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Jüdische allgemeine Zeitung · 1936-04-29 · 18 (29.4.1936) · page 3

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Journal
Jüdische allgemeine Zeitung
Volume
16 (1936)
Issue
18 (29.4.1936)
Date
1936-04-29
Page
– (sequence 3)
Language
German
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…/4109741-2613419-2613437--743-2615620
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Es wird gemeldet: ■ In einigen badischen Städten — Mannheim, Heidelberg, Brachial mul fclmmvmlmgcn — werden, der „Frankfurter Zeitung" zufolge, zur Zeit Schulen für jüdische Kinder geschaffen. 56 jüdische Lehrer w urden auf'Grund der Bestimmungen der Nürnberger Gesetze in den Buhestand versetzt. ■ In der ..XS-Beamtenzeilung** erörtert Gerichtsassossor Mumm die Grenzen der Dienststrafgewalt gegenüber dem Privat-, leben der Beamten, hi dem Aufsatz heilst es, jeder Verkehr des Beamten mit Juden, auch mit den sogenannten „anstaudigeji'*, sei selbstverständlich unzulässig, wenn er nieht nur in geschäftlichen Dingen erfolge und dann mich auf das unumgänglich notwendige Maß beschränkt sei. * ■I L)er Preußische MmLslerprüsideul. hat l«e>tiiuiut. «laß- Materialien der pmißischen Staatsarchive zur G.<*- -s e li i c ht e' d e s Judentums im 19. und 20. Jahrhundert im Kinzelfall nur mit seiner Genehmigung zur Verfügung ge.-lellt werden dürfen und «laß .im Falle iler Genehmigung AkU'iiau.-züge tuul Darstellungen \or der Freigabe zum Druek einer Prüfung unterzogen werden sollen. 0 Nach 'einer Meldung au- London iialn-ti dir Saiuiu- 1 u n g e u d i* s ii n e i I for German Jewry bisher ein-'ii Betrag von iusge-auit 470 00(1 Pfuud in Fughuul crgclw,*n. : M. Im Gc-«:tzblatl «Ier polnischen Republik ist das Go-etz über die B e s «• h r Tm k ü n g der S e. h e rb i t n , das am I. Januar 1937 in Kraft tritt, veröffentlicht worden.- Die DurchfrihruugslK'stinnmiugen zu diesem Cesctz -ollen im August hcräii-- komnien. Inzwischen hesteheu Auzeit'lien dafür. daß schon jetzt gewisse Beschränkungen über, «len Verl rieb \oii Ko-ciierfleiM'h eiugefülnt werden. ■I Nach Meldungen «Ier [Miliiix-iwu Tagespreise ist die Anklageschrift gegen die Beschuldigten der Vorfälle* von Przytik den Angeklagten bereits ziigcstcllt worden. Angcklagt worden sind vierzelm Juden und tlreiundvirrzig NiYhljuden, \oti denen drei Juden und vierumldrvißig Nichtjuden sich in Untersuchungshaft In* finden. W’ahrsebeinlieh winl die llaupt- «erhümlhing im Herbst stattfiudeu. * ■I Die \or zwei Monaten infolge der uulijüdi-rhcn Ans schreitpngen. eingestellten Vorlesungen, au »Ier W ursch a ii e r Universität w urdeii vv i e «I e r a n f g e-n o m - inen. Zwischenfälle haben sich »labet nieht ereignet. m Das polnisch«* Städtchen K o s > a n »* r ii »l a k ist um eiucr großen F e u v r s I* r ii n s thcimgc.-nchl winden. \ ieli* hiiinlcrt Juileii sind olme OlMlaeh. Ilumlertlünf/.ig jüdi-ebe Kinder hedürfen dringender Hilfe.. s ■ Zwölf Mitglieder der illegalen Xarn-Parlei wurden, wie aus Wjir-rhau gemeldet wird, m Otwork v e r Ii a f I r t. Sie werden hc-ehnhligG »lie v«»r einigen Tagen gegen jüdi-rhe Ge- .-ebäfte und Häuser verübten B o in b «• n a n s c b I ä g e ansgeführt zu haben. Von unbekannten Tätern wurde in Gründen / auf ein jüdisches Geschäft. ein .RomlicumisvUlag verübt. Personen wurden dabei nicht verletzt, der Saehsehndeu jedoch i-t hcilciilcml. * - SRI Die Sladlgemetnde S a l«» u i k i gewahrte »Ir» j ii »1 i- >V h r u W »> h 1. f a b r t s o r g a ii i s a 1 i o n e u eine Subvention von B0II000 Draelimen zur Frfüllimg ihrer Mifgalu'ii. Augc-ichtder finanziellen Situation der Stadt ist »Ier Zuschuß in diesem Jahr gekürzt worden. Auch bei den nielitjüdi»» heil \N ulilfalirls- Organisationen fand eine Verminderung der Subvention stau. World Union tagt vom (0. bis 13. Juli in l.omlon I.oudoii. Dir nächste . Tagung «Ier \V e 1 I v *•re i u » g u n g fürdas r e H g i ö s - 1 i h e r a 1 e Juvleutum findet, wie jetzt Wkauntgegclx'ii winl. in der Zeit vom -10. bis 13. Juli in Lmnlon statt. Der erste Sit/.ungslau ist einer Frörteruug praktischer Probleme de* rt‘U*giÜH-ltlx'rnb'U Judentum* in «len verschieden <•»» Ländern gewidmet. Tür den darauffolgenden SoimalM*n«l ist ein Fc-tgolle-dirusl in »Ier West l/mdoii Syuagogne vorge-elien. Inri «lern Babbiner Dr. Felix l.evv aus (Jiieago «lie Predigt halten winl. \m Ahrml: Empfang und gesellige- /.»i-nimui’o-ciii. Am 12. Juli. ««»rmillngs 10.30 I hr. Iicgimil eine Bomnl*T.ihte* Konferenz in «Ier I.ilH'ralcu Svnagogc in «Ier St. Jolm- \V«*««d BihmI Vinter «1er l.vitmvg von Rabbiner Dr..J. Mnttnek. Babbiner Dr.' Max Dietiemann winl über «las Thema ..Freiheit lind Bindung im religiös-liberalen Judentum'* referieren.. Die Tagung fiiulct am Montag, «len 13. Juli, mit einer Sitzung «les Y.ir-tmulcs «ier W «»rl«l Inioi» in der W e-t l.imdon Svitagogue ihren Vh-chluß. Itcidisuusnclluiig jiidii*dicr KüiiftlcrcrßlFnct Die vom Sekretariat für bildende Kunst im U-'iih-v erhmid Jüdi-eher kuiliirhüitdr v eriiu-talteie \u—tellung von Wmken st haffeiuhu’ KfmTci »Milde am Sonntag in» berliner Jn«li-«’l» *M Mlls«'Uin eröffnet. Bai der prüffmmg begrüßt.' Dr. Alfred Kl * im Namen des t'.enieiiid/vo'-taiid- - mul «Ic-. .)«i«.)i Mu-cuin— vereine*" «lie geladenen Gii-t»-. Wie das Palä-linaw«'rk. -*♦» Hilirte er, ans. ditreh die gegenwärtigen r.r-*igni—-’ nah •rührt hntge-el/». wer«!«?, >«» gebe;mrh für .lie \rbeit in der Dia-|mrn ib-r Satz: I.ii seanre e-| coniiniie.’. S i.laun ergrifl der Prä-ii|«,i»t «les Bcieie*. »«•rbäiideder Jüdisch u Kidturbündc. Dr. Kurl Singer, das Wort. Fr wies zuiiäeli-t auf «lie Problematik (ü.li-eliei; Künstler-. Ium*« l*ei den Jiuleu in Dulsdilaud bin. Diese. \n—telluug' s<-J «'igentli«*li ei>t «‘in \ufau:<. S«e lege Zeugnis vt»n e»i».*r unvermuteten \ iclfähigkcii jüdi-< |> -n Könnens ab. Das Gcnmtbild /enge von «»iiier «•r-iaimlieh.n aUgeineinni Höbe dekünstlcli-cbeti Köinteus.( Den Bi'i'ieiit über di;* \u — Icllnng veröffentlielien v*ii: in «b*r Beibu:e. <’ - Kipnis ii ml Jofi-pli Sdimiill Wenn Alevaiuler K i |» n | s S«)iul»erl singt. -•» formr er iiiu iai.sdrneksmäL'ig gewilA fiiclii vom S|iräelili«'b-I'eklaiu il ni-< i: *n l:«’C: «las .siimiuliciic Kolorit allein reieht, um «las eigemüudi«i»e Ftluis «les Meisters li«*r;uif/.ulH;sehwöreu. Bei Verdi uini Miis-orgskv aber wirfr er alb* Mittel erliter Dramatik ins Spiel und greift damit über" «len Beginn des Nur-Gesauglielieii hinaus. Den etu/igarligeii Uijdel bi nie u wieder «lie nissiselicn \alk-- |ie«ler: alb' Musikalität «Ier SpruHvc. alle l rwüehsigkeil «Ier lliivibmik mul d«> M«b»s koii/eulriereii sieb zu eb'ineniaesiei Wirkung. Das hitigerisseue ’ Muljlorium lakh Klpuis niellt «»hm* /ahlr<*i<‘h •' Zugaben unler ilenen sieb kein Bei kW befindet! \b-.eiiied lU’liüieii. ' . * - . —• Auf dem -Pifdium «ier Pbilluiruioiii:' siebt J«ise|Ji Sebiui<ll . iiiul «las Frseb«'iii«-u ib'- w<*l(berütiui(eii OinlC' hat «bm _Grokv,n Saal zum v.vveit« n Mate zu füllen v<'riiitM-lit. Naelalein man stell au »l>»' 'ver-ebleieTte Mhttdlage gewobul bat, genieBl mau um so mehr die simldcnil«' und «lorli weielie Höbe, deren g!nnzi<dlc Spil/en.- töne immer neue Beifallsstürme herv<»rrufeu. Alb's au dieser Stimme ist l.eieliligkeit: Ansätze. Sebw«dltöne mul vor allem in«* für einen Teimr einzigartige K«doraliii'lei|inik. Diese Leiebligk ’il iM'stiinmt aueli die abgeriuulcl«*. v«m f-iu-tnn niusikali-tlieir Instinkt getragene l'hrn-i.willig mul «*rgil«| «len Gesmuieimb’nek eii.er s4vl\enen Bi-’gsiuukeii mul Schlankheit in Melotlieführmig mul loiieharakler.' In di«'s«‘u rein g«'sanglielien Bcr«‘irlirii wnrz«'lt «Be l.üiistleriselie Wirkung Joseph Selmudts' hier «eheint ihr«- Stärke mul auch, ihr«' (ireii'/e zu liegen. - Buse‘n*ler. Beifall erzwang Ziigahe üla-r Zugni»»', mal ruhte nicht, bis Srhmhlt s-j.ie " bekanntesten Toufiliuseliluger « eiuuial s«»gar lüit flh"i\nis gewaiuller S'th-llH'gb'ilung. Im iihrigvn licirenlr. wie aueli bei Kipni-. Leo *1 a ii b in a n n mit Bimiine <b*ii Klavierpart.' - fl. Frey bat». Ein Freund der Mufikcr I.mluig Karpatti 70 Jahre all Wie». Der weit filier 0»lcrrej«-|i biiuuius iH'kauute Miiniksehriftslelier l.iulwig Kaipalb konnte dieser l*age seinen 70.. G«‘- ijiirlstag iM'gehen. Karpatli slammt aus ma-ikaljs«-ber Fainilb'. ■Seine Mutter war einr S»hwrst«*r Karl (Hiblmarks. d«*» K«un- (Miui.steii der ..Königin mu Saba“. Der g«*lMireiu4 Ilmla|M'st<T hat sh-h frühzeitig in W'ien tieimiseli genuiebl. Naeb j«nirutdislis«‘lieii Anfängen wurile er Geiger in einem New A’orker Operr||eiitlu*al«:r und InTei-le ilunn als Sänger mit «Ier National Op-ru (ämipauy Hdange «lie \'ereinigten Slaalen. bis ein Keliikupflridr» j|iu zum Journalismus ziirüek/ührle. AIh Kritiker wurde er «Ier verlraul:* Freund mal Bn1g<J>er v«m Künstlern wi«r Ibins Biebter, «N-ss«,n Briefweebs«'! mit Bicliard Wagner er berausgab. von Gustav Mab Ier. Artur Nikisidi, Mottl und Bieliar«! .StraiiB, der ilim einra seiner Bülincnwerk«* zttgeeignc-l bat. Sein M<*moire»werk 7.|h— gegnmig in/t dein GeiiitL-«** gibt iiileressanle .\iifs« lilfisM‘ ü|kt Hei» vielfältige* Wirken. Iiii Jahr«* 1923 wurde «t ziiiii umsikälisebeM Konsulenten «len l ulerrii-hlsiuiiiisteriuius «'riianul. eine Stellung, in «brr Karpatli aueli von «lenen späteren Ia*ilern «len Ministerium*, dem «lie Bumles||ienterverwaltimg unler-lelll ist, bestätigt wurde. Aus den Gemeinden 'Brr-Iati.' Dns Jiidisehr l.ehrlia-us in Breslau war im SViinenouiiesler in «len Shnmlrri DktolK'r bin Dezember 1933 in neun Kiirx-u von 34B Hörern, in «l-*ii Moimtrn Dauuar bis'März 193b in .*<a l»s Kursen von 42.3 Hörern, im Zwischcmemrsirr .März 193b in fünf Kurse» von 171 Hörern besmlit. Das amüsaiite mal melodiöse Lustspiel ,.Meine S e Ii w c s 1 «• r und i«'b", «las der Kulturbund Hamburg zur getmig«'iieu Aufführung braihle. bewie-i hier von »jenem seine Zugkraft. Gar! Ih'inz Jaffe als sc)ifiebt«rruer. verliebter Bibliothekar und im zweiten Akt als verweg«*ner IJchhaJicr l«»t chic a»sgez«'iehnct«l Lei«litng. " Der nüchterne l.rhejisphihisopli und nebeiilK*i lubalar eines Schuhgeschäftes Fihisct kuunte mit net ne r wirkimgsvolle» Komik «’inru groBeii Publikmii-s.'rfolg «'rzieb'ii. Die ka|irizi«>s«‘. sprfdaaui«: frnii*«*si;«-he Pnuzns«in «Ier LieNebitte Golni Mlosen;. «lie etwas derbi're- Aerkünferin Thiitli IJersslik^ spielte» und saugen sieh mit Munterkeit uial Temperament in einen hcr/licli«?» Beifall de- Publikums hinein. - H. Ti. . München. Die S<*1iüler/iihi «Ier jüdischen \ olknschul" in Mürielien i. l o stark :a.igewaeb>a'ii, d.aLl di.- bi-herigen Bätiiu-* im Sclnilbaiis «Ier Israelitischen Kilitii-g'.’iiM'in.Ie niclit nwbr ausreielien. \uf Grund einer VereinlianiHg zwischen der Stadt lind der Kultnsgemeiiule _\Iümben siiul im studllsehen SchnlliaiiH an «Irr Gabelsbrrgerslrnkl«' der jüdischen VolkMcbuh: ljitcrriebtaräiiiue wtr Verfügung’ ge-.talh wainl.ai. in denen «lie vier Olierkla-M'i» 'Z. bis ff. Sebuljabr) unterrirfitet weialni. Nur für jiidifehe Gäfte Rein j2«li-ehe l.ukale als Vusuahmen v«m «Irr Sperrverortlmuig für Nnikonzesstmien Köln. Das Kölner Städtvcrv.allmigsgericlit iiatte sieh, wie der .,W eaulenlsene Beobachter*; von» 22. April berichtet, in seiner letzten Sitzung u. a. mit «1er Frage zu be*«hf»fligeu. ob für rein jüdische Lokale die bekannte ^p-'iac iiir Fi*(«'ilmig »an Ncukon/.essiom*u Gültigkeit habe oder nirbl. '..Bekanntlich"*, heilst es in .dem Beriebl. ..iiatt.* «las. Stailiveiualtmigsgericbl schon vor einiger Zeit einmal diese Frage, behandelt mul «las Bedürfnis für ein jüdisi'lies Lokal anerkannt. W ie wir seinerzeit in diesen» Zusammenhang erwähnten, leben in " Köln rund- 16(101) Juden, für* «lie es mir wenige reiu jüdische Lokale gibt. . Durch «lie . Nürnberger Gesetzgebung wurde «len Juden «Ier Schlitz einer Mhulcrlieit iuuerbaili «les Deutschen lleirhes zuerkaunt. Als solche Minderheit haben sie in ihrem Gasllaude natürlich auch «las Beeilt, -ich iu bestimmtengek«'iinz.eielin. i.*u Lokalen mit ihren Bassegeiiussen zu treffen — >«> urteilte «las Stadtverwaltmigsgerirbt. Iveikaunte «laber «len Antrag «les Leo Silberliijelt auf Fül»ruug einer uulicscimuikleii SciuuvUwirlseluvfl. «11c nur für jüdische Gäat«' lK.*stimmt.sein soll, im Ihm.-«* Gloekengasse 2 an. obgleich cs sieli um eine N c ii k o n z e s .> i <» n hau-' «leite. Als Bedingung verlangte «las Gericht, «laß*n u r j ü «I i s <* h «- Gäste dort verkehren «lürfen, und «laß «las-Lokal nacii außen hin durch eine deutlich lesbare Aufschrift als rein jüiii-eli kenntlich gemacht werde. Bei dem llait-e Glockrug«’.— 2 handeli es sieh um einen Neubau, in «lern »ach «len P’.fmr» «’tn sehr schönes Lokal eingerichtet werden soll, da.« .übrigens aueli gegenüber «Ier ulten Synagoge liegt, also i nt M it t c 1 p n n k t «les y"i d i s <• b e ii Ligen leb ens und so. tiaeli Au-ieitl «h*s Gerielits. unbedingt eine FxistriJ/.hrrrchtigung habe. Unter «len gleichen Bedingungen — rein jfulisrii und nach' außen hin deutlich gekennzeichnet — genehmigte da- J>ta*llverwallmigsgerhhl weiter für den Antrag der Frau Lblnr 1 birwitz auf Ausschank von alkoholfreien Getränken auf-der er-tni Flage des Ifaiises llobcn-taiifeiiring 42 die AiiMUtiimc \<m d«*r Sji.jitverorilmmg. Die .jüdische Antragstellerin betreibt hier seit" zwei Jahren ein Spoisehaus.' in «lein si<; mittags (binb-ehniulieli 5(1 bis 60 Kssen ' au ihre jüdis«*hcn Gäste au-aibt. Dabei h Ute sie schon immer Kaffee und Tee gereicht, «»hm* allerdings eine K«>hzes»i«m hierfür bi suitragt zu haben, was sie vor Gericht nunmehr durch Unwi.-senheifentschuMigle. Da auch dirsc- S(>cischaus hr uuniittelbaivr Nähe 'einer jüdischen K'ult-tälte am Königsplatz liegt, war tiaeli An-i<iit «les Gerichts ein örtliehc- Bedürfnis nieht von «1er Ihmil zu weis«'u. Zn hehlen Ansnahim'- geneltmignngcn ist noch die'Zustimmung, des Hcgiermigspräsidenhm erforderlich. Ein dritter Antrag auf Führung «'iner imbe-ehräukten Sehankwirtseliaft. he-«'bränkt auf jüdische Gäste, «len Karl Gutnuum stellte, wurde «lagegen a h g e I c h n tv Der Antrag war für «las Ijokal im Hause!• »iescustraße 26/28 gestellt worden, für «las bereits zum soumlsov iellcti Male Anträge auf Finricbümg v'iner gewolmlielicn Sebankviirl.-elmfl vom Slailtvervvalumgsgerirlit ab- Icbneud bcseiuetlcn wonlen waren, naelidcni das iietrcffende laikal. früher ü!h*I hel**iun«lel. unter «lern Namen ..Zum Maneu Affen", seinerzeit polizeilich' gesrhlo--eu w«*r«len mußte. W'cim aueli «las Bedürfnis für jüdische Lokale in Köln anerkannt werden müsse, so sei es «loch Aufgalic «Ier Stadtverwaltung, iu diesem Babmcn M t ß l> r ä ii e b e ii vor/ u h «• u g e n. Fs ginge nicht an, «laß etwa in einen schlechten Betrieb, der nicht mein* liefenunmehr <*in Jude als Pächter gesetzt wenle. um so «lo« h lux'h ein Geschäft machen zu könii’-'H. Melnichr dürften. -«» lictonte der . Vorsitzende Hechtsamvait Decker, nur ge«lieg«'iie mul nach ihren Lag«- für jüdischen Betlarf in Frage kommcmlc f.okal«‘ die Vorteile einer Ausnehmung von <b*r Spcrrvcronlnung gi*nieß«'H. Nur so könne verhütet wenlcn, daß jetzt vicll«‘i«'ht jüdi-ehe Lakahr wie Pilze aus «Ier Erde schössen. Das Lokal in «h*r Frie<*nstraße entspreche im übrigen nieht den uotwenvligeu Ansprüchen, wie c4 aueli nicht in einer von Juden Iievor/ugten Gegnnl gelegen sei." Gefängnis wegen Einzelaktionen gegen Juden Frankfurt a. M. Vor dem Schöffengericht G i e ß <■ n hatten sich, wie «Be ..Frankfurter Zeitung’* berichtet, xx'hs jüngere Männer weg«'!« Finzelaktiouvu gegeg Juden zu wraulw«irtcn. die sic im vorigen Jahre, in «l«*r Nfu-hl v«mi 15. zmu 16. S«'pt.*:ub.'r. als<i wenige Sin nilen nach Erlaß «l e r. N ü r «i 1* e r g e r Gesetze, in Nie«ler-Ohnicn im-Krei-e Alsfeld begangen halten. Sic* hatten vorher gezei-Jil mul waren «lann’auf «len \'o»vtiihn: «les einen von ihnen daran .gegangen, jüdischen Kmw.»h.;*r«i «lie Fenster citizmv«*rfeii und «Ii«* Sy nag «»ge au-zmätmi'cn. Tntsäelilieh wunlen hei mehreren jüdischen Einwolui'rn Fen.-Urschc*il>cn eingrworfen. uml Türen lit'sfhädigt. in drr Synagoge wurden Eiuriehlung-gegenstan»le zerstört und znm Fen-lrr hinausgeworfen: .«Üe jüdische Beligiansgcmein«!«.* schätzte «len veriireachteu Schaden auf 5000 Reichsmark. Vor Gericht Imtm'I sh'h d«*r I Inuptaug« klagt«' «larauf. daß »*r in «ier fraglichen Nacht siunh»* betrmikcn gewesen -ei. D r Staats« auwalt erklärte. «•- habe «Ier strikte Befehl «I *«• Führers und Reichskanzler* voruch'gi'U. »laß Fiu/elakliMnen gegen Jude» zu unterhlcTru hätten, mul verlangte eim* empfindliche Strafe. Da- Gericht l»♦.•rueksieht^gtl* hei allen Anu«‘klagt**n ihre rruuk 'nheit. als strafmildernd mul verurteilte sie unter Anrechnung «'in» l«*ile.- «ler Sehulzhaft zu «frei NVoeiu'tt bis zu zwei M;uial:*ii Gefängnis. Ein Jahr Gefängnis für einen ErprelTer-Brief Hannover. \ or d«*m Si'lnöfiengerielit batte si«*b ein Aug *kbi;:l ’i wegen versuchter Erpres-uug zu vcra»»lworld».!.•• halle ehi**m jfwli-chen F.inw«vimer «*invn Bri«*f ge-ciu-.elien. in dem «*r postlageriul die rinTsi'nilmig eines größeren Geltlb.'trage- )•»!»! 'i'le. wenn er nieht «lie von «len» Juden augeblhn im Jahre 1922 hegangeiieti B q s-»• >«• Ii a ii «I n n g « n «It'ii B«'i»ör«lcn zur Kem.t-iihriiiucii •■«dir. Der Empfänger «I«*s Brief«'* hall.* «las G-hl je«l >« i» nieht abge.-anrlt. s«»n«leni «lie Angelegenheit «Ier Polizei übergeh •»». «Ite «lie llauptj««»sl filr/vwneben ließ. Ivgelang nae«i v».*iiig*:i* Tagen, «len Hnrfs«'lm'»b«n* fe-lzimehmem Kr balle sciiMi» Neffen au den Seballer gesehirkt. ihunil er nach «lern Bri-f fracen s«d!e. Da si« h v«»r Girrieht je«loeh ergab, «laß «Ier Nr ff«* in die Ang«'leg«'u heit nicht «'ingeweiht war. wur«l" er freig«'-pro«h-nwährend der Onkel w«'gen v«TsUelncr Er[ire-^mig zu einem Jahr Gefängnis v«*rnttcilt vvnnlc. . Sadi-verltändigcnkommifVion gellt nach Ecuador London, (m Einvernehmen mit rnaßgt'lM'iulen Kreisen «li-r englischen Judcuheit hat sh'h vor «dnigeti ‘Fageii ein;' Sa«-hverstän«ligeukommis-iou nach Krnad.nr hegelK'». um an Ort und Stelle «lie Mög|h‘hki*iten und Aussichten «Ier Einwamlerimg. «Ier i u d ii s t r i e 1 I «• n ii n d I a ii «1 w i r I - e h a f.1 1 i «’li«‘ n A ii s i c «I- 1 u n g zu prüfen. Die K«unmis-ion besteht aus «len Ilrrr'n G. Ih*nri«pa*s und A. Gnlodrtz. Herr H«'iiri<pies ist Mitglied de* Board of Depulies of British Jew* und Vizepräsident iI:*h Jüdiscli'iL Natimialfomls in Knghmd. I> 5-t ei» bei|iiilen«ler Fachmann in Fragen der lanilwirtsehartlielu'u Kolonisation, stand etwa zwanzig Jahre lang als Zivilingenieur im Dienst«' «Ier britischen \ erw illiuig in Indien und M«'sopntamh'n und war später für «lie Zh»ui*ti-«-lv' Kx«'«'Utive in Palästina tätig, Herr Gnlodrtz. der auf «Ier I niver-ität Gambriilg«' Nalh>naI«»kon«nnii* stiulii'rle. i-t ebenfalls al- Fa«-Imiaun iu Kobmisathm-frageu liekuuut. Die Del«'gati«ni beah-ielitigt. sieh zw«-i hi- «Irei \lonali' in Fenadoi* atif/uhaHeu. Die Auswanderung nadi PaläAina und nadi Lfberfee ' D«*r Ililfsverein «Ier Juden in Dcut-«'lilan«l teilt «Ier Jfiilisehrn T«*l«'graph«:n-Agt'ntwr mit: ..Die v«»m United .Pjilestine Appeal;mgegidicnen mnl in «Irr ITA Nr. 164-veröffentlichten Zalih'ii üImt «las V e rli ä 11 n i s «Ier j ü «I i h e Ii e n A u - w a n «I e r ii n g n u s D e u t s e h l;« u «1 nach Palästina zu d«*r nach «uwlereu ü I»c rsc «• 5 s «• h «* n Ländern lx*dürfen nn«'h iinserrn Knnitllungen «*in«*r gewiss«*n Klnrstrllting. Da sh*h «Ii«* ülK*rs<'«(iseh«' Auswanderung «Ienü<e1icr Juden auf mehr als vierzig Lämler verteilt uml sieh in den mannigfachsten Formen voilzh'hl. ist es unseres Erachtens nicht möglich, schon jetzt geiiatar Zahlen über ihren Umfang vorzulegcn. wodun-h amii «len Inter«:ss«*ii «Ier Allgemeinheit kaum genützt wurdet «lo«*h hat «ler llilfsvcmu je«lrn Grund zur Annahme. «laß «lic~ Aiiswandei*nng. iituh TIhtsc«* Ins KjjiIc 1935 böchstens um ein Gering«*» H:hv*’ä«*h«rr gewesen will kann als- «lie Aixswan«Irrmig nach Palä-tina. d. h. «laß nieJit 30<'(, «Ier jfnliscben Auswamlerer au* Deutschland, di«' ülM'rhaupf iia«'li Clverscc gingen, naeb amlercn lündern als Palästina gelangten, somlern wahrs«heinlieh 50"V,, «l»er niiiuh'-teus etwa 45,r«i. Daß aber iu «len letzten «lreh'iulmlh M«vnat«*n «in«’ ganz auß«*r«>r«h'ntl»«’b stark«: Atiswamlening na«'h «lern iii«'!itpalri-tin<*nuiM'heii ül»er-reisehrn Ausland «tattgefunden hat. «lürft«' nii'ht zu Iwstreiten 'sein, M» «laß ‘nach Ansieht «les llilfsven'ins‘ins"i*-anit «Ii«' Aii-waml 'ning nach «bm übrigen ü1x*rsceis<'hen F.än«lern vit 19.33 nicht sein» »eher. -on<lcm «• h e r stärker gewesen -«'in «lürft«*. als «I i «• nach P a I ä s t i n a.iJ Genieindrahcn«! «Irr Liheralrn Synagoge A^'estrntl f)h* LilnTaJe Synagoge \Vc»t»yid hatte gemeinsam. mit «I«*r Rezirk?gmpjK* Uharluttrnburg-WVst tb*- Lib«*rale»l A’ereins für «lie Angelegenheiten «Ier Jü«Hs<’h«*ti Gemeimh* zu Berlin am vergangenen Ft»winl»cn<l einen Gem<*ind«ra!;end vcran-taltet. Tlurr «l»r stark besiiebte Veranstaltung, in «Irren Mittelpunkt eine’ fr.ssrln«lr An.-pra«'be von Rabbiner Dr. Manfre«! Sw arserisky über «len ju«lis«']ren Meiif«'hen in heutiger Zrit -tan«l. l/cricliten wir In »■rer näehnten Ausgabe. A/D

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