Jüdische allgemeine Zeitung
- Journal
- Jüdische allgemeine Zeitung
- Volume
- 16 (1936)
- Issue
- 19 (6.5.1936)
- Date
- 1936-05-06
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Der eine von uns — der Zionist — ist und wird weiter ein akther Fürsprecher und Arbeiter für den Zionismus sein und dem Zionismus einen großen Teil seiner Zeit widmen. Der andere — der Antizionist — wird während der vielleicht nicht . mehr sehr zahlreichen Jahre, die ihm noch verbleiben, voraussichtlich fortfahren. seinen Einfluß im autizioiiistischcu Sinne geltend zu machen. Aber wie stark wir uns auch einerseits für und andererseits gegen den Zionismus einsetzen: Es gibt doch für uns beide etwas Größeres, Wichtigeres und Fundamentaleres, nämlich das Judentum, das liberale Judentum. Wir vereinigen uns deshalb, um gemeinsam'für das liberale Judentum zu arbeiten, und wir können das ganz bewußt tun. Wir wiederholen: Jeder von uns bleibt seiner Gruppe treu und damit auch seiner Religion als Harmonie und als Ganzes. Aber immerhin sind innerhalb dieser Gruppen solch grundlegende Übereinstimmungen, daß wir es uns auch leisten können. über unsere Verschiedenheiten liinwegzusehen. Wir können in unserer Arbeit für das liberale Judentum neutral sein in bezug auf diese Differenzen, undwir können uns, ohne zu zögern und ohne zu streiten, zusammentuu in der Arbeit für unser eigenes religiöses Wohl.und das religiöse Wohl aller Juden, die nicht länger mehr die Gesetze desorthodoxen Judentums halten können, um so die Macht und die Mitglicderzahl der liberalen Synagoge und der religiösen Vereinigung zu stärken. Da wir beide in. aller Demut so empfinden, bitten wir dringend, daß alle religiös-liberalen Zionisten und alle religiös-liberalen Anlizionisten genau so empfinden mögen. Wir geben diese Schrift mit unseren beiden Namen heraus in der aufrichtigen Hoffnung, daß es viele — seien sic Zionisten oder Nichtzionisten — veranlassen möge, willig Obdach zu suchen unter dem großen uns alle schützenden Schirme. Ins Deutsche übertragen von Margarete Goldstein * Die Londoner Tagung der World Union Im AiiM'hluiA an die in unserer letzten Nummer veröffentlichte .Mitteilung über die vom 10. bis 13. Juli itt London stattfmdende Tagung der Weltvcmnigung für das religiös-liberale Judentum und unter Hinweis auf die in dieser Ausgabe erscheinende Einladung zu der Tagung bittet uns die Vereinigung für das r e 1 i g i 5 - I i h c r a 1 .c Judentum folgendes mitzutcilcji: ..Solche O r t > g r u |> p e n . die unser hierüber noch besonders herausgehendes Hundsehreiben nicht erhalten haben, bitten wir um .Nachricht in unser Büro, Herlin-CharloUenburg 2. Bleibtreu- Mrnßc 45, damit die Zusendung veranlaßt werden kann. Das Hundselircibcn enthält wichtige Hinweise ül>er Planung der Fahrt,' Ccscllsrhaftsfahrt, Diskust-ionsanmcldtmgcn usw. Unsere Einzelmitgiieder, die Interesse an einer Teilnahme und damit an unserer Hundbrief\eröffentlielmng haben, bitten wir ebenfalls um eine entsprechende Nachricht." Es wird gemeldet: ■I . Wie aus einem Bericht der Rcclitsanwaltskammerjlerlin für das Jahr 11135 hervorgeht, waren Ende Dezember 1935 3007 Mitglieder der Anwaltskammcr Vorhanden, darunter 1036 Nichtarier, d. Ji. 34,4 Prozent; Ende 1933 hatten die Nichtarier, deren Zahl damals 1152 betrug, von der Gesamtzahl der Anwälte (2880'1 noch 40 Prozent ausgemacht. ■ * fl Die „Neue Abendzeitung“ in Ludwigshafen berichtet in» Nahmen eines Artikels, daß die saarländische Zig.a-’ r e 11 en i ndust ric Jetzt jud e n frei sei. # fl Wie uns aus Gleiwitz berichtet wird, hat Frau Enuiiy Bitter, geh. Weißcnbcrg, das Eli r c n k r e u z f ü r Kriegsteilnehmer erhalten. * .fl Der Kaiser v o n A h e s s i n i e n ist an Bord des englischen Kriegsschiffes Enterprise“ im Hafen von Haifa «*iiigetroffen. * * fl Das Council' for Ge rin an Jcwrv gibt bekuuut. daß sich .das Ergebnis scjncr S a in m I u n g e n in E n g - land nunmehr auf 504 730 Pfund beläuft. 'w fl Der Vertreter der Jewish Agency beim Volkerhund hat dem ägyptischen Gesandten in der Schweiz anläßlich des Ablebens König Funds von Ägypten ‘das Beileid der Jewish Agency und der Juden in allen Ländern der Welt zum Ausdruck gebracht. * fl In Otwoek hei Warschau, einem Ixdichten Kurort, wurde von natioimldemokratisclien Iluligans während der Naeiii ein .) üd i.s e h c s II a u s a n g e z ü n d c t, in dem zwölf jüdische Familien schliefen. Obwohl das Haus vollkifnmicn niedcrgchiMuat ist, sind wie durch ein Wunder bei dieser Jlramlstiftuug .Mensch:« nicht ums Lehen gekommen. Zwölf Nnra-lAute wurden verhaftet. * Unruhige Tage Verkehr Toll lahmgelegt werden Jerusalem. (JTA.; Immer .häufiger utavhv» sich Anzeichen dafür Ifcmerkbar, «laß die Araiier «len Verkehr im Lunde zur Durchsetzung des von ihnen verkündeten Generalstreiks, .auch unter Anwendung um Gewalt, ialmilegeu wollen. So hat es sieh als erforderlich' erwiesen, daß die palästinensischen Eisenbahnen unter liexmdcrc B e w a e li u n g gestellt werden. Es wurde nämlich entdeckt, «laß von Ar.iliem verschiedentlich versucht worden ist, «die Eisenbahnschienen und -schwnllen zu I o c k e rii. Glücklicherweise wurden dir entsprechenden V orfälle entdeckt. In-vor ein Zug die gelockerten Seidenen passiert halle, w» daß Unfälle nicht vorgekommrn sind. Nach wie vor werden von Arabern auf Straßen mul Chausseen zcrbmeiienes Glas und Nägel gestreut, um auf diese Weise insbesondere den Autoverkehr zu unterbinden. Mau schätzt, «laß allein am Sonntag fdn-r einhundert Kraftwagen Reifenschaden erlitten haben. Unter ihnen befindet sieb auch «las Auto des High Comniissioncr von Palästina, Sir Arthur Wau- ‘ rhope. Audi der amerikanische Konsul Tyres mußte im Meosrhearim-N irrte! voll Jerusalem sein Auto verlassen, weil die Reifen unbrauchbar geworden waren. Polizei geleitete «len Konsul zu einem amleren Kraftwagen. Araber haben «lie Tolcfonlcitungeji zwischen Jerusalem und dein nör«lli«4ien Palästina durelischnitten. Die.. \ crhiuduugcM konnten jedoch halt! wh’derhergestelit wertlejj. Die Brandstiftungen im Laude, und insbesondere in «Icii jüdischen Kolonien gehen weiter. In «1er jüdischen Siedlung Hisehlmu in «Ier Nahe von llerzlia steckt«’!! Arah«*r einen Schuppen in. Rraud, in il«*m sich \ orrätc v<m VichfutüT befanden. Verhaftuug»Mi wurden w«*g«tn dieser Bramlstiftung .noch nicht vorgciinuiimu. An d«*r Grenze zwischen Tel Awiw um! Jaffa ist eine jfulisclir Fabrik für. «•Icktris«*bc. L;un|>eu gänzlich ni«’«lergehrannt. Die Fabrik liegt 39 Meter von einer Polizeiwache entfernt. Zwei AralxT wxtr«leii als der Tat \er«hVhtig in Haft geuommen. ln Sehcchunnt Aaron, einer Vor-Iadt von Tel Awiw. brachein größeresl'Vucr aus. Die j ü dis«- li «• Polizei aus Tel Awiw könnt«' lx*i «lern Brande nicht cingr«*ifen. weij. cs ihr verboten worden ist. außerhalb der Stndlgrenz«*» v«i» Tel Awjw tätig zu werden. In Haifa wurde <*m in jüdischem Besitz iHTmdlirhcr1 Holzplalz angezündt*!. In J<*nisalct» wurde versucht, eine große Molkerei auztizünd<*n. Pas heuer wurde jedoch kurz nach seinem. Aiishruch bemerkt und konnte gelöscht werden. Zu einem Schußwechsel zwischen einem Wächter un«l «inrr nrnhisi-hcn Bamb* kam t-s auf «iner Orangen-PIantage in «Ier Nahe, von Magdiel. Die Araber hatten 511 Baume ausgrmdrt mul mn- . gehrorlmn. fün konnten unerkannt entkommen. In Keren Abraham, in «Ier Nähe von Jerusalem, wurden auf jüdische Uäu-e in «1er Nacht zntn Sonntag \on unbekannlen Tätern fünf Sirhüsse abgegeben. . Die Durchführung des (.eneralllrciks Der Generalstreik <ler Araber «leimt sjeh immer mehr aus. . Das arabisebe Nationallvomitce überreichte dem lligh (ominissi«mer Sir Arthur W aitcli«>pe ein l I I t m a l u tu . in «lein zum Ausdrurk gebraclit wir«l. «laß «lie Araber sieh auf eine Verhandlung oder . auf einen Whlcrmf «1er Slr<'ikpandr niejit einlas.-en würden, «die nicht die jüdische Einwanderung \ollk«mmien mitrHmmlcu sei. Die Bemühungen «I«:s SirrikUmutees war«*» iiish«‘>ondere auch «Inrauf gerieht«‘t. «lie .11 n f e u a r li e i t e r von Ilni-fa dazu zu Uiwegen. der Sircikparole zu folge» und «len Hafen. im Hinblick .auf «lie Lrvnnte-M«>si\ still zu'.h'gen. Etwa 100 Hafenarbeiter'haben daraufhin ihre Arbeit medergclegt. Im Hafen von Jaffa wird «Ier 'Streik streng «lurchgcführt. Die arahiscJieu IlafenarlH’iter Indien si«h jedoch au das Streikkomitee gewandt und die . I*<irdenmg gesielll. daß man ihnen «hu Ixdmausfall ersetze, andernfalls würden si<* zur Arbeit z»rüekk<‘hrr». Di«* Araber, seluaieu auch nicht davor zurück: die Gcucralstrcikpnrole init Gewalt «lunlmisctzeu. So griffen Streikposten arahisehe Fellachen an, «Br Mih*h »iinMii-nnW auf. «le» Markt nach Jerusalem . bringen wollten. Zwei arabische Kaufleutc aus H;ufa wurden \’o» Arabern dureh Messerstiidu* \erwi»u«h*t. weil sie sieh ni«*ht am Streik lietetligen wollten. Drei arabische Lastzüge, «lie mit (’.niiüs' lielndi'it waren, wurden von Arabern hei Kalkitia aufiichallc»; «*s kam zu einem Zii'ammcusl«>ß. hei dem «4» Aralier gelotet wurde. Ein -Lastzug wunle niederuehrannt. Wieder zwei jüdifche Opfer Zum zweiten Male im Verlauf der imruhig<u Yforhen war an» letzten Donnerstag die Frage aulgetaucht. «»I» «lie Araber «Ich Freitag, d«*n inoslemitiscbeu •Ruhetag, zu größ«*mi Aktionen und Demonstrationen hetmtzeu würden. /.ahUviehc Gerücht«* hatten m •dieser Beziehung große Bcimnthigimg ge>ebaff«u. Naelidem «> Tags zuvor l>ei einer Kiuulgehuug \or «hu Hegieruni'sgehätulen in Jerusalem zu Zusammenstößen gekommen war. Iiei «leiic» neun Aniber und stellen Polizisten \erlct/.t wurden, waren in «ler Sta«It . weitestgehende Sicherheitsmaßnahmen getroffen wonlcn. Wfdirend «ler Tag, \x>n Bomhcjiansehlägen und .BramUtiftiumen abgesehen, in Jenisnlem olme Demonstrationen verlaufen ist. kam es anläßlich einer Demonstration in A k k o zu einem Zusammenstoß zwischen Arabern und Polizei, bei dem zahlreiche Araber verwundet wur«lcn. Be* einer arabischen Demonstration in Haifa wurde auch der aus Deutschland stammende Arzt Dr. K. Feld li erg schwer verletzt und, mußte :m Iladassa-Kraiikcniiaiis operiert werden. Er ist am nächsten Tag«* seinen Verletzungen erlegen. Die Beerdigung fand am Sonutag-XachimtUg in Haifa statt. Bei «Irn Demonstrationen iu Haifa am letzten Freitag wurden im übrigen auch zwei PoKzcinffiz.lerr. verletzt: ein - Araber wurde getötet. Die arabische Presse berichtet, daß bei einem Angriff auf ein Auto ein Jude in der Nähe von Jaazur schwer, mehrere andere leicht verwundet worden seien. Das zweite jüdische Opfer der vergangenen Tage, der aus Ungarn stammende Fahrer Eliescr Wiken stein, hat sein Leben bei einem noch nicht ganz geklärten Vorfall clngcbüßt. Wahrend in einer offiziellen Version behauptet wird, der Lastwagen, dcr| sich auf dem Wrg nach Jerusalem befand, sei in der Nähe von Ramlch ins Rutschen gekommen, habe sich überschlagen und Feuer gefangen, wobei Wikrnstcin verbrannt sei, hat nach einem Bericht des verletzten Begleiters Wikcnsteins. Aron Lew. ein Auto, in dem Araber saßen, den jüdischen Lastwagen in offensichtlich planmäßiger Weise gerammt, so daß er rutschte und in Brand 'geriet. Wikrnstcin verbrannte bei lebcmligem Leibe. Die Araber ergriffen die Flucht. BrandAiftungen in den Kolonien Voll den sieh immer mehr häufenden Brandstiftungen wurden namentlich die jüdischen Siedlungen im E in e k Jcsreel betroffen. Das «größte Feuer, «las sich seit dem Weltkrieg ereignet hat, wurde von den Arabern in Gliedern in dem großen Lagerhaus «ler jüdischen Palcstinc Fruit Comp, angelegt, das vollkommen nirderbrannte, bevor «lie Feuerwehr ankam. Zahlreich diu! auch «lie M«ddimgcn. die von Bonibcnansclil figen berichten. Sr> wurden in Jaffa, in Haifa und Jerusalem Bomben geworfen, -mehrere Verhaftungen von Arabern wurden vorgenommen. - . „Für jüdifche Arbeit“ Die «Berliner Gemeinde zu den Ereignissen in Palästina Wir groß* die Anteilnahme «ler jüdische» Bevölkerung Berlins «ti «len Emgnisscn in Palästina ist, bewies die Kundgebung, welche «lie Berliner Jüdisrhe Gemeinde am Montag-Abend in der überfüllten Synagoge in «irr Prinzrcgcntcnstrnßc veranstaltete. Der \ orsilzendr «ler Gemeint!«*. Direktor II c i n ri «:h Stuhl, erklärte ii. a.. «laß die Juden der ganzen Welt mit Anteilnahme und' innerer Veibtindeiihcil auf «las heilige Land blicken, und daß cs gerade unter uns kaum eine» gäbe, der nicht cimm nahen Verwandten oder Freund in Palästina habe und persönlich und menschlich an «las Land gebunden sei. Aber nicht Worte der Anklage oder «les Vorwurfs seien gegenüber den Vorkommnissen tun Platze, somlrru Wort«* des- Trostes und der Aufrichtung. Brndtschaft zu helfen und in «ler Arbeit für «len Aufbau d«?s Landes nicht zu erlahmen, sei Aufgabe der Stunde. Als eine persönliche Erklärung fugte Direktor Stahl hinzin daß er noch seiner Rürkkchr aus Palästina eine. Kritik am religiösen und sozialen Lehen «los -Landes geübt habe. Insbesondere halte er sieh gegen die lliuciuziclumg tlcr Jugend iu die Politik gewehrt.- Die Ereignisse hätten seine Befürchtungen berechtigt erscheinen lasscpi. Fehler seien auf beiden Seite» gemacht worden, aber doch bestellt« bei gegenseitigem Verständnis die Hoffnung auf ein .brüderliches . Zusammenleben unter Wahrung der Eigenheiten. - Die jüdische Aufbauarbeit hat in» Lande und allen seinen Bewohnern Fortschritt und Segen gebracht, in «ler jüdischen Arbeit nicht zu erlahmen, sei die «Iringcndc Portierung, aller Zwist und Parteienstreit muß gegenüber «lieser AufgalK* zurüekgcstellt werden. Ms zweiter Redner sprach Rabbiner Dr. Max W i e n c r. Wenn auch auf religiösem Gebiet «lie Entwicklung im heiligen Lande noch manche Wunsche offen lasse, so müsse man die kritische Lage aller Religionen heute betrachten. Jede Religion ■brauche heute einen volkstümlichen Hintergrund, die Aufhauarhcit in Palästina schaffe auch «ler jüdischen Religion wieder neue Voraussetzungen. Wir wissen nicht was kommt und was tlicnächstc Entwicklung bringen wird, darum muß unter uns aller Hader und Zwist begraben wcrtlcn. Dr. Alfred Klee erklärte, daß die jüdische Arbeiten Palästina kein Experiment sei. sondern eine innere Notwendigkeit, ein Schlußpunkt unter die Entwicklung «ler jüdischen Gemeinschaft. Er verwies auf die Notwendigkeit «ler Verständigung zwischen Juden uml Aralicrn. VKc eindrucksvolle Veranstaltung wurde von Rezitationen aus «Ier Bibel von Edith II c r r n s t a d t - O e 11 i n g c n »in«! religiösen Gesängen «les Chors unter Leitung von CIi. Wi n a we r umrahmt. fl Die I.c v a n t e M e sse wunle in Tel Awiw in Gegenwart von _ 12 090 Besuchern mit einer Ansprache des Bürgermeisters Dizengoff. einer Rundfunkrede des Kolonienministcrs J. H. Thomas aus London sowie einer Begrüßung durch High Gommissinncrs Sir Arthur Wauchopc eröffnet. fl Der BounI of Deputier of British Jcws hat in cincr Sitzuug beschlossen, der an ihn ergangenen Einladung, steh ui» jüdischen Weltkongreß zu licteilige», nicht Folg«* zu leisten, da «ler Kongreß überflüssig sei. * fl Für die Forderung .d«'1' Gründling des ..Hauses «lei* Chemie“ wurde der Chemiker S i r Robert Mon«l.- wie aus Paris gemeldet wird, mit «ler Würde eines Knmmnndturs «ler französischen Ehrenlegion ausgezeichnet. * fl Auf der'Warschauer Technische» Hochschule kam es zu einer Schlägerei .zwiseUe»\i\ationaI«lemokratischcn und jüdische» S tu «1 <• ift*en , in deren Verlauf cs mehrere Verwundete auf beiden Seiten gab. Die Hilfe des Joint New York. Das American Joint Distribution Committee veröffentlicht eine von Felix M. Warburg, Paul Bacrwnld. Gouverneur. Herbert L. Lehmann und James N. Rosenberg Unterzeichnete Erklärung, in der es heißt, daß der Joint ,bereits 700 000 Dollar für Palästina ausgegeben habe und in diesem Jahre fast untragbare Lasten auf sich hal>c. so daß er Ge liier für Palästina nicht an weisen könne. Hauptsächlichste Aufgabe des Joint sei es. den Juden in Deutschland und Polen sowie «km Juden anderer Länder zu helfen. Die Erklärung unterstreicht soilatm «las Interesse, «las das Joint Distribution Committci: an Palästina habe, bringt aber zum Ausdruck, daß «1er United Palcstinc Appeal, die Iludassa timt andere Organisationen bereits für Palästina Gelder sainmelu. Wegen gemeinfdiafllicher Erpreflung Verurteilt Köln. Im ..Kölner Stadtanzeiger“ wird «1er Bericht über tim* Verhandlung vor der Großen Strafkammer veröffentlicht, in «ler ein Hilfsarbeiter heim Wohlfahrtsamt, der mit Ermittlungen bei mchturischcu Wöhlfahrtscmpfängem beauftragt war, sieh wegen Erpressung, Erpressungsvcrsuclis und Betrugs zu verantworten halte. Mit mm angeklagt war. ein Fürsorgearbeiter, der ihm zur Begleitung heigegeben worden war. Am 10. Januar erschienen die l>eidcn bei einer . 7 6 j äh r i g e n Jüdin, «lie Lein« Wohlfahrtsamt um Erlaß der Hauszinssteuer cingekonmieu war, um die Bedürftigkeit, der Antragstellern» nachzuprufen. Sie erpreßten von *ilir wiederholt Beträge, das eine Mal 50 Mark; ein anderes Mal hatte «1er erste Angeklagte sieh noch von der Frau ausdrücklich eine Bcscheniigung ausstclien lassen, daß er von ihr kein Geld erhalten habe. Der Staatetuvwalt beantragte gegen einen Angeklagten eine Gesamtstrafe von vier Monaten Gefängnis, gegen den zweiten Angeklagten zwei Monate und zwei Wochen Gefängnis. Die Angeklagten würden wegen fortgesetzter g e m e i n s e li a f 11 i c h c r E r p rc s s u u g in Tateinheit mit fortgesetztem gemeinschaftlichem Betrug antragsgemäß verurteilt. Die Untersuchungshaft wird ihnen ungerechnet. 1 WELTVEREINIGUNG | FÜR RELIGIUS-LIBERALES JUDENTUM | Programm M ■ ' der Sitzung in London am 10.-13. Juli 1036 Freitag. «0. lall 1D-13 Uhr vormittags: Anmeldung und Eintragung im Büro der Liberalen =1 Synagoge,?8 St. John's Wood Road, London'NW 8.!! 14 J0 .Uhr Versammlung zur Erörterung praktischer Probleme des reiigiös-Uberalen Judentums in den verschte* denen Ländern. § Sonnabend, 11. Juli H 11 Uhr vormittags: Gottesdienst in der West - London Synagoge; 33, Scymour Place, London Wl. H Predigt: Rabbiner Dr. Felix Levy, Chicago. Abends: Empfang und geselliges Beisammensein. | Sonntag, 12. Juli 10J0 Uhr vormittags: Round Table Konferenz in der Liberalen Synagoge 28, St John's Wood Road, London NW 8, H Thema: Freiheit und Bindung im religiös-liberalen Judentum. Leitung: Rabbiner Dr. I. Mattuck, London. Referent:RabbinerDr.Dienemann,Offcnbacha.M. | Montag, 13. Juli 10 Uhr vormittags: ' Sitzung des Vorstandes der World Union in der S West London Synagoge. ■II ■nrannninmiimiiimranmmiiiwniwraniinnmmMnmMm«raimimiiiiMiiMmin]inHitmMiHiraimii«mBiHimnM«tmw