Jüdische allgemeine Zeitung
- Journal
- Jüdische allgemeine Zeitung
- Volume
- 16 (1936)
- Issue
- 14 (1.4.1936)
- Date
- 1936-04-01
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Beilage 1. April 1936 JÜDISCHE AUGEMEINE ICITUNC Senhor porteiro do circo Erlebniffe eines Berliner jüdifchen Jungen in Brafilien — Vom Hilfskellner zum Zirkus-Portier Abwechslung im Krankenhaus —Eine ßädtbekdnnte Perfonlichkeit Sau Paulo, im März. Der rote Kragen auf der feldgrauen Joppe wächst'ihm fast bis aus Kinn. Mjiii merkt, daß der Kammerunteroffizier, lies: Ohergardcrohicr — ihm ' die Iniform mit Lieln* verpaßt hat. Hohe MnUirvadsüefcl — offenbar noch dmben angeschafft — ver- \ullsli"milimn seine Dienstkleidung. Doch beinahe hätten wir das schönste. Stück seiner Ausrüstung vergessen: das Käppi, das .dem Käppi der französischen. Infanteristen so ähnlich sieht, daß. ab» <ler Zirkus In Frankreich spielte, di'r dortige Militärgew altigc hei der Znkusdircktiou Prolest gegen *'as Tragen derartiger Au**- rü-luiig?sAücke einlegte. Das biliar akter isüsehe. der gauzeu F.rschchning ist alu-r eine imichligi* Narbe, die sieh von dem miL nalurgewelllcn ilunklen Locken bewachsenen Schädel bis -au den Ausatz .der au Gipsabgüsse' von Apnllfiguren crinncrmh'U Nase herabzieht. ..Wo stammst du her, mein Junge?" fragen wir ihn. ,.(h'u Jude aus Deutschland", lautet die. mit leichtem Zit- -amnicnkluppcn der I lacken gegebene Autwort. „Lud wo hast du dir das da geholtV" fragen wir weiter, auf seine Schädclvcrlelzung deutend. . ..Iii» mit dem Kopf zwischen zwei* Waggons geraten, al-s wir liier auf der Rampe von Sao Paulo den Souderziig mit den Tieren ausluden." ..W ie. bist du zum Zirkus gekommen?" - ,.Ks war in Bio de Janeiro im Mai 1934: Teh war schon einige Wochen dort, als der Zirkus von drüben kam. Ich kannte ihn von Ii e r 1 i n hei*, wo ich ihn zuletzt auf dem Tempel. - hofer Feld gesehen hatte. Die Beschäftigung, die -ich in Bio gefunden hatte. Co[K*iro (Aufwärtcr und Ililfskellner). die, klassische erste Stufe so vieler Emigranten, sagte mir nicht recht ,zu. und >n. suchte ich heim Zirkus anzukommen, als Ililfstirlwitcc iHler hei der Bcklamckolonnc als K a r r e n s c h i e b c r oder P I a k a 1 fc 1 e i s t e r c r. . Nachdem ich mich fast zwei Wochen lang jeden Morgen dort, eingefunden halte, wo das Aushilfspcrsoiial für jeden ciu- ' zclncn Tag ausgesucht wird (es meldeten sieh stets ganze Scharen von Negern. Ausgewanderten und sonstigen ,.wcißcn" Arln-ilslosen). nahm «eh schließlich der Schreiber der Bctriebsinspcklion meiner an und .-leckte mich zu den ..Kutschern*", also in den großen' Mai-stall. wo meine Tätigkeil darin bestand, die SlaMgassc zu fegen, die Karre mit den herührnlcu Klcfanten-..Knödeln" zu fahren und ähnliches, was jedenfalls immer noch interessanter ist. als Teller waschen und Parkettfußböden Uilmeru . . . Schließlich a\aneierte ieh. iiulcm ich in die Vcrladcknlomic eingereiht wurde, llcl dieser Tätigkeit halle ich gleich nach Ankunft des Unternehmens in Sao Paulo den Unfall. Ks hülle nicht viel gefehlt, dann wäre ich hops geuc.-cu. AU-r da mich die Kollegen gleich zur .,Assisiciieia" trugen, die mich schncllstcn-s per Krankenauto ins Deutsche Krankenhaus fil»crführte, wo die Oberschwester noch mitten in der Nacht einen Operateur herbeirief, der sieh die größte Mühe mit mir gab. wurde ich gerettet. Freilich mußte ich fa>.i *et-hs Wochen im Krankenhaus bleiben. Dort halle ich täglich Hesucti-- das kam daher. daß im scIIk-ii Hospital auch un-er Direktor lag (er ist dort leider auoh gestorlmi} mnl daher ■'ständig die Zirkus-Personenauto* die verschiedenen Abteilungsleiter brachten, mit denen sich der Direktor licsprarh. So hat er bis zu seinem letzten Tage \om KrankculK-tt aus den Zirkus regiert. Die Chauffeure, aber auch gelegentlich die Dircktioushcamtcn. Miehlen mich dann auf, mnl so halte ich Abwechselung und kam mir nicht so verlassen \or. Nach meiner Entlassung aus dem Hospital sahen meine Vor-' gcsclzleu' sofort ein. daß ich - wegen der frischen Narbe vorläufig j^cinc schwere Arbeit machen und auch ilicht in der stickigen Slallufl l>eschäfligl werden könne; so wurde ich als Portier a in P e r s o u a 1 e i n g a u g abkommandiert; hier halle ieh mich stet* in der frischen Luft auf, bei Ilegeuwetter krieche ich unler das kleine Zelldach, dos ich mir dort errichtet habt*. Meine Tätigkeit ist ganz interessant, muß doeh alles an mir vorbei: die großen Stars und die kleinen Artisten, die Damen des Hallet Is wie die Lieferanten von Fleisch, Fouriigt* usw.. die Beamten vom Gouverneur herunter bis zum Schulzmann, die Ih-porler. *)ic Grsuchstcllcr, darunter nicht zu vergessen die Kreikarlenjäger. So konnte ich schon von diesem bescheidenen Bcohachlungspostcu aus einen Hinbiirk in das innere (Irl rieb« dicses bis ins Kleinste organisierten Betriebes gen innen. Durch meinen Posten als Portier bin ich aber schon fast stadtbekannt geworden. Selbst wenn ich in Civil mal ausgehe, werde ich \on mir nuhekannten Personen angerufen, von Polizei hcamlen «Hier den Chauffeuren der Lieferanten oder Kindern, die .mir dann ..Circo'* -nachrufen. — So fällt dann ein Strahl der Zirkussounc auch auf den kleinen Berliner ab. der sich auf diese Insel gerettet hat.'*--— Das Schaufenfter Von ALICE STEIN-LANDESMANN J*achniamt rief den Kellner und zahlte. Plötzlieh ertrug er c* nicht mehr, in diesem prunkvollen Saal zu sitzen: die "banale Musik tat ihm weh, das helle. Licht blendete ihn;— man war es wirklich nicht mehr gewohnt, solche Lokale aufzusuchen. Jüud das sparsame, gleichsam' tropfenweise Heilen des Mr. Hoddcr irritierte ihn auf das Peinlichste. Cbcrdies war nun wirklieh alles besprochen: Lachmaim würde schon, in vier Wochen nach Baltimore .gehen — es war ein ganz .großer Glücksfall, und man mußte dankbar sein für diese ArlK'ilsaussicht im eigenen Fach. Mr. Hoddcr fragte beim Abschied nochmals höflich nach Mrs. Lachmaim und erhielt die- Antwort, daß es noch unsicher sei, oh >ic sich sofort zur Mitreise entschließen würde. Worauf man sich trennte und in der nächtlichen, regennassen Straße nach verschiedenen Seilen verschwand. Lnchmaun ging eilig unter dem triefenden Schirm dahin, bis eiplötzlieh anhielt, als hätte ihm jemand ein Halt zugerufen. Wohin eilte er? Niemand wartete auf ihn. und das öde möblierte Zimmer wurde er jedenfalls zu früh erreichen. Ihm graute vor dem Itamn, den er nun seit Monaten bewohnte-----. Vor seiner Heirat hatte er das Unpersönliche eines solchen Zimmers nie empfunden: damals genügte es ihm, ruhig und ungestört zu sein, wenn er — meist spät abends und totmüde — aus dem Laboratorium heimkam. Aber seit der Ehe m't Gina war das alles anders geworden. Es seinen, als ob das starke Gefühl " für diese Frau in ihm hundert andere Clficksmöglichkehcn erweckt hätte. Kr begriff plötzlich die vielfältigen Reize einer Häuslichkeit, es erwachte in ihm ein Sinn für Farben und Formen, der ihn selber überraschte. Wie halte er die Quartcttahcndc genossen, an denen Gina — selbst eine begabte' Geigerin — mitwirkte. Niehls au ihr war dilettantisch gewesen, und das Leiten mit ihr wurde reicher und bunter" als Lachmann je ahnen konnte---. Bis ein unerwarteter und sinnloser Konflikt sie trennte und beide zu dieser (malvollen Einsamkeit verdammte. Lachmann blieb stehen und starrte, ohne t etwas von dem Gesehenen aufzunehmen, auf die grell erleuchtete Auslage einer Möbclhaudlung. Zum tausendsten Male durchdachte er die schreckliche Stunde, die ihre anscheinend unlösbare Harmonie zerrissen hatte. Der Cellist Marcus, cm Studienkollege Ginas, war durch die Zeitumstände plötzlich seiner Lehrtätigkeit beraubt worden. Er entschloß sich sofort, ins Ausland zu gehen. Gina empfand «Uesen Abschied so tief und schmerzlich, daß Lachmaim in .ein Ficbcr cifcrsüchtigcr Besorgnisse verfiel. Er hatte nicht angenommen, daß irgend ein Ereignis, das nicht ihn direkt bctraf,"cinc derartige Wirkung auf Gina haben könnte. Gina wiederum begriff den nahen Egoismus dieser Einstellung nicht. Und als -der Fall an sich" — wie Lachmann es nannte — längst geklärt .worden war, indem der Mann das Unsinnige seines Verdachtes schon nach wenigen Tagen eingesehen hatte, seihst da blieb ein Riß übrig, und über ihrer Ehe lagerte ein Schatten, den beide mit tiefstem Kummer empfanden. Kurze Zeit darauf bot sich für Lachmann eine "lenzende Stellung in Süd-Afrika. Aber Gina weigerte sich, mitzukommen; die Begründung dieser Weigerung traf Lachmann mit vollster Wucht: Gina behauptete, sie könne unmöglich mit einem - Manne fortgehen; der ihr nicht so unbedingt Vertraute, wie sie ihm. Es handelte sich für sie darum, Eltern und Geschwisterzu verlassen--— sie würde sich früher, keine Sekunde besonnen haben, es zu tun. Aber heute — —. Lachmann sah sie vor sich, wie sie den Kopf schüttelte — in dieser stummen Bewegung hatte eine verzweifelte Entschlossenheit gelegen —--. Das trieb ihn aus dem Hause — es pah - nun mit einem Schlage keine Verständigung mehr zwiseben den Gatten. Er gab die Gemeinschaft mit seiner Frau., auf — aber er fand nicht den Mut. ins Ausland zu gehen. Von Scheidung war nie die Rede — — wortlos ging man auseinander — — keiner von Wide» brachle den nötigen Impuls auf, den andern zu fd»erzeugen ---. So hauste Lachmann nun bald ein halbes Jahr in dcjJi fremden Zimmer und wartete uuf ein Wunder. Heute aber hatte er sich endlich entschlossen, einen neu auftauchende» Antrag für Baltimore anzunehmen. Er ertru» es nicht länger, ohne Tätigkeit hier xu leben — er fühlte, daß diese erzwungene Passivität ihn zu zermürben drohte. Und gleichzeitig erfüllte ihn eine unsagbare Äugst vor dieser Trennung, die etwas Endgültiges bedeuten würde — — —, ..GinaV" Er sagte diesen Namen so oft,und völlig unbewußt vor «ieh hin — er sprach,ihn auch jetzt aus, während er hier .stand und auf das helle Schaufenster, starrte. Plötzlich drang, was er sah, in sein Bewußtsein: es war ein Schlaf/immer aus hellem Kirsch-' holz, mit breitem Bett und dem üblichen Frisiertisch. Auf dem niedrigen Nachttisch brannte eine Lampe und l>clriiehletc ei» Buch, eine kleine Schale mit Blumen und chf geöffncles Kästchen mit Schokolade. Uber der Stuhllehne hing, wir elien abgeworfen, ein dunkel rot es Kimono, und zwei rote Panlöffclchcu wurden unter dem Bett sichtbar — das Ganze sah auf angenehme Weise . ,.l*cwolint" aus — — es zeigte die Iicreclmclc, aber gcschicklo Anordnung eines tüchtigen Architekten, der sich auf sein Geschäft verstand. Was aber Lachmaim wie ein Pfeil traf, war etwa* ganz - Lächerliches und Nebensächliches. (Übrigens unl>cgrciflirh, •wie jemand auf diesen absurden Einfall kommen konnte!) Es stand nämlich auf der Nacht tisch platte auch noch ein Teller, und auf dem lag eine halbe Grapefruit nebst einem Löffel — —. Lach mann hatte es gleich zu allererst gesehen, aber sein Blick "war furchtsam fort geflüchtet, weil es ihn auf geradezu schmerzhafte Weit* an Gina — an dos Zuhause.— kurz an da» Paradiek ihrer Gemeinsamkeit erinnerte. Jeden AIhmuI hatten sie eine Grapefruit geteilt, d. h.J Lachmann hatte sie sorgsam und liebevoll für Ginn zurechtgemacht — es war gleichsam eine kleine, symlKilischc Handlung, die ihr gemeinsames Leiten betonte — ihr selbstverständliches und beseligendes Beisammensein ■---. Waren sie denn beide wahnsinnig gewesen, daß »ie in einrr Zeit stärkster Widerstände und tiefster Bedrückung einander den einzigen Trost raubten, den es überhaupt gab? Wenn jemals ein Mann zu seiner Frau gehörte, gehörte er nicht zu Gina? Und mußte nicht Gina diesen Kampf teilen, der da draußen auf ihn wartete? Gab es einen besseren Kameraden als sie? Gab es einen Menschen, der" sie zwingender liebte als ihn? Lachmann zog die Uhr: es war eben kurz nach Mitternacht. Unmöglich, bis zum Morgen zu warten! Er überlegte nicht, daß Gina von seiner Erregung nichts ahnte, daß schließlich Monate vergangen waren, ohne daß sie einander gesprochen hatten. Aber seltsamerweise glaubte c r in diesem Augenblick plötzlich zu wissen, daß sie auf ihn wartete. . Es gibt anscheinend eine. Gewißheit des Herzens, die nichts mit Logik und noch weniger mit Wahrscheinlichkeit zu tun hat. Zwölf 'Uhr 17. klingelte das Telephon im Schlafzimmer der Frau Gina Lachmann. Gina hob den Hörer ab; aber bevor sie ihn' ans Ohr nahm, sagte sie unhürbar vor sich hin. ~was sie seit Monaten zu den unwahrscheinlichsten Zeiten tat: ..Lieber Gott — laß es ih n sein!" Sie konnte kein Wort hervorbringen, sie meldete sich gar nicht. Aber nun hörte sie die vertraute, lang entbehrte, geliebte Stimme sprechen--—. ..Gina — ich bitte dich! Sage um Cotteswillcn, daß ich kommen darf —!'* Und gegen alle geplante Diplomatie stammelte die die Frau: ..Endlich — endlich, Walter! Ich warte auf dich —-- Gabriel Riesser Zum " 1*10. Tmlr*lag am "J. April Als Gabriel ltie->er „am er-ieu SeilevalH'ud de* Jahre*. UUHi, 'am '1. April, in Hamburg »ehmrn wurde, in jener dunklen. Zeit. ■ la IVlUM'lil.uiil ein Spielbalt itapuleotiixher W illkür war. /crri*Heii durch" die l'neinigkeii -einer l-Vir-tcn.■ uur c« auch für die Juden, wie e^ in der Pcssaeh-l 'a^ada hei Hl: bachazij halaüoh. liiillt'fi in tlcr Xaeht. I)a> \\ ivLen dic^e.s Ieideu-«chaftlieben Kämpfers dieser Tiibuiietr.:c>iali, mti l'erilmld Auerbach zu sprechen, auf dem politi-eheu und parlaiii<-iiiari«ebi u Forum ist ni häufig ge- -rbihlerl wunh'U. dat> r~ n'mIii mehr neu Whchlel *>terdcn kann. Ew war ein glückliche- /ii-aniinenireffc», daß damnN neln-ii den großen Männer n, die die \\ i-M-iiM-liafl di ■* Judentums in neue Bahnen lenkteu. .md denen, die die Saal religiöser Urform au«- streuten» auch ein Manu m in«- \on edler 'Leidenschaft ilurch/itterl«' Stimme erhob, um in ihn Juden «bis Gefühl für di«—Würde und Ehre di"* Judentumtu wecken und f\\ festiget! und svittvtt Holm nU'r die[cuii:en uit-sii^icßni. dir -ich durch l heiirill äußere Ihren iiuil Sielhiu>.'.cn erkaufen wollten oder ihre Kinder? laufen ließen,* um ihnen die Irlicii-w.^'.- /n ebnen. Es uar ein Zeichen jüdi-chen Selbstgefühl*, daß Gabriel UicsM-r im Jahre ein;- Zeiisehrift in*« Leben rief, die den später <tou Marlin Buber Mieder aufgenommenen Titel ,,I) e r Jude'" trug. .,\V'emi ungerechter Haß", so hieß es darin, „an untrem Namen haftet, sollen wir ihn dann verlengnpn, anstatt all unsere Kraft daran zu setzen, diu zu Ehren zu bringen? Wir lachen Aber die kindische1 Sillc unserer Vorfahren, dem geffdirlicb Erkrankten seinen Namen zu Andern, als . würde ihn dann der ToJcM-ngel nicht wieder aufzufinden wissen. Sinti wir nicht ehr um» töricht mit uns*'reu modern umsrhreilM'itden Bezeichnungen'!' Glaubt nur, der Haß weiß heilten Mann zu finden, so gut wh\ der Todesenget.'und solange er' ihn sucht, wird er ihn tlnreli lausend begütigende Namen hindurch erkennen.'4" Schon In.der ersten von ihm veröffentlichten. Schrift „HIht die Stellung der Bekenner des mosaischen Glaubens in JJecitschland1* hatte sich der aller Lüge abholde Mann gegen den „lukrativen'* C* I a u b e u h w «• e h »e I gewandt: .,Wiih mhii~ ilrm lukrativen Cl>erlrill zum herrschenden Glauben in unseren Zeilen cnlgegenslelll, was seine Verwerfung, durch die Bnllichsieii unter den IJckcnnerii der herrschenden wie der uiilrrdrfieklm Heligiou auf gleiche.JVVcisc bruirkt. was eine enisthiedene unverkennbare öffentlich.- Meiuiiug ge^eii denscIUn erzru«!. iit nicht ein Prinzip des Fanatismus, Hindern r» ist der einfache, ewig -^veränderliche Grundsatz tlcr Wnhrhriltdirhe und der lleefillicli-. kcit~daß die Uppen nicht bekennen sollen, wiw dem Herzen fremd ist — wozu sich heilige Pflichten der Treue und der Pietät gesellen ...**_ t Und ein andermal: ..Das iul mit reiche Wort der ewigen Wahr* lw.it-: ,Un sollst den Namen deines Gottes nicht umsonst anrufen* hallt ewig in den 'Fielen unseres Her/ens wider und flößt mw ein Grauen ein vor einem Gotltickrnntmv an dem dns Herz keinen Anteil hat . . .'" Auch dem religiösen Lehen bal der titikel de» gr- - lehrten Buhhiucrs Lazarus Jakob aus Oellingen in Bayern, ucr aus dem Ilicss stammte und sieh deshalb Mpillcr Itiesser nannte! und Nachkomme jenes Hamlmtv-Allouarr ItuhhincY» Iluphacl Kidia, der einst den Baun grg;-n die Leser der McndcIsaohntM-hen, Iii bei Übersetzung geschleudert halte., nicht so fern gestanden, wie dies häufig l>chauptel worden >*t. In einem von echt jüdischer Familieiitraditiou erfüllten llausc war Gabriel Riesser von seinem frommen Vater in BiIm-I und Talmud emgcffihrl worden, und es Verging kaum ein Sahhalmorgcn, au dem nieht ein Brief de* llcihtssttidenleii im Kllernhaiise eintraf. Leider sind diese Briefe nicht erhalten, al»er ihre vo» tiefer .Pie.tfll erfüllte Gesinnung spiegelt sich In den ergreifenden Zeilen de» Vnicrs wider, der dem Sohn seinen Segen in die Ferne sendet und itui sliindig mit «einen frommen Wünschen U-glcilet. KtnpfäiiglMi für den b-bciidigen (behalt der jfidisehcn Tradilion. hat er die Orthottoxie fl)>erall da, wo nie in das religiöse; H«:II*thes)immun«.:»recht einzitgrrifeu > drohte, energisch abgelehnt. In den Jahren * ltt-10—lK-Kk als der sogenannte Hamburger T e m p e I » t r e i t anläßlich der Ncuausgabe de» reformierten (klnitbuehcs \un neuem die Gemütererregle; gehörte Hirmter dem Vorstand des Israelitischen Tcmpelverbandcs an, der Muttcrgrnieinde des ueii/eitliehcn religiösen IJbcralismus, gegen die sich gerade damals der ganze Kampf der Orllmloxie richtete, und er protestierte heftig und erfolgreich gegen iHe Verketzerung der .,TempIrr'\ gegen* die »n den Hamburger Senat vergehen» appelliert wurde. Während seiner Amtszeit Int der Bau de». Gottes- Jiauscs in der Poolstraße ^ntstanden, zu <(cflften Durchführung ItlrsvH r opferbereit l>cigetragcii hat. Unter «len Denkmünzen, <Jie bei der Gruudsleinlesuna ei»»emaucrt wurtlen, befaml »ich auch