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Jüdische allgemeine Zeitung · 1936-05-06 · 19 (6.5.1936) · page 3

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Journal
Jüdische allgemeine Zeitung
Volume
16 (1936)
Issue
19 (6.5.1936)
Date
1936-05-06
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Rofenftodk zum Abfchied Josef Rosenstock scheidet mit Ablauf seines \crtrages aus seiner' Tätigkeit am Berliner Kulturbund. Jeder Musikfreund kann es ermessen, was dieser Verlust für den Kultiirbund bedeutet, und so sei denn in einigen Worten noch einmal die Leistung des .Mannes umrissen. dem die junge Organisation Großes zu danken hat. Hoseustock wird mehrfachen Berufungen ins Auslau d als Konzert- und Operndirigent Folge leisten. Als Rosenstoek, bis dahin Generalmusikdirektor in .Mannheim, 1933 an die Spitze des entstehenden Kiilturbundorchesters trat, übernahm er eine schwere, zunächst undankbar scheinende | i ,1 Ü j ä i / I; •T’f i Zeichnung von Nellv N. - Aufgabe. Galt es doch, einen bunt zusamiiiengewürfeiten Klangkörper ohne 'lYuditiou, dem noch dazu gut geschulte Bläser fehlten, zu einem einheitlichen Instrument künstlerischen Willens zu formen. Wir durften die zwciriuhnlhjährigc Arbeit lloseasloeks verfolgen, und wir wi»»en. wenn das Orchester seine Kinderkrankheiten rasch überwunden hat, wennes immer aus'pruclis- ^voljcreu Aufgaben gegenfilier sich gewachsen zeigte, wenn cs in letzter Zeit eine oft geradezu überraschende Khuieschünheit entfaltete, so ist dies im wesentlichen der unermüdlichen und ' unerbittlichen Krzkhimgsirhcit lh>scn»toeks-zu danken. .Mit «lern so geschaffenen Instrument konnte der Dirigent in steigendem Maße seine Intentionen verwirklichen. Das Kunst.- lertuin Ihisenstock» scheint uns wt:s«*iitlkh «lurd» zwei Züge bestimmt: einmal durch einen untrüglichen Instinkt für «lk Organik der Form, die er in aller Klarheit und Himduug. im* üherrankt durch Details, herausmeißelt? zum andern aller durch ein heißes Temperament, «las sich in zündendem Brio und Furioso entladt und in der Oper stets den dramatischen Atem treibt. So ist es keiii Wunder, wenn gerade Werke romantischer Musik, die sieli einer solchen Kombination als besonders dankbar erweisen, zu Spitzenleistungen wurden?’ wir denken nur etwa an den ..Barbier” oder ..Carmen*1, aber auch an . ..Nabuern” oder auch an die* böhmische Musi/ierseligkcit «ler ..Verkauften Braut”, die gleichfalls in diese Linie hineiufällt. W ir hörten Mozart in -aller Helle mul Plastik, wobei Roscnstoeks männliche Art je«kr Versüßlkhmig streng aus «lein Wege ging. Ungern -sehen wir den Künstler, -dem der Kulturhimd seine stärksten Leistungen liankl, scheiden. Mit den Wünschen für sein weiteres Wirken verbindet sieh der tiefe Dank «1er Berliner Juden, denen er in dieser Zeit Stuiule» eines echten uml starken künstlerischen Erlebens schaffen «lurfte. Ifäns Frrvliatt- Auch Jessncr verläßt Berlin Auch «Irr Regisseur Dr. Fritz Jessncr verläßt die Ruhne «Ics Jüdischen Kulturbunds Berlin. Fr hat einen Ruf au «las Stadttheater in Rern erhalten, so «laß «ler Berliner Kultiirhun«l «las Acrtragsverhältnis mit ihm gelöst hat. Zweieinhalb Jahre hat Dr. Fritz Jessncr. «ler früher Intendant des Königshergcr- Schauspielhauses war, «lern Berliner Kulturbumlthcater als Regisseur aiigehört. Seinen ersten. Tnszcnicningcn «les Seluiitzlersehen ..Paracelsus”. der ..Wihknte” uml des MSonkiu” von JiL»ehkcwitsrh sind zahlreiche Aufführungen ernster und heiterer Art gefolgt, von «lenen neben manchen Haupttreffern auch manche Nieten waren. J«*ssn«*r hat »kh licmüht. sauberes, .gepflegtes Theater zu machen. Einen eigenen Stempel .hat er seinen Inszenierungen allerdings kaum aufzudrücken ver-. moclit.. Im Gegensatz zu Rosenstock, der aus dcrii Nichts einen hervorragenden Klangkörper geschaffen hat. ist dem kühleren, weniger von Theaterleidensehaft besessenen Jessncr dk Ausbalancierung des Schauspieler-Ensembles nur bis tu einem gewissen Grail gelungen. Wahrend er etwa in Zweigs ..Jeremias” «las W«lk fand, au «lein skh seine Regahung für die Gesamtleistung glücklich beweisen konnte, hat er «lk «larstclkrioJi:* und sprachliche Erziehung «les Schauspielers mitunter ein wenig vernachlässigt. Trotzdem wenlcn Aufführungen wk ..Wa» ihr wollt*'. ...laakohs Traum*’. ..Judith” neben ..J<*Uch«*u Geirrt“ und ..Hr«mx- Exprcss” in der Erinnerung «ler Kuhiirbiimllw-nrlKT haften blcilicn. ErülTnnng des neuen Studienjahrs in der Lehrerbildungsanflalt Berlin Das neue Studienjahr der Jüdischen Lehrerbildungsanstalt Berlin in «ler Lützow'slraßc 16 „wurde mit einer Begrüßungsansprache des Dezernenten des Lamksvcrbamks. Rabbiner i)r. Galliner, eröffnet. Kr wies darauf hin. daß der Herr Minister die Abnahme «ler Ersten Lehrerprüfung für «Bo erste Stuf«? «ler Anstalt genehmigt und einen Stantskommissar zur Durchführung «ler Prüfung bestellt habe. Der Redner sprach di«: Hoffnung aus. daß die künftigen Lehrkräfte dazu heruureifen mögen, die junge Generation in ein neues Leben zu führen, das zwar hart und schwer sein werde, aber voll innerer Würde und Befriedigung. Anschließend gab «ler Leiter der Anstalt, Dr. Fritz Ba m berge r. «len Hörern einen überblick filier «lic zur Zeit besonders «lringliehcn Probleme iler jüdischen Schulpraxis. Di«* Anstalt habe die besondere Aufgabe, <üc von den Pädagogischen Akademien aiLsgcbildcten Prinzipien auf die Ausbildung in den jüdischen Fächern uml auf die Verbindung des Jüdischen mit <!cm Allgemeinen anzuwenden. . . Wilhelm Jahn ' Prlvatwflsdiar«! und Felnpjflfttarai.' Referenz: Miana Sehvarz-Htin Abholang and Lieferung frei Haas. N 31. Brunnenstr. 41« Im Hause des Frauenverelos der Bne-Brls Loge. U.O.B.B. Tel. D 4 Humboldt 7615 nicht Umherirren Der Hillsverein der Juden in Dcutrdiland auf der Sudic nadi Einwandcrungsmöglichkeitcn in Überfee ” . Auswanderung In der Generalversammlung de» llilf»vervin» «ler Jmlen in Z* Deutschland, die am 30. April im Berliner I.og«‘nhaiis »tattfaml. gab «ler Vorsitzcmk Max M. Warburg einen C!>orblick üln*r die allgemeine Tätigkeit des Hilfsvcrein» im Jahre 1035. E» sei infolge «ler Entwicklung, «lic «lic •Verhältnis-«* für die Juden in .den letzten Jahren g«‘tiomni«*ii haben. I luuptaufgalK* «Ic» Hilf»-' vcr.cins geworden, in «1er ganzen Welt Stätten ,ausfindig zu machen.- an denen'arbciLswilligc, aiLswamlcriingshcrcitc uml -fähige Juden eine Zukunft fimlcn können. Dabei vertritt «ler 1 lilfsvcrcin «len Standpunkt, «laß die Auswanderung nach «len meist ülH’rvölkcrtcii. jcijcnfall» nicht aufnahmefähigen im«l nicht anfuahmcwilligen europäischen, Ländern nur »eiten in Ausnahnieffdleu z» verantworten, dagegen «lic Auswanderung nach «len dünn ln*völhertcuüberseeischen I.fmdern, «lic /war schwierig, wenn mich nicht so hoffimugslos wie nach Europa ist, mit allen geeigneten Mitteln zu unterstützen sei. * Die Parteien und Gruppen «!«•■» deutschen Judentum* mußten in «ler Wamlerungsfrage eim’n einheitlichen Standpunkt ciniiehmcn. Man darf «Ii«? Arbeiten «l«*r jüiJis«*hcn W'nmkning»- politik. so sagte Herr Warburg. nicht als li!oß«*s l’mhcrirreii betrachten. Die Wattderung nach iuciitpa!u»tiiirii»i»ehrn bändern ist nicht nur wegen der beschränkten Aufnahmefähigkeit Paln»tiim» uotwemlig? sie ist auch ein Mittel zur Umgestaltung und Besserung «ler jüdischen Lage außerhalb Palästinas uml für «len Aufbau Palästinas indirekt von größter Bedeutung. Im einzelnen hat eine jüdisch«: Waudcrimgsptditik folgen«!«* Grumlsälzc zu beacht«*»!: In den üherseci-chen iJindeni muß «Be Zusammenballung «ler Kimvuudcrcr in den lla»ipt»tfnlten_vcrnik«|c»i’ und eine gleichmäßige Verteilung filier «las ganze Lainl a»»gcslr«*bt wenlen. Der llilfsvcmn legt «len größten Wert darauf, «laß sieh tlie Einwanderer von je «ler politischen Betätigung fern halten um! »ich auf «Be'Schaffung einer neuen Existenz konzentrieren. Die Auswaniknmg nach Palästina, «lic vom Palästina-Amt lielmit wird, uml «Be Auswamlerung na«*h PIhtscc, <lit*. «1er Hilfsvereiu leitet, müssen einander haruumUch ergänzen. W’etlcc für di«* Lösung der Watideruiigspolilik «1er Jmlen, noch für andere jfuBselic Fragen kann da* incclianixJi«* Fifty-Kifty- Prinzip eine Lösung bringen. Nur falls mau für «las Durchdenken und Mir Führung in «lk»cn schweren Fragen wirklich «*rslkhi.v*»g«\ durch Begabung uml (-harakter «[iialifizkrto Menschen finde». «dm«? Voreingenommenheit, «ihm* L’nlerscliictl «ler Part«*izrjg«*hürigk«*it*, können «Be vielen Prolilenn* richtig gelöst wer«!«*»».. Warburg ging hmIuiih auf «lic I. agc in Palästina ein. Keim* politisch« NYrhctzimg werde es auf «lic Dauer vcrhiiulcrn können, «lat» zwischen Arabern uml Juden, wenn amJi zuweilen * gestört durch Mißvcrsluiulniss«? ’nml Unruhen, lang-am ein«* Harmonie siiJi Iicraushildcu hifiss«: und wer«!«*. So empfind«* «b*r UilfsvcrciiT mit ganzem Her/«*» für dies«? au» d«*ni -Lehen «•in«** jeilen Juden nicht wcgziidenkcmlc Aufgabe. ■ Da aber Palästina nicht alle au»w ändernden Juden aufncluneu köum*, so sagte Herr Warburg im Verlaufe »eines Vorträge» weiter, mfißfcn aiieh d> Zionisten die große Bcdrutmig «Irr iiliersrcisrheai Wanderung anerkennen uml für diese Arbeit einer anf lange Siebt arlK-itcndeu jfnli.-dion Wan«l«:rnngsjHilitik Menschen uml Mittel liereiMcIlcu. Herr Warburg erörterte ferner Amt und Bedeiilnng «l«*r jetzigen Arbeit «les Hilfsvereiu1. wobei er «lk Mitteilung macht«*, daß aller W’abrsch«*inliehkeit nach in i n «I c s t «* n » eine ebenso g r o ß c A n 7. a h I v o ii A u s w a u «I e r e r u aus I) «• u t » e h- I a u «1 nach ri»«*T>cc au»gcwaml«Tt «st wie nach Pu- I fi » I! ii a. Genaue Stali»(ik«*n -»ml infolg«* «ler- Wrleiliuig «ler Answamlrrcr auf eine große Vnzahl von' Lamleru m»’h J»i«’ht •verfügbar. Unter «len kfmfligen \nfg«lM*n «les Jlilfsverein» hol» Max W arhurg »n»ln\Nondcrc «Ii«* Ei»!»emlnug von S a c h v e r » I .7 n - «ligen in die v«*rschic«kncn l.ihnicr hcrv«»r, «Be notwemBg M*i, um K i ii vv ii u «1 «• r ii n g s m «“» g ) i c h k e i t «* n misfimlig zu iiiuilicii. Zu. den Aufgaben «le» vergangenen Jahr«'» gelull te «*» aui’h, die wilden Au»ivan«lcriing»iirojekl«,.> für die ohne g«*iüigeii«lc \’oilH*reitimg Pr««pagaml?i getiiacht wunlc. zu iH'käiiipfeu. l)er Hilfsverein erwart«*!, daß «tu» Gehl. «Ins jcl/l von «len Juih‘u in «ler ganzen Welt in m> hochherziger Wei«e gesammelt wird, nicht einseitig Verwrmlimg fimlcn. sondern überall da, wo wirklich «laiwrmlc Arhril.»».1atien für die \n»wan«lcrcr gcfumleu wenlen können, angelegt wenlen vvinl. Wo •«*» nur irgciulvvie möglich ist, sollten «lic «U*e Hilfe «Ikucmlcti Gelder uYhl als Grwlirak gcimmmrovterden. »mtilern ' als \Hrs«*liuß. II» sollte. «Iahe.' auf 'geschäftlicher Cnitullagc ein lti»lrt«rl geschaffen werden, über da» u. a. «B«*sc \ or»«*liii»»«* geleitet wenlen. E» ist nötig, «laß eine khuv Trennung zwi»«Jirn «len-als reine W\i)dtätigk«*ilsiii»trrslülznng zu g«’lM*ndeu Gehlern gemmlit. winl, mul den glimmen, «lia auf gcsrhäftlicln*r Basi» gegclwn wenlen kfmm'ii. # Von dem Answamlrrcr erwartet - der Hilfsvereiu. «laß er »ich .im Auslaml a I» guter J u d «• hewAlirrn winl. Du* jü- «ILschcii Au»wan«len*r soll(.*u entweder «In, wo lH*reit» jfliliselm Gemeiiulen existieren, ihren vollen Beitrag zum jüdischen I/cben «Ii«*»«*» Landet lh?f«*rn, «»der w«» iuh'Ii keim* jüdischen Kinwamleri’r- »iml. die ersten Stützpunkte jüdischen Lelwns s«*liaffen. Der (kiuTidM'krctär «Ich Hilfsvereins, Dr. Mark> W'is«^!»- uitzer, ergäiizli*' «Be Ausführimgcii «Ich Vorsitzrmlcu Max. ,M. W'arhiirg, indem .er im einzelnen, auf «Be tägliche - Arbeit deo \ en*ins uml «B«* von ihm io Zukunft zu liefnlgenilc , Politik «•inging. Er imü*r»trich «Inbci die ’lYtsacbe. «laß «ler geeignete Zeitpunkt der Auswanderung von «l.*r Vorhrr«*itmig hierzu abhängig ist. B c ruf» ii in s e It i e h l u n g u-n «I S p r a «• h h e h ii - I ii n g seien widitig: In - die-ein Zusauuuciihimg erörterte er auch die Notwemligkeit ciues Fond» für V«irzcigcgcldcv uml «l ‘e Eroffmmg für Kreditmöglichkeiten für dm Eiuwamleper. «lic Entsendung v«m Sm liverstämligen 'zur I ntiTsnelnmg un«l_ riuToriifung' von Einwaiidemugsiiiöglielikeiien sowie AnssiiJilen umll infang «l«*r FaiiuBcuwamlerung. Er hob hervor, «laß in «len liTzlr» •drei Jahren 35U00 bis -KHIBtl Mcaseliru na« Ii M*iii«*r St luil/mig nach Übersee, ausgevvmulcrt mJci». Für I93(i s«‘i eine \ «Tstmknng «ler Auswamlerung schon durch ’ -- «IV imitier .tnrlir eiiiset/eiiilr Fuinilienwniidrriiug V4iraiisziiM*hcii. Für «lic Ffirilerung «ler Grup|H*mviuuleruiig »ei notwemBg, ihr«’ Gmmllagen ganz genau zu filH-r[»rrifen. uml in»- lus«»tulcre «Ii«- Frage «ler Schaffung eine» k«d«mismion»m*li(nlc* zu «*rurt«Tn. Am *2. Mai. so »«'bloß Dr. \Vi»«*hnilzri\ besteht der Hilfsvereiu 35 Jahr«*. Er Ist heute kein«* Organisation. s«»u«lem eine Bewegung. Dazu gehört, «laß er vxm «ler gau/«*ii Masse «ler Juden in Deutschland getrag«*ii vvinl. . ♦ Ini ersten \‘iertcljnhe 1936 »iuil ein»« hBeßlii Ii «ler FaluiBciiang«'hörigen 4 I G l'rrnoii«' » « ii s Österreich nach aiiß«?miropais«Jieu Lfmilerii. aiisgewaiulert. Von ihnen, gingen 53, iiacli Palästina. Die Erfopfdiung des Judenproblems Die. Aufgaben des Iteichsinflituts für Gefchichtc des neuen Dentfdiland * - •*. * \i Der ..Völkisch«: Beobachter” gibt im Auszug«* Ausführungen wie«lcr, di«* in» DeuLsclilamU«,mler am 29. April von Prof. Dr. Waller Frank. Oberst a. I). Nicolai und l)r. Wilhelm Grau über die Aufgaben «les HcirhsinsliliJt-s für (ksehuJile «l«*s neuen Deutschland gehalten wunlen. Dr. W ilhelm Chan sagte nach <k*m Bericht. «Ics Blattes über «Be heim BeMisinstitut l»«*grfimlet«: For-elmngsabteilnng zur Juden frage u. a. folgemle»: ..SiJt jeneu Tagen, da «las jfnüschc \’«»lk über «Ii;* ganze Welt hin zersprengt wonlen ist, »**it mehr «leim 21)00 Jahr«*n al»«>, gibt e» «las, "was wir Judenfrage nennen. Wir ver»l«*h«*ji «lanmtcr «Be mit Spaunuhgcu aller Art gela«l«*ne Begegnung «ler nielitjüdisch(*u Völker mit jenen cig«*nartigen. h«*imatlind staatenlosen Ifreimllingcn. di«*, oliwohi zerstrrut umherirmul, «loch «lern Blute und <l«*m (»eiste nach eine in sich gc**rbh»»»«,m* (»hippe geblieben sind. Dt:r Mut zum Erkennen «ler Jud«‘iifrug<* in «l«*r G«?»«Judile hat al>cr lange Zeit gefehlt. Und nh*ht mir «ler Milt, aiirlr «ler Wille. |.Man wfinsehle voraussetzungslose Wiss«*u»rhnft mul macht«*’ die gcsrhichtswidrigc \ora«issetzung, «laß es kein jüdisches Problem gäbe .1. . Die liberale Iz*uguung «les Jiidcnprohlem» Iml «las wbscnsirhaftliclic F«»r&ehungslH:mühen um «Be Gesrliielite «lerJiulenfrage auf» schwerste beeinträchtigt, sie hat »ich nm*h sogar nn der Frj’iheit «ler geseliichllijJien Erkenntnis vergangen. Daß.die Judenfrage auch im Kumpf «l«’» Tag«?« »t«*ht. ist für echte Wisscnscha'ft kein Grimd. Uiree Erfor^Jnmg au« «lern Weg zu gehen. Ganz im G«?g«:uteil. D«*m iialiomil>oziaIisli»i‘hni Lö»ungsvi?r»ui*h «ler Judenfrage kommt «BeseJh;? «?iiropaiseli«* iimJ universal«* WeUbnb’iitung zu. wie einst «ler g«*i»ligen Eiitselieulung zur Krhanzipation «l«*r Juden im liberalen Berlin •l,*s spät«*» 18. Jahjrhiiiulerts. Ni**ht» kann die W*«Jl di«**«* «miversab? («ültigk«:il der <Ic«l»«lieu Judeiujesclzgehmig m«*hr einsehen hJ»r«*n. al» «las gr-ehirhtBuhc Sihcn «les jüdisehen Problems. Wenn wir von der Wissenschaft b«?r ili«?s<?9 Politisch«*!k*kenntnis aus»pn*«li«*n. »«> deshalb, weil da» heutige politisch** Bekenntni** «l«*» «b*nts«*hen ’ \r«»lkes durch «Br G«*»chiclite selbst bestätigt um! Iiezeugl i»l. Wir haben uu» «lahcr kein geringeres Ziel gestc«*kt. «1» in MümJicu «Be größte e u r«> p fi i » r h e Bibliothek zum J u <1 e i| r o b l e rii zu begründen und wir wünschen, «lein deutschen y«dk und «I«?r Welt recht lmld mittcilcn zu k«>mi:*n. «laß diese führend!: kontinentale Faehbihüothek erriebtet ist. N«*I»cn dieser liildiothekarisehen Arbeit, «Be «ler Wissenschaft uml «km täglichen I.cIh-ii in gleicher Weise von Nutzen sein vvinl. »lebt die notwendig«: Aufgabe, all«» wichtige ari*hivali»elu: Material, »ei es in Staatso«lcr >Privatarchiven, zu registrier«*!!, wenn nötig, zu .sammeln. Wir rkhlm «labri unser lie-omlere» Augenmerk auf die bedeutsamen politisch«*!» Akt«.*n des 19. «iml -20. Jahrhundert», die «len] staatlichen Bebönkn. uml ihren Archiv«:« entzogen bzw. vorenthällcn wortlcu sind. Wir fragen «Iana«h. vvnim «las Hau» - t ' 3 Hot iiürli i Eil in «kr Läge i-l, seine ArrIiivlM*»lämh\ «Ik M*it uU?r III Jahren in fe»ty«*n«elilo»»Hii*ii Triilu*ii schlummerii, «kr Kors«lnmg zngiliigBch zu iiiuiln*n. Alb* großen Slaulcn und Mii«*hl«? Europas uml der WYlt hnhen nicht '»«»lange wie dien* jüdinihc Fiiimixinu<*ht «las Gelieitiini» ihrer Archiv«? g<*I»iit«*t. und «kn Völkern hat »«»Ich«? rechtzeitig« Öffnung der Archive bniiicr mich ztim Segen gerei«ht. I)k»c Bibliothek»- /uml Anhivurbcit wird v«>n einem Hcfe- ■ «'iit«‘iLHlab getragen. *l'*i» . ffilireinlo «l«*ul»cln*!*a«*hg**b’hrt«* hildcki werden. Die Heferate sin«! fachlich nufgetcRt in fnlgcmh* Jichielfh StuatHgc.schichte. Wirts«haft»ge»ehi«hie, R<‘«'hl»g«'»chkiiti*, Lilerntur- und Kun»tg«*scl»icl»t«*, Pliihrmphfegcseliiehlc. Ikligi«»ii»gc»eliiclitc ItasM'iikiiiide, Talninil; und r«*gioual in «lie-Gebkle: Osletirona lind _ Uußhiml, nnnnnisiht? Länder,!mgel»richsi»«*he 1 .Ander. Zu «Ikscr ninftiss«*iideii (»rüinllegimg «l«*r gesr)»khllkh«*i» Kor- M’lmngcn auf «lem Gebiet «ler Jinknfrage »läßt die- For»«*lnmg»- ahteihiuggleichzeitig eigen«: Forsi*hung»nnterm*himmgen ln?tcn, von «lenen wir «Be Erarbeitung. einer hi»tori»«*ln*n Statistik ül*:r die Jinicntaiifeii uml Mis«Iiclu*ii. \«»r allein in «kr EmaitzipaüonitcjmhIic ‘der «h*uL»«*hen G«*.sc)iiriiie. .Iicrvorhebcu wollen. Diew’h 'Iltrnm ist von grnmlkgemler Bedeutung für die «kiito-lie Volk»-, gcwhklue, für «li«* intern»timiiiU* Ueltgi«mHVvi»s«*n*«rhafl, wie für die Knssciikumle.*' 3' :f .i Buch-Vereinigung 4 gute Büchei tm Jahr, Viertel).-BeltiaC RNJ. Berlin W15, Pariser Straße 7 Mietet ein in die JQdische i

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