Jüdische allgemeine Zeitung
- Journal
- Jüdische allgemeine Zeitung
- Volume
- 16 (1936)
- Issue
- 10 (4.3.1936)
- Date
- 1936-03-04
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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LTtitcn>lützung zur Auswanderung gebracht worden. Zur \orbcrcilung der Auswainlcrcr hat ihr Ililfsvr.rcin Sprachkurse und Vorträgeüber Eaudi -^kimde der Kiiiuanderung.s.sl.iyten ciiigcrichlel und sorgt für aufklärende In formal innen und dii; Bekämpfung unverantwortlicher Projekte." Die Hilfe der Ica Lrunard G. Monte Höre ülirr du: F,el>lmigrii zugim-teii der .luden aus Driil-ehland . I^uidou. In einer am I. Marz . abgehaltenen .Sitzung der Angl o J e w t a h A s s ii ■ i a I io n gab der Vor-hzende. |. v o - uard G. Monlcfiore. einen rherhliek über dir. Lau«- der Judeu in Milte)- und Osteuropa und wir-, auf 'Ii'' /.Uimuslen der Jlldeil dieser Lander uutri'liouijucuf u Ililfs.'iklimien"hin. Monlefinnl»cfaßle sieh u. a. mit drr Kritik, die in letzter Zeil an der Ira wegen Ihrer a 11 g e l> l i e Ii <• u Z u r ü e k - ball ii ii g Im*I diesen Hilfsaktionen geübt wurde, timl' galt bekannt, daß von der lea bisher für Hilfe .in .(udeii au-. Deutschland über 20U 000 P/und ausgegeben worden hind. -\aeb den Bestimmungen, die Baron I Urach für die Verwendung seiner lliitlcrla».-eiiM-haf( getroffen bat, *ei ein' großer Teil der der lea zur Verfügung stehenden Mittel für .luden aus dem Gebiet des ehemaligen Rußland festgelegt. Die Fürsorge für diese Men-i heu werde von -den Verwaltern der Ic.i-Fouds in erster Heihe im Ange Itebalteu. Aueli diejenigen, die die Kiuuaiiderimgszertifikate für Palästina vcrlcilcn, seien von den gleichen Erwägungen beherrscht. Seil dem l'mhrurh-'iu Deiil-chlaud habe die ba erhebliehe Mittel für Aiiswanderungsbilfe zur Vrrffi;:im!* gcMrlll und bisher über 2001)00 rfund ffir Juden au- I) e u r.% r b I a n d ausgegeben. Durch die>i* Leistung aber dürften dir übrigen Arbeiten der lea Iiir]il beeinträchtigt werden. Sie wurden auch tatsächlich forigefübrl und aufrecht erhallen, als Südamerika unter einer schweren \ViVisehaflskrisr lill.- IC*, sei leicht, schloß Müntefiure.■ dlireli billigen Großmut Ruhm zu erlangen: aber die Arbeit für beule dürfe niebl auf Fvo-teuder "Arbeil für morgen dureli»efiilirl werden. Die jüdifche landwirtfchaftlichc Kolonif ation in USA \rw York. |)er Jahresbericht der J ü d i" >: e h e n I a u d w i r t- ** e h a f l 1 i r b e n G e s e I I s e Ii a f t Mcw ish Ai:rieullural Society, in ]\ e \»- Y o r k gibt einen Phrrhlick über die Fortschritte der jndi-elien landwirtschaftlichen Kolonisation in den Vereinigten Staaten. AI.» vor serhsiinddreißlg Jahren die Gesellschaft ihre Tätigkeit Iteganu. seien, heißt es in dein Bericht. '216 jüdische Farmcrfamilicn in den Vereinigten Siaalen vorhanden »rwc-eu. Gegenwärtig bei rag! die Zahl der jüdischen landwirtschaftlichen HevrdKerimg schälzuug>weNe "»MI0II. Im .lalire l'JOll war der jüdische Landbesitz nur Iii 02') Acic »roß. während er jetzt I r»(lll(HI(l Acres erieiel.i J.at. Die Ce.-ell-chaft bat 1172!) rarmern KreiÜie in Höhr von . 7 '£?'> 00(1 Dollar gewährt und dadurch die jildi.-chcn Farmer in Slam! gesetzt. Betriebsmittel zu erhalten, die Wien. In ein* in im \\ icuer Maituouider>-fu>iiliit gchall.'ticu Vortrag über Colics-Offcnharimg antwortete Rahhhier Hr. Vriua-id K a tu i n k a auf die Au-fühi ungeu w>n P e l e r II i e Ii I in a i r über die ..uiis-iouarischc Oeeinfhi-Miug »iler Jiidenlieit". tüe tlieldmaiibi-i der Kipueihung di> ..Paiilus-\\ rrki s für konvertierte .luden" in Gegenwart des Kardina)-Krzbi>cbnf> Imiilzer gemacht hat. .Dr. Kaminka-sagte u. a.: ..Ks Icommen Itckenner eines Glaubens, in de-veu religiöser Kthik kaum ein Salz i-t. der nicht un-a-iTui brhräisehen Schrifttum cu(~-tanuül.. und wollen uns das von uns gceliöpfle Heil darreichen. W ir werden kein W ort s;>»en. da-, den religiösen K in |> f i n d u n g e u a n d e r e r n a h e - t r e t e n v* ürd:\ aber t\ni> es kein \ eorummis einer Seelsnrgejifliehl wäre, weni^ mau es„für unangebracht hielte, gerade den Juden das Heil auanderen (,>url(cu ab ihren eigenen anzubieten, liegt wohl auf der Hand. Die Türderer der Judcnbekrhruiig müssen!-ich Cur Vilsen halten, daß »;"'b nn-erer festen rberyrngnng eine jüdische Seele, bei 'derdir. reinen Quellen ihrer uralten leligiü-vn I berliefenmg verschüttet werden, dadurch niemals stärker in ihrem Glauben au Gull und 'nicht gefestigter in ihrem' moralischen Kiu[iftndeu wenlen kann, so daß es uu-eres r.raeblens k.-'m frummes und kein gottgefällige- Werk M. einen Juden in seinem Glauheu zu e r s e h ü I t c r n. Seil den älleslen Zeilen war trotz Verfolgung und trotz der zahlreichen Abtrünnigen die numrriM'hr Stärke der Judeuheit nicht so groß w'tv in unseren Ta-en. 1> mni.'len sicli dmjli .'ifigcsiehl; diesi r ungehniebencn ndigiö-en K'rafl des Judentums die Ilckenuer der andere» Hrliginuen sagen. d;iß es ni. lii im Plane der \oixllimg grleüe'u i-l. die-e» \ ,dk h-:iiciii uralten Glauben ■m entfremden." ..f\s »ibt'\ fuhr Dr. Kamitika fort. ..übrigens doch noch einen -ichtbareii Maßslab zur Hein li ilung der Ibthcil einer Helikon, ilas i-i dir Cnt,- und OanulicrziuKeil. W enn die reichen Mi--ion-- gi-s*lUclv;\{ten in Unghind. Holland und in auden-n Ländern ihre Mittel nur dazu verwenden wurden, dir physische \iil unter den Juden zu lindern lind den l'lüchtlingen ein- Heimat zu bieten, so würdnf sie »ladjireh nicht nur walirr Liehe und Oarmherzigkeit ülieu. Minder» auch die Kraft ihres GJaubens In strahlendem Liebte hennrtri'ten lassen. Seiideni un>er Prophet .1 e s a j i\ die Worte gerufen hat: . J [eilig. Heilig. Meilig ist der Lwigr ihr I leer-eharen:- es geschah dies im Jahre 7.TJ vor der Kntsiehuug des Uirisletuums i>t kein Tag vergangen, au dem «las A'olk fsrael nicln in Worl und Tat den Namen Gottes in der Welt geheiligt hätte. Wir uu-eteiseits dehnen den Se-cii auf all'* Menschen aus." Roofcvclt für die Grundrätze rcligittfer Freiheit New \ork. Der amerikanische KriegMiiinisler (George IL D e r u hielt auf dem Kameradscluifishankett. iln> in Xi w Volk von dem ..National Cnnunitlre for lleligion and W'elfare Iteroverv" abgehalten wurde, vor ührr tan-»e,u| weltlichen und geistlielieu Külirrrif der Katholiken. Protestanten und Juden Amerikas eine Ansprache, in der er i m Auftrage Präsident Koosrv«'lts bekannt gab. daß der Präsident an den Grundsätzen religiöser rreihrii unbedingt fesibalte. Kriegsminister Dern führte u. a. aus; ..Der Präsident wünscht, ich möge Ihnen mitteilen, daß er aus vollem Herzen mit Ihrer -ie aus ,-uidcreu Quellen m'eht unter gleichen Bedingungen bekommen halten. Vom Council for German Jewry Vorsitzender voraus sieht lach Sir Herbert Samuel Jerusalem. Der Schal zu i eiMer der * Executive der Jcwbb Ag'-uey: l*Iiest:r Kaplan, und der Generaldirektor der Anglü- Palcstiue-llauk. S. Lloofien, pind nach London abgereist, um als Mitglieder einer Delegation der .[eul-h Agency an de» Verhandlungen über die Schaffung des Council for German .1 e w r y -der.von Sir Herbert Samuel, Lord Hearslcd und Simon Marks, geplant wird, teilzunehmen. Aueh der Präsident der Jewi-h Agency und der Zionistischen Organisation Dr. Cliaim W'ei/jnaun und der U-iter des Kolonisaüonsdepartmenbi Dr. Arthur Itiippiu sind zur Teilnahme an diesen Verhandlungen abgereist. Vor schier Abreise aus Palästina erklärte Ür. W'eizmaim. der Council for (ierman Jewry. di-r als leitendes Organ für diese Al.ltim \orge-elnn i-t, werde sieh voraussieht lieh aus vier Ziou i s t e ii ii u d vier N i e h t /. i o n i t e n zusaiiuneuöetzeii. iCs gelle als feststehend, daß dein (Council Sir Herbert Samuel,' 'Lord Itiarsteil. Simon Mark»-, der Ehrenpräsident des Joint Distribution Committec, I'eÜx .M. W'arburg. Sir Osniond Elim <PAvi»dor (rold>mid iiihI Dr. Stephau S. ^\"i>e angehören werden. Vorsitzender do (!oimeil werde aller Voraussieht nach Sir Herbert Samuel sein. * New York. In ('iuciuiiali wurde die Konferenz des Joint Di-tiiliulion (initumltc;: eröffnet, auf der die. Kampagne zur Aufbringung von .'LS .Millionen Dollar im Jahre If3G proklamiert wurde. Auf der Konferenz wurde eine Erklärtuig über die Stellungnahme des Joint zu den Vorschlügen der Samucl-Dclctiaiiun abgegcl»en. In dieser Erklärung wird betont, daß die in dein Projekt vorgesehene Aufbringung von 10 .Millionen Dollar iin Laufe von vier Jahren einen Bestandteil des Programms der bereits vorhandenen Organisationen -bilde. Es werde daher nicht notwendig .-ein. einen besonderen Drive zur Verwirklichung dieses ncineiusain mit dem englischen Judentum durchzuführenden Projekts zu veranstalten. — Norman Beut wich über Aus» andererliilfsarbcit London. Am 10. März w ird in Ixmdon e i n Ii u e h des frfdtcren ersten Generalslaalsauwalls Palästinas, Professor Norman Ken) vi i< h. über die hi-her zugunsten jler Auswanderer aus Deutschland geleistete Ililfsarbeit erscheinen. In dem Bueli wird die. Eulm ick hing iler Verhältnisse uml die allmähliche Auswaudcriüig der Juden aus Deutschland seit 1933 dargestellt, ihre Aufnahme und Verteilung in den Landern Europas^ in Palästina und Amerika, die Arbeit des Oherkommi-sariats für, Auswandererfürsorge und die Leistungen der privaten Wohlfahrlsverbände. —' Professor Bciilu ig hat nach dem Itürkirilt des Oberkommissars für Auswandererfüisrirge. MacDonald, die Arbeit seines Büros bis zur Auflösung nach dem Amt sautritt des ' neuen Ohcrkonuuissars Sir Neill Malcolm geleitet. Bewegung zur I lehmig des Standards menschlichen Verhaltens durch A\ ieilerherstelluug der geistigen Werte in unserem nationalen Li'ben sympathisiert. Diejeniüeit. die seinen Sinn und .sein Herz kennen, wissen, daß Kameradschaft sein Leitstern ist, und darum ist er mit Ihnen in Ihrer großen Aufgabe.^ VerfchärfunjK der Aktion , «jje^eii die Sdiecliita in Polen Warschau. Die Aktion der Sehäehlgegner in Polen bat sieb weiter verschärft und wird von fast der gesamten polnischen Presse uutcr.stützt. Einige Stadtverwaltungen sind bereits dazu übergegangen, nach dem Beispiel der Stadl Posen das Schächten in ihrem Stadtgebiet zu verbieten. Solche Beschlüsse wurden in Kalis/, uml Granden/ 'Poiuerellen) gefaßt. SchächlverboLsaiilräge hegen ihn Stadtverordneten \,m Binlystuk und Skernrwiee vor. Im Waix hauer Stallt rat w ml x im der nationaldemokratischen Eiaktiou ein Sehächtverbotsantrag vorbereitet.' Wie weiter gemeldet wird, i-t auch in Wilna ein Schäehtverbot in Kraft getreten. Der antisemitischeti n;iti«!wiUlvivw»Lr.\- lischcu Fraktion im Stadtrat .von W'ilua ist es durch ein Cberiiunpelungsmanöver gelungen, ein lokales Schäehlverbot durchzusetzen. Im polnischen Scym winde von der Vcrwallungskommi-sion. der der Gesetzentwurf der Abgeordneten Frau Pryslor über ein allgemeines Schachtvci-lmf zugewiesen worden war. dieser Antrag behandelt. Eine sachliche - Aussprache über den Gesetzentwurf hat bi-her noch nicht stattgefunden. Der \ orsitzende der jüdischen Gemeinde Posen. Adv. Cohn, und der Po-eiier Oherrabhiucr Sender sprachen im Auftrag der jüdischen Gemeinde Po-en beim Vi/.einueniniiuster Kawecki vor. um »egen da- \on dem Posener Stadtpräsideulcu Oberst W yneckowsl^i erlassene Schäihherhot llescliwevde z.u ffihn'n. Vi/,entini-ii-r Kawecki erklärte, da- 1 nnenministerinm halte das lokale SchäihtverlHit für miucH tzIieh. Der Sireil werde in den nächslen Ta'geu durch Staalrjuristeu entschieden werden. Inzwischen .hat auch der Stadtrat \nn luowraelaw. Wojw<tdschaft Posen, auf Gnind des allen preußischen Verwalluugsgcsetzcs ein Sehäehtv erbot erla.sseu. Judendebatte im belgifdhen Parlament Brüssel. Im belgischen Parlament bat z u ni ersten m a I s i i t seine in Best e h c u i u e J u d e n'd ehalte stattgefunden. Der katholische Abgeordnete Dr. Dflwaide übte Kritik daran, daß Ende Januar Dr. Henri Hu eh als erster Jude zum Biehter in Belgien ernannt wurde. Der Abgeordnete begründete; seinen Kin-jmicli damit, daß der junge Bichler erst vor kurzem naturalisiert worden und deshalb ..mit der flämischen Kultur und Seele nicht genügend verbunden"'sei.;Tatsäehlieh wurde Dr. Buch in Antwerpen geltoren und erzogen. Mit Bück sieht auf seine besondere Befähigung wurden ältere Anwärter bei seiner Ernennung übergangen.) Iler liberale Abgeordnete Marcel Henri Jaspar erklärte hierzu, es iHStehe zwar keine Veranlagung, auf diese Frage des Näheren einzugehen, er glaube aber, die allgemeine Auffassung seiner liberalen Kollegen wiederzugeben, wenn er l>emerkc. daß diese lu(er|M-Ilaliou von einer merkwürdigen Geistesverfassung zeuge- „Wir körnten es nicht zulassen", sagte der Abgeordnete. ..daß es Belgier er-tcr und zweiter Klasse gebe." Eigene Gaftftätten für Juden. Zwei Konzc^ionschIscheidungen in Hannover Hauiiuvcr. Das Stadtvcrwaltungsgerieht Hannover hat "zwei bemerkenswert': Kouzesüionsentäelieidujigeii getroffen. Die Zionsloge hatte beantragt, ihr die Erlaubius zum Betrieb der unbeschränkten SclumkWirtschaft in ihren Räumen zu erteilen. Ihr Vertreter erklärte in der Verhandlung, die Zionsloge sei eine humanitäre Vereinigung, der nur jüdische Mitglieder angehörten. Die beantragte Schankerlaubnis soll sich auf die Mitglieder und deren Gäste beschränken. Ein Uedürfnis müsse deshalb anerkannt werden, weil die Juden in den öffentlichen Gaststätten iiicht gern gesehen seien. Es sei auch zu berücksichtigen, daß viele Juden sieh heule kein Dienstpersonal mehr halten könnten und deshalb Iii einer Gaststätte, esseu müßten.' Der geplante Betrieb der Zionsloge soll nach außen als SehankWirtschaft nicht in Erscheinung treten. . Dadurch wolle mau vermeiden, daß nicht jüdische (»äste in da* Lokal kämen. Das Stadtverwaltungsgerieht erteilte die Erlaubnis unter der Bedingung, daß erstens nur an Mitglieder der Syiiagogcugemeindc und nicht arische Gäste solcher'Mitglieder ausgeschänkt werden dürfe und <Jaß zweitens die Bestimmungen der Nürnberger Gesetze bei der Beschäftigung tl e s P e rs o u a 1 s .genau beachtet würden. Voraussetzung für die Er-, teilung der Erlaubnis sei ferner die Zustimmung des Regierungspräsidenten, da es sieh um eine Neükouzessiou handele, die au sich unter die noch geltenden Spcrrvorschrifteu falte. Nach Meinung des Gerichtes entspreche es dem Geiste der Nürnberger Gesetze, wenn die Juden eine eigene Gaststätte erhielten. Ans diesem Grunde bal>c man das Vorliegen eines Bedürfnisses anerkannt. Die Gefahr, daß sieh staatsfeindliche. Bestrebungen dort einen Sammelpunkt schaffen könnten.' womit der Polizeipräsident und der .Oberbürgermeister ihre ablehnende Haltung zu dem Kouzessionsan trage begründet hatten, müsse durch eine strenge Aufsicht vermindert werden. In einem zweiten Falle hatte, wie bereits früher gemeldet, eine Frau die Erteilung der Erlaubnis zum Ausschank a 1 \c o Ii o I f r e i e r Getränke und zur A u s ü h u n g d « s B e h e r h e r g u n g s g e w e r h e s beantragt. Die Wirlsvhaftsgruppe Gaststätten- und Beherbergungsgewerbe hatte .sich ge»en den Antrag ausgesprochen, da kein Bedürfnis vorliege. Alle übrigen Instanzen ballen jedoch keine Einwendungen erhoben. Die Antragstellern! erklärte, ihr sei im Juli vorigen Jahres die Erlaubnis für andere Räume bereits erteilt worden. Es handele sich nur um einen U in z u g. Sie sei Jüdin uml Jiabe n nj r j üdi sehe Kundschaft. Das Gericht erleilte die Krlauhnis. .besonders auch" mit Rücksicht darauf, daß es sich nur um eine Verlegung des Betriebes bandele. Raffenfrageii im Strafrecht - l)re Vorschläge des Staatssekretärs Frrisler In der Denkschrift der Amtlichen StrafrechtskonuuL-siou über den Iiesoudereu Teil des kommenden Slrafgesetzbuehs war die sirafrechlliche Seile des 11 a s s e p r o b I e in s nicht näher behandelt worden; die Kommission war der Auffassung, der entsprechende Abschnitt des Strafgesetzbuchs über den Schulz der Basse könnte so lange nicht befriedigend ausgebaut werden, wie. nichl die Hassepolitik gesctzgcl>crisch über einmalige Maßnahmen nach der Art des, Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeatntentums usw. Iiis zum Erlaß von grundlegenden Bestimmungen allgemeiner Art vorgedrungen sei. Inzwischen shtd die Niim^ b e r g e r Gesetze und' das E h c g c s u u d h c i t s g e s e t z erlassen worden. Staatssekretär Dr. F r e i & 1 c r behandelt nunmehr in der neuesten Nummer der Zeitschrift der Akademie für Deutsches Recht die Frage des Einbaues der Rassegesetzgebung in das kommende Strafrecht. und zwar in dessen Abschnitt?-S c Ii u t zv o n R a s s e und Er b g u ttT. Er schreibt, es könne seines Kruchtens kein Zweifel darüber bestehen, daß <lie Strarbcsüminuiigeu gegen rasseschäudcrisehi; Blulmischiing als Rasse verrat au dicSpjlze dieses Abschnitts gehörten. Die Slrafbcstimniung gegen 'das verbotswidrige Hallen deutscher weiblicher Hausangestellter könne die Frage laut werden lassen, ob es sieh hier nicht um eine ans-, schließlich gegen Judeu gerichtete und daher nicht in ein Allgemeines Deutsches Strafgesetzbuch gehörende Bestimmung handle. Zu überlegen sei ferner, ob nicht unmittelbar hinter dem ..Rasseverrat". und der rasscschädigeiulrn Eheerschleichung unter Anlehnung au die preußische Denkschrift von 1933 ein Delikt .\Y c rletzung der Rasscuehre"--wie-die ganze Rasseugesetzgebung überhaupt beschränkt auf den Verkehr von Juden mit Deutschen — einzubauen wäre. Der (im sexuellen Sinuc), schamlose öffentliche, das gesunde Arnlksempfindcn gröblich verletzende Verkehr stelle tatsächlich ein kriminelles Unrecht dar, das vom Volk, wie einzelne Vorkommnisse zeigten, schwer empfunden werde und als. „Verletzung der Rasscnchrc" treffend grkrnnzcichncl sei. Zugleich bedeute die Beschränkung auf n) die Öffentlichkeit, h) die Schamlosigkeit (in sexuellem Sinn) und c) die gröbliche Verletzung des gesunden Volkscmpfindcns zweifellos an objektiv Bestimmten und Bestimmbaren, eine solche -Abgrenzung der Fälle, dir: getroffen werden sollten, daß ein"Auseinanderfließen in Uferlnsigkcit in der Praxis nicht zu befürchten sei. Zum Sehhiß schlägt Dr. Freislcr vor, den Abschnitt „Schulz von Rasse und Erbgut" im künftigen Strafgesetzbuch unter Einbeziehung der von der Kommission schon behandelten Themen folgendermaßen aufzuhauen: 1. Rasseverrat: a) vcrlwlcner Mi«rhchenahsehluß. b) rasseschändender außerehelicher Geschlechtsverkehr. 2. Ilasseschädigcudc Eheerschleichung. 3. Verletzung der Itasscnehre. 4. Auflehnung gegen Maßnahmen zur Rassenlind Erbgulpficge. ~%. Vereitlung der Durchführung von Maßnahmen zur Rassen- und Erbgotpflcgr; 6. Zersetzung des Fortpflanzungswillens. 7. Zerstörung der Forlpflnnzimgslvrafr. 8. *\blrribung- *!>. Ärztlich «clwtene Abbrechnng der Schwangerschaft. 10. Anerbieten zu Abtreibuniien. 11. Ankündigung von Mit lein zur Abbrechnng der Schwangerschaft. Die „Judenverordnung der deutfdien Rechtsfront" Ergänzung zur Klärung von Zweifrhi angekündigt Das Mitteilungsblatt des Natimudsw/ialisUsehcn Deutschet, Jurist eubundes vc ruf fenl licht einen Tätigkeitsbericht des Reichsinspekfcur.s Raeke. der sieh u. auch mit der Judenfxagr befaßt. Darin beißt es. dir ..Judenverordnung der Deulr-ehen Rechlsfroul" vom 2. September I93ö. die in Aulcluumg au die parteiamtlichen Anordnungen die Vertretung und Beratung von Juden durch Mitglied;-! des Juristenbundes regelt, halte sich in. ihren grundsätzliche» Anordnungen durchaus bewährt. Mit Rücksicht auf die Nürnberger Gesetze und die durch die praktische -Anwendung der ..Judeiiverordnung" gemachten Erfahrungen werde demnächst eine E-r g ä u z u n g s v e r o r fl u uns alle noch bestehenden Zweifelsfragen beseitigen. Die am Schluß der ..Judenvri ordnuug" niedergelegte Feststellung, daß der Juristeuhund nichts weuiger alseine Judeuschutzlnippe sei, werde auch bei einer weitereu Regelung dieser Frage zur obersten Richtschnur gemacht, andererseits aber aueh die grundsätzliche Freiheit der Gegen Judentanf-Propagancla in Oefteweieh Die religiofc Kraft des Judentums ift ungebrochen