Jüdische allgemeine Zeitung
- Journal
- Jüdische allgemeine Zeitung
- Volume
- 15 (1935)
- Issue
- 49 (4.12.1935)
- Date
- 1935-12-04
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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wird gemeldet: ■ Im „Rcichsanzcigcr" (Nr. 279) veröffentlicht der Regierungspräsident von Breslau den Widerruf der Einbürgerung und die Aberkennung der' deutschen Staatsangehörigkeit von 12. Personen, deren Namen auf eine jüdische Abkunft hindeuten. > * ■ Im Berliner Rathaus *(ird in der Zeit vom 6. bis 23. Dezember eine Kunstnicssc und Wcihnachtsschau für das Wintcrlutfswcrk „Künstler in Not" veranstaltet. Mit der Ausstellung ist auch eine Sonderschau „Ei n K tt n s 11 c r si ch't-dc n J ud e n" verbunden. . ' •' "■' * •' , ■ Nach einem Bericht des „Völkischen Beobachter" sprach der Prusidcnt der -Akademie für Deutsches Recht und Rcithsjuristcnführcr, Rciclisinuuster Dr. Frank, auf einer Tagung der unter seiner I/iiliing stehenden Deutschen Landcsgruppo der International Law Association. Dabei führte er u. n. aus: Künftig kann kein Jude mehr Vertreterdeu ts che r Rechtswissenschaft, deutscher Rcchtslchrc oder deutscher' Rcchtsanschaiumgcn sein. Aus dicBcm Grunde müsse sich auch das Ausland dnzu bekehren, Juden, dio die deutsche Sprache zu sprechen vorgclicn, nicht als Repräsentanten des deutschen Volkes aufzufassen. * B Eine außerordentliche Generalversammlung der P r o - d u k t c n b ö r s e c. V. . in Nürnberg soll, der „Frankfurter Zeitung" zufolge, übor eine Satzungsänderung betreffend den Ausschluß der nicJitarisch.cn Mitglieder, notfalls über die Auflösung des Vereins beschließen. ■ .-i.. *' •-. PS Der Reichs- und Preußische Innenminister gibt im „Rcichäauzcigcr" bekannt, daß bis auf weiteres die Verbreitung der in hebräischer Sprache in Palästina erscheinenden Zeitung „Dabbar" (Dawar) im Inlandc verboten ist. »- BS Ein 25jülmgcr arischer Mann aus Walsum bei Duisburg hatte vier Jahre lang mit einer Jüdin Bczioluingen unterhalten. Aus der Verbindung waren zwei Kinder hervorgegangen. Da der Mann trotz wiederholter polizeilicher Aufforderung die Verbindung nicht löste; wurde er zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt. Das Gericht betonte, die Strafe sei nur deshalb milde ausgefallen, weil die Beziehungen schon vor Erlaß der Nürnberger Gesetze entstanden seien. » ES In der Synagoge des Bezirkes Brigittcnauu in Wien '• wurde eine Gedenktafel für die zahlreichen jüdischen Kriegsgcfallcncn dieses Bezirkes enthüllt. In seiner' Ansprache erinnerte Generalmajor Buron Odolga als Vertreter der alten Armee daran, daß man an der Front niemals nach dem -Glaubensbekenntnis gefragt und daß .die Kugel keinen Unterschied zwischen Mensch" Und Menschgemilcht habe;: ■ , ■. E33 Die in Czcrnowitz bestehende ^Arbeitsgemeinschaft für ' 'jüdische Geschichte" weist darauf'hin, daß .in diesem Jahr zum -Zweitausendernhundertsten Mal das Fest der Erneuerung des. zweiten Tempels, und der Befreiung von hcllenistischsyrischcr Herrschaft gefeiert worden wird. Die Arbeitsgemeinschaft wendet sich an die jüdische Öffentlichkeit mit der Aufforderung, CIianukka diesmal als Jubiläumswochc besonders festlich zu begehen. * H Im Monat Oktober hat die Palästina-Regierung 4 0 j Ü - dischien Ärzten und einem' arabischen Arzt die Erlaubnis zur Ausübung der P r a x i s ' erteilt. Ferner wurden zur Praxis zugelassen 8 jüdiBcho Apotheker, 7 jüdische Zahnärzte sowie 2 jüdische und eine arabische Hebamme. »i B Für die möglichst^ s chn c 11c E rs ch lie ß un g des Gebietes der. Hule-Konzcssion wurde eine' Gesellschaft gegründet, deren Anteile zu 90 o/o im Besitze der Pnlcstino Land Development Company, des Kercn Kajcmcth und der Executive der JewiBh Agency und zu 10 o/o in Privatbesitz Bich befinden. Das Gescltschaftskapital betragt 100 000 Pfund. * ■ Aus Budapest wird gemeldet: Trotz der allgemeinen Wiederaufnahme der Vorlesungen an den 'hiesigen Hochschulen hat jetzt die Studentenschaft der Technischen Hochschule eine „j u d o n f r c i c W o ch e" durchgesetzt. \ * B Anlaßlich der Scmcstercröffnung an der Bukarester medizinischen F a k u 11 ü t ist es zu antisemitischen Ausschreitungen gekommen. Nach der Physikvorlcsung des Professors Mihaescu stürzten sich die Hörer auf die insgesamt fünf jüdischen Studenten, denen in diesem Jahr die Ncuinskription an der medizinischen Fakultät bewilligt worden war, und mißhandelten sie schwer. * B Nach Meldungen aus Warschau hat die Warschauer Rektorcnkonfcrcnz die Forderung der rechtsoppositioncllcu Gruppen der polnischen Studentenscliaft, daß künftig auf allen Hochschulen in den Hörsälen die jüdischen Studenten von den polnischen getrennt sitzen sollen, abgei ch n t. B Das Schnellgericht in Warschau hat drei Nalionnldcmokratcn wegen Teilnahme au den judcnlcindlichcn Ausschreitungen am 9. November, bei denen Schoufcnslcischcibcn jüdischer Geschäfte zertrümmert wurden, zu je drei Wochen Gefängnis verurteilt. * B Iii' Olszani (Wojwodschaft Wilna) sind durdi eine Brnndkalastrophc 94 hauptsächlich von Juden bcwobiilc Häuser mit' dem ganzen Inventar vernichtet worden. 500 Menschen sind ohne Obdach geblieben, der Schaden, beträgt über 200 000 Zloty. Im Städtchen Kolno sind mehrere von Juden bewohnte Häuser und das Haus der jüdischen Sportorganisation Abgebrannt. ,' . ' * " ' B Wie auB Jerusalem gemeldet wird, wird die Zahl der im.'Oktober 1935 nach Palästina eingewanderten .Luden amtlich mit 5631 angegeben. Von den Einwanderern gehörten 399 der Kategorie A, für die ein Vorzeigegeld von 1000 Pfund vorgeschrieben ist, an. Die Nettozunahme der jüdischen Bevölkerung im Monat Oktober betrug 7397 Personen. Aus dem Berliner Gememdeparlament In der /letzten R c p r u s c n t u n. t e n v e r s n m m 1 U n g der Berliner . Jüdischen Gemeinde vom 7. November, über die jetzt der offizielle Bericht vorliegt, wurde u. a. beschlossen; § 2 der .Friedhofs - O r d n u n g zur Vermeidung von .Differenzen wie folgt zu fassen: „Auf den Gcmcindefriedhöfeii/können beerdigt werden 1. die. verstorbenen Mitglieder der: Jüdischen. Gcmcindo zu . Berlin sowie : alle Im Gcmeindobezirk, verstorbenen. Personen jüdischen Glaubens, die ihren Wohnsitz außerhalb des Gemeiiide- . bczirks haben, sofern sie.nicht aus der Synagögengcmcindo ihres Wohnorts ausgetreten Bind." Einen Beschluß dos GcmcindcvorstandcB wogen Abschheßung eines Vortrages mit der Israelitischen. Union, durch den die Union dor .Gemeinde auch in personeller'[ Beziehung angefügt wird, summt die Versammlung zu. Eine' .von.,der. Fraktion des "Judischen Volksbundcs"eingebrachte fntcrpellation erläutert Rechtsanwalt Kozowo r. Es müsse nicht allein fürdie geregelte Verwaltung der Gcmciridcfirianzcn Sorge getragen, sondern die Fundamente der' gesamten Arbeit, müssen üborprüft werden. Es erscheine ihm am wichÜgsten,. daß ntiefi den •Menschen zur Auswanderung vorholfen wird,' die' nichtvdie nöügeu Mittel zur Existcnzgründung selbst .'bdsitzen, oder denen, , besonders wegen;ihres Altera, die A^raussetzüngen 'zur Erlangung eine» Zertifikate fehlen. "Uber..die Tätigkeit der:Rcichsve'rtrctüng auf diesem Gebiete bestehe Unkenntnis und; deshalb der Wunsch nach weitgehender Information. Er' bitti 'ädhorj' einen" Ausschuß einzusetzen, der sich - über die Tätigkeit der' Reichsvertretung informiert und für Ausweitung der A us w a n d c cu n g s - . m ö g 1 lc h keit o n sorgt. . , ,- Vom. Tische des Gemoindovorstandca antwortet der Verwaltungsdirektor der Gemeinde,. Dr. B r c s I au e r, daß 'der Etat für. 1935 äußerlich und innerlich in Ordnung ist- Trotzdem müsso .er der Zukunftsprognosc des Herrn Rechtsanwalt. Kbzowcr zdstimmen; Deshalb werde . im' nächsten Jahre, eine' erhebliche S e n k u n g :d e r A u s g n b e n herbeigeführt, und man müsso sich ■ darüber,klarwerden, wie man dies durchfuhren könne, ohne die .Befriedigung der dringendsten Aufgaben zu gefährden, ■ Gemäß dem Antrage, Kozowora wird ein Ausschuß eingesetzt, bestehend aus den drei Fraktionsführcrii Dr. Fleischer, Rechtsanwalt.Kozo- , .wer und Dr. Moses, der mit dor Roiclisvortrctung zum Zwecke ..• -der Information -in 'Verbindung ireten' '«oll: '. ',.. Nach Erledigung der Tagesordnung gibt Direktor S t a Ii 1 die (inzwischen schon veröffentlichten) Abmachungen über die Vcr^- . stündigäng mnci-halb der Gemeinde bekannt, die eine reibungslose - .Zusammenarbeit.-nach'..dem. Fifty-Fifty-Prinzip zwischen Roligiüs- ., Liberalen einerseits .lind dem Jüdischen Volksburid und der Zioiüsti- ./sclieu . Fraktion, andererseits sichern soll. Namens der Heprfiseiitanteiiyersammluog spricht Herr; Dr.- Londo n all denen Dank aus,, die . am Zustandekommen des EinjgiingBabkommcns mitgewirkt haben. .. >. \-i , ■. ..','.> ... , Der Vorsitzende der Religiös-Liberalen Fraktion, Dr. Fleischer, gibt dem Wunsch Ausdruck, daß sich die (Vereinbarungen nicht nur zeitlich begrenzt, bis zum Ablauf der Legislaturperiode, auswirken mögen, sondern daß ein Weg gefunden werden müsse — sei es durch Aufstellung cinor Einheitsliste oder in irgendeiner anderen Form — die Befriedung der Gemeinde über das Jahr 1936 hinaus zu sichern. Rechtsanwalt' Kozowcr fügt diesem Wunsche hinzu, daß daB Abkommen nicht. nur zeitlieh, sondern auch örtlich und sachlich auf Gemeinden, Landesverbände und Reichavortreturig ausgedehnt worden möge. : Dr. Joseph G utmnnn, der mehr als drei .Jahre chrenamtlich die Arbeit des Referenten im Schuldozernat leistete,-Jcibf dicee Tätigkeit; jetzt auf. Direktor Stahl dankt Herrn Dr. Gutmann mit hcizlichcn Worten ' für die außerordentlich wertvolle Hilfe, durch die die Gemeinde'einzig in def Lage gem'sen ist; 'den Anforderungen, die durch dio Errichtung der neuen Schulen an dio Gemeinden' gcstollt forden sind, so vollkommon zu entsprochen, wie dies: tatsächlich geschehen konnte. Nach feiernden Worten der Herren Dr. Klee, Dr. London und Lehrer Sticbel dankt Dr. ' Gutmann mit dem Versprechen, daß er, wenn die Gemeinde ihnbrauche, seine Kraft stets in ihren Dienst stellen werde Retigiös-ttberale Rediciifdiaft Die Verständigung in der Brcalnucr Gemeinde - :i -.. Bericht für die „Jüdische Allgemeine" Breslau. Dor Re ligiös - Libe r a lc-Ve rc in hatto die Gcmcindcmitglicdcr geladen, um einen Tätigkeitsbericht darüber zu erstatten, was währendder vergangenen Legislaturperiode dio , Synagogengemeinde auf religiös-liberale Anregung hin golebtet hat. — Schon bei den Ausführungen Dr. Paul Rosenstcins, des Vorsitzenden der Rcl.-Lib. Fraktion in der Gemeindevertretung, zeigte sich, wie wenig die kleinliche Kritik der Brcslaucr „Jüdischen Zeitung" an der liberalen Arbeit berechtigt ist, denn ' auf liberale Anregung wurde im Jahre 1926 der seit einem Jahrhundert unter liberaler Leitung stehenden Brcslauor Gemeinde eine neue, unter anderem auch das Fraucnwnblreclit einführende Satzung gegeben. Als im Jahre 1930 wiederum Wahlen füllig : waren, konnten dieso allein durch die Fricdcnsbcrcitschaft der Liboralcn vermieden werden, dio mit Rücksicht auf dio damals neu entstandenen Gruppen (Wirtsdiaftspartci, Mittclportci, Ostjüdische Arbeitsgemeinschaft) freiwillig auf die Majorität in der Gemeindevertretung verzichteten, um den Anspruch der neuen Gruppen auf Einfluß auf die Gemeindepolitik zu sichern. DaB Jahr 1933 fand innerhalb der Gemeinde cino Einhlcitsfront vor, dio nur von dem einzigen Willen beseelt war, die Kchilla zu erhalten und ein den Nöten der Zeit entsprechendes Hilfswerk ins Leben zu rufen. Unter der Initiative des viel zu früh verschiedenen Erich Bayer und seiner Freunde wurde die von damals biB heute unter der Leitung des Horm Philipp Lachs stehende „Beratungsstelle" geschaffen, der die gesamte wirtschaftliche Beratung und Betreuung der Auswandernden, die Stellenvermittlung, dio Gewährung produktiver Darlehen usw. obliegt. Kann man dieses alleinige Verdienst der Liberalen und deren gesamte Arbeit, die in den letzten Jahren, wie immer, darauf abgestellt war, die Gcmcindo zu erhalten, ihre wirtschaftlichen Hilfeleistungen für ' den Einzelnen zu sichern, damit abtun, daß man schreibt, daß „jeder große leitende Gedanke, jeder Gesichtspunkt der über Tagesarbeit hinausreicht", den Ausführungen der Referenten fehlte? Uber die Arbeit im einzelnen berichtete als Mitglied der liberalen Vorstalldsfraktion Herr Dr. Korn und stellte dar, daß es insbesondere dem neuen Gcmcindcvorsitzcnden Herrn Stadtrat a. D. L e s s zu verdanken sei, daß das seit einigen Jahren bestehende Defizit beseitigt und keine Ausgabe ohne Deckung mehr bewilligt wurde. Der soziale Aufgabenkreis wird heuto noch erweitert durch die Jüdische Winterhilfe GroßcB haben ferner die Liberalon vor allcm auf dem ihnen ureigenen Gebiete der religiösen und geistigen jüdischen Ncubclcbung geschaffen. Neben der beträchtlichen materiellen Leistung der Renovation der Neuen Synagogo erfolgte die Einrichtung von Lchi-kurscii, Lehrvorträgen und Somitagsnachmittagsgoltosdienstcn, die vor Jahren noch auf großen Widerstand stießen und heute sogar mit Lehrvorträgen des Konservativen Gemeinderabbiners in konservativen Synagogen .stattfinden. Und dies mit Recht, sollen sie doch keinen Ersatz des Sabbatgotlcsdienstes, sondern nur in den Nöten der Zeit eine zusätzliche religiöse Erbauung bringen. Auf liberale Anregung wurden auch Synugogciikonzertc veranstaltet, deren Reinertrag dem jüdischen wohlfahi tBamt zur Linderung der Not jüdischer .Künstler zufloß. So diente die liberale Arbeit auch dem Ausbau des jüdischen S c hu 1 w e ik c s , der Rcligionsschulcu, der Unterstützung dcB Archivs und dor Bibliothek dor Synagogengcmcinde Es wurden täglich Mittagsspeisungen und während des winters Frcitagubcndspeisungen veranstaltet. Das alles ist wahrhaftig nicht als „Eingeständnis ihrer katastrophalen Niederlage" der Liberalen anzusehen Die „Jüdische Zeitung" berichtet zu Unrecht, daß dor Referent die Zionistcn auf ihre Arbeit in Pulüstina verwiesen habe. Sind es doch dio Liberalen, die schon in den letzten Jnh'fen größere Mittel für den Aufbau Palästinas und die Auswanderung nach dem Heiligen Lande zur Verfügung gestellt haben. Mit Recht hob aber der Referent hervor, daß auch die wirtschaftliche Existenz und die kulturellen Bedürfnisse der jonigen sichergestellt werden müssen, für die aus verschiedensten Gründen eine Auswanderung nicht mehr möglich sei. Als Herr L a c h s das Schlußwort ergriff, konnte er der Versammlung mitteilen, daß ihm während der Veranstaltung . seitens der Zionistcn die Zustimmung zu dem (bereits in der vorigen! Nummer von uns veröffentlichten) Wahlkompronuß übermittelt würde' Unter großem Beifall nahm die- Versammlung zur Kenntnis, daß der bisherige liberale Gemeindevorsitzenilc im Amt bleibt, den Vorsitzenden der Gemeindevertretung werden; die. Liberalen in Zukunft nicht mehr stellen. Zum Schluß bat der Vorsitzende, an dem Zustandekommen des Kompromisses , keine Gcschichtslclittcrung zu üben, eine Forderung, der, dio „Jüdische -.Zeitung" in ihren Ausführungen leider nicht nach- | gekommen ist. Naumann-Verband aufgclöft , Durch das Deutsche Nachrichtenbüro wird mitgeteilt: „W^gen staatsfeindlicher' Einstellung seiner Mitglieder wurde der' Vcr- , b a n d N b tjjon.nl de u.tse h e r . J.u d e n gem^ß § 1 zur .Vor- L'ordiiuiig :zum Schutze von Volk und Staat .vom 28. Februar 1933 mit . sofortiger Wirkung aufgelöst und sein Vermögen' beschlag-'., nahmt. Außerdom wurde der Vcrbandaführcr, Rechtsanwalt Dr. Max ' N a um » n n -Berlin, in Schutzhaft genommen, weil er durch bewußt unrichtige Angaben,über die Betreuung von Juden durch das Winterhilfswerk des1 deutschen Volkes die Maßnahmen der RciehsroRiurung hinsichtlich dcB WinterlulfBwerkcs m hohem . Maße gefährdet hatte" ■'.,.• Jüdifehe GrundrdiuIklaiTen au den Volksschulen in Frankfurt a. M. Frankfurt a.. M. Die städtische Presse- und Werbcstellc toilt. mit: „Seit .1; November 1935 sind die .GrundsdiulklaBsen 'der Frankfurter Volksschulen, von .denen der westlichen Vororte abgesehen, judenrein. Mit Genehmigung des .Herrn: Regierungspräsidenten wurden, fünf jüdische Grundscliulklosscn eingerichtet, drei an dei- Holzhlfuseu- und zwei an der VarrentrappBchulc. Den U n to r r i c h t geben die vier jüdischen Lc hr k r ü f t e , die seither, iiocli. aii' den Frankfurter Volks- und Mittelschulen beschäftigt waren und nicht unter das* Jlorufsbcamteiigcsetz fielen; -. Desgleichen. ..wurden die die Kaufmännische .Berufsschule für Knaben, besuchenden jüdischen Schüler zusammengefaßt und; werden nun von den arischen Schülern getrennt von einem jüdischen Lehrer.- unterrichtet" Einigimgsbeftrebiiiigen in Hamburg Hamburg. In der RcprDsentantcnvcrsammlung der Hamburger DcUtsch-Israelitiselien. Gemeinde wurden verschiedene bedeutsame Erklärungen abgegeben, die sich auf die von der Rcichsvcrtrctung herausgegebenen bekannten Richtlinien zur Gemcindepolitik beziehen.-Bei einer notwendig gewordenen Wahl cincB neuen Gemeindevorstehers erklärten sielt die Vertreter der Jüdischen Volks- 'parte! mit' der Wahl des der Liberalon Fraktion angehörenden Staatsrat a.' D. Dr.;L i p pin a nn einverstanden. Darauf gab der Vorstand eine Erklärung ab, in der er vorschlug, einen neuen Vor H t ch o ps;i,t.z zu: scl^affon^.dcr mit eiiicin Zionistcn besetzt werden soll. Die Jüdische Volkspartci erklärte, daß' sie' diese Ergänzung der zionistischen Vertretung im Gcmcindcvoretaiid auf zwei von zehn Mitgliedern nicht als Erfüllung'der Forderungen betrachte, diu von der , Rcichsvcrtrctung .hinsichtlich der Zusnnunensetzungcu der Gemeindeverwaltungen, aufgestellt worden 'seien- Die Grundlagen der harmonischen Gemeinschaftsarbeit mußten erst durch die weiteren Verhandlungen .geschaffen -.worden. Die l.iberal|0 Fraktion ließ .erklären, daß sie mit der Schaffung oiiieH-zehntcnVorBtoiidssit7.es und dessen Besetzung mit ..einem Zionisteii, einverstanden sei und auch der Schaffung der von-den Ziomslen vorgeschlagenen Kommission der Repräsontuiilciivcrsunimlungj die gemeinsam mit Vertretern die weiteten Verhandlungen-fuhren soll,, zustimme. Sie gab der Hoffnung Auedruck, daß dnnUt dor Anfang gemacht sei, die »ehwobenden Fragen einer freundschaftlichen und friedlichen Lösung entgegenzufahren, die angesichts der schworen Situation der. deutschen Judenheit heute zu bewältigen Bcicn. Dio Kommission wurde sodann aus'-Vertretern aller Parteien gebildot und hielt sofort eine Besprechung ab. ■ . , ■■ . '•: Am letzten . Sonntag .verunstaltete der ...Vaterländische Bund' jüdischer Frontsoldaten gemeinsam mit der Sjiortgrujipo Schild in llamburg ein K i n t o p f e b s e n zugunsten dor Jüdischen Wülfer-, hüte- An drei-Stellen wurde für 50 Pfennig cm Eintopfgcrjcht, verabreicht. Rabbiner und K u 11 u a bo a m t o hatten ihre Mitwirkung bei der'gemeinschaftlichen Vorrichtung des Tisch-, gebetes zugesagt.