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Jüdische allgemeine Zeitung · 1936-03-25 · 13 (25.3.1936) · page 3

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Journal
Jüdische allgemeine Zeitung
Volume
16 (1936)
Issue
13 (25.3.1936)
Date
1936-03-25
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
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Es wird gemeldet: ■ Einer Mitteilung in ..Wirtschaft und Statistik'- zufolge, wurden am 15. Mai 1935 in Preußen insgesamt 1013 mittlere) Schulen mit 195 566 Schülern gezählt. 3202 oder 1,6 v. H. waren jüdisch. * ■ In Köln war, der Frankfurter Zeitung zufolge, einem jüdischen Schweincgroßschlächter dos Betreten des städtischen Schlacht- und Viehhofs verboten worden, weil er sich als u n - zuverlässig erwiesen habe. Das Urteil des Bezirksverwaltungsgerichts, das diese Verfügung bestätigt hatte, und die .Verfügung selbst sind auf Revision des Schlichters hin vom Öbervrrwaltungsgericht aufgehoben worden. * ■ Wie die ..Jüdische Allgemeine" zu der in der letzten Nummer veröffentlichten Meldung über die Studienreise von Rechtsanwalt Dr. Rudolf C a 1 Im an n - Köln nach Amerika erfährt, wird Dr. Callmann nach einem vierwöchigen Aufenthalt in der zweiten Hälfte des April nach Deutschland zurückkehren. * ■ Das tschechische Schulministcritim hat laut*,,Nur. Listv" der Stadt Prag mitgeteilt, daß es ihr die von dem Bildhauer Bilek geschaffene Bronjcstatuc des Moses unter der Voraussetzung widmet, daß sie in dem Park bei der A11 - N c u - Synagoge aufgestellt wird und daß die Stadt Prag alle damit verbundenen Kosten trägt. Bilek hat sein Autorrecht dem Schulnünisteriiun übertragen. - -'■ * * - Hl Das griechische Kriegs ministcri um und das Marineministcriuni hoben angeordnet, daß den jüdischen Angehörigen des 'Heeres und der Kriegsmarine ein einwöchiger l'r lau b anläßlich der P e s s a e h - Fe i c r t a g c. gewährt werde. . ■ 1 ' ' * ■ In Bologna ist der V o r s i t ze n d e ' de r jüdischen Gemeinde. Prof. Ing. Attilio. Muggia, gestorben. Prof. Muggia!x-kleidcte fünf Jahre lang das Amt eines Rektors .der Ingenieurschule von Bologna. Bei der Beisetzung waren Vertreter.-der Stadt Bologna und zahlreicher 'wissenschaftlicher' Institute anwesend. Die Gedenkrede hielt der Rektor der Universität Bologna, Prof. Ghigi. t » ■ Der Londoner Sladlrichtcr Herbert Metealfc verurteilte einen Angehörigen der Union of British J-'.iscists wegen beschimpfender Äußerungen gegen Juden zu. einer Geldstrafe von zwei Pfund oder einem Monut Gefängnis. ..Ich werde nicht zögern", erklärte der Richter bei der. Urteilsverkündung, ..jeden, der wegen Belästigung von Juden mir vorgeführt wird, ins Gefängnis zu bringen." *' ■ Vor dem Krfisgerirhl in R a il o m hatte sich der Bauer Jan Koziol wegen V o r b e r c i f u n g der B I u t b c s e Ii u I d i - g u n g gegen Juden zu verantworten. Koziol war der Urheber eines Gerüchtes, das behauptete, die Juden in Tarnabrzcg hätten . ein liUjnhrigcs christliches .Mädchen ,,zil rituellen Zwecken" getötet. Er wurde zu einem' Jahr G c f ä n g n i s, allerdings mit vierjährigem Strafaufschub, verurteilt. * ■ Der Architekt Guido Z e w i. Mitglied des Rates der Jüdischen Gemeinde zu Rom, der «ine Reihe der bedeutendsten öffentlichen Gebäude Roms entworfen bat. wurde zum Gruß. Offizier des Ordens der italienischen Krone Zwei Fünfzigiährige Dr. S. London — Professor Karl Strapp Der Berliner Arzt Dr. S. London kann am 26. .März seinen 50.. Geburtstag begehen. Die große Zahl der Ehrenämter, die . dieser stille, zuverlässige Arbeiter im Dienste der jüdischen Gemeinschaft bekleidet, ist das beste Zeugnis dafür, wie sehr sein W irken allgemeine Anerkennung gefunden hat. Seit vielen Jahren gehört Dr. London der religiös-liberalen Fraktion der Rcpräscntaritcnvcrsammlung der Berliner Jüdischen Gemeinde all und ist stellvertretender Vorsitzender des Gemeindeparlaments. Er ist ferner Mitglied des 1 Iauptvorstandes des C. V. sowie des Führerrats des RjF. Seine menschlichen, beruflichen und organisatorischen Fähigkeiten kommen nicht zuletzt der: Gcsundhcitsvcrwaltung der Berliner Jüdischen Gemeinde und dem Krankenhausvorstand, dessen Mitglied er ist, zugute. Seine bescheidene Art drängt nicht an die große Öffentlichkeit, ihm ist es. Befriedigung, in der Stille der Gremien und Ausschüsse mit Rat und Tat zu helfen. Dr. Londons reiche Interessen sind nicht nur sozialen, sondern auch künstlerischen Interessen' zugewandt, und es ist in weiten Kreisen bekannt, wie er und Seine-Gattin sieb der materiellen Nöte der jüdischen Künstlcrschaft auf allen Gebieten in den letzten Jahren in wohltätiger Weise jederzeit angenommen haben. Wir wünschen dem Jubilar noch lange Jahre reicher* ungebrochener Schaffenskraft im Dienste und zum Nutzen der jüdischen Allgemeinheit. * Professor Karl Strupp in Frankfurt a. M., der bekannte Völkcrrcchtslclirer, vollendet am 30. März das fünfzigste Lebensjahr. Er wurde 1922 Privaldozent für. öffentliches Recht an der Universität Frankfurt und dort 1926 zum außerordentlichen, 1932 zum ordentlichen Professor ernannt. 1933 in den Ruhestand versetzt, wurde er noch im gleichen Jahre als Professor für Völkerrecht an die Universität in Istanbul berufen, sah sich aber, im Vorjahre aus gesundheitlichen Gründen' zur Niedcrlcgung dieses Amtes genötigt. Strupp ist" ein unerkannter Forscher auf dem Gebiete des Völkerrechts,, das er in zahlreichen Schriften und Aufsätzen behandelt hat. Erjst auch als Gutachter in Fragen des internationalen Rechts hervorgetreten. Das „Wörterbüch des Völkerrechts und der Diplomatie", ein Standardwerk, ist von ihm herausgegeben worden. Strupps Ansehen führte schon verhältnismäßig frühzeitig zu seiner Wahl in wichtige wissenschaftliche Gesellschaften; so gehört er.seit 1927 dem berühmten Institut de Droit International an. Seinem jüdischen Glauben hängt er in steter. Treue an. G. L. Verlängerung der Jädifchen Winterhilfe in Wien Wien., Mit Rücksicht, auf die große Not unter den verarmten jüdischen Massen Wiens verlängert die Wiener Kultusgemeinde die Winterhilfsaktion, die am 15. März enden sollte, bis zum 1. April; ihr wird sich dann die Pcssach-Hilfsaktion anschließen. In der diesjährigen Wintcrhilfsaklion wurden über 170 000 warme Mahlzeiten verteilt. Für Schulkinder besteht eine Tagesheimstätte. Stark belastet ist der Fürsorgefonds der Gemeinde durch die steigende Not unter den aus Deutschland Ausgewanderten, deren Zahl infolge der Entwicklungen der letzten Zeit zugenommen hat. Eine Reihe . von Auswandererfamil|en wurde in einer gepachteten Abteilung eines Wohlfahrtshcimes untergebracht. - „Wege in die Welt44 Film und Vortrag — Versuch einer Löftang des Auswanderungsproblems < Dem großen und großartigen Palästinafilm „Land der Verheißung" ist jetzt ein weltumspannender Filmstreifen gefolgt, der unter dem Titel „Wege in die Welt" am vergangenen Sonntag in den Berliner ,,Babylon"-Lichtsnielen der jüdischen Öffentlichkeit zum ersten Mal vorgeführt wurde und als Illustrationsmaterial zu dem brennenden Problem der jüdischen Auswanderung dienen soll. Es ist kein Film, der eigen* zu dem Zwecke gedreht wurde, um in den Dienst der Wanderungsidee gestellt zu werden. Diese Ausschnitte aus dem Globus, gewissermaßen \on Pol zu Pol, entstammen einem ungeheuren Material, an dem Forschwigsreiacndc, Geographen und Geologen, Botaniker und Tierforschcr, Fotografen und FHraonerateurc jahrelang gearbeitet haben. Aus 200000 Meter Film «urde - dieser Querschnitt von fachkundiger jüdischer Seite zusammengestellt, um eine, wenn auch nur flüchtig vorüberhuschende Vorstellung von allen denjenigen Länder» in der Welt zu geben, die als künftige Wohnsitze von Juden, die gezwungen sind, eine neue Heimat zu suchen, genannt werden. Es gibt kaum ein Fleckchen der Erde, auf das sich die Filmkamera nicht gerichtet hat. Sie ist tief in jeden der fünf Kontinente eingedrungen, hat Bilder aus allen Weltstädten ebcium erhascht, wie Szenen auf entlegenen Eilanden. Aber so reizvoll iHM^pickwcisc die Bilder nordischer Landschaft, aus dem Lande der Stierkämpfe, von der glücklichen In*cl Hawai. uus dem Gebiet des Dalai Lama sind, die neben zahllosen eindrucksvollen Städte- und Landschaftsaufnahmen am Auge des Zuschauers vorüberziehen, so kann man sich doch vielfach des Eindrucks nicht erwehren, als seien viele der herrlichen und fesselnden Bilder Erinnerung oder Ziel sorgloser Weisender und nicht~mit wunder .Seele gesuchtes Land für eine Einwanderung von Juden aus Deutschland. Du es dem Bcarl>eitcr wohl kaum-darum zu lim war, Copri oder Pompeji, ilus Feuerland, Patagouien oder Tibrt als Siedlungsgebiete vorzuführen, wäre es vielleicht zweckmäßig. . bei künftigen Darbietungen des Films rauf solches feiiillctoiiiülisches Material zu Gunsten von Realitäten zu verzieh Ion. Aber dieser Film „Wege in die Welt" ist. wie «esagl, nur Illttstrationsmateriul zu einem .Thema, an dem jeder Jude Deutschlands dringend interessiert ist. Dieses Material wurde zwischen ücn einzelnen Abschnitten den Films in einem Vortrug pher jüdische Auswanderungszirle rund um den Erdball dargeboten,, den der Schauspieler J a c o b s o h n (.lohn) hielt. Der Schriftsteller Dr. Bernhard S c h i d I o f, den I-esern der „Jüdischen Allgemeinen" aus zahlreichen kulturhistorische» Plaudereien l>estcns bekannt, hat dieses Material über das Austtaiidcrungsproblem auf. Gruud ueuester Ergebnisse bearbeitet. Er begnügt sich über keineswegs damit, festzustellen, daß Arbeitslosigkeit, Wirtschaftskrisen, verschärfte^Einwundcnuigsbi'htiiinmingen und Transfcrschwicrigkeitcn die Auswandeningsgebiete auf der weilen Erde beängstigend einschränken, er gibt auch »Ich ein wenig optimistischen Versuch einer L ö s u 11 g a m ö g I i e Ii - k c i t. Kolonisation, so wird da gesagt, sei nicht nur Beurbcitiuig des Bodens. So hatten die ersten Ansiedler den Boden vom Manhattan, auf dem heute New York steht, nicht dazu l>cmilzt, duruuf Feldfrüchte anzubauen, sondern Häuser und Fabriken zu errichten.-. Die Leute, die noch Kalifornien gingcnr um. Gold zu graben, bauten Häuser, sie hauten San Francisco. Und was machte Palästina mit einem Male zu dem, was es heute ist V Nicht nur die fünfzigjährige gesegnete Artait »ler Kolonisten, sondern die Entwicklung von II ai f a zu einem Ilaiiptliufcn, die Entwicklung von Tel A w i w zu einer Großstadt, wie sie sich in den letzten Jahren vollzogen hat. Auf Millionen von Quadratkilometern sei noch Plutz für große Städte, so daß alle Juden der Welt bequem darin Platz hätten, um. ujs Arbeiter, Handwerker, Ingenieure und Techniker, uIm Kaufleute, Beamte, Künstler und Gelehrte wirken zu können. . In Kanada vcrbreiuie man den Weizen, aber auf Riesen flächen stehe kein Haus, keine Fabrik, clx-nso wie in Südamerika, wo »ler Kaffee verbrannt werde. Dennoch erhoffe man merkwürdigerweise immer noch eine Lösung der jüdischen Wanderung» frage durch Errichtung weiterer jüdischer Siedlungen in der Welt, um noch mehr Weizen, noch mehr Kaffee anzubauen, während fast ülwrall - dos Gespenst der Arbeitslosigkeit umgehe, und es an Geld fehle, auch den billigen Weizen, den billigen Kaffee zu kaufen. Wenn dagegen eingewandt werde, daß die weiten Strecket! und die riesigen Entfcrniuigcn Hindernisse seien, so könne man nur sagen, »laß sich heute Verkehrsmittel überall schaffen lasnen. Auch das sei ein wichtiger Punkt der Kolonisation. In einem technischen Zeitalter mifcfc in. erster Linie die Technik die Kolonisation einleiten. Brasilien beispielsweise, das 20nial so groß ist wie Deutschland, habe unbegrenzte Möglichkeiten der Ausnutzung noch für Millionen von Menschen, würde es für jüdische Einwanderung in größerem Maße freigegeben, so wäre es eine Hoffnung und eine Aufgabe. Aber die Aufgabe müsse richtig gelöst werden und dürfe nicht im Urwald stecken bleiben. Auch in Brasilien, ebenso wie in Argentinien fehle es weniger an Siedlungen als an Eisenbahnen, Häusern, Fabriken. Auf die Frage, woher man die Unsummen von Geld für die Durchführung solcher Projekte hernehmen solle, müsse man mit einer Gegenfrage antworten: Waren die Erbauer von New York, von Ghikago, von Philadelphia oder Sidncy Milliardäre, die das alles aus eigener Tasche bezahlten V Waren die Erbauer von Buenos Aires, von Rio de Janeiro oder Süd Paulo Milliardäre, die auf eigene Kosten große Städte errichten ließen? Kaum. Ebensowenig wie die Kolonisten, die anfingen; Häuser zu bauen, lauter Rockcfellcr waren. Sollte es im kommerziellen Leben unserer Zeit, das doch langfristige Anleihen zu ollen möglicheil Zwecken kennt, wirklich völlig immöglich sein, die Idee \ön jüdischen Aufbau-Bonds zu propagieren und zu finan* zieren? Festverzinslich, einlösbar in »Ircißig, vierzig, ja warum nicht fünfzig Jahren, imd für die der Grund und Boden ein«? fest verankerte Sicherheit böte, die v»m Jahr zu Jahr mit dem fortschreitenden Wachstum der neuentstandenen Dörfer, Orte und Städte automatisch zunähme. Es sc! nicht überflüssig, daran zu erinnern, wieviele Millionen schon dafür ausgegeben wurden, daß man. versucht hat, arbeitsuchende Menschen in solchen Ländern imterzubringcn, »Ii»' wegen Arbeitslosigkeit die Tore verschließen. Verschließen sie aber die Tore nicht nur für solche Gegenden, in denen neue Arbeiter nur im Wege stehen würden? Dort, wo neue Arbeiter niemand das Brot wegnehmen, »sondern im Gegenteil neues Brot schaffen wollen, ■i dort würde man vielleicht doch die Tore öffmm. Das Schlagwort muß heißen: Errichtet in den weiten brachliegenden Gebieten eine neue Welt! Tel Awiw und Palästina, wie es heute aussieht, sind in den letzten Jahren dos geworden, was Staunen und BeWlindenmg erregen , muß. Es ist genug Platz auf »ler Welt, viel mehr als die Juden brauchen. Alter mir. üc»u wir druußcn nicht Arbeit und Existenz » u c h e »»I «* Menschen anbieten^ die den überall tobenden Dasciu»- kampf noch verschärfen. Mindern nur, wenn wir" einen «Uirkcn pulsierendeu A u f b a u - II c t r i-c h anbieten können. Die Juden dürfen draußen nicht al* Konkurrenten rr-cheineu. MMitlern als Ncuschu f fciiilr! Daun werde dir Aii'wmidrniugsfragc ein anderes Gesicht bekommen. Auswandererschntz- Konferenz am 2. Juli? Die drei Punkte der TogrMirilniiiig. — RrRchmg drr flcrhl.lagi' au« Deutschland Ausgewanderter Gen-. Wie der Genfer /PA-Vertreter erfahrt, wird dir zwischcnslniillirlir llrgicruiigskoutcmiz, die KiilMhcidiui«ir~ül>cr dem Ilrchlsstlitus der Auswanderer Ulis 1) e u 1 s .• Ii I u ll «1 treffen soll, am 2. Juli I'JIIö in Genf zusammentreten. Die Kxpcrlcn-Konumssioii für Aiiswiindcrvrfragcn bulle in ihrem llcrichl «n den Yftlkrrlmiidsrul auf die Notwendigkeit hingewicfcii, du» bisher noch ungeklärte Problem des llcrlil»- status aus Deutschland Ausgi-wundettcr unverzüglich einer Losung zuzuführen. Die Kommission betonle in dioeill Ziwuiiilicillinug. da", es weder möglichnoch .wünschenswert sei, cm Sy»tciitiiiUnuili.iuulru Rechtsschutzes für «lies.- Auswanderer einzuführen, -das sich von demjenigen unterscheidet, welches, in rinij.cn l.unitenl bereit» Ausgewanderten aus anderen IJliuleru gewahrt »""«»■■ Die Kommission schlug zwecks rVstsctznng eine» solchen Hiclil»- •.lutns die Kililicrufuiig einer /.wisrhcnsluulluhcu llrgirniugsk.nii- ' rerrn/. vor. Dies« Konferenz soll mich den Vorschlügen der Koimusision die rechtliche Heile de», Allswundcrerproblrni» Iii weitestem Linning prüfen und eine entsprechende Lösung finden. Wie weiter uns (Wut hcrirht-t wird, lull der Gcncrulsckniilr de» Völkerbundes im dir Hcgicnuigcii uller Milglicdwlualcn de» V.Hkerbuude.. sowie im die Hi-gicrungeu der V c r e l u l jl 1 e u Stauten von N o r d a in e r i k u und der \ cn-migteu hlimlcu von llrusilicn ein Hiuidsihreilien gerichtet, in dem i-r an du- -llrM-hlüsse de» \ ölkcrbuuilsrillcs vom 24. .luillllir 1*J.I<» iiImt . i n Schutz der Auswanderer im» Di-uIm-IiIuimI erinnert und den Itegieriiii^en mitteilt, daß die in diesen IIo.ehlils«cn > orgrsehell» zwisrhciiMuntliclic Konferenz zweck» rcstwiziiiig eine» leg« eil Slulll» der uns Dcutschllllid Abgewundenen für den 2. .lull I Mo einberufen wird. ■ v~. . Gleichzeitig fdierreii hl der GcHcrulsckrcliirden eiugeludi-iieii Hi-icnin-en eine vom t)lierkonimi»»ur Sir Neill Mnlrolm nus- "earlM-ilcUprov'lMirischc Tngrwmlmmg der Konferenz. Sic eiuhüll 'die folgenden drei Punkte: I. Auimrhrjliuuc von pro vi,orisehen A l> m u c h U li ge. n betreffend ilrn rechtlichen Sliim» der uns Deutschlulld Ausgewanderten. In den Vcrriuliiirungcii sollen n) die Kategorien Ausgewanderter Iwzciclmct werden, uuf die die lle-elullg Anwendung finden wird; sie sollen l>) gcwi-.se. udniiiiislrutive Maßnahmen vorsehen:- Ausstellung von Idcnlitillstuid Hcisezertitikatcu; Gültigkeit diearr Zcrlilikulc, dauernde hinmtd Ausreiseerlaubnis für dir, .Inhalier dieser Papiere, ly»iru der Ausstellung der Zertifikate und der Visa; ferner llesliiimuingeii Ober Anweisung und Verweigenuig der Zulassung; »rlilirUhrh Maßnahmen, die die IlerblssU-lleii betreffen: llezeiilmung de» Klr den persönlichen Statu» der Ausgewanderten ninßgelH-ilden t.efct-zcs, Gültigkeit der von rcliguVeu Ifchürdell ausgestellten Papiere, Itechtc, die auf Grund der Limdcsgcsctzc erworlien wenleii kftimi-n (tdu-ifcht. Itecbtsfabigkcil verheirateter Krauen), Kliccbeidung, llecht dra Krschriiiens vor (bricht als Klilger oder lleklngler. •1. Ausarliciliing di-s Kutwurfs einer i u I e r n u I i o n u I e il K o n - vention. die iUn llechts»latii» der Ausgewanderten e.u dg il 11 i g festlegt. Prüfungder Methoden für die Krleii lilerung der Ausfolgung von Zivilslands- und linderen Papien-ll durch die IMiörden des I lerkunftslandc». Wir erfüllen hiermit die traurige Pflicht, unseren Mitgliedern und ' Vreunden mitzuteilen, daß" unser trenr» Vorstandsmitglied, der. langjährige Leiter tler lirzirk»grup[K! Norden, Herr Seminaroberlehrcr i. H. Hermann Falkenberg plötzlich aus unserer Milte geriwru wurde. Seine Kenntnisse, sein Ideenreichtum und seine Arbeitskraft machten ihn zu einem unserer führenden Mitarbeiter. Sein Verlust ist unersetzlich. Vtreinigimp für da» religiBs-libersle Judentum K. V. Heinrich Stern, Vorsitzender. Liberaler Verein für die Angelegenneilen der Jüdischen Gemeinde zu Berlin Dr. Julius L. Seligsohn, »tellv. Vorsitzender Am 18. Mira ist inuer Voretandsroitglied, Herr Semimiroberlchrcr i. R.-_ Hermann Falkenberg _ vtxi uns gegangen. Er gehörte seit Gründung imserefn Vorstand an. Wir hulsjii ihm in'seiner Arbeit höchste.Sorgfalt, unermüdlichen Eifer und standige Hilfsbereitschaft zu danken. Sein gütiges, lieschcidencs und aufrichtiges Wesen hat ihm auch in unseren Reihen nur Freunde erworben. CcschSftideitung und Redaktion der ^JOdiscben Allgemeinen Zeitung" Aufsichtsrat und Vorstand der Verlagsgenossenschafl in Deutsehland ansässiger Juden zu Berlin e.G.m.b.11. Der Begründer und Lehrrr der Liberalen Synagoge Berlin, unser lieber Freund Hermann Falkjenberg Seminaroberlehrer i. R. ist uns genommen. AN aufrechter Mensch, voll tiefer Hingabe für die Arbeil, bleibt er uns Vorbild. Er hat sieh in unseren' Herzen ' ein dauerndes Denkmal gesetzt. Cottfeldt Cerson Dr. Caro Arndt Schwarz

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