Jüdische allgemeine Zeitung
- Journal
- Jüdische allgemeine Zeitung
- Volume
- 16 (1936)
- Issue
- 17 (22.4.1936)
- Date
- 1936-04-22
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Hebräifch —fo und j'o HehräiM-hlciiicu i-t eine Sache, de-* Fleißc*. Ilchräiiehlchrcu scheint Glücks^-ach« zu M-iit. Im Sinuc de> Grillpar/.cr-Epi;:ramius: ..Ein jeder .FatM* hat -einen zueilen 'Dil1*.hatDr. E. Ilir^chf f 1 il x iiititi \a ilf.'nli ii ...\ ii Ii e I> r ii I s c Ii - a I t I' « k;i n n t. Einführung in daheutige I IchnuM-h unter Anknüpfung.;ui allgemein bekannt« Diuye" ein* Fortsetzung folgen law» 'Joachim (.^Idstein Verlag. Herliii . Im Au-chluß an tuwre Besprechung des ersten Teils, die I lir-< Ilfelds Melhod« unter dem Titel ..Wa-. ."hat Ann» mit Niuhebväi-eh /u tnnV" krihM-Ii gloi-ieri hall-, hal sieh Dr. I lirM-lifiM in \\ .iliriiu» berechtigter In lereren /tun 'Anv.all .-eines Sv>l«ni- ^< uiaili! und e> In .einer Ziwlirift an den l iilcrzcichnelen \ciieidigl. in der c* unter anderem heißt: ..Wenn mau Ihren Artikel lie.-t. -o erhält man unwillkürlich den. Eindruck, daß liier ein Stümper, der «heu <*r*l uutdüi fli'Z I Ichräisch gcler/il hal * ,-if-li in stümperhafter Wei-e betätigt Iial. \aeli den von Ihnen gebrachten Beispielen muß der I^>er annehmen, daß iiirin Itiiil) nur auf Mnemotechnik Im-ihIi;. Meine- Methode besteht jedoch ui«;Iii in mnemoleehnischcr Anknüpfung, hindern in der Anknüpft»!1,! überhaupt. Diese. Anknüpfung geschieht in eist er Reihe auf wi-sciiVhaftlichrio Wege und mir wo nichtander» geht, auf mncmoicchuwhc Arl. Hie lassen z. B. unerwähnt, daß sprachliche Abteilungen, wie y.. H. ..Kies". ..Moos*'. ..Selliiiii'rr stehen** herangezogen sind. leb glaube alter, daß ein wc>rnl üeJi;-> Verdienst in eines Büches darin erblickt «erden muß. daß alle diese Begriffe, wejehe aus ilein Hebräischen Mammen, und deren Altslamimutg dem Laien mir itielii mehr bewußt ist. aufgedeckt lind -zusammengestellt .sind." . Der jetzt erschienene zweite Teil. de"r neben Vokabeln und Übungen aueli grammatische 1^-ktioiH'ii bringt." i-l leider nicht daiiaeli ungetan, früher an dicer Stelle gemachte Einwendungen zu eulkräften. Wenn der Verfasser glaubt, es seinem Ileliräi^li- Schülcr niil der Anknüpfung, sei es an Worte und Begriffe aus dem Bereich dcü synagogalcn <»der weltlichen f febräiscJi. des D**utwhen inlrr <Irs Jargons, leicht zu marheiiw> i^t er in Wnem iK-daurrlielicn Irrtum liefau^eu. \'ou der IVimitiviiät der hädajin^i.selieu Kiustellun^ ^ar uirlit zu reden. Iiier ein paar ttei>|iiele. ...Sonnner lieißt kajiz. Winter Ii.-iiAi elmref. AN Smmneraufi ntluilt können die Städte Kadi/, und Skalitz. zur Wald »eslellt wertle», Während für den Winter "der H**r» I lon'l». der r-ieli elio'rew wlirriltt, empfohlen wird." ■ \V:ih geschieht nun. wenn mau. Colt hihüte. die .lahn-s- ' zeiteu veruech-eltV <KIer'»ar. wenn man andere Sonmieridrm:- hat? ..Il:i1nt lirißl lanr^ol i'Wii)>i-i in.'in .-in T:irin>fMii nilrr nn riiii-n ^i'lanilcn C:ml ili-tik-4'11 ma^).'' Prcisfrajir: Halirn Sir si-lmn einmal au rinrn üi-lanitcu Onul grilnilil» . ,.l.i|i|ii' liriUl -sifa i'ninn ilrnkr - vii-llrirlii an Sufa: ilrmi <lio -Uppen Millen ja aueli urieli seinV; Wenn <ler Verfa^^ee etwas län»er na<-Ii»e»rülH'll liälle. halle er vielleirhl noeli alliiere W'eiellleile lierilnilen, ..Nalie liL-ißl kaniuf/.n ini^rkeii an ilein nahe lici R^-rlin. nümlirh hinter l'anko\iliegenden Orl Karow. Iiei ilem wir uns zu diesem Zweek ilns Selilnß-w juil-iesproeheu «lenken)." Mir In» offenp-stamlen. als irli «las las. «Irr Oeilankc an . Cimiws Laeliliültne wsenllieli iiäli«'r. „Haar ist ssear. Zu merken an «Irin Ciliir^e Seir. «las «lein lielianrti'ii Kshh zufiel." Der verelirleSiliüler winl!;elie|« n. vor Reüiini «ler hrlirüiürlirn Slunile ^inen. Kursus in liililiseher ne.seliielite 711 absolvieren. Miferu sieli ilmi nielit vorher «lie Haar«* aesträuht Italien. Zwei khi2e. erfahmte j'üiliselie T.eltn r wie l\r. A Ii r a h a in und Tr II. I.«'vv hallen j<-(zl eine z«-it?:«-iuäl.M* Uuiarbrituii£ ihres ..Seluiat«' Ze«leku v«»r»enoiniuen uu«! sie als uietluHlisf-he Kinrrilirun-r in ilas Ileliräisehe unter «lern Titel ..Tau roh weehnjim Ij-ltre 11111I I>«-Iien) im \rerla;.' M. Wirlirrarr null Co.. Frankfurt a. M.. heraus-letielien. In «ler Kinh'iluns 1h'I«iui'u «Iii- Ih'rausiieher.^laß si,. «letti'ti nteht ■/.ustinunenT;«"mne,n. «lie v«'rkünilen. «laß lliliräisill ..s|ueli'"<l" «Irr ..im I lamlumilrelien" «ehlut nnil »•lernt werden könne. Sie sind vielmihr «ler Meinung, «laß ohne ernsle und;;rüni)li>'he Arhril ki-in wirklirhcr hli-iliender Krfol« zustande konune. Oi'nieeiuäß sind sie in «ler Anorflnun^ «les Stoffi's 11111]" «hm nielhodisihi n Aulliau mit Krtol«; Ix-inülil. «-in solides Finiilauieul zu lesen, auf dein der l>hrrr siiher weiterhauen kaiin. «iline «leu Srhfiler zu erniuilen. Mit den «'inziduen Spreeh- und Leserihuu^en in Tonn von Fräsen, kleinen F.rzfihluunrn. r.ilielstüeken. Ilfllsi-lu siii.l aueji niuuL'en in «Inheliräisehen Sehrifl vrrhuntlrn. \ns «lein LTiiniUntzliehen Vorwtirl mösrn hier nnrh ein paar Sätze T*lalz rinden. «Ii«' alls«'meine Brnrliluni; vi'nlienen: ..Per mit Dedaehl sewählle Titel will sa«ru: Wir erk'-niieu an uikI liallen .lafür. daß «lie hehräisehe Sprach«- nuiiinehr im' ninhlirk auf Frez Tsrai-l und «Iii- Zrituiuslämlc «-ine «IoptH'li«' Auf- ' salir und Tteileutiinu hat: ein«' r e 1 i «: i «"1 s «• und ein«' p r a k - t i s <• Ii e.- Die Silmle muß «li m Z«-il=«'ist lle. liiiuii" Irai-i n und nliht mehr mir die Spr.uhe der Hihel und d.'s Ciilli-silieusli-s. auch niehl nur «Ii«' mmliTiie TTin»ail2sspraehe. sondern aueli «lie 7»is«hen liihel und Ni'iizeit lii ««n«Ie helirSisih«' Literatur liM-niksiehlisen und «lein Sehilhr ili-n Eiuüail'j in all «Iiis- OlneH- •■rniöslii'lii'n. AVir wnllrn also in unsiTein I.'nlirriihlttweike versiiehen. «lie Sehüler unter Mirsiehliser. auf piidasosiseheu Cnuidsälzen lieruheuiler I.eiliins «le- I.ihn-rs zu hrfrihimn. «las llrnrüis«-li.- im Herrirh «Iis Helisiö.rn. insliesondere «les Kuhns, zu «rfassen. wie auih als Spraihi- «Iis niiHlirliin Sihrifltuui-. sowie «h's Alltags und dermsanszu versteh.n uuil zu hraiuln-n. Wir widhn «hin Schüler sih rill weise durch ihn Sehulunterriiht «l.n Zusan« zu «hui jüdisrhen Kultursul im' sauzi-n zu vrr.sihaffeu siiilicn. Die so ofl m< iii;ii1i|«- 1111/iilr. fn-n.l.- l'uteiM'lieidims zwi-i'lien ..Alt-" und ..NeulHluTiisi'h" lurl si'llist die zwischen jüdischem rtrlisiuüsnn.l hchräisclicm Sprach- Unti ri iilit kann 11. E. in nnsemi Sihnli n ki iue llulle spieh-n." * Aus der Praxis hihrrusi'her Alirudkurse Inn Iii-. Abraham Rand eine Ih ihe von Ccsprächi n und Sprri'liüliiin«eii zusammengefaßt. ' «Ii«* als zusätzlicher riiuuussloff liehen ' «.'utcri-icht und Ix-hrhueh sicherlich manchem willkommen >,.iu wenlen. Die/ ..Neu Ii e h _r ä i sehen G c s p r ü c Ii «• heliaudelu in leU'iuli-irr kuapprr Dialosform Om»r «les allläslichni Indiens. rnlerha!lun.!:eu zwischen .allen und neuen Einwanderern in Tel-Awiw. sie umkreisen Kcstailrantlclicn im«! Erholung. \\"«ihmuu:. Haus. Familie 11. a. Eine Reihe sehrätichlielicr Hctlensarten ist aimefüsl- Di«' Ileliutzttn«: wird .<lur«-h ein \\orlrrverzcichiiis erl«*i«'hlerl. Das Tlürliclelien ist im -Verlan Kiilctu. Iii-rlin-(~lui 1 («■)t«nl>n 1 ■«. «i- .srhienen. E. Ta. Aus der Werkftatt eines Malers Leopold Horovitz, ein Maler der Franz Jofephs-Zeit — Erinnerungen feines Sohnes Dem icu sl'idit Zeit viel geleierten jüdischen Porträtmaler Leopold lloruvilz, dvj im Jütirc 1917 hi Wien starb, sind Erinnerungen seines Solines, dt*s Malers und Cirüpliikers Armin Horovitz, gewidmet, di« diu „Neue Frt-ie l'r-s>i;" vcrülttritliclit. Kin Gemälde «Der neunt* Aw"hal Jen Huf des .tlulcr» Li-upuld Hurovitz begründet, der später nach seiner Cbcrsifdlnri^ »uch Wien in Kaiser Franz Joseph einen eifrij;;it Gönner gefunden hat. -\elituudneim/!rr Jahre alt wäre I^'opold Horovitz jetzt, wenn er uoeli lehle: er >larli l')17 und mau tiegruh mit ihm \i»de iii(en>saiile ]'!riiuierun^«'ii au die vornehme (J.-sellselrafl <*iues lialhen .lulnliuuih-rts. Sein ^nn7.es nrl)eilsn'ieln:^ Ivt'lH'n lan^ f:*'ilt dem Meister Horovitz. der berühmte fraiizÖHi.scI]e;Kfii]stU'iau>spruiIi als Leitsatz: .,l)ie Zeicluumg .ist die Hedlieh^eit in der Malerei." Ijjic liarmoai-iehc Natur, ein Manu \on ruhi;iem. seldiditcm Vi ^hen. in >einein I'amilieukreise we»en seiner Iler/.eiL>^üt<! aufs inni^le verehrt. äul>erte er sein >e.eliMrhes (Jleiclijfeuichl auch in den Hildulfen: .sie muA Iiis in tlie letzte Kinzelheil duiclulaelit. vollendet und ^le'u-lisam licruhigt. sie strömen S*"v|eiifr»ed;-n au>. Ein Roman um ein Bild Ooeh war ein meisterlielies Hildnis der Kriihzi*it da.seiner Trau, die <Kcsen Seelenfrieden nicht leichtgefunden halt;*. Hin?-eli\vercs. au Kämpfen und Iienitselier^ Selhslaiifopferuug rejehv". Ixl>cii la<: hinter der l'ü r.st i u Sa pieha. als Horovitz. im Auftrage ihres S<diiu*s ihr l'orlrüt malle. Sic lehle damals wie eine Nonne, und >ie wollte ilir Itilduis niehl sehend.'iin die. irdiseheu Zü^t? abkonterfeien zu lassen, ersehien ihr als eine allzu wcltlieli:* Kitelkeit; nur auf tiie Bitten ihres Sohnes hatte sie einji^willij:!. dem Maler zu sitzen. Der Künstler erfaßte die.se von SeL'lenleid dun-li^ristigten Zfijie und errang mit dem Hildnis einen aulAerordeutlielien Krfol*z; im Weltkriege wurde es, um es in sieher:- I litt zu hrin^eii. i ti <l e r T e s t" n u *; V r ze m y s I -a ti f - h e w a h r t. fiel den Hu^eu in die 11finde und war schon abgestempelt, um naeji HulAland -.'ebraeht zu. werd.-u. als dies zuletzt noch verhindert wurde. Sic „malt" und er malt Immer gewissenhafter in der '/eiehnung wurde Iloruvitz. I latte er nach der Pariser Zeit di.- innige Breite «ler Malvivi geliebt, Mi» gelaugte er mm /.um festen plastisch wirkenden DurehiiKHlelliercii des Kopfes und der Hände. Kr brauchte deshalb auch viele Sitzungen; zehn, zu öl f. manchmal zwanzig! (iern erzählte rr eine Anekdote, die darttil. wie die (»esinnuug eines idealen Ilildnismodcll-: licsi-baffen ist. Kines Tages kam Napoleon III. auf den (iedaukeu. sich von l'Iaudrm malen zu lassen; er sprach ihn in einer Ausstellung au und ätilM-rte diesen Wunsch. Klaudiiu erwidert« etwas betreten: „Al-cr. Messire. ich benötige \jele Siuungen:- — „Wie\icli-V" — ..Zwanzig" antwortete der Künstler zögernd. „Nim wohl-, sagte -der Kaiser, »las I laupt lächelnd y.umekverfeml, ..ich bewillig« ihnen \i<T/.ig.'* (l*'s war wohl das bekannte Gemälde im Museum von Versailles, das *o durch Zeilopfer eines VielheM-häftigleu eulstatulen ist.) Hei noch >o eiiiilringeudem Studium wulÄle Horovitz. der solche Denkuois;1 hei H'iiien Mwlellen /» finden erwartete und fanJ. ijnmer die Hauptsache festzuhalten, und sein Grundsatz blieb: ..Die Silhouette ist alle s": außer einem grolAcn Stehspicgel halle er immi-r eineti Handspiegel bei sieli. imlem er Natur und Hihi vergleichend Ix-Irachtcte. Ein« junge Dame, die nicht ahnte, daß der Meister auch sie selbst im Spiegel erblicke — sie meinte, er betrachte nur seine Arbeit — pudert e sich immer wieder rasch das Gesicht, wahrend er abgewendet stand; denn in den alten Zeiten galt rs ja als unschicklich, sieb n>r den Augen euie-s V'mndcn ..herzurichten". Die Malleehnik des Meisters war einfach und doch geheimnisvoll, er verwendete ein Sikkativ und brachte .mi den. Ht>sakrapp seiner Kleischfarhe zum raschen Trocknen: er lasierte viel in hellen Tönen oder zog zum Beispiel die Accessoires, wenn sie die Gesamt« irkuug vordringlich beein t rächt igten, mit einer Las\ir von F.UenJM'insrhwarz zusamnieu. Mit diesen wenigen Worten ist vielleicht viel Bälselbafles erklärt, das sein« Meisterwerke für den olicrflnehliehen Betrachter haben. Damit das Modell nicht ermüdet . . . Den Anfang bildete immer eine Knhlcstudic nach der Natur, manchmal gingen auch mehrere xtleher Zeichnungen dem Gemälde korans. in denen Form und Komposition festgelegt wurden. Milnbeit des Modell* war natürlich von entseheiilender Wirkimü. und I>a^ nnie llrfl der ..Mitteilungen der Gc>rll-rhari Tür jüdische l^amilirnfttrschung" bringt eino (»«merkenswerte Wröffeni- Heining von Professor Dr. Guido Kisch:' ..Privaibriefc als (,)u. llcn 1er jüdischen Fniuilienforsehung ferner einen Aufsatz übi - Brolaue'r Messgäste von Hahhiucr Ik-mhartl Hrjlling >owie ein im» Beitrag von Dr. Kaiisch zur Geschichte der Familie Kremuit/ei- Kaliselier. Der Vorsitzende Dr. Arthur Czcllilzer >etzl s<-ine Miltcilimgen über das Archiv der Gesellschaft für jüdische Familien-Forschung fort. vor einem Bildnk-se von Hubens, das er auf . einer Heise tah, behauptete der Meisler lächelnd, der hübsche Vlatue müsse der l'Vau gefallen haben und so habt* sie sclbit eifrig mitgeholfen, so daß dieser lebhafte Gesichlsausdntek. dieser;*igenli5mHg und liebevoll gemalte Schmuck entstehen konnten. Die vielen Sitzungen bei Horovitz. langweilten übrigens, die Bildnismodelle nicht, weil der Künstler beim' Malen imterlialteud zu plaudernpflegte, schon, um von den Zügen des Porträtierten jede Erschlaffung der Müdigkeit fernzuhalten. Nachdem er sieh in Wien festgestrtzl hatte, schuf er nelven Angeli, Pochwalski und anderen [Meistern jeue Hildnisrcihe, die in .den Künstlerhausansstelhingen von einst die belieble Attraktion darstellte. Diskret waren seine. Wirkungen: gehaltene Bewegung, erlesenes Beiwerk. Hintergründe \on Tapisserien, dunkle Harmonien,, aus denen hell der Flckchton leuehlele; Horovitz gab den Damen häufig einen Teint, den man mit Hecht einen .:Elfenbeintoni; genannt hat. Pelzwerk. Samt. Schmuck umrahmten dies Elfenbein in toniger Pracht. Unübersehbar fast ist, die Hcihe von Bildnissen: eine schöne Gräfiu von der Gröben malte er in Srhwtirz; zahlreiche Porträts von Angehörigen der Adelsfamilien Uotocki. Hatlziwtll., Zamoyski. Kiitsky. Glam-Gallas, von der F'amilie Mendelsrohn in Berlui. yon berühmten Är/ten, wie Nothnagel und Albert «ntstanden: ein Z e i ( d o k u m e u t geradezu ist sein Bildnis der grauhaarigen Gräfiu Po Lucka im pcb.vcrhrämicn Samtkleid, ein wjnzig Sträußchen tu der .1 bind. Bildnisse von Gräfin Wedel. Johann Strauß. Selma Kurz, das Doppclporträt des Sehauspielcrchepaares Ifartmaun. das in der Kaiser-Franz-Josephs-Ausstellung so wundervoll wirkte, so erfüllt vom Geiste des alteren Bnrgtheaters! Das Geheimnis des Minifterpräfidenten Tisza Kr porträtierte den Budapester Museuiusdircklor Franz Pulszkv: beim Knötchen seines Ti s z a - Po rt'r ä Is ergab sieh ein Zwischenfall, der für den berühmten ungarischen Politiker bezeichnend war. Soeben hatli' Benezur ihn gemalt; das Biid strdlle Koiommi Tisza als Magnaten dar: von Horoviiz wollte er ganz schlicht kalviuistisch abgeschildert sein: er brachte .'i^eiiuändi» zu jeder Sitzung seinen abgetragenen grauen Hack in di Ihidapester Galerie, damals Esztcrhazy-Gateiie.. mit. wo da- P.trträl entstand. Da aber wurde der Mann, der ein in Papier gew iek:-lti-s gchcinmUvnllcs Etwas aus der Galerie ins Frei« tragen w.dlte. angehalten Zauberei im Atelier Natürlich ereignete sieh m der vi.-lbcsuchleii .Werkstall des Meisters manches Drollige, das eine auekdoltsche Wiedergabe verdiente. Ein großer Finanzier hielt den kleinen Handspiegel des Künstlers für einen Zauberspiegel. der zum raschen Fortschreiten der Arbeil helTe. Als Horoviiz ihn selbst hiuciiiM-iKm ließ, um ihn von der I larmlosigkcit des Spiegelehens zu üIktzeugen. .rief er aus; „Ich sehe, nur mieh'^ Er sah al>er nicht sieh, sondern sein Porträt im Spiegel. Ein anderer, «ler au der Wiener Börse-als ein mächtiger Manu galt, bestellte ein Bildnis seiner Frau und wünschte dringend, es möge in der nächsten" Kfmsllcrhausaiisstelhmg öffentlich zu sehen sein- Das Porträt wurde rechtzeitig fertig und im Künstlcrhaus viel liewundcrt. al>er — vom Besteller nicht gleich honoriert. ' Es war nicht di.? Art des Meisters, zur Zahlung zu malmen, und er unterließ «:s auch diesmal. Nach einiger Zeit aber brachte der Finanzier «unaufgefordert das Geld. Er war eine Zeitlang in Sehwierigkeitengeweseu. und die Kunde davon hatte schon 'durehziisiekern l>egomien: darum hatte er das Bikinis wie ein Trugbild des "Reich- " tums den Leuten ■ vor die Augen gestellt: sie sollten denken: ..Wenn er noch Geld genug hat, um seine Frau von diespm hochbezahlten Purträlistcn malen zu lassen . . ." L'ud st» halle er seineu Kredit gerettet. Das Bildnis der Kaiferin Elifabeth . Von edler Einfachheit ist das Bildnis der Kaiserin Elisabeth, das Horovitz malte, nachdem die Mnuarchm dem Attentat von Genf zum Opfer gefallen war. Er durfte unweit vom Arbeitszimmer des Kaisers Franz .loseph dann» schaffen, und der Kai>er beaufsichtigte das Fortschreiten der Arbeit, wachte ül>er der Ähnlichkeit der geliebten Züge und spendete zuleizt <K'ni M'-'L-ter seine volle Anerkennung. Dl'u Monarchen hat Horovitz mehrmals IMU tifitiert. Kaiser Franz Joseph unterhielt sieh gern mit ilern MaIrr und zeichnete ihn wiederholt durch hohe Orden aus. - Wer hört im Lehrhaus? W as das Snuimersemestrr "bring! Die Leitung des Jüdischen Lcbrhauscs Berlin machte der Jüdischen Telegraphen-Agentur verschiedene Angalteij über die Arbeit des Lehrhauses im abgelaufenen Wintersemester. Unter den 1700 Hörern des Lehrhauses im vergangenen Winter waren ^"ii Männer, dagegen fi.T'o Frauen. Die Hörer Mauden in ihrer überwiegenden Mehrheit, nämlich .V.).2°,o im Alter zwischen ."50 und fil) Jahren. Unter 311 Jahren waren 31.1 <V«. filier f>0 nur 'J.7"n. Dir Mehrheit der Hörer, und zwar 53.2^'o. waren unverheiratet. Unter den Berufen der Hörer waren niil 28.8"<» Ehefrauen ohne Berufe am meisten vertreten. E* folgen Angeslellle mit 1b\oV<). Akademiker und Lehrr mit 14J3°,o- Schüler und Studenten mit 10.7°'i.. freie Berufe mit G.70'osoziale Berufe mit 3°;>. Handwerker mit 2.60'0. Selbständige Kauflenle waren nur mit 7.G0(i unler den Teilnehmern. Ungenaue Angaben hatten 7.2"o gemacht. Bemerkenswert ist. daß die Mehrzahl der Hörer, und zwar 71.7°'ii im Berliner "Westen wohnt. Ein wesentliches Anziehungsmomcnt in den Veranstaltlumen des Jüdischen Lehrhauses war die sogenannte DonnerstagrVortragsreihe, in der Dreiiiesprächc über unsere heutige religiöse Situation und unter dem Oiierlitel Ei»enwell und Umwelt im Werk jüdischer Gestalter .-owie Jüdische Kultur heute Vorträge führender jüdischer Persönliehkeiten stattfanden. Es zeiute sich, daß in diesem Jahre eine Abnahme der Gesamtziffer der Teilnehmer au der Donuerstair-Vorlrairsrcihe zu bemerken war. Durchschnittlich waren es 550 Teilnehmer pro Abend. Einfühnuigsvorlesungen zur jüdischen Geschieht«, fanden an 13 Abenden statt und waren von ilurehsehnitllieh 200 Teilnehmern belest. Unter ihnen ülierwiegl wiederum das weihliehe Geschlecht mit 125 Teilnehmern.. An den A rbe 11 s ge mein s eha f t « u (ausschließlich Sjtraeh- und Praktikpkursc) nahmen insücsamt f>94 Personen teil. Darunter waren wiederum die Mehrzahl, nämlich 454 Frauen und 240 Männer. Eine wesentlich andere Zusammensetzung der Geschlechter wiesen die Fach - und Werkkurse auf. Unter den 305 P-rsonen. die daran leilnnWen. waren IfiO Männer und nur 13(i Frauen. Von den annekfindigten 62 Arbeitsgemeinschaften sind 22 ausgefallen: davon sind 13 wegen geringer Beteiligung nicht zustandeuekommen. in 9 Fällen hatten die Dozenten abgesagt. Die Au#- wand c c u n gs k« r sc . die in Gcmemschnft mit dem Hilfsverein veranstaltet wurden, hatten 300 Teilnehmer: Die Beteiligung an den einzelnen Arlieitsgcmcinschaften war sehr verschieden. Zwölf hatten 1 bis 10 Teilnehmer, sechzehn 11 bis 15 Teilnehmer, sieben 16 bis 20 Hörer, vier 21 bis 50 Hörer und nur zwei, über 50 Teilnehmer. Diu Leitung des Lehrhauses hal ihre Pläne für das Sommersemesler fertiggcstelli. Ewinl wiederum eine DonucrslEig- Vortragsrcihe -.(alt finden. Die Reihe, die den Gesamttitel ..Zur Gestaltung unseres jüdischen Lehens. Bestand und Förderung" führt, wird am 30. April, 20.15 Uhr. in der Aula Joachimslhaler Straße 13. mit einem Zwiegespräch zwischen Fritz. Rami>crgrr und Emil Bernhard Golm über ..Systematisches und geschichtlich-.'* Judentum" eröffnet. In den Montagsvorlesungen ^handeln Ignaz Mayhaum. Fritz Bamberger. Bertha Badt-Strauß und Manfred Swar?enskv Gestalten der Bibel. Die Arbeits gerne inschafteil bc- . handeln neben biblischen und lahuudischeu -Thenn*« «lie Geschiehte .der Juden in -Spanien. Gegenwartsfragen des palästinensiwhen Rechts, das palästinensische Volkslied, jüdische Dichter der Geiienwart und Themen aus dem Gebiet der Kunst und Musik, sowie Er/iehun-z.-fragen. Paula Salonion und Wilhelm Güttmann die sich im Bechslciusaal für ein lx*sonders wertvolles Programm einsetzten, gehören zu jenem" nicht in der Uber/ah! befindlichen Sängertyp. dem der Text mehr ist als chic Unterlage für die Entfaltung rein stimmlicher Qualitäten- So konnten denn Wolfs .spanische Lieder imWeeliM-lgcsang vorgetragen«! all ihre L;h.-tidig-, keit ausstrahle!:. Die Altislin.- offenbar etwas indisponiert, gab in Schumanns unvergleichlichem Ghamissozyklus viel Schönes, namentlich im Schlußlied, blieb aber doch ein Letztes an Versponneuheit sind Intimität schuldig. Einige Volksliedsätzc jüdisclK-r Komponistcn. darunter die gehaltvollen rumänischen Volkspoesien von Bernhard Pcklcs. mit clem kräftisen Wurf des .Tanzlieds", erfuhren eine prachtvoll geschlossene Wiedergabe: Guttmann nahm die Sachen mit all der Vitalität, über die er verfügt: den größten Beifall aber ernteten beide Künstler mit den ganz entzückenden Kanons von Robert Kahn, dem nunmehr siebzigjährigen Meister: der frohen Hinsähe, und dem herzlich-frischen Humor, mit dem diese Stücke herauskamen, vermochte sieh niemand zu entziehen. IL Frevhan.