Jüdische allgemeine Zeitung
- Journal
- Jüdische allgemeine Zeitung
- Volume
- 16 (1936)
- Issue
- 13 (25.3.1936)
- Date
- 1936-03-25
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Ein Brautpaar — und fieben Mütter „ ' . Der Wellweife als Liebhaber — Eine Bildnisgalerie jüdifeher Mütter . Zu den \on uns Kindern verstohlen umspurten, mütterlich gehüteten (Jeheinmis'-cn gehörte ein schwarzes Lackküsteilen. Ks -tänzle wie, neue HidUchtihc und war mit scliimmernden Pcrlmuttciulagen geziert. AImt nicht daa Außere reizte uns, wir M-hntcu uns nach «Irin winzigen Schlüssel, um die Heimlichkeiten aufzuschließen, die c.-» barg. Es waren Briefe in zarten Farlien, liebevoll gebündelt, mit verblaßter Aufschrift und mit Marken, die einer vergangenen Zeil angehörten: Ilricfc aus der Vcrlohuiigszeit «Irr ICIle.ni. Sie sind abhanden gekommen, ohne daunsere indi>kreteji IHiiU; ihren Inhalt zu sehen bekamen. Aueh die Ilriefe, die Moses Mendel*.söhn im Laufe eines Jahres an seine. .,liebe Mamsell kallo" From«*i Gugenhcim aus Berlin n/ieh Hamburg gerichtet. hat. wären jahrzehntelang — 11 riefgeheimni als teurer KamüientKsitz vor fremden Blicken iMrhülel. Kin mir Bildern. Silhouetten und Schriftproben hübsch ausgestattetes Dop | »et bändelten der Bücherei des Schocken-Verlages mach) diese ..It raulhric f e" jetzt zu billigem I'rris der jüdischen Allgemeinheit zugänglich, nachdem sie erstmals' in der .)iihiläumsau:>gubc von Moses Mendelssohns Gesammelten Schriften erschienen sind. Mit einem Brief im den väterlichen l;n'iind Cuiupertx hat sich der iljfihrigc Sohn des T'irasrhrcilH-r* Mendel aus Dessau die rVrtind>chafl des gleichaltrigen Ijcssiug erolicrt. Mit diesen Briefen, die er zweimal je. Woche «lern Poslülou anvertraut, in sehnsüchtig w*rlirhlcr Krwartung 'einer Antwort aus Hamburg. ulMrbrüekt er dir rriumliche und zeitliche Trennung \on Fromet. bis ..die. . /eil henutkoimnl, dilti ich mein Liebstes auf Krdeu besitzen miII". t'.hVksgelühl. lleilerkeil. Brsorgihcii. gütiger Humor, feine Ironie und lustige Neckerei quellenaie> dienen. Zeilen hervor. Gemüt, \ erstand, Zärtlichkeit und I terzeiishihhuig der 1 lamhurgcr fvauiinauustocbler und l'rcnkclin dej Wiener Oberhuffaktors Samuel 4)ppridicim >pirgclu -ich in ilnien wider. Ob das Mädchen, das dem Wrlobten zuliebe eifrig die NeiierM'heimiugcii der Literatur verfolgt, ein gutes L'rlciUvcrmügen hcknudrl. das auf sein«* Vi-ranlii-Miifg Französisch lernt und wohl auch nach der Lektüre wiii "Mendt k-ohus philosophischen Briefen verlangt, die ».*rade in' zweiter Auflage herauskommen., sich in den geistigen Ue/irken des ..Weltweiten" zurechlfaiid. ist kaum zu sagen. „Das Fnitieji/iminei. das ich zu heyraten willens hin". - «ehreiht er au -Irving, -bat kein Vermögen, f^i weder schön noch gelehrt, undgleichwohl bin ich verliebter ('.eck m> m*|h' von ihr eingenommen, daß ich glauln-. glücklich mit ihr leben zu können." Und als ihm der künftige Schwiegervater Fromcls Schönheit |»reist, findet der lächelnde Philosoph seine Kromct .,so schön nicht als lugcudsam. -o schön nicht als zärtlich", ist aber .-ieher. ..in ihr allezu fitulcn. was zum Glüek nöti» ist." llemietle Herz st-luldcr! einmal, wir Moses Mendelssohn die ■literarischen Abende Im Jhuise M'iner Tochter Dorothea mit mühiu Scherz und seinem Tadel kritisch begleitete. Auch in dem ch»*sou Mau-ehc mi Dessau kommt lierehs mittinler der Pädagoge ziim Vorschein, wenn er ..\cj-mahnt und schmeichelt"': ..Sie können aus diesem Büchlein viel lernen" .... „Ich werde" Ihiiin iim-lislrns andere uülzliehe Schriften-■ Schurken".....Sagen Sie dir (der Freundin Friebchcir Gut titig) unl>esch\vrrt. dati eine kalb» uhne.des ehossons Kinwilligung keine sj> gefährliche Büclier lesen ninti. als ,|ie Heloisc". wenn er ihr Zensuren erteilt und ein. andermal meinl: ..Kinr müßige Lektüre kleidet dem Frauenzinnner. alter keine Gc lehrMiinkrii . . , Sic müssen uil ehr zu den Büchern Ihr«- '/uUtichi nehmen, als tu zweyi'ilei Fällen, wenn Ihr Gemüt Krgözwng fod. rl. und sie im geM-llM-haftlicheu L'm- Gait«; uil findet, da* i-l eines, und zwevteus wenn Ihr Her/, in «lein Vorsqiz zum (inten Bestärkung nötig hat." ..Das er-le judiselir Itr.'uupaar ttu modernen Sinne" nennt Ismar V. 1 h <► g e n in seinem abgewogenen Geleitwort Moses Mendelssohn und Fru.....I Gitgrnheim. Diese Briefe des familiären. srhlirhtin dcnifiiigiu .Inden Mo-rs aus Dessau zeigen an vielen Sh 'len. uie Mi-ni!rl--o]m sieh über, die ghettohaft umgrenzte Konvention -einer Zeil hinwegveizt. wie er Fromet anrmprichll. sieh in manchen Punkten vmii herköniiulicheu Zeremoniell frei zu maelieii. und 'wie er. empfindlich getroffen, gegen den traditionellen Khckonlrakt sich wehrt, den sein Schwiegervater ihm abzwingen will. Mit einer gewissen Genugtuung hebt er dabei hrrvor. »laß sie ..keine »rvühnliehe Sehäflcbnnim zu ihrer Verbindung gebraucht haben1-. Buldern ihre Herzen sieh ohne'Mittler gefunden haben. Dati der Wellweise im übrigen in der Welt der Liebe rührend fremd und \erlegen i-i. »rht mit bchisligeuder Deutliehkeil aus seinen Briefen henor. Obwohl ihre Form in der Konvention Itcfangen ist — sj» -m,I in dem mit \ie!en hehrfiisilien Ausdrücken dureh>etztcn hideinfenlsch der Zeil geschrieben —. fällt es ihm sehuer. ein ..GmmlinirNl nach der Mode zu machen". Das überlätil er liebi i- »e-ehickleren T^uleri. Matlatne" Bösebe. die Frau, -einel-rin/ipaN Isaak Bi i uh.it d. will duri haus. dati er alle Plliehien eine* nriHno e||i>s.ou. eines IVoiiuzbräutigains. erfülle, im Stil der allen I'liketle. Kr fügt sich jedoch nur in etnecn Punkt: ih'.reh .rhcrscudung von Geschenken.. \lo-es Mendelssohn aU Liebhaher. Wie *cniii; er sich doch ur den Herzen der Frauen an-kemil! Kr hat seiner Braut eine Perleus'chnur afs Hoi-h/.eij-gabe 711m \n—neben »esandt und meint im Aiisfhbiti daran: ..Seyen Sir m> güli«. mir ohne _ l'm-Sehweif zu melden, und Seyen Sie versichert:, dati es mir auf '20 BT. mehr oder weiiiirec uteht auko\mnt. Ten weiß wohl, daß Sir zu edel -nid. auf derglcieheu Kindercvcn einen Wert zu setzen. Da aber die Well "au* dem Wen der Ge-ehenkc auf die Liebe des chosson zu -eiilirßrii; i»fle^t. h» inöehle ieli gern aueh die kindersiho \\ i li vim meiner Liehe nberzeii^en." [Tnd wie rührend kommt die \ erlegrnheii *!*-- sehnchlernrn Liebhabers zum Ausdruck, wenn er wenige Woeben \or der Ibuhzeil seiner liebsten Fromet srbildert. wie er ihr ..in dem wüsten Garteu-ll*Xusvhvn einige "Kn-st* von ihren Lippen stahl" und -ich darüber ärgerte, daß er sie vier \\ oeheu lang habe- Helten können. ..ohne tnieh mit Thum tele ä tele /n uiHrrhallrif". " * Dem Ihaulbild Fromet Gngenheims. wie es Mnsche mi Di—an üebrvoll in «einen Briefen zeichnet. «;c»elll sich ein Porirät der Frau und Mutier Fmmrt Mendelssohn »eh. Gu^enheim hinzu l*s taiieht in einer Galerie ...Indische M ü 11 e r' auf., deren LcVnshilder Kgon .lacobsohn und F^eo Hirsch entworfen haben. Da ist -ir die (röstende und treu besorgte Gattin, dir sparsame Hausfrau, dir in dem gastfreien Hause in der Kürhe die linsinen und Mandeln nach der Zahl der Gäste in den Präsentierteller hiucin/rdilt. hexor sie ins Gesellschaftszimmer hineingebracht werden, die *org-am iHe Krziehung der Kinder leitet, ohne verhindern zu könnm. daß sie dem Glauben der Väter untreu werden. In dieser Berne jüdischer Alütter von Eva bis zu Mathilde Ralhrnan. der klugen, aber herri-chen Mutter Walther Bathennus. tanrhen auf: Glückel von Hameln. Frau Gudula, die Mutter der" fünl Frankfurter, die kleine, zierliche, ehrgeizise. gebildete Düssel- ■ dorferin Betty Heine, die m einem der schönsten Gedichte des Sohnes weiterlebt. Amalie Beer, die 'vom Glück gesegnete Muttr Meyerbeers. die Mutter Tlieoilor Herzls.. der das schwere Schicksal zuteil wurde, ihren Sohn ülterlelten zu müssen. Ein Bihl der jüilischen Mutter, in deren Antlitz alle Züge des Glücks und des Leids, der Freude und der Sorge,' des Stolzes und der Entsagimg eingegralien bind, und ein Monument der Mutter der Zwölftausend, : die ihr Lehen im Weltkrieg hingegeben haben, runden diese Sammlung ab. Leider sind die Porträts, jüdischer Mütter durch --mancherlei Schönheitsfehler entstellt. Es sei nur erwähnt, dati Mendelssohns Lehrer nicht Fricdtändcr, sondern Frankel hieß, dati Jaoobsohn, um eines guten Abschlusses willen, Amalie Beer nach ihrem Sohu Giacomo Mescrbecr sterben' läßt, während sie in Wirklichkeit zehn .fahre vor ilim das Zeitliche gesegnet hat, daß sie für ihre Dienste, während der Freiheitskriege nicht als erste Jüdin mit dem Luisenordeii ausgezeichnet wurde, sondern von Friedrich Wilhelm Hl. einen Abguß von .Hauchs Luisenstaruette erhielt, da sie als fromme Jüdin kein Kreuz tragen durfte. Auch die vielen Zitate, anstatt persönlicher Skizzicrmig unter Auswertung dieser Quellen, müssen als störend empfunden werden. Das Buch ist im Vortrupp-Verlag erschienen. Kiuen Bück in die reiche Welt jüdischen. Innenlebens gestattet auch das in der Schockcnbüchcrci erschienene Bändchen ...1 ü d i s e h v Memoiren aus drei Jahrhunderte n". Haus Bach hat mit glücklicher Hand aus greifbarer und entlegener Literatur Aufzeichnungen und Schilderungen zusammengestellt, aus denen der Alllag jüdischer Menschen im deutschen Baum in einem Zeitabschnitt von ül>cr 200 Jahren eine anheimelnde Beleuchtung erfährt. Aus Tagebuchaufzeichnungen und novellistisch anmutenden Zeitbildern, ans Äußerungen. Itcrühmtcr und vergis,sencr Männer und Frauen wird der Wandel crkcnnbnr, der aus der Geschlossenheit altjüdiscbcri Gemcindelcl»cns zum langsamen ^ZcrspliitcrnngsprozclS führt. Gleichviel, ob es sich um die exakten Notizen jenes demütig-frommen Ascher Lcwi aus Hcichshofcn oder die Bekenntnisse der lebenstü cht igen, resoluten Glückel wnt Hameln handelt oder um die autobiographische Skizze lies märkischen Fetsehaf(Stechers Aron Tsak, der nach mancherlei Kämpfen als erster Jude sich in Schweden Niedcrlassungsrcrht erwirbt, ob künstlerische und wissenschaftlich tätige Menschen, die im Brennpunkt der Öffentlichkeit standen, wie Henriette Herz. der Maler jüdischen Familienlebens, Moritz Oppenheim, Stcmthäl und Moritz 1-azanis. die Begründer der wissenschaftlichen Völkerpsychologie, oder der Berliner Philanthrop Aron Hirsch Ileymann den Schrein ihrer Erinnerungen und Erlebnisse Öffnen — immer ist es Ausdruck jüdischen Wesens und Wirkens, in Frömmigkeit und Ergebenheit. 111 Humor und Resignation, in Energie und Bereitschaft. Ein schönes, -warmes-Ruch. Ein Stückchen Kulturgeschichte, mit dem Blut jüdischen Herzens niedergeschrieben. E. Ta. Herz und Takt Von FRIEDA VALLENTIN Das ..jüdisrhe Herz" — über jeden Einwand erhaben, bewährt, anerkannt und zu einem Begriff geworden —. Was ist es mit dem TaktV Der Takt hat nichts und doch alles mit dem Herzen zu tun und doch scheint es, als ob steh beide oft .genug in Widerspruch befänden. Was i.-l denn TaktV Takt ist eigentlich das Gefühl für ltbytlmius. Takt ist also Einhaltung eines gewissen vorgeschriebenen Zeitmaßes, Takt ist Einteilung und. damit auch Anpassung. l'lid Takt im übertragenen, pn psychologischen Sinne? Nim, TwUl sollte auch hier das Gefühl sei« des Hiehügen, des Gleichmäßigen und die Fähigkeit, aus bloi£ äußerer Aufeinanderfolge von Geschehnissen oder Gedanken das Scluckliche, das Itirhtigr und Zusammengehörige zu erraten und zu erfühlen. Takt haben beißt also nicht aus dein Gleichmaß herauszufallen odcr.es zu imlfrhrrchen: Takt haben, heißt: sich einfügen, sich anpassen und in jenem Tempo verbleiben, in dem die Umwelt sivlt l>cwegt. Takt ist der Ausdruck des sozialen Empfindens, des Altruistischen, das selbstverständliche Verantwortungsgefüfil anderen gegenüber und das Verständnis, sich in die Lage des anderen zu versetzen. Zum Takt gehört zwar keine Klugheit, aber Nachdenken. Niehls sagen, nichts tun, was den anderen, verletzen oder beschämen kann. Niehls sagen, nichts tun, was anderen unangenehm auffallen, sie belästigen, herausfordern kann. Takt heißt nichts auße*- der Reihe lim und sein Tun immer in Einklang bringen inii jenein \0rgr.-chrichr11cn Rylimms und andere nicht aus dem Gleichmaß bringen. Lud da hätten wir wieder die Herkunft des Wortes .,Ta"kt" von der Musik. Wenn wir bei diesem Bild bleiben und es weiter vcrfnlgen. so wäre also Takl Einfügung in eine Tonart, die von irgendwo angeschlagen ist und in die man eine Dissonanz hineinbringen würde, wenn man nicht mit einstimmte. Leider aber muß gesagt werden, daß manche von uns gern ihre eigene Tonart anstimmen und oft genug im \ erkehr mit Mensehen aus der Tonart fallen. l'nd noch viel mehr heißt Takt: Nicht durch Benehmen, durch Redewendungen, durch Kleidung, durch Eigenwilligkeit oder durch Äußerungen die Aufmerksamkeit auf sieh, ziehen, eben aus jenem Sehritt des Gleichmaßes der anderen in einen Schritt zu fallen, der den Rhythmus des Ganzen stören würde. Zum Takt gehört auch Kritik der eigenen Person: Wie nehme ich mich in meiner Umgehung' aus? Wie stehe ich mit meiner Person, meiner Kritik, meiner Einstellung zu den Tatsachen, die au mich herantreten: ordne ich mich ihnen unter oder hebe ich mich über sie hiuatisV Dazu gehört, seinen Gefühlsüberschwang zu zügeln, keine Überheblichkeit anderen. gegenfll»cr zu zeigen und alles.'was wir tun. so zu tun. daß der andere Vorteil, zumindest keinen Schaden hat. - Ixml Bcaconsfield, der englische Premierminister Disra'eli, der Jude war und Freund und Berater einer Königin, sagte einmal. Ein Manuel an Takt ist schlimmer als .ein Mangel .an Tugend. Denken wir einmal an die Verhältnisse in den Garderobenablagen nach einer Vorstellung oder an das rücksichtslose ..Vorw firisdrängchi" bei rbcrfülhmgen oder denken wir an die für andere Ohren nicht bestimmten, aber laut geäußerten Urteile, über Tagcsfrasen, über Kunst und Künstler. Denken wir auch an das. was dem guten jüdischen Herzen entspringt und in dem stark entwickelten Familienleben -wurzelt. Die oft blinde Liehe zu den Eigenen verhindert un? oftsie mit den Augen der Sachlichkeit anderer zu sehen. Denken wir hier nur einmal, um etwas hcrauszuhel»en. an die uew-iß gut gemeinten Grüße und Bestellungen Iieim Abschied, die noch hinterhertierufen werden auf der Straße, in der Straßenbahn, im Autobus, bei der Abfahrt auf dem Bahnhof, daraus gewiß das gute jüdische Herz spricht -— aber--- Diese Betrachtung über Herz und Takl ließe sich zusnmmcnfasfen: ins Herz' vermag uns niemand 7.11 sehen, aber der Takt ist dasjenige, was vom Hcrzrn an die 01>crfläehc dringt xmd darum muß es standhalten vor der Beurteilung der Umwelt. Es wäre schön, wenn nicht nur das jüdische Herz, auch der jüdische Takl sprichwörtlich werden würde. DER JÜDISCHEN ALLGEMEINEN Leiter: Siegfried Winitzki Hart am Abgrund vorbei (Aus einer Partie N. N. gegen Holcnsleiii) Weiß: 12 Figuren: Kgl; Dc2; Tfl, Tel; Ld2, LI.7; Se2: liaucr a2, c4, e5, g'2, li2. Schwarz: 12 Figuren: KI18; De7; TcB, Ta8: Lc8: S»4. ScG: Bauer g7, 17, <14, b7, a7. (Stellung naeh dem 18. Zuge von Schwarz) 19. Tll- O? (Statt dessen sollte Lh7—15 geschehen; nach dem TexUug »ird Weiß völlig überspielt.) 19. . . . Dc7—h4; 20. Tf3~ h3 Dh4—21. Kgl—hl (Jetzt droht Weiß das tödliche Lh7—g8+, Kh8Xg8, Dc2—h7+, Kg8—18, J.d2—b4-f nebst D—h8 mall.) 21. . . . ScC—g3: 22. Th3—Ii5 Sg4^c3:; (Greift die Oame an und droht Matt auf g2.) 23. Ui7—u4-f Kh8—»8- 24. I.c4—li7+ Kg8—18; 25. Ld2—b4-|- Te8—e7; 26. Lh7—c4 (Droht Thä—1>8 malt.) 2C. . . . gT—g6; 27. Dc2—bl gGyhö; 28. Sc2y d4 n~—a5; (Um Ll>4yc7-f, Kf8;;e7, Dbl—b4+ zu vermeiden. Schwarz ist zwar im Mchrhesitze einer Figur, muß aber wegen der offenen Stellung seines. Königs noch sehr vorsichtig spielen.) 29. Lb4Xc7+ Kf8xe7; 30. »bl—.1 Sg3vc4: 31. T..l>-c3 Üf2—h4? (I)d2!.Da3+. Kc8, hätte leicht gewonnen. .Der Tcxtzfi» erschwert und gefährdet sogar ilie Partie.) 32. Tc3—13 Sc4— cö; 33. Del—c3 (Droht Sd4— f5-jusw.) 33. ... Kr7—cK; 34. cä—c6 U8>;eö; 35. Sd4—15 Üh4—d8; 36. Sf5—g7-f (Wesiialb nimmt'Weiß nicht den Springer c5. Auf Ddl-jkann doch die ' Dame auf gl zwisihensctzen!) 36. . . . K"e8—f8; 37. Dc3>;c3 - Kf8: g7; 38. TB—g3— Kg7—116; 39. Dc5-c3-f KhG—1.7; 40. Üc3—e4+ n— fö; (Dieser Zug geht gerade noch. Auf 40____ Kh7—Iv8 würde üe'4—eö-Jsofort gewinnen.) 41. Dc4—f3 Ddü— f6; 42. Df3>:b7+ K-1.6; 43. Ii2—h3 Ta8—<I8; 44. 1)1.7—c7 Td8-d4; 45. Dc7. .a5 (5—H; 46. Tg3—b3'Td4-dl-f -. 47. .Klil — 1.2 Df6—al! Weiß gibt auf. lleidc Teile haben sich hier einen Kampf geliefert, der immer hart am Abgrund führlr und reich an dramatischen Höhepunkten war. Schachaufgabe Nr. 5 Von K. Krün (Wien) Weiß: 8 Figuren: Kai: T»7: 1.1,1: Sc2; Hauer a3. 1>2. SC, 1.3. Schwarz:. 9 Figiii-cii: Kh5; Sei; Ihmer h4, llö. f3. c2, -.16, eä, a'4: abedefgh ab ede fgh Weiß zieht und gewinnt. — Auflösung in unserer nächsten Schncliccke. Auflösung des Cbmigshrispicls iuis der letzten Si'hach-Itnhrik 2. Tc5—cö ti.nl Weiß gewinnt zumindest einen Turm. Auflösung der Schachaufgabe >ir. 4 1. Tdl—elü TeTvcI: 2. I)d7— f7+ Kg8-h8; 3. Tcl;.cl Tc8;<cl-!-; 4. Kbl —1.2 und Schwarz ist gegen ü. 1>I7—18 malt wclirl.M. Weiß:- 10 Figuren: Kbl: DI.3; "Tg4, T1.5; Lc4; Sc4: Hauer a2. 1.2. Ii. f4. Schwarz: 12 Finu ren: Kg8: Dc7; Tf8; Lc3; Itauer b7, 1.6. .14. f". g6. Ii7. (Stellung nach dem 22. Zuge von Schwarz) 23. Tg4; :gC-|-* (Eine sehr schöne Maltkomhinalion, die in einem. Dame-f.ä..fern.alt gipfelt.- Auf sofortiges 23, Db3—h3 wäre SaöX c4: 24. Th5 h7 Sc4—d2-f: 25. Sc4xd2 (oder 25. Kcl Sd2.rc4 \nul gewinnt).-De7—c7 gefolgt und Schwarz-kann zum mindesten immer noch kämpfen. Der Tcxtzüg dagegen gewinnt auf ebenso zwingende wie cleganle Weise in wenigen Zögen.) 23. . . . I..X «6: 24. ül.3-1.3! gGxi.ö; (Erzwungen) 25. Sc'4— f6+ Kü8-i7: 20. Dh3—g2-|-! Kg7xfrt: (Oder "Kg7—1.8 so 26. ng2-gS). 27. Dg2—gö malt!! Aus'dem'Reiche des Endfpiels Unerwartetes Patt Weiß:.3 Figuren: Kit»; Hauer li2. g4. fä. c2. Schwarz: 4 Figuren: Ke5: Sf2: Il.-.ucr f7. ^7. Weiß befindet sich nicl.l gerade in l.cncidcuswerter Lage, er hat zwar zwei Hauern füidie Figur, aber diese sind in der abgcbildclen Stellung ziemlich wertlos. Schwarz zog 1.'. . . Ke5— f4: und hier faßte Weiß einen hübschen Plan: 2. c2— c3~f- Kf4Xc3: 3. g4-g3 Kc3-f4: 4. gö-g6 17—IG; (Anf fvgfi Kvgrt mit remis) 5. h2—h4! In dieser pikanten Stellung bot Weiß remis an. was der Gegner entrüstet 'ablehnte, um alitr bald zu erkennen, daß er die Patlstething des Weißen mit keinem Zuge aufheben kann. Im Märzheft des „Morgen" (Plülo-Verlag) untersucht Ludwig Landau das Wesen einer ..Jüdischen Geschichtsauffassung"", von der aus erst der Weg zu jüdischer Geschichtsschreibung frei wird. Eine feine Studie Werner Ellmgcns ist dem Thema des jüdischen Witzes 'gewidmet. Marlin Hilter führt die fesselnde Darstellung des Erzählcrsüls der Bibel zu Ende. Ludwig Fciichtwangcrs kritische Bemerkungen zu zwei neuen Gcschichtswcrkcn beleuchten die jüdische Geschichte aus den Uranfängen des Christentums; Auch die übrigen Beiträge des vielfältigen Heftes sind von hohem Niveau, das dem „Morgen" stets eigen ist.