Jüdische allgemeine Zeitung
- Journal
- Jüdische allgemeine Zeitung
- Volume
- 16 (1936)
- Issue
- 20 (13.5.1936)
- Date
- 1936-05-13
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Fort-clzuiig \on der I. Seile v <• v |>i ti «f I j r }) e ' anzuerkeimcu ' und daraus dir notwendigen Srhlussc gemcinschafllicher Planung zu ziehen. Wir müssen uns - darüber im klaren sein. daß dir in EU«*rnkreiM*n oft nngctroffrm: Distanz von allen .Piniiiingsver>u«:h«:n zjonistw-her und uMits.iouistischcr Richtung vjrlfarh keim: idrol«>gi-*chc od«:r politische, sondern ein Wide r s t a n d a u s ,.s t a t i s> r. h c r I) «* n k %v c i s e" und V r r li a I l’v n > ist. Dediall» werden dir Kinder noch \er- »i«*ig«:wler Eltern auf |«u«rc Selm!«*» und Pen-Joiinle in?» Ausland -geschickt, deshalb dir plötzlichen Jjn/.rlausuamlrrun»eii zu „hcs-crem 'Fortkommen**. Wir Melim noch \ n r den großen Enttütjsrhuiig<*ii dieser Ein/eliiiaßnahine», dir güii.-'ligstciifulD oft nur lulcriinslüsuugcij x»i werden. Oer \\V« dir.-er bürgerlichen* Jugend wird in xiclcii Fällen so verbinden und verbacken wje derjenige all der Emigranten, deren grauenhafte* Schicksal sieh in den Kieiidsviertelu )on 1/nidini. Paris um! - New-York seil 1933 «md nielit erst seit dainais auftut. (Jehl hinan.- mul lernt! AIht. man kann auch seli 011 vorher lernen. Daß maii nicht den riierldick*' filier seine Situation verliere, daß sieh der Jude in um! aus . Deutschland nielit als sozialer Sonderfall empfinde und mit alleinigen Vorzugsaktien auf die Dividenden des allgemeinen mrn.se!dirhrn Mitleids' reelinen darf, daß planmäßiges Handeln der einzig wertvolle Einsatz gegen die Krise der Zeit ist. dafür sorgen soirhe Bücher wie das von Keinhold Sdliäircr: ..Not. Kampf. Ziel der Jugend in -irlwn Landern", erschienen im SocielüLs-Verlag Frankfurt a. M. „Die grolle Grundfrage des Wcttens“ Dieses Buch, kcinesxvegs um <l«:r Jude». Mindern um der Jugend willen gesrhrirl>en, ist das Krgclmis einer achtzclminonatigen Hein* dureh sieben Deutschland angrenzende; Ländern, nänilielt Schweden, Norwegen. Dänemark, Kurland, Italien. Frankreich und die Schweiz. So enthüllt und ^‘antwortet das Ihieli. die. ,,große Gruudfrage des Westens"; ..Werden die Jungen von heule in dreißig, in vierzig und in fünfzig Jahren den Aufgnlicii und Anforderungen dieser Zeilen gewachsen sein?** Oder anders tiefragt: Wird das große Moratorium, das dir Jahre der Arlwitslosigkcit und der in den genannten Ländern versuchten pausenfüileiuh'ti AriicilNsurrogUtr zwischen Berufsmfc und Berufsergreifung nicht für die .Tugend, sondern für die Welt Msirstellcn. nur .den Uinimirh «1er Jugeml «wirr «len Uiuhrueh der Welt Iiedeuten? Das ist nach Ansicht des Verfassers keiiie Frage, die. nur diireli Kampf gegen ökonomische Systeme, oder staatliche F.inrielituug gelöst werden kann. Das ist der in seiner Ilhismiislosigkcit rrselifitHTinle Krieg gegen eine Well, dir mit «lern Attribut „gestrig** ihre moralische und politische Ahlelmung erfährt. Millionen Jugendlicher stehen unter Ausschluß der Öffentlichkeit, un(«‘r «ler man hrrkünimlichcrwcise «!ie bürgerliche Sichcrhrit. vrrstcht. Zwar sucht man allenthalben sich ihrer durch Interimslösungen und oft mehr als «las dureh Umschichtung und Iliirkschichtung zu versi«*hrm und sie sieh zu vcrpflieliten. aber a la longue gi*srhcn sind «lies«* ÜIxTgnngskrcdite. dieman «I«*r Jugend einräiiuit,'imbeträehtlieli. Immer eindeutiger ist nicht die Jugend «ler Schuldner. «Ier Kreditecingerüunit erhalt, sondern die ältere Generation “-der Schuldner, dessen Kreditfähigkeit durch Volksltnchsrhulcn. Kollektivgruppi,n. Handarbeiten. Jugendaktku, Cent res, Uollegrs. handirraft. hnhhv, Hnllila. dolce far molto, dopolaxom. Werkstiuhuieutum. Boys^mls-Bewegung etc. vielleicht wicderhergrstellt. vielleicht a|x*r auch whierlrgt wird. Das Verliältnis kehrt sich um. ' Nicht «li<* Jugend wird auf den Wnrtcslniid gesetzt, sondern die filier«: Generation erhält ein Moratorium. , Sehairer bringt aus seiner reichen Erfahrung als Inngjalipgcr früher Leiter des «lettischen Slndcnlcnhilfswcrks nicht nur ein großes Maß sozialpädagogischer Einsicht und suv/.ial- .kritiselien Ihurtcilimgsvermögrns für «fic Ex|w*rimente «ler sichen Länder,* sondern einen starken. fast möchte man sagen: zu starken. Optimismus für «He Sache «ler Jugeiu! mit. Nicht «laß er kommende Katastrophen in «len sielien von ihm bereisten Ländern huigiiet. aber «*r glaubt an ihn* Überwindung durch <Iie Kräfte, «lie in «ler Jugend aller Länder heule entfesselt werde». Ein guter Saldo. Er geht auch uns an! Ls ist zu «dierlegen. oh «Irr Wartcsfnnd. in «len «li«* jüdische . Jugeml von heute vcrsetzl wird, nicht auch ein solches MornLorium ist. das auch «ler älteren Generation gesetzt winl timl sich <‘iii«*s Tag«*s in han* Fonlerimgen verwandeln könnte. Vldeanl consiilcs . . .! Um eine Scheidung ohne Scheidungsgrand Ein Ih'srhluR des Oherlandesgcrielits Hamburg In «ler ..Deutschen J«Miz" winl ein Beschluß «les OI>erlamlcsgcriehts Hamburg nun AI. Dezember 1935 xriöffenllichr. in «l«*m in grmnbal/lie]i(*r \\ ckc zu «Irr Frag«* S|«*||ung genommen wird, ob «lie Sebeidimg «•iner im Mai 1933 g»>ehl<»M*«*n«*n Mischehe auf Klag«* des ariselicu Ehetoils zulässig ist. wenn «Iies«*tii ein geM*lzli«*ln*r S«*hei«hing.Hgniiul ui«*ht zur S«*tt«* steht. In «lem''!h*s«*hhiß «h*> Oherlan«les"eriehts. «ler in «lern Verfahren auf Erteilung <l«*s .Vrmnim*hls! für die. Sehei<hiii!i«klage .ergangen ist, wird «lie Ati-irhl «les I^tn«lg«*ri<*hl> Hamburg nutgeh«*iß«iu. «las «las Armi*um*ht mit «ler Hegrümlum: v«*rs.*uit bat. «laß durch «lie Nürnberger Ges«*tze «li«* Auflösung bc- Mehender Mi.nhehen im S«h«'idnngswcge nielit crl«*iehlerl w«mlen i>t. Wenn «lie Antrag^cllrrm <!a\«m spn*«he. «laß -ich der Antragsgegner ,.i n n e r 1 i r h von i li r a b g c w e u «I «• t" halw. .**<« spre«‘Ite «las narb «ler Sa«*lilage diirehaus noch ni«*ht für ein A ers«‘Iud<l«*!i s«*iuer^eit*i. sou«h*ni s«*i ersi«*btlieli «lie Folu«* einer xon der Antra*i>telh*rin na«*h «ler uali«mal«>n Erlndmng h'iehlferüg g«*>4‘lil<iss«*iirn. Lite bzw. der von ihr v«»rg«‘trageni‘n Kinstellung und «les «*igeui;u Verhalt«*ns g«*genuber «lern Ant rags!»«*j»m*r. Das Oberlamh*sg«*rit*ht hat «lies«*n Oriimh*n noch - hinzimerüiit. «laß «he x«m «ler Antragstellern! im Tuter«*sse «ler Arterhaltung «les deulsehen \ oik’es nach GmniLfit/rM des iuig«*sehri«*beuen Iteelits «) h U <* P r ü f u n g d c r S »• h » l «I f r a g «* beabsiehtinte Seiu’idungsklnge \«m Grund auf die Pl«*lluiig.verkenne, die «ler llkhler auch im natioua]>ozialistiM*lieu t'taat zum C«*selz inne hat. Der \ersuch, ziigiiusteu «ler Klägerin, «lie unbedacht nach di*r Machtergreifung eine Mis«h«*lu* eing«*g;mg«*n ist. ein«* richterliche ..Ei n ze I a k t i o n" z« erwirken, iiiusm* an «lern in «ler Nürnberger Gesetzgebung klar zum Ausdruck gelangten Willen «ler Fülirtiug bezüglich «ler. Elim zwischen Juden und Staatsamiehörijicn <leutselK*n ««ler artverwandten Hintes >ehein*m. Wenn der Gen*tzgeber, «ler es in «ler Hand habe. Gesetze* «lie nicht mit «len Anschauungen des Dritten Heielws in Einklang stihen. zu ändern, «lies al»cr in«*ht getan habe, so sei cs. jedenfalls 1k*i einem so auf'der Hand liegenden Pmhh'in. wie «lern in H«*d«* steliemlen. ein sielicr«*s Z«*iehen dafür, daß er es nicht für ri«*htig <*raelitft hat. ■ Durch Urteil \om 22. Nov«*mber 1933. «hu* in der ..Z«*ttungswisscnseltaft“ veröffentlicht wird, hat «las I^andgerieht Berlin die g C n e s h i eh t a r i s eben Z e i t n n g .-h ä nd 1 c r s gegen Mic *Reinisprrssedamnier wegen seines Aussclihisses aus «ler Iletehskulhirlcammcr kostenpflichtig ah ge wiesen. Gclpräch im Lehrhaus Kva Heiehniaun-Jungmann. Paul Eppstein und — das Publikum über: Organisches und organisiertes Judentum Zu Beginn dieses Abends wurde die Ilurerscliaft einem Exerzitium unterzogen. Die Stimme «les Volkes, «lie naeh Paul Eppsteins tradition.»gere«hicr Deutung vollberechtigt im hulachis«*heii Glior «les jüdiseheu L«:hrliausgespräehs ist, wtir«Ic um ilue Meinung über «las 'llirma «los Alwmls befragt. Sie antwortet«: — »auf Zetteln — ungefähr 33 mal, nicht el>cn viel, nicht eben wenig, ni<*ht eben gewandt:' Organisches Judentum sei nicht ioii M«‘ii?rhcjt. organisiertes ja \<»n Menschen geschaffen. Immerhin lag «lie Si’iiuld an dio.M-r nielit sehr tiefgründigen Antwort au «ler gewagt«*»» Fragentelhme selbst. Es ist imm«*r eine Gefahr, migeklnrt** l»«vgriffe zur öff«*nili«*hen Diskussion zu stellen. ..Ii«‘ir]it isL es voi*geI«*gt. so leiclil als ausge«Iaelit. Was liilfFs, wenn iiir «-in Ganzes dargehraeht? Das PuliUkuiu wird es eu«*h «loch zerpflücken.** St» sehr es den einen nachdenklich stimmen mag, so sehr stiftet «las Srhlagwort «len auderi’n zu inlellektiieliem'Unfug au. Zum Schluß Weiht zuweilen das peinliche Gefühl, eine Diskussion um eine Formulierung herum oder gar einer Formulierung zuliehe ■geführt zu haben. Di«: v«*rnntwortli«-hen Gesprächspartner waren ehrlich bemüht, dioem \Vi(la<-Jit durch Definition und Beispiel zu begegnen. Es war «luhci interessant zu beobachten, wie «ler männliche Partner si«h im Hahnieu einer streng ahstraktcii «le(Iuktiv«*n Beweisführung hielt: Organisches Judentum sei «inmal .,gewaelisem*s. t<»tales;*, zum nnderi’ii auf Einheit «Irangeude.s. ..verwirkliehemles und gestaltendes’* Judentum. Organisches Judentum entstehe auf dem Boden des Gewachsenen und orientiere -sielt au diesem. Demgegenüber kam «l«*r weibliche Partner vom aktuellen Beispiel her. Ausg«zei«:buel der Ge<Iank<* der von Kva Iteiehmauu-Jungmaim gcM-liiekt ausgewähll«*)» Selbstdarstellnng der jüdiseheu Organisationen '.Warum übrigens mußte «lie ixdigiüs-liberale Bewegung fehlen, von «ler doch «lie wesentlichsten. Impulse zur Gestaltung des neuzeit li «-Ken jüdischen Lebens in «ler Diasjiora zumindest •viusgegaugen sind? Ein bedauerliches \ ersehen!}. Man horchte auf. wie überhaupt <iie»e lebhafte Sprecherin die stärkeren Sympathien fand. Was jetzt zu kommen versprach, war neu. liier endlich war «ler soziologische Anhaltspunkt für die ideologische 'Überprüfung der von deu jüdischen Organisationen aufgestellten Totalitätsansprüehe. Ja, so konnte das Thema fruchtbar werden: Organisches Judentum -— historisch-geistige Totalität des Judentums, organisiertes Judentum —• der partielle TblalitüLsanspnicli «ler jüdischen Organisationen. Eppstein ging in einer gesellschaftskritischcn Rückschau sofort auf die thematische Offerte ein. Es fielen einige kräftige Bemerkungen über die asoziale Exklusivität, «He individualistisch«* Separalionssueht und das unzeitgemäße Beharrungsvermögen im jüdischen VcrcinsIrbeiK Aber mehr kam leider nicht. Der namentlich von Eppstein vorgetragene Vorstoß gegen den Festungsgürtel der gängigen Parteidoktrinen endete bereits bei der Orthodoxie, die, (von einer Stimme aus dem Publikum abgesehen) anscheinend nicht vertreten, mit ihrem TotalitätsanspriU'h kräftig abgewieseu wurde. Zu weiteren Konzessionen war keiner der Referenten bereit. Man fuhr; sieh beiderseitig mit Energiefest, wobei sieh Eppstein zweifelloals der intolerantere erwies. In dem auf Einheit angelegten Ccsprä<*h standen sich am Ende zwei erbitterte Parteien gegenüber, «lie im Eifer ihrer gegensätzlichen Dialektik deu gemeinsamen Ansatz puukt vergaßen. Kurz, und gut: das «irganiseiie Judentum kapitulierte v«»r «lein orgjuiisierleu. Immerhhr gehfihrl Eva Rcichmnnn-Jungmnn» «lie Zuerkennung «1er objektiveren Haltung. Während Eppstein offensichtlich 'lotaliläl und Totalitütsanspru«:h verwechselte oder — besser gesagt — absichtlich vertauschte 'Jüdische Ganzheit war ilnu zionistische Ganzheit:- Alle •jüdiseheu' Differenzierungen lassen suh nach seiner Meinung innerzionistisch _ auflüsen), erkannte Eva Reiehmann-Jungniaun die jüdische Wirklichkeit in der geistigen Auseinandersetzung zweier Konzeptionen: Nationaljudcntum und DiasiMirajudenlui». . Beide freilich müssen sich naeh ihrer Auffassung ihre jü«lis«he Legitimität von «lern Gedanken eines einheitlichen Judentums besorgen. Cui IjoiioV — Wozu der Lärm? Nun. vielleicht um einmal mehr zu lieweiseir, «laß reale Differenzen seihst nicht dureh neue Formulierungen •überwunden werden körnten. IL K. Tpuppenverftärkungeii in Päläfltina Englifdic Detachements aus Ägypten in Jerafalcm, Halfa, Jaffa, Nablus flationiert Die augrubKt-klii’hi* Situation in Palästina wird charakterisiert «Inrrh eine festere Haltung, d*.e die englische Regierung den Arabern gegenüber an den Tag legt, auf tler anderen Seite durch den Beschluß des Obersten Arabischen Streikkomitees, am 13. Mai einen Steu erstreik zu proklamieren .und die Grneralstrcikpropagauila in \erslurkteni Maße fortzusetzen. Die Forderungen tlrr Araber richten sieh nach wie vor auf eine Sperrung der jüdt.-chcn EuiwauderiHig. auf ein Verbot der Landvcrküufc an Jutlcii und Einsetzung einer arahischen Nationalrcgierting. Wenn es auch in den letzten Tagen zu ernstlichen Zwischenfällen nielit gekommen ist und insbesondere die Brandstiftungen, die einen iinrrmeßlieheii Schaden angcrichtct haben, im wesentlichen aufgehört haben, so haben sieh doch durch Proklumicrung «Irr Struervci*weigerimg die Spannungen erheblich vergrößert, und es bestehen Anzelelieu dafür, daß «lic Regierung mit weiteren ZwjsrbcnFällcn rechnet. Naehdeni in drn letzten Tagen «He verschiedensten Meldungen über Truppenbewegungen im agyptischpalustineusisehen Raum veröffeutiieht wurden — eine Meldung sprach sogar von Truppentransporten auf dem Luftweg;'. — sind nuiini«*hr, einem Bericht der Jüdischen Tclegraphenagcntur aus Jerusalem «um 10. Mai zulolgc, tatsächlich englische Detachements aus Ägypten in Palästina eingetroFfen. Sic wurden in Jerusalem, Haifa, JäfL*t und Nablus stationiert. Ruhiger Sabbat, i kleinere Zuifchemälle am Sonntag Jerusalem. JTA. Der letzte Sahhat ist in Jenisah'in. Haifa“ mul Tel Awiw in völliger Ruhe verlaufen. Der Strand v«»n Tel Awiw hatte starken Besuch. In «len Straß«“» und Kaffeehäusern bildete bemrrk«‘iisweiierwi“ise «lie Ankunft «les Kaisers von Abessinien «las Tagesgesjffrach. Am S«mulag ist es in xrrsrhiedenen Teilen des Lamles zu unl>edeuten<!c*u Zwischenfällen gekommen. Gegen das Haus des P o I j z c i k o in m a n «I n n t e ji von Nablus, Michael Fit/.- gerold. wunh“ ein S p r c n gs t o f f a n s e li 1 a g verübt. Das Gebäude wurde bcsrhä«ligt, verletzt. wurde niemand. Es wurden auch k«“in«* Verliaftnngeu vorg«*noiwin«ni. Ein Sprengstoffansehlag gegen ein jü«Hsehes Geschält in Tiherias mißlang. Bei Ben Scheinen' wurd«* di«* Garage eines jüdischen Besitzers in Brand gesteckt; «las Maseliiueniuvenlar wurde zum Teil vernichtet. Der Sehailen winl auf 2000 Pfund geschätzt. Der High Co.mmisüioiirr hat Aiu Charo«! und amlere Siedlutigen im F.me k besucht, um «h*n Umfang des während d«*r l'nvidien durch Brandstiftung angeriehtelen Schadens f«*stzustelh“n. Inzw'is«*lien setzten «lie arabischen Aufrührer ihr«: vandalist'heu Haudlungeu fort. So wunl«,n in Sicliron Jacob 130 Räume au?g<“r«idet, in «ler anu“rlk;mis<h-jüdis«“hcu Kolonie Uauuanu 70 Räume. Der Higb Comniiffioner an die arabifdicn Führer Jcrusnlrm. Ebenso wie d«’*r Kolonienminister. Tliomas im «•iiglisehen Unterhaus erklärt hat. daß «li«: <*nglischc Regierung an' ihrer bisherigen Politik festhalt«*, und si«*h weiler durch Unruhen noch durch Drohungen irgen«Iw«'!eher Art heemdussim lasse, die i ü <1 i s c h e E i u w u n «l c r u n g als Folge «les Streiks zu nnterhinden. hat aucli der Higli (!ommissiouer Iteim Empfang <I«‘r arabischen Führer keinen Zweifel dariiber gelassen! «laß die Regierung rieh von d«*m als richtig erkannten Wege nicht ahhringcn lasse mul entsihlossen sei. alle Mittel zur Unterbindung organisierter ungesetzlicher Akte zu ergreifen. Die Jüdische Tel«*grapheuagcntur verbreitet jetzt den Wortlaut «ler Anspra«“ln*. «lie Sir Arthur Wnticltopc bei dem stürmisch v«*rlaufeuen .Empfang’der arabischen Führer am 3. Mai gehalten hat. Es heißt «larin u. a.: -Ich glaube. «*s ist überflüssig, auf di« u n g 1 ü ck I i e h e n Resultat e hinztiweisen, die nuui erwarten müßte, falls sn-h «ler Arabische Ausschuß mit illegalen Aktionen welcher Art immer verbinden sollte. In diesem Falle würden Sic «ler Möglichkeit verlustig gehen. Ihre-Sache, unter günstig«*!»' Bedingungen fortzusetzen. Es ist meine wohldurehdaelxtjc Mirjimng. daß «lies«*r Streik einzig und allein Schlechtes und keinem Menschen Gnt«*s bringen kann.. Die Leiden, die er Männern. Frauen un«l Kindern Ihrer eigenen Rasse, insbesondere den Angehörigen der ärmsten Klassen, gebracht hat, sind Ihnen wie mir l>ck«umt. Großen Schaden haben durch ihn auch die Schulkinder genommen. Es -winl eine langt* Zeit vergehen müssen; bis all diese Schäden gutgemheht sein werden. Sie wissen sehr wohl; daß die Regierung sich von dem Wege, den sie als richtig erachtet, durch keinerlei Streik und Drohung winl abbringen lassen:.sic ist entschlossenalle Mittel zur Unterbindung organisierter ungesetzlicher Akte zu ergreifen. Icli fordere Sic darum auf. sich auf Ihre Vcraiitwortli«“ likcit'zu besinnen und sieh allen ungesetzlichen Akten c ii t g e ge li ■/. ii s te 11 e » , «lie sieh in Morden. Brandstiftungen umi in anderen Formen zivilen Ungehorsams äußern, und. di« Regierung in ihren. Maßnahmen zur 'Wiederherstellung «ler Sicherheit und der Ordnung im Laude zu unterstützen. Es steht Ihnen der vernünftige Weg offen, eine Abordnung nach Ixiüdon zu entsenden statt des Weges der Unterstützung des Streiks, «ler Ihre Sache nie und nimmer stärken kann, und der insbesondere der ärmeren Bevölkerung Ihrer Rasse endlose Leiden bringt. "Ich forden* Ihre verantwortlichen Führer auf. den letzten Weg zu verlasse» uml den ersten zu gehen.** Die Antwort «ler Araber auf diese Aufforderung ist, wie bekannt, negativ ausgefallen. Sic haben mn*h längeren Besprechungen beschlossen, den Generalstreik fortzusetzen und ihre Al>or«hiung nach- London nichteher zu entsenden. Ins die jüdische Einwanderung vollkommen gcsjwrrt sei. Entgegen dem Verlangen des High Connnissioner haben sie außerdem erklärt, öffentliche Versammlungen und .Demonstrationen fortsetzen zu wollen. Die arabifchen Streikfuhrer enthaftet Jerusalem. JTA. Der arabische Streikführer Hassan Sidkv D a i a n y sowie sein Helfer Snlakh Ab «Ion, «lie unter der Beschuldigung, durch Unterzeichnung eines . Aufrufes zur Steuervc.rwcigerung aufgeforderf zu haben, verhaftet worden waren, wurden wieder auf freien Fuß gesetzt. Der Prozeß wurde beendet, die Urteilsverkündung auf uul>c«tinmitc Zeit verschoben.. . Zmu Selbstschutz der jüdischen Siedlungen Jerusalem. Die Polizeibehörden^'.setzen «lie B e w a f f n u ii g «ler j üd i s e li e n-S i «* d l e r in der Scharon-Ebene und .dem Emck Jcsrcel fori. Es „ sind ‘weitere Waffen in a g a z i ii c geöffnet und «ln* Waffen unter die jüdischen' Kolonisten verteilt wonleti. Auch die in «len an'Jaffa grenzenden Vorstädten von Tel Awiw wohnenden Juden sind mit Waffen zu ihrem Selbstschutz ausgerüstet worden. Verschiedene neue Polizeistationen wurden in der Scharon-Ebene eingerichtet. Der Negus in Palästina Jerusalem. Der Negus. der. wie bereits -kurz gemeldet, int Hafen von Haifa gelandet ist und sieh zurzeit in Jerusalem aufhält. wurde bei der Landung im Aufträge des Higli Gonimissioner. vom Distriktskomniissar Gordim begrüßt und schritt dann «lie Front einer Ehrenkompngnie ab. Sodnuu bestieg er mit seiner Begleitung einen Sonderzug, der ihn nach Jerusalem hr;u*hte. Dort wurde er von «lern. Bürgermeister von Jerusalem. Dr. Klutlidi. und «’inem Vertreter «les High Commissioncr begrüßt. Der N«*g»s begab sich sodann mit seiner Begleitung zum Konig-Dnvid-Hotel. An «len Wegen batten sieh Tausende von Juden un«l Arabern angefunden, um den Negus zu sehen. Bemerkenswert ist. «laß. «las arabische Streikkomitee den arabischen Fuhrleuten und Chauffeuren erlaubt bat, den Streik zu .unterbrechen, um «len Negus 'und seine Begleitung zum Hotel zu bringe». Auf seiner Fahrt vom Bahnhof zum Hotel wurde «ler Negus von einer besonderen Tnippcnabt«*ilung eskortiert. Das Grab von Jebnda Hanassi entdeckt? Jerusalem. Bei Grabungen in der kleinen jüdischen Kolonie Scheich Abrik i m E m c k wurde ein Grül**rkomplex entdeckt, der über drei Etagen geht. Man fand Aufseliriften in hebräischer, aramäischer und griechischer Sprache, sowie verschiedene jüdische Embleme. Mau nimmt an, daß es sieh um das GrälM.*rfc]«| einer hervorragenden jüdiseheu Familie aus <lcn ersten Jahrhunderten nach der zweiten Tompekerbronnung, vielleicht gar um das Grab des Rabbi Jehuda IJanassi und seiner Familie handelt. Jehtnla Hanassi. der .um 133—200 lebte, .stammt«* aus «1cm Geschlecht Hillels und war Patriarrli in Galiläa. Sein Lebenswerk galt der Redaktion der Misehna, der mündlichen I,chr«\ * Madrid. Eine interessante Entdeckung wurde in einer Kirchein ToIcdo gemacht, die jetzt den Namen Santa Maria la Bianca führt. Die Kirche, die im 12. Jahrhundert erbaut wurde, war ursprünglich eine Synagoge und wurde im Jahre 1*105 in eine Kirche umgewandelt. Der Architekt Moya hat .jetzt die alten Grundrisse der Synagoge entdeckt. Es b«?stclit die Absicht, den Eingang der Synagoge, nach den vorhandenen Planen wiederlicrzurichtcn. '