Jüdische allgemeine Zeitung
- Journal
- Jüdische allgemeine Zeitung
- Volume
- 16 (1936)
- Issue
- 12 (18.3.1936)
- Date
- 1936-03-18
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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eine Altordnung ilrr Frderniinn des Etnigrc» d'Allcmagnc en Frame, der Mitglieder der verschiedensten Richtungen angehören. Nel«eit Vertretern tler j ü d i> <• Ii «* n A tt s w a u d e ri'r waren am h Vertreter der an-gewauderl«:ii K a t Ii «> I i k <: n u n d anderer A iiswurtiir rcr bei der» Empfang anwesend. Ferner empfing der Oherkounnissar Abgesandte des französi-ehen Outre de Liaison de-» (iortiit«:s pour Ii: Statut des Iinmigres. Man niimnl allgemein au. daß die S-l a a t e ti k o u f r r e u z . die durch den Völkerbund /.nr Beratung der Auswanderniigsfrage chilic rufen werden soll, etwa Anfang -luli d. J. stattfinden wird. Dieser gcgciiülier dein ursprünglich angenommenen etwas Iiinatisgc-choln-uc Termin winde gewählt, um autW de» Mitgliedern «Ics, Völkerbundes auch »in/einen überseeischen Staaten. insltcsmidcrc!de» Vereinigten Staaten' von Nordamerika, die für «Iiizukünftige Verteilung der Aufwinden-r von größter Bedeutung sind, die Teilnahme an der Konferenz zu ermöglichen.. jüdische Auswanderer aus Deutschland nicht haben können. Ks war gerade das Ziel, nach Neuland Ausschau zu halten. So entstand ein im weitesten Sinne des Wortes weltumspannender Film, der in gedrängter Fülle die Länder der Krde mit ihren Lieht- und SchalleuM-ilen in eiijer Objektivität vor Augen führt, wie. sie. nur das Objektiv der Filmkamera aufnehmen kann, so dal» der lletrachler den Eindruck einer realen, unverfälschten. Schilderung empfängt. Der große Quen.chnittsfibiiv der seine Ergänzung, wie erwähnt, durch einen auf neuestem Mutcrial basierenden Hegleitvortrag erhalt, wurde aus einem Material von üImt 201MHH) Meter zusammengestellt. . „Wege in die Welt6 Kin Film im Dienste d«*r \n*waudrnui»-idee \\ if bereiti kurz berichtet, wurde jetzt in Ii:*rhu ein Film ziwimtiK ngcslcllt. der instruktives Anschauungsmaterial für jüdische Au-wandcrunusziele in der Weit bietet. Der Film, der den ■ Titel ..W>gc in die - Well" führt, wird." von einem Vortrag he-ilejiet. demnächst in geschlossenen Vorführungen iuni'rhalb der jüdi-eben Religionsgemeinschaft gezeigt werden. Dieser Film propagiert niehl die \iiswandc ntng in ein hcsliuuulcs Land, sondern will objektiv die Wanderung*- und -Siedluugsiiingliehkeiicji in der ganzen Welt aufzeigen. Während einerseits» bei der Ktmipo-itioii de« Film» .die jüdi-eben Erfordernis»«' in den Vordergrund gestellt uerilcn mußten, konnte auf der audi'ren Seite der Umstand nicht übersehen werden, daß — von Palästina abgesehen — die wenigen Brennpunkte jüdischen l,elwnin der Weh /erj-tvnU und speziaii»i.Tl liegen, aber auch gemäß der allgemeinen Entw icklium einen Abschluß in .»ich »<*|hst meistens gefunden haben und in dieser in »ich gesehh»ssenrn Form häufig ein prakti.-elie Ibxiltale versprechende- Inleres-e ■ für Die judifehc Bevölkerung in Baden Weiterer Rückgang im Jahre 19'JÖ Die rfiekläufige Entwicklung der jüdischen Bevölkerung in Baden, die bereits in den .lahren 11*33 und 11)34 festzustellen war. hat sieh im Jahre PJ35 fortgesetzt. . Wurde die jüdische Bevölkerung in Baden auf den 1. Januar V£\~t noch mit rund 18 700 Seelen ermittelt, so ergeben die Feststellungen des Oberrats der Israeliten auf den 1. Januar 1036 mir noch eine Scclcuzahl mim rund 16800 Juden in Baden. Das Jahr 1930 brächte also einen Ilückgaug in der Ifovölkcrungsziffer von über 10 "d. Ks wurden im Jahr l'J3» im ganzen Land 81 jüdische Kinder geboren. Die Zahl der Sterin:falle dagegen betrug 3-16. der Slerbcfibcr»ehuß also *26i>, d. s. annähernd 1.5 fl/o der Wohnbevölkerung.;Di<* entsprechenden Zahlen de-» Jahres 1934 waren: 65 Geburten und 'l'M> Todesfälle. »Im» ein Sterbe-Überschuß von 231 Personen oder 1.2 "...) Beachtenswert ist, daß von den Toilesfällen 18. also über 5 >. auf Selbstmorde entfallen. Die Auswanderung au-» hadisrlicu Cemciudeu ins Ausland brlh f neb nach den getroTfeneu Fc.-tstelhingen auf 1330 Personen gegenüber Auswanderungen im Jahr 1934. \ on tlen badischen Auswanderern gingen 538 oder rund 40 "u niieli Palästina, etwa 60 Q/q nach anderen Ländern. Unfriedlidhes und Friedliches am Main Sturm in der Sitzung der Fpankfurter Gemeindevertretung — Kein Ornat mehr im orthodoxen Gotlesdlcntt — Eine neue Bühne für den Kulturbund Die Beltattung der Toten von Przytik Radouu Die Bestattung des während des Pogroms in Przyiik ermordeten 40jährigen Josef Minkowski fand laut Anordnung der Behörden in später Nachtstunde statt, damit kein Aufscheu erregt wird. Trotzdem hatte sieh die gesamte jüdische* Bevölkerung von Przyiik am Grabe' versammelt. Trauerreden durften nicht gehalten werden. Die Bestattung der ermordeten Krau von Josef Minkowskidtr 4'ijährigtn v.Uaju Minkowski, fand in .Hadom stall. Die Behörden hatten die rberFfihruug der Leiche der Chaja Minkowski nach Przyiik zwecks gleichzeitiger Bestattung nitt ihrem Manne verboten. Die Polizei konfiszierte die von der jüdischen Gemeinde herausgegebene Beerdigungsunzeigc. Die jüdische Gemeinde von Itadoni beschloß, die vier Kinder der Pogromopfer von Przyiik m das von ihr verwaltete Waisenhaus aufzunehmen. In Przyiik wurden weitere zwanzig Personen, unter Urnen der Vorsitzende der nationaldemokratischen Ortsgruppe. AYludisIaw- Korezak. v e rJi a f l e t. Bei der Durchsuchung der Nachbardörfer von Przytik wurden viele den Juden gerauhte Waren gefunden. Sie wurden . den Kigentümern zurfiekgegel*en. -Die jüdischen Xarhharüciucindcu halK-n Nahrungsmittel. Kleider und Arzcueieii für die Opfer nach Przytik gesandt. In zahlreichen Gemeinden Polens wurden Trauergottc»dicnst<* Tür die Tolen \on Przytik . abgehallen. Die antifemitifefaen Unruhen dauern an, Lcjjiberg. Anläßlich des Be?ucbes des L'nierrichtsnnnislers l'rof. S-wyeutosIawski in Lemberg \eranstaltelen die nationaldetuol^itiseheii Studenten Dcnioiislrät innen, wobei sie an der UaiuU^ioVhsehulc die Vcn-lev einschlugen und auch gegen die Geschäfte von Juden in der Syk.stu-.ka' Vorgingen. Die Juden im ganzen Stadtviertel schlössen ihre Läden. Warschau. An. der Handelshochschule stürmten nationaldemokratische .Studenten das Lokal des jüdischen. Verbandes Gegenteilige Hilfe", demolierten die Inneneinrichtung vollkommen und" brachten den anwesenden zwei jüdischen Studenten sehr schwere Vcrletzutiiren bei. In Wilejka bei Wilua wurde in den Saal des jüdischen Theatern eine Petarde geworfen, die von den jüdischen Schauspielein, be\or sie explodierte, unschädlich gemacht werden kuimte. Der 65jäluigc Ludzer jüdisehe Grußkaufinaiiu und Guts-he^ilzer Markus Nelken wurde auf seinem Ort bei Kalysv. durch einige seiner christlichen Arbeiter ermordet und ausgeraubt. Kiuer der Mörder wurde vcrhnflt'1. fn den letzten Tagen ist es in eiucr lleihc \ou Orlsehaften in Pomerellen zu juderfi'eindliehcii A«-tH,]in*iliiii«rn üeknniinen. B r i e f f ü r -d i* e „J ü d i s e 1) e A 1 1 g e m i* l" n e" l'raukfurt a. M.. im März. Die alle \\ abrbe.it. _daß aueh die l nikehriiiig eines Spruches tuei>t elN'iiM»' richti» im. wie die ursprüngliche Fassimg. scheint dureh die jüngsten Vorgänge in den Frankfurter jü.Ii-rlifn Getnvinden l«-wieM-n werden zn M>\h*n. Hier 'ist es niehl r*o, daß während des , Kampfe» die Musen zu schweigen haben, .-ondeni ilie aiigcordw-lc Paiw aller künslleri>ehcii VeraiiLtalliingen scheint den fruchtbaren Boden für allerlei KatupT »eseliaffen zti'hal>eii: In de,r letzten Sitzung der Gcmeiudeverlntuiig gelegentlich der Fr.-alzwahl für den aus tiein Vorstand ausgeschiedenen Dr. Franz Wolf und der Ncube^elzlmu' verschiedener Kommissionen 'gab — gänzlich unerwartet' — die ^/iunisiisciie) Fraktion der Jüdischen Volksparlei durch ihren Viirsitzciiden Dr. Hans Pomeran/. nachstellende Krklärung ali: „Die Fraktion der Jüdischen Volksparlei hat ' vor zirka zwei Jahren den Beschluß zur Verlängerung drr Legislaturperiode tler Gcmiindeverlretnni: unter Protest hingenommen. Sie hat in ihrer formulierten Frklfmmg am gleichen-Abend, als dieser llcaelduß gefaßt wurde. <len Anspruch t-rliolx-n, daß; eine Ncugcstalluiig tler \crwalleudeu und gesetzgebenden Körperschaften der Gemeinde die uiihczwcifclharcu geistigen und strukturellen Veränderungen in Betracht ziehen 'müsse, die .sich innerhalb des mehr als zehnjährigen- Zwischenraumes seil der letzten Wald Vollzügen haben. Der Vorsitzende der Fraktion hat diesen Anspruch im vorigen Jahnbei der Ftatberaluiig in aller Ausführlichkeit neuerdings erhohen und den Beginn von Verbandhmgeu vorgeschlagen, die dann auch stattgefunden haben. In Anlehnung an die Grundsätze, die auch in der Kundgebung «1er Bcichsvertretung vom Herbst 193G ausgesprochen waren, haben wir ver-iieht. den Gedanken dnrrli- .zusetzen, «laß diejenige Gruppe.- die zu den wesentlichen Lehensfragen der jüdischen Gemeinschaft seit Jahrzehnleu die entscheidenden Gedanken geäußert hat. auf dem Gebiete des Schul- und Krziehungswcscns. auf dem Gebiete tler konstruktiven Sozialpolitik, in den Fra-irn der Berufspnlilik usw.. daß sie auch das [trchi haben müsse, an der Führung der Gemeinde nicht in Minoritätssielhmi:. sondern maßgeblich beteiligt zu sein, fn Aii|.;i"iini: an die Verhältnisse tler Frankfurter jüdischen Gemeindehaben wir in unserem, dem Vorstand der Israelitischen Gemeinde zugeleiteten, aber auch den Fraktion»'.i bekaim'^'^ordeneii Schreiben vom Iii. 1(1. \[i'y,7i unsere Wünsche dahin formuliert, daß für die Zukunft der Ijnfhiß In den Körperschaften der jüdischen Gemeinde st» verteilt werden soll, daß da-'Gewicht der bisherigen Majnrilät-gruppe niehl größer sein m>11 als das der Volksparlei. ,'\ or-iand o": 6"; .'i, Gi-meiudev ertt-etnng analog.; Im Zuge dicer . \ eihaudlung. die geführt wurde mit dein ILrrn 'Vorsitzenden der Israelitischen Gemeinde und mit den Herrn Verlieicrn tler Fraktionen*, hat sieb herausu'slellt. «laß keinerlei Neigung besieht, sieh diesen Vorschlägen zu nähern. l"in Ziigestäudui-. das -hinsichtlich' der Besetzung ' tlcs -\ nrstandes amrebnlen wurden ' ist. kann in keiner Weise als eine Berück^ichiiguiu: -tler zionistischen Wünsche gewertet werden, wenn, wie es der Fall war. die Anfrechlerbaltnn^ der absoluten liberalen Majorität die Vttraus-elztuig dieses Zugestäudnis-es \t;ir. Die Benchiii5uug dieses lilieralei» Hcrrschahsau-prucb>-. auf unbegrenzte Dauer wird von uns nachdrücklich bcuiiten. Die Begründung, die die Liberale Fraktion für ihre Haltung in ihrem Schreiben vom 22. Oktober I'.'.l." (also, muh vor der letzten erfolglosen Verhandlung) zu- >ninmengefäßt bat. beweist uns. wie stark die Divergenz der Meinungen zvii-ehen uns ist. Wir vermögen aus tler Ki-fuhrung unserer täglichen Arbeit iuniillcn der Juden Deutschlands "weder anzuerkennen, „daß ein Stimmenzuwachs den Zinnislen mehr aus dem koii-e'rvalivcii Lager zugekommen sei. als aus dem Tilieralcu". noch scheint uns die Meinung baltbar. daß die Auswandrrungshrwegung sich im wesentlichen auf Zionisteu erstreckt halle, eine Behauptung, die tlie Vermindemng tm»crcr Zahl beweisen soll. Wir vermögeu aueh nicht zu glaulien, ilnß weite Kreise religiös-liberal gerichteter Juden die Bedeutung des Zionismus und des Palästina-Auflinus nur ..der Entwicklung der Verhältnisse" entsprechend würdigen. Wir sind vielmehr überzeugt, daß es sieh liier Jim tiefgreifende und nw-Ii von etwa neuen Verhältnis.*-,, „Jehl mehr 'beeinflußbare neue Erkenntnisse handelt, die weile Teile der Juden Deutschlands der zionistischen Bewegung zugeführt hat. eine Entwicklung, die nicht ltcendct ist. Wir stellen fest, daß auch ein in deu letzten Tagen unternommener letzter Versuch zum Ausgleich der .Meinungen zwischen den beiden bauplbeteiliglen Verhandlungspartnern gescheitert ist und daß zusammenfassend keine Neigung besteht, die zionistischen Wünsche zu berücksichtigen. \ Indem tlie Fraktion der Volksparlei rückschauend dieses Ergebnis feststellt, wiederholt sie hiermit nachdrücklichst ihren Anspruch. Sie erhebt ihn im fnleresse des Friedens in der Gemeinde, den wir durch den Versuch, ein vor mehr als zehn Jahren geschaffenes MachtvcrhällnU zu konservieren, . als gestört empfinden. Sie erhebt ihn aus. dem Gefühl der Veranlworlung gcgenfil»er den Juden Deutschland»;, denen vor allem in deu letzten drei" Jahren die Hilfsbereitschaft des palästinensischen Jischuw" in einzigartiger Weise zur^ Verfügung stund, sie erhebt ihn in der Cber/.eugung, daß-nlie zionisliseho Bewegung und das von. ihr geleitete Aufbauwerk in Palästina allein in der Lage sind, den Juden Deutschlands heule seelischen Halt und, wie wir gesehen haben, in weitem' Maße, die Möglichkeil zu sozialer Seibathilfe zu bieten. Wir sind der Überzeugung, daß nur durch ein solidarisches Zusammenwirken gleichberechtigter Gruppen die vielgestaltigen Aufgaben wie der unsrigen bewältigt werden können. Dieser Aufgalteukrcis umfaßt heute niehl nur - «las Tätigkeitsgebiet einer Religionsgcmeinde; Leben' und Entwicklung haben diese Funktionen längst zu denen einer Volksg«'meinde crwcilcrt. - Deshalb hat eine zionistische Gemeindepolitik das Hecht, innerhalb der Arbeit der Gesamtgemeinde entsprechend gewertet zu werden. Ihre Absichten sind getragen von dem Bewußtsein einer Gcsamtverantwrtung über alle parteilichen Interessen hinaus. Die Wahlen, die heule abend vorgenommen werden sollen, bedeuten jedoch eine Fortsetzung «Ics von uns abgelehnten Verfahrens, durch eine formelle Legalisierung. neuerdings eine Machlverteihmg -zu stabilisieren, die wir nicht mehr als begründet empfinden; Wir setzen Sic deshalb davon in Kenntnis, daß wir uns heute abend bei «liesem Akt der Verlängerung eines Zustaudes. den wir hiermit als illegitim bezelchtfen. nicht beteiligen werden uiul dabei nicht anwesend sein wollen." I licrauf verließen sämtliche zionistischen Gemeindevcrlreter de: Sitzungssaal, die der Fraktion atigehörigen Mitglieder des (•emeindevorslaudes waren von vornherein schon niehl zu der Sitzung erschienen. Der Vorsitzende der liberalen Fraktion protestierte gegen dic-en ..Cberfidl". Mau könne sich «lern zionistischen Tolalitätsauspruch unter keinen Llmst ändeti fügen, iu den voraufgegangenen Verhandlungen seien bereits sehr -weitgehende Angeboife Licmacht worden, m> solle tler Vorstand aus \) Liberalen« .1 Zionisteu^ .'I Konservativen bestellen, die GrmeimleVertretung au-. I!> Liberalen und 17 Zionisteu und Konservativen. Er beantragte schließlich, tlie notwendigen Wahlen ohne Anwesenh eil d e r Volk s p a r I e i v orztinehmen und . fand dabei die volle l uierslülzuug tler konservativen Vertreter, welche ins- -. besondere auch den Gesichtspunkt, daß tlie II e i <: b s v c r t r e - l u n g die 7-ttnüstischon Ansprüche mehr «der weniger gebilligt habe, als für dio- Frankfurter Verhältnisse nicht maßgebend zurückwiesen. Schließlich fanden die Wahlen — ohne Volksparlei — durch cu-hltte-Atuiaiiuic~ der vorbereiteten Vorschläge statt. w«I>ci die' Volksparlei aufgefordert wurde, ihre I'ersonalv«»rsehläire für tlie reservierten Ktumuission.'-pnslen luuucr einer gewissen Frist eiu/nreiehen. Inzwischen hat sieh tlie. Situation, wie der Gemeiutlcvorsland. mitteilt, dadurch entspannt, daß weitere Verhandlungen zwecks I lerbi'iffihnmg eines g ü tlie h e u A u s g I e. i e h s zwischen den beteiligten Fraktionen geführt werden. Aber nicht, nur in der Hauplgrmciudc ist Krieg. 'Sturm im Wasserglas herrscht auch zwischen Hauplgemcindc konservativer Richtung und AuMritls-Orth«xloxie. Von letzterer wird gegen die Scbcchita des konservativen Gcmciudcrahhuicrs Sturm gelaufen und von diesem erlaubtes Fleisch als trefa und ncwcla bezeichnet. Sogar inlra muros «ler Friedbcrger Anlage wütet der Krieg. Der Buhl tiner hat den goUc^dtenstKchcn Funktionären das Trage n' d e s Ornats i m G <» 11 e"*s d t e n s t untersagt-, weil er darin ein Anzeichen — der. ja «loch mm als-wirkungslos erwiesenen Assimilation sieht. Der Versuch Samson Raphael Hirsehs. durch derartige Anglcichung an dio Umwelt Thora mit Derech Erez zn verrinen, sei ad ahsnnbun geführt. Aber, er-trifft auf energischen Widerstand bei den getreuen Anhängern llirschs und seiner Nachkommen. Wer weiß, welche weiteren Entzweiungen noch gefolgt wären, wenn nicht die Wiedereröffnung der Tätigkeit des Kuiturb u u d s bevorstände. Das Programm der nächsten Veranstaltungen ist noch nicht bekannt; doch muß verzeichnet werden. Kein Jude ohne Sedeir Aufr.nr des Preußischen Landesverbandes zu Pc-sach Der Preußische Landesverband jüdischer Gemeinden vvendet sich iu. einem Rundschreiben aus Anlaß des bevorstehenden Pessach festes* an seine Mitgliedsgcmeüiden. Die llabbiner und Lehrer der Gemeinden werden aufgefordert, rechtzeitig vor dem Fest de« Erwachsenen in besonderen Zirkeln Inhalt und Bedeutung der P e s s a eh - II a g a d a näher zu bringen und. diejenigen, deuru die Fähigkeit, emen Seder zu geben, fehlt, entsprechend auszubilden. Es soll möglichst kein jüdischer Mensch an diesem Pessach ohne Seder bleiben. In den ganz kleinen Gemeinden, in denen kein Gottesdienst mehr stattfinden kann, sollen die dort Wohnenden in die nächsten Gemeinden, eingeladen werden. Aueh am Pessachfest sollten Kinder aus kleinen Orten in tlie benachbarten größeren Gemeinden gebracht werden, um ihnen, ähnlich wie beim Sukkimsfcst, .von jüdischem Leben erfüllte Eindrücke zu vermitteln. Auf die Durchführung dieser Kinderaktiou Icnc der Preußische Landesverband besonderen Wert.' Die Synagogenftcuerii in Köln Kohl. Die Synagogengcmeinde Köln hat eine Neuerung eingeführt, um deu 'Arbeitnehmern die Zahlung der ■Synagogensteuern zu erleichtern. Stall «laß wie bisher die Steuern für ein Vierteljahr, auf einmal entrichtet werden, .soll in Zukunft die Zahhuig im Wege des Abzuges vom Gehalt durch «Icu Arbeitgeber erfolgen, tler die Steuern dann direkt der Gcmcimleku&c überweist. daß in allerletzter Zeil durch Pflege zeitgenössischer jüdischer Musik in Frankfurt endlich eine der wichtigsten Aufgaben jndwher Kunstpfhrge in Angriff genommen winde. Endlich scheint aueh — hoffentlich nicht zu späf— die leidige Saal frage für künstlerische, insbesondere dramatische Veranstaltungen in Frankfurt der Lösung näher zu kommen. Ein Beschluß des maßgebenden Ausschusses bei der Gemeindeverwaltung läßl für derartige Darbietungen nur noch die Bäume des Vciciusliaiiscs i'Frankfur.t-Uigc) zu. Die Hausverwaltung berat -zurzeit weitgehende Pläne für den notwendigen Umbau der Räume, welche durch Anbau einer den feuerpolizeilichen \ orschriftcji genügenden Bühne mit versenktem Orchester und Ehiban eiiu"- Galerie Platz, für mehrere Hundert weiterer Sitze und Gelegenheit zu allen in Frage kommenden Aufführungen bieten .-ollen. Wie wir hören, ist "mit einer baldigen Konkretisierung dieser Pläne, die auch den Einbau einer Turnhalle für S|Kirtzwecke umfassen, zu rechnen, die Fiuanzfragc stehe vor »ler Lösung, der Baubeginn sei alsbald zu erwarten. Auch auf anderem Gebiet macht die friedliche. Arb/u in der Frankfurter Gemeinde erfreuliche Fortschritte. Die Jüdische B er n I u n g s s t' t 1 If ü r W i r t s c h a f t sh i I f e trilt mit wichtigen' und bedeutungsvollen Plänen für die Bemfsausbihhmg tler -.eliuleuilassenen Jugend an die TJffentlichkcil. Sie will eine sntrcuaüule Vorleb re organisieren. Für Knaben durch einjährige Lehrgänge als Schlosser. Schreiner und Gärtner., für Mädclirn durch Ausbildung in 1 lauswirtschaft. Gärtnerei sowie Nähen und Schneidern. Daneben steht die ergänzende geistige Fortbildung durch die theoretische Unterweisung auf dem Gebiet «les gewählten Faches. Sprachunterricht mit Hebräisch als Pflichtfach. Englisch und Spanisch als Wahlfach. Judcntumskunde.. Biologie etc. Die Kurse sollen zu einer echten Gemeinschaft zusammenwachsen und sind daher in Form einer Tagesschule mit dort verabreichter Beköstigung gedacht. Als bedeutsam zu verzeichnen dürfte auch der Entschluß «Icr Jabrhumlerle alten Israelitischen Männer- und Frauenkrankenkassc sein, die als ...Kippe stub" bekannt, iu letzter Zeit ihre Haupltätigkcit in der Erhaltung ihres Altersheims sah. sich nunmehr wieder unter BesiiiinuiL' auf ihn; ursprüngliche Aufgabe als jüdische Krankenkasse der Frankfurter Gcmeindcmitglicdcr in . verstärktem Maße ■ zu betätigen. Erwähnen wir noch «He Feier des sechzigsten Geburtstages von" Dr. Eduanl Strauss. «les hervorragenden Wissenschaftlers und Judeutums-Kiindigcn, des glanzvollen Redners und Gründers der aus dem Iii henörgegangenen Bibcllescsrunde, so dürfte der Rückblick auf die wichtigsten Ereignisse eines bedeutungsvollen Monats im Frankfurter Jüdischen Gcmcindeleben damit vollständig sein.