn dureh Mes-er.-liclic \crlctzl. Feitstcr, Tiircu und Kiuriehtmig des llau-es sowie der hniailiharteu Synagoge wurden vollständig zertrümmert. Weiler«* amijüdisdie Aussehreiluiigcii werden aus Ikulziiniii. Wolumiu, Karey.ew, Wloehi. Mrozi, Dohrn im«! Kolihiel g»*m«hh,l. Warschau.. (»ITA«) Nor dem It ad o in r r Kreisgericht ual am 2. Juni der- Iticsenpriizcß wegen »ler^hlutigea jmleiirriiulirelirii Ausschreitungen, die sieh Anfang Marz dieses Jahres in Pryztjk ere'gtiel itahen. -einru Anfang geuoiuiiii’n. Atigrklagt siml -hl Nlelil jmh-n und 14 Juden. \ irr der iiieatjüdiselim llavpiaiigrklagtru haben -Ich wegen «Irr ^teiordung des ICIiepaares Minkowski /u ^rrantworlen. den übrizff^ werden Beteiligung a» Angriffe.» «tuT jüdische Einwohner Br Verwendung von Steinen. Stocken. Kisenstangcn uikI aude^ff Gegenständen sowie Zertrümmerung von WoIuMiiig-cinriehiungru und Acrletzmig /ahlreiiiier Personen zur La-t "gelegt. Der jüdische nanjitangeklaglr l.eska. ein IIIjähriger früherer Jeseltiwa-Hürer. der in der Schneiderwerkstatt seines Vaters beschäftigt war. wird beschuldigt, wiederholt Srhü—r aus einer Kepilirrpistoh* auT einen IIaufen> Jhincni «ligegelien zu halten. Durch einen dieser Schüsse soll der Kauer Wjesr.mak getütet worden sein. Dir übrigen jüilisrhrii. Angeklagten sind unter ' dar Beschuldigung angeklagt. Schüsse abgegeben und Einwohner de* Ortes mit Stocken und Striiiwürfcu angegriffen zu haben. Zu dem Prozeß sind nicht weniger als •KM) Zeugen gelailen. Der jüngst«: nnler ihnen ist tler sechsjährige Sohn des ermordeten Ehepaares Minkowski. In Notwehr Zu Beginn des Verhörs verweigerten die nh'litjudtselieu Angeklagten _ zunächst jede. Aussage. Si««. behielten siYh aber «las liecht vor, sich zu r verantworten.- ua«1u!«,m «las Wrhür mit »len jüdischen Angeklagtni beendet sein w«*r«le. Daraufliin hab«*u die jüdischen Angeklagten <*s ahgrli'hut. Fragen der Vert»»iclijior der uii'litjüilisch»*u Angeklagten zu lH'autw»M*ti‘u. Der "jüdische Hmi[ilaug»'klagte. »I»t außerordciillieli kurz.- siehlig»* Srlioleiu »• s k a .-gestand, aus einem .Fenster itu-Ilau>r M’im^s \ ulci> S»’hü—e ahgi'geheu zu h;dH‘u. Kr erklärte jedo»»li. •t halie keineswegs in di»». .Menge gesi'hossen. sondern n u r S e h r e e k - u u »I A I a r in s e li ü s s e in »I i «* Lu ft ahgegelien. Seine Waffe haln’ <e sechs \Vo»,hcn. vor dem Pmgrom von einem NiYhljmlcn g<*kaufl. der ihn auch in der Ilaudlmhumr utilerwies. .Naelulem er »ln*i S«'hü—«• aligegelicti halte, bah« er »lie Waffe ui«li( .mehr IkmiuIz.I. sondern sie später in Jon Fluß geworfen. Die iihrigeii jüdisrhcit Angeklagten erklärten, sic hätten unter «len Angriffen «ler Antix‘mit«“n .-»liwer zu leiilcn gehabt und in Notwehr gchatxlelt. ... Die Anklagcffdirift Ih*r Aiiklages«»hrift i-t u. a. zu «‘iituehmen: Das Städtchen Przylik mit einer Ih'iülkirrung \nn etwa 3000 Seelen, davon!M)»o Juden. war s»*it laug»-m. Ix'sondcrs an Markttagen. «Icr Sehaiiplniz anlijüiji-<*her Auftritte: »lie Nationnldeinokraliseli»* Partei fuhrle ciiH* -.«•harfi* Boykottaktion «Iur»*h. Nicht nur »li«* jü- «lis»*lu*n (laudier. Mindern aurh <lic christlieiicn fCäuf»»r wunlen iiiißliaudelt. jüdisch»' W areulwslfmde vernichtet, di« Fen-ter in jü»lts«*hen W'ohnung('ii wiederimll zertiTunmrrl. Am 0. März, »lern Page »Irr Aiiss»*fireitijngrn. war in Przvlik Jahrmarkt. t»OI) I’iihrwerke untl etwa 2000 M»*n?*eheu waren aus «ler linigehung eingetroffen. ■ |*'s wurde eine lii'flig«* anti|ü»Iiseli<* .Boykottaktion gefülirl. Panik auf dem Marktplatz Als «he Polizei" verstirbt,', «inen Boykott-Terroristen frst- /michuirn. eoti<‘te sieh «»ine Menge, ztisammt'iu »li« «lie Poliz»,i iimziugi'It«'. Ks »‘Utstaml. ein»' I’anik. »li« jü«li-»'h«n Händler schlossen «li«* Lfulen. Unter »ler Führung eines gewissen Felix Bilgaii'ztk »Iriiiolietle «li»* Menge zunärhsl «lie Marktstämle «In* judiseheu Seluiei»l«‘r. wobei <|«*r S«*hm»itier Moselie Dahuauu bis z.ur Uewui>tlpsigkeit imßhandelt wtlnh*. Auch unt«vr" den fremden Jlnni'rn entstand «‘in»* Panik, sh* liefen dur<*h «lie Straßen' zu ihri'ii Wagen, wurden dahei von Juden angegriffen und setzten -ich zur W «*hr. I's »‘iitsland eine schwere Sehhlgerei. Di»* von »ler Menge um/.iiig»’ll«. INdizi-i konnte nicht einsejireit»*n. fnfolge <h*s G »*.r u »• h 1 « s . »laß v»»n Juden geselmss»*n worden sei. satutnelti* swh «He Menge unter ITthrung "von Stephan Zarybla z.n einem systematische» Angriff anf die jüdiselie Bevölkerung. Läden und Wohnungen gcflürml Zuerst begnügt»* sieh die Nh’tige .damit, «li«* Fettster der jüdischen llrm-er «dnzmverfen. als aber «ler .13jfihrige Stanislaw Wiey/.üiak durch «*in«*i» Be>»»]vers»huß tödlich getroffen wiir<l«*. stürmte »li»* Meng«* »lit* ge-eh)«>-sein'n jüdi-ehen Läden und \Voh- «ungen. so daß »li»* Polizei »li« Übersieht über die Kmgnisst* völlig verlor. Die Wohnung »b*s jü«li-elien Sehnenlers l.eska.5' aus der «He S«*|ut—t* gefall«*» waren, wurde «lurehsiieht. .einige- Ges«*hoßiiit1srn xumlen gefm»»!»*». «li«* ganze I^amilte wnrtle verhaftet. Fcsigcslellt wiml»* auch, daß die .auli>emi(iseheu Ilaupthetzer. Joseph •Pitl«*wski und Dls/.ewski. mit lh*v«dveru hantierten. Die B»*hauplnng-4*iiuger jüdiseher Zeugen, «laß Wieszniak «Inreh einen Schuß g«*tr»tet wurde, der aus «ler Mille der Kxn*»lenten fiel, konnte n»'ht lM*wi«*sen w«*nh*n. Ks wurden dann mehrere jüdische Gesrhfiftsladcn «ml Sehankslätten zerstört, «li«* Kimvohner Kachel Milstein. Herseh l’iseh. t-haja Hol/.mmui. J«>seph Tka«*zik und Mosche Bamiiül wurden \«*rwundet. Tu der Vorstadt wunlen dann etwa fünfzig .jüdische Wohnungen mul Geschäfte zrr-ti’irt: Frau Bornstein. jGedalja llrni|>eln. Jakoh Bom-tein. I linde B«mistein. Meir Ix*ib Toher. das F.hepnar Pniszewieez. Cltaja Friedmann. Aber Kozlowski und andere Juden wunleji mit Kisenstangcn srh w e r mißhandelt u n d vr riet z. t. A u c h «lie K i n - vor Gericht ■ 400 Zeugen aufgeboten c schont. Die TOjahrige Jo« ln*wc»l Palanl. stuf »ler Sui luuaeti ihren Kiud<*ni w’ar. wurde bis zur Bewußtbisigkcit g«'M*hlagen. Zum Schluß schildert . die Anklages«'hrifl •‘ing«*lieud di« Knuoiilung des }Ji(*(i:iares Minkowski und di« H*hw«*r«* Mißii;m«llmig"?«iiu'r Kinder. Die Aussagen der Zeugen Ks wurden sodann meincrc Po li z c i h c a m t e als Zeugen wTmiiiiinci). Bei dit'-cr Gelegenheit kam es zu einem wahren ih*dc«Iucll zwischen den Verteidigern . der jüdischen und der nichljfulischcn Angeklagten. Ks gelang, den jmlischcn Verteidigern, klar zu machen, «laß die Unruhen nicht erst begannen, als der Bauer Wieszniak er.-ihossen worden war, sondern schon vorher. DI«: Aussagen lauteten für «lie jüdischen Angeklagten, insbesondere für Schalem L«*sko, recht ungünstig. Kin Polizist erklärte immerhin, «laß in «ler Z«il, in «ler er in Przylik Dienst tat, «las heißt vom I. Februar bis zum!h März, dein Tage -des Pogroms, wiederholt Cherfalle auf Juden vorgekotnrncii waren. Hierüber seien lö Protokoll«* au «li»* ül)»*ig<*ordn«*lcn Stellen geleitet worden. Am B. März sei»*n 4IHI0 Bauern zum -Markttag gekommen. Der Polizeikoimuissar \ou lladom erklärte auf «lie Frage eines Vcrl«*idigers. es sei ihm nicht bekannt, dal.V die Juden von Przytik W'affcn hcsalsen. Dagegen, sagten mehrere Polizisten fibereinstinimen«l aus, «laß sic gesehen hätten, wie Lcsko aus dem Fenster schoß und unmittelbar darauf Wieszniak zu Boden sank. Ein dramatifciicr Zwifrfienfall ln «1er Freilag-'Verhandlung kam es zu einem dramatischen Auftritt, als einer der jüdisidien Augcklagtcu, der üöjährige Flieser' I'Yldberg. einen Zeugen namens Hagiiiski «ler Teilnahme an «Icr Erm«>rdung des Ehepaares' Minkowski b <*e li u 1 »I i g t c. Baiinlski, der Hauswirt der Familie Minkowski, Miglc au-, er habe gesehen, wie die Kxz.edenlen gewaltsam in di«* Wohnung <le> jfnli-clicii Selituuuchcrs eindrangen. Er sei an. «lern Tatorte g»*wc.-cu. als »las Nrerbrt*cheii geschah. Er könne j«*«loch niemamlcn als Angmfer idcnlifiziercn. obwohl er alle Einwohner des Stä«llelicns [>ersüulicli kenne. Bei diesen Worten sprang Feldherg auf und sihrie ltngulski an: ..Sie selbst sin«! «*. i n «* r »I i* r M »*» r »1 «* r Mink o w s k I s und seiner F rau Der Angeklagte Fcldl>»*rg fiel darauf in Olmmaehl. «lie Verbandhing wunle unterbrochen. B«*i seiner xorangcgnngcui’n Vernehmung hatte Fehlbrrg err klärt, »laß «ler Kn'isliaiiptmaim des Itadomcr Kreises eine jüdische AlMirdntutg, «lie ihn auf die -Gt'fahr «Ics Ausbruches antijüdiseber Exztrssc aiifiiK'iks.im machte und auf die wiederholten Überfälle: auf einzelne Jiulen in Pr/ylik hinwies. gefragt habe: ..Sind «leim in Przvlik Juden umgchracht wonlenV'4 Es wurden am Freitag elf weitere Zeugen vernommen, unter ihnen zum ersleumal auch ein jüdiseher Z <* u g e . ein Sehnei- <h*r. «ler erklärte, er halie eine Keilie von Personen erkennen körnten, «lie sein«: und amlert* jüdische WYhnungcu" und Geschäfte geplündert haben. Polizeih«»amt«: sagten als, Zeugen aus', «laß von «len Jiyb*» Ililf«*inf«*;uisg«>loßen wurden, wähmul <ltc Bauern ..Schlagt die Jiulen^ riefen. In ausgesprochen jmlenfeimllicluun Sinne sagten zwei Lehrer «1er Volksschule von Przytik aus. Sie erklärten, «lie Juden hätten ang«*griffen mul. 200 Klcinpistolcn mitgebraelit. Die \ »u fällc in Przylik s«*i«*n auf jü«lis«*hc I*rovokation zurückzufülirrn. F.im'r »ler I.ehn*r erklärte, er habe Juden hclau-cht und gehört, wie einer zu <h*m anderen saute: ..Wir w»itlrn uns Ii»*her welmni. aD uns nmbring«*u zu Ias<en:;. Der Talmud verbietet. . ’ Der (iBjflhrigc jüdis»he Augekhigte Leiser Fel«lberg gab noch folgmitle Erklärung ab: ..l»b bin all iimi stbwach. Ich war mein Lebtag ein frommer .lud»* und gehörte keiner Partei an: außer «lern Verein iuts«*rcs ErzxalerÄ Abraham. Dieser Wrein gebietet, all«* Mnischfit zu lieben. L'b wohne in Przytik s«*it 40 Jahren und habe mit keinem''Menschen einen Streit gehabt. In letzter Zeit kam iu Przylik eine neue Richtung auf. «lie sieh «lie Ausrottung «ler .lmh*n zum Ziel setzt«*. Ich hatte keine Angst, unser Vater im Himm»»l s«irgt für un> Juden wie für alle (J<'s«*höpf<». Aber wir Jiub*n in Przytik fühlten, «laß für uns eine böse Z«’it angebrochen war. .Wir wandten uns nu’lirnr Male an «len Starosta. spater an «len W’ojwoden iu Kielte, um Schutz. Am 9. Mäi'z wunle auf »Icr Straße mein Sohn üherfall«*u und mönlcrlich geschlagen. Teil . Jief hin. um in r i it c n Sohn zu retten. Da wurde auch ich gesi'blagcn.“ v Auf «li»* Frag«* des Staat-anwalts. wieviel«: Kinder er halie. antwortete Fehll«*rg: Sc«'lis Kinder itml 30 Enkel, «lie alle iu Przylik wohnen. Richter: Gab cs umec den .luden einen S«‘lhstschutz Fe 1 «1 b e r g : Egab keinen. I« h seihst Iialx* kein Gewehr b«*,s«--wt.u. alx*;- hülle ich ein Gewtdir g«*hal»l. ich hfilt«* . gewiß meinen S«»!m in «ler I^’ln'iisgefahr \Vrl«’i«ligt. Der anlisrmitis»*lu* Verteidiger Kowalski fragte Feldherg. «de «*r «len TalniutI kenne. Feblberg erwiderte: Jawohl, ich keime «len Talmud. Und hält«*» jene — auf die Bänke der nichtjüdischen Angeklagten weisend — den Talmud gekannt, sie hätten gewußt, «laß es wrholen ist, zu st«*hleu. zu morilcn'timl fals»'h 7.U schwüren. D«*r P o I i z e i k o m in i s s a r -Mike I>okundct«'. «laß die 1 (cranlnduiig von Polizciverstärkimg siHi \orzögertc. weil die Pogrom von Przytyk 43 niditjüdifchc und 14 jüdifdie Angeklagte »I «* r wunh’u n i »• h t z di< Telefouverbindung durch Saiiotägcaktc zerstört war. Heute, sagte er. liegt der Handel der Juden «larnieder. Die jüdische Gemeinde muß G0 Familien erhalten. Der Polizei war es, wie der Zeuge zugub, l>ckuunt, daß die Bauernschaft «1er Umgebung zu einem Pogrom gegen die Juden aufgehetzt und 'organisiert wurde. Amneitle auch für Juden Das Landgericht.-München hat dieser Tage eine interessante Entscheidung gefüllt. Ein Jude war wegen formaler Beleidigung nngeklagt worden. Auf Grund tler Verordnung vom 6. Oktober 1931 halle er Einstellung «les Verfahrens wegen Geringfügigkeit beantragt. Das Gericht bat dem jüdischen Angeklagten recht gegeben. In «lern Beschluß heißt es, daß Juden vor dem (jesetz Ariern gleich sind, soweit «las Ges«*lz nicht Ausnahmen fcstgcstcllt hat. Solche Ausnahmen siml aber weder iut § 185 des Strafgesetzbuches (Beleidigung) noch in der angeführten Vertmlnung zuungunsten «ler Juden oder zugunsten der Arier vorgesehen worden. Die Ansicht des Privalklägers, «laß es zur Zeit «les Erlaßes der iu Betracht kommen«!«:» gesetzlichen iKsliuimmig«M noch kein«: Jmlengesctzgcbmig gegeben habe und daher die seil dieser Zeit erlassene Judengcs«*tzgchu»g heranzuzielien sei, hat «las- Gcrh'hl als unrii'hlig zurückucwiesen. LG. .München I <t)s 97/36:' Denunziation: Sechs Monate Gefängnis Ein Obh'iiburger Bürger hatte, wie die „Frankfurter Zeitung", ln lieblet, seine Bremer Hauswirtin, «lie. Ehefrau cin.cs,jü- «I i s »• li e n 'A r z l e s , hei «ler Geheimen Staatspolizei , nngez«»igt. w **11 sic angeblich »hfültigc Bemerkungen über «lie Regierung gemacht haben sollte. Der Angeklagte nahm vor «ler Polizei «Ik* Behauptung /urüe.k: er habt; die Bes«lml«Hgtmgen mir nufgcslcllt, um «li«* Frau, mit »Icr «‘i* persönliche .Meimingsver.-cbieileiilieileu balle, ins K o u z e u t r a t i <» u s I u g e r zu liriugcn. Als t*r sielt «lami selbst «lutvh eine. Anklage bedroht sah. zog er seinen Widerruf zurück. Es erwies sielt aber, «laß er, wi»* «ler Richter iu der L'rt»*ilsb«*grüinlung sagte, aus häßlicher, geiticinei* Rn<‘h sucht «He Bcscliubligung aus der Luft gegriffen hatte. Der Angeklagte habe «lie Grundsätze der Reichsregienmg hcschmutzl. Das Urleil »les Einzeliii'lilcrs lautet«* auf eine Cefängiiisslrafe von sechs Monaten. Vier Monate Gefängnis für verbotenes Schächten Der. Kinzhlriehter in P a «1 c r b o r n hat die zunächst durch Strafbefehl über «len 58jälirigcn jüdischen Mclzgar Albert Süßnuum aus Altenhekeu verhängte viermouatige Gefängnisstrafe bestätigt. Vierzehnjährige Jungen hallen beobachtet, daß «ler Angeklagte ein Kälbchen nach verbotener ritueller Vorschrift oh n e vorherige Betäubung ge s e It I a c h tc l" hat. Gegen den Strafbefehl batte: «ler Verurteilte Einspruch erhoben. V«ir. «lern Einzelrichtcr erklärte er, er habe, wie gewölutlieh, in seiner Schläeliterseliürze einen kleinen Hammer zur R<5iäubung Ik*1 sich gefülirt. Dies sei von den Knaben übersehen worden. Das Tier hätte sich auch gewehrt, wcim es nicht betäubt gewesen wäre. Richter und Staatsanwalt nahmen au, daß das Tier si«:h nicht wehren konnte, weil seine Beine feslgebumlcn waren. Da0 Urteil lautete auch jetzt antragsgemäß auf vier Monate Gefängnis. Bautcchmfchc Kontrolle der Prager Alt-Neu-Schul Prag. JTA. Der Vorsteher der AR-Neu-Synagoge, Profess««* Dr. Liehen, liat mit Rfa-ksicht darauf, daß «lie vielen großen Neubauten in «ler Prager Altst.idt eine Senkung des Straßenniveaus liefüreblen ließen, eine baiitcclmisehe Kontndle «ler ..AU-Neu-SchuP* vomohmeu lassen. Die Fachleute, «lie «liese Prüfung vornahmen. sind »der Ansicht, daß für «lie Synagog«*- keiner!«» Gefahr bestellt untl daß dieses siehcnhumlortjührig«* Bauwerk noch ein- bis zweitausend Jahre durrh- "halte n kann. Bei «liescr Gelegenheit ließ die Kultusgcmeinde .im Innern «ler Synagog«:. verschiedene Erneuerungen «vornehmen. S«i wir«! «lie alte Fahne repariert, die Kaiser Ferdinand Hl. im Jahre 1648 den Juden Prags iu Anerkennung ihrer heldenhaften Verteuligung «ler Stadt geschenkt hat. Außerdem wer«Icu «lie 48 To r a - Vo rli ä n g e ausgrbcssert. die aus der Zeit des Rabbi Löw. Rabbi Spira und Rabbi Landau stammen. Landwirtfchaftlidie Anficdlung judifcher Induftricarbeitcr New York. Im llahmcn der slaatliehen Wicdcrbesicillungsnktion soll in den nächsten Tagen in II i gh ts to vf n , New Jersey, die Eröffnung einer landwirtschaftlich industriellen Siedlung vorgeiioinmeu werden,* für die als erste Gruppe 35 Familien von New Yorker jüdischen Arbeitern «Icr Bcklci- «hmgsimlustvie bestimmt siml. Eine Klciderfabrik ist ' bereits fprtiggestellt. Neben «ler Arbeit iu «liescr Fabrik werilcn die Siedler zusätzlich landwirtschaftliche / .Arbeit zur Selbstversorgung und zum Yrrkmif. auf den ihnen' überlassenen Parzellen trciln*». Nach dem vollständigen Ausbau wird die Siedlung eine Milchwirtschaft und Geflügelzucht, Grnosscuschaftslü«Icn und ein Gemcinschaftszentruni boitzen. Jede Familie erhält ein Haus und «*in Acre. Roden. Grundflücksfüufch mit dem Ansland Vor kurzem wurde in der ..Jüdischen Allgmuemcn Zeitung41 auf «li«* Schwierigkeiten, hingewieseii. «lie der .Durchführung von Grumlstückslnnschgt'schüflcn mit »lern Ausland <vntg«’gcnsti*hcn. Neuerdings hat sieh auch die Reiihsslelle für I)evisenlK*wirlsehaflung mit dieser Frage in einem Erlaß beschäftigt. Dieser Rumlerlaß bringt eine weiter«; Erschwerung für dieprnktisdie Durchführbarkeit solcher Ges»*häft»*« Tu ihm winl vorges»*hriehen. «laß «ler auslamlisehe Einwanderer iiaeh Deutsehlaml. «ler aDo sein Grumlsluek im Ausland verkauft «uler vertaus«*lit hat. mit «lern von »lern deutsi'lien Auswanderer für ihn auf Sperrkonto cingezahlten Kaufpreis in Reirhsmnrk gnuulsätzlicli anhielungspfliehtig ist. Eine Ausnahme von dieser Anbletungspflicht i*st nur «lann gegeben..wenn «ler auslämliselu* Einwanderer einen Teilbetrag in Devisen allliefert. Mit dem Erlaß ist Iiezwcckt, daß «lii*j;*nigen Einwamlerer. »lie außer dem für ihr-Haus erzielten YcrkanfM*rl«üs noch Devisenwerte liaben. «liese «ler Reiehshank zur \erfngnng stellen. I)ur»*h «len Erlaß «ler Rehdisslelle für D«*\isenhcwirtsehaftung sollen solch«* Transferversuche zwar nicht unmöglich gc'niaelit wcr«le». «He vorgesehricbene' Anbietungspflichl für den Einwanderer »lürftc aber «len Anreiz" für ausländische Verkäufer vermindern. Tn diesem Zusammenhang sei darauf verwiesen, «laß in letzter'Zeit solche Transfervcrsuehe durch GrumlstfiekstanseJi oder -Kauf unter Bezahlung in Deutschland mit den Vereinigten Staaten gemacht worden sind. Die Gnin«lstü«*kspreise in Amerika siml verhältnismäßig-niedrig, so daß . im Einzelfall ein solches Geschäft praktis«4i durchführbar .sein kann. Aber aurh bei. diesen Angeboten aus USA. muß besondere Vorsiebt bewiesen werden.