Jüdische allgemeine Zeitung
- Journal
- Jüdische allgemeine Zeitung
- Volume
- 15 (1935)
- Issue
- 49 (4.12.1935)
- Date
- 1935-12-04
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Horn und hat viel Sprachen können reden und lesen ihre Ruc her. — Er ist Fürst gewesen von-' vielen- Provinzen .•und hat große Gewaltgehabt, und »hm Jiot auch'gehört,die; Stadt Brisk, wo Rcb -Schau! hat golebt und sich niedergelassen hat. Und Rcb Schau!- hat : Gunst-'gefunden in den. Augen von Fürst. Radziwill; denn -Heb Schaul ist cm sehr kluger IVlunn gewesen-und: hat auch in Italien ■gelernt ollo Weisheiten, lind ■ Sprachen der, .Völker. Do hnt der . Köret-ilm crhobcn'iind hat ihn zu seinem Hat gemacht und ihn überall mitgenommen und 'hat mit-. ihm . Rat gepflogen in allen Sachen. Und einmal haben, sich che Fürsten wieder müssen machen einen König und' sind zusammengekommen in Krakau, und der Fürst KadziwiU: jBt,;aueh'.dort :gow.C9en und hat sich Heb Schaul mitgebracht.' Da sind unter den Fürsten große Streitigkeiten gokommen' urid sie haben beieinander gesessen lange Zeiten, Und •die Streitigkeitensind immer größer geworden, je näher der Tag; ist gekommen', ww sie-habere: wühlen müssen den König, Du ist : der-Streit sehr hitzig .'geworden, und der Fürst' Radziwillhat gesehen, daß das Verderben wird sein für das ganze Land,-wenn man' nit Verhüten Jcönncri die Wahl; Da'hot's-ihm Gott borueh im eingegeben in sein Verstand, was da'ist zu tun; und wie es die letzte Stunde ist ' gewesen undalle haben' herumgerissen' gehabt ihre blanken Schwerter und jeder hat in' Zorn geschworen, daß er ■ es wird'-machen raüchcridig von Blut,'wenn man tun wirdden..Willen von seinem Fcindy da ist der Fürst Radziwill hcraitfgtfspnmgcri auf den Tisch und* hat gerufen mit lauter Stimme: „Hört zu, ihr ■ Herrscher von 'Polen,' ich will euch machen einen König; für die heutige' Nacht, 'der dh-"wird nehmen' die Krön', um unser Wahlzcit'zu .verlängern,, und.er wird sie niederlegen morgen früh, daß wir sie - geben können jedem, den wit -werden -später wühlen in gemeinsamer Übereinstimmung, und der König von heut nacht' soll nit »ein einer, der"da Gewalt kann tun gegen uns, der König von heut nacht soll sein mein Jfid: Sclutul!" Und Gott Imruch hu,■' der lieb hat Jisroeh hat wollen zieren unser I lous mit der Krone des Königtums, hat gelenkt hitzig» Herzen von den Fürsten nach seinem Willen, und sie haben alle einstimmig gerufen: „MögcSchaul, der Jfld', sein unser König heut nachtl" Und sie haben Schoul hereingebracht in der' 'selbigen- Stunde und haben ihm angc'tim1 die königlichen Gewänder und auf sem Haupt gesetzt die Krön' und in seine Hand gegeben das goldene Zepter, und umgartclt sein Lenden mit dem königlichen Schwert, und ■umgehangen auf sein Hals die Kette mit dem Siegel, und haben ihn gesetzt-wie: einen- König auf seinen königlichen Thron.: und sie haben alle gerufen, wie der Fürst Badziwill gesagt hat: ,.Es soll leben unser Herr, der König Schoul 1" So ist gekommen auf unsorn Ältervater, Reb Schaul, nach dem Willen von Gott borueh.' hu die Krone des -Königtums auf eine Nacht; aber die Königswürdc ist.nicht gewichomvon ihm all die Tag' seines Lebens, und es wird nit vergessen werden von seinem Nachkommen bis in die letzten Geschlechter. Und Gott borueh hu hat noch in derselbigcn Nacht den König Rcbcnschl mit großer Chochmo. -Und wie or gesessen hat auf dem Thron, ist.gefallen sein Forcht über all die Fürsten, die sich haben gehuckt -.vor-seiner-Ehre,' und sie haben gehorcht nach sein Wort' und getan, nach sein Red'. Er hat angehoben und hat gesagt: „Mein erst Wort soll sein Demütigkeife vorGptt borueh hu!" Und vor all-den Jürat^nhat £r Gebet') gctan,'/jftß das Herz von seinen Hörem ist erweicht coworderi. '"Und dann hat er angehoben und hat gesägt: „Jcfaund will'ich ein Werk tun für-meine Brüder, über die genannt ist sein heiliger. Name!" Und or hat geschrieben eigcnhundip die Krakower Verordnungen, die : kein König mehr nach ihm hat vernichtet. Und dann hat er «ich aufgehoben und. hat geredt zu. den Fürsten:-„Hört zu, ihr Fürsten von Polen, ich' bin ein Jüd'! Ich komm' her von dem -Volk, das. Gott hat . auserwählt von allen Völkern, und hat;es groß gemacht-lind hat ihm /icgcbcn den ersten König, des -Name ist. gewesen .Schaul, so,;wie ich heiße. Und sollange wie sie sind. gewesertj einig nach scineih .Willen, hat er erhöht ihr .Horn und hat erhalten seinen. Gcgalbtüh.i Wie ober Streit'.ist' gekommen und .Blutvergießen unter sie-, hat1 Gott borueh hu sich nit erharmet über sein heilig Haus und über sein heilig Land Und hat es lassen verwüsten durch die Hünd' von sein Feind und hat geworfen -'.sein- Volk; das da trügt seinen heiligen Namen, zurück unter alle Völker und hat"sie zerstreut in die vier Ecken von der Welt. — Drum hört's mir zu. Wenn ihr werdet einig sein,:worden eure Feind fliehen vor euch ..auf .sieben Wogen"; dönn ihi' -seid :ein stark Volk,, aber wenn ihr . werdet Streit machen Und Blut vergießen unter euch, dann werdet ihr «ut haben ein Bestand vor euren Feinden, und sie werden aufstellen und zerstöreneuer' Reich und auslöschen euren Namen und vor?, treiben die Größen ins Exil, daß ihr werdet leben in der Fremd' wie wir Jüdenl" . ., . .. -,. Und so hat er gered't mit scharfer Red' und mit feiner Red', bis an den Morgen, und. dann hat er" Sie Kroii' heralgcnomhien von soin Kopf und hat'pffsofir;:z'if Gott'börlich''fnt'r „Es fsf enthüllt- und bcwußt:ybr Dii>j. daß ich, nit, das getan hob' von wegen, mein; Ehr' von mein '.Haus; mir zu Deiner Ehr' und zur Ehr' von Deinem'. Volk!" -^- Und dann, hat*er. niedergelegt die Krön', daß./sic .siefw aufs neue!eirieh;fcönig mögen machon-. ..'..•'.-■ '.'■•[■ ] Von da ab ist sein Haus 'gesegnet geworden mit Herrlichkeit.-.! ■■'•'■' •iy;.:.1..'-^'':'.: : *;' .';,. ' .. -V.-;.;.. ■; . S der ' Habima■"'■'■'' : ' fh Deütfdilaiid? Die. Berliner'.Zionistische Vereinigung Und der Reichsv<n-banil Jüdischer Kulturh'ün.dci-hatten zu einer Ausspräche über palästinensische Tlieatcrproblemc-, eingeladen, die - von dcih - Vorstands-, nutghed1der Habib.ia,,'.Frn.u./AId'r gb t; K.l.a'iis n;'e t>,.- mit ahem -Vortrag, über ' „Die Habima und' :ü»if-J;Wej»?' eingeleitet wurde- Bei dieser. Veranstaltung ,wurde :die, Möglichkeit erörtert, daß die Habima anläßlich ihrer; nacIistcu^Europatourncb auch i m fl.a Ii -• m. e n, , d c; r J: ü d i sc h<c n K u 11 u r b ii ii de Ott u t sc Ii Ju n d s, Gastspiele ,durchf(ihMn. könnte, per Plan eines solchen :Gastspiela wurde mit.- großer.^ge^«ru^.'-au^|enoioiineii, '..:'>';\v'■■'!.''.!'•;': - 11.-A.Benno Cb.h^n der'uantcus.'der JJci-linci*- Zionistischen' .--Vereinigung dieVerunstaltung crjiffiiete,. wies, darauf hiilV daß 'die jetzt einsetzende Zuordnung, dos-' .kulturelle».' Lebens -tler Juden, jii Deutschland durch.. da»1 Referat und dio > Aussprache'dieses: Abends wesentlich gefördert werden, köime. Der Vprsitzciide fdes Reichs-^ Verbandes, JadiSc^or: Kulturbünilo und des lWrlilicr Jüdischen Kut-' , turbundes, Dr., Kurt S i ri g c r, gab . der Hoffnung Ausdruck1, daß man Wege finden-werde.für einen/Austausch,von Iilccn'.TPtöblc- ' ■jnen,-. jä vielleicht' von Theatern. 'Es gelte auf - dem Gebiet des; 'lljeutera; einen Ausgleich und eine Verbindung zwisichcii'-Pnlüsimeh.-'. sisghcin und Europäischem zii finden. ' - '; ':. ■Iii^ ihrem von zahlreichen. Lichtbilder^ :wics Fratf.'^arg^t; Klausner.' u. a, auf die zahlreichen Bindungen , .■hin, die dieses-.erste' jüdische -Theater mitdoii Juden Deutschlands vcrld>Opft,'; Si«' stellte die bewußte Hinwendung zu 'jüdischen ,'riicmcn und. die Gestaltung biblischer Stoffe durch die Habima dem. cfcIoktiSche.u, Charakter des cürpjiäischeii- Theaters; gegenüber. und bizoichneto'/e's als dio nücliste Aufgabe des hehrilftichcii riieuters ';in-: PalaajinV 'jadia^hea --Cpgcnwarilalebei»-. k'Ow'flV'V'-'b < fociuqn.; '.Zum; Sv'filuß ."sjYrauh aio,' von deni. geplanten'''eigenen Gebäude, das nach eirium, Entwurf von l'ixi'f. Oscar"' Kaufmann auf dem größten-Platz vön- Tel Awiw erbaut wird,.,Dieser Platz,',ilcsseii. Gestoltung. Oscari Käufmann). cbciifalls übernommen hat, en\\ '.auf, seinen'anderen - Seiten voii dein neuen HatliauB, dem Museum und ■cinci: Bibliothek .ciiigesüiimt 'und;('gewissermaßen die „Akropoii8<r von- Tel Awiw nein'.' ■ ' . '•... ', -:. '' '■ . : . An die .ebubiti;|ia)^n;.Awj^rW0^ii[V.v>a^ Frau Margqt.'Klousr aer:.achIoß..sjeh\^i^;'JkibhÄf^;.^ Zwischen Start und Ziel Ein jüdischer Sportroman von KARIN LUND 2. Tortsetzung - . > , ■ Schließlich war es soweit, daß Bodo aus ihrem „Bilcherwinkol" am allerliebsten einen „Büchersaal" gemacht hatte. Aber aus eigeneh Rücklagen war das nicht möglich, denn vorläufig mußte ihr Vorgänger; der ihr das völlig.-verwahrloste Geschäft gegen -Ratenzahlungen überlassen hatte, noch abgefunden worden. Auch; die durch 'den".Umbau .'entstandenen: Kosten waren bisher nicht völlig gedeckt. So war Dodo an;ihrcit Vater"herangetreten; kurz vor dem Schwarzen Freitag, und wegen der verhältnismäßig; kleinen. Summe, um die sie ihn gebeten hatte, mußte er liecrciistcin den Kredit kündigen. Aber trotz der ungewöhnlich, •schweren Verluste, die Fürst genaht hatte, stand sein Name unangetastet da'— keinerlei Kuudcngeldcr. waren durch die großen, unglücklichen BörsonmiHiävcr der Bank "in Mitleidenschaft gezogen worden. Immerhin, iür den Bankier selbst war das Fiasko, das er aui dem Geldmarkt erlitten, aus eigenen Kräften nicht wieder gut zu-machen.' Das Fisen auf deni Baumarkt hatte ihn bettelarm i.gcmacht,. und als . ihm Franz Vanfcldcn gemeldet wurde,, war Fürst beinahe am Zusammenbrechen. , Ein schneller Blick auf das graue Gesicht des Bankiers, in das die letzten Stunden harte Linien gegraben hatten, und Franz wußte genug. Doch mit einer einzigen Handbcwcguiig hatte Dodos Vater jede Hilfe abgelehnt. „Wie käme ich dazu, deine. Mutter und dich mit meinem Unglück zu .verquicken, lieber JungeV" hatte'1 er gesagt. „Es fehlt mir jedes moralische Recht, euer Angebot anzunchfmen!" Franz Vanfcldcn crhob\sich ohne Besinnen. „Onkel Joseph", sagte Fronz Vanfcldcn, ^,darf ich dich um Dodos Hand bitten, wenn der Augenblick auch schlecht genug gewählt ist für meinen Antrag? Wie sehr ich deine -Tochter liebe, wirst du wohl lange gemerkt haben, und deinem Schwiegersohn kannst du doch nicht verwehren, für dich einzuspringen!" Überrascht blickte der weißhaarige Mann dem jüngeren in die Augen. „Hast du denn mit Dodo schon gesprochen? Erwidert .sie deine. Liebe, Franz?" fragte er zweifelnd. ,, Vanfcldcn schüttelte den Kopf. „Ich habe sie seit einer Woche nicht mehr gesehen, Onkel." „Wenn sie nicht aus wirklicher Liehe «leine Braut wird, muß ich deinen Vorschlag ablehnen, mein Junge. Ich wüßte keinen, dem ich mein Mädel lieber zur Frau geben würde als dir. Aber leider kenne ich Dodos törichte Zukuiiftsplänc besser als sie glaubt, und ich kann dir. daher keinerlei Aussicht auf ihre Liebe machen. Es tut mir bitter leid, dir das sogen zu müssen." Ein schmerzliches Lächeln legte sich um^ Fürsts Lippen, „Mit.der Verwandtschaft wird es also kaum was werden. Vielleicht später, wenn alle ihre Hoffnungen einmal ins Wasser gefallen sind." Doch Franz Vanfcldcn* wollte den Kampf um das Mädchen, das er liebte, so leicht nicht aufgeben. Möglicherweise unterschätzt du das ' Verhältnis, in dem ich zu Dodo stelle,. Onkel Joseph", versuchte .er eine Rettung. „Gewiß, es stimmt, daß wir beide nie von Liebe miteinander gesprochen haben. Aber Dodo urid ich sind uns gegenseitig sicher, weit mehr 'als" hur gute Kameraden. Ich fahre jetzt -sofort zu ihr und spreche mit ihr." ... .Füi-st... überlegte. Sollte »er siehcfwa- 'doch -in ■ Dodos ^Gc-' führen geirrt" haben? langsam und nachdenklich meinte er:, ' i,Fronz,;'wilIst"du - mir dein,- Ehrenwortgeben,- düß * du Trrcincin; Müdcl. nichts von den Börecnvorlusteny erzählst, die ich'erlitten .Kabe?" Stiiic'Stimme klang warm und bittend, als er weitcrsjirach: „Bleibt 'Dodo; ahnungslos, warum du. so plötzlich um flic-Avirbst, und ist sie-bereit, nur aus reinen Liebe deine Braut; zu .werden, so'.weißt du, wie, ich darüber; denke," v iv.v v ' :-.:■!'.^i ... Äppfschü^tehid hatte -'Franz Vanfcldcn den AVc-rtcn des Bankiers:;;zügehört.( .,,Onkil. Joseph",' bat er,;j,lc8tcTi!' Bitte luchiS auf einer Bedingung,'' dercn.Opfcr du selber" wcrdenjkannsh NünnJ^ entweder mein Gojfd 'yorbchalflös zu "demer''Sanierung* an,"oder' ' laß Jjoich wenigstens offen mit'Dodo über';deinci Lage -.■iprtjchen^l; Srhueßlich.^teHt sie doch selbst 'mitten im Leben,-'und TvVnn'' s\a 3cin fmpnziellcs Mißgcsijliick noch nicht .von anderer Seite : erfahren haben sollte, kunn!<jas jeden Augenblick -geschehen; "Eine; ' oFreiic":Aus^räche zwischen ffir imd rhir würde aocli die Sachlage-wesentlich vereinfachend' - - - „Bin ich ^pch.. Herr meiner- EntA^»^ |ä8hi '■ ^p^" Fürst geriet inv<hochgradige Erregung, man, spürte, daß sein krankes Herz ihm zu scjiajtfpn machte. -;. „Ich werde ..auch Dodo. ein Ehrenwort abverlangen, Franz. ' S.chwürL.sic>nür,nicbl.iiiu^ Andcjiken. ihrer v.erstorbcnon Mutter, . u^aßsiedi^ch liebt,, so werde] ichniemals meine Einwilligung zu ,- ■ cancV Eheschließung geben. Damit mußt du dich, abfinden und; auch damit, daß: mein, Kind mich nie belügen würdeI" , -Franz 'gab dem- Bankier- -kürz die -Hand-undfuhr nach der Potsdamer' Straße. :""^* "" ~------ ■ '."'.' •'"■''' '• '. ."vi. ' ■ . -; ' ■ ■ ' ■ '.". I " . Mit; offenen Augeil 'träumte Benjamin in dem 'atickigen;' Kontor, von Kaschnitzcr u. Co. yor sfcK liiri. "Immer wicdcr-durcR-r. lebte er den Absohied von der schönen Amerikanerin.' „Bald ausgeschlafen,.' Jiecrcnstein?" polterte Georg Kasch-- nitzor, der »einen Angestellten schoneineganze Weile' betrachtet' hatte, in' dessen Phantasie-" hinein. , „Bezahl' ich;Sic, yiellcjchfi; dafür, daß Sic: vormittags im - Büro' schlafen, weil Sie sichln aller .Herrgottsfrühe auf der Landstraße abstrampeln? Sind Sic bei mir 'Rennpferd öder Lehrling, Sic Schlafmütze? Wo sind; 'die lAuszügo. fttr, Schlochaucr. u. Mendel und die'Frachtbriefe für; -Gimpel - in",Grcifswald? FJaben ' Sic wenigstens' mit.- Zerner, in ^Betitbto'gesprocheivhuid'.-'Bcigläs'sVtolbplkim^irt,'. 'dhß;.''wir''Kllu'for:' ••'fuV^&;^:.8acy.'-.Maja' sind?'«:;",''. x; . " ''.'. '; DerVjahzorh des Vaters hatte auch in 'demjungen'.Beeren-' afein' Wurzel geschlagen. .Zitternd' vor Wut, daß er -sich..Ko,sch- . nitzeVs,: Ton gefallen: lassen, mußte, schüttelte Benjamin don Kopf. Einen Widerspruch wagte er nicht; denn Kaschnitzcr hatte . .reeht. . '-: ..'". .,.''' ' v.. ' v.' ';:: ' . .. ," ". '■ ' Plötzlich stürmte J Frau Flora Kaschnitzcr,' mit der Ben-' jariiiii seit; seinem Kihtritt in die'Familie in beständiger Feind- ."Schaft' lebte,' eri-egt in das Kontpr. Die-Tür zum. Wolmzürimcr -war .Voffeif "geblieben,; und. sie hatte'jede». Wort mit anhören können. , „Koin - Wunder, wenn .BcBrcnstein seine .Gedanken nicht bei : ■'unserem Geschäft hat, das ihm sein Brot gibt", .hetzte sie...„Ab-,. vgeaehcttvou; seinem Sportfimmcl :hat dies Prachtexemplar von > ^'-'Lebrling' auch 'noclfcuic';Ge)icht«i;'.Frite" Färber hat selbst .ge- ' schon.; wiesie »ichan der Bului;in KattoW'itz. 'zum' Abscliied geküßt liabcu, 'bevor sie riiich. Berliu. fiihi'I Kiiallgrün 6oll das Frauen-, : ziniiner angezogen gewesen sein, und., geschminkt und. gepudort. war siei'-aiich',r .iHo «ineybii der BühiiCi sagt FritzI";■ .; , ,, ''{ici diesen '''gehässigen Beschuldigungen hielt sioln Benjamin ' nicht länger.. .Kr sprang yi>ii'.,deii ::BüChc'rn auf^ daß der jOrchr. sebcmel, auf. dein er-, gcsesseii, kriiehend zii. Boden stürzte. „Hüteu ' Sie sich.", ^lerrsrlitc «r.'FfHU KaBehiiitzer au und vergaß, zu, wem", -er sprach.. „Im übrigen", idämpft« »omc"Stimme,-^ikann .eine : Fraui'wio Siq; dio'\]ungO'- Öa'nie, diB.'Sio so gemein iingcgrülfeii' haben,,'gar nicht beleidigen! Pas Beste'; wird wohl -foip alle'Teile;. ' i sein,; wenn; i,cl|, sofor.t -die-: ^rbejL, niedeflcg*.;,- Es jst getadp der ■' 15,' In drei Moniitcn hatte ich sowieso ausgelerntI Also machen Sic mir bitte meine Papiere ifortig" — wandte Benjamin Sich wieder au nciucu Chef. „Ich gehe sofortt" „Sie. gehen nichtl-' schrie Kaschnitzcr erregt. -.Vielleicht laß,,i(;h, mir von meinem Lchrjungen Vorschriften machen. Sic werden sich schön bei meiner Frau entschuldigen und «ich dann wieder ruhig an die Bücher setzen!" „Das würde Ihnen' so passen", gab [Icnjumin zur Antwort, lir griff nach seinem Jakctt. „Kommt überhaupt nicht in Frage I" In diesem Augenblick gilb es eine» dramatischen Zwischenfall. „Feuer! Feuer!" heulte es aus der Küche. „Der Beugel, der Paul, hat wieder mit Streichhölzern gckokclt und den Kohlenkaslcn angezündet!" Paulehcn war der vierjährige, ungezogene Stammhalter Knsi-hnitzers, ein maßlos verwöhnter Junge, dem seine Eltern jeden Willen taten. Als die Drei — mich Benjamin wollte sich im der Löschaktion beteiligen, in ilic Küche geeilt kamen, hatte eine Gießkanne mit Wasser ili dep Hand des Kindermädchens ihre Schuldigkeit bereits getnn. Nur ein unangenehmer Brandgeruch lag noch über dem Raum. Paulehcn, der mit geschwärzten Händen stolz sein Werk, den ausgebrannten Kohlcnkastcn, betrachtete; riet Bcnjumin freudestrahlend entgegen: „Fein hat es ausgesehen, wie deine Turnschuhe verbrannt sind, Onkel. Die Klamme war ganz bimt!" Dabei wies er auf .ein Häufchen Asche, das neben dem Kochherd lag. Mit einem Wutschrci stürzte sich Benjamin auf den Kleinen. Seine Schuhe hatte der nichtsnutzige Lümmel angezündet V Etwas Schlimmeres hätte sich Benjamin in seiner großen Erregung nicht vorstellen können. Denn unter der Sohle des einen Schuhes hatte noch immer die Karte mit Mabels Adresse gelegen'. Denn er hatte sich noch nicht entschließen können, das kleine Viereck aus gehämmertem Pergament uus dem Schuh ans Tageslicht und in seine. Brieftasche zu befördern. Und was war die Folge seiner kindischen Sentimentalität? Paulehcn Kuschnitzcr hatte ihm jede Möglichkeit genommen, mit Mabcl zu korrespondieren -- ihre Anschrift war für immer dahin. Was wußte Benjamin denn weiter von ihr als den Vornamen, der bei der mündlichen Vorstellung undeutlich in seinem Ohr haften geblieben war, und ihre Autonummer: 6 0 0 0? Nicht einmal das Stadtzcichcu des Nummernschildes hatte er sich notiert. „Miss Mabcl in Amerika, Autonummer 6 000!" Keine Post der Welt wäre findig genug, die Adressatin eines solchen Briefes zu ermitteln. Benjamin, sonst ein großer Kinderfreund — konnte sich nicht mehr beherrschen. Er griff zu, warf den zappelnden Kleinen über seinen linken Arm, und ehe die sprachlosen Eltern ihn hindern konnten, verabreichte or dem Missetäter eine klatschende Strafe. Erst als Kaschnitzcr ihm mit hartem Griff das schreiende Kind entriß, kam er zu sich und ging halbbctäubt in das Kontor zurück,. , Der mctallgcfüttcrtc Holzschrank, in den jeden Abend die Geschäftsbücher eingeschlossen wurden, stand weit offen. Ein kleiner, dunkelgrüner Pappband lag davor auf der Erde. Er ' war, scheinbar unbeachtet! zu Boden '-'gefallen/-"" ~ ' -'' Als Benjamin .das dünne Büchclchcii erblickte, , atmete, er .erleichtert' auf und, steckte es.ein^iNun-^mite'.-viCaoiort.das-Ver--. haßte. Kaschiützcrschc Haus vorlassen. Denn er hatte sein Spar- ' .kaisenbuch' in Händen, auf das im :ersten Lohrjahr jeden Monat;«tih Gehalt eingezahlt worden war. , > v S Abi Jlcnjamin in sein '. Zimmer hinüberging, um zu. packen; uuitile or unwillkürlich lachen; sogar die verbrannte Visiten-; karte Mabeb;-kümmerte; ihn ,!-im; •Augenblick 'nicht.' . Er - dachte iuur zufrieden: „Nett von Vater, als ob er die Schwierigkeiten < vorausgeahnt hätte,' die sich hier , eines Tages' für mich ergeben- ' , jOnnc' die Moneten, die 'der herzige 'Chef für mich auf seine« ■ j Vt'ünsch aufgespeichert hat, könnte ich jetzt. nicht nach Berlin , zurück I" ';'■""' ' Aber mit einem Male wurde Benjamins Gesicht fahl, und , seine' gute Laune schwand. Denn ein Kidduschbcoher und eine Bcssomimbüchsc aus schwerem, köstlich verarbeitetem Silber:. 1 flcliieuun ihm plötzlich die Rückkehr ins Elternhaus zu versperren,; i\ VII. ' ' V \;;,; 1; In der Mittagstunde wir es fast immer still im „Bücher-; ' wilikcl1', Dodo pflegte um diese Zeit gewöhnlich einen „kleinen:', '•Imbiß" einzunehmen. Sic brühte sich gerade in ihrer Koch-* , \ nischc eine TasBc Kaffee auf, als- Vanfcldcn das Geschäft betrat, < Kr! ging— mit der Ruhe eines Mannes, der hier heimisch war —' ' auf den Vorhang zu und rief leise ihren Namen. Betroffen fuhr, -das Mädchen herum. Sic hätte geradean Benjamin gedacht Und sich gefreut, daß nur noch ein Vierteljahr sie von dem Wicdcr- _apltcn mit ihm trennte. Ein Schein der Enttäuschung flog , über ilir Gesicht, ah statt seiner Franz Vanfcldcn vor ihr stand. Das - frohe' Lächeln, das um ihren schöngcschnittcitctv Mund gelegen hatte,1' war bei seinem Anblick weggewischt, „Du?" sagte sie, aus ' ihrer Ernüchterung heraus, viel kühler, als sie sonst zu. ihm-. : sprach', „um diese Zeit?'• Tante "Hanna ist: doch nichts zu-- gestoßen?" setzte sie gleich darauf besorgt hinzu. s „Mutter geht es 'ausgezeichnet'', beruhigte 'er sie. „Aber stö'rci ich dich?" fragte er unsicher,. denn; der fast ablehnende;';. Enipfarig, 'den- Dodo ihm bereitet .'hatte, paßte,, wenig zii seinen Plänen. „Jch,kam gerade, vorbei und -.wollte bei dieser. Gelegen-.; heit cinmal' nach dir isehen","versuchte cr;don Grund seiner Ubeu-' rmmpthuig tzu verbergen. . - . . /■ •, : .„Komm; trink eine Tasse Kaffee mit mir und, sei nicht böse, im^Bflcherwinkc^ ' "; :' - " Kaum saßen sie an. dem sfh'nell gedeckten .Kaffcetisch, als von . Vnnfclderi , die , mülwam beherrschte Zurilckhalhihg-; abfiel. . . Tioäo war''.allein; ihre Freundin Rüth war;'zu. Tisch gegangen, \ Während-sie die Tassen ^füllte, bowmidertcer die ' Anmut^ jlirer * Bewegungen, ihre aufreizende und doch so beseelte Schönheit. Und da geschah es, daß eiihre-Hand-packte, die gerade »ach, der.. Zuckerzange,^ greifen .wollte. ,jDodo",, bestürmte er' ^o, .„verde .| meine Frau! AVenn du eine-Jjmung-'-hattSst,^w-a»'deine.'iALntwo.rt-1 fürmich bedeutet, und was alles davon, alihfmgt, 1VÖrdcst ,du;;- auch 'verstehen, warum ich liier sp/pIötzUc1i':eirig«drung9ii bin!," >;'''; , Fjhielt "noch immer fliro Manu; tmM /'. mc\i, machte Dodo sich ir'ci,vSic;;konnte ' sich 'nicht. ^rliehteni,', ■ Fraiiz tat ihr leid, 6r.und seine Mutter, der er mit'ein«r;^sa^e>;,; Sclnncrz zufügte.' Abersie' konnteihm -keine -Hof fnüng machen;,: '.; '•'.• '''.:.'"'..;.' '"'".''v ^(^rtsetzung;^lgt.)'^ lelierbcsichiiguiiB,. Der Jüdische , Kult^rb^-/'^()iii'^yer-;',',) et vom 8. bis II.'Dczcinber, vorrtittüfts 11-^2,Mir,«Atplicr-; J, .^»iu,..lgiui'gcribei r G( r 61 o L o <^ b o h 's t o i ri:* Die,;Malerei,izeigt; ■ ,i . iiiMlseliaftsbildcr' lind. ,Poi-tr,Sts :eQWio:i,bcmcrkcnswcrte^:^ ^„i . ■ ihrem -.Unterricht von Kindern. ';_ V '-.I1-;::,L>.',''. ^;'; ,; j3tfvt*\V.i\''>'■/'■? -. At uiisfaltet; licsicj: WUhelm jal^ PrlvatwIUrfiar«! und r«lnpl<IHaral. K»ltmc *hho|ang Bii,d J.|«l^W l«l,ft«,«f;^N FiWUfaiW'«Jet-Bn.VBll». Wog«. Ü.O.B.8. , .,TM..p,» Mtanbi