Jüdische allgemeine Zeitung
- Journal
- Jüdische allgemeine Zeitung
- Volume
- 15 (1935)
- Issue
- 40 (2.10.1935)
- Date
- 1935-10-02
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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I DER JUDISCHEN ALLGEMEINEN Leiter: Siegfried Vinitzki Schachaufgabe Nr. 17 Unsere heutige Aufgabe enthalt einen interessanten Gedanken: die Bekämpfung des schwarzen Turmes h3, der in seiner Bewegungsfreiheit, zur Verhinderung des DrohBpicles faBt unbeschrankt ist. Auf die sieben Gegenzüge, die er hierzu auf der 3. Reihe ausführen kann, erfolgt jedesmal ein anderes Matt. In' zwei weiteren Spielen wird dieser Turm noch durch die eigenen Steine seiner Partei unschädlich gemacht. Die korrekte Darstellung dieses Gedankens in einer ziemlich freien, nicht überladenen Stellung muß neben der hübschen Erfindung als ein hohes Verdienst des Autors anerkannt werden. Weiß: 9 Figu.ren. Ka5; Del; Ta3, Td7; Lb5, Lh2; SgS: Bauer c2, f2. / . ■ Schwarz: 7tFigurcn. Kc5; Th3, Th4; Lhl; Sa8, Sg7; Bauer g4. . Von Dr. Stooß (Basel) a b c d e f g h Weiß zieht und setzt in 2. Zügen matt. Auflösung in unserer nächsten Schachcckc Auflösung der Endspiel-Studio aus Nr. 38 '\\ 1. e4—«5 Ka6—b7; 2. d5—d6 Kb7—c8; 3. Sa8—c7 Sc8Xc7; 4. c5xf6 Se7—e8; 5. f6Xg7 .Sc8—f6 (Auf 5. . . . SXg? folgt 6. h5—h6.); 6. Kh2—h3 Sf6^-g8; 7. Kh3—h4 .17—16; 8. E5—h6 Sg8Xh6, 9. Kh4—h5 Sh6—g8; 10. Kh5—g6 f6—f5; 11. Kg6—f.7 Sg6—h64-, 12. Kf7—c8 und gewinnt 13. d6—d7. 2): 1. . . .f6Xc5; 2. Sa8-^c7+l Sc8Xc7; 3. a5—d6 Ka6-b7; 4. d6—d7 und gewinnt. 3\ 1. . . . cXd5; 2. Sa8—c7+l! Sc8Xe7; 3. c5xf6 Sc7—e8; 4. f6Xg7 Sc8—f6; 5. Kh2—Ii3 usw, wie in der ersten Auflösung. Ein pofitioneller Sieg (Stellung nach dem 32. Zuge von Schwarz) Weiß: 7 Figuren. Kf4; Tbl;.Bauer b2, c4, d3, c4, f5. Schwarz: 6 Figuren. Kg7; Ta8; Bauer g3,.d4, d6, f6. 33. c4—c5 (Ein Problemzug, mit dem Weiß in studienhafter Art die Entscheidung herbeiführt.); d6Xc5; 34. c4—c5 (Die Pointe von q5. Auf f6Xc4 würde folgen Kf4Xc5 Ta8—e8-j- Ke5—d5 Te8—c8 Kd£n-c4 Tc8—b8 Kc4xc5 mit Gewinnstellung für Weiß.); 34. . . . Ta8—n2; 35. Thl—Ii2 Ta2—al; 36. Tli2—g2-f- Kg7—f8) 37., c5-c6 Tal—ol; 38. Tg2—g6 Kf8—e7 (Falls sofort Tel—c2, so gewinnt 39. Tg6Xf6+ usw.); 39. Tg6—g7+ Kc7—e8; 40. Kf4 —e4 (Droht über d5 und d6 einzudringen und' den Schwarzen in ein Mnttnetz zu bringen.) Kc8—f8; 41. Tg7—17+ Kf8—c8; 42. <Ke4r-d5, c5—c4 (Ein letzter Versuch, aber Weiß droht woiter sofort mit Mattwendungen.); 43. Kd5.—d6 Tel—al (Auf cXd oder c3 war« Tf7—h7 undeckbarcs Matt.); 44. Tf7—c7-|^ Ke8—d8; 45. To7—d7-4- Kd8—e8; 46. d3Xc4 Tal—a2; 47. Td7 —h7 Ta2—.a64-;\ 48. Kd6—c5 d4—d3; 49. Th7—d7 Ta6—n5+; 50. Kc5—b4 Ta5xf5; 51. Td7xd3 Tf5—e5; 52. Kb4xb3 und Schwarz gab hier den ganz aussichtslosen Kampf auf. Schachlehrkurfus Nr. 6 Kiinstausdrückc beim Schachspiel (Fortsetzung) Einfaches Schach ist dasjenige, welches den König nur durch einen Stein bedroht. Doppclschach heißt, bei welchem zwei Steine zugleich durch einen Zug dem König Schach bieten. Abzugsschach ist dasjenige, welches den König beim Wegziehen eines Steines durch eine hinter letzterem stehende Figur angreift. Z. B. der König steht auf h8, ein feindlicher Turm auf h3 und eine feindlicher Springer auf h4, zieht nun der Springer, so gibt der hinter ihm stehende Turm Schach. Geht der Springer aber nach g6, so entsteht ein Doppclschach (Schach zugleich von Springer und Turm), welches immer den König zum Berliner GottesdienJte am Jaum Kippur Freitag, 4.10. Liberale Synagoge Norden, 7.15 Uhr: Adler. .Liberale Synagoge Osten, 7.30: Zimct. Liberale Synagoge Nordost, 7.30 Uhr: Goetz. Libcralo Synagoge Westend, 7 'Uhr: Kasscll Liberale Synagoge Wcdding-Bcinickendorf, 7.30 Uhr: Lcvy. S oed abend, ,5.10. vorm. 10 Uhr. Liberale Synagoge Norden: Adler. Liberale Synagoge Osten: Zimct (Einsegnung). Jüdische ncligionBgcmcindo Charlottenburg, vorm. 9130 Uhr. — Sonntag 6.10 (Kol Nidre). Abends in allen Synagogen und Betsälen: 17.45. — Montag, 7.10. (Jaum Kippur). Synagogen und Betsale 9 Uhr. Festausgang: 18.13 Uhr. Synagogen bzw. Betsiilc Neue Synagoge Lindenstraße Lützowstraße Fasanenstraße Levotzowstrnße Friedenstempel Prinzrcgentcnstraßc Schmargendorf Synagoge Qronienburg Synagoge Köpenick Bachsaal, Lützowstraße 76 Bcrolina, Schönhauser Allee 28 Concordin, Andreasstraße 64. Festsaal Leon, Kurfürstendamm 155—156 \ Loge, Kleiststraße 10 Brüderverein, Kurfürstenstraße 115 Fcfltsaal Halcnscc, Kurfürstendamm 118/119 Festsaal Joachimsthaler Straße 13 PrachtsBle des Westens Philharmonie Singakademie Kulturbund, Kommandantenstraße 57' Liberale Synagoge Berlin * Norden, Schönhauser Alice 162 Osten, Kaisorstraßc 30 Nordost, Prenzlauer Promenade 176 Westend, KaiBerdamm 78 Wedding-Reinickendorf, Triftstraße 63 Jüdische lleligionsgcmeinde Charlottcnburg, SchulstraCla 7 Jüdische Rcfornigcmeindc Joachimsthaler Straße Klciststraßc Johannisstraße Kol Nidre SwarsenBky van der Zyl Salomonski Wiener "" Lowkowitz Warschauer Amolski Baeck Salomonowicz Frank Finkcl Hirsch Schlesinger Klicrsfcld May Zucker Winter Salier Ludwig Kassel Wcyl Graf Kol Nidre: Zimct Goetz Adler Brasch Loeb Hamburger Gottschalk Koppel Bosenthal1 17.45 Uhr Jaum Kippur Sänger Wcyl Lowkowitz Gallincr Salomonski Nußbaum Wiener Karlincr Salomonpwicz Frank Baeck Schlesinger Wechsberg Brasch Adler Ludwig Oberländer Klicrsfcld Salier Warschauer Pfingst Jaum Kippur: 10 Uhr Graf Zimct Kassel Goetz Zucker Hamburger (9) vorm. 10 Uhr:' Jelski; nachm. 5 Uhr: Rosenthal vorm. 10 Uhr: Gottschalk; nachm. 5 Uhr; Koppel vorm. 10 Uhr: Koppel; nachm. 5 Uhr: Gottschalk Zuge nötigt. E w i g c s Schach. Kann man dem feindlichen König ununterbrochen Schach bieten, und geht man von diesen Zügen nicht ab, so bleibt es dadurch unentschieden. Schachmatt. Wird der König so angegriffen, daß er weder aus dem Schach ziehen noch den angreifenden Stein , selbst nehmen, noch auch durch Vorsetzen (genannt auch decken) eines anderen Steines decken kann, so ist er matt. Das Spiel ist dann beendet und der mattsetzende Spieler hat gewonnen. \ErstioktcB Matt wird dem feindlichen König, der von seinen eigenen Steinen so eingeschlossen ist, daß er gar nicht ziehen kann, von dem Springer gegeben. Z. B., cb stehen König h8, Turm g8, Baucr-g7, hv, so bewirkt ein Springer auf f7 das erstickte Matt. S c h u f e r - matt heißt ein Matt, das in folgender Weise, aber freilich nur bei Anfängern und großer Unachtsamkeit des Nachziehendeneintritt. 1. c2—c4o7—c5; 2. Lfl—c4 Lf8—c5; 3. Ddl—f3,d7—d6; 4, Df3xf7 matt. Dieses Matt ist übrigens noch nicht duB allerkürzeste, welches Bich herstellen lfißt; denn bei 1. c2—e4 f7—f6^ 2. Lfl—e2 g7—g5; 3. Lc2—h5 matt wird ein Zug weniger gebraucht und der Nachziehende kann noch' 1.. f2—f4 c7—c6; 2. g2—g4-sogar im zweiten Zuge mit Dd8—h4 mnttsetzen. Dieses Mattsetzen nennt man mit Recht Narrenmatt I 1_ Patt ist ein König, welcher ohne im Schach zu suchen nicht ziehen kann, wahrend seino am Zuge befindliche Partei auch keinen ihrer anderen Steine regelrecht bewegen kann. In einem solchon Falle gilt das Spiel für' unentschieden. Vorgeben: Ist der eine Spieler dem anderen Spieler überlegen, so pflegt man seinen Gegner einen Offizier^ oder Bauorn vorzugeben, der dann gleich bei der Aufstellung dcc^Figuren entfernt bleibt. Ein Tempo oder einen Zug verlieren bedeutet', daß man den Vorteil ani Zuge zu sein, nicht zu eigenem Zweck benutzt, sondern einen ' nutzlosen Zug tut. Sehr oft gehen Züge durch zweckloses Schachbieten oder durch Abtauseh tätiger Figuren gegen weniger günstig gestellte des Gegners verloren. (Fortsetzung föfgfc)' AUS DEN GEMEINDEN Erfurt. Ganz plötzlich verschied hier der langjährige Syndikus des C. V. für den Bezirk Thüringen, Leo K a m n i t z c r. Mit ihm ist cino Persönlichkeit dahingegangen, die sich durch ihr offenes Eintreten für das Judentum die erheblichsten Verdienste erworben hatte. Unter zahlreicher Beteiligung der weit über den Kreis der Gemeinde hinausging, wurde er in Erfurt zu Grabe getragen. Die Gcdenkredo hielt Rabbiner Dr. Schiftan. Nach ihm ergriffen der Syndikus des C. V., Dr. Alfred Hirschberg-Berlin, und für den Rcichsbund jüdischer Frontsoldaten, in dessen Erfurter Ortsgiuppcnlcitung Leo Kamnitzcr ebenfalls lange Zeit hindurch führend tätig war, Dr. H. Wollenbcrg-Berlin, das Wort, um dem Dahingegangenen die letzten Grüße nachzurufen. Hamburg. Zwei vom Tempel-Verband für seine Mitglieder undi Freunde veranstaltete Kurse, in denen den Teilnehmern die Bedeutung der hohen Feiertage vor Augen geführt wurde, fanden großen Zuspruch. Rabbiner Dr. Italicner erklärte an Hand des Gebetbuches den Sinn und die Liturgie des Neujahrsfestes und des Versöhnungstages, während Oberkantor Kornitzer die musikalische Ausgestaltung des Gottesdienstes erläuterte. —: Im Tempel fand am vergangenen Sabbat, zum ersten Male für die Jugend, eine Oneg-Schabbath-Fcicr 6tatt. Von den zahlreichen Anwesenden wurden unter Leitung von Oberkantor Kornitzer einige hebräische Lieder gesungen. Rabbiner Dr. Italienor schilderte eine von'ihm in Tel-Awiw' erlebte Oncg-Schabbath-Feier. Zum Schluß folgte das Abendgebet mit anschließender Hawdalah. Der jüdische Kulturbund brachte als Eröffnungsvorstellung der Winter-Saison „Jaakobs Traum". Die Aufführung gab den Beweis, dtfß der Kulturbund über ein Ensemble verfügt, das den anspruchsvollsten Erwartungen gewachsen ist. Hervorragende Leistungen boten Heinz Friedeberg ^(Jaakob), Max Koninski (Edom) und Mein Kennedy (Rebckah). In Anbetracht der vorhandenen Schwierigkeiten — in Ermangelung eines Theater- Gebäudes mußte eine Notbühne in einem Konzert-Saal eingebaut werden — verdient Dr. Hans Buxbaum für seine Inszenierung größte Anerkennung. — In einer weiteren Veranstaltung des Kulturbundes brachte der Geigen-Künstler Stefan Frenkcl Werke von Tartini, Reger, Dvorak, Wladigcroff, Paganini und eine dem Virtuosen gewidmete, recht interessante Suite von Karol Rathaus zu Gehör. Das Publikum war begeistert von dem seelenvollen Spiel, der edlen Tongcbung und der vollendeten Technik. E. F. Aus Raumgründen veröffentlichen wir die Fortsetzung der Skizze „Ucgcgnungmiteinem Wundermnnn" aus dem Nachlaß von J. E. P o r i t z k yN erst in der nächsten Nummer. o [MAX BERNSTEIN, Uhrmacher I Düsseldorfer Straße 14, J 2 Oliva 2180 'Uhren, Oeschenke — Bestecksachen d. Württ. Met.« War.-Fabr. — Repar. preisw. u. gut. 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