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Jüdische allgemeine Zeitung · 1935-10-09 · 41 (9.10.1935) · page 5

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Journal
Jüdische allgemeine Zeitung
Volume
15 (1935)
Issue
41 (9.10.1935)
Date
1935-10-09
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
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( /-. Ausgewanderte fchreiben . -B« dem aus jüdischer Not geborenen Entschluß zahlreicher Juden Deutschlands, sich außerhalb der ,deutschen' Grenzen" ein neues Leben aufzubauen, beansprucht die soeben orscliicncnc neue Nummer des „KorrcBponücnzblattes über'Au-swnnderungs- und SicdlungswcBcn", das der Hills--, vorein der Juden in Deutschland herausgibt, weitestgehendes Interesse. Der Hilfsvcrcin, in den lotztcn beiden'Jahren in erster Linie bestrebt, den ' Strom der (nicht nach Palästina)' a^wandcrtogswilligcn Juden planvoll zu leiten, gibt mitNliescm u j aUS ro*cnor Erfahrung gesammeltes Material' an die Hand, das über die allgemeinen Verhältnisse und Aussichten für zahlreiche Berufe, wie Akademiker, Techniker, Kaufleute, Handwerker in 76 Lindern eingehend Aufschluß gibt. Besondere Sorgfalt wird der Erörterung der Möglichkeiten landwirtschaftlicher Siedlung zugewandt. Außer den Ott verwickelten Einwandcrungsbestimmungen, den Vorschriften für Aufenthalts- und Arbeitscrlaubnis und einem instruktiven Kartenmaterial werden auch die wesentlichen Fragen der Gchültor, Löhne, LebcnslhaUungskostcn behandelt und in Vergleich zu den Verhältnissen in Deutschland gesetzt. ,'. Es wird keineswegs verschwiegen,, daß jede Auswanderung ein llisiko bedeutet. Die Komitees in den einzelnen Landern können bei . aller Hilfsbereitschaft nicht vorher Stellungen' verschaffen. Die Entscheidungen werden an Ortfurid Stelle getroffen. Auf Grund gemeldeter Mißerfolge muß davor gewarnt werden, daß ' Personen, die sich zwar umgestellt haben, aber urigenü-1 g.end ausgebildet sind, ^ersuchen, Arbeit anzunehmen, für die hochqualifizierte Kräfte verlangt werden. Es sind Fülle vorgekommen, wo die Entlassung schon am ersten'Tage' oder nach wenigen Tagen erfolgt ist. Es darf nicht vergessen werden, daß im tünwandcrungslando selbst ein Angebot von Kräften,'zum Teil hochqualifizierten; vorhanden ist, besonders in Zeiten dor Arbeitslosigkeit. ' ' \ Das „Korrcspondcnzblatt" (das zum Preise von 1,— UM. durcü den Hilfsvorcin, Berlin W3Ö, Steglitzer Straße 9, zu bezichen ist) ist jedenfalls für allo diejenigen, die sich mit dorn Plan einer Auswanderung tragen, ein notwendiger Führer, um zahlreichen Gefahren zu entgehen,1 die eine nicht genügend vorbereitete Auswanderung, infolge der Weltwirtschaftskrise mehr .als je, mit sich bringt. Die Angaben des Hilfsvercins werden durch zahlreiche Briefe ergänzt, die bereits Ausgewanderte an den Hilfsverein gerichtet haben. Einige von den brieflichen Äußerungen, die lebendige Eindrücke von den Sorgen und Erfolgen der jüdischen Einwandererin der Fremde vermitteln, lassen wir nachstehend folgen. Junge Handwerker gesucht Das Leben in Brasilien , Sao Paulo, April 1935. Sao Paulo hat, wenn man so sagen kann, europäisches Klima. Ganz im Gegensatz zu Bio de Janeiro, wo C3 das ganze Jahr heiß ist, im Sommer, d. i. Oktober bis Fcbruiir, sehr, heiß. Sao Paulo dagegen liegt 800 m hoch, im Sommer ist es auch heiß, aber; Wort, das seiner exklusiven aristokratischen, daher auch romantisch . schillernden Nntur eignete. Er verachtete den pöbelhaften gesunden Menschenverstand, die allen „Menschen gemeinsame Ver^ nunft, die...iui8..aich...sel|ipt.-^WsW^m^ifcn^h^fe./jf^i^lV'l^' Vernunft ist voll Widersprüche,. sie r gelangt. njmm?r m' einem Gotte, ohne ihn entbehren zu können, nimmer zu einer Schöpfung aus dem Nichts, da Bie .über don Satz:, „aus Nichts^wird Nichts" nicht hinaus kann . . , Wahrheit ist ihm' geradoy was der Ver- '. nunft und ihren Schlüssen widerspricht, und geschöpft, kann sie . nur worden aus einer übernatürlichen Offenbarung.V Steinheim hatte nun etwas für sich, eine Philosophie, eino Offenbarung,, ein Judentum, die seine eigene Schöpfung waren und die er dennoch der „Synagoge" als ihren Lehrbegriff zuschrieb, einen- Weg des Heiles; den er Bolbst gehauen und den doch die ganze Menschheit beschreiten müsse, wenn sio sich aus den gemeinen Irrgängen retten wolle. Bei dieser- Befriedigung seiner gewaltsamen Ansprüche bemerkte er es nicht, daß er mit dieser Aufstellungeines Glaubens, der der Vernunft widerspricht, mit der Behauptung, daß die Wahrheit desselben gerade durch diesen Widerspruch bezeugt werde, mit der Ausnahme des Satzes; ich glaube, weil es widersinnig, gerade den Weg, welchen das Judentum im Laufe der Jahrhunderte festgehalten, immer entschiedener hetroten hatte, vollständig verlassen und in das Lager des Christentums geistig übergetreten sei. Er hatte keine Kenntnis davon, daß alle Denker innerhalb des Judentums vom Deütcronomiker an immer darauf ausgingen, dessen Übereinstimmung mit der Vernunft nachzuweisen, dessen Inhalt zu verinnerlichen,. die Art der Übermittlung an die ersten Trüger und Verkünder zu-vergeistigen, daß die naiven Gläubigen vor dem Wunder nicht zurückschraken, nicht vor dem Zugeständnisse, daß die Vernunft unzureichend. sei zur vollen Erkenntnis, wohl aber vor dem Gedanken, daß ihre Wahrheiten vernunftwidrig seien. Er kannte bloß die Entwicklung des Judentums von Mendelssohn ah ... . Auf die zeitgenössischen Hoformversuche blickte er geringschätzig hernieder; weil sio ihrem spekulativen Inhalte nach ein Produkt des von ihm verabscheuten Rationalismus waren. So konnte von ihm weit eher der Ausspruch getan worden, er sei ein judaisicrender. Christ. , " Denn.in der Tat stand er, bei all seinem glutvollen Kampfe für , das Judentum und gegen Heidentum—Christentum ganz außerhalb des. Judentums . . ■;', Ich hatte mn einst . beruflich angefragt, wie er sich von seinem, Standpunkte aus denn mit der „Gesetzgebung'' auseinandersetze; er beseitigte.in seiner Ant- .worjt, dieselbe.:, kurzweg al» national, lokal, zeitlich. '.'So 'klügelnd verfuhr der Verächter der Vernunft mit dem „durch' <Aob Öhr ver^ nommenon Gottcsworto" I ',, So erwies sich das ganze Wesen des Mannes als ein wider- SpruchYollcs, für ihn vielleicht gerade darum dos einzig berechtigte, i allein einem jeden nüchtern Drcinblickenden mußte Richtung und 'Verfahren bei allem blendenden Glänze als ungesund erscheinen. Man ließ es dem Verfasser 1835, als er zum ersten Male auf der Geistcsbühno jüdischer Spekulation auftrat, an dem succes d'estime nicht fehlen,.man begrüßte ilm mit gehobener Stimmung und ging doch, bald' über ihn hinweg, kümmerte sich um seine weitoren Arbeiten um so wenigor, als sio nicht an Vertiefung, sondern au phrasenhafter Breite und hochtönenden anraaßlichen Worten zu- . nahmen," und ^-7. vergaß ihn bald gänzlich. Ist dies ungerecht oder ist es das Werk der unparteiisch richtenden Geschichte? •.•''•■..•',■ - * Soweit Geiger. ■ Wir haben ihm nicht viel hinzuzufügen. Aber ein'scheinbar geringfügiger Umstand, der seltsamerweise auch von Schoeps vergessen worden ist, soll erwähnt sein. Wenn man schon „nach 100 Jahren" Solomon ■• Ludwig Steinheim einer Exluimiorung für wert, erachtet, dann sollte auch Hans Joachim Schoeps nicht übersehen, daß sie auf einem christlichen Kirchhof erfolgt! Dort ließtnämlich Steinheim begraben. Siel •■,''. 1 fa . , . IL K. sehr gut erträglich, da meist ein Wind weht und Abend und Morgen frisch sind. Im Winter, der jetzt begonnen hat, hoben wir von 10—16, Uhr ca. 25—30 Grad,- aber morgens und abends ist es empfindlich kalt. Man muß alle Wintersachen daher mitbringen. Im Sommer gibt es sohr viel Regen. ' Brasilien isf ein freies Land, hur müssen die Papiere in Ordnung Bein. Was. die Arbeitsmöglichkeit anbelangt, bo ist gerade Sao Paulo von besonderer Prosperität und das größte Industriezentrum von Latcinamcrika. Es bieten sich dem, der ernstlich arbeiten will, viele Möglichkeiten, aber hier heißt's arbeiten, viel arbeiten. Es ist ein großer. Fehler von vielen Einwanderern, die ankommen und merken, daß man liier überall mit Deutsch durchkommt. Teils sind Leute' schon' cinlialb bis ein Jahr da, geben sich keine Mühe, die Sprache zu erlernen, aber im Moment, wo sie als Arbeitnehmer auftreten, werden sie ohne Sprachkcnntnissc ausgenutzt oder wir wollen sagen, in der Bezahlung sehr unterwertet. Facharbeiter sind natürlich auch hierin besser daran. Die Frauen sind hier auch ein besonderes Kapitel. Die Frau darf weder allein in ein Kaffee oder Kino gehen, noch darf ein Fremder oino Dame auf dor Straße ansprechen, ohne gewärtig zu sein, verhaftet und ganz streng bestraft zu werden. Auch für meine Frau und Kind habe ich gleich „Chamada", <1. i. R u f k a r t c , anfertigen lassen. Dies geht auch nicht einfach, da man hier noch zwei Bürgen braucht. Die habe ich zufällig gefunden. Seit dieser Woche bin ich nunvon der Fabrik weg. Zugesagt habe ich bei einem jüdischen Herrn, der eine kleine Fabrik hat. Ich bekam liier den Posten als „Gercntc", d. i. Geschäftsführer, denn der Herr kannte mich von Deutschland aus, wo ich 1919—1920 war. Er suchte eine Vcrtraucnsperson, weil er in Büldo ein bis zwei europäische Ausstellungen besuchen will. Hier habe ich nun glücklicherweise festes Monatsgehalt, wenn auch anfangs nicht sehr groß, während in Fabriken alles nach Stundenlohn bezahlt wird. Jetzt kaim ich langsam daran denken, meine Familie übersiedeln zu lassen, insbesondere, da ich auch schon ein Haus in Aussicht habe. Hier wohnt fast 90 0/0 in Einfamilienhäusern, dadurch hat die Stadt auch eine Ausdehnung, daß man oft beispielsweise, uni von einem Stadtteil in einen bestimmten anderen zu kommen, mit der Tram fahren muß, so weit wie von Mannheim nach Heidelberg, also ca. eine Stunde. Dabei fahren dieselben hier unheimliche Geschwindigkeiten. Brasilien, besonders Sao Paulo und Rio de 'Janeiro, braucht junge Kräfte. Lassen SiOj wenn es möglich ist, junge Leute als Dreher, Schlosser, Uhrmacher, Feinmechaniker, Gießer und Schweißer ausbilden, die worden sehr gesucht. Ihre Schwestern können als Masphincnstrickerinnon, Schneiderinnen, Putz- und Hutmacherinnen mitkommen. Noch Induftriezweige offen Gewisse Möglichkeiten in Chile Santiago, Juni 1935. Die einzige Chance,-die noch geblieben. ist, ist für Handwerker", Mechaniker'mit etwas Kapital. Akademische Grade sind fast nicht zu erlangen. Allgemein gesprochen, ist die Billigkeit in Chile, von dier ich hörte, bevor ich herkam, ein wenig überschützt. Es ist wahr, daß unter Zugrundelegung von Pfunden oder Dollars das Leben hier billig erscheint, denn das, was man;;in' London für' eine 'Wöche" braucht, genügt fast, um hier einen Monat zu leben. Aber wenn man Pesos verdient, ist es eine andere Sache, abgesehen von den. importierten Gütern, die einen Preis in fremder Währung erhalten und ebenBO verzollt werden. Eine gewisse Chance sehe ich in der Errichtung von Industrien hier. Der nationalen Industrie geht es gut. Es sind: hoch viclo Industriezweige offen, jedoch ist dazu Kapital nötig, und' hiän muß immer; bedenken, daß Chile nur 4 000 000 Einwohner hat. Die Ausfichten in Peru Nur für Einwanderer mit Kapital Lima, Juni 1935. Was die Frage dor Einwanderung betrifft, so. ist es liier wie überall. . Die Ansiedlung einer- Anzahl Familien, könnte nur vorgenommen worden durch kapitalkräftige Organisationen, die Bich direkt mit den Regierungsstellen in Verbindung setzen müßten. Wer als selbständiger Kapitalist ins Land kommen kann und dio Mittel hat, um evtl. einige Monate bis ein Jahr auszuhallen und sich nach einem geeigneten Wirkungskreis umzusehen, wird sicher eine Existenz- 1 möglichkeit finden. In diesem Fallesind keine besonderen .Hindernisse zu überwinden. Für tmseuSstündige Kaufleute, wie Angestellte, ferner für Akademiker oder ungelernte Arbeiter, ist nur sehr spärliche Aussicht vorbanden. Es gibt hier seit einiger Zeit ein Gesetz (hervorgerufen durch dio Krise), daß 80 0/0 der Angestellten oder Arbeiter einer Firma Peruaner sein müssen. Für tüchtige Techniker oder gute Spezialhandwerkor bestehen eher Möglichkeiten, jedoch müßte dies von Fall zu Fall behandelt werden,, und ich möchte niemand ohne besondere Mittel eine Herreise oufs Geratewohl empfehlen. Es bestehen evtl. auch Aussichten für Chemiker, die auf Grund eigener Patente oder sonstiger guter Verfahren' geeignete Industrien schaffen könnten, sei es mit Eigenkapital oder in Anlehnung an hiesiges oder ausländisches. - z. B. wird liier jährlich ein Quantum von einigen 1000 Tonnen Calcium-Arseniat .zwecks Schüdlingsbokämpfung in Baumwollfeldern usw. importiert;- fUr die Errichtung chior Eigenindustrie haben hiesige Baumwollproduzenteji sicher\ großes' Interesse, und die nötigen Rohstoffe sind sicherlich im Lahde selbst in leicht erreichbarer Nähe der Konsumzcutren' .aufzutreiben. Für tüchtige Modistinnen oder Schneiderinnen mit Eigenkapital und erstklassigem Geschmack bestehen ebenfalls Möglichkeiten. Kaufleute, d. h. Fachleute;, . die den Einkauf von Häuten,: Baumwolle, Wolle oder Kaffee in Adlohnung au eine leistungsfähige ausländische Großfirnuv vornehmen, bzw. Filialen eröffnen -könnten, haben ein gutes Arbeitsfeld vor sich. Es muß sich aber um tüchtige Fachleute handeln, die die Qualität der. Rohstoffe'sofort beim Einkauf beurteilen . können, .uni Risiken weitmöglichstauszuschalten. Die hiesigen Produzenten sind gewöhnt, ihre P,rodukte Wer fest zu verkaufen und lehnen Konsignationslieferungen fast immer ab. Wir haben bereits einen j üdischen Arzt mit Familie hier, der eiii Jahr benötigte, ' um nach rigorosem Examen und Zahlung einer. Gebühr von ca. 1500,—: RM. zur Praxis zugelassen -zu werden. Ferner befindet sich .seit ca. einem Jahr ein junger - Zahnarzt hier, der; ebenfalls ein neues Examen eingehen mußte und demnächst hofft,, seine Praxis zu/eröffnen. Ich bin überzeugt, daß weiter einwandernde Ärzte, Zahnärzte usw. schwerlich zum Examen zugelassen würden, obwohl' offiziell keine. Sperre besteht. Die Eröffnung einer Praxis ohne behördliche' Qualifikation kann strafrechtlich verfolgt werden und ist doher nicht zu empfehlen. Es ist gelungen, einigen jüngeren ledigen Kauflcutcn Stellung bei hier ansässigen Glaubensgenossen zu verschaffen; das Feld ist aber sehr beschränkt. ' Ich wiedorholo, daß nur Lcuto mit eigenen Mitteln oder in Anlehnung an ausländisches Kapital Aussichten haben, sich für die Zukunft eine Grundlago zu sichorn, während die Einwanderung unbemittelter oder spärlich bemittelter Porsonon riskant ist; Die Lebensbedingungen sind nicht übormäßig touor. Eino Einzelperson mit bescheidenen Ansprüchen kann hier mit einem Betrag 1 von 10—12 Pfund stlg. monatlich auskommen, evtl. auch billiger bei mäßigeren Ansprüchen. Eino drei- bis viorköpfigo Familie dürfte kaum unter 25 Pfund monatlich auskommen. Dio Beherrschung dor spanischen Spracho ist für eine erfolgreiche Betätigung unerläßlich. Es sind seit Anfang 1933 mehrere Familien und cinigo junge Leute aus Deutschland eingewandert; etwa 25—30 Personen. Syftematifche Vorbereitung erforderlich Auch in Südafrika haben Akademiker keine Möglichkeiten Johannesburg, Juni 1935. Die größte Schwierigkeit besteht m. E. darin, daß einerseits das Gros der (Eingewanderten allgemein wonig Ausländserfahrung besitzt und nicht die nötigo Einpassungsfäliigkcit in fremdo Verhältnisse, besonders dio hiesigen, dio von Europa doch grundverschieden sind. Hioraus folgt, daß niemandem damit gedient ist, wenn unerfahrene Angehörige kommerzieller Borufo —• das Land ist durchaus overtraded —^'und Akademiker hier herauskommen. Aussichton weiterzukommen bestehen nur für Angehörige wirklich gelernter (nicht durch oberflächliche Umstellung .gewonnene Kenntnisse) praktischer, am besten handwerklicher Berufe. Das gilt für beide Geschlechter. Frauen sollten beachten, daß der Lady-typc durchaus unangebracht ist. Es ist überhaupt zu beobachten, daß der Verstädterte hier als Importartikel nicht gut getan hat, während man umgekehrt von manchen Einwanderern aus ländlichen und mittclstädtischen Verhältnissen nicht sagen kann, daß sie nicht bescheiden, aber ausreichend ihren Weg machen. Für eine bedachte, vorsichtig ausgewogene Iii 11 Wanderung junger Menschen ist hier immer Platz. Das kann aber nicht von heute auf morgen goschchen, sondern muß systematisch' auf lange Hand schon von Deutschland aus vorbereitet werden, indem die Jugend, die für solche Auswanderung in Frage kommt, erst in Deutschland vorbereitet und handwerklich geschult wird. Dar) älteren Generation sollt« man überhaupt nicht zur Auswanderung raten, wenn nicht ganz konkrete, finanziell fundierte Pläne, deren Ausführbarkeit vorher genau hier geprüft ist, vorliegen. Aber auch dio Menschen, die unter die wenigen, oben als aussichtsreich befundenen Kategorien passen, müssen unbedingt ülwr die Mittel verfügen, die notwendig Bind, damit sie nicht gleich der hiesigen Caritas 1 zufallen, d. h. Rückreisedepot und nach meinem - Dafürhalten ca. 100 Pfund. Darin dürfte alles enthalten sein, um den EhrWanderungsbchörden zu genügen und eine NotreBCrve zu besitzen. * Die Pressestelle des Hilfsvereins der Juden in Deutschland teilt mit: , „Zur Zeit wird in Berlin und im Reich Propaganda für Auswanderung und Niederlassung in verschiedenen überseeischen Ländern gemacht. Es werden in Publikationen und Versammlungen gewisse Projekte der Öffentlichkeit unterbreitet, dio der notwendigen Grundlagen entbehren. Es liegt im Interesse Auswanderungs- und Siedlungswilligcr, sich bei uns, dem Zeutralbüro für jüdische Auswandorungsangelcgcnheiten, das vom Rcicliswanderurigsamt als gemeinnützige Auskunftsstelle;für jüdische Durch- und Auswanderung anerkannt ist, jeweils zu informieren, damit Fehl Wanderungen vormieden werden, die 9ich verhängnisvoll auswirken können." SpvsWxv Svfi^ v\sSs#l 2 (Naohdruok verboten.) ♦ K, 9 <? 10, 6 <> 9, 7, 5 4» 9 Aufgabe 9. Von Dr. S. Lurie * A, 8 9? b, 7 OK, 9 * K, 7 N W O * - <? 13, 9 O D, B » 4» D,B, 10, 4 * 6 <? A, 5, 4 <> 10, 6 * 6, 5 . Ohno Atout. Süd ißt am Spiel und gibt nur einen Stich ab. Kreuzworträtsel 1 r- V H r~ ' » t HSJf m " vr ■ "!T TC w «7 n~ 1 ir S" ■r V u u u jHsv * M 1» U \ u J* Waagerecht: 1. Wochenabschnitt, 4., zion. Beitrag, 7. Maler1 und Graphiker, 8. Schwiegermutter Ruths, 9. Sportgerät, 12. jüd. Organisation, 13. türk. Titel, 14. gesetzlicher Begriff, 16. weibl. Vorname, 17. Hauptstadt des Reiches Israel, 8. Haustier, . 20.- engl." Dichter, 23. norweg. Dichter, 24. Eluß, 26. Monat, 27. dän. Insel, 28. Stadt in Frankreich, 29. Schwermetall, 30. Fluß, Stl. messianischer Schwärmer. . , Senkrecht.: 1. Hauptwerk der, Kobbala, 2. weibl. Vorname, 3. palästinensischer Küstenort, 4. atmosphärischer Niederschlag, S. Gegner des Sabhatai Zewi, 6. röm. fCaisorin, 10. holl, Maler, 11. Körperteil, 13. Berliner Bühnenleiter, 15. Landoborfläche, 18. Prophet, 19. wie 1 waagerecht, 21. Stadt im Rheinland, 22. poln. Stadt, 24, weibl. Vornamo, 25. WaBsoi-massc, 27. Fisch.

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