Jüdische allgemeine Zeitung
- Journal
- Jüdische allgemeine Zeitung
- Volume
- 16 (1936)
- Issue
- 5 (29.1.1936)
- Date
- 1936-01-29
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 85% known words query
- IRI
…/4109741-2613419-2613424--636-2615500- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Individualismus? Kollektivismus? ■•— Judentum! Unter dem Einflüsse Kant» war für die kulturellen Bewegungen der Neuzeit das Prinzip der Aulnnomtv der Persönlichkeit von maß üblicher Bedeutung. Jti ihm wurzelt, was vom Einzelnen au Befreiung von alten Bindungen beansprucht wurde, . ebenso wie alles," was an Forderungen von Verantwortungsbewußtsein, Opferfähigkeit im Dienste am Canzcn. Einordnung in die Gemeinschaft erhoben* wurde. Das R-jcht der Persönlichkeit galt .als so unums.tritten, daß die Auseinandersetzung vorzugsweise der Krage galt, wo die Grenze lag, bis zu der ein Anspruch der Gemeinschaft an.den einzelnen noch zu berücksichtigen sei. Die Gruudanschauungcn haben sich gewandelt-, der Kollektivismus weist das Individuum in enge Schranken, mit einer solchen Selbstsichcrhcit, daß es fast als tollkühn erscheint, ein Geltungsrceht das Einzelnen zu verteidigen. Das Gebäude der Kultur hat dem Wirltelsturm der jüngsten Jahrzehnte nicht ausreichend t*n Widerstand zu leisten \ermocht. Kine Erneuerung muß die brüchig gewordenen Mauern wieder' stützen: nur wenn - das Heer der Helfer, wenn die .Masse zusammensteht, kann das Werk gelingen; ■ Aus de». Wurzeln dieser herrschenden Gedanken'fließen auch " dem Judentum bewegende Kräfte zu. Lebendige llcligiou muß in der Zeit stehen, kann nicht wahrhaftige Wiiklichkeit haben lediglich al< Vrrlcbcndigung eines Glaubensguli'*- längst dahingeschwundener Menschengeschlechter. Jede Zeit formt ihre Menschen. W er heute noch unentwegt glaulx-u woÜlr, als Jude --einen eigenen Weg gehen., in jüdischen Dingen sieh selbst das Gesetz seines Handelns vorschreiben zu dürfen, der würde die Tatsachen seiner Zeil leugnen. «las Itrrht verwirken, --ein Judentum als ein lebendiges zu kcnnzeieluu-u. In der Tat streben alle Kräfte im Judentum heute zum .Ganzen. Was alle, vom Geiste aus seit langem aufgestellte und immer wieder nachdrücklich erhobene Forderung nicht bewirken konnte: die Wirklichkeit eines allgemeinen Ansehauungswaudel.s hat es zuwege gebracht. Das gilt gewiß m erster'Reihe für "das täglich wachsende Verständnis des einzelnen Juden für seinen Zusammenhang mit der jüdi.-rhen Gesamtheit, für die Notwendigkeit des Zusammengehens, fü'' die Werte, die daraus dem Juden zuströmen und für die Gabe, die ergewähren kann und muß. .Das gilt aber nicht minder für "He Erkenntnis." daß ein ga uze's. .1 mir nl iiin gewonnen werden muß, aber nur gewonnen werden kann durch eine jüdische Leben--form, die den Menschen ganz erfaßt und erfüllt. Sie soll den in Jahrhunderten bewahrten und '.gewachsenen. Mm Juden allgemein geübten Formen sieh.angleichen,' weil nur.in dieser Gemeinsamkeit jüdische Werte ihn: Ausprägung finden können. Ein Irrtum? Ahl dieser Anerkennung des Kollektivi7.m11*- für die neue Gestallung jüdischen Lehms tritt das Judentum -~ .so will es seheinen — in offenen Widerspruch zu den Grundsätzen, die dem religiös-liberalen Judentum bestimmend waren. Daüberlieferte Judentum forderte, die Unterwerfung des einzelnen unter das Gesetz, so wie rin Godiee**. etwa im Schulchau aruch. niedergelegt ist. bedingungslos und ohne Berechtigung einer Kritik, einer Unterscheidung von wicht ig oder .wesenlos, von zeitgemäß oder veraltet^ von religiös wertvoll oder uuwcrl: das religiösliberale Judentum wollte gegenüber solcher Entpersönlichung der religiösen Lebensform da« individuelle in den Vordergrund stellen: durch Befreiung von der Uiihcdhigiheit. alter Formen, durch Ausscheidung voii abergläubi-chen, fremdartigen, veralteten Bräuchen, von Unarten im Gntte-diciist. sollte dem einzelnen genommen werden, was ihm keine religiöse Stimmung, keinen religiösen Antrieb zu vermitteln geeignet seinen: durch neue Formen stille eine Übereinstimmung iliil seinem Fühlen herbeigeführt . werden. . So ging 'der religiöse L i In: r a I i s m u s v o m. Individuum aus, nicht \om allgemeingültigen Gesetz; er überließ dem einzelnen seine Stellung zu den Aufdrucks formen. War diese Umstellung Trrlum'Y Muß der religiös-liberale Jude, unter dem Zeielien des Koltcklivi-uui-. seine indiviiluellen Ansprüche zurückstellen? Bei der Prüfung dieser Finge wird heute gewiß dem Theologen mehr Verständnis als früher entgegengebracht werden, wenn er nicht. eine Ermesscnscntscheidunir sucht, sondern im wesentlichen die Antwort all-, den Gegebenheiten des Judentums heraus schöpft. Vor einem halben Jahrzehnt noch sehalt man den Knhhiuer, weil er nicht ausschließlich vom Denken der Zeit aus bestimmen wollte, was als Judentum gelten soll. Heute wird mau ihm zugestehen,-daß «las Judentum ein Gegebenes ist, daß sich aus seineu Quellschriftcn und den .Äußerungen jüdischen Daseins in der Vergangenheit objektive Momente genug zur Feststellung dessen, was jüdisch i*t. erkennen lassen; und daß erst zu ihnen hinzutreten darfwas die geistige Weithin «1er wir ■leben, au Zweifeln entgegenstellt oder stützend zu klürcu Vermag. Damit wird der Boden des Individualismus verlassen: nicht, w a s ich meine, gibt den A 11 s s e h lag. sondern w a s . jüdische Zeugnisse als jüdisch erkennen lassen, bildet die Grundlage für meine S t e J1 u n g n a Ii m r. Doch gerade auf diesem Wege zeigt sich, wie berechtigt die Vorkämpfer der jüdisch-liberalen Anschauung zu ihrer Betonung des Individuellen im Judentum gewesen sind. Kein Kundiger, der mit Bibel und Talmud vertraut ist. der die rabbini-ehen und die volkstümlichen" Religionshüchcr gelesen hat, kann an der Tatsache vorübergehen, daß die religiösen Forderungen slet- und immer eine persönliche Frömmigkeit erstrebten. Die Aufgaben des Individuums Im Mittelpunkte jüdischer Anschauung steht der einzelne: ..Dn sollst ein Segen sein", lautet die Bestimmung, mit der Abraham seine Sendung antritt. ..Es segne dich der Kwige und behüte dich." Alle Verheißung, aber auch alles GcI*ot wendet sieh" an jeden und nicht ..an alle". Gewiß wird allen das gleiche auferlegt, damit die Gemeinschaft zusammenwächst in ühercin- ' stimmender Übung: aber doch keineswegs so. daß jeder pich nur als Glied dieser Gesamtheit zu sehen hat: die individuelle Existenz behält nicht nur ihre volle .Geltung, sie bleibt geradezu leitendes Motiv. Ei ist oft darauf hingewiesen worden, daß es im Judentum keine Scelsorgc gebe wie im Christentum: das ist richtig, wenn Von GUSTAV COHN, Leipzig man. daran denkt, daß niemand im Judentum seelische Gnadenmittel auszuteilen vermag. Aber riehlig ist auch: das Judentum will Seelsorge sein: es will Lebenswege^lehren, die heilsam sind (Spr. Sah 3,18); es will davor Iiewahren zu straurlijcljii llos. 14,10); es will dem einzelnen die innere Buhe sichern, sie ihm wiedergeben, wenn sie gestört ist; die einzelne Seele ist Gegenstand göttlicher Obhut: ,.In der Erhabenheit und Jleiligkeit / wohne ich — "/ und hei dem Zermalmten ' und Geisterniedcrten: / zu belel>en den.Erniedertcu, / zu beleben den (»eis! der Gemahnten" (Jrs. 57.15). Die jüdische Lehre zeigt, gerade in ihren erhabensten Ur-, künden, daß sie doch inrlfr ist als nur ..geoffenbartes Gesetz**:- sie kennt durchaus den Wert der ..einzelnen Menschcnsccle". sie will -sie keineswegs aufgehen lassen in der Gcsanilseelc. will vielmehr — davon wird später nochmals zu sprechen j-eni - - die Gcsamlscclu aus starken, großen, reinen Einzelpersönlichkeilen begründet sehen. Darum steht sie verständnisvoll der Entwicklung lies Individuums gegenüber und stellt ihm seine Aufgabe. Im inneren Kampfe sieht das Judentum menschlichen Trieb und edle Aulagen und will, daß der jezer hora durch den je/er ha Umüberwunden werde: nach Heiligkeit soll jeder streben, in allem Tun, ja ut allem Denken \ou dem Verlangen nach steter Vervollkommnung beherrscht j-ein. der schlechten Handlung ausweichen. Dem rechten Streben solcher Art wird auch zugesichert, daß 'hur eigene Schuld den Menschen hcla»tct. daß die Untat anderer nicht mitgetragen zu werden braucht; Ez. 18.211: Jeu. - 31,29). " " ' Als machtvollste Grundlage des Mühens um solche Frömmigkeit gilt die G o t t c s 4: r k e 11 11 I n i s , auch sie ausschließlich auf das Individuum zu beziehen und immer wieder in der Schrift bezogen: etwa (Dcul. 4..")): ..Du solNi beule erkennen und es dir zu Herzen nehmen, daß der Ewi:»;- Gott i-*l . . Ei ist ja rein persönliche*; Erlebnis, das zu Gull führt und den Mcir-clicn mil drin Glauheu au ihn erfüllt. In der Natur;Ps. Ilt.l .(. in der Grsrl-iehlr (Ps. litt, 1—1) kann Gott erkannt werden: am tiefsten aber wirkt «Üe Selbst mil teihing Gottes, die er dein .Menschen in- Innere gibt .Irr. M.'.i* 'Mi', die ihn z|i wandeln imstande ist." das Herz von Stein aus ihm entfernt mid ihm ein neues, ein fühlendes, versiebendes 1 lerz schafft. , Ez. .'(b.2Ö.) Dieses Erlebnis muß nicht etwa abgewertet werden: es j'-l zn suchen, und es wird gewonnen, wenn ihm ..mit gau/em I ler/eu und ganzer Seele" nachgegangen wird -Deut. 4.Ü**> Eine feinsinnige Deutung erklärt die im Gebete oft wiederkehrende Ausdruckweise ..Gott Abrahams. Gott Jizehaks und Göll Jaakohs": Iis heißt mYhl: Gull Abrahams, Ji/rhaks und Jaakobs, sondern bei jedem der. Erzväter wird das Wort ..Göll" wicdcrlmll, um anzudeuten, daß Ji/ehak und Jaakob selber zu Gott'finden mußten: es war drisellx* Glaube, aber in jedem von ihnen neu errungen. Die aus eigener Erkenntnis, eigenem Erleben neu gesehaffenr .Frömmigkeit wird im Judentum hoch bewertet. Der wahrhafte Pnwlyl (»er zedek) wird von Gott geliebt: ,.Hällen jene Hunderttausende am Sinai nicht Donner. Feuer und Blitze. Ei In Imd der Berge und Sehofarkhuigc erfahren, sie hätten sich wöhl niehl der Goflivhcrrschaft unterworfen: dieser Heide aber hat nichts von alledem erlebt und kommt und ergibt sich ganz dem Heiligen, g. s. E.. und uulerwtrfl sieh der Gollcshrrrsehafl; kann einer der güitlhhcu Liehe würdiger sein als er?'1 'Midr. laiieh, leih IVha C>\ Hier findet die Weriiuii' sellHäudigcn Durchdenken*., aus Eigenein gewonnener Erkenntnis ihren deutlichsten Ausdruck: größer -lebt da. wer aus innerstem Drange sieh zur Got le-lrhfr brkeunL sie au-i persönlichstem Wollen übt. als der. de» Abstammung. Erziehung oder außen' Momente dahin führen. Das Recht des Propheten Solcher Wertung muß gewiß eine Pflirhl eulspieehen. nMn stillschweigend hinzunehmen, was Überlieferung als Lehre und Ausdruck jüdi-eheu Geistes darbielel: aber auch ein Hecht zur Individuellen Gestaltung dieser nri-ige u-lru Frömmigkeit und ihrer Formen. Und es war keineswegs ein Neues, als hu Beginne des, VX Jahrhunderts dieses Hecht heauspnicht wurde. Die Propheten habni von ihm Gebrauch gemacht, wenn sie ihr Doinierwrut gegen die Mcrhaui-iernng des Opferdicnslc*- schleuderten, wenn sie Handlungen verwarfen, dir den Schein der GottergelM iiheit werken sollten, während kein fühlendes Her/, hinter ihnen stand, oder gar durch sie kalie Hoheit"1 verdeikt wurde, die heiumiiiigsIoH Böslichen verübte; wenn sie wahrhaftige Gesinnung, Achtung vor der Würde des Menschen, Heiligung durch Güle und Hilfsbereitschaft höherstelltrn als Dienst der Lippen und kaltherzige rCull- Iiandluugcu. Sie stellten sich .damit bewußt gegen die „volkstümlichen" Anschauungen, gingen eigene Wege und wiesen Möglichkeiten religiöser Erneuerung auf, die den im Volkegeübten Formen individuellen Unterbau siehern .-olltcn. Es würde den ft ahme 11 dieser Prüfung der Frage sprengen, wenn ver-uchl würde, alle Belege dafür anzuführen, daß das Judentum seit jeher dem einzelnen jüdi-chen Menschen in der Gesialtung seiner religiösen Haltung eine durchaus aktive H o 1 I e zuerleilte. Es kann ja nicht ander» sein. Dir Beziehung des Menschen zu Gott kann ja nicht echt und nicht tief sein, wenn sie nirht ursprünglich, im eigensten Fühlen und Denken gewachsen ist und immer wieder ausser Seele genährt wird. Bei aller G*ößr des Gedankens, daß gemeinsames Geltet im Gotteshaus«: Andacht schafft: es gibt Stunden, in denen der Aufschwung der Seele zu Goft nur gewonnen wird, wenn «Jic ah geprägten Gebclsfnrmclu verlassen werden, wenn das tretende Ich seinen eigenen Ausdruck sucht, wie das ja auch in.den Psalmen so oft geschah •. wenn bei aller Ehrfurcht und Licltc zu den altheiligeii hebräischen Gr!*:Im nur ein Dank, ein Seufzer, ein Hilferuf in der Muttersprache dem genügen kann, was der Serie die Hube gibt. "Dem ist jüdische Lehre immer gerecht geworden, hat sieh jüdisches Lrl>en immer verständnisvoll gezeigt. Wenn die Anschauungen des 19. Jahrhunderts die persönliche \ote der religiösen Haltung unterstrieh und im Judentum eine Betonung des Individuellen hervortrat — es war Geist vom Geiste des Judentum?, der dazu führte. Wir haben keine Veranlassung, diese Entwicklung zu verleugnen. Nichts Fremdes lag in ihr. Sic l>cdeutctc eine Hüekkchr, keine Abkehr. Abkehr alter war die- Wandlung, die von einer Anerkennung der indnidnellcn Frömmigkeit /um Individualismus in der Stellung ■ zum religiösen l.chen übcriiaupl führte, zu dem Anspruch «1er* einzelnen, sich eine eigene lleligiou zu formen. Das war auch nicht mehr der Geist des von Raul formulierten Gesetze*' um der Autonomie der Persönlichkeit, sondern Mißbrauch dieses Gcdan- . keus. Nur die wenigsten, die ihn auf sich Itezogcu, hallen ein wahre-, Anrecht darauf, sich für ,,Prrsünliehkcir* zu hallen. Man war dem Irrium verfallen, dir Persönlichkeit in jedem Meuiehea als '««-geben zu erachten; sj.* i*t in-W ahrheil Aufgabt. Ziel; Mr sivhl nicht am Anfange eines Mensche idetivn>, sondern erst am Emir einer sehr ernsthaften geistigen lind sceliseben Entwicklung; sie Itcdhigl all.* die Küllc von tiefrr. im West-h fest veraukcrleii iitiH reu Sicherheit, klaren Schauens der Dinge, reinen Wollens in allem Tun, unrrsehüllcrliehcn \ 11 anlworluugslH'Wußl^eius.. Pcisönlichkcit darf nur gcnaunl wenh li. wer dru gau/rn schweren l.iiiiVerurg-prnzeß de*. Lebens, thncbgekäinpll hat und äu**- ihm nicht gebr.M-heu, sondern gestärkt, nicht zerrissen, sondern einig Iii sieh hervorgegangen i-i, wer nicht mehr" abhängig vom (»eiste anderer i-i. stmdevn iindcicu Zieh* wi/vit, Wege weisen kann..' Wie wenige gibt die in '-oh'hcm Sinuc aU Imliv idualiläleu atigc-elifii werden dürfen. Und doch Har 'uian der Täiiseluiug ■ciJalh n. daß sich ji dei diese Kennzeichnung beilegensieh um der Gr-amtlich ab-onderii. seine eigenen Wege, .sein I.eherp.gr■*»■!/. -elb-r beslinmieii ■ iliit fe. t r-achc dafür war wohl nicht /um wepii^-leii die Tendenz /.ur Groß.ladt, tu der kleineren Stadl hängt einer an: linderen, sind dir Men-ehen aneiiiaiiderges|i-tl|. is| das Gemeinsame, das (Gleichartige offeiisiehl lieber. Je mehr utatt in der ' großen Suult;m"-ciuuiidei-iiickl. ilesio mehr \vüctr*tt ilas Itcwußt-cio des Allciiisleheu*., ilr«. Allf-sieh-srlbst-augrwiesriisein-- der größeren Selli~l\eraulWoriuug uu<l ihunil des s|iirkercu Selbst he wußtsi-iiis niiil Eiii/.elaii-pruehs. ICs sidl nicht he*| rillen Vterdeil. daß il-tdiiri-h bei vivUll Mcilsehen ilie Leist iiiigrn gJ*- sleigi ri wiinlen: da - wahre Mciischeuiimi hat uu/weifctbafl «hmtnler gclilleu. Das Erivavhen Schwer gelitten hat darunter das f«t den Sehenden schon I:oj; c ib-niticli gewesen das Juili-uhiui. Das ist das fim hlhurr l''iw'achcn. das beule /chulau-ende von Juden et -chiillei I, Sir hallen geiiieiut. -ii'li innere Selbsräudigkril errungen /u haben, und uni—-en nun sehen, daß sie halllos sind. Sir dachten . in ihrem - Per»öulichl-< iiswahn: Nicht das Jiidenluni soll Itiibler si 111 daMtbr-r. wa> Gull w»n mir fontrrl. stiiideru .mein rcligiöses-Gr-wi-sen. Ab>-r -ie ballen -ihr religiöse- (!i wis-cn niehl gepflegt. Si<- haben die I 1 krafl aller erhielt Iteligiosiläl verkünnneru bissen; die hes*1w*i*Ieiie Deiimt. *la- Itewiißtseiu »Irr litensfhttvhen Kl'jldteil ■icgeiiülwider erhabenen Größe (iottes. Si«:""^ipr«cheil wie jener ) [m lininti^c: „Meine Kraft, und die Stärke meiner Ibniil" 'Detil^ b\IT> veigal^en. daÜ es r'nir Macht des Schicksals gibt, der sie iniierwin'fi'ii -iinI» lud oftmals halten gerade jene, diram laut*-fr*, da* Ihcht auf eigene (>es[aitnug ihrer rrli'jiö-rn Haltung forde) teil, damit niehlanderes be/.vveckl, als ihre Megiemiig Jilles Iieligiö-ei\ zu v ei hüllen. Diese ,Jti(li\idualisteir* haben sich weil entfernt ton allem Judentum' haltetv sie de» liefen Sinn dessen bewahrt, wa-* ilas, Judi riliun aK lEeehl des lndi\ iduiuiis auci kennt, sü*. wurden /uglcieli gi-wnUl haben. ilaK Ib ligio-iliil i|«-r Einoidmuig in die GeiiM'itisehafl niehl rnlraleo k;ilin. Sie ist gewifA' S'-clenbesii/ des ein/clneii. bedarf -aber i|eiiuo< h der Hcligimr als Viisdruck eine* griueinsamrn Seelenüiite». Nur ans 'dir strömen immer neu dir, Krähe zu. die die religiös Pcisönliehkeil formen. Iteligiö-.!-)« t^-wis^en wird und bleibt nur vcrne-huihar. »i'iiti e« in di*u Men-ihengleiefige-linunler Iti-ligio-jlül ein He^tilaliv bat. HcJigiö»-* Geiueiiisehafl t-lunhr alnur ein äußerer Zu-annin-nluing. ist ein Hinüberum! I ler übet flulcu von Werten, die in ilas Eühleu _jTiiigehen, dir liesiiinnieiiden KinftulA auf da- Wes.i i, üben. Verbundenheit der- Generationen All/n laugt: haben viele Juden in der Tüu^ehung gcl'-bi, daß sie Itcligjo'n an lieben tnüUlen. tuehl Judenllim. Sie imü>m-u 110-lir und mehr ziiye-tehen. dalA 11 11 r j ü d i «* r Ii e It r I i g i o u ihreiii W'e-en eni-[ili'-lii. da- |.| fln- Itrügioii ihrer ^esellichlliehen und gegenwärtigen (.eineiiv-t halt, .lahrhunilertebuiüv Tradilion hat in IIILS eine -crli-rhe I nipfän^li< hl*eii für ieli;;iiisi- ■ Ei krnulm-w* ■zrraib' jöili-eher Piä^tuig gc-e|iaffen, ' und ein /tisaiiimciislimiiien in der Harmonie religiöser Tour, wie sie in den Juden neben mm erklingen. Es ist wie eine gewachsen!' horizontale und verlikah) Verbundenheit aller Juden aller Zeilen und jeder /eil, von der keiner sieh iren:ien kann, ohne EinhiiLv* an seiner Iteligiosiläl zu erleiden. I\'is vergaßen jene, die nur ihr religiöses Gcwinsen. nicht aber das .,'iidenlniii als Miihler darül»rr luierkeuueu wollten, wart" Gott \«ui uns fordrr!. . Eine weuiu braelilrle. aln-r doch grumlsälzliche Anschauung jfidiM'heii Glanbens j-l die vom fortwirkenden „Wrdirimt der Väter" 'Vrhtiss owau-Ji was die Er/vAter an gollgefälligem Ton entfaltet liaben. das sieht . alfrii ihren Nachfahren fördernd zur Seile: ••iehrr der fein.(empfundene AusdruckJfir die Verbundenheit aller jndi-chen Generalionen mit den Ahnen. Elten«» lief nprirht d»-r Tahnnd in dem Salze: „Wenn ein (m:rechter stirbt, so stirbt er -ritu-ui ganzen /eilaller", von dem Ilaudr, das alle Juden einer (jegrnwarl eng umschlingt. Wie klar uucli jüdisehe. r^ltre das W csen des -Iteligiösen als im einzelnen Menschen wirkend rrkriml. so sjehrr auch weiß sie da« Gebot des Aueiumidcrbehliet^ iis zur firltung. zu bringen, und so eindringlich auch alcllt sie als Kollektiv ihre Knr«feniiigeir. .So sehr, daß in manchem gei-t hiehl liehen Augenblick oSe Itüek-ieht auf' die Gesamtheit für den Anspruch den riu/clueu keinen 'ltiium ließ. Es erübrigt Mth, für jödisclie GeinrinM-hnftsaoffassuug Itclegr, anzuführen: wir etwa den HinweiH auf den Temi*eldirn'ttf «Ichmi-ii Opferga!»rn überwiegend die ge*amlr Omeinde angingen; wler entsprechend ilem bei enden ,.Ieh" dat - vorherrMcbentl — iM'lende .,W'ir"*; oder die fest geprägte Liturgie mit Gebrlsirieken, denen Allgerueingüliigkeil bei»elegt wurde. Ihnen allen, wie . VH-leit. vielen anderen"liegt unverkennbar k o 11 r. k t i v t » t i 8 c h c Ten d r n.z zugrunde. Sammelnd, einend, nncli immer weiterg reifendem Zu«ainmcnschluß aller mensehlichen Gruppen, der Slämme. Völker und Staaten le,ndierend, zeigt sich-unser heilige«..