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Jüdische allgemeine Zeitung · 1935-12-04 · 49 (4.12.1935) · page 6

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Journal
Jüdische allgemeine Zeitung
Volume
15 (1935)
Issue
49 (4.12.1935)
Date
1935-12-04
Page
– (sequence 6)
Language
German
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insbesondere''-.flicht nuf dchi -.Qcblct/'de«',;Worts, w» an Stelle des jüdischen Autors immer noch .ab tciKyclscr Ersatz der 'jüdische. Inhalt treten'fcßnno, dcÄ cireten Schauspipl-Abcnd der Saison, diu Aufführung von Slialccäpcarcs „K öm ö die de r I r run gc n" durch das Ensemble dca uhcin-Ruhr-Thcators-besuchte; der mußte , vom Gegenteil überzeugt werden. Sicherlich läßt . sich ■ mcliti« Abseitigeres vom jüdischen Wesen, was Schöpfer und Inhalt, Gestaltung jind Gedanken, Weltanschauung und' Schauplatz anlangt, aussuchen, als gerade. dieses Werk, Auch a(and hier. primitive» Bühnenbild, nicht sehr geeigneter Saal und manche noch etwas dilettantisch anmutende schauspielerische Leistung der vollen, möglichen Wirkung im Wege — und doch Iiob. dieser Abend mit der Wirkungssphären Regie Norbert Schillers jeden der von der ..Unmut dca schweren Alltaga belastet Erschienenen Ober den ■ Dunst seines Gedankens hinaus in eine Sphäre ungetrübter, beschwingter Heiterkeit. Niemals konnten wir klarer erkennen, wie sehr unsere Verwurzelung im europäischen Kultürkrcis, zum 'mindesten bei den über-die Dreißig Hinausgewachsenen, das untilgbare Bedürfnis .nach einer ganz allgemein menschlich-kulturellen'Erhebung eingepflanzt hat. , ■ ' . ..'< •';. ■, ... •.,..... Zu einem rem jüdischen Erlebnis in der wirkhdicn Tiefe: — auf der einen Seite rriilicugcfürbt-volkhaftcr, auf der andern religiöser Ausprägung — führte das Chorkonzert des Ehrcnrcich'schcn Kammerchors, der mit; gewohnter Kfangrcinhcit sich unter der sicheren Hand seines Meisters an schwere und neue Aufgaben wagte. Nach dem einleitenden Teil mit Choren und Madrigalen alter Meister, gipfelnd in einer Bach-Kantute, bot dieser Abend ostjüdischo;Volkslicdur in Vertonungen' von "'Herbert Fromm, Erich Itor Kahn und Rosy GcigcrrKullmann.- Alle drei IcnOpfen an die bekannten, slawisch gefärbten. Volksweisen des Ostens an und gestalten sie eigenwillig zu neuen . Formen,' anr reifsten und eigenartigsten mit seiner, atonal-komplizierten Begleitung der traditionell gehaltenen Oberstimme-Erich Itoc. Kahn, auf dessen exakte Wiedergabe der Qhor und seine'.'Leitung .besonders stolz sein kann. Den Höhepunkt und zugleich Schluß' des Abends bildete Herbert Fromms Kantate „In-E w;igkei t"; nach Gedichten Jchuda Halcwys. in. Roscnzwcigschcr .Übertragung unter Einflcchtung. des 22. Psalms in Martin Butler» Verdeutschung. Dem Komponisten gelang-es, das schwierige Deutsch dieser; Texte. zu. einfachstem Empfinden durch die Sprache des, Tons .überzuleiten und der religiösen Wucht des Inhalts einen musikalisch gleichwertigen Ausdruck zu verleihen. Demut und' Verzagtheit, selige ■' Gewißheit und Befreiung klang,' flehte und juboltc in den Tönen des neuen und das neujüdische Musikschaffen, wesentlich bereichernden . Werkes, dem wir im jüdisch religiösen Interesse eine möglichst weite Verbreitung , wünschen. ' .'.. Von drei Seiten .'beleuchten diese drei Abend? das.' Problem des Kulturwcrks für die Juden in Deutschland. / Für jüdisches Publikum gestalteten die reproduzierenden jüdischen Künstler .einmal das in gar keiner Beziehung im Jüdischen verhaftete'Werk iMahlors, des jüdischen Schöpfers, dann das gfinzlich. ajüdischolAistspusl Shakespeares und endlich dife wahrhaft als jüdische Kulturwerke und Kunstwerke > zu bczeiclmcndcn Chorwerke, die Wir erwähnten, .Wir brauchen das..eine'-'wie das andere. .Neue und echte Kunst kann einstweilen erat auf Bchr beschränktem Gebiet, entstehen, nur in der Verwurzelung ostjüdischen, vielleicht, hald palästinensischen Milieus, wo. ein breites, größere Bezirke des Daseins schon umspannendes jüdisches V o 1 k s leben noch, öder schon , wieder existiert, oder als rein ro Ii gi Ösc; K uhat in Anlehnung an Gedanke, Wort , oder Erzählung des üborUc'fertjen Traditionsguts. Damm dürfen und können wir, nicht — wenn anders wir nicht kulturell völlig verarmen wollen — auch in dism Neuaufbau: unserer eigenen Kulturgcatalrung auf die-'unendliche Fülle und den' Reichtum 'nichtjüdiscticrt :Schöpfcrrums oder 'ajüdischcr Werke jütuschcr Meister verzichten. . ei s. BÜCHER UND PROBEN Torafchreiber und Erdbeben THEATER, KUNST, LITERATUR - Kulturbünde in 82 Städten ■ . - Der- Reichsvcrband der, Jüdischen Kulturbünde umfaßt jetzt in 82 Stfidton .124. Organi sationen. Außer, den Kulturbünden sind ihm Orchestervereinigungen,'; Musikervci-bänide,':: gbaelkge- 'Vereinigungen mit künstlerisdier Absicht.' sowie einige Privatuntcmchmungcn (Agenturen) angeschlossen. ' . Eine neue Operette von Pau 1 Abrahahl - Der Operettenkomponist Paul Abraham hat eine neue Operette „Dsduunnh" vollendet, deren Premiere im Theater an der Wien in Wien wahrscheinlich zu Weihnachten stattfinden soll. S chenkun gc n a ndas B er 1 i nc r J ü d i s ch c Ma b c-u m ".■' Aus der Arthur Scgal-Ausstcllung im Hause von Frau Dr. London wurde der Kunstsammlung der Jüdischen Gemeinde von musciimsfrcündlichor Seite ein Selbstportiat" des Künstlers geschenkt. — Außerdem'erhielt das Museum von Frau Lotte .Fürstenborg eine . Olstudic M n x Licbcrman na z Geschenk. - ..!'", '■.■',... ' ■■''■,■. ' ','.■' ■■'"»■., ■ ' ■ 1 ...'.' Hohe Auszeichnung für B run«. W a 11 cr~ ' . Wie aus Wien gemeldet wird,' hat der Staatssekretär für Unterricht Dr. Pcrntcr im Bundesministerium für Unterricht dem Professor Bruno W n 11 c r das ihm vom Bundespräsidenten für seine Verdienste um das Musikleben Österreichs verliehene 'K o m - turkreuz erster Klasse des .österreichischen .Vcrdicnst.- ördens mit herzlichen Worten' derAnerkennung fijr sein hohes künstlerisches Schaffen überreicht. , '•-• '•'.'' Zu Ehren Franz Wcrfcls' In New York ist Franz ' Wbrfoi eingetroffen, um der--am 23. Dezember im Monhatton Öpcra-Hbusc stattfindenden Uraufführung seines biblischen Schauspiels „Der Weg der'.Verheißung", das .von Max, llcinliardt inszeniert wird, beizu- ... wohnen. Die amerikanischen Schriftstcllor werden demnächst ein Festbankett zu Ehren von Franz Wcrfcl vcrpnstalten.1' ■ . Max Brods ,jK 1: u bell i" i rii K ö 1 nfl'r' iKu1 tü;rb u ri d .. Der Jüdische Kulturbund Rhein-Ruhr hat ein Stück nach' dem bekannten Hornau von Max Brod ,,RBübeni| Fürst der 'Juden'.' zur Uraufführung angenommen. Die» Auffuhrung erfolgt in einer dramatischen Fassung des Werkes,'die der Kölner Dramaturg Gerhard Walte r - 11 os c n b a u hr im * Einvernehmen mit dem Dichter vorgenommen hat.;Z a n g w i Ii - G « d & ch' t n.\i a u a b te 1 lu n g in London In der ,Beu Ü r i-Kunat gn1 e rie'. im Woburnc' Housc, dem jüdischen Zentrum Londons, ist eine Isracl-Zangwill-Gedächtmsausstclhing eröffnet" worden. Die Ausstellung enthalt Zeichnungen von A. A. Wolmark zu den Werken Zangjirills.' - Sic . wurden von dem Präsidenten der Ben Uri-Gcscllschaft, J. ' M. .. Sicffy angekauft und der Galeric geschenkt. -'. Von Josscf ous Brtstiezko Aus einer talle wenig ■ bekannter Reiseberichte, aus Briefen und anderen Dokumenten dreier Jahrhunderte hat Kurt Wilhelm eine vielfältige, bunte Auswahl ■ getroffen und sie unter dem Titel „Wege nach Ziq/1" \u einem Sc/iocken-Bändchcn . vereinigt ■ (Bucherei , des^ Sclioctienverlages Va 45). Angesichts der standig wachsenden Literatur, die fas heutige Palästina schildert, erwecken diese meist naiven Verteilte von Land und- Leuten, von beschwerlichen Reisen Vid Lebensverhältnissen aus den Zeiten einer anders gearteten Einwanderung ein doppeltes Interesse. Sie. schildern die Erregung,, die <das Auftreten des messianischen Schwärmers. David Rcubeni im Heiligen. Lande unter der - Turkenhsrrscliaft hervorgerufen hat, sie berichtenvan familiären und Wirtschaft- Helten Verhältnissen, von Klima, und Krankheit, erzählen von. einer Zwischenstation auf Zypern, geben Ratschlage an die Dalreimgebliebenen für eine künftige Palästinareise, gewahren. Einblicke ihpolitisches:'und religiöses Leben vergangener; Jahrhunderte. Auch ein Brief von Heinrich Heines Großonkel Simon van Geldern aber seine Abenteuer im Orient hat Aufnahme gefunden. Als. Zeugnis der unverbildeten Schreibweise der Briefautoren folgt hier 'ein Teil aus einem Bericht, den cm einfacher Torarollcnschrciber aus Polen, der unmiltetbar "nach dem Erdbeben] äes Jahres 1759 ins Land kam, niedergeschrieben hat. Und nun will ich euch das Allerneueste seli]roihcn0 was mir geschehen ist. ich saß eines Abends und schrieb an meiner Torarollc,- es war wohl Sonntag, abend,' am 6. Kisslew: . Da hebte die Erde plötzlich wieder, die. Teder glitt aus meiner Hand und die Tinte ergoß-sich über das .Pergament; so stark bebte es. Was sagt Ihr dazu: in. jenem Augenblick .hatte ich gerade am/Ende vom ersten, Wocncnabschnitt die Worte geschrieben: „Dil, reute es . Gott, daß Er den Menschen-gemacht hatte", und Indem ich den Satz beendete, bebte die Erde. Mein Zimmer, lag, im Obergeschoß des Steinhauses (alle Häuser sind hier •aus Stein, ■ Holz' wird zuni Bauen nicht verwendet), und als das' Erdbeben einsetzte;,; flöhen wir schiicll ins Freie. Wir waren gerade draußen,' d,a stürzten die Häuser ein/ auch das, in dem ich geschrieben hatte. Nach Stambul war auch ein Mann aus Brody mit seiner Frau gekommen, um' nach Ercz Jissracl zu gehen. Er hieß ßl 'Seiko, 'seine Frau Rösch; -' Am Neumondstag des Ellul ging ein Schiff ab, in der Regel fährt eins im Jahr, nämlich immer im Ellul. Diese Leute hatten schon den Fahrpreis ausgemacht, icb wollt«, eigentlich auch mit ihnen, fahren, hatte aber noch keine/ Zeit. Ich habe Euch doch schon geschrieben/ daß ich dort-2ufällig ' einen' Mann traf, in' dessen Synagoge-eine seit zehn -Jahren unbrauchbare Torarollc stapdl. Kein Schreiber, konnte sie ausbessern,es. gehörte.jganz besonderer' Scharfsinn dazu. Nun, der Mann hörte von mir und auch,'daß ich sofort abfahren wollte. Da kam or mit anderen angesehenen Männern zu mir, und sie baten mich, ich möchte-doch ihre ToraroHe ausbessern. Später würde . noch ein Schiff - abgehen, ' mit \ dem ich dann fahren könns., Man versprach, mir gute Bezahlung und meinte, unj dieses Verdienstes willen werde Gott midi bewahren -und ich glücklich Ercz Jissracl landen. Ich' willigte' schließlich wegen der Alizwali; einA.und besserte die .-. Torarollc mit Gottes Hilfe und großem Sdiarfsinni aus. : Die ganze Stadt staunte. Wie neu sei aic geworden; bo gut hätte ich sie ausgebessert, und man gab mir das Doppeltel; und Dreifache.;' Aber' das, ist mir' nicht' so wichtü denn es war. ja überhaupt ao zu meinem-Guten, Mit dem ersten Schiff -konnte ich, nicht mehr.. fahren, linohl aber reisten jener R."; Öclkc und.,seine -Kau; «1/irauf, und sie, kamen sdion vor deu Festtagen ,'nach Safcd. 'Am . 9. -Cheschwan kam R, Seiko ■ beim ErctDcbcii ums, Leben. Seine Frau .wurde gerettet. Ich aber nauc Gott gedankt, daß idi erst' auf dem zweiten Schiff nach dem Beben ankam ... - ..'•'"': ■,'"' '■ ''. *" Von Käfe, gefällter Milz und Fifchen . Von Miclra Michalowitz Die willkommene Aufgabe, in anregender Form (und Meinem Format) Kenntnisse jüdischer- Lehre, Geschichte, Literatur und Kultur zii-yermltti'Iii, hat neuerdings die1 in der B'rwidusschen Verlagsbuchhandlung erscheinende Sammlung „Gestern und heule" übernommen. Ueber den ersten beiden der bis/ierherausgekommenen fünf gewähltausgestatteten Bändelten steht der auch im jüdischen. Schrifttum nicht imbekannte Name Manuel S V Im itze r s: den anmutig erzählten und nachdenklichen „Leg e h d en aus, dem T al- . mu d" und den geschickt pointierten- Anekdoten, die sich um die• ■von Schnitzer erfundene Gestali des Musikanten und Spaßmachers „Ra b b i L de Ii" ranken. ■ Auch diese Schnurren und Schwanke, Meislerproben jüdischen Humors, die Trübsal über- , winden helfen; sind eiii'Kulturdokument.;,He-r z L--B r ie f e" aus Theodor Hergls.■ Fräh~)'iutd\Jfcampfiett. hat Manfred Georg 'ßUf 90 Seiten zusammengestellt und die Dokumente der Wandlung des Wiener Feuilletonisten zum Politiker, seines Werbens und Ringens um Unterstützung seiner ' Pläne bis zur Entstehung des „Judenstaats" durch histdrisch I erjäutertidc,yund .pfycltqlögiscfi, deutende t Erfclärung£q.i,mil-<x einander verbunden. Gebet und Silin der'Freitagabend-Bräuche' interpretiert Joachim Prinz in dein Bändchen „Der F reita g abend", indem er die hebräischen Gebete mit'Inhaltsangaben, . Textk'ömmentaren, liturgischen uiid kulturhistorischen Benxerkuhgeii begleitet. ' Etil. entzückendes Büchelchen,' das über schwere Kost in leichter Weise plaudert, nennt sich nach dem Schiilchan Arüch ■ ,,De r ge de Ckte :T,i s c h". Sein Verfasser ist Micha M i c h a lo w l t 'z: Ein graziöser; geistiina geiüißreiclier, mit vielseitigem jüdischen Wissen durchtränkter Essay, aus dem wir nachfolgende Kostprobe ' als - Anreiz veröffentlichen. Die nächsten Publikationen der Brandusschen Verlagsbuchhandlung dürfen mit, großem Interesse erwartet werden. ' : ■-.;"' . Ein Blick in, ,dip ganz frühen Anfänge, in. die Zeit,, du ein« bodenständige Kultur in Israel . zu entstehen . heeunm also gab es Fleisch vom lUnd und Kalb. Das Heisch von Schafen und Ziegen war i weniger behebt, obwohl-.das. Schaf, eine .sehr delikate Sache lieferte: den fetten :Schwanz; aber er mußte von einem FcttHiihwaiizschäfchcn spin und .wurde dann auch nur sehr würdigen Güstcri hingereicht. Gobrntcncs erschien ihnen nobler »1» Gekochtes. Erst später, im Kulturlondc Palflstnio,. zog ninir das 'gekochte Fleisch.vor, Wildprct war eine bcgchi-te Leckerei. . Isaak erbat es sich vor seinem folgenreichen Segen. „Nun denn,, nimm dein Gerät, dein Wchrgchüng und deinen .Bogen; tmd geh nufs Feld hinaus und jage mir Jagdbeute, bereite mir daraus ein schmackhaftes Gericht, wie ich es >hebe, und bring es mir, daß ich' es esse, damit -meine _ Seele dichsegne, bevor ich sterbe" (1. Mos- 27, 3—4).' Und weiter, was für Flciachsortcn aß man noch? Das dcutcronomischc Gesetz verkündete: „Dies ist das Vieh, das ihr essen' dürft: Ochs, Schaf-und'Ziege; Hirsch, Gazelle und Spießlxick, Steinbock, Dischon-Antilopc, Stcppcnrmd und Bcrgzicgc." Und das aß mau auch. Aber der Inbegriff aller Wonnen war gemästeter Ochse. Dies aber scheinen ihre Lieblingsgerichte gewesen zu sein, .authentisch erzählt' es die.Bibel (IV. Mos. 11,' 4—C): :.Aber das Gesindel, das unter ihnen war, hatte Gelüatc, und du fingen ouch die Kinder Israel wieder an zu ..weinen und. sprachen: ,Wer wird uns Fleisch zu essen geben? Wirjg'cdciikcn der Fische, die wir in Mrzraim umsonst gegessen, der Gurken und der Melonen, des Lachs, der Zwiebeln und des Knoblaudis, und jetzt verschmachtet unsere Seele' . . ." Die Fische also hatten es ihnen angetan, wie es scheint, schon damals. Und diese Sehnsucht schafft dann einen Fischmarkt in Jerusalem. Und wenn nicht alle .Zeichen trügen, begann hier der gefüllte Hecht »eine kultiirschöpferischc Laufbahn ... - - ,• \.;..ii.Die i -,iNeuen■., Naturalisten'* veranstalten■; 'in der -Zeit , bist zum 15. Dezember in .den Räumen Flottwolhjtr,a(Jc 3,' ptr,, 'ihre erste Ausstellung. Es werden Bilder,, yori Nikolaus Braun, - Gertrud .Bursch (Drcyfuss),, -Max. Hcinian'n, ' AAnclicse Rätkowski gezeigt., Eintritt unentgeltlich. , '; '■' { ): '-' - *;' :' } - -• -.jjNeucr- Os|liclief und PaI3stina-Bilderbogen.u Aus Anlaß ^'dffl. Chanukkali-.Fcstqs;'fWct ain im ,Biich- Sfl^U"^Ö»1>3:''UIir, eine- S^mdqrycranstäjttino; dos. Jüdischen Kultiir- •.' b||ndes -statt.; Z,ur -Aufführung gelangt ein ^'.Neuer' üblicher;und Jl,alaBfmu-llilderbogen'':,uf'dcP Regie yvön" 'NieolUf' Jßljaächoff.-. ■' UUU\.,U,UI>1UpV ■ .."',"> .U» iU. . -. -^....^.^..w.l .-vlu,..., -| ' ' Archäologische Forschung, hat festgestellt: die ifaupthahrüng' war Milch, und da mau in 'einem Land lebte,- in welchem. Milch bekanntlich nur so. durch'die ganze Landschaft, floß, vom Honig girr; nicht zu rc<lch, war.'cs selbstverständlich, daß es auch sehr bald Käse gab. (Chester und G6rgohzola waren 'es jedcufallsl nicht,- da» ist einwandfrei IcstgcsteHt wonlen.) Es war ganz ordinärer Ziegenkäse. Fleischgerichte, waren für die Feiertage vorbehaltcn, und . hier zeigt sidi . eine ■ zarte Hiivh'eigung zum Vcgc-' .tariaeheh,. von der man isich. aUerdinga späterhin sehr, «nergiseli losriß. Der Weg von dieser Eß-Bukolik zur gefüllten Milz, schräg angeschnitten,. ...fahrtübor.'. dic, Jalirtaüsiinde..,;Au.,deniiIj'eiortagcii Ahnenlied Von Hugo Salus Den Jüdischen Leselteften folgt jetzt eine „Jüdische. J ugendbücherei", die Dr. Erich Loewenihal im Joachim.Qo'ldstein Verlag, Berlin, herausgibt. Die ersten fünf' ' Hefte sind soeben erschienen. Sie bringen „Rabbittische Weis'-, lieit und Jüdische Parabeln", „Jüdische Lyriker von Heine, bis Werfet", „Kleine Geschichten" von Berthold Auerbach, „Juden - im-Gedicht" und' „Wundergeschicliten" von J.': L. Perez: Die 1 Auswahl des Stoffes verrät pädagogisches': Geschick. Die kleinen Heftchen vermitteln nicht nur jüdisches Wesen und Wissen,-sie. bieten der Jugend aller Altersklassen auch Abwechslung und Unterhaltung. Eine empfehlenswerte Lektüre für Schule und Haus,- die zudem den Vorzug der Billigkeit hat.' Bei der Herausgabe weiterer Hefte, die bereits angekündigt, werden, würde sich eine etwas größere Sorgfalt bei der Anordnung des Sto//£s'vorteilhaft ausnehmen, und es wärs anzuraten, zugunsten 'eines klareren und ästhetisch wirksameren Satzbildes die Sucht, möglichstviel Lesestoff zusammenzupressen,; ein wenig zurückzudrängen. Das Bandelten ..,Jüdische Lyriker"''enthält das folgende schöne Gedicht des 1929 verstorbenen Hugo Salus, ein Dalum, das in der bio- . graphischen Notiz zu erwähnen vergessen wurde. Meinen Großvater hab'' ich noch" gekannt, Er trug.jcin Bündel durch das Land Und konnte nicht schreiben und konnte nicht lesen , Und ist.ein armer. Hausierer gewesen. Doch wenn ich meinen Vater frag':: „Wer war deincs'. Vaters Vater? sagt". Er lächelt traurig: „Wie soll ich dos sagen, ..... Er hat; sein Bündel durchs Land getragen." Und vor ihm all .die tausend. Jahr', Wer unser Ahn und Urahn war? Was konnte uns an. aic gemohnen? Armo haben keine Ahnen 1 Elend, Verfolgung, Jammer und Not, Dunkel ihr Leben, dunkel ihr Tod! Und ich - schäme mich fast, durch den Abend zu gchcA" Und seinen Zauber und Glanz zu verstehen! - Denn vor mir und neben mir keucht es schwer,1 Da zieht-meiner Ahnen dunkles Heer ■ Mit wundem Rücken ' und Füßen, die brennen, Und mit ernsten Augen, die mich nicht kennen . :-. . König für eine Nacht Von Aren David Bernstein ..... Der Erfolg.der Neühcrausgdbe von „Vögele der Maggid" liat den Schockenverlag bestimmt, Aa'ron David B e ms te i n s zweite .populär gewordene Novelle „Mendel G i b b o /•'.'. (als Md. 44 der Schockenbücherei) herauszubringen- Die Bearbeitung des Textes hat Hans Bach besorgt. Auf den Spuren des Darfgeschichtenerzählers Berihbld Auerbach ' wandelnd, schildert - Bernstein, der übrigens Mitbegründer ' der; Berliner. Reformgemeitldc war und 1849 die „Berliner Volltszeitung" ins Leben rief, in liebevoll hingestrichelten Genri'- bildchen die kleine Welt der Posener Judengasse vor hundert Jähren mit ihren poesievoll verklärten Originalen, ihren Leiden und Freuden, ihren Enttäuschungen und Hoffnungen, Menschen mit warmem Herzen und religiöser Erfülltheit. Besonders ■ah--.iwei -.Flgiir«n- 'dUier'.': Erzählung,"'hangt des Autors Liebe: an dem Titelhelden Mendel Gibbor, dem Naturburschen', mit starker-Faust und tiefem Gefühl, der es vom polizeilich, verfolgten Hausierer wider Witten zum Landpächter bringt; und an der gütigen, frommen, uralten Bobe Malko,"„dcren Frommheitein Schutz ist für die ganze K'liKtc"- ' ,'.Mendel Gibbor", ist kein literarisches Meisterwerk, aber das liebem?- werte Produkt eines jüdisch empfindenden Geistes. In dem, nachstellend veröffentlichten Absclmitt aus, dem Buch erzählt Bobe Mulke die Geschichte ihres „Aelter'vaters" Saul Wahl, des legendären Fintagskönigs über Polen: ' Iii, Padua, in Italien, hat gelobt Rabbi/Mcir, der du geschrieben hat die großen Kontroversen und Gütaditen, die mau in. der Welt nennt nach ihm: „Maliaruiii Padua". Wie er gestorben' ist, liat er hinterlassen einen Sohn, der diut geheißen' Heb Scli'muel Jud«,; und den haben sie in Padua gemacht zum Rabbiucn- Heb Seh'inucf Jiida -'hat. gehabt einen jungen'. Sohn, der liat Schani geheißen,- und derist ausgewandert, um zu lernen Tauro, von Kliille zu Kllillc, bis er ist gekommen nach''Bride in Polen, - und da ist er, geblieben. ..v ' ,l. .... , . .In jenen Zeiten ist nit gewesen-ein König im Lande -Polen, dem maii die Krön' hat gegeben erblich. 'Nur 'die 'Fürsten aiüdzusammengekonimeh und haben unter aich gewählt' einen, der soll königeu über sie etzlichu Juhr': Und tou den Fürsten ist cinor gcwcscn,..der bat geheißen lladziwill,. der .ist klüger -gewesen und (-gelernter .wie die andcili-,; denn^cq. isit.gereist-,gewesen nack

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