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Jüdische allgemeine Zeitung · 1935-09-18 · 38 (18.9.1935) · page 2

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Journal
Jüdische allgemeine Zeitung
Volume
15 (1935)
Issue
38 (18.9.1935)
Date
1935-09-18
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Unser© Arbeit / Religiös-liberale Aufgaben inheutiger Zeit; - V; V Wenn in diesen Tagen all© Gruppen, die in der Vereinigung für daa rcliriöa-libornle Judentum rusamipengcschloBsen sind, mit verstärkter Kraft. ihre -Arbeit für den Winter .aufnehmen, so geschieht dies gerade beute in dem. Bewußtsein, daß es erstes und oberstes Gesetz aller jüdischen Arbeit sein müß, unsere Menschen 4en roIigiÖBen Werton des Judentums zuzuführen und ihnen damit einen festen, dauernden Halt zu geben, der Bio befähigt, vieles Schwere, dos uns in den letzten Jahren betroffen hat, innerlich' zu überwinden, in der Erkenntnis,-daß unser Schicksal —' geschichtlich.'. gesehen — oft ein. leidvolles, aber trotzdem immer ein Schicksal aufrechter Menschen gewesen ist. Gerade hierfür Verständnis zu erwecken, wird die Beschäftigung mit der jüdischen Geschichte, die an Hand von Elias . Auerbachs „Wüste und gelobtes Land" und Elbogens „Geschichte der Juden in Deutschland" erörtert werden soll, am besten geeignet -sein. Selbstverständlich wird alle Aufmerksamkeit, nicht zuletzt angeregt durch diese Lektüre, auf das Urgut der jüdischen Religion und des Judentums,, das Buch der Bücher, hingelenkt. Wenn diese Arbeit, was wir alle 'wünschen, von dem richtigen Geiste — durch berufene Persönlichkeiten gefördert — getragen sein wird, wird sich von selbst der Wunsch nach einer Weiterbildung auch im Hebräischen, zum besseren Verständnis der Quellen, ergeben. Es besteht weiterhin die Absicht, Kurse für Erwachsene zur Einführung in das jüdische Brauchtum (an Hand des Buches von S. Müller „Von jüdischen Brauchen und jüdischem Gottesdienst") einzurichten. Es bedarf für die Arbeit der religiösliberalen Vereinigung keiner besonderen Erwähnung daß nicht zuletzt das Gedankengut :des religiösen Liberalismus gepflegt und . vertieft werden wird, insbesondere durch die Besprechungen und Tagungen angeregt, deren im letzten Jahre einige; so die Hauptversammlung in Berlin, die Tagungen in Liegnitz und Dortmund stattgefunden haben. Ausschlaggebend wird für die Beschäftigung nrit diesen Dingen ober vor allem Inhalt und Ergebnis der letzten Tagung der'World Union im Haag Bein und sein müssen. Es wäre sinnlos, wenn man in der heutigen Zeit, die oirÄ Zusammenfassung aller . Kräfte und damjt eine möglichst weitgespannte Ausgestaltung des jüdischen Lebens in geistigen..Dingen erfordert, Doppelorbeit leisten wollte. Darum worden sich die reUgiös-liberafen Gruppen, soweit Gemeinden oder LehrMuser Veranstaltungen, wie Äo das Winterprogramm der Vereinigung vorsieht, unternehmen, daran beteiligen, eine Beteiligung, die den Willen zu-reger positiver Mitarbeit in sich schließt, als selbstverständlich aber auch die Forderung der religiös-liberalen Vereinigung, nur sölche Menschen über religiös-liborales Gedankengut und Idoe sprechen zu lassen, die Organisation oder Bewegung nahe stehen. Nur so wird es in Zukunft vermieden werden können, in -Vorträgen von'Lchrhäusern, die sich doch der Objektivität befleißigen sollten, mehr oder weniger geistreiche ■ Zorrbilder des religiösen Liberalismus zu erhalten. . Wie bisher wird einen breiten Baum der religiös-liberalen Arbeit in Deutschland die Ausgestaltung von Gottes- -dienst, Sabbat- und Festfeiern einnehmen. In diesem Rahmen' wird"und' «611 es auch mÖgUch_.soin,, armen Fonulien und Bolchen Menschen, die zu Hause keinen Freitagabend haben, eine schlichte Feierstunde und-ein bescheidenes Abendessen zu bieten. Denn in der Familie ist der Korn jüdischer Kraft, von hier muß die Regeneration des Zusanuncnhaltens ausgehen, in einer für uns Juden, besonders schweren Zeit, die aber in uns Menschen finden soll, die, von der Fürsorge Gottes überzeugt und erfüllt, wahre Frömmigkeit in sich tragen. _ Echtes jüdisches Gedankengut allen zugänglich zu machen, ist eine Pflicht, der sich kein Jude in dieser Zeit verschließen'sollte. Um unsere Arbeit und unsere Ideen in immer weitere Kreise zu tragen und insbesondere die Jugend 'zu erfassen, werden an Sabbat und Festtagen besondere Feiern veranstaltet werden. Ein Aufruf, den die religiös-liberale Vereinigung in diesen Tagen ergehen laßt, sollte im Herzen aller, an die er sich wendet, einen starken Widerhall finden und dazu beitragen, das Judentum in Deutschland innerlich zu stärken. Volksfclmleii für Mchtarier Der Erlaß des Reicnserraehungsminilters über Raffentrenming in den Schulen Der Erlaß des Reichsministers Ruat, der die Durchführung der Rassentrennung an den öffentlichen Schulen ankündigt, wobei in erster Linie nutgeteilt wird, daß auf dein Gebiet des Volkaschulwesens von Ostern; 1936 ab rein jüdische Schulen -gegründet werden sollen, ist für das jüdische Schulwesen von außerordentlicher Bedeutung. Welche Auswirkungen sich aus der Ausgliedcrung aller Kinder jüdischer Abstammung ohne Unterschied des Bekenntnisses aus den allgemeinen Schulen und der Zusammenfassung in eigenen Volksschulen ergeben werden, wird sich erst zeigen, wenn die Ausführungsbeatimmungen vorliegen. Jedenfalls werden Bich bereits jetzt auch . die . bei der Umorganisation in Frage kommenden jüa. Stellen, insbes. die Reichsvertretung der . deutschen Juden, mit dem Problem' befassen müssen. Die Regelung der Rassentrennung an den höheren Schulen soll einem späteren Zeitpunkt vorbehalten bleiben, und zwar vor allem mit Rücksicht darauf, daß die. Verhältnisse seit dem Gesetz1 vom 25. April 1933 über die Zulassungsbeschränkungen jüdischer Schüler und Schülerinnen an den höheren Schulen anders liegen als bei den Volks- . schulen. Der - Anteil der jüdischen Schüler und Schülerinnen ist hier bereits unter 1 Prozent gesunken. In dem Erlaß des Reichserziehungsministers heißt es: „Eine Hauptvoraussetzung für jede gedeihliche. Erziehungsarbeit ist die rassische Ubereinstimmung von Lehrer und Schüler. Kinder jüdischer Abstammung' bilden für die Einheitlichkeit der Klassengemeinschaft und die ungestörte Durchführung der nationalsozialistischen Jugenderziehung' auf den allgemeinen öffentlichen-Schulen ein starkes Hindernis. Die auf meine Anordnung bisher vorgenommenen Stichproben in einzelnen preußischen Gebietsteilen Tiaben gezeigt, daß die öffentlichen Volksschulen noch immer in nicht unerheblichem Maße von jüdischen Schülern und Schülerinnen besucht werden. Vornehmlich ist dies' der Fall in den größeren Städten; aber auch auf dem platten Lande finden sich Gebiete, die mehr oder minder stark1 mit Juden besiedelt sind. Auch die über das Volksschulziel hinausführenden Schulen sind trotz der Zulassungsbeschr&nkungen des Gesetzes.' vom 25. April 1933 noch immer von einem an.einzelnen Orten unverhältnismäßig hohen Anteil jüdischer Schüler und Schülerinnen besucht, Für die Entwicklung des nationalsozialistischen Schulwesens ergeben , sich hieraus schwere Hemmungen. Die Errichtung öffentlicher und privater jüdischer Schule n hat zwar an einzelnen Orten zu einer ' gewissen Sonderung ■ derjenigen jüdischen Schulkinder geführt, die der mosaischen Religion angehören. Die Trennung nach Konfessionen^ ist jedoch für ein nationalsozialistisches Schulwesen . nicht ausreichend. Die Herstellung nationalsozialistischer Klassengemeinschaft als Grundlage einer, auf dem deutschen Volkstumsgedonken beruhenden. Jugenderziehung ist, nur möglich, wenn eine, klare ..Scheidung nach; der Rassenzugehörigkeit der Kinder vorgenommen wird. . Ich beabsichtige daher, vom Schuljahr 1936 ab für die Teichsangehörigen Schüler aller Schularten eine möglichst vollständige Rassentrennung durchzuführen. . Bei den Pflichtschulen ist mit Rücksicht auf die auch für Nichtarier nach wie vor bestehende Schulpflicht eine Verweisung auf private Volksschulen nicht angängig. Vielmehr wird die Errichtung öffentlicher Volksschulen für Juden erforderlich werden. In diesen Schulen werden alle diejenigen-Schüler und Schülerinnen . zusammenzufassen sein,-- bei denen entweder beide Eltetnteile oder ein Elternteil .jüdisch sind. Die sogenannten „Vierteljuden", bei denen ein Großeltemteil jüdisch ist, beabsichtige ich bei der auf dem Gebiete '. des Schulwesens vorzunehmenden Rassentrennung außer Betracht zu lassen. Voraussetzung für die Errichtung einer öffentlichen jüdischen Volksschule ist das Vorhandenseini einer zur ordnungsmäßigen Beschulung hinreichenden Zahl jüdischer. Kinder innerhalb einer Gemeinde oder" eines unter Berücksichtigung zumutbarer Schulwege abgegrenzten ■ Gebietes ■ (Stadt- oder Landgebietes). Dabei müssen gegebenenfalls mehrere oder sämtliche Jahrgänge in einer. Volksschulklosse zusammengefaßt werden. Ab eine zur Ordnungsmäßigen Beschulung ' hinreichende Richtzahl wird die Zahl von 20 Kindern anzunehmen sein. Um einen Uberblick zu gewinnen, in welchem Umfange die Errichtung öffentlicher jüdischer Volksschulen erforderlich bzw. möglich ist, ersuche ich, in allen öffentlichen und privaten Volksschulen Ihres Aufsichtsbcrcichcs für sämtliche Jahrgänge; Feststelinngen über die Rassenzugehörigkeit der die Schulen zurzeit besuchenden Kinder zu treffen. Hinsichtlich der nicht zu den Pflichtschulen gehörenden Schulen erwäge ich eine' Abänderung der durch' dos Uberfüllungsgesetz vom 24. April 1933 getroffenen Bestimmungen in Richtung einer verschärften Abtrennung." Das Ziel Zu dem Erlaß des Rcichserachungsminiatcra Dr. Rust teilt das Deutsche Nachrichtenbüro u. a. noch folgendes mit: Dieser in enger Fühlungnahme mit dem Rassenpolitischen Amt der NSDAP, auagearbeitete Erlaß bereitet einen weiteren wichtigen Abschnitt in der. Rassengesetzgebung des neuen Deutschland vor und beweist, daß Deutschland keineswegs geneigt ist, wie ausländische Presseatimmcn zu wissen glauben, seinen grundsätzlichen Rosscstandpunlct . aufzugeben. Unser Ziel: die völlige Aussonderung des Judentums aus dem deutschon Lebensborcicn, ist unverrückbar klar und bereits auf verschiedenen Teilgebieten fBeomtengesetzgebung, Erbhofrecht u. a.) durchgeführt. Auf dem Gebiete der" Volksschule ist zur Erreichung dieses Zieles die Zusammenfassung derjenigen nichtarischen Schulkinder, die der mosaischen Religion angehören, in besonderen jüdischen Volksschulen schon bisher energisch gefördert worden. Insbesondere ist mit staatlicher Genehmigung seit 1934 eine größere Zahl privater jüdischer Volksschulen neu/ entstanden. Der entscheidende Gesichtspunkt ist aber nicht die Zugehörigkeit zur mosaischen Religion, sondern zur jüdischen IIaBsc. Der rassefremde, jüdische Schüler bildet in der Klassengemeinschaft der arischen Schüler und Lehrer einen Fremdkörper. Sein Dasein erweist, sich als ein außerordentliches Hindernis im deutschbewußten nationalsozialistischen Unterricht und macht die notwendige, in der Rasse begründete Übereinstimmung zwischen Lehrer, Schüler und;. Lehrstoff unmöglich. Der neue Erlaß des Reichserziehungsministers Ruat zielt deshalb auf Durchführung der völligen Rassentrennung in; den-Volksschulen ohne Rücksicht auf die Konfessionszugehörigkeit der rassenfremden jüdischen Schüler und auf Wiederherstellung der Judcnschulcn hin. Er billigt beiden Teilen zu, was nach völkischer Auffassung eine selbstverständliche Forderung ist: die Rassengemeins'chaft zwischen Lehrer und Schüler.* . Nichtarier und Juden Im „Völkischen Beobachter" wird zu dem Erlaß ein Aufsatz der Nationalsozialistischen Parteikorrespondenz veröffentlicht, in dem es heißt: , „Der Nationalsozialismus hat sofort nach dem Umbruch die Judenfrage auch auf dem Gebiete des Schulwesens aufgegriffen Aus seiner rassischen.Weltanschauung floß ihm die Erkenntnis, daß jedes Volk nach seiner besonderen rassischen Zusammensetzung «une eigene Kultur hat und daß dahor eine gemeinsame Kulturarbeit von Deutschen und Juden eine Unmöglichkeit ist ,. u bühorige^Nichtarier-Gesetzgebung hat bereits eine wesentliche Reinigung bewirkt, wenngleich der Begriff Jude öfter nicht reinrasaisch, sondern daneben auch noch konfessionell eefaßt und alelch „mosaisch" gesetzt wurde. fn den höheren Schulen hat man die „Nichtarier" bis auf eineni bestimmten Hundertsatz entfernt, der dem Hundertsatz der jüdischen Bevölkerung im Deutschen Reich entsprach. Besondere höhere jüdische Schulen wurden geschaffen. Die in Verbmdung mit: dem Rassenpolitischen Amt erlassenen Bestimmungen für höhere Schulen führen unter bewußter Anwendung rem rassischer Begriffe zu einer weiteren Klärung und scheiden scharf zwischen fen .Rechten_ deutscher und jüdischer Schüler. Auf dem Gebiete der Volksschule fehlte es jedoch bisher an einschneidenden Maßnahmen. Diesem übelstand will eine Ver- OWAung abhelfen, die der Reichseraehungsminbter Rust jetzt an dio ihm unterstellten Schulbchörden erlassen hat una h, denen er die Zusammenfassung der jüdischen Kinder in besonderen jüdischen Volksschulen für den 1. April 1936 ankündigt Die« Üaßnuhmo ist ein Gebot deutsch-völkischer Selbsterhaltung. beseitigt die^ empfindliche Störung, die durch die stete Rück richmabme deutscher Erzieher auf jüdische Kinder bisher an den Schulen bestand und dio ihren Ausdruck in der Anordnunn der Weimarer Verfassung fand; daß „die Golühlo Andersdenkender nicht verletzt" werden dürften. Zugleich bedeutet dio Form der Durchführung — .das.-sei besonders.:dem Ausland gegenüber hervorgehoben — durchaus keine unbillige Hörte gegen die Juden denn es wird, ihnen ja die Möglichkeit gegeben, äro Kinder üj besonderen jüdischen Schulen' ihrer Art gemäß zu erziehen. Daß dieso Erziohung innerhalb' des; Deutschen Reiches der staatlichen Üborwachun g'unterliegt, ist gleichfalls ein selbstverständliches Gebot völkischer Selbsterhaltung. Absichtlich wird in den neuen Bestimmungen nicht — bisher — von „Nichtariern" gesprochen, sondern von „Juden"- denn der Reichserriehungsminister denkt nicht daran, auch Kinder von anderen Nichtariern, die als Gäste in Deutschland weilen, von dem.Besuchdeutscher Schulen auszuschließen. Das^deutscho Volk' hat von jeher seine Kulturwerte gern an andere Völker weitergegeben und legt auch weiterhin auf die Zusammenarbeit mit ihnen größten Wert. Bei den Juden Hegt freilich ein ganz bcsonderer Fall vor, denn von ihrer Seite droht, dem deutschen- -Volkstiim''gMto.'.Gefa)ir,:'d^-^''<& .VoBt. ijn^Ypttie bildeten, , Wären die' Judenwie andere Nichtarier irgendwo in der Welt in einem Staate zusdmmengeschlöasen und hielten sich nur einzelne von ihnen vorübergehend in Deutschland auf, so würde auch bei ihnen -eine Trennung nicht nötig sein. Solange sie aber in so großer Zahl als innerlich verbundene Gruppe dauernd innerhalb des deutschen Volkes wohnen, und bei ihnen auch nur der geringste Anspruch auf Herrschen oder Mitherrachen im deutschen Volke genährt wird, »lange werden sie Bich einer Gesetzgebung fügen müssen, die den deutsch-völkischen Belangen gerecht wird und unser Volk vor Überfremdung schützt. Die Gründung besonderer jüdischer Volksschulen wird nach dem Willen des fleiebseraehungsministers Rust in weiterer Zusammenarbeit mit dem Rassenpolitischen Amt der NSDAP unter Uberwindung aller etwa entgegenstehender Schwierigkeiten zum 1. April 1936 ins Werk gesetzt werden. Es ist ein neuer großer, von besonders klarer Anwendung rassischer; Weltanschauung getragener Schritt. Darüber hinaus muß und wird bald auch cuie entsprechende Regelung für die höheren Schulen erfolgen, du diese ja besonders wichtig Bind für die Heranbildung der künftigen Führerschicht des deutschen Volkes." Ein Fragebogen an die Scntddirektioii.cn Darmstadt. Der Leiter des Schulwesens in Hessen hat im Sinne des Erlasses von Reiolisminister Rust über Rassentrennung in den Schulen Ende August an die. Direktionen der höheren Schulen, der gewerblichen Unterrichtsanstalten und die Kreis- und StadtBchulämter folgende Fragen. zur Beantwortung J>is 15. September gerichtet: * „1. Wieviel jüdische Schüler (Schülerinnen) besuchen zur Zeit die öffentliche Schule? 2. Wieviel Schüler (Schülerinnen) sind in eine jüdische Be'zirksschule übergetreten und in welche? 3. Wieviele jüdische Volksschüler könnten der Entfernung nnch eine jüdische Bezirksschule besuchen? 4. Ist Ihnen bekannt, aus welchem Grunde dies seither nicht geschehen ist?" Jüdischo Bczirksschulen bestehen in Hessen) -in Darmstadt, Worms, Mainz und Offenbach a. M.; die Errichtung einer solchen in Höchst im Odenwald ist beabsichtigt. In Frankfurt a. M. bestehen außerdem pine' jüdische höhere Schule (Philanthropin), eine jüdische Realschule (jetzt Hyzeum)'■' und eine " jüdische Volksschule. ' Mchtarifche Studenten an den deutfehen Hochfchulcn Die Wirkung der Bestimmungen über das Studium der inländischen Nichtarier an den deutschen Hochschulen geht aus folgendem hervor: Von den 91480 inländischen Studierenden-, die nach der letzten Hochschulstatistik im SommersemcBtcr 1934 festgestellt wurden, waren nur 656 Angehörige der jüdischen G l aube ns gemöinschaf t; . dazu kommen noch Nichtarier, die nicht aus der Religionsan^abe erkennbar werden, sondern aus der Tatsache, "daß sio nicht.zur Deutseben Studentenschaft zugelassen worden sind. Im ganzen gehörten 1316 Studenten nicht zur Deutschen Studentenschaft. Diese sind .als Nichtarier im Sinne der deutscheu Gesetzgebung aufzufassen. Es sind also etwadoppelt soviel Studierende der Rasse nach jüdisch wie dem Bekenntnis nach. Im ersten "Hochschulsemester, standen von den Juden im Sommer 1934 nur 24 oder 0,4 v. H. der 6189 inländischen Studenten im ersten Semester,. Internationale Arbeitstagung für Jugendalijah Amsterdam. Im Amstel-Hotel in Amsterdam fand die erste internationale Konferenz der Jugend-Alijah-Komiteea statt. Mit der Konferenz war eine Ausstellung handwerklicher Arbeiten von Jugendlichen aus Hachscharah-Zentren verbunden. Frau Dr. C. Wijaenbeek-Friinken, die Vorsitzende des holländischen Komitees, begrüßte insbesondere den' Vertreter der Exekutive der Jewish Agency, Dr. Werner Senator, entsdiuliliste" das Nichterscheinen des Präsidenten der Reichsvertretung der deutschen Juden, Rahbiner Dr.\'Leo Baeck, der durch' dringendo anderweitige Verpflichtungen an der Eröffnungssitzung nichtj wie es_ angekündigt worden war, teilnehmen konnte ^und begrüßte als seine Vertreter Frau Lola Hann-Warburg und Herrn S. Adler-. Rudel. Dr. Werner Senator' Mitglied derV^kujtiye deru Jewish ' Äge'ncjs'-wiea' auf •' cUe' erfreulfclW 'firzoljm' 1ün> *• Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendalijah schon in den ersteh zwei Jahren ihres Bestehens habe erzielen können, uie Tatsache, daß die jüdischen Jugendbüride aller Richtungen fiten dieser Bewegung angeschlossen haben, hätte so überzeugend gewirkt, daß alle' Parteigegensfltze überbrückt werden konnten. S. Adler-Rudel überbrachte den Dank •> der Juden Deutschlands an alle ausländischen . Komitees und insbesondere an <™ Siedlungen und Heime in Palästina, die die Kinder in vorbildlicher Weise aufgenommen haben. Mit dem Hinweis, daß das Wort „Alijah" nicht Übersiedlung, sondern Aufstieg bedeutet, und «hu» dieser „Aufstieg" symbolisch auch die seelische Wondlung des Einzelnen und der Gemeinschaft andeute, schloß der Redner. Miss S z o 1 d schilderte zunächst den VcmaltUflgsapparat, o""? den die Jugendalijah organisiert wird. Die Zentrale der AuswaBd«? rung liegt in.Berlin in den Händen der ArbeitsgemeinschaK für Kinder- und Jugendalijah. und der Jüdischen Jugendhilfe e. W die Zentrale der Einwanderung wird betreut durch .das ZeotrW"jp for the Settlcment 6f German JewB in Jerusalem. Miss b»1" gab einen Uberblick über das Leben dir Krader m Palästina, Unterricht, dio Gewöhnung an die Arbeit, die Gestaltung .«« Freizeit, die Eindrücke bei der Ankunft und manche 8chvfi««6? Emehungs.probleme. Zum Schluß sprach sie. die. Hoffnung daß es möglich'sein werde, den Ansprüchen der jüdischen yu6"*V auch in einer Reihe, anderer Länder, wo sie sich ebenfalls » w sonderer Notlage befindet, gerecht zu werden. : - L;'";„,_.'• Referate hielten u. a. Dr. Werner Senator über »Beruisuw IV y- U U -Vis J

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