Mannheim
Compact Memory

Jüdische allgemeine Zeitung · 1935-11-27 · 48 (27.11.1935) · page 4

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische allgemeine Zeitung
Volume
15 (1935)
Issue
48 (27.11.1935)
Date
1935-11-27
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
91% known words query
IRI
…/4109741-2613367-2613414--554-2615410
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

"**lv Eine Stunde Schubert I |l*>r lifnrtn nhnf> T ricllPTI I licscm Motto veraltete dio Jüdische Winter- \MJ*H lYM.UI U l UIUMZ AAJAAI, / Unter diesem Motto veranstaltete die; J üdis.cho Winterhilfe ein ■■Kontiert, das wegen des erfreulich großen Andrangs - wiederholt werden soll. Der i Vorsitzende des Gcmcindevorstandcs,• Direktor Heinrich S t a h 1, erklärte in seinen launigen Bc-\ grüßungsworlcn, er müsse seine musikalische Betätigung auf ein Instrument , beschränken; nämlich .auf;dio Werbetrommel. Wir . bestätigen; ihm gern, daß er. sich mit gutem Takt-„aus der musikalischen Af füro zog", und daß sein ,fihythmus" dio Herzen der Hörer zu gewinnen wußte. . Im Mittelpunkt des Konzertprogramms stand eine im ganzen klare und duftige Wiedergabe des Forcllonquintctts durch Erna Klein , Charlotte Rosen, Alfred Seh losin gc r, Godfrecd Zec l ande r , und. Rudolf Lc wy , bei der sich besonders die tieferen Streicher. durch abgerundetes,, klangschönes Musizieren hervortaten. —^ Der gesangliche Teil, bei dem nur die Nummern aus dem „Drcimädcrlhaua" innerhalb eines solchen /künstlerischen Rohmens, besser fortgebheben wären, war durch Wilholm G u 11 - mann würdig vertroten; sein dramatisches; Temperament, seine rhythmische frOzision erhob namentlich. Stücke wie den.„Erlkönig", oder den „Musensohn" zu eindrucksvollen Leistungen. In Erna Klein holte er cino gowondfce Begleiterin, dio sich seinen Intentionen, auf das bcBtc anzupassen, vermochte. — Camilla . S p i r n trug eine Schubert-Geschichte vor. —- Stürmischer Beifall dankte den Künstlern, die sich in den Dienst der guten Sache gestellt linttcn. '■ . ■ * : : V.' ■ ■" ■ , 99Die Zerstörung Jerufalems" Die Aufführung des Hillcrsdien Oratoriums,' die Leo K o p f mit der Jüdi schen Ch or - u nd 0,r ch c stc r vc rcini - gurtg zugunsten der Jüdischen Winterhilfe in der Neuen Synagoge verunstaltete, bestätigte, ,daßdieses Werk duch . heute Beine Lebenskraft nicht. eingebüßt hat, wenngleich uns manche Stellen etwas konventionell anmuten—aber das ist selbst bei Mendelssohn mitunter der Fall. Das Elementare fehlt Hilter ganz sicherlich, doch bildet das starke Forintalcnt, die kultivierte Schreibart; die kantablcv Melodik und dio farbige Instrumentation da ein. gewisses Gegengewicht. ..... ... Die Stärke der Wiedergabe lag in der chorischen Leistung,.die von äußerst gründlicher Arbeit zeugte. Die Steigerungen kamen groß i-heraus; die ■Stimmen . klangen glanzvoll .und'trugen gut. Leider ließ die orchestrale ■ Begleitung < manches zu wünschen ' üljrig, besonders beeinträchtigten die Bläser . den Eindruck des Ganzen. ■.• . . .■ ■ ■ ■ ■ '.Unter-.de»-Solisten zeigte sich Paula Lind b e r g wieder als_ unsere beste' Oratoriensfingcrinj ihre . Wirkung . beruht nicht nur auf ■ dorn edlen Timbre ihres Alts, sondern mehr noch auf ihrer ■ iscelischcn Vertiefung in den Text. Julius/Peiss ach owitsch weiß seinem sehr tragfuhigen schönen Bariton durch vorbildliche Sprachbehandlunc eine hervorragende Leistung abzugewinnen. . Hildcgardt L i n d t s schlankem Sopran gelingen am besten lyrische Stellen, bei denen der süße Klang "ihres piano .sich entfalten - kann. Hermann N n Ii in (Tenor) wird, erst bei strengster. Kontrolle seiner Intonation das verwirklichen können, was sein sehr gutes Material verspricht. Die kleineren Rollen hatten Bernhardt.Czo 1 - .'litzer und Wilhelm Mörsen übernommen; an der Orgolbegleitete diskret Erwin Jospo. H. Freyhan. Von ALFRED. AUERBACH ■'. Kleinkunß zwifchen Bildern und Büchern (Das unter Leitung von Frau Helene .London stellende Dame nkomi t oe d c r.Kü ns t lo rhi 1 f c der Jüdischen Ge-. meuidc braucht nicht Plakate und laute Aiucündigungcn, um für ■ die" von ihm verfolgten guten Zwecke zu werben. Die Veranstaltungen, dio in Privathäuscni stattfinden, sind stets bis auf den letzten Platz besetzt, und es wird auf eine schöne Art, Kunst -in einen gesellschaftlichen Rahmen zu spannen, <dio Absicht^ verwirklicht, jüdischen- Künstlern eine zusätzliche Hilfe zu bringon. . Für den vergangenen'Sonnabend hatte Frau Julie Elias ihre kultivierten Räume zur Verfügung gestellt. Zwischen kostbaren Büchcrscliützen und Bilden), vielfach mit Widmungen von Künst- '. lern wie Liebcrmann, Slcvogt u. n. an den verstorbenen Kunstfreund und Ibscnübcrsctzcr Julius -Elias, wickolto sich ein von Willy Prngcrmit verbindenden Worten, von Erna Klein am Flügel bcglqitctcs nivcauholtcndcs Programm ob. Den ■ musikor lischen Auftakt bildeto ein virtuoses Flötensolo' Alfred L i c ht e n - Steins. Eigene Dichtungen noclidcnklich-hcitercr Natur sprach Fritz' Tachaupr. Mit Schubcrt-Licdorn erfreute Fritzi J.okl, Während Wilhelm Guttmann seine dramatische Gestaltungskraft an Arien aus . Verdis „Don Carlos" und , Mcycrbccrs „Afri- ' kancrin" von neuem erwies. Lotto B r a n d t wandelte in den musikalischen Gefilden Fritzi Massarys und Annemarie. Hase 1 hoUe; aus der „zersägton Dame" alle drastischen Wirkungen heraus. Eine Neuerscheinung im jüdisch-klcinkünstlerischcn Leben, . die das mit,beifälligem Dank aufgenommene bunte Programm abschloß, war Sylvia J a ffo'-Lavall c., Mit französischen, deutschen und italienischen Chansons legte sie ..eine. starke Tulcntprobc . ab. Eine Discusc, der man hoffentlich bald in der größeren Öffentlichkeit begegnen wird. —m, <^s^mijiti / " Waa Vorname, © ' ö Kreuzworträtsel .;orccht: 1. Hoher jüdischer Feiertag, 7. münul. 3.-Hart, 9. Gemeinschaft, 10. Gefäß, 12; ■ Papiermaß, H. Hauch, 17. tierisches Produkt, 19. Zeitmesser, 20. männlicher Vorname, 21. Gliedmaßen, 22. Holdcngcschlcoht. , Senkrecht: 1. Stadt in Palästina, 2. ultjüdischcs Maß, 3. Pflanze, 4. engl. Adclstitel, 5. Baum, 6. Beruf, 11.'Umstandswort, 13. Fürwort, 15. Pentateuch, 16. Dirigent, 17. Gangart, 18. Nährmutter. ■Alfred" A uer b.aoli .-'spricht heuto, aboäd.,im 'Rahmendes, : Berliner', KuUürbuadcs '.im'.' Lograhaa«,' iOoiststrftBo,: über „Ho i-, " fror0« und'Bo s oh o,u 1 tc h o s ».o » 8-8 d d o u t s o hl»»d"., ■"' ■ '.' '-':.-,'' ■. ' " :' ' ■' ' ■ '; ■ ' 'f.'" "■ ' V' '/ "" , Er wurde Dr.- Brummer gonannti' Die Kinder konnten' sich nicht über ihn beschweren; ersteckte ihnen Bonbons zu. Dio- Krankenschwestern ließen ihm nichts geschehen. Dio Kranken' bemerkten, daß seine Hand so zart warj Wio sein-Ton rauh. Aber die Gesunden ärgerten sich über ihn, und dio Frauen fanden ihn verletzend unhöflich. ■ - Man urteilte in den schärfsten Gegensätzen über diesen Mann, der in gar keine Schublade, mit den geläufigen Etiketten paßte. Also nahmen dio Oberflächlichen die Zottel: . „verrückt" oder „verschroben'1 und'pappten sie — i natürlich nur in gedanklicher Ausführung — dem' Wunderlichen auf den Buckel. Dr. Brummer machte sich nicht viol.aus diesem Verfahren der Alltäglichkeit. Er hatto einen großen Namen als Operateur. Er rauchte viel und hielt sich an ein paar Freunde, die allerdings sehr ■ selten mehr als ein Brummen zu hören bekamen, wenn sie einen Anteil am Gespräch oder eine Meinung von ihm erwarteten. Dieser Mann machte einen' Krankenbesuch. Er hatte. wieder einen Erfolg gehabt. Herr Bonn, ein reicher Mann, war von den Ärzten aufgegeben worden. Eine Operation schien allzubcdcnklich, niemand hatte sie wagen wollen. Dr. Brummer war besonders der Frau des Kranken unsympathisch, aber schließlich berief man. ihn doch und gab Ihm das Vertrauen der Notlage. Das Experiment gelang. . ■•■ Dr. Brummer machte . seinen letzten Krankenbesuch -bei Herrn Bonn. Es gehörte sich, daß man ihm dankte. Die Gattin mußte sich dazu 'bequemen. Sio ließ Herrn-Doktor in das elegante Empfangszimmer bitten, und gab ihm dort eine Art Audienz. Hätte sio am Bette des Gerotteten ein einfaches Wort , gesprochen, der scltsamo Mann hätte ihr wenigstens cino ■ verlogen knurrige Antwort gegeben. Aber so kam.er schlechtgelaunt m den Raum, , dessen-betonto Ausstattung ihn gallig stimmte. Er hörte dic-etwas phrasenhafte konvcntionollo Donkrede ungeduldig an, drehte sich um und knirschte: „Sie mißbrauchen meine Zcit."^ Dann ging er in das Krankenzimmer, prüfto den Puls des Geheilten und klopfte ihm leiso auf dio Schulter. Der Krankenschwester gab or mit festem Druck dio Hand. Schüchtern und neugierig, ja sogar etwas ängstlich drückten sich die jüngsten Kinder zwischen dio Türe. Der Doktor lächelte ein ganz vklein wenig und patschte den netten Knaben Max auf dio Wange. , Als or fortgegangen war, gab-C3 im. Hause Bonn eine drollige Besprechung. Frau Bonn war empört, der Kranke entzückt, die Kinder waren dem. Onkel Doktor wohlaffcktionicrt . .. . Als sich ' Herr Dr. Rosenberg, der Rechtsanwalt, zu .Besuch meldete, kam er gerade in den StTcit um den Doktor .hinein. Der Notar Dr. lloscnborg, ein feinsinniger Mann mit dem Humor der Güte, sagte: „Sic verstehen. den Kauz, alle nicht — Herrschaften, was wißt Ihr von Menschen, dio nicht am Spalier des allgemeinen . Werdegangs hinauf gewachsen sind . . . Ihr tragt eine Formel mit Euch herum, nach der meßt. Ihr die Loute, daher kommt es, daß keiner dem andern wirklich gerecht werden kann. Wenn ich dio Geschichte des guten Doktors erzählte, wurden Sic alle anders von ihm denken . .'. Na, gelegentlich, wenn Herr Bonn wieder frisch ist.", Dann ging, er zu geschäftlichen Dingen über. Beim Weggehen, wurde er gebeten, recht bald sein Versprechen ' zu halten. Die gnädige Frau lud ihn zum Abendessen cm. Der Feinschmecker hörte das rächt, ungern, denn er wußte,. daß das Haus Boun-tadellose Küche führte und auch dies, daß Herr Bonn seine Erkronkung zu einem Teil dem Genuß von Leckerbissen verdankte, die ihm Dr. Brummer-nun ein für allemal mit groben Randbemerkungen untersagt hatte. Erst nach acht Tagen sagte er zu. Herr Bonn hatte sich seine dürre Abendkost vor dem Souper geben lassen, weil er nicht als armer Sünder gefüttert sein möclito ... während die andern köstliche Dingo, und schmackhafte Weine 'zu sich nahmen er ließ sich seitwärts ein Lager herrichten. ■> Nach dem-Essen begann der.'Gast mit Beiner Erzählung. „Sie sagen immer ,Dr. Brummer' und wissen, daß mein, Freund Dr. Willy Levy heißt. Er hat gewiß nichts dagegen, wenn man ihn bei somem Spitznamen normt, aber mich — als Freund, berührt, es unangenehm. Sie können nicht. ahnen, daß er der fehifühligstc und tiefstempfindsame Mensch meines Bekanntenkreises ist. Er war in einer Mittelstadt geboren. Die Familie hatte einen guten Namen; sie war fleißig, Techthch und allerseits beliebt. Der alte Levy hielt es mit der. Gepflogenheit, er setzte Kinder in djs Dasein, eines nach dem andern. Willy gehörte zu den ersten.und} weil dor Junge schon als Säugling als besonders geweckt und miickleboiidig bewundert wurde, bestimnito man ihn zur gelehrten Zierde der Familie. Nachbar war der Bankier Wolf, den Sio, Herr Bonn, sehr wohl kennen. Der Wolf war im Gegonsatz zu Levy modern; er war auch kühler Art. Scino Frau brachte ihm Vermögen. Er ließ es bei einem Kinde, einer Tochter. Dio .kleine Eva war ein reizendes Ding, maßlos verwohnt,-: spielerisch und launisch.. Für den kleinen Willy hatte Bio Bchön frühzeitig, ein Faible, vielleicht deshalb,. weil er so schön auf ihre Stimmungen einging. Der Knabe war ein scheuer, empfindlicher, stnhenliockerisclioi', leseeifriger Gesolle. In seiner Familie kannte man dio Sorge, die mit jedem neuen Kinde wuchs . . . in der Familie der Eva . wuchs nur das Vermögen. Die Wolfs waren recht sehr auf Wohltätigkeit bedacht und taten Gutes an dem kleinen Freund der Eva;, or hatte zuweilen das Gefühl, dort drüben zuhause zu ■ sein. Nur —die Frau — -— im Hause Wolf schien den Jungen eben noch zu „dulden"; sie sah die schäbigen Anzüge des Kindes mehr, als. sein gutes, vertrauendes Auge. ' .....• . •■, Im Scherze, im Spiel ließ sich Kloin-Eva gefallen, daß Willy phantasierte, er', werde einmal ein tüchtiger Gelehrter und sio seine Frau . ... dann wollten sie sich ein Häuschen bauen und -daß'.,sie mit dem Frechling ein Gefecht um dio Oberherrschaft durchführte. ■■ >• In der Fomilio Levy ging es bergab, das Geschäft brach durch -Überlastung mit' Sorgen zusammen. Die häusliche. Misoco;machte ' ■ bub' dem. alten <Lcvy. &iocn mürben^'Frühgrcis. . -Willyf.Uferunbeirrbar; er gab jotzt bezahlte Nachhilfestunden und übernahm - auch noch die Sorge! um dio. Familie, so gut er das konnte: ■ Er versuchte das.-Gcscliäft zu sanieren, er studierte, er war ein . , Mensch von vielfachem Inhalt, und dieser kleine Riese gab auch noch Eva unverminderte! seelischo .Worte. Sie war seine Zukunft . und — falls er überhaupt an Belohnung dachte — sein Ziel. ' Eine solche Natur ist nicht mißtrauisch, sie ist nicht denkcrisch; -sio ist nur aufopfernd — nurlll Sie kann sich gar nicht? vorstollen, daß ihr Vertrauen jemals enttäuscht. würde und hat in dem Tumult der Pflichten und der, Erwartungen gar nicht die Kraft; auch noch Zweifel zu nähren; Vielleicht Kommen Sic jetzt eher -an das Innenleben meines Freundes hbran . . . und erzählen sich selbst den Hergang bis zur Erschütterung und Verschüttung in Willy.-. ■.'.'. . :■.'.'. Er siegte über dio, häuslichen Nöte; er übernahm die Leitung der Geschickedor Geschwister . . . er machte den Doktor und ßetzte seine Examinatoren durch Einsicht und Umsicht, durch die Kraft soinor , Persönlichkeit in Verwunderung . . . or wies ihnen ■ bereits-den Weg seiner Forscherabsichten nach und gab ihnen vertrauend seine Ideen mit der Leidenschaftlichkeit des gläubigen Suchers hin. Glänzend bestand er und machto über den Kreis der Fachlotito: hinaus Aufsehen. Jetzt dachte er, auch Eva gegenübertreten f zu dürfen, bittend, nicht stolz, nicht auf Erfolge pochend, — —■ . Als er das Haus der Freundin, botrat, traf er Herrn Perle. Der junge Mann war im Tennis-Anzug und wartete; er sah Willy kaum an.. Dio Hausdame benahm sich sonderbar;, sie verleugnete die „gnädige Frau". Willy entgegnete, daß er Eva zu sprechen wünsche.. Dio Hausdame* sagte ctwnB mokant, daß die junge; Gnädige sich umkleide und auch nicht zu sprechen sei.. Willy war wehrlos und ohne Worte. Herr Perle meinte: „Warum lassen Sic sich denn immer noch hier Abfuhr erteilen? Komisch. Wie kann man so aufdringlich' sohl?" Jetzt war Willy nicht mehr der zahme Jungo; er reckte sich:, „Haben Sic mir. hier etwas zu sagen, Sie? „Man hat hier mit Bankorotticrsohncn nicht gern zu tun. Wenn Sic bis jetzt geschont worden sind, verdanken Sic es der,, Gutmütigkeit des gnädigen Fruuleins." Damit ließ der Mensch den völlig Entgeisterten stehen . .; , "Willy rührto sich nicht;' er war gelulunt. . Jetzt kam Eva in Sportdreß die. Treppe '.herab; icr sah uns wie ein Ertrinkender; er stammelte nur: „Eva,'—• — einen Augenblick . . ." „Ich habe keine Zeit." Als der Erzähler bis hierher gekommen .war, sah er in einer. Pause die Gesichter der: Hörer. Herr Bonn war fahl und grau. Frau Bonn. ging zu ihrem Manne hinüber. Sic vermied es, . Dr. Rosenberg anzuschauen. Die jungen Menschen sahen zu Boden. IVur die Krankenschwester sah zu dem Notar hinüber und schämte sich nicht zu offenbaren, daß sie weinto -. . . - , ' Man schwieg lange. Bis Dr. Rosenberg sprach: „Oh, _das Härteste kommt. noch. Für Sie . . . meine jungen Herrschaften, das Sensationelle;-nein; lehnen Sic nur nicht ab. •. . . Sic sind Kinder Hiror Zeit und das fast Alltägliche berührt Sie wenig.... .Nun: gut ... Willy •.ist seelisch kein Schwächling; er qpielte nicht mit Selbstmordidcen und romantischen Rachegelüsten, an seinen Widersachern, Er arbeitete. Er richtete seine Familie auf; er spürte als Forscher neue Wego auf; er., erhielt einen Preis ' für scino Arbeit, aber er hatte eines eingebüßt —: das Lächeln.... I ünd es ist doch das — das Geschont an den Menschen, der, erste Glaube, den Vertrauen in ein Säuglingsgcsichtchon schreibt, ■ die erste göttliche Schrift in dos Antlitz — — ■ ' Bei Willy war-es weggewischt. Zehn Jahre waren vergangen. Da geschah das Kritische. Er wurde, am Telefon zu Perle gerufen--zu Perle, Jakob Perle:: Er hängte ein. , Tags darauf .ließ sich Frau Perlo melden. Sic kam in die Sprechstunde. Sie war nicht mehr, was sie gewesen; sie war geschminkte Weltdame mit. Tönen, dio Willy gegenüber Schwinv guiig Buchten. Er blieb eiskalt. , „Ich bitte Siei ich beschwöre Sie, Sio sind ..dor Arzt, -der > meinem Mann-helfen kann . . . nur Sio — or ist am Ende . . ." Pause. Willy rührte sich nicht. Die junge" Frau sah ihn, an,; Willy, machte den Kampf seines Lebens durch ... ich ,sage, don Kampf. Er dachte . . . es war ein irrsinniges Lachen .;-.•:' ein .Krampf sphüttclto ihn. Eva borührte ihn . .. . und jetzt muß. etwas von ihrem natürlichen Kuidcrgesicht in ihr Antlitz ger' kommen sein . . . ein Menschcngesicht hat Gcseliichtc —— und! in starken Augenblicken wird das Buch der Vergangenheit im- Gcsichtsausdruclc aufgeschlagen . . . : Willy ging von ihr weg, schwieg — —sagte dann plötzlich . grob: „Ich komme!" . . ' Sio haben ja-auch davon gehört, daß ,die Heilung des Perlo . wie. ein Wunder war; man bot dem Dr. Levy Ausnahmestellungen f an, er schlug sie ab. - ' > / , Von dor Familie Perlo kam ein . Riescnlionorar; mit überströmenden-Worton. Dr. Willy saudte den Brief mid das Geld ohne Kommentar zurück. . , / So ,..., . jetzt werden Sie meinen Freund Dr. Brummer besser" , kennen. Er. ist ein Menschl Seien Sic taktvoll gegen ilm, wenn Sie ihm danken . .; or ist empfindlich; . ." Als der Notar geendet hatte,, war lange Ruhe im Raum . .'.: Die Schwester ging zu ihm hin und gab ihm. schlicht .die Hand, dann verließ sie den Raum. Herr Bonn legto sich zurück, und Boino Gattin ersetzte die . Krankenschwester. Die .jungen Menschen sagten kein Wort . sio schauten nur vor sich hin, als Dr. Rosenborg den Raum, verließ,' bemerkte ^cs niemand —— er wollte es auch nicht , . . . MuseumBneubau in Tel Awiw vor,der Vollendung 0, Das Gebäude des Tel AwiWer Museums . wird : in wenigen Wochen'semer . Bestimmung übergeben werden können. Bekanntlich hat Bürgermeister. Dizengoff sein Woluihaus für die Zwecke; Kinder haben, nicht so, viele wie dio Loyys, aber auch nicht des Museums zur Verfügung gestellt. Dos Gebäude -wurdo einem, eines nur. Eva verlangte eine Zofe und Salons für große vollständigen,Umbau unterzogen, der cino günstige Aufstelhuig der Ejnladungon Willy war ■ zu gutmütig, um zu widersprechen. -----' ""— v'"'" •'' ----- -------- -----.-.-i:..i.» Frau Wolf nahm dos alles als Kinderei; sie hatte genug mit gesellschaftlichen Verpflichtungen zu tun." Nach einer Pauso fuhr der Notar fort: „Ich werde jetzt einen Sprung über eüle .Reihe von Jahren machen; damit ich die Herrschaften hier in der Spannung erhalte, die sie gewohnheitsmäßig glauben erwarten ztt dürfon, wenn man Mcnschcn- . Schicksale erzählt. wertvollen Kunstwerke des.lel Awiwcr Museums ermöglicht. Auflösung des letzten Kreuzworträtsels Waagerecht: 1. Lob, 2. Jta; 4. Tau, 6. Bad, 8. he,, 10. Ur, 11. Ei, 12. Ner, 15. Dom, 17. Eli, .18. Sir, V19..To» ■ Senkrecht: 1. Lea, 3. Ade, 3. Aw, 6. Ben, 7. Dur, 8. Lid, 9. Ilm, 13. Eis, H. El, 16. Ohr. Willy war bereits Studont und noch immer an Eva gebunden. Er bemerkte nicht, daß Bio seine Ergebenheit mit einem gewissen Unbehagen duldete. Wohl mußte -er erleben, daß Bich andere iungo Leute im Hause Wolf einfanden - und der jungen Dame rreundliclikeiten Sagten. Unter ihnen war der sehr gewandte. Jakob Perle, cm äußerlicher Typ, dor mehr der Mutter als der Tochter zu gefallen suchte; Eva verhielt sich. diesem Monschcn £0genübor unerklärlich. Sio war - abstoßend und streitlustig, was den guten Willy mit Frcudo erfüllte. Er war zu wenig Menschenkenner und vor allem zu wenig Frauenkenner, um zu folgern, Fortbildungskurse > für auswärtige Srzte.. Di« im Frühjahr vorgenommenen Wochcnendkurso für auswärtige Ärzte haben aufs neue begonnen. Sio finden einmal monatlich statt. Programme sind durch das Sekretariat der Gcsundhcitsvurwaltuug, Berlin N 65, Persische Straße 3, zu haben. Dio Kurse sind ausschließlich für auswärtige Ärzte bestimmt.- v Die MittelstandskQdie Prager Straße 22 ist wieder eröffnet worden. Die Leitung liegt in den Händen des Arbeitsausschusses, dessen _Vorsitzende Trau Aaron, KaiBerallcc 30, ist. Der-Portionspreis betrügt 0,60 RM. -.Diu Küche ist täglich von 12.30— 3 Ulir geöffnet. , " Aus PlatzgrQndcn muß heute die Fortsetzung liuscrcs Romans „Zwischen. Start und Ziel'' ausfallen. Die Veröffentlichung w)rd m der nitchstcii Nummer fortgesetzt. ^■'^

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.