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Jüdische allgemeine Zeitung · 1936-03-18 · 12 (18.3.1936) · page 3

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Journal
Jüdische allgemeine Zeitung
Volume
16 (1936)
Issue
12 (18.3.1936)
Date
1936-03-18
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Es wird gemeldet: ■ JWhtsanw alt Dr. Rudolf Citllmaiin- Köln. Mitglied des Präsidial ausseh usses der Hcichsvertrctimg und stellvertretender Vorsitzender des Central-Vereins hat sich zu Studie tiz w ecken u'a c h d c ii Vereinigten Staaten begeben. * H ^Vie die Ii u r m ** r K r s a t z k n s s e in ihrem Mitteilungsblatt \<mi März U-kauntgibl, werden in den ..Banner Vvvein". dev Cur die »khWevsivlicnut£Sl>fUvhti«en Mitglieder hrstiiuinl ist. Juden nicht aufgenommen. * , ■ Üii- Strafkammer des. Landgerichts Augsburg hat entschieden, daß als außerehelicher Verkehr im Sinne des Nürnberger G e >c l /. r s auch ein r e » c I w i d r i g e r Verkehr zwischen .Inden und Ücul.-clihlütigcu anzusehen sei. zumal da das Nürnberger Gc-etz neben dem Schutz des deutschen Blutes vor Vcrmischung aucli den Schulz der deutschen Khre I>c7.weeke. * ■ Nach einer Mitteilung des Berliner Polizeipräsidenten w urdc der ilerliner I»- u 11 v r g r o ß h a n d e 1 s f i r in a \V c i n - he rge r .und ihren Gesellschaftern auf Grund der Kandel-- bi-.srhränkungsverordnung jeder weitere 1 landel mit Lchcusiniiudu aller All in ganz IkuL-elilnml untersagt- Außerdem wurde die .-»fertige Schließung der Geschäftsräume verfügt. ..Die jfidi-chen Gescllsrha f ler dieser Finna hallen", wie es in dem amtlichen Bcriehl beißt. ..in der im Herbst.des Vorjahres plötzlich entstandenen Bultcrkuapphcil die ihnen zur gleichmäßigen Vcrleihing zugewiesene Butlennenge nur au ihnen gcuelune. zumeist jüdische W ieJcr\crkäufer weitergegeben iiih! die arisebeu Kleinhändler entweder gar nicht oder nur völlig unzureichend beliefert." ' SB Der früher dein Kii-emhlc des Berliner Jüdischen .Kulturbundes angehörende Schauspieler Kurl Katsch hal seine mit großem Filolg . uulci nimunene zweite Tournee durch Polen . beendet. Lc wird jetzt in einem jüdischen Tonfilm ..AI Ghci" spiele«, dre in War-ehau -inf genommen werden ndl. * B An- Jerusalem und gemeldet; Die ans Deutschland eingewanderte 20jährige S e Ii a u s p i e I e r i n G i s e I a Bleib erg. Mitglied des. Theaters Knmcdia llacrez Israel. \uU Selbstmord begangen. In einem Abschiedsschrcil>cu gab sie eine Schilderung der schweren [.eiden, die sie in den letzten zwei Jahren durchzumachen hatte und die sie letzten Fildes zu die>eiu \"erzweiflnugsscliritl gedrängt haben. BS der Nähe von Tulkarem wurde, wie aus Jerusalem gemeldet w ird, ein A u t o h u s von einer Wcgelagcrcrhande. überfallen und,angehalten. Kin Jude wurde erschossen, ein Araber schwer verletzt. Als Teilnehmer an dem Cherfall wurden sechs Araber aus Tulkarem verhallet. * . (E9 Im Namen der 1 u x e m h u r g i s c Ii e n B e g i c r u n g' hat Ministerpräsident Ileeli den in der Kammer von einem M>zinlislischen Deputierten eingebrachten Antrag, ein Sf Ii ä cht. verbot zu erlassen, energisch zurückgewiesen und erklärt;-, cm Schächtverhot würde mit dem in Kuxeniburg herrschenden Geist religiöser Toleranz unvereinbar sein. * ■ Der polnische \ tzcmiuisicr für Kultus und ' 1 ulerricht. Pater Z t> \\ g n 1 I o w \ v /.. der in der Verw nllimgskmmmssinn lies Sejm den S e h ä e h t v e r b o t s a u trag a I s v e r f a s s n n g s - widrig bezeichnet halle, sah sieh infolge der gegen ihn von der antisemitischen Presse eröffneten Kampagne veranlaßt, seine I> e in i s s i o u einzureichen. Abgelehnte Konzeffion für ein jüdisches Kaffee e Das Sladlvciualtmigsgerichl in Frankfurt a. M. hatte sieh dieser Tage mit einem KoMzessionsantrag Für ein jüdisches Gafi* in der Leipziger Straße zu befassen, davor kurzem polizeilich. ge>ehhissen worden war. Der Schwiegersohn des bisherigen (u- Iiü.ikts 'ersuchte um FrW-ihmg der Konzession. Der Mann hatte seil PJ32. als sein Schwiegervater in finanzielle Schwierigkeiten geraten war, praktisch "schon' da* Cafe geführt, obwohl er keine Konzession hatte. ' Da*. Gericht lehnte den Kon/essioiisantrag ab. In der Begründung wurde gesagt, daß die Konzession des eigentlichen Inhabers bereits erloschen sei und «laß nach der -Spcrr- \eronhuiug «*i»r Neukonzesflon nicht orteilt werden könne. Auch die persönliche- Zuverlässigkeit des Antragstellers habe verneint werden müssen: ebenso wurde dje Bcdürfiiisfrage für ein jfidi-ches t"afc in Bockenheim verneint. Fürforgeerziehung auch für jüdifehe Kinder Das I.amlgerieht Kfdn hat. wie in der ..Deutschen -Freiwillige:! Gerichtsbarkeit", dem. Krgänzungshlalt ■ der Deutschen Justiz", mitgeteilt wird, in einem Beschluß festgestellt, daß .Inden ausländischer oder deutscher Staatsangehörigkeit hinsichtlich der Zulässigkcit der Fürsorgeerziehung nicht anders zu hchaud.du sind als Ausländer, die Nichtjuden sind. In der erstenlustaiiz halte das „zuständige- Amt-gcricht den Antrag eines Jugendamtes abgelehnt, einen jüdischen polnischen Minderjährigen der Fürsorgeerziehung zu fdierweisen. Diese Entscheidung hob das Landgericht auf die sofortige Beschwerde des Jugendamtes hin auf. In der Begründung erklärte es. ebenso wie tifc Fürsorgeerziehung eines Ausländers zugleich mit " dem Bexten des Minderjährigen auch den Schutz der Allgeiueiuheit fördere, gelte dies für einen jüdischen 'Minderjährigen. Die Bassengejcizgebung erfordere keine andere Beiirtcitun«:. Schwierigkeiten b;*i der \on -arischen Kindern getrennten Lnlerhringung jüdischer Kinder dürften sieh kaum ^ergeben, da Anstalten vorbanden seien, in d?nen sieii nur jüdische Minderjährige befänden. Auch der Grund, daß durch die Fürsorgeerziehung 'jüdischer Kinder dem Staat Kosten cntstüinh-n. stehe der Fntscheidung nicht entgegen, denn auch dic.-c Konten dienten zugleich dem Interesse der Allgemeinheit. Solange ein ausländischer Minderjähriger, gleichviel ob tr Jude sei oder nicht, sich in Deutschland aufhalten dürfe, könne .unter den erforderlichen \ oraussetzungen seine Fürsorgeerziehung angeordnet werden. Tbcr die. Frage, ob etwa ein solcher Ausländer und seine Eltern auszuweisen seien, habe die Verwaltungsbehörde zu entscheiden- & ' ~ ' „Hille und Auf bau" gibt Rechenfchaft Was für die Juden in Deulfchland gelan Morden ill . Der Z e n t r a 1 a u s s c h u ß für Hilfe u n d A u f b ti ti 1km der Beiehs\ertreluug tler Juden in Deutschland legt in einem umfangreichen Berieht üIht seine Tätigkeit auf den einzelnen Arbeitsgebieten im Verlaufe des Jahres VXir», dem dritten Jahr seit Bestehen des /cntralausscIuL^sA's. \or. In der Kiulciluug wird! u. a. im Anschluß an die bekannte programmatische- Krklänuig des Präsidialaus.schusses der Bcichswrtrctiuig \om '2'2. Sepiember iy3.Vdie Kinheitlichkcit iler Juden in Deutschland in der Hilf— arbeit unterstrichen. Die Wanderungsbewegung Der eigentliche TätigkeitslHTicht lieginut mit einer Darstellung der Wanderungsbcwegimg'. deren Planung dein Wändeiiingsaussrhuß d"er lteichsvertrelnng untl tlen-n Dnrchfnhning »lern Palästinaamt und dein IIilfs\crciu fJdiegeul'*s wird festgestellt, daß bisher v I w a '.\ 0 0 0 B J u d e n a u s Deuts c h I a u «I n ach 1» a 1 ä s t i n a und ungefälir \ "> Ü 0 0 b i s * I) I) l> M n a c h rbersee ausgewandert sind. In Zukunft werde die Auswanderung jüflischer Familicugruppeu In-Mnulers gefördert uiüsM'n. wot>ei iiLsbesond<*re für ilie Familien des jüdischen Mittelstandes gesorgt werden muß. Ks' soll nach Möglichkeit eine A erhinduiig der Auswauderuug \<m Personen mit Kapital mit der Auswandernd» l iiWmittcller geschaffen werden, woltei ilie Wanderung nacli Palästina' im Hinblick auf den Kapitaltransfer und ilie d«»rti^nt Millelstandssiedlnngen \ou besonderer Bedeutung ist. Der Bericht wendet sieh sodann der ausführlichen Krörlertuig der Paläsliiiawauderung zu. die durch das P a 1 ä s I i n a a in t betreut wird. Hervorgehoben wird insI>csondeiv iler gegenwärtige M a u g e I a u H a u «I w e r k e r z v r t i" f I k a t e n. H.'l Persuuen sind auf derartigen I faudwerkenu-rtitikalen im Ik-richtsjahr /.ue Auswanderung gebracht worden. Dem stehen 27P' l'er-ouen gegenüber, die auf ArWiterzertifikalen nach I^rez Israel gingen, und IUI) Personen, ilie von im Laude ansässigen Familienangehörigen angefordert worden -»nid. Durch dir J u g e n «1 a I i j a sind rund IlHJO Kinder /.ur Auswanderung gebracht worden. Nur in A u - - n a h in e fäll e u können Zertifikate f ü r M e ir s e h c u ü h e r ~.\7> J ah re ausgegeben werden. Die Menschen dieser Kategorie, bilden eine sehr große Sor*:e des Palä'linaainlcs; eU'itso die bereits >ii;h im An-laiide befindenden Mcu*chcn. die muh Palästina geben wollen. Bei der Darstellung der Wanderung jiaeh d:;i eiiiopäisebeu uud.überseei-cheii I.ämlern. die Mtm II i I f s \ e r e i n betreut wird, wird das Anwachsen der Auswanderung im Verlaufe des letzten halben Jahres: \on I'Klö festgestellt. Insgesamt sind hu Jahre l'Kl.1!?27 Personen, die nach europäischen Ländern, und UÜTdie nach ül>crsccisrhrn Ländern auswanderten, unterstützt worden, \ i»u ihnen sind IGI8 IVrsnueu deulselie Slaatsangeliörii-e gewesen. *.)'2G Ausländer und SlaatenloM-. Die an sie gezahlten l utersiützmigeu belaufen sieh auf uiehrerc luimlerltau-end Mark. Insgesamt sind in den Jahren \'J'Xi bis lf>.'J,"> f> .1 144 Menschen zur Wanderung gebracht worden. Werltei muß jedoch betont werden, daß in dieser Statistik nur die Fälle berücksichtigt sind, bei denen die Auswanderung unter Zuhilfenahme öffenllhh-jüdiselier Mittel erfolgte. Die Wohlfahrtspflege In einem weiteren Abschnitt wird die Organisation und Durchführung der WohlfahrlsarlH-it. die jn den Händen der Z c u I r a I w o h 1 f a h r t s s I c I I c der Juden in Deutschland Hegt, geschildert. I licrhei wird hl--besondere auf ilie jüdische Wohl-' fahrlspflegc in den k(eingemeinden eingegangen. Die Aufwendungen, die die einzelnen Gemeinden pro Kopf der jüdischen BcAölkcruug Jur die Wohlfahrtspflege machen, sind bemerkenswert. In Berlin sind es z. B. 'lii.G'.i BM pro Kopf der jüdischer. Bcw-dkerung. in Breslau 11.02 HM. in Hamburg l'JJH UM. in Mainz \[)MG HM: in zahlreichen Gemeinden I>c(rägi der— Anteil iler So/.iallaslcu ein Viertel bis ein Drittel des Gesamtetats. In Berlin h' trngen die Aufwendungen im Jahre 1*KJ4 noch ±2.\\\ HM pro Kopf der jüilisehen Bevölkerung gegenüber HM im Jahre VX\ö. in Dresden lt\I geneiifiber L'I HM. in Stettin 10.78 B\l »egenüher IL.1.1 HM. Das jüdifehe Schulwerk F.iugehcude Krörterung findet die Kntwiekhmg des jüdischen Schulwerkcrs. wurden die Probleme, die durch di" angekündigte (•cstallung des jüdischen Schulwesen^ in I^'iilseliland gestellt sind. Die Z.ihl der im "schulpflichtigen Aller '<> bis 14 Jahre) lM-find- IIcIhu jüdischen Kinder in Deutschland wird auf 44 000 gr-cluim. ton denen beute bereits rund '20 000 \ o in jüdischen S e b ii lw itIi' e r f ii ß i sind, das sich im Verlaufe der Ie|/ieu drei Jahre, nahe/n verdoppelt hat. Zur Zeh sind I0."»7 Lehrer '|M>chjiftigt. milKschäftigl sind ca. 4."i0. \hv* (•eliugeii des g»«- -amten jüdischen Sehnlwcrkcs hänge sowohl von den aUgcim-iiim Fr/icbnngsrähigkciten der Lehrkräfte, als auch ln-Mindcis \on ihren jüdischen Kfiiiiliti—^>u ab. Für /ahlreiche l^'hn'r werde eine /usät/Jiche \u-bilduuerf«irderlieh sein. Behindere An fluerlsam kc.it erfuhr die Ausgestaltung und Planung tfo auf die acht Jahrgänge dei \olkss,-hulc aufgebauten n e u n I e u S e Ii ii I - j ah res. \ou dem alle die erlaßt werden sollen, die na*4i dem Abgang wm der Schule in d<*r Hegel mit I41'., Jahren noch ui"ht icif zu einer beruflichen l'nisclieiduug wUt lU-nifsausbiNhiug "ind. «wler deren 1 tilcibringiuig in 'Lehrstellen iiichl inöglii4i ist. Dandwr hinaus sollen in diesem Schul jähr ln-ondeiv ei /iebei i^ehe Foul» - (Urnen und jüdische UiMimu-mifgulNMt vihilll werilen. Weiterhin wei-«lni tlie |''r'wavhseuenbibhing und die sogenannten Knhnvfabrten. dic<-\om Prcußiseiicii Landes\eibaiiil jütlEscher (M-uieindeii tcraiistallel werden, geschildert und ihre Bedeutung bei vorgeboU'il. Die jüdifehe Wirtfdialtshilfe Dil- \<>n der Zeulral-Icflc für jüdische \\ irlschiift-hilfc bei der^ _lh ichs\ril)elimg Im'I reute W i r t * e b a f I s b i 1 f'e a r b e i l wird -tHlanu nach ihren Aufgab n- und iiishesouderc. im Hinblick auf die wirtschaftliche Situation der'Juden in Deutschland, auf die l.iquidations- und \\ aiiih'riuigs|H*weguug ilargesielll. Säiutliche \\ irlsihaftshilfsstellen itu llejch wurden im Jahre VXi.~, yuti 02 <HI0 PeiMtucn in Anspriicfr^ciionuiien. Ziisaiumeitgefaßi ui der Zentralstelle für jüdisAic Darleheuska^eu arU-iteii gcgcnwinli» dt» Dar1cheuska"seu. da\un M* t)rt>- und 24 He/'uks-Darlchcn-*- ka-M-u. Filde tlcs Vorjabic-> licstaiideu nur 4."> Kassen, ihivon Ml Orts- und 17 Ite/irU-Dai Icbeuskasseu. Da« in' den jüilisclmil Dailehciiskiissen zirkulierende (*csi,nilkapital Iwirägt gegen« in lig Kind 12001)00 BM. da\on etwa ein Drittel Ktcdite der American Joint Uccuie-iruciioii Ftuiudatiou. Die (M-tueiiiden haben die Darlcheii-kas-en mit Fr folg in die Hi/iale Arbeit einwl/eu können. Die Dis/ipliu und Zahbiu>j-nunld der Srjmlduer hat sieh gehe—erl. Insgcsaiui si„d in 2." 10(1 Fällen rund HJ10 000 HM misg. bVheu woid'-u. Die Kredite bcltiigeu im (M'sauildurcbsehuill '147 l\M. Du* BenifsuinfcliirJitiiiig V« i iler Darstellung der Bcrufsiuusclnchlung winl insU'soieh'ii' auf die Laue des \ u s b i'l d u u g s w r r k e h und die Sthwirig- Keiten biugc\tic-en. «Iiisich der Bernfsausbililillig •'nlgegcnge-tellt haben. I ngeai lllel die-er Selm icrigkcilcu i-l <*!» gehiMgeu. da»« Audtildimgswrrk auf den Stand des Jahres \*X14 zii ballen. IWciclmcnd ist. e-*. daß -ich früher eine große Anzahl allerer Personen einer Bcrulsiuiisrhirhlinig unler/ogen hat. während l'ljfi im wes4*ntliehen Per onen im .Aller von IK ld-« 2.'» Jahren neu in Ailsbihluiig^slältcn uulcrgchnii llt worden sind. \U wird betont, wie sehr zur Zeil säiiilhi he Kidleklivansbililiiugssielleii ülM-i fülr? siiul. Am I. Januar \\KV> iH'fanden sieb 4IMLV Pitsoucii in der Iteriifsituisehiehlung. "am Schluß des Jahres 47WI, von denen :!(Ui7 Pcrsouen im Inland und I KU im Auttlaud waren. Der \uteipder Männer mit 70 \. IL überwiegt lH-i weitem den AnleU der Frauen, unter den Beruf«uuiscluchllcru. llrvor/.ugt winl \*f't der Berufsuuischichtmig die Landwirtschaft und (•ärtuerci. In ihr siml im lulantl 72 Pnt/.eul der männlichen und 7ft(2 Pn»*rnt der weiblichen Lin-ehnhllcr lülig, im Ausland B4 bzw. .14,5 Ausblick in die Zukunft Der Arbeitsbericht schließt mit einem Ausblieb auf die gegenwärtige und zukünftige l^'isiiuig^fäiiigLiii und l<ci-.iuug der Juden in Deutschland für Hilfe und Aufbau/ wird fc-igi-4lelli. daß .-ich die rückläufige Knlw ick long in immer MArkerem Maße auf ilie wirtschaftliche Kraft der jüdischen (Gemeinden, und iusbi-onilere. auf die Klcingemeindcn auswirkt. Anrh im kommenden Jahn* müssen die äußersten Allstrenguiigi'n gemacht wenb-n.. um das Werk \oii Hilfe und Aufbau aufrecht zu erhalten, \oriH'reitiing und Durchfübrung' der Wanderung, BeriifMimschiehluug und -Schiilwcrk werden die Kernslücke pHnlukliver I lilfclei.^tuu^ nin. N<it und Mangel in tan-end (fCHlalleii werden verstärkt ihre Stimme erheben, und alle* wird gemacht werden müssen, um unsere (iemeiusibafl in ihrer wirlsebaflliehen kraft soweil_/n. crhaltin, daß sie allen Anfoidernn^i'ii gewachsen s'*in wird. Antigone im Berliner Kulturbund ..Nicht mit zu hasse», mit zu Üelien bin ich da." Diese und andere Worte von Fw i«keils\\ert und voll Menschlichkeit, die Si>phi'klcs seine Auligone sprechen läßt, halw-n «lieses klassische Trauerspiel aus der gricchis(4ien Mythologie bis /um heutigen Tage lebendig erhalten. Trotzdem war es ein W agnis des Kultur-1 -blindes. iKc-es Werk, das kein „Theaterstück" im heutigen Sinuc ist. und dessen CJedahkenwcll uns ferner liegen muß. als Bühnenstück zur Aufführung zu bringen. Das Geschick der Kinder des Oi.-dipiis. das \or unseren Augen abrollt, vermag imbeule nur /u fesseln, wenn es in einer Weise vorgeführt winl. tlie unserem (!»•- schmackseinitfiuden entspricht. Daß dies der Leitung des Kullurbuinh*s gelang. Heß aus dem- Wagnis ein Krlebnis werden. Ünier der Hei;!'' Fritz Jcssiirrs zeigte <las Scbaiispielen-ciuldc l^dsiungen. die eindrucksvoll waren und die Zlihorerffciiafl packten. Lines allerdings muß man den Hcgis-eur fragen: War es unbedingt nötig, zum Srhußhüd die Lejehuaiiir des Uacinoi) und der KurydiYe auf die Bühne zu I»ringen V Auch ohne dieses ail di<* Nerv in der Zuhörerschaft zu starke Anforderungen stellende Bild wäre die Toteukla^c des Kreon eindrucksvoll gebliel>en und der Schluß noch wirkuugsvollcr gewonlen. Die Auligone war (> e r d a K I e t n - W e i ß m a » n . sie sprach die \ erse des Sophokles in vollendeter Form und ließ die Zuhörer ihr Schicksal mitempfinden, auch äußerlich entsprach ihre Auligou:- den. Vorstellungen, die an ilie.se Gestalt ^'knüpft sind. Ihr gegenüber mußt«: die Ismenc von H u f ii M a n u - h e i m e r verblassen, obwohl auch sie es verstand, die Verse eindrucksvoll zu sprechen. Kine ülicrragciide I-eL-tuug Iwt Fritz Wiste« als König Kreon. \U Tyrann, als \*erkör[»«*rting der Hensehcrgewail und von unlM-ug»amem Willen war er edten-o packend wie im Schlußbild uU vom Si4iicksal Cesrhlagener. Walter Herz (1 lertner) als Hacmon konnte indessen nicht üb<Tzeugen. seine Darstellung des Bräutigams der Antigonc, der ihr in den T'M' f°'clum4i Wünsche offen, fn kleineren Bollen wären /u erwähnen: Jenny B c r u » I e i n - S e h a f f e r als die uuglüekliebf Geuiidiliu des Kreon. Marlin (IIijmm- I;iIh blinder Seher Teirc-ias, Marlin Brandt alt Bote und Herbert G r fi n b a u m in der glaubhaften Personifizierung des \\ äeblers. Fin iM'.-ondrres Lob verdienen die Sprechrhöre der ibebanis) bei» Greisi-. die ewige Worte von Weisheil, Demut und Menschlichkeit in disziplinierter Form 'zum Ausdruck brachten. Dan Bühnenbild von Heinz Gondel 1 -e|mf den klassischen Hahmen. die musikalische t mrammuig von Werner Sc e I i g - B a ß war der Stimmung des Werkes angepaßt. _ Kllgrn Hiilh. Der Aufführung ging ein K o n /. e r 11 e i I voran» dexM-u Linie zu einem gewissen Grade auf dai F<dgende Inn an«gericblel war. Ztuiächsl der Mcisler. dessen Kunst, stärkste lm|Ullse von der anttkrn Tragödie empfing: (ilucks imlidLsrhe Iphigenjen-Ouvcrlfin' erklang, von Kurl Singer breil aitgclcgl. Hierauf die. feierliche Pracht BoM-iunüllerseheu Harocks und die Obwlheit des 4. Bnuiik'iiburgisidicii Koii/.erles. beides unter Itcrthold S u it d« r; dl« Wiedergabe hal etwas au Durilisiebtigkeit und Klarheit geuouucii, doch ist. die Zeieheiigebimg stellenwVis;- zu unruhig. Der neue Kou/crltucisler A. Police h u k spielte diin \ loliiwdo mit gcsuiiflem Stilgefühl und uuisikantiseher .Frische. - _ II. V'rryUtm, -.«Sanwin und Djlüa" als Frslvorstclhiiig Die Premiere de* Kulturbund-Theaters ..Sam-oii und Dalila" am Montag, den 2.'L \Iär/. 8.1." I hr, findet als Feslvorslelhmg 4-u '(.utisteu der J it ilisr h c » W t it t e r h i I f e stall. Die"~0|M:r von Saint Sarn-v ist von Intendant -Dr. Kurl Singer inszeniertj tlie Bühnenbilder und Koslümc stammen um I fein/. Onidrlk die. (.höre wrrden eiiHliuherl von ^Kapcllmeisler Sander, die ««•clmiselM* l^-itmiir hat Ihm« SoiHlhcirn. Die Dalila singt in der FeHVorstellung Fräulein Sii-aime L o w e n » l e J n , den Samson das ehemalige Mitglied der Berliner. Staat*o|HT Fugen" T r a n » k L Außerdem situ| in der Fcstvorstellung folgende Sänger bcHcbäftigt: Siegfried Lrim*. Gerhard Pcchnrr, Fritz l^cluwr M>wje Olilzki und Kulhait. In der Holleder Dalila wird Krau Lipiu mit Kräulfin Li"iweii-n in, in der Holle des Samson Dagotart Meyberl und Mai Mansfeld mit Fugen TraiutkL olternicrcn. Die Solotänze wenlcn äiisgeführl von Htith Gomhdl. Nclly I firarfi, Sill>ermaiin ii|id Bado.. ,

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