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Jüdische allgemeine Zeitung · 1936-03-11 · 11 (11.3.1936) · page 6

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Journal
Jüdische allgemeine Zeitung
Volume
16 (1936)
Issue
11 (11.3.1936)
Date
1936-03-11
Page
– (sequence 6)
Language
German
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2 X Hochzeit Familienfeft in Strausberg y> Der Verlader der nachstellend t*n humorvollen Scliiklertinj; tiner Lanilliochzeit um d..s Jahr 1815 ist der in Stnnisberi: in der Mark Hcbürerie Bankier Arou Hirsch HeVina n » , der Itji><) in Berlin c«- , stürben Ist. lir h;it eine yioli/ütfitfe Wohltätigkeit entfaltet, die sich ii. j. au! die Ausstalttiii« iiiiitelIosi.T Braute erst'eckte. Die Aufzeich- ' innigen sind einem vun Hans Bach bcMirKtcn, kulturhistorisch .tusserordenllicll reizvollen Baiidrlien des Schocken Verlages ,Jüdi srbe Memoiren ans drei J'alirhiinilrrtirn" entnommen, atil das wir noch zuriirkkufiniren werden. Nachdem sieh ein jeder -cm GalaUcid angelegt, u-r.-aiiuuclic. mau sich iu der Wohnung der Braut, nur der Bräutigam durfte ikm:]i nirlil da"sein. Jetzt, ungefähr um II Llitv wurde dir Braut \oiii Possciuuacher be Mingen, wolirt rr sich ein ern-des Gericht aux-Iiiiulllr. Der Ce-aug wttrtlr. tu \Vr>e.ti \on gutem Deutsch und mit Miir-ikbegli innig \ingei ragen und "bildete »cHi-»4:rmaßcn «ine Ansprache an dir Braut filier ihr Künftiges Verhallen im ehelichen und ^rH'JI.-ehafllirlifii Lehen. Die Melodie zu dieser Ansprache Wliitt» jedtH'li **t wchmülig und deren Vorhall in den Ohren der l'rauru so mächt t«1.. daß dic>e schon fünf Minuten \or Beginn der Mn-iU zu weinen anfingen. Anfangflogen die Tränen nur Iropfemwii-r, hahl aher ci^ihH-n -ir Mch in' Sirriuien. und es hätte hiebt die Überflutung einlreieii Knuniii. »nm nicht begonnene au-<hclfcri->chr l'Yaurji noch zur rechten Zeh dir Schlcn-cn der Träiirniui'-He Iiciabgela»-cn hättet!, iu richtiger V<irau->-iehL daß zu einer d< llTlüVll-I iiueh. eintretenden ItTlTlruim noeh eine Porlion Tränen aufgespaati wenlru müßte.1 Rührung, Menuett und Erfrifchungen Naeh Bccn,.ligung diese- Dramabegab _M» li der männliche Teil der Gä-te nach drin I lail>e, wo der fh äilligaiu weilte. Er -a!.\ iloi'l fest - iMilirrl. -u;ihi>rhr-inlteli. ilamil er Zeil halte nachzudenken. Nun wurde aneli er \<»iu l'os-.enuiaelier besungen. Sf) wmde /.war. gemeinhin genannt, alier cw«r mehr die Rezitation einer Verinabnuug in einem Gcmi-ch mhi Hebräisch und Deutsch denn ein Gesau». Darauf -rlirill nun der Bräutigam Iiervor aus seiner Kammer, freudig wir rin Ifeld. zu durchlaufen dir, Halm 'Psalm V.l.. Mil dem MuxikKorps an d«-r Spitze geleitete mau ihn naeh drm I laiw. in wi-Irheiu die Braut mit der Damenwelt zurückgeblieben war; aher zur Braut?H-Nisl kam er noch lauge niehl. er mußte in einem anderen Zimmer hleiliru. Hierauf fand das Bcdccl.cn der Braut, .stall. Neue Rührung für die Damen und Verbrauch des nservirrtcu Träuenreste-. Tanz eines Menuetts und 'Ei-frjVhuiig dureh Kaffee und Kurilenwobei aher das Brautpaar das Zusehen hatte. Denn dien* fasteten in der Ursel bis nach der U:u|>jh>. das heißt bis nach drr Trauung. Naeh ein Uhr erhob sieb die ganze CcsellM-haft. und miler Mu:-h\;l>cgleitung wurde das Brautpaar naeh dem liau-e des Hür-irrnu iVtrrs geführt, wo der Tratihimmrl auf^rriiliUi und dir Trauung vollzogen wurde. Dem Zu«ic voran ginjr dir .Iu»rinl mit brenurnden. infloeliienrn Wachs-, HrhtZen. Jetzt trat mm. der Rehhe iif seiner. Kijienseliaft als Hiasan auf und .san« Mi addir. in einer Melodie und mit einer Sliminc <lureh welche Hatten und- Mäusi* verjagt wurden. Nun _ wurde die Rraul dreimal um den Bräutigam herumgefrihrt — .wahrseheiiiireh. damit rr ho sieb noeh einmal ordentlirh an- >ebe. rbe rr >ieh iu den Ahirrnnd dos rheliehen f/>I>cns stür7.t. Eßbefteeke mitbringen Nachdem der Ileblx* in setner Eigenschaft als Geistlicher die Tramm« vollzogen halte, begab sieb die ganze Gesellschaft nach dem I-Ysllokalr, wo nun das junge Ehepaar unirrstürt geffenscitig aulieißrii konnte; das heißt, das Frühstück einnehmen. Jetzt spielten dir Herren Karten und die Damen tanzten zum Teil, oder uuterlni'ltcn sich ungefähr zwei .Stunden lang, dann strömte alles von jung bis alt ein jeglicher nach seiner \Volinung. und beiderlei Geschlechter kleideten sieh um für die Tafel — es war sclhstveivliir.dlioh. daß die Frauen auch die IlniüVn wechselten, denn heule mußte mau sieh in den viyscluedoncn Stantskleidern sehen lassen. — Jeder Gas| nahm aurh -Messer. Gabel und Löffel mit sich. Denn al*» hat es der llchbe gleich bei der Einladung im Auftrage des Gastgebers angeordnet. Es blieb dabei auch einem jeden überlassen, für sich eine Serviette mitzubringen- Diese wurde aber nU mmfil/.er Kallas) angesehen und daher das Mitbringen unterlassen. Hei Tische amü-ierte sielt ein jeder uneh Möglichkeit, das heißt er aß so viel, als er nur konnte, von den Itattmülfir-ehcn. der Suppe, gelben Hülieu, Itind- und Kalbfleisch, Gänsebraten. Apfel- und Mu-Utrten-, dies der stereotype Speise- /.eitel. Die Hochzeitsgaben werden ausgerufen In den Zwi>c!icnp;mseii trug der!N>ssomiiachcr, sprechen wir hier zum rr-teninul seinen Namen und mit Ehrfurcht _ aus — Urb Leib Lenzen — etwas \nr, erstens „Hall nur ein wenig stille, betrachtet meine Brille" und -h> weiter, dann zweitens „Den Srhlos-rrgrM'lleu" >■»'' zulcl'/t drillen* „Den^ Hauern". Dies war >eiur »an/e <;elebr.-ainkcil, die er auF einer jeden Hochzeit zum Ho-teif »ab, nicht mehr und nichL weniger. Zum Seblusse der Tafel mußte er die I loeh/.eilsgcschenkc ausrufen, und zwar >przicll. via!- ein jetler dem jungen Paare zukommen ließ. Fürwahr, ein M*br uiiilclikati> Verfahren. a!>er man kannte es nicht anders, und es würde ein Verstoß gegen die gute Sitte gewesen sein, hätte mau es unterlagen. Hol» Leib Lenzen stellte sieh auf einen Stuhl, und indem ihm jeder einzeln nach und nach das betreffende GeM-heuk in die Hand gab, fing er an: ..Do schenkt Heb A. r silbernen Eßlöffel. Do schenkt Reh R. e Zuckerzang'. Dt> H-hrnkl Reh C. ikupperneii Kes^-I" und so weiter. Die einfame Braut Gleich nach dem Segens>piuch vor aufgehobener Tafel -lüiiute allenach Hause, um sieh jel/.[ wieder neue Kleider für den Tan/ anzulegen. Natürlich durften bei den Damen ebenso weniü eine neue Haube wie neue Tanzschuhe fehlen. Jetzt ging der Tan/, los. für welchen auf manchen Hochzeiten die üu- \eiheiralcleii jungen Leute erst dir Musik bezahlen mußten. Nachdem man. um es. richtig zu bezeichnen, viele Stunden hcrunii:e>|iningi-n war. etwa um zwei tlir des Nachts, da wurde in dcii' Herzen der Frauen das Mitleid für die. Kraut rege, urnl «ir dachten daran, üic in ihre Ruh:- zu bringen. Der bestehenden Sille gemäß machten sie. und zwar ausschließlich die Frauen» noeh einen kleinen Tanz mit ihr und geleiteten sie .dann nach ihrer neuen Wohnung: mau nannte dieses: Lcigcu (Legen, führen), l ud in der Tal 'wurde sie dort von den Frauen entkleidet und wie ein kleines Kind zu Rette gebracht, worauf jene nach dem I estlokal zurückkehrten. Da lag mm die Hraut iu ihrem Kämmerlein ganz isoliert und wartete der Dinge, die da kommen würden. Allein es kamen keine Dinge, und auch der Bräutigam kam nicht. Haid wurde sie ängstlich und jammerte: „Was säumt er und kommt noch nicht, .was zaudern die Tritte seiner Füße?" (Vergl. Richter fi.28 Gesang der Debora.) - Ein graufames Spiel Nachdem die'Hraut ,.in Ruhe"-gebracht worden war, war es Sache der verheirateten Männer, nunmehr auch den Bräutigam, naeh dem gedachten Ausdniek Leigcn zu führen. Da wurde aber uiH'h lange nicht daran gedacht. Nachdem nun auch jene ausschließlich mit ihm herumgetanzt, wurde er allerdings nach seiner Wohnung geführt: an der Tür angelangt, aber wieder nach dem Fest lokal förmlich zurückgeschlcppt, und da ging nun der eigentliche Tanz mit Run los. Dieser wurde genannt der ..Odorn risehnuns-Tanz" (Tanz des Urmenschen Adam.) Daran nahmen ' sämtliche männlichen Gäste teil. Sic machten eine große Hönde und saugen dal>ei: ..Adam hatte sieben Söhne, sieben Söhne harte Adam, sie aßen nicht, sie tranken nicht, sie waren alle liederlich, sie machten alle .so, sie machten alle so", und da wurden allerlei Grimassen und Gestikulationen dabei gemacht, und alles dieses mi lati«ie wiederholt, als noch einer der Tänzer imstande war, ein neues Fralzongosiehl oder eine neue komische Körperbewegung hervorzubringen. Als man nun nach langer Zeit endlich genug sein ließ des für den Hräuligam grausamen, für die anderen-aber lu-tigen Spiel-, da wurde der Bräutigam wieder "abgeführt und bis zu seiner Tun* gebracht, aber ins Haus wurde er nicht hineingelassen. War indes-en der Bräutigam etwas freigebiger Natur, so fand er bald ein Mittel, ohne welches er unbarmherzig wieder . ziirüehiic-chleppi worden -wäre: er verschrieb eine Anzahl Flasrhcn auf den anderen Tag, wo man ja doch wieder zusammenkam. Und mm war er von den Händen seiner Peiniger befreit. Tu dem Festlokal tanzte man noch fort ... Jüdifche Hochzeit in Marokko Ein ergiebiger Gefprächsfloff — Empfang im Haufe der Brauteltern — Unter den Kitingen tles Hochzeitsmarfches — Rabbiner traut ini Straßenanzug traditionellen Kopfputz der jüdischen Frau erinnern daran, daß noch vor nicht allzu langer Zeit das „Judenviertel" hier eine Welt für sich umschloß. Eine Zivil trauu n g gibt es für marokkanische Juden niqht; aber in diesem Fall "gehören beide Familien, obwohl seit Jahrhunderten hier ansässig, einen andern Staatsverband an, wie es unter der wohlhabenden Scliicht häufig der Fall ist: die Braut ist Holländerin, der - Bräutigam Engländer, und so vollzieht der englische Konsul^ die notwendigen Formalitäten, bevor sieh'das junge Paar auf die Hochzeitsreise begibt, zu der alle Zeitungen ihm einen .,c>vigca Honigmond*1 wünschen. SpaltenVange Artikel scliildcrn am nächsten Tage alle Einzelheiten des Festes und vergessen nicht zu erwähnen, daß die Ritualien' nach dem „von Moses gebotenen Gesetz der israelitischen Religion" vollzogen worden seien. Orient und Okzident, Vergangenheit und Gegenwart reichen sieh die Hand. Brief für d i i ..J ü d i che All« cmcin c Wenn eines Tages die drei Zeitungen" der kleinen marokkatuM-hcu Stadl ültereinst!nunend melden, daß am nächsten Mittwoch die Hm'hzci'.urr schönen Mcxtdita G. mit dem jungen-Kaufmann Salomen F.. beide aus angesehenem jüdischen Haus, .stallfindet, und daß dies Ereignis nicht nur von der gesamten jüdischen Kolonie, sondern auch von. der europäischen und arabischen mit Spannung erwartet wird, so ist die Erregung im Ort groß, und aiu»- gichigor Gesprächsstoff ist vorhanden. Es ist noch nicht lange her. daß eine solche Hochzeit sieh über mehrere Wochen hinzog und zur-1tokostiguiig der Gät-tc ein Rind nach dem andern geschlachtet worden mußte.' Heute liesehränkt man weh auf zwei' Tage und beginnt wie stets mit einem FeP| im Hause der Brautehern, die mit größter Aufmerksamkeit die Fülle der Gäste am Eingang cm p fangen. Außer allen bekannten jüdischen Familien des Platzes haben sich zahlreiche prominente Persönlichkeiten eingefunden, so der -Bürgermeister, die Konsuln vieler Länder, verschieden t Generäle und andere hohe Offiziere und Beamte und seih«* das Stadlobcrhaupt der Araber mit mehreren musclmännischen Begleitern. Vor allem aber ist der Oberrabbiner zur Stelle und verliest in feierlicher Form das H.c i r a t s v e rs p rc cb c n . das in hebräischen Lettern auf kostbarem Bogen aufgezeichnet ist. Dann jedoch wandelt sich die Szene in ein ganz europäisches Bild: am Arm des KousuL von Holland eröffnet die Braut einen Ball, der durch den hier üblichen „Lunch" (Backwerk. Süßigkeiten, Früchte, kalte Platten und Getränke aller Art) unterbrochen wird und bis spät iu die Nachl "alle Teilnehmer in heiterster Stimmung vereint. Jetzt aller beginnt wieder der Orient: die Braut nimmt Ab- ' schied vom Elternhaus und wird in I a n g e m Zuge, mit Musik und Gesang, durch nllo Straßen in das Haus des Bräutigams geleitet, wo sie die Nacht iu der Obhut ihrer Mutter verbringt. Von dort kommt sie am nächsten Nachmittag zu ihren Schwiegereltern, im weißen Brautkleid, dessen lange Schleppe zwei weißhehaudschuhtc Kinder tragen. Myrtben und Perlcnschnürc im Haar. Mit;ihrer Mutter und einigen Freundinnen schreitet sie unter den unvermeidlichen Klängen des 1 lochzcitsmarschcs aus dem ..Sommernachtstraum" durch das Spalier der Gäste die Treppe hinauf, wo sie am Eingang der Wohnung ihr Bräutigam empfangt und seine Mutier ihr als Zeichen-des freudigen Willkommens ein Glas Milch reicht und sie mit Reis bestreut. Mit den beiden Müttern nimmt sie sodann auf damastenen Sesseln unter dem kost' baren, mit weißer Seide, Myrlhcu und Blumen über und Tiber geschmückten Trauhimmcl Platz, während der Bräutigam iu Cut und Zylinder, eine sensationelle Konzcssion ah die europäische Mode, davor steht. Der Rabbiner, im Straßenanzug mit grauem Filzhut. vollzieht die Trauungszcremonic, die mit dem Segensspruch filier den Wein und dem „glückbringenden" Zerschlagen eines Glases beginnt. Dann aber wird der teils in hebräischer, teils in spauischer Sprache abgefaßte Ii c i r a t s k ont r a k t verlesen, der die genauen Bestimmungen über die Mitgift enthält und eine Entschädigungssumme festsetzt", die im TremiungsfaRe der verlassende Teil dem andern zu zahlen hat.. Dieses Dokument löst scheinbar große Freude aus, denn ein Teil der anwesenden jüdischen Frauen stößt mehrfach jubelnde Töne aus. ebenso wie bei den folgenden, wenig melodiösen Gesängen, in die die Männer mit einstimmen. Es herrscht eine beängstigende Fülle in dem Raum; denn es haben sieb alle Gäste des Vortages •— Juden. Spanier, Araber und Ausländer — wieder eingefunden und Hazu noch viele Neugierige und Fremde, da bei einer llochzcit jedermann willkommen ist und nicht nur freudig bewirtet wird, sondern beim Absrbicd noch eine hübsche Gescbcnktüte mit Näschereien erhält. So ist erklärlich, daß man kaum atmen kann und die bleiche Braut wiederholt ein stärkendes Getränk gereicht bekommen muß. Endlich ist es so weit, daß der Bräutigam sich ihr naht, ihr mit den geheiligten Worten der Überlieferung den Ring ansteckt uud die Stufen des ..Throns" zu ihr emporschreitet. Da mil ist die Zeremonie beendet, und alles umdrängt glückwünschend die jungen Eheleute, bevor man sich in den Spanisch- Jüdischen Klub begibt, wo im Anschluß wiederum ein großer. Ball statt findet. Man sieht fast nur europäische Kleidung, und nur einiüc Verwandte im altertüniHchcn Gewand und mit dem Der Urfprung der Sintßut-Gefchichte In ehiem Buch über den Ursprung der .hebräischen Kultur im Lieble neuer Ausgrabungen uud Entdeckungen, das demnächst in London erscheinen wird, weist Sir Leonard Wo Hey nach, daß die Geschichten der Schöpfung uud der Sintflut im Alten Testament, b a b y Ionischen Ursprungs sind. Er bezeichnet es als sicher, daß die Schöpfungsgeschichte in den unteren Teilen des Euphrat eitstanden ist. Da leider die babylonische Version der Schöpfung und des Sümlcnfalls verlorengegangen und nicht wieder aufgefunden ist, ließe sich nicht feststellen, wieweit sie verändert worden sei. Dagegen ist die" babylonische Beschreibung der Sintflut durch Zufall größtenteils erhalten geblieben; und es hat sieh gezeigt, daß hier nicht nur Einzelheiten'der Geschichte, sondern diu AusJrueksweise /ich wörtlich im Allen Testament wiederfinden. Da nun feststehe, daß die erhaltenen Kopien der babylonischen Version mindestens zur Zeit von Abrahams Geburt verfaßt worden seien, so könne mau sicher sein, daß sie und nicht die sogetKiunteu mosaischen Erzählungen älter seien. Die Geschichte von. der Sintflut ist nach den Angaben des Verfassers eine m e s o p o t a mi sehe Legende, die au eine geschichtliche K a t a s t r o p h e anschließt, von der man viele Spuren im Roden von L'r, der Ruiueustatlt am.uulcicii Euphrat. gefunden hat. Es hat sich danach bei der Sintflut um eine weitausiiebreilclc, aber immerhin lokal begrenzte CImt- H'hwommun» gehandelt. Sogar das [>okalko]oril der Version im Allen Testament deute auf diese Gegend hin- Die.-e babylonischen Legenden wurden von Ahraham mitgenommen, als er das hochzivilisierte Ur verließ und sein Nomadenleben begann, von dem das Alti' Testament erzählt. KLEINE MITTEILUNGEN Ilehlcügcdt'iikfcicr. Der Reichsbuud jüdischer Frontsoldaten, Landesverband Berlin und Mark, veranstaltet aus Anlaß des Heldengedciiklages am Sonntag, den 15. 'März 1936. vormittags 10.30 Lhr, in der Synagoge Oranienburger Straße 29 eine Hcldengedenkfeicr. .Anschließend, 12.30 Uhr, Gedenkfeier der Kameraden auf dem Ehreufricdhof iu Weißensce. Die Liberale Synagoge Norden veranstaltet am Freitag, den 13. Marz im Rahmen des Gottesdienstes eine Gefallenengedenkfeier. Am 14. März 1936 veranstaltet die Liberale Synagoge Nordeti abends 7.45 Uhr, in der Synagoge Schönhauser Alice 162 einen Gemeinde-Abend (Auneg Schabbos). Ansprache: Rabbiner Dr. . Swarscnsky: Religiöse Gesänge, und Vorträge. - Mitwirkende,-u. a.: Fra*i Ilormstadt-Oellingen, Öbcrkantor John, Kantor Jakubowski. : Einttttskartcn sind in der Synagoge Schönhauser Allee 162 sowie bei Herrn M. Gotlfeldt, Wisbycr Str. 62, bei Herrn Direktor Plaut, Schönhauser Allee 162; und in der Buchhandlung Martin Salomou, Hein rieh-Roller-Straße 21, zu haben. Eintritt: 30 Pfg. Die Ktuistlcrh:|fc der Jüdischen Gemeinde veranstaltet am ' Dienstag, 17. März . 193Ö, 20.15 Uhr. im Hause von Herrn Dr. Wongtsehowski, Kurfürstendamm 182-183 (nahe Olivacr Platz}, einen L i e d e r a b c n d von- Maiüa Bracken. Weitere Mitwirkende: Werner Lywen, Geige; am Flügel: Leo Taubmann. Das Programm cuthält Werke der Komponisten Monlfcvcrdo, Wolf, Schallt, Fromm — jüdische, tschechische, spanische Volkslieder — Beethoven, Vidi: Sonate G-Dur. Auskunft erteilt Miuija' Barkan, Halcuscc, Johann-Gcorgttraßc 3. Telephon: Hochmeister .17 7138. Eine Seliülcrvorslclhmg findet in den Räumen der Schule Fcigc-Strasshurgcr, Berlin, Kochstraße 3, statt, die die Zeichnungen und praktischen Arbeiten aus allen Klassen der Schule zeigt (Modische Entwürfe und Reklamczcicbnuiigcn, Akt-, Kopf- und Kostümstudicu, Erzeugnisse der Werkstätten für Schneiderei und Handarbeiten. Die Ausstellung wird Sonntag, den 15. März, eröffnet. Besichtigung von 11—1 und ü—7 Uhr. Ein Untcrhaltiingsabcud ..Alt-Berliner Humor um 1830" wird von der Jüdischen Winterhilfe der Jüdischen Gemeinde zu Berlin am Dienstag, den 24. März, um 20.15 Uhr im Brfidervercinshaus, Kurfürstenstraße 115, veranstaltet. Es gelangen Dichtungen, Lieder und .Tänze in den Kostümen der damaligen Zeit" zur Aufführung. Außerdem werden Lielitbildcr-zu Berliner Redensarten naeh Originalen des Märkischen Museums gezeigt. Als Mitwirkende haben sich zur Verfügung gestellt:-die Damen'Johanna- Meyer. Camilla Spira, Lili Vera Elkan und Erna Klein sowie Herr Erich . Fabian. Karten zum Preise von 2,— und 3.— RM. sind iu der Kantstraße 158 (Künstlerin!fe) erhältlich, außerdem bei den Mitwirkenden. . Die Gruppe Neue Synagoge im Synagogen verband Berlin Veranstaltet am Sonnabend, den 21. März 1936. abends 8 Uhr, im Trausaal, Oranienburger Straße 29. einen Vortrag des Herrn Rabbiner Dr. van der Zyl: Aus der Welt des Talmud. Musikalische. Umrahmung: Ifen' Öbcrkantor Gollaniu. Das Winter-Semester des Jüdischen ■ Lehrhauses wird mit einer Semcster-Sehluß-Fcier beendet, bei der ein Einblick "m die Arbeit der künstlerischen Arbeitsgemeinschaften des Lchrbauses gegeben werden ndl. Sie findet am 12. März, 20.15 Uhr, in der Aula Joachims thaler Straße 13 statt. Die Mar/.- Ausstellung jüdischer Künstler vom Sekretariat für Bildende Kunst, Marburgcr Straße 5, L zeigt Arln-itcu -der Künstler: Viola Böhm, Bildhaucrin: Adele Reifenberg-Rosen bäum. Malerin; Ludwig Schwerin, Maler. — ßcsichti- . gung täglich und Sonntag von 11—2, Sonnabend von 5—7 Uhr. Personalien. Herr Carl Cohn, Hamburg, Kieler Straße III, und Frau Emma geb. Goldsehmtdt begehen am 14. März ihre goldene Hochzeit. ■ Der Hauptschriftleitcr der ..Jüdischen Allgemeinen Zeitung". Dr. Eugen Tannenbaum, ist durch den Tod seines Vaters in Trauer versetzt worden.

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