Jüdische allgemeine Zeitung
- Journal
- Jüdische allgemeine Zeitung
- Volume
- 16 (1936)
- Issue
- 6 (5.2.1936)
- Date
- 1936-02-05
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 87% known words query
- IRI
…/4109741-2613419-2613425--641-2615506- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
.V Es wird gemeldet: Der Delegiertentag der Zioniften ■ Alts Anlaß des 70* Geburtstages des Berliner Gemeinderabbincrs Dr. Blnmcnthal fand am Sonnabend in der Neuen Synagoge ein Fcstgottcsdienst statt, bei dem Rabbiner Dr. Warschauer die Festansprache hielt- Der Gemeinde vorstand hat beschlossen, einen Betrag von 5000 UM. als „Rabbiner Blumenthai und Frau-Stiftung'* zur Herstellung der Heime des Vereins für jüdische Ferienkolonien zu -verwenden. *■ In einer. Verordnung, des Kcichsarbeitsministcrs \om '30. Januar werden die Bestimmungen über das Verwundeten-, a b z c i c Ii e ri in neuer Fassung bekannt gemacht. Danach erhält einen Bcreehtigungsausweis nicht, wer die deutsche Staatsangehörigdnreh Aberkennung oder Widerruf der Einbürgerung verloren hat. ■ Dte erste K <; i c Ii s k o n f e r e n z der polnischen .Juden, die ton mehr als 30 Organisationen im Reich und Berlin beschickt, werden wird, wird in den Tagen vom 9. bis 11. Februar in Berlin zusammentreten. Die Eröffnung, zu der der Botschafter der Republik Polen sein Erscheinen zugesagt hat, findet am. Sonntag. 19. Februar, um 10 Uhr vormittags im großen Saal des Irrenhauses Kleiststraße 10 statt. * ■ Wie aus einer vom I^andcskirchcnrat der Thüringer Evangelischen Kirche veröffentlichten Statistik hervorgeht, sind in Thüringen im Jahre 1934 sechs Juden zur evangelischen Kirche - ü b e r ge t rc t c n. * ' ■ Im Programm der \om 4. bis 7. Februar in Bremen stattfindenden zweiten Rc i c h s k i r c Ii e n t a gu u g für Nicderdcutschlaml ist u. a. ein Vortrag Pastor Refer's ül>er das Thema ..Ist (' h r i s t c u t u m j ü d i s c Ii V* vorgesehen. ■ Der M 0 u c heuer IIa u d e 1 s s c h u t z"- und Halt iilts|iar -Verein von 1904 c. V.. der grüßte Rabattspar- \ercin Deutschland.-*, umfaßt nur noch n i e h t j ü d i s c Ii c F i r in e n. * ' - W$ Der vor cüicm .Mouiil aus Deutschland in Palästina eingewanderte *23jährigc .Mendel Nagel Ut hei einem Unfall im "SliÄnhriich .naht* Hishnn In Zinn, wo er in Arbeil war, tödlich v e r u n >z I ü e k t. * " * ■B Im Alter von 87 Jahren ist in New York Frau Esther Hertz, die Mutter des Olierrabbmcrs des britischen Reiches, Dr. J. II. Hertz, gestorben.. Frau Hertz hatte sich in zahlreichen Wohlfnhrlsvercmigungcn betätigt. * ' ■ Wie aus Saloniki gemeldet wird, hat die Aufteilung der bei den Wahlen zum griechischen Parlament am 26. Januar \ou den einzelnen Parteien errungenen Mandate bisher ergehe»! daß in Saloniki einer der jüdischen Kandidaten, der Schatzmeister der Handelskammer von Saloniki. Albert Tchenio, als Abgeordneter der KondyIis-Partei in das neue Parlament einzieht. Ks besteht die Mögliehkeit, daß nach Beendigung der Stimmenauszählung für die einzelnen Wahlkreise taueh noch ein zweiter jüdischer Kandidat ein .Mandat erhalten wird. * ■I Das ungarische Justizministerium hat das Gesuch eines ungarischen Staatsbürgers jüdischer Konfession um die Bewilligung zur Eheschließung mit eiuer deutschen Staatsbürgerin arischer Abstammung abgelehnt, weil die entsprechenden reichsdcutschcn Gesetze derartige Ehen verböten und Ungarn sie mit Rücksicht auf die bcstchcn<Ic Gegenseitigkeit anerkenne. . * ■) Iii ltechowtit wurde die dem Daniel Sicff-Forseiiungsiustirut für Agrikultur-!Jicmie angeschlossene chemische Bibliothek, die nach Geheimrat Fritz Haber benannt wurde, feierlich eröffnet. * V Nach einer Meldung aus New York ist Kirimnl Loch, der vor zwölf Jahren zusammen mit Nathan Leojwld einen Schuljungen id (Jucugo ermordete: im Staatsgefüngiiis von Stutcsville von einem Mitgefangenen er m o r d e t worden. * ' ■I Wie «u* Paris gemeldet wurde, begeht demnächst R a b - b'i ii e r W r i s k o p f seinen h u n d c r t s t c h G.e b u r 18 t a g. Rabbiner Weiskopf Wirde am 1!). Februar 1836 in Aul» in Bayern geboren und gehört dem Pariser Rahhiuat seit 6.1 Jahren an/ ■ ' * Bl Oer Reich sv erweser von Ungarn hat dem Budapestrr Advokaten Dr. Josef Spitzer, einem verdienten Mitgliedc des, ungarischen Judentum«. Ausschußmitglied der Pcstrr Israelitischen Kuitiisgcmeindc und Mitarbeiter am Palästina-Werk, den Titel eines Oherrcgierungsrates verliehen. Jüdirche Kliniken Im Dezember 193ö hatte der Amtslciter der Kassenärztlichen \'ereinigung Deutschlands (\ crwaltungsstcllc Grnß-Rcrlin) im Ilerliuer Ärzteblatt eine Bekanntmachung veröffentlicht, die* die Bezahlung;on Operationen bei KassenniilgHcdcrn in Privatkliniken regelt. Grundsätzlich soll eine Bezahlung in der bisher geübten Weise fortan nicht mehr erfolgen. Um aber eine weitere klinische Betätigung zu ermöglichen, ist "eine Vereinbarung getroffen worden, welche .die Bezahlung der klinischen Tätigkeit d e u t s e h s t ü in - miger Arzte in deutschen Privatkliniken sicherstellt, soweit sie dem Reielisverband deutscher Privatkrankenanstalten angehören. Für die Behandlung jüdischer Kasscnmitglicdcr durch jüdische Kassenärzte in jüdischen Privatkliniken sollte eine entsprechende Regelung erfolgen. Inzwischen hat dir Wirtschaftshilfe der jüdischen Gemeinde eine Kiste der bei ihr gemeldeten jüdischen Privatklinikcii in Berlin — es sind ihrer 18 — veröffentlicht. In der letzten Nummer des Berliner Arzteblaltcs erinnert der Vorsitzende des Rundes deutscher Arzte Berlins an die Anordnung des Amtsleiters ans dem Dezember vorigen Jahres und erklärt, daß es noch dieser Anordnung natürlich undenkbar sei. daß deutsche Arzte ihre Patienten in jüdische Privatklinikeu einweisen. Zugleich wird die Überzeugung ausgesprochen, daß dieser Hinweis genügen werde, um unangenehmere Folgerungen zu vermeiden. Die Jaden im Viehhandel Frankfurt a. M. Das ..Höchster Krcisblatt" sehreibt: Wie sehr es der Selbsthilfe der Hauern gelungen ist, den jüdischen \ i c h h a n d c 1 zurückzudrängen, zeigt der Jahresbericht der Vichvcnvcrtiingsgenosscn-chaft für den Unterlnhnkrcis und Kreis Limburg. Während früher fast der ganze Handel in jüdischen Händen lag. kauft und verkauft jetzt nur noch die Genossenschaft das Vieh der Bauern und sichert ihnen tadellose Tiere und gercehte Preise. Bei der jetzt in Dietz stattgefundenen Generalversammlung wurde im Geschäftsbericht mitgeteilt, daß im Jahre 1935 an Schlachtvieh für 699 267.65 RM. und an Zu eh t- und Nutzvieh für über -220 000 RM. umgesetzt worden sind. Diese Zahlen aus zwei kleinen Landkreisen zeigen, welche Summen im Viehhandel umgesetzt werden. " * Im Berliner Bachsaal wurde am 2. Februar der XXV. Delegicrtenlag der Z.V.f.D. mit einer Ansprache des gcschäfls führ enden Vorsitzenden Dr. Franz Meyer eröffnet. In kurzen Worten wies sodann Kurt BI timen feld darauf hin. daß die Auswanderung dazu geführt habe, daß gerade die aktivsten Menschen aus der' Arbeil in Deutschland herausgezogen worden seien. Der- Redner wuudte sich duim einer Besprechung der spezifischen Aufgalk-u der zionistischen Bewegung in Deutschland zu. Im Interesse der Mensrhen, die noch ins Land kämen. müsse der Zionismus die Menschen dazu führen, „zu wissen, was wir begonnen haben, zu pflügen und zu säen, daß wir nl>er noch nicht gecrnlct hüben". Nach der Wahl des Präsidiums ergriff Dr. Siegfried Moses das Wort zu seinem Referat über ..Aufgabe, Leistung und Bewährung der zionistischen Bewegung in Deutschland", wobei er in den Vordergrund das Gebiet der Auswanderung .^teilte. Er hob dabei her\or, daß vor allem zwei Kategorien \on Mensel teil nach Palästina gehen konnten: Milche, die unbemittelt, aber jung, und zu produktiver Arbeit ausgebildet und bereit seien, und Menschen, die ein kleines Kapital als Grundlage einer Existcnz-Xcugrüudung zur Verfügung haben und mit tragbarem VerhM mitnehmen können. W enn dir Zahl der Zertifikate gcgniuärtrg grringer gewordru sei. wenn die T r n n s f c r - S c h w i e r i g k c i t e n , nn deren Hchebiuig ständig gearbeitet werde, das Auswanderung*- t e m p o für den M! 11 c I s t a u d verlang« a m t hätten, so ändere dos nichts au dt»* Bedeutung, die die Auswanderung nach Palästina für eine Entlastung und Erleichterung der judix-ltcu Situation in Deutschland habe. - Dr. Moses präzisierte sodann die Stellung der Z.V.f.D. zu den Plänen jüdischer Auswanderung in andere Länder als Palästina, wobei er den Standpunkt vertrat, daß auf diesen Plänen nicht eine gegen den Zionismus und Pal äst in »Wanderung gerichtete Ideologie aufgebaut werden dürfe. „Wir lullten cm". fuhr Dr. Moses fort. ..angrsirht» der jüdischen Situation in DeulsX-hlaml für geboten, daß neben der Auswanderung nach Palästina auch die Auswanderung in andere Länder systematisch und geordnet betrieben wird, und wir sind der Ansicht, daß die Kräfte der jüdischen Institutionen in. Deutschland und die IIHfshercitschaft des ausländischen Judentums auch in den Dienst dieser Aus*- wanderung zu stellen sind. Wir haben nie uua I s ei n A u» - w a n il e r u n g s m o n o p o 1 für Palästina gefordert oder vorgeschlagen. Im Gegenteil haben wir es stets auch im Interesse des Pulästinu-Aufhans für nötig gehalten, daß Menschen, die lür Palästina keine Eignung oder keine Neigung haben, nach andere n L ä u d c r n a u s w n u d e r u können. Wir \ erlangen freilich' den Primat für die Auswanderung nach Palästina, weil nur sie,mehr und anderes int als die Rettung einzelner jüdischer Individuen und zugleich auch national-wirtschaftliche mul ualinmilkulturellc Bedeutung hat. Im Anschluß an diese Betrachtungen meldete Dr. Mo»i*s ciiig Reihe von Forderungen der Zinnistcn Deutschlands zur Durchführung der jetzt geplanten allgemeinen Auswandcnmgsaktinu an~ .Zur Erfüllung dieser gewaltigen Aufgabe müßten «He priMluklixcn Kräfte zusammengefaßt werden., Vom Staat crlmffe mau eine Förderung der auf eine geordnete Auswanderung von Juden aus Deutschland abzielenden Bestrebungen. Die Durchführbarkeit einer großzügigen,Auswanderung hänge von folgenden Faktoren ab, auf die die Anstrengungen der Zionisteu in Zusammenarbeit mit jenen Teilen des nichtzionis tischen Judentums, die ebenfalls Auswanderung nach allen aiifualunebrreiteu Ländern für notwendig halten gerichtet sind: 1. Die zentralen Institutionen und Gemeinden Deutschlands müssen in ihrer gesamten Arl>eit den Gedanken der Auswanderung als iA'itsteru wühlen. Sie müssen in einer entsprechenden Gestattung tles Schulwesens und der lx'hrpläuc. in der Schaffung mul Unterhaltung von Einrichtungen für Berufsausbildung und Bcrufsumsrhirhlung und indrr unmittelbaren Förderung der Auswanderung aller auswanderungswilligen und aiiswanderungsreifeit Menschen ihre wielrtigste Aufgabe >chen. ' 2. Die Bemühungen der Zionistischen Weltorganisation um eine Zcrtifikalszuteiluug, die den elementaren Bcdürfinden de« jüdischen Volkes und zugleich den Notwendigkeiten des Palästina- Auf bnus entspricht, müssen von Deutschland aus in jeder Weise unterstützt werden* Zugleich muß in engster Zusamincnarlieil mit der zionistischen Executive in Jerusalem und mit der Ililaehdiit OIc Germania die Aiisiedluug und Scßhaftmarhuug jüdischer Auswanderer aus Deutschland in Palästina gefördert werden. 3. Die brüderliche Hilfe der großen jüdischen Institutionen des Auslands ist gerade in der letzten Zeit schon mehr und mehr in das Zeichen der Auswanderung gestellt worden. Wir grüßen die Delegation hervorragender englischer Juden, die unter dicein Zeichen gegenwärtig in Amerika weilt, und hoffen auf eine wirksame Unterstützung unserer Auswandeningsbestrebiingen durch die hier .eingeleitete Aktion. Von der neuen Hilfsaktion sei in erster Reihe die Förderung der Auswanderung unbemittelter junger Mensel tcu, in zweiler Reibe die Schaffung einer Institution zu erhoffen, die die MillclstandsauMvaudcrung durch Gewährung von Vorschüssen auf das Vermögen der Auswanderer erleichtert. Palästina-Tran«der und Paläsiina-AiiMvandcrung seien auch weiterhin Grundlage .und Itückgrat aller jüdischen WuiiderimgslH-Mrchungcn. Im weiteren Verlauf seine» Referats wies Dr. Mo-es mif die Notwendigkeit organisatorischer Geschlossenheit und Disziplin hin. Auf dem Gebiet jüdischer Gern ein de arbeit sei diese Frage noch offen. Der Zustand z. It., daß in der Berliner Jüdischen Gemeinde neben der zionistischen Fraktion noch eine /.weite Gruppe bestehe,' der auch Sleiwchen angehörten, die nieh; Mitglicderder ZlV.f.D. seien, lähme die Schlagkraft der zionistischen Organisation. Es werde durum dem Delcgierlcntag eine Vorlage unterbreitet werden, in der aufgefordert werde, daß ■ Mitglieder der Z.V.f.D. mir in rein zionistischen Grup|>eii an der Genieiuilearbeit teilnehmen dürften. Dr. Moses wandte sieh darauf dem Problem des \ crlinitnisr-c* zu den nielit/itmi*tisrhrn Gruppen in Deutschland zu. Während auf der einen Seite durch die neue Situation die Zurauimcnarbcit zwischen Zioniften und Nichtziour«tcfi auf dem Gebiet ilcs Paläsiinaaufhau* vertieft wurde, halw* der verstärkt« Anspruch der Zinnistcn auf Beeinflussung der gc«amljüdischen Arlicil in einem gewissen ■ jüdisch-|>oliti<ichcn Sinn den Gegensatz zwischen Zinnisten und Nichtzmiii-ten akzentuiert. Jetzt \ erlange die zionistische Organisation die- Führung in allen zentralen und örtlichen Kör->crschaflcn, die den Gesamtplan der jüdischen Arbeit bestimmten. Wenn nii htzionistisrjic Krci>c demgegenül»er erwidert hätten, dann würden «ric es vorziehen, den Ziouixtcn die Geschäfte iranz zu ül>crgcbcn, so müsse gesagt werden: wenn es wirklich dazu kommen sollte, dann würden die Zionisten vor der ül>ernahmc der vollen Verantwortung nicht zurfick!*chreckcn. ..Wtr haben aber die Überzeugung.1meinte Dr- Mose», „daß solche Meinungsäußerungen lediglich den Ressentiments einzelner Persönlichkeiten entspringen. Wir glauben aber, daß diejenigen unverantwortlich handeln würden, die ernstlich die Frage w» stellen, als oh nur entweder jüdische GcmfiuM'h(ift-*ar!icit oder zionistische Führung möglich wäre. In Bezugauf dir Reirhsvertrcliing zielten die Wrhaudluugcn sowohl auf eine Veoiärkiutg ile- Prä- Mim'alausM-husscs al? auch auf eine Neuordnung der Om lm(Uführuuy hin. Die Forderungen hätten inuerhalh di**» Prii-idialaiissehusses Zustinimung gefunden, währeiitl die Stellungnahme der Instanzen, die für eine Mitwirkung bei diWr NViuegcImig in Frage kämen, noch nicht geklärt sci^ * Die folgende Generaldebatte, an drr sich u. a. Uabbincr— Dr. Iloftuiann. Dr. JoM'ph«»tluil. Dr. Hans Klee, Dr. Lulmi-ki. Kurt Lüweusteiu. Dr. Ko/mver umt Dr. Prinz l«*tciligleii. drehte sich hauptsächlich um Fragen der Gemciudepoliiik und in Verbindung damit auch um daV Protein «Irr Einheitlicbkeil der zionistiM-hcu Vertretung nr^den Geinciutlekörp<*rsehaften. wobei es wiederholt zu heftigen \ n s ej_u a n d e r * e t /. u n u v u kam. Dr. JuM-ph-thal warntr vor einer rherhctonuug der grgcn**nrl*polili-.rhru Fonlrruugru in den all gerne in-jüdischen (Iwuiifii und wollte ilas Hauptgewicht auf die inneren Erzichungsaufgalnu gelegt wi>sen. Gegenüber den F»'rilmingrn der Misnichi-tfn, nach autoritärer Grilling des UeIigionsge-*clzesv dir Rabbiner Dr. Ilofluiaiin \ortrug, iM-mcrkte Dr. Josephsthal, daß v» nicht angiiiigii; sei, auf der allgemeinen Durchsetzung der niisrachisli.Hchen Glau- ' lM-ii.sfonleruiigen zu bestellen, wenn nun einmal infolge einer .historischen Entwicklung, der die ZUmi>teu vhcuM» wic_die Niehlzionistrn unlen*orfcn waren, die Ghiubcasfähigkeit in weilen Kreisen \erlorcu gegangen m-L Am Montag iiachniiltag lnell S. T » e Ii e r I o k ein Referat über die ziou Uli sehe Bewegung uln iTrägeriii jüdischer Kulluraibeii. Er übte scharfe Kritik im »Irin kulturellen Zustand und der kulturellen Tätigkeil der Judenheit in Deutschland. Die Grundlagen, für eine weitgehende jüdische KnlliirarU-it ncieii zcrMorl. Die kulturelle Reaktion der Juden in Dei Much bind auf den An»- gliedenuigsprozeß sei über Tagoparolen nicht hiuatisgegangeu. Die hebnii»ehe Sprache werde nur al» Notwendigkeit bei einer niM-rsicdhing nach. Palästina empfunden. AnfgaU* «l» r jüdischen Kulturarbeit sei es vor allein, eine neue Vorstellung \on der Kontinuität der jüdischen Geschichte* entstehen /u ln-<wii. Der Referent behandelte sodann kritisch die Beziehungen jüdischer Kulturarbeit zu Jugend, Sorache und jüdischer GcwclUchuft. üble Kritik am jüdischen SehulHe*cn und am jetzt utrhandrnei^ Typ des. hebräischen Lehrers und erklärte Hrhlirßjirh zij den Piobh'iueii. die mit drr Esislrn/. und iler Funktion der Jndittrltrii Kultiirbiludr /.usaiiimcnhängeu.* «laß noch keine klare jüdische Linie /u ml- ■ decken sei. Der Kulturbund sei niehl dazu da, um Enlspaniuiuit zu bieten. Es sei kein Unglück, meinte Tschertok, wenn man ihich ein Jahrluuiderl auf" jüdische Kunst verzichleii mü»e. ein' man alUs gleich als jüdische Kuusl geltni hiN^e. Rabbiner Dr. Hoffnumu-Frimkflirt u. M. wuudte -uh darauf in einer persönlichen Bemerkung gegen Ausführungen. Kurt' BIuiiieiifebls beim Abschluß der (n-iieraldebalte. Er krilisierle nU Vertreter des Misrachi den Slaudpimki, den Kurt Rlumriifehl in Bezug auf religiöse Fragen vertreten halle. Die Angelegenheit wurde späterhin durch Erklärungen von Kürl Bhujieiifeld und \oui Präsidenten de«« Delcgicrlentagrs, Dr. Siegfrinl.. Miweurgelegt, und die Vertreter dci* Mi«rachir die den Sani verlassen hallen, nahmen an den Arbeiten weiterhin teil. * Iii einem Referat über den Aufbau der jttditichru Schule stellte Dans (tirilier frsl. daß inan l*ei der Kompliziertheit der heutigen geintigen Situation mit Sicherheit f e h t e. Ding« noch nicht entwickeln könne. Die Hinwendung zitnT jfiili-.clien Zentrum si*i .problematisch wegen des Inhalt", den mau Begriff gebe und gehen könne. Dieses Jüdische, sei aHein nicht durch Palästina cbaraklerisierl. Eh'komme darauf au, eine ge-»ai»M' Umwandlung iler Bildungswerle und geistigen' (friiudlagen des Judentums zu vullzicheu und das Verstänthiis der Jiuleufra-'c mit und ohne Palästina zu wecken. Da» Hebräische, solle den /weck verfolgen, den Zugaug zur jüdischen Gcncluchlc, zum überlieferten und gegenwärtigen jüdischen Bilduiigsgul zu gclietf Im weiteren Verlaul seines Referats forderte Gärtner die VolksHihuIe mit dem und 10. Schuljahr und die Mittelschule inil praklischnu Unterricht. Soweit die höhere Schule in Betracht komme, müsse sie /u praktischer - Arbeit und körperlicher Ertüchtigung rr/icheii. Die Fortbildung und Ausbildung iler Lehremcliaft sei ein zentraler Punkt. ' In der Montagabcndr-il/ung gab Kurl B I u m e n fjß I d einen (H'genwarttberieht üIht ..Zionismus, PiiliWliiiii, Juden frage", ilem am Dien.-Iag vormittag Beferale \4>n Dr. Georg Landauer und Dr. Michael Traub folgten. In unserer nächsten Nummer werden wir auf die Bedeutung der. Tagung noch ausführlich eingehen. * London. Eine jüdisch« AUirduiuig, die zionistische und nicht- /ioiii-tLM'hr Orgaiii-alionru, in Euglund repräsi-nlierte, wurde um :tl. Januar vom Minister für die Kolonien, J. IL TImiuiiim, empfangen. Die Abordnung informierte Mr. Thomas über dir euiinüligi* Ansicht der durch nie vertretenen Kör|M*rschafteu in liezug auf 'den Vorschlag drr Schaffung eine» Ix'gi«dnlivc Council in Palflslina. Mr. 'nromas nahm von den ihm gemachten Vorstellungen norg?* -Jim Keimt«is und \rrspnieh, der Almrdntmg hinnrii angenM"*sener Frist eine erwogene Antwort zukommen zu Inweu. Attentat auf Redilnanwalt in Jerufalcm Jrrtualrui. Or jüdin-he Rechtsanwalt Dr. Mordechai Eliash wurde in der Bc/.ah-1-Slraßc im Zentrum von Jenmalem von zwei Vuropäi">ch gekleideten Perwuirn attackiert ui»r durch Meswrifliehe am ILiImt uiuI am L'nlerlrib verletzt. Dr. Eliash wurde in da* Hada-vui-KrankenhauH überführt. -Dr. Elianh ist^eincr der ange-ehensieii jüdischen Rechtsanwälte Palästina«. Vor der Kommi^ion, die ein« Lnlersnchmig ülter die blutigen Vorfälle im August durchführte,- erschien r.r al» einer der Vertreter. <h:r Jewish Ageo**js- 1930 vertrat er die jüdisehen ■■ luten-s-ten vor der \'ölkerlQiiidskommiMsioii, dir die Rechte der .luden und Mohammedaner auf die Klagcmam-r untersuchte und die jetzt geltenden Bestimmung*:!! in bezug auf die Klagcmmirr festH*rt/|e. Die jfidifchen Schulkinder in_ Preuften Der Reichs- und Preußische Er/iehungsmiitister veröffrntlicht Ergehnisse >talisliseher Erhebungen, die im OktoU-r I9'H uml im Mai llH-l ülter ihr* öffentliche und private Volk*- und Mittclsehulwesen Preußens vorgenommen worden »Ind. Ks gab zu Beginn rles S* bnljahreH l'j;ii> in den von der Zählung erfaßten Volksschulen I4."i.'l7 Kiinfcr indischen GhuilH-ns gegenfilier \U%\\ im Oktolwr VJ3-L Die Zolil der m privaten Schulen unterrichteten Kinder jüdischen Glaubens-betrug 7*J7ß gegenüber -0*65 im Oktober- 193-L 43 Schulen wurden als ifu*aelili«eh iHizcirhnct, d. b. ^nt" weniger als im Oktober 1934- Eh gab weiterhin im Mai 19^5 ^£8 israelitische "private VolkuNchufeti gegenüber 2S vorher, 't .' ■